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Der eine wahre Tempel für die AnbetungDer Wachtturm 1973 | 1. März
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Der eine wahre Tempel für die Anbetung
„Und das Tempelheiligtum Gottes, das im Himmel ist, wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempelheiligtum gesehen.“ — Offb. 11:19.
1. Wie werden heute Meldungen über das Weltgeschehen verbreitet?
HEUTE ist die Flut von Nachrichten aus aller Welt so groß, daß der gewöhnliche Sterbliche damit gar nicht mehr Schritt halten kann. Ihre Vielfalt wirkt direkt verwirrend. Meldungen über das Weltgeschehen werden von allen Nachrichtenmedien verbreitet: von Zeitschriften, Zeitungen, durch Fernschreiber, Telefon, Rundfunk und Fernsehen.
2. Welche Nachricht, die unsere größte Aufmerksamkeit verdient, wird von diesen modernen Kommunikationsmitteln im allgemeinen außer acht gelassen?
2 Es gibt jedoch eine höchst wichtige Nachricht, die von diesen Kommunikationsmitteln im allgemeinen außer acht gelassen wird. Diese Nachricht verdient unsere größte Aufmerksamkeit. Sie hat ihren Platz in der Reihe von Ereignissen, die sich seit dem denkwürdigen Jahr 1914 u. Z. in unserem Zeitalter internationaler Kriege und ständiger Regierungswechsel vor der Menschheit abgespielt haben. Diese ungewöhnliche Nachricht war schon im voraus für das zwanzigste Jahrhundert der Menschheitsgeschichte vorgesehen. In einem im voraus geschriebenen inspirierten Geschichtsbericht, das heißt in einer göttlichen Prophezeiung, wurde sie für uns vor nahezu neunzehnhundert Jahren vorausgesagt und ausführlich aufgezeichnet. Wenn wir diesen prophetischen Bericht lesen, können wir den Zusammenhang zwischen dieser Nachricht und dem erkennen, was in den Angelegenheiten der Welt vor sich gegangen ist.
3. Wo finden wir diese Nachricht, und was besagt sie?
3 Diese Nachricht finden wir im letzten Buch der Bibel, das Offenbarung oder Apokalypse genannt wird, in Kapitel elf, Vers fünfzehn bis neunzehn. Dort heißt es: „Und der siebente Engel blies seine Trompete. Und es geschahen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: ,Das Königreich der Welt ist das Königreich unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird als König regieren für immer und ewig.‘ Und die vierundzwanzig älteren Personen [oder Ältesten], die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: ,Wir danken dir, Jehova Gott, du Allmächtiger, der ist und der war, weil du deine große Macht an dich genommen und als König zu regieren begonnen hast. Aber die Nationen wurden zornig, und dein eigener Zorn kam und die bestimmte Zeit für die Toten, gerichtet zu werden, und den Lohn zu geben deinen Sklaven, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und die zu verderben, die die Erde verderben.‘ Und das Tempelheiligtum Gottes, das im Himmel ist, wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempelheiligtum gesehen. Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.“
4. (a) Was ist in Verbindung mit dieser Nachricht über das „Königreich der Welt“ zu sagen? (b) Was stellt die Gegenwart der „Lade seines Bundes“ im Tempelheiligtum dar?
4 Welcher Kommentar über diese prophetische Nachricht verdient es, heute geäußert zu werden? Folgender: Ungeachtet des Kampfes, der seit dem Jahre 1914 zwischen dem demokratischen Nationenblock und dem totalitären Nationenblock zur Beherrschung der Menschenwelt vor sich geht, hat der ewig lebende Gott, Jehova, der Allmächtige, in jenem Jahr seine große Macht an sich genommen und als König zu regieren begonnen. In jenem Jahr ist „das Königreich der Welt ... das Königreich unseres Herrn [Gottes] und seines Christus geworden“, das heißt das Reich Jesu Christi, des Sohnes Gottes. Jehova Gott, der Allmächtige, ist als der gegenwärtige Inhaber des „Königreiches der Welt“ zu seinem Tempelheiligtum gekommen. Seine Gegenwart an dieser heiligen Stätte wurde durch die heilige Truhe, „die Lade seines Bundes“ genannt, versinnbildlicht. Die genaue Größe und Form dieser „Lade“ werden uns von dem christlichen Apostel Johannes, der sie sah, nicht beschrieben; aber sie stellte die Gegenwart Gottes, des Herrn, dar, den zu sehen und in menschlicher Sprache völlig zu beschreiben uns nicht möglich ist. Diese symbolische „Lade“ ist die Lade des „neuen Bundes“, den Gott mit Menschen schloß und der seit dem Jahre 33 u. Z. wirksam ist.
5. Was ist gemäß geschichtlichen Aufzeichnungen ein Tempel, und in welchem Tempel müssen alle Nationen Gott anbeten, um endloses Leben zu erlangen?
5 Geschichtliche Aufzeichnungen zeigen, daß ein Tempel ein Bau oder ein Ort ist, der dem Dienst und der Anbetung einer oder mehrerer Gottheiten geweiht ist. Die symbolische „Lade seines Bundes“ befindet sich im Tempelheiligtum Jehovas, des allmächtigen Gottes. Zu diesem göttlichen Tempel müssen alle Nationen noch kommen, um Gott vereint anzubeten, was allerdings voraussetzt, daß die Angehörigen der Nationen durch die verheißene Auferstehung der Gerechten und der Ungerechten aus den Toten zurückgebracht werden. (Offb. 11:18; Apg. 24:15) Das ist der einzige Weg, auf dem die Menschen aller Nationen endloses Leben auf unserer Erde erlangen können, die zur bestimmten Zeit in ein erdenweites Paradies verwandelt werden wird. Sie müssen alle den anerkennen, den anbeten und dem dienen, der „das Königreich der Welt“ innehat und als König in seinem Tempelheiligtum für immer und ewig regieren wird. — Offb. 11:15.
6, 7. Welche Frage erhebt sich, wenn man bedenkt, daß die Bewohner des Paradieses Gott in diesem Tempel anbeten sollen, und was sagte Salomo darüber, ob Gott in einem Tempelgebäude wohnt?
6 Da diese Anbetung auf einer paradiesischen Erde erfolgt, erhebt sich die Frage, ob dies bedeutet, daß die Menschen der Nationen nicht in den Himmel kommen. Wenn ja, wie können sie denn zu Gottes Tempel gelangen, da in Offenbarung 11:19 davon als von dem „Tempelheiligtum Gottes, das im Himmel ist“, gesprochen wird? Diese Frage ist angebracht. Nehmen wir aber etwa an, Gottes Tempelheiligtum sei ein Bau oder ein Gebäude in den unsichtbaren Himmeln und habe Mauern und einen Eingang? Wir wollen uns in Erinnerung rufen, was ein hervorragender Tempelerbauer des elften Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung sagte, als er den Tempel einweihte. Es war der weise König Salomo, der den ersten Tempel seiner Art auf dem Berg Moria in Jerusalem baute. Salomo sprach zu Gott:
7 „Wird Gott aber wahrhaftig auf der Erde wohnen? Siehe! Die Himmel, ja die Himmel der Himmel selbst, können dich nicht fassen, wieviel weniger dann dieses Haus, das ich gebaut habe!“ — 1. Kö. 8:27.
8. Wo befand sich die „Lade des Bundes“, was stellte sie dar, und was stellte somit das Allerheiligste des Tempels dar?
8 In dem Tempelheiligtum, das König Salomo gebaut hatte, wurde der innerste Raum das Allerheiligste genannt, und es war ein vollkommener Würfel, zwanzig Ellen lang, breit und hoch. Es war groß genug, so daß die irdische, buchstäbliche „Lade des Bundes Jehovas“ darin Platz hatte, die die zwei steinernen Tafeln enthielt, auf denen der Finger Gottes die Zehn Gebote geschrieben hatte. (1. Kö. 6:19, 20; 8:6-9; 2. Mose 34:1, 27, 28; 40:20) Aber dieser innerste Raum oder das Allerheiligste des Tempels war nicht so groß, daß Jehova Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, darin hätte gegenwärtig sein können. Die Lade des Bundes war der heilige Gegenstand, gegen den Gottes Hoherpriester am jährlichen Sühnetag das Blut der sündensühnenden Schlachtopfer sprengte. Aus diesem Grund stellte die Lade den himmlischen Thron Jehovas dar. In Übereinstimmung mit dieser Tatsache veranschaulichte das Allerheiligste des Tempels, in dem die Lade aufgestellt war, den Teil der grenzenlosen Himmel, wo Gott seinen heiligen Wohnsitz hat. Diese Stätte ist für ihn groß genug.
DAS „ZELT“ ODER DIE „STIFTSHÜTTE“
9. Nach welchem Muster wurde der Tempel Salomos errichtet, und wer betrat die Abteile dieses Zeltes?
9 Das Tempelheiligtum, dessen Erbauer König Salomo war, wurde nach dem Muster des heiligen Zeltes oder der Stiftshütte gemacht, die der Prophet Moses in der Wildnis des Berges Sinai in Arabien erstellt hatte. Dieses Zelt hatte zwei Abteile, die durch einen inneren Vorhang voneinander getrennt waren. Das erste Abteil, das die Priester betraten, indem sie durch den äußeren Vorhang gingen, der dem Vorhof gegenüber war, wurde das Heilige genannt. Das innerste Abteil, das der Hohepriester betrat, indem er durch den inneren Vorhang ging, wurde das Allerheiligste genannt. Wenn der Hohepriester das Allerheiligste betrat, so nahm er ein Räuchergefäß oder Räucherfaß mit, um das Allerheiligste mit dem Rauch von Räucherwerk zu erfüllen. Das wurde getan, um die Situation für den Hohenpriester vorzubereiten, wenn er das Blut der Sühnetagsopfer gegen die goldene Lade des Bundes sprengte. Der christliche Apostel Paulus beschreibt dies in Hebräer 9:2-10 wie folgt:
10. Was befand sich alles gemäß Hebräer 9:2-10 in diesen Abteilen, und wer betrat sie, und wann?
10 „Es wurde ein erstes Zeltabteil errichtet, in dem der Leuchter war und auch der Tisch und die Schaustellung der Brote; und es wird ,das Heilige‘ genannt. Aber hinter dem zweiten Vorhang war das Zeltabteil, ,das Allerheiligste‘ genannt. Dieses hatte ein goldenes Räucherfaß und die ringsum mit Gold überzogene Bundeslade, in der sich der goldene Krug mit dem Manna befand und der Stab Aarons [des Hohenpriesters], der gesproßt hatte, und die Tafeln des Bundes; doch darüber waren die herrlichen Cherube, den Sühnedeckel überschattend. Aber jetzt ist nicht die Zeit, von diesen Dingen im einzelnen zu reden. Nachdem diese Dinge so errichtet worden sind, treten die Priester allezeit in das erste Zeltabteil, um die heiligen Diensthandlungen zu verrichten; in das zweite Abteil jedoch tritt der Hohepriester allein einmal im Jahr, nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die unwissentlichen Sünden des Volkes darbringt. So zeigt der heilige Geist deutlich an, daß der Weg in das Heilige noch nicht kundgemacht worden war, solange das erste Zelt stand. Eben dieses Zelt ist ein Sinnbild für die bestimmte Zeit, die jetzt da ist, ... der bestimmten Zeit der Richtigstellung der Dinge.“
11. War jenes „Zelt“, ein Sinnbild von etwas Vergangenem oder von etwas Zukünftigem?
11 Aus den Angaben des Schreibers entnehmen wir, daß das heilige Zelt, das der Prophet Moses errichtete, ein „Sinnbild für die bestimmte Zeit, die jetzt da ist“, war. Die „Zeit, die jetzt da ist“, nämlich die Zeit dessen, der das schrieb, war ungefähr das Jahr 61 u. Z. oder neun Jahre vor dem Jahre 70 u. Z., in dem der Tempel in Jerusalem von den römischen Heeren zerstört wurde. Das war außerdem achtundzwanzig Jahre nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi und seiner Himmelfahrt. Somit war das von Moses errichtete Zelt ein „Sinnbild“ von etwas Zukünftigem und nicht von etwas, was vor den Tagen des Propheten Moses bestanden hatte. In den Tagen des Hohenpriesters Eli wurde dieses sinnbildliche „Zelt“ ein „Tempel“ genannt. (1. Sam. 1:9; 3:3; man beachte auch 2. Samuel 22:7; Psalm 18:6; 27:4.) Somit war das Zelt oder der von Moses errichtete Tempel nicht ein Sinnbild eines Tempels, der vor der Zeit Mose existiert hätte.
12. Haben treue Zeugen Jehovas vor der Zeit Mose auf Erden Tempel gebaut, und hatte Jehova selbst damals einen Tempel im Himmel?
12 Wenn wir in die Zeit vor Moses zurückblicken, finden wir keine Aufzeichnung über einen Tempel, der von irgendeinem treuen Anbeter Jehovas auf der Erde erbaut worden wäre, nicht einmal von Melchisedek, dem „König von Salem“ und Priester Gottes, des Höchsten“. (Hebr. 7:1; 1. Mose 14:18-20) Obwohl treue Zeugen Jehovas wie Abel, Noah, Abraham, Isaak, Jakob und Hiob Gott Schlachtopfer darbrachten, bauten sie ihm doch keinen Tempel. Hatte Jehova Gott denn damals einen Tempel im Himmel, obwohl er keinen materiellen Tempel auf Erden hatte? Nein! Das heißt keinen, der dem entsprochen hätte, der durch das von Moses errichtete Zelt und durch den von König Salomo erbauten Tempel versinnbildlicht wurde.
13. Warum war am Ende des sechsten Tages der schöpferischen Tätigkeit Gottes kein Tempel notwendig, und was ist mit dem in prophetischen Schriften erwähnten Tempel Jehovas gemeint?
13 Zu der Zeit, als Adam und Eva im Garten Eden von Jehova Gott als vollkommene Menschen erschaffen worden waren, war ein solcher Tempel im Himmel nicht nötig. Warum nicht? Weil es zu jener Zeit, nach der Erschaffung des vollkommenen Menschenpaares am Ende des sechsten Schöpfungstages — als ‘Gott sah, daß alles, was er gemacht hatte, sehr gut war’ —, in der ganzen Schöpfung, sowohl im Himmel als auch auf Erden, keine Sünde gab. Es bestand keine Notwendigkeit für Gott, einen Hohenpriester zu haben, der sündensühnende Schlachtopfer darbrachte, noch war ein Altar in einen Tempelvorhof notwendig, auf dem man ein Sündopfer hätte darbringen müssen. (1. Mose 1:26-31; 2:7-24) Äußerungen über einen Tempel, wie wir sie zum Beispiel in Psalm 11:4, Micha 1:2 und Habakuk 2:20 finden, waren prophetisch und wurden niedergeschrieben, nachdem Moses den Zelt-Tempel errichtet und nachdem Salomo den Tempel in Jerusalem gebaut hatte. Diese Bauten veranschaulichten oder versinnbildlichten einen geistigen Tempel, der noch ins Dasein kommen sollte.
14. Warum fragen wir, ob der wirkliche Tempel Jehovas am Pfingstfesttag des Jahres 33 u. Z. ins Dasein gekommen ist?
14 Wann kam also der wirkliche Tempel der durch das von Moses errichtete Zelt und durch den von Salomo erbauten Tempel versinnbildlicht wurde, ins Dasein? War es am Pfingstfesttag des Jahres 33 u. Z., als die Christenversammlung oder die christliche Kirche gegründet wurde? Wir stellen diese Frage, weil der Apostel Paulus an die damalige Christenversammlung schrieb: „Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und daß der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes vernichtet, wird Gott ihn vernichten; denn der Tempel Gottes ist heilig, welcher Tempel ihr seid.“ (1. Kor. 3:16, 17) Aus diesen Worten könnte geschlossen werden, daß das von Moses errichtete Zelt und der von König Salomo sowie der von Statthalter Serubbabel und König Herodes dem Großen erbaute Tempel in Jerusalem die Christenversammlung als einen sinnbildlichen Tempel veranschaulichten oder darstellten. Stimmt dies aber? Welche Antwort gibt Paulus selbst auf diese Frage?
15. Was wird in Hebräer 9:11, 12 über Jesus Christus als Hohenpriester gesagt?
15 Kehren wir nun zu Hebräer, Kapitel neun zurück, wo wir stehengeblieben sind, und lesen wir die erläuternden Worte des Apostels Paulus: „Als jedoch Christus als Hoherpriester der guten Dinge kam, die sich eingestellt haben, durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, begab er sich, nein, nicht mit dem Blut von Ziegenböcken und von jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heilige und erlangte eine ewige Befreiung für uns.“ — Hebr. 9:11, 12.
16. Begab sich Jesus Christus am jüdischen Sühnetag mit seinem eigenen Blut in das Allerheiligste des Tempels in Jerusalem oder zur Christenversammlung als Tempel?
16 Jesus Christus starb nicht am jüdischen Sühnetag (10. Tischri) eines Opfertodes und begab sich nicht mit seinem eigenen Blut in das Allerheiligste des Tempels des Herodes in Jerusalem. Das hätte er keinesfalls tun können. Er war kein levitischer Hoherpriester. Kaiphas war damals der jüdische Hohepriester, und er ging am Sühnetag mit dem Blut eines jungen Stieres und eines Ziegenbockes in das Allerheiligste des Tempels in Jerusalem, nicht Jesus Christus. An welche „heilige Stätte“ begab sich denn Jesus Christus mit seinem eigenen Blut? Nicht zur Christenversammlung auf Erden, denn diese war am Auferstehungstag und auch am Tag der Himmelfahrt Jesu, zehn Tage vor Pfingsten des Jahres 33 u. Z., noch nicht gegründet. Was war also die „heilige Stätte“, an die sich Jesus Christus vor dem Pfingsttag begab? Wiederum schlagen wir Hebräer, Kapitel neun auf und lassen uns von Paulus die Antwort geben:
17. Wohin begab sich Jesus Christus als Hoherpriester gemäß Hebräer 9:23, 24?
17 Er sagt: „Deshalb war es notwendig, daß die sinnbildlichen Darstellungen der Dinge in den Himmeln durch diese Mittel gereinigt würden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Schlachtopfer als diese. Denn Christus begab sich nicht an eine mit Händen gemachte heilige Stätte, die ein Abbild der Wirklichkeit ist, sondern in den Himmel selbst, um nun vor der Person Gottes für uns zu erscheinen.“ — Hebr. 9:23, 24.
DER WIRKLICHE TEMPEL KOMMT INS DASEIN
18, 19. (a) Wie wohnt Gott in dem wirklichen Allerheiligsten, in das sich Jesus Christus begab? (b) Welche Schranke mußte Jesus Christus überschreiten, um sich dahin zu begeben, und wie wurde dies nach Hebräer 6:18-20 veranschaulicht?
18 Paulus sei Dank, denn wir freuen uns, zu erfahren, daß die heilige Stätte, an die sich der auferstandene Jesus Christus mit dem Wert seines eigenen Opferblutes begab, keine heilige Stätte auf Erden war, wo sich damals seine wenigen Jünger aufhielten, sondern der „Himmel selbst“, wo die „Person Gottes“ ist, wo Gott persönlich und nicht nur durch Geist wohnt! Diese wirkliche „heilige Stätte“, der „Himmel selbst“, war jedoch nicht alles, was zu dem wirklichen Tempel gehörte. Warum nicht? Weil das Allerheiligste des irdischen Zeltes und der mit Händen gemachten Tempel, wo Gott durch seinen Geist wohnte, nicht alles war, was zu diesen heiligen Bauten gehörte. Das Allerheiligste war nur der innerste Raum dieser irdischen Bauten, und es war vom ersten Abteil durch einen Vorhang getrennt. (Matth. 27:50, 51) Dieser innere Vorhang versinnbildlichte die fleischliche Schranke, die Jesus überschreiten mußte, um in das himmlische Allerheiligste zu gelangen: seinen Fleischesleib, seine menschliche Natur. Paulus schreibt über seine Hoffnung:
19 „Wir, die wir an den Zufluchtsort geflohen sind, [haben] eine starke Ermunterung ..., die uns vorgesetzte Hoffnung zu ergreifen. Diese Hoffnung haben wir als einen Anker für die Seele, der sowohl sicher als auch fest ist und hineinreicht in das Innere, hinter den Vorhang, wohin unsertwegen ein Vorläufer gegangen ist, Jesus, der für immer Hoherpriester nach der Weise Melchisedeks geworden ist.“ — Hebr. 6:18-20.
20. Wodurch wurde das Heilige des Zeltes vom Vorhof getrennt, und welcher kupferne Gegenstand befand sich dort im Vorhof?
20 Wir erinnern uns, daß das erste Abteil des Zeltes oder der Stiftshütte das Heilige genannt wurde und daß es durch einen Vorhang oder Abschirmungsbehang vom Vorhof außerhalb des Tempelheiligtums getrennt war. In diesem Vorhof und vor dem Tempelheiligtum (oder östlich davon) stand ein großer kupferner Altar.
21. Von welchem Altar durften die jüdischen Priester nicht essen, und mit wessen Opfer hat dieser Altar zu tun?
21 Wie das Tempelheiligtum selbst, so war auch dieser Altar ein Sinnbild. Der Apostel Paulus zeigt dies, indem er auf den Unterschied zwischen den jüdischen Priestern und den getauften Jüngern Christi mit den Worten hinweist: „Wir haben einen Altar, von dem zu essen die, welche im Zelt heiligen Dienst verrichten, keine Befugnis haben. Denn die Leiber jener Tiere, deren Blut vom Hohenpriester für die Sünde in das Heilige getragen wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt. Deshalb hat auch Jesus, damit er mit seinem eigenen Blut das Volk heilige, außerhalb des Tores [nämlich außerhalb des Tores Jerusalems] gelitten.“ (Hebr. 13:10-12) Der christliche Altar hat daher mit Jesu menschlichem Opfer zu tun. Doch was ist dieser gegenbildliche Altar? Und was ist das Gegenbild des ersten Abteils oder des Heiligen des irdischen Zeltes oder Tempels? Wir wollen dies anhand der Bibel ermitteln.
22. (a) Was wurde durch den inneren Vorhang des Tempels versinnbildlicht, und wie begab sich Jesus hinter diesen Vorhang? (b) Was stellte daher alles, was sich außerhalb dieses Vorhangs oder östlich davon befand, dar?
22 Der innere Vorhang zwischen dem Allerheiligsten und dem Heiligen des Tempels stellt etwas Trennendes dar. Er veranschaulicht die fleischliche Schranke, die Jesus Christus überschreiten mußte, indem er sein vollkommenes menschliches Fleisch als Opfer niederlegte und es so für immer aufgab. Da nun das Allerheiligste innerhalb des inneren Vorhangs den „Himmel selbst“ veranschaulicht, wo Gott nicht durch Geist, sondern persönlich wohnt, würde alles außerhalb dieses Vorhangs (oder östlich davon) etwas darstellen, was sich nicht in den unsichtbaren Himmeln, sondern hier unten auf der Erde befindet. Es hätte mit dem Fleisch derer zu tun, die Jehova Gott hier auf der Erde anbeten. Die obige Regel trifft daher auch auf den kupfernen Altar zu. In den Tempeln des Salomo und Herodes stand der Altar im inneren Vorhof oder im Vorhof der Priester, wo der Hohepriester und seine Unterpriester ihre Opferpflichten erfüllten. Was versinnbildlichte dieser Altar?
DER GEGENBILDLICHE ALTAR
23, 24. (a) Was sagte Jesus „bei seinem Eintritt in die Welt“ über Gottes Einstellung zu Schlachtopfern, und warum? (b) Was wurde also beseitigt, und wodurch sind Christen mittels des Opfers Christi geheiligt worden?
23 Dies wird uns in Hebräer, Kapitel zehn vom Apostel Paulus erklärt. Nachdem er beschrieben hat, wie Jesus Christus als Gottes Hoherpriester in den Himmel selbst ging, um mit dem Wert seines eigenen Blutes vor der Person Gottes für uns zu erscheinen, sagt er weiter:
24 „Denn da das ,Gesetz‘ einen Schatten der künftigen guten Dinge, nicht aber das Wesen der Dinge selbst hat, können die Menschen niemals mit den gleichen Schlachtopfern, die sie fortgesetzt Jahr für Jahr darbringen, die Hinzutretenden vollkommen machen. ... denn es ist unmöglich, daß das Blut von Stieren und von Ziegenböcken Sünden wegnehme. Daher sagt er bei seinem Eintritt in die Welt: ‚„Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt, aber einen Leib hast du mir bereitet. Du hast kein Wohlgefallen an Ganzbrandopfern und Sündopfern gehabt.“ Da sprach ich: „Siehe! Ich bin gekommen (in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun.“‘ Nachdem er zuerst sagte: ,Schlachtopfer und Opfergaben und Ganzbrandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt noch Wohlgefallen daran gehabt‘ — Schlachtopfer, die gemäß dem ,Gesetz‘ dargebracht werden —, sagt er darauf wirklich: ,Siehe! Ich bin gekommen, um deinen Willen zu tun.‘ Er beseitigt das erste, auf daß er das zweite aufrichte. Durch den besagten ,Willen‘ sind wir durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt worden.“ — Hebr. 10:1-10.
25. Was ist also unter dem Altar zu verstehen, zu dem Jesus kam, um sich als ein Schlachtopfer darzustellen?
25 Daraus geht hervor, daß das, was im Gegenbild dem kupfernen Altar im Tempelvorhof entspricht, Gottes „Wille“ ist, seine Bereitwilligkeit, ein vollkommenes menschliches Schlachtopfer anzunehmen, für das er Vorbereitung getroffen hatte, wobei dieser „Wille“ Gottes durch das vorausgesagt wurde, was in der Rolle des Buches geschrieben stand. (Ps. 40:6-8) Gott war nicht willens gewesen, das unvollkommene menschliche Opfer Isaaks, des Sohnes Abrahams, anzunehmen, aber er war willens, das vollkommene menschliche Opfer seines einziggezeugten Sohnes, Jesus Christus, anzunehmen. Er wollte nicht und hieß es auch nicht gut, daß ihm in alle Ewigkeit am jährlichen Sühnetag Tieropfer dargebracht würden, sondern seinem Willen und Vorhaben entsprach ein vollkommenes menschliches Opfer, das menschliche Sünden sühnen, ja das wirklich ‘Sünden wegnehmen’ würde. Jesus Christus kam, um Gottes Willen zu tun, und der Wille Gottes bildete die Grundlage oder gleichsam den Altar, auf dem die Darstellung des vollkommenen Jesus als menschliches Schlachtopfer angenommen wurde und auf dem sein hierfür zubereiteter vollkommener menschlicher Leib geopfert wurde. Dieses vollkommene menschliche Opfer auf dem Altar des „Willens“ Gottes bewirkte, daß die Jünger Christi geheiligt wurden. Darum fügte Paulus hinzu: „Durch den besagten ,Willen‘ sind wir durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt worden.“ — Hebr. 10:10.
26. Warum haben die jüdischen Priester keine Befugnis, von dem „Altar“ zu essen, von dem die christlichen Unterpriester essen?
26 Deshalb sagte Paulus später auch: „Wir haben einen Altar, von dem zu essen die, welche im Zelt heiligen Dienst verrichten, keine Befugnis haben. ... Deshalb hat auch Jesus, damit er mit seinem eigenen Blut das Volk heilige, außerhalb des Tores gelitten.“ (Hebr. 13:10-12) Mit anderen Worten wollte Paulus damit sagen: Wir Christen, die wir geistige Unterpriester sind, haben ein sündensühnendes Opfer auf dem Altar des „Willens“ Gottes, von dem zu essen die Priester, die im Tempel des Herodes in Jerusalem dienen, keine Befugnis haben, weil sie nicht an Jehovas wahren Hohenpriester, Jesus Christus, den Mittler des neuen Bundes Jehovas, glauben.
27. Wann stellte sich Jesus als Schlachtopfer dar, welche Grundlage für die Darbringung von Opfern kam damals ins Dasein, und welcher gegenbildliche „Tag“ begann damals?
27 Wann kam Jesus als ein vollkommener Mensch, um sich als Schlachtopfer auf dem Altar des „Willens“ Gottes darzustellen, wie es in der Rolle des Buches vorgeschrieben war? Dies geschah im Jahre 29 u. Z., als er sich Johannes dem Täufer darstellte, um im Jordan untergetaucht zu werden. Daß Jehova Gott Jesu Selbstopferung annahm, steht fest, denn nach Jesu Wassertaufe goß Jehova seinen heiligen Geist auf ihn aus und machte ihn so zum Christus oder Gesalbten. Dann sagte er hörbar vom Himmel her: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ (Matth. 3:13-17; Joh. 1:29-34) Das war somit der Zeitpunkt, zu dem Gottes gegenbildlicher „Altar“ ins Dasein kam, und es befand sich ein annehmbares Sündopfer darauf. Von da an hielt sich Jesus Christus im gegenbildlichen priesterlichen Vorhof auf und überwachte die Darbringung seines menschlichen Schlachtopfers bis zum Tode. Der große gegenbildliche Sühnetag hatte begonnen, und Jesus Christus diente als Gottes Hoherpriester an Gottes wahrem, geistigem „Altar“ auf ähnliche Weise, wie der aaronische Hohepriester am jährlichen Sühnetag, dem 10. Tischri, im Tempel von Jerusalem diente. — Hebr. 8:1-6.
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Das Versammeln aller Nationen zur Anbetung in dem einen TempelDer Wachtturm 1973 | 1. März
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Das Versammeln aller Nationen zur Anbetung in dem einen Tempel
1. Wie machte Jehova Jesus zu einem geistigen Priester, und welches geistige Heiligtum nahm damals Gestalt an?
JETZT nahm das mit der Stiftshütte vergleichbare große geistige Heiligtum Jehovas Gestalt an. Wie denn? Indem nun das gegenbildliche „Heilige“ des geistigen Tempels Gottes ins Dasein kam. Das geschah dadurch, daß Gott seinen heiligen Geist auf Jesus ausgoß und ihn zu einem geistigen Priester machte. Er zeugte Jesus mit seinem Geist, um ihn zu einem geistigen Sohn Gottes zu machen, und bekleidete ihn mit der Ehre eines Priestertums, das höher war als das des irdischen jüdischen Hohenpriesters der Familie Aarons.
2. In welchen Zustand gelangte Jesus auf diese Weise, und in welches Abteil des geistigen Tempels Jehovas konnte er hineingehen, um dort was zu tun?
2 Darum schreibt Paulus: „Auch nimmt niemand diese Ehre von sich aus, sondern nur, wenn er von Gott berufen ist, so, wie auch Aaron war. So hat sich der Christus ebenfalls nicht selbst dadurch verherrlicht, daß er ein Hoherpriester wurde, sondern ist von dem verherrlicht worden, der mit Bezug auf ihn sprach: ,Du bist mein Sohn, ich, ich bin heute dein Vater geworden.‘ So, wie er auch an anderer Stelle sagt: ,Du bist Priester für immer nach der Weise Melchisedeks.‘“ (Hebr. 5:4-6) Auf diese Weise gelangte Jesus in einen Zustand, in dem er, obwohl noch im Fleische, geistgezeugt war. In diesem Zustand konnte er in das gegenbildliche „Heilige“ des geistigen Tempels Jehovas hineingehen und konnte in diesem „Heiligen“ Gott Gebete, Lobpreis und Dienst darbringen, was dem Darbringen von Räucherwerk gleichkam.
3. (a) Welches andere Abteil des geistigen Tempels Jehovas nahm nun ebenfalls Gestalt an, und welche besonderen Merkmale wies es auf? (b) Von wann an war also Jehovas geistiger Tempel in Tätigkeit?
3 Jetzt nahm auch das Allerheiligste des geistigen Tempels Gottes Gestalt an, das heißt der bestimmte Bereich des Himmels, wo Jehova Gott persönlich über den himmlischen Cheruben thront wie über einem Gnadenstuhl oder „Sühnedeckel“. (Ps. 80:1; 4. Mose 7:89; Hebr. 9:4, 5) In diesem himmlischen Bereich, der nun die besonderen Merkmale des als Allerheiligstes oder innerster Raum bezeichneten Abteils aufweist, thront Jehova wie über dem Sühnedeckel der Lade des neuen Bundes, bereit und willens, sich auf dem Höhepunkt des großen gegenbildlichen Sühnetages durch ein befriedigendes Sündopfer, durch das vollkommene menschliche Opfer seines Hohenpriesters Jesus Christus, versöhnen oder besänftigen zu lassen. (3. Mose 16:1-34) So war nun der große gegenbildliche geistige Tempel Jehovas mit seinem Allerheiligsten, seinem Heiligen, seinem Vorhof und dessen Opferaltar ins Dasein gekommen. Von der im Jahre 29 u. Z. erfolgten Taufe Jesu im Jordan an war Jehovas wirklicher Tempel in Tätigkeit, und es standen der ganzen Menschheit Segnungen bevor.
4. (a) Wann brachte Jehova Jesus Christus hinter den „Vorhang“ in das wirkliche Allerheiligste, und wie? (b) Wann endete der gegenbildliche Sühnetag, und wie?
4 Das einzige nun, was Jesus Christus, den Hohenpriester, vom wahren Allerheiligsten Jehovas trennte, war der symbolische „Vorhang“, die Schranke des fleischlichen Organismus. ‘Fleisch und Blut können Gottes Königreich nicht ererben.’ (1. Kor. 15:50) Aus diesem Grund brachte Jesus Christus sein vollkommenes menschliches Opfer auf Gottes „Altar“ vollends dar, indem er als ein unschuldiges Opferlamm am Passahtag, dem 14. Nisan, des Jahres 33 u. Z. starb. Aber am dritten Tag, nachdem Jesus gestorben war, nämlich am 16. Nisan, brachte der allmächtige Gott seinen Hohenpriester Jesus Christus hinter diesen „Vorhang“, indem er ihn von den Toten auferweckte, und zwar nicht als einen Hohenpriester von Fleisch und Blut, sondern als einen Hohenpriester im Geiste, der an der „göttlichen Natur“ teilhatte und mit Unsterblichkeit bekleidet war. (1. Petr. 3:18; 1. Kor. 15:42-54; 2. Petr. 1:4) Der auferstandene Jesus Christus befand sich nun hinter dem Tempel„vorhang“, der fleischlichen Schranke, und so konnte er am vierzigsten Tag, von seiner Auferstehung an gerechnet, in den Himmel selbst aufsteigen und mit dem kostbaren Wert seines sündensühnenden Blutes vor der Person Gottes erscheinen, um es zugunsten der ganzen Menschheit vor Gottes Sühnethron darzubringen. Mit dieser Darbringung endete der große gegenbildliche Sühnetag.
DIE VERSAMMLUNG DER GEISTIGEN UNTERPRIESTER
5, 6. (a) Wann begann Jesus Christus, seine Versammlung auf sich als dem Felsen aufzubauen? (b) Wie wurden die Glieder der Versammlung geistige Unterpriester, und was wird in 1. Petrus 2:5, 9 hierüber gesagt?
5 Im Lichte all des Vorangegangenen könnte nichts klarer sein, als daß das von Moses errichtete Zelt und der von Salomo sowie der von Serubbabel und Herodes erbaute Tempel in Jerusalem nicht die Versammlung der Jünger Christi veranschaulichten. Die Christenversammlung kam erst am fünfzigsten Tag nach Jesu Auferstehung ins Dasein, also nachdem er in den Himmel aufgestiegen und im „Himmel selbst“ vor der Person Gottes zu ihren Gunsten erschienen war. Von sich als dem symbolischen Felsen sprechend, sagte Jesus zu seinen zwölf Aposteln: „Auf diesen Felsen will ich meine Versammlung bauen, und die Tore des Hades werden sie nicht überwältigen.“ (Matth. 16:18) Er begann diese geistige Versammlung am Pfingstfesttag, zehn Tage nach seiner Himmelfahrt, im Jahre 33 u. Z. aufzubauen. Er empfing von Gott heiligen Geist, den er dann auf seine Jünger ausgoß, die in Jerusalem darauf warteten. Auf diese Weise wurden sie vom Geist gezeugt, wurden also geistige Söhne Gottes. Durch denselben Geist wurden sie dazu gesalbt, geistige Unterpriester unter ihrem Hohenpriester Jesus Christus zu werden. (Apg. 2:1-36) Der Apostel Petrus sagt hierüber:
6 „Werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut zu einem geistigen Haus für den Zweck einer heiligen Priesterschaft, um geistige Schlachtopfer darzubringen, Gott annehmbar durch Jesus Christus. Ihr aber seid ,ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ,weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat.“ — 1. Petr. 2:5, 9.
7. In welchen gegenbildlichen Bereich und in welches Abteil des geistigen Tempels sind sie als geistige Unterpriester gebracht worden, und was sollen sie dort tun?
7 Dieses „geistige Haus“ besteht aus „lebendigen Steinen“, aus Unterpriestern Jesu Christi, zu denen gesagt wird: „Demzufolge, heilige Brüder, Mitgenossen der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen — Jesus.“ (Hebr. 3:1) Als ein solches Haus von Unterpriestern sollen sie ‘geistige Schlachtopfer darbringen, Gott annehmbar durch Jesus Christus’. (1. Petr. 2:5) Dies bedeutet, daß sie in den gegenbildlichen Vorhof, wo Gottes gegenbildlicher „Altar“ steht, gebracht worden sind, um dort ihre „geistigen Schlachtopfer“ auf der Grundlage des „Willens“ Gottes darzubringen. Es bedeutet ferner, daß sie in ihrem Zustand des Geistgezeugtseins als geistige Söhne Gottes in das gegenbildliche erste Abteil oder „Heilige“ des geistigen Tempels Gottes gebracht worden sind. Dort erfreuen sie sich der geistigen Erleuchtung, die gleichsam von einem siebenarmigen Leuchter stammt, und sie genießen geistige Speise, wie von dem goldenen Schaubrottisch, und bringen Jehova Gebete, Lobpreis und Dienst dar, als ob sie an dem goldenen Räucheraltar ständen, der vor dem inneren Vorhang stand.
8. (a) Was veranschaulichte also das Heilige des Zeltes oder des Tempels? (b) Was veranschaulichte der Vorhof der Priester?
8 Von diesem Standpunkt aus gesehen, veranschaulichte oder versinnbildlichte das Heilige des Tempels den Zustand des Geistgezeugtseins der geistigen Priester Gottes, während sie noch in ihrem irdischen Leib, im Fleische, sind. Es handelt sich dabei um ein besonderes geistiges Verhältnis zu Gott, das vor Außenstehenden wie durch einen Vorhang abgeschirmt wird, so daß diese es nicht wahrnehmen oder verstehen können. Der Priestervorhof, wo der kupferne Altar stand, veranschaulicht ihren besonderen menschlichen Stand vor Gott. Gott betrachtet sie nicht als unvollkommene, verurteilte Sünder, die nicht geeignet wären, an seinem geistigen „Altar“ zu dienen, sondern als bereuende, bekehrte und getaufte Jünger Jesu Christi, die er wegen ihres Glaubens an ihn und aufgrund des sühnenden Blutes des Hohenpriesters Jesus Christus als gerecht, als sündenlos ansieht. (Röm. 5:1, 9; 8:1; 3:24-26) Somit veranschaulichte oder versinnbildlichte der Tempelvorhof mit seinem kupfernen Altar den gerechten Stand der geistigen Unterpriester Gottes, ihren Fleischesleib betreffend.
9. (a) Wie gelangen diese geistigen Unterpriester in das gegenbildliche Allerheiligste, und bringen sie dort ein sündensühnendes Opfer dar? (b) Als was werden sie in diesem Allerheiligsten dienen?
9 Da ‘Fleisch und Blut Gottes Königreich nicht ererben können, noch die Verweslichkeit die Unverweslichkeit’ ererben kann, müssen diese geistgezeugten Unterpriester, die unter Christus stehen, ebenfalls die fleischliche Schranke überschreiten, die durch den inneren „Vorhang“ des Tempels veranschaulicht wurde. Das tun sie, indem sie bis zu ihrem Tod als geistige Priester auf Erden dienen, wonach Gott sie zu seiner Zeit von den Toten auferweckt, indem er sie an der Auferstehung Christi teilhaben läßt, das heißt, indem er sie als Geistgeschöpfe, die die göttliche Natur besitzen, auferweckt und sie mit Unsterblichkeit und Unverweslichkeit ausstattet, wie geschrieben steht: „Es wird [im Tode] gesät ein physischer Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib.“ (1. Kor. 15:42-44; Röm. 6:4, 5) Auf diese Weise werden sie in die persönliche Gegenwart Gottes, des Höchsten, geführt, aber nicht, um ihm irgendwelche sündensühnenden Opfer darzubringen, denn das hat Jehovas Hoherpriester, Jesus Christus, an dem gegenbildlichen Sühnetag bereits alles getan. Doch da sie dann mit ihrem Hohenpriester im Himmel vereint sein werden, können sie als „Priester Gottes und des Christus“ dienen und „als Könige die tausend Jahre mit ihm regieren“. — Offb. 20:4, 6.
10. Mit was für einem „Bau“ vergleicht Paulus die Christenversammlung gemäß 1. Korinther 3:9, 16, 17? Doch was bedeutet das nicht, und warum nicht?
10 In ihrem irdischen Zustand werden sie mit verschiedenen Dingen verglichen. Nach 1. Korinther 3:9 sagt der Apostel Paulus zu ihnen zum Beispiel: „Ihr seid Gottes Feld zur Bebauung, Gottes Bau.“ Wir fragen: Was für ein „Bau“? Die Antwort wird im 16. und 17. Vers gegeben: „Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und daß der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes vernichtet, wird Gott ihn vernichten; denn der Tempel Gottes ist heilig, welcher Tempel ihr seid.“ Das heißt oder bedeutet nicht, daß sie der Tempel sind, der durch das von Moses errichtete Zelt und durch die in Jerusalem gebauten Tempel veranschaulicht oder versinnbildlicht wurde. In jenem Tempel, von dem Paulus im Brief an die Hebräer spricht, wohnt Gott persönlich, da er dort persönlich gegenwärtig ist. Von dem Tempel aber, den Paulus als die Versammlung bezeichnet, wird nicht gesagt, Gott sei dort persönlich anwesend. Nur Gottes Geist wohnt in diesem symbolischen Tempel. Gott wohnt darin lediglich durch seinen Geist, weil dessen Glieder im Fleische auf der Erde sind.
11. Inwiefern ist in Verbindung mit der Grundlage ein Unterschied zu erkennen zwischen der Versammlung als Tempel und dem Tempel Jehovas in den Himmeln?
11 Gottes Tempel in den Himmeln ist nicht auf der Grundlage der christlichen Apostel und Propheten aufgebaut. Die Christenversammlung als Tempel ist jedoch auf den christlichen Aposteln und Propheten aufgebaut. Gemäß Epheser 2:20-22 schreibt der Apostel Paulus: „Ihr seid auf der Grundlage der Apostel und Propheten aufgebaut worden, wobei Christus Jesus selbst der Grundeckstein ist. In Gemeinschaft mit ihm wächst der ganze Bau, harmonisch zusammengefügt, zu einem heiligen Tempel für Jehova. In Gemeinschaft mit ihm werdet auch ihr zusammen zu einer Stätte aufgebaut, die Gott durch den Geist bewohnen wird.“
12. (a) Was wohnt in der Versammlung auf Erden, weshalb sie mit einem Tempel verglichen wird, und wo befindet sie sich aber in Gottes großem geistigen Tempel? (b) Was darf die Versammlung als „Tempel“ des wahren Gottes auf Erden in ihren Reihen nicht dulden?
12 Da Gottes Geist in dieser harmonisch organisierten Körperschaft geistiger Unterpriester Christi wohnt, wird diese Versammlung ein „Tempel“ Jehovas Gottes genannt. In dem himmlischen Allerheiligsten seines großen geistigen Tempels ist Gott persönlich gegenwärtig. In dem Abteil, das das „Heilige“ des großen geistigen Tempels ist, befindet sich diese Tempelklasse, solange sie auf Erden ist. Da diese geistgezeugte Versammlung mit einem Tempel auf der Erde verglichen wird, in dem Jehova durch seinen Geist wohnt, darf sie in ihren Reihen keinerlei Götzendienst oder Anbetung falscher Götter dulden. „Welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen?“ fragt der Apostel Paulus und fügt dann die Erklärung hinzu: „Denn wir sind ein Tempel eines lebendigen Gottes, so, wie Gott gesagt hat: ,Ich werde unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.‘“ — 2. Kor. 6:16.
DIE TEMPELVