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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1956
w56 15. 2. S. 121-126

Berichte aus dem Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1956

WESTDEUTSCHLAND

Einwohner Prediger-Höchstzahl

50 672 000 1946: 7030 1955: 54 635

Das Jahr 1955 ist für alle Brüder in Ost- und Westdeutschland hervorragend gewesen. Es war das Jahr des Kongresses „Triumphierendes Königreich“ der Zeugen Jehovas, und die Segnungen dieser Veranstaltung erreichten jeden Winkel des Landes. In Westdeutschland geht das Werk ohne Hindernisse weiter, und wir haben dort im Einsammeln der anderen Schafe wunderbare Zunahmen erfahren. In Ostdeutschland hält der Druck gegen das Werk des Predigens der guten Botschaft an, und die Kommunisten suchen dort der Neuen-Welt-Gesellschaft das Rückgrat zu brechen. Dies wird ihnen aber nicht gelingen. Jehova ist imstande, sein Volk zu bewahren, und wird es weiterhin speisen und es mit seinem Geiste leiten, ungeachtet, wo es sich auf der Erde befindet. Der Zweigdiener berichtet über einige sehr interessante Erfahrungen und sendet einen ausgezeichneten Bericht über den Kongreß in Nürnberg ein. Auszüge daraus zu lesen wird viel Freude bereiten.

Die lieblichen Freudenklänge von Nürnberg tönen uns immer noch in den Ohren — von jenem gesegneten Kongreß, der in der Tat alles übertraf, was wir hätten erwarten können. Unsere Herzen überströmen vor Freude über die kostbaren Gaben, die Jehova über die versammelten Teilnehmer seines Festes ausschüttete. Wie bei keinem früheren Anlaß konnten wir erkennen, welch tiefe Liebe Jehovas wahre Anbeter der Gegenwart vereint, eine Liebe, die weit über alle Rassen- und Nationalitäten-Schranken hinausreicht und die alle Entfernungen überbrückt, eine Liebe, die jene, die sie besitzen, mit den engsten Banden zusammenschließt. Diese Männer und Frauen aller Nationen haben alles, was sie besitzen, dem großen Souverän Jehova und seinem König hingegeben. Der Kongreß in Nürnberg vom 10. bis 14. August war großartiger und wunderbarer, als Menschensinn es fassen kann.

Jeden Tag nahm die mächtige Menge der Zuhörer zu, und sie versammelten sich, um begierig die interessanten Vorträge in Herz und Sinn aufzunehmen. Am Sonntag morgen wurden 80 415 Anwesende gezählt, und beim öffentlichen Vortrag am Nachmittag stieg die Zahl auf 107 423 an. Zum erstenmal kamen mehr als 100 000 Zeugen Jehovas und weitere Menschen guten Willens zu einem europäischen Kongreß zusammen, und dies aus 63 Nationen und Ländern der Erde! Welch hochbeglückende Überraschung! Offenbart nicht diese Zahl allein schon die Wahrheit der Bezeichnung „Triumphierendes Königreich“? Das Programm in Nürnberg war dasselbe wie das der anderen großen Kongresse dieses Jahres und bot eine Fülle von zeitgemäßen, wichtigen Anweisungen, Belehrungen, Warnungen, Ermutigungen und viel, viel Freude und Fröhlichkeit.

Gleichzeitig — nämlich vom 12. bis 14. August — fand ein weiterer Kongreß in Berlin im Interesse der Brüder der Ostzone Deutschlands statt. Die „Waldbühne“ war von neuem ein sehr passender Königreichssaal. Zugegen waren 17 729 Personen, die von der Weltbesiegung hörten, die durch das „Triumphierende Königreich“ bald kommen soll. Bruder F. W. Franz, Vizepräsident der Gesellschaft, vermittelte diese Botschaft am Sonntag nachmittag einer begeisterten Zuhörerschaft. Ein Telefonanruf zwischen den Kongressen ermöglichte es Bruder Knorr, der riesigen Menge der in Nürnberg Versammelten vor Schluß seines öffentlichen Vortrages in Nürnberg mitzuteilen, daß gerade in diesem Augenblick nicht weniger als 125 152 Personen in Deutschland versammelt seien, um ihre Herzen und Sinne auf die wunderbare Botschaft von Gottes Königreich zu richten. Ein donnernder Applaus durchbrauste bei dieser begeisternden Mitteilung das Stadion.

Die Zahl der Getauften betrug in Nürnberg 4333 und in Berlin 870, was insgesamt 5203 ausmacht! Welche Freude quoll doch in den Herzen der an diesem Festmahle Jehovas teilnehmenden Gäste empor, als sie diese vielen Menschen guten Willens als neue Mitverbundene in der wahren Anbetung Gottes begrüßen durften!

Nachdem der Ruf der Gesellschaft, auch an Festtagen der Christenheit mit Zeitschriften von Haus zu Haus zu wirken, durchs Land gegangen war, mußten starke Vorurteile überwunden werden. Tausende williger Verkündiger machten während dieser Dienst-Tage ungewöhnlich gute Erfahrungen. Trotz Windes und Regens arbeitete ein Kreisdiener mit einer Verkündigergruppe am ersten Weihnachtsfeiertag von Haus zu Haus, zur großen Überraschung der katholischen Einwohner. „Man muß euch das anrechnen“, sagten sie, „keiner von uns würde das tun.“ Und als ein Bruder sich entschuldigte, weil etwas Regen auf die Schriften in seiner Büchertasche gefallen war, sagte jemand: „Lassen Sie mich diese Zeitschriften doch nehmen, ja gerade diese möchte ich haben, und ich werde sie aufmerksam lesen.“ Und er griff nach den naßgewordenen Zeitschriften. Ein Verkündiger vom Lande schreibt uns: „Wir waren zu Weihnachten von allen die glücklichsten Menschen.“ Eine weitere Versammlung, von der die Hälfte der Verkündiger am besonderen Zeitschriftentag, am 30. Mai, in den Felddienst zog, konnte insgesamt 450 Zeitschriften und 385 Broschüren abgeben, was einen Durchschnitt von 13 Zeitschriften und 11 Broschüren für jeden Verkündiger ausmacht. Wie leicht ist es doch, die Zeitschriftenquote zu erreichen, wenn man den Rat Jehovas befolgt und aufmerksam nach Dienstgelegenheiten ausblickt!

Eine Religionslehrerin einer Mädchen-Oberschule schrieb an das Büro und bat um etwas leichtverständlichen Lesestoff für ihre Religionsstunden. Sie erhielt die Broschüre „Diese gute Botschaft vom Königreich“ mit der Bemerkung, daß wir ihr gerne mehr übersendeten, wenn das gewünscht werde. Einige Tage später sandte sie einige Dankeszeilen und bestellte je eine Broschüre für ihre 35 Schüler, weil diese „ausdrücklich darum gebeten hätten“.

OSTDEUTSCHLAND

Einwohner 18 000 000

Fünf Jahre sind nun vergangen, seitdem die theokratische Tätigkeit von den kommunistischen Behörden in Ostdeutschland verboten wurde. Trotz aller Beteuerungen ihrer friedlichen Absichten fahren die Kommunisten fort, die Verkündiger der guten Botschaft grausam zu verfolgen. Hunderte von Predigern waren im Laufe des vergangenen Jahres gezwungen, die Ostzone zu verlassen und Sicherheit in Westberlin zu suchen, während zahllose weitere direkt nach Westdeutschland umzogen, um sich weiterhin dem Predigtdienst widmen zu können. Dies bedeutet, daß jeder dieser „Flüchtlinge“ seine Existenzmöglichkeiten verlor, denn alle mußten Arbeit und Heim aufgeben, um in Freiheit zu bleiben.

Die Verkündiger benötigen fortwährend Ermunterung und Anweisungen, damit sie die Hitze des Kampfes jahraus, jahrein ertragen können und ihre Hände nicht erschlaffen lassen. Es muß ihnen gezeigt werden, wie sie trotz Verfolgung ‚wie Schafe inmitten von Wölfen‘ durchhalten können, indem sie die gute Botschaft jenen predigen, die guten Willens sind. Aus diesem Grunde bekunden unsere Brüder von Ostdeutschland große Wertschätzung für die geistige Speise. Sie könnten mit dem Boden in einem dürren Lande verglichen werden, der nach Regen dürstet und ihn dann begierig aufsaugt, wenn er kommt. In solchen Zeiten sengender Glut haben die reifen Brüder reichlich Gelegenheit, zu beweisen, daß sie zu jenen „Fürsten“ gehören, die ‚nach Recht herrschen‘ und ein „Bergungsort vor dem Winde“ sind, indem sie ihren Mitbrüdern aufrichtigen, guten Rat und Hilfe darreichen.

Trotz aller Schwierigkeiten und Verfolgung wird die Mühe und Arbeit der Treuen von Jehova reich gesegnet, und immer wieder machen unsere Brüder Erfahrungen, die bezeugen, daß Jehova sie im Predigtdienste schützt. Ein Verkündiger berichtet: „In Y. stießen wir im Dienst von Tür zu Tür auf einen Volkspolizisten, der sogleich dafür sorgte, daß wir verhaftet wurden. Wir wurden zum Staatssicherheitsdienst geführt. Als wir unseren Predigtdienstauftrag mit einem langen Zeugnis verteidigten, wurde uns die Gelegenheit geboten, für die sogenannte ‚Nationale Front‘ (eine kommunistisch beherrschte Organisation) zu arbeiten — ‚dann könnten wir öffentlich wirken und Säle und Autos bekommen!‘ Drei Stunden lang bearbeiteten sie uns hart. Als sie sahen, daß sie uns nicht überreden konnten, drohten sie uns lange Gefängnisstrafen an. Als sie darauf begriffen, daß wir keine Kompromisse eingehen würden, gaben sie uns zu unserer großen Überraschung unsere Ausweispapiere zurück und ließen uns gehen.“

Aus einem weiteren Bericht: „In einer Wohnung öffnete in Mann in Zivil die Türe, und es erwies sich — nachdem wir ihm ein langes Zeugnis gegeben hatten —, daß er Polizist war. Aber zu unserem Erstaunen wünschte er uns viel Erfolg und warnte uns sogar vor einer anderen Person, die im gleichen Hause wohnte und ein 100%iger kommunistischer Funktionär war.“

Die Standhaftigkeit der Zeugen wirkt sich zum Segen der wohlgesinnten Leute auch im Gefängnis aus. Mit der Zustimmung der Justizverwaltung hielt ein katholischer Priester in einer der größeren Strafanstalten eine Ansprache gegen Jehovas Zeugen. Sein Vortrag war so voller Lügen, daß mehrere Insassen der Strafanstalt zu öffentlichem Protest gereizt wurden. Man muß hier bedenken, was dies, angesichts der schweren Strafen und der harten Disziplin in einer kommunistischen Strafanstalt, eigentlich bedeutet! Unerschrocken schrien sie: „Das ist nicht wahr! Da kennen wir Jehovas Zeugen besser!“ Mehrere verlangten sogar eine Diskussion, doch wurde diese Bitte abgeschlagen. So diente diese Falschdarstellung der wahren Diener Gottes nur zur Bloßstellung der Geistlichkeit der falschen Religion und damit zur weiteren Ausbreitung der guten Botschaft vom Königreich.

Viele Mitzeugen aus der Ostzone versammelten sich mit ihren Brüdern und Freunden von Westberlin vom 12. bis 14. August zum Kongreß „Triumphierendes Königreich“ in der schönen „Waldbühne“. Andere fanden ihren Weg auf vielen verschiedenen Wegen nach Nürnberg, um Empfänger der Segensströme zu sein, deren die Kongreßbesucher dort teilhaftig wurden. Reich gestärkt, ja in der Tat begeistert, kehrten sie von den Kongressen in ihre Heimatversammlungen zurück, um die guten Dinge, die sie gehört hatten, anderen zukommen zu lassen.

FRANKREICH

Einwohner Prediger-Höchstzahl

43 000 000 1945: 1713 1955: 9883

Die Verkündiger in Frankreich richteten Herz und Sinn auf die wunderbare Reihe von Kongressen „Triumphierendes Königreich“. Für sie bedeutete es den Kongreß in Paris und das Treffen vieler Brüder aus verschiedenen Weltteilen. Fünfhundert Brüder hatten die große Aufgabe, Unterkunft für all die Brüder zu finden, die während des Kongresses in diese Stadt einziehen würden. Sie wußten, daß der Kongreß der Höhepunkt der Tätigkeit des Jahres und für jedermann ein Fest sein sollte. Das Jahr hindurch hatten die Brüder tatkräftig gewirkt und waren mit Menschen guten Willens in Verbindung getreten, indem sie sie zu einem reifen Verständnis der Vorkehrungen zu bringen suchten, die Jehova für das Leben in seiner neuen Welt der Gerechtigkeit getroffen hat. Der Zweigdiener sendet sehr interessante Berichte ein über das Gebiet, das unter der Verwaltung dieses Zweigbüros steht. Es sind Berichte über Frankreich, Algerien, Marokko, das Saargebiet, Senegal und Tunesien.

Eine 71jährige Schwester, die vollständig allein steht und erst dieses Jahr in die Wahrheit gekommen ist, schreibt wie folgt: „Ich sende Euch hier meinen Bericht für den Monat August ein und auch eine Liste von Geistlichen und Redaktoren, an die ich die besondere Broschüre gesandt habe. Die Liste enthält 74 Namen. Ich schrieb alle Briefe selbst. Bis jetzt habe ich keine einzige Antwort erhalten. Letzten Sonntag erhielt ich den Besuch eines jungen Mannes, der eine Broschüre in der Hand hielt, die ich in einer Wohnung abgegeben hatte. Er fragte, ob ich ihm die zwei Bücher ‚Das Königreich ist herbeigekommen‘ und ‚Gott bleibt wahrhaftig‘ besorgen könnte. Da ich mir diese Bücher anläßlich der Versammlung in Paris beschafft hatte [Paris ist 400 km von ihrem Wohnort entfernt], konnte ich sie ihm geben. Er sagte, die Botschaft interessiere ihn sehr, und er möchte gern ein Zeuge Jehovas werden. Ich erwiderte ihm, er werde die Bibel studieren müssen. Dazu ist er bereit.“ Dann fügte sie eine Nachschrift bei: „Soeben hatte ich einen weiteren Besuch von diesem jungen Mann, und wir haben die Bibel zusammen studiert. Wie dankbar bin ich doch Jehova! Ja, ich bin sehr glücklich. Dies ist die zweite Person, die ich gefunden habe und die ernstlich interessiert ist. Wie schade, daß ich so alt bin! Wäre ich jünger, so könnte ich nach Afrika gehen. Da ich hier so abgelegen wohne, kann ich nicht so viel wirken. Wäre ich in einer Stadt, so könnte ich jeden Tag drei bis vier Stunden wirken. Seitdem ich getauft worden bin, habe ich etwa vierzig Dörfer bearbeitet. Aber dies ist nicht viel, und bald wird die Zeit kommen, da die Wege hier in den Moorgegenden für zwei Monate ungangbar sein werden. Ich bin nun drei Monate von Haus zu Haus gegangen. Jehova gibt mir Kraft, denn ich bin wohlauf trotz meiner 71 Jahre, und bisweilen, wenn ich gegen 15 km weit im Dienste zu Fuß gegangen bin, habe ich die Psalmen beim Wandern aufgesagt. Ich kann einige auswendig.“

Folgendes ist eine Erfahrung, die anläßlich des Kongresses „Triumphierendes Königreich“ von einer Schwester erzählt wurde, die 33 Jahre lang Nonne war. „Im Alter von 17 Jahren trat ich in ein katholisches Kloster ein in dem Glauben, Gott habe mich dorthin berufen. Als ich 31 Jahre zählte, wurde ich weggesandt, um als Haushälterin eines Bischofs zu arbeiten. Dort hatte ich zum erstenmal die Gelegenheit, die Evangelien zu lesen. Damals bemerkte ich, daß die hohe Geistlichkeit, unter der ich arbeitete, nicht das praktizierte, was Jesus lehrte. Ich begann mich zu fragen: ‚Warum lassen sich diese Männer „Père“ [„Vater“] nennen, wenn doch Jesus sagte: ‚Ihr habt nur einen Vater, ihr alle aber seid Brüder‘? Warum lieben sie es, daß sich die Leute vor ihnen verbeugen?‘ Als Antwort auf solche Fragen wurde mir erwidert: ‚Das zu tun ist richtig‘ und: ‚Man schuldet ihnen Respekt — sie sind die sichtbaren Vertreter Christi.‘ ‚Und der Papst? Jesus hatte keinen Palast!‘ Die Priester erwiderten darauf: ‚Das soll die Volksmengen anlocken — eine Schaustellung ist nötig.‘ Diese Dinge beunruhigten mich sehr. Indes gab ich mich mit der Sachlage ab und versuchte, nicht zu klagen.

Dann kamen meine Ferien, und wie gewöhnlich begab ich mich zu meiner Tante. Dort traf ich zum erstenmal Zeugen Jehovas. Einige Monate schon hatte einer meiner Neffen mit einem Zeugen Jehovas die Bibel studiert. Am Ende der Woche kehrte ich mit einer Bibel und dem Buche ‚Gott bleibt wahrhaftig‘ in das Haus des Bischofs zurück. Darin las ich insgeheim auf meinem Zimmer, denn man hätte mir selbst das Lesen der Bibel verboten. Aber mangels geistigen Wahrnehmungsvermögens ließ ich es dabei bewenden.

Zwei Jahre später wurde ich zu meiner Tante gerufen, um mich meiner Nichte anzunehmen, die krank geworden war. Mein Neffe und zwei meiner Nichten hatten jetzt bereits den Schritt der Hingabe an Jehova getan. Natürlich hatten wir lange Diskussionen über die Bibel. Auch besuchte ich Studien in der Versammlung der Zeugen Jehovas. Drei Wochen Studium genügten, um das schwache Vertrauen, das ich noch zu der Katholischen Kirche hatte, völlig zu erschüttern. Doch war ich nun fünfzig Jahre alt, und angesichts meines Gesundheitszustandes zögerte ich, alles über den Haufen zu werfen und neu anzufangen, denn ich wollte doch nicht meinen Verwandten zur Last fallen. Ich war überzeugt, daß ich das reine Christentum gefunden hatte, dachte aber, mein guter Wille sei genug in den Augen Gottes, ich könnte ja im Herzen mit Jehovas Zeugen sein und gleichzeitig in der katholischen Institution bleiben. Aber bald erwies sich dies als eine falsche Überlegung, denn es wurde mir gezeigt, daß der Glaube mit dem Herzen nicht genüge, sondern daß es auch notwendig ist, mit dem Munde zu bekennen, um Rettung zu erhalten. Vor mir stand also die Wahl zwischen Leben und Tod.

Ich entschloß mich, in das Haus des Bischofs zurückzukehren, bis meine Tante Arbeit für mich finden könnte. Wieder war ich gezwungen, die üblichen Zeichen, die Beichte, die Kommunion usw. mitzumachen. Aber bald erkannte ich, daß ich diese Komödie nicht mehr lange mitmachen konnte. Ich glaubte nicht mehr an die Gegenwart Christi in der Hostie; die Beichte wurde mir zu einer furchtbaren Last. Ich konnte nicht mehr zur ‚Heiligen Jungfrau‘ beten, da sie nicht mehr Jungfrau und nicht die Mutter Gottes ist; ich konnte nicht mehr da bleiben! Ich schrieb meiner Tante und bat sie, doch herzukommen und mich fortzuholen. — Sechs Monate sind vergangen, seitdem ich diese religiöse Gemeinde verlassen habe, wo ich 33 Jahre lang in geistiger Gefangenschaft gehalten worden war. Mit großer Freude symbolisierte ich meinen Schritt der Hingabe an Jehova durch die Wassertaufe anläßlich dieses Kongresses ‚Triumphierendes Königreich‘.“

