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Fragen von LesernDer Wachtturm 1967 | 1. September
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wurde zum Statthalter über sie eingesetzt. Er wurde jedoch ermordet, und das ganze Volk verließ danach Juda und ging nach Ägypten. (2. Kö. 25:12, 22-26) So kam es, daß Juda und Jerusalem im siebenten Monat des Jahres 607 v. u. Z. völlig verödet waren. Das „Fasten des siebenten“ Monats, des Monats Tischri, wurde augenscheinlich in trauriger Erinnerung an den Tod Gedaljas oder an die völlige Verödung des Landes durchgeführt.
Wie steht es aber um das „Fasten des zehnten Monats“, das in Sacharja 8:19 außerdem erwähnt wird? Dieses Fasten wurde offensichtlich als Erinnerung an ein Ereignis durchgeführt, das vor den Ereignissen stattfand, die bereits besprochen wurden. Das war am 10. Tag des Monats Tebeth — der vor der Gefangenschaft gebräuchliche Name des zehnten jüdischen Mondmonats des heiligen Kalenders —, an dem König Nebukadnezar seine Belagerung Jerusalems begann. (2. Kö. 25:1; Jer. 39:1; 52:4) Das war im Jahre 609 v. u. Z. Im dritten Jahr dieser Belagerung, das heißt im Jahre 607 v. u. Z., fiel Jerusalem durch die Babylonier. Somit kann der Beginn der erfolgreichen Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezar von den Juden während des ‘Fastens des zehnten Monats’ gekennzeichnet worden sein. Es war allerdings auch im zehnten Monat, in dem Hesekiel und andere Gefangene in Babylon vom Sturz der Stadt hörten. (Hes. 33:21) Dieses Fasten kann mit dem Erhalten der traurigen Nachricht ebenfalls in Verbindung gebracht worden sein.
Die Juden kehrten im Jahre 537 v. u. Z. aus ihrer siebzigjährigen Babylonischen Gefangenschaft zurück. Als daher Sacharja prophezeite (521—519 v. u. Z.), waren sie schon seit einiger Zeit nach Juda und Jerusalem zurückgekehrt. Das sehr wichtige Wiederaufbauwerk des Tempels war damals allerdings zum Stillstand gekommen. Dennoch würde der Tempel vollendet, und Jehova würde die Juden reichlich segnen. Die in Sacharja 8:19 erwähnten vier traurigen Fastenzeiten würden dem „Hause Juda zur Wonne und zur Freude und zu fröhlichen Festzeiten werden“. Durch seinen Propheten Sacharja verhieß Jehova den Juden Erfolg, Gedeihen und Glück. Deshalb sollten sie nicht in der Vergangenheit leben. Sie sollten mit Optimismus und Vertrauen auf Gott in die Zukunft blicken. Durch die prophetische Tätigkeit Haggais und Sacharjas angespornt, nahmen die zurückgekehrten Juden das Tempelaufbauwerk wieder auf, und dieser Mittelpunkt wahrer Anbetung wurde im Jahre 516 v. u. Z. erfolgreich beendet. (Esra 6:14, 15) Gewiß war nun das Trauern, das mit dem Fasten als Erinnerung an den Sturz Jerusalems, an die Verödung Judas und an die Vernichtung des von Salomo erbauten Tempels in Verbindung stand, nicht mehr angebracht. Von da an hatten die Juden Grund zur Freude und zum Frohlocken.
In unserer Zeit, besonders vom Jahre 1917 bis 1919, waren gesalbte Christen traurig. Ihre Befreiung aus Babylon der Großen, dem Weltreich der falschen Religion, geschah jedoch im Jahre 1919, und danach hatten diese in geistiger Hinsicht wiederhergestellten Diener Jehovas keinen Grund, zu trauern und über die Vergangenheit betrübt zu sein. Einige versäumten, in geistiger Hinsicht Fortschritte zu machen, und sahen die Fortschritte nicht im rechten Licht. Das traf auf diese Gesalbten als Klasse jedoch nicht zu. Die Treuen hatten guten Grund, optimistisch, mit Freude und mit Frohlocken in die Zukunft zu blicken. Das haben sie getan, und bis zum heutigen Tag haben sie sich weltweit großen Glücks und des reichen Segens Jehovas beim Fördern der Interessen der wahren Anbetung und beim Verkünden der guten Botschaft von Gottes Königreich erfreut.
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BekanntmachungenDer Wachtturm 1967 | 1. September
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Bekanntmachungen
PREDIGTDIENST
Jehova ist der Gott des Friedens, und sein Sohn Jesus Christus ist der „Friedefürst“ und der „Herr des Friedens“. (Jes. 9:6; 2. Thess. 3:16) Jehova Gott und Jesus Christus behalten diesen Frieden nicht für sich. Sie lassen ihre treuen und gehorsamen Diener daran teilhaben. Wir lesen: „Jehova wird sein Volk segnen mit Frieden.“ (Ps. 29:11) Dieser Friede ist einzigartig; er beruht auf Grundsätzen und hängt nicht von der äußeren Umgebung ab. Jehovas Diener, seine Zeugen, bemühen sich deshalb, diesen Frieden zu bewahren. Nicht nur das, sie ahmen auch Jehova Gott und Jesus Christus nach, indem sie sich selbstlos bemühen, anderen zu helfen, diesen Frieden ebenfalls zu genießen. Sie gehen von Haus zu Haus und verkündigen die „gute Botschaft des Friedens“ und suchen die Menschen, die Freunde des Friedens sind. Im September bieten sie solchen Menschen das Buch „Dinge, in denen es unmöglich ist, daß Gott lügt“, ein Hilfsmittel zum Bibelstudium und eine lehrreiche Broschüre gegen einen Beitrag von 2,50 DM (Österreich öS 15; Schweiz 2.50 sfr; Luxemburg 25 lfrs) an.
„WACHTTURM“-STUDIEN FÜR DIE WOCHE VOM
17. September: Gott leitet sein Volk liebevoll dem Leben entgegen. Seite 521. Lieder: Nr. 40, 17.
24. September: Mit Jehovas Organisation vorangehen. Seite 527. Lieder: Nr. 8, 88.
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