Dieser Bericht wäre nicht vollständig, wenn nicht auch ein Wort über den wunderbaren Kongreß „Triumphierendes Königreich“ gesagt würde, der in Paris vom 3. bis 7. August stattfand. Welche Freude war es doch für uns, während dieser unvergeßlichen Festtage die Brüder Knorr und Franz und so viele weitere Brüder von Brooklyn und mehr als fünfzig Ländern unter uns zu haben! Wie dankbar sind wir Jehova, daß ein solcher Kongreß möglich wurde! Und wie begeistert waren wir, zu sehen, wie die Presse-Kameraleute die Taufhandlung und auch die große Menge Zuhörer beim öffentlichen Vortrag filmten! Hunderttausende von Leuten konnten diese Filme in der dem Kongreß folgenden Woche in ganz Frankreich sehen. Jehovas Zeugen standen im Scheinwerferlicht der Pressemeldungen. Aber die Freuden des Kongresses waren noch nicht vorbei. Radiodiffusion et Télévision Françaises telefonierten die Gesellschaft an und baten um ein Fernseh-Interview für Dienstag abend nach dem Kongreß. Dies gab dem Zweigdiener die einzigartige Gelegenheit, vor der Fernseh-Zuhörerschaft von ganz Frankreich ein vorzügliches Zeugnis zu geben. Nochmals telefonierten sie die Gesellschaft an und baten, daß ein Zeuge Jehovas doch in Englisch einen Radiobericht über den Kongreß erstatten möchte. Dieser Bericht wurde am Donnerstag abend gefunkt; er dauerte fünf Minuten und wurde in England, Frankreich und Belgien gehört. Alles in allem wurde ein gutes Zeugnis gegeben, ein größeres als bei irgendeinem früheren Kongreß — alles zur Ehre des Namens und Königreiches Jehovas!

SAARGEBIET

Einwohner Prediger-Höchstzahl

1 000 000 1946: 127 1955: 754

„Während unserer letzten Kreisversammlung, die in Püttlingen stattfand, kündigte der katholische Priester von der Kanzel an, daß ‚kein Katholik je wieder seinen Fuß in das Restaurant setzen sollte, wo Jehovas Zeugen jetzt ihren Kongreß abhalten‘. Was den Besitzer des Restaurants betrifft, war er sehr beeindruckt von dem Benehmen der Zeugen Jehovas und sagte, sie könnten den Saal zu irgendeiner Zeit haben, da sie ihn wünschten. Während der folgenden Feiertage benutzten als Ergebnis der Bekanntmachung des Pfarrers nur sehr wenig Leute dieses Restaurant. Auch wurde auf andere Saalbesitzer ein Druck ausgeübt, so daß es für uns immer schwieriger sein wird, Säle für Versammlungen zu bekommen.“ Der Bericht des Kreisdieners besagt weiter: „Die Sondertätigkeit für den Monat April wurde im ganzen Saargebiet gut organisiert. Mittels der Presse, durch Handzettel und Plakate wurde der öffentliche Vortrag ‚Christenheit oder Christentum — was ist „das Licht der Welt“?‘ sehr gut angekündigt, was bei allen Versammlungen zu Anwesenden-Höchstzahlen führte. Auch führte sie zu einer neuen Verkündigerhöchstzahl.“

Als der Kreisdiener in einer Versammlung auf Besuch weilte, baten fünf Personen, man möchte sie von der Liste der Katholischen Kirche streichen. Der erstaunte Beamte, der einen davon als einen seiner Bekannten erkannte, fragte: „Was ist denn los? Sie sind ja der fünfte in drei Tagen!“ Der Zeuge erwiderte: „Das ist leicht zu verstehen: wir sind jetzt Zeugen Jehovas geworden!“

Die Brüder im Saargebiet waren hochbegeistert, als sie erfuhren, daß sie zum Besuch des Kongresses „Triumphierendes Königreich“ in Nürnberg eingeladen seien. Ein Sonderzug wurde bereitgestellt und sozusagen jeder Verkündiger im Saargebiet bestieg diesen Zug zusammen mit anderen Menschen guten Willens und einigen deutschsprechenden Brüdern aus Frankreich. Es waren vierzehn Wagen außer den zwei Speisewagen in diesem Sonderzug, der 806 Kongreßbesucher aus dem Saargebiet transportierte. Der Zug trug die Aufschrift „JEHOVAS ZEUGEN — SAARBRÜCKEN — NÜRNBERG“. Während dieses großen Kongresses in Nürnberg symbolisierten 52 Brüder aus dem Saargebiet ihre Hingabe an Jehova durch die Wassertaufe.

LUXEMBURG

Einwohner Prediger-Höchstzahl

300 000 1946: 39 1955: 144

Die theokratische Organisation in Luxemburg hat während des vergangenen Dienstjahres gute Fortschritte gemacht. Wir haben nun fünf Versammlungen und auf etwa zweitausend Einwohner je einen Verkündiger. Die Verkündiger arbeiten mit Eifer dem Ziele entgegen, auf je tausend Einwohner einen Verkündiger zu haben. Der Katholischen Kirche in Luxemburg ist es bestimmt gelungen, die Bibel für die Katholiken zu einem unbekannten Buche zu machen. Jehovas Zeugen werden hier ihre Freude daran haben, es unter allen ehrlichgesinnten Leuten dieses Landes zum bestbekannten Buche zu machen.

Von den 144 Verkündigern — der April-Höchstzahl — hatten über hundert das Vorrecht, einen der Kongresse „Triumphierendes Königreich“ der Zeugen Jehovas zu besuchen. Die meisten gingen nach Nürnberg, einige nach London, Paris oder Rom. Welches Erlebnis war doch der Kongreß in Nürnberg für die Luxemburger Brüder! Sehr wenige von ihnen hatten je eine so mächtige Menge gesehen, die mehr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung Luxemburgs ausmachen würde und zur Hauptsache aus Zeugen Jehovas bestand! Die Kongresse „Triumphierendes Königreich“ haben den Brüdern einen dauernden Eindruck hinterlassen und werden zweifellos während des kommenden Dienstjahres Früchte tragen.

Bei der Arbeit von Haus zu Haus fanden die Missionare einen Mann, der sehr verbittert war. Vor dem zweiten Weltkrieg hatte er als Betriebsingenieur in einer wichtigen Eisengießerei einen guten Posten inne, verlor ihn aber nach der deutschen Besetzung, wie auch seinen Besitz und seine Freiheit, weil man ihn der Zusammenarbeit mit den Nazis verdächtigte. Als er im Gefängnis war, erhielt er vom protestantischen Pfarrer eine Bibel und fand beim Lesen darin viel Trost. Indes konnte ihm der Pfarrer zum richtigen Verständnis des Wortes Gottes keine wirkliche Hilfe bieten. Einige Jahre verflossen, und der Mann wurde schließlich aus dem Gefängnis entlassen, und etwas später sprachen die Missionare in seiner Wohnung vor. Er nahm von ihnen einige Broschüren und ein Exemplar der Zeitschrift Erwachet! entgegen. Beim ersten Nachbesuch begrüßte er sie freudig mit den Worten: „Ich habe Ihre Schriften gelesen. Nach diesem habe ich seit langem gesucht.“ Die Missionare hoffen, mit diesem Mann bald ein Studium zu beginnen. Er hat jetzt nur eine Sorge: „Ich habe die Wahrheit gefunden“ — so sagte er —, „werde ich mich aber genügend ändern können, um ein Glied der Neuen-Welt-Gesellschaft zu werden?“

ÖSTERREICH

Einwohner Prediger-Höchstzahl

6 960 000 1945: 421 1955: 4390

Die Mächtigen der Erde denken, die Völker der Erde müßten sich ihnen unterwerfen und ihnen zu Sklaven sein. Für sie alle wird es ein schreckliches Erwachen in der Schlacht von Harmagedon geben, dazu auch für die Sklaven selbst, weil sie sich ihrer Herrschaft unterzogen. Christus Jesus hat allen Menschen die Freiheit verliehen, Jehova Gott mit Geist und Wahrheit anzubeten. Jehovas Zeugen erkennen jetzt, daß das triumphierende Königreich aufgerichtet ist und daß sie unter die Herrschaft des gesalbten Königs Jehovas, Christi Jesu, gekommen sind. In dieser mit Bedrängnis erfüllten Welt, wo die Menschen seufzen und jammern über die schrecklichen Dinge, die geschehen, finden sie Trost. Jehovas Zeugen in Österreich bringen den Menschen jenes Landes viel Trost und bieten ihnen eine wirkliche Hoffnung. Der Bericht über einige Erfahrungen in dieser Hinsicht, der vom Zweigdiener eingesandt wurde, ist interessant; wir entnehmen ihm folgendes:

Ein Versammlungsdiener, der in seiner Heimatstadt ein wohlbekannter Geschäftsmann ist, schrieb uns über einen großen Sieg der Königreichswahrheit über die falsche Wissenschaft.

„Eines Morgens wurde ich telefonisch gebeten, in die Archäologie-Abteilung des Museums zu kommen. Eine Dame in Trauer, die die Führerin durch diese Abteilung war, empfing mich. Sie sagte: ‚Ich habe Sie gebeten, hierher zu kommen, um zu sehen, was Sie von unseren archäologischen Funden halten. Ich hörte gestern Ihren öffentlichen Vortrag, habe auch einige Ihrer Schriften gelesen, und ich bin davon tief beeindruckt, um so mehr, als ich im letzten Krieg meinen Mann und vor einigen Wochen meinen einzigen Sohn verlor. Sie können es mir glauben: ich wünsche nicht mehr zu leben und habe bereits alle Vorkehrungen in dieser Richtung getroffen.

Ich interessiere mich sehr für die Bibel, zerbreche mir aber den Kopf über diese Funde hier, bei denen mindestens 30 000 Jahre in Frage kommen sollen, und ich kann nicht deutlich sehen, was die Wahrheit ist. Viele hervorragende Geistliche sind hier gewesen, die alle erklärten, sie könnten der Schätzung des Alters unserer Funde beipflichten, obwohl es doch nach den Aussagen der Bibel erst seit etwa 6000 Jahren Menschen gibt. Wenn die Geistlichen die Wahrheit sagten, dann lügt die Bibel, und ich würde bei meinem Entschluß bleiben und mich aufhängen.‘

Ich erwiderte: ‚Es wird mich freuen, Ihnen Berichte und Erklärungen hervorragender Wissenschaftler über die Evolutionslehre und die Bibel zu liefern, und ich bin auch bereit, alle diese Funde auf meine Kosten durch den Geigerzähler nachprüfen zu lassen.‘ Nach einigen weiteren Erklärungen und logischen Schlußfolgerungen sagte ich zu ihr: ‚Sollten Sie beweisen können, daß es irgendwelche menschlichen Gebeine gibt, die älter sind als 6000 Jahre, dann will ich mich neben Ihnen aufhängen, denn auch für mich wäre das Leben wertlos, wenn die Bibel gelogen haben sollte.‘

Das machte dieser Frau einen tiefen Eindruck. Nachdem sie mehrere unserer Schriften über dieses Thema gelesen hatte, redete sie mit dem Wissenschaftler, der dieser Abteilung des Museums vorsteht, und stellte ihm Fragen. Er antwortete ihr: ‚Wir selbst wissen nichts; aber wenn wir dies den Leuten sagten, verlören wir alle unseren Verdienst.‘ Danach wohnte sie jeder Versammlung und dem Bibelstudium bei, und einige Wochen später wurde sie durch Untertauchen getauft. Nun ist sie eine eifrige Verkündigerin.“

Es ist ein großer Triumph, wenn sich der Feind mit seinen eigenen Waffen verwundet, besonders wenn Jehovas heiliger Name im Spiele ist. Wie dies geschah, wird von einer Sonderpionierin beschrieben.

„Ich nahm bei Nachbesuchen eine schwache Verkündigerin mit. Wir kamen zu einer protestantischen Frau, die uns sagte, ihr Pfarrer habe erklärt: ‚Jehova ist der Gott der Zeugen Jehovas, doch nicht der Gott der Protestanten, und niemand darf zwei Götter haben.‘ Auf meine Frage, ob sie ein protestantisches Gesangbuch besitze, brachte sie es herbei, und ich zeigte ihr darin die zwei Lieder: ‚Dir, dir Jehovah will ich singen‘ und ‚Jehovah, Jehovah, Jehovah, deinem Namen sei Ehre, Macht und Ruhm!‘ Dies wirkte wie eine Wasserstoffbombe. Sie nannte den Hirten ihrer Seele ‚einen lügenden Teufel‘ und gab mir das Gesangbuch mit der Bitte, es doch allen Protestanten in der Gemeinde zu zeigen. Die Wirkung ist großartig, da in diesen Landgegenden solche Nachrichten mit Windeseile von Haus zu Haus gehen.“

Der Unterschied zwischen dem unglücklichen Zustand der Leute, die beherrscht und von Satans Organisation geistig ernährt werden, und jenen, die Untertanen des triumphierenden Königreiches sind, trat besonders bei den großen Kongressen im Sommer 1955 hervor. Von Österreich begaben sich 2500 Personen mit vier Sonderzügen zum Kongreß nach Nürnberg. Jedermann, jung und alt, kehrte überströmend vor Freude und Dankbarkeit heim. Für die meisten war dies der erste große Kongreß, und sie hatten das Gefühl, als ob diese Tage eines Lebens gemäß der neuen Welt unter Tausenden von Brüdern aus so vielen Nationen und von so vielen Sprachen nur ein Traum gewesen seien.

SCHWEIZ

Einwohner Prediger-Höchstzahl

4 800 000 1945: 1644 1955: 3980

Das kleine Land, die Schweiz, empfand dieses Jahr die volle Schwungkraft der Bewegung der Zeugen Jehovas, als ihrer Tausende durchs Land zogen und einen bleibenden Eindruck hinterließen. Sie bildeten in der Tat eine starke Stütze für jene, die in diesem Lande wirken und regelmäßig die gute Botschaft vom Königreich predigen, und dies wird zweifellos den Verkündigern den Weg öffnen, an ihrem Orte Eingang in neue Familien zu erhalten, um ihnen die frohe Botschaft vom Königreich zu bringen. Der Zweigdiener berichtet uns über einige sehr interessante Erfahrungen, die während des Jahres gemacht wurden.

Als Beispiel der persönlichen Segnungen im vergangenen Jahr denke man an den Bruder, der aus Gewissensgründen ins Gefängnis gehen mußte. Dort traf er einen Mann, der viele, viele Jahre hinter Gefängnismauern zubringen mußte, weil er ein größeres Verbrechen begangen hatte. Dieser Mann nahm die Wahrheit an, und nachstehend folgt ein Teil eines Briefes, den er dem Bruder schrieb, als dieser nach Hause zurückgekehrt war:

„Lieber W..., ich verwende jede freie Stunde zum Studium. Bin jetzt auf Seite 155. Ich meinte, mit G... zu studieren. Wir sind jetzt aber 10 Mann, die am Studium beteiligt sind … Am letzten Besuchstag hatte ich eine Rücksprache mit einigen Zeugen der Gruppe von G. Habe wieder neue Hoffnung und Trost von den Brüdern erhalten, es sind herrliche Menschen, wie sie mir zur Seite stehen. Lieber W..., so herzlich ich Dir die Freiheit gönnen kann, aber ich vermisse Dich hier schwer, es ist stille geworden um mich, ich bin wieder in die Einsamkeit zurückgekehrt in meine Zelle. Der größte Trost für einsame Stunden ist die Bibel und das andere Buch. Jesaja 61:1, 2 sind herrliche Worte, die für mich gut angebracht sind und mir Trost geben. Ich habe sonst noch so viele Stellen gefunden, o hätte ich sie doch früher gewußt, wieviel Leid und Elend wäre mir erspart geblieben! … Hoffentlich werde ich bald die Freiheit erblicken können, nicht wegen mir, sondern Du weißt ja genau, was mein Ziel ist … Das Vertrauen auf den Schöpfer werde ich nie verlieren, im Gebet danke ich ihm jeden Abend, daß er mir meine Sünden, die schwer waren, vergeben hat, und mich zu einem neuen Leben erweckt hat … Grüße alle Geschwister von mir, wenn ich ihnen persönlich unbekannt bin, doch in Jehova sind wir eins.“

Später ergriff der Gefangene eine Gelegenheit, sich als ein Zeichen, daß er sich hingegeben habe, um von nun an Jehovas Willen zu tun, untertauchen zu lassen. So kann man also nie wissen, wieviel Gutes man für sich selbst und für andere wirken kann, wenn man um der Gerechtigkeit willen leidet. Bestimmt war die Zeit des Bruders im Gefängnis nicht vergeudet, denn er war ein Prediger guter Botschaft.

Ein Segen, den Jehova uns als Organisation schenkte, war der Anteil, den wir am weltweiten Zeugnis in Verbindung mit der Verbreitung der Broschüre Christenheit oder Christentum — was ist „das Licht der Welt“? hatten. Ein Geistlicher, der die Broschüre gelesen hatte, schrieb: „Besonders haben mir die Z. J. durch ihren tapferen und unvergeßlichen Widerstand gegen Hitler tiefsten Respekt und Achtung abgenötigt.“ Ein anderer Geistlicher schrieb: „Ich habe sie aufmerksam gelesen und mich über vieles gefreut, das ich darin gefunden habe. Freilich muß ich zu anderem ganz entschieden ‚Nein‘ sagen. Doch hindert mich das nicht, Ihnen für Ihr Wirken Gottes Segen zu wünschen und zu hoffen, daß Sie recht viele Menschen zu Gott und Seinem Sohne Jesus Christus führen mögen.“ In der Regel jedoch waren die Äußerungen der Geistlichen ungünstig und beschimpfend. Besonders unsere Behauptung, heute die einzig wahren Christen zu sein, wurde als pharisäisch und anmaßend gebrandmarkt. Einer von dieser Klasse des „Reichen“ schrieb buchstäblich: „Ich stehe dabei Qualen aus.“

Die großen Ereignisse des Jahres für die Brüder in der Schweiz wie anderswo waren die internationalen Kongresse. Zweitausend deutschsprechende Schweizer Brüder reisten in drei Sonderzügen nach Nürnberg. Für die große Mehrheit war dies der erste Riesenkongreß, dem sie je beigewohnt hatten, und es machte uns allen tiefen Eindruck, die Neue-Welt-Gesellschaft in solch großartigem Umfang in Tätigkeit zu sehen.

Dreitausendsechshundert Brüder von Übersee, die alle ihre Abzeichen trugen, durchzogen in den Sonderzügen der Gesellschaft dieses Land. Sie verbrachten zwei Tage im Lande und gaben durch ihr Benehmen ein vorzügliches Beispiel des Predigens, und dies hatte eine ausgezeichnete Wirkung auf die Bevölkerung. Die Privatquartiere in Bern wurden durch das Verkehrsbüro bezahlt, dessen Sekretär erklärte: „Wir haben nun für mehr als 1200 Betten bezahlt, und es ist außergewöhnlich, daß wir von den Hunderten von Hausfrauen keine einzige Reklamation bekamen, sondern nur Lob für das Benehmen dieser Gäste.“ Viele Hausfrauen drückten sich uns gegenüber persönlich ebenfalls so aus und erwähnten dabei besonders unsere farbigen Schwestern.

Wir sind unseren Brüdern in der Tat dankbar, daß sie bei der Bevölkerung hier einen solch guten Eindruck hinterlassen haben, denn dadurch wird es uns erleichtert, ihnen in Zukunft Zeugnis zu geben. Es war Gottes Geist, der sich gemäß der neuen Welt im Alltagsleben kundtat; dies hat unserem „Vater“ und unserer „Mutter“ Ehre eingelegt, und wir sind stolz, Eure Brüder zu heißen.

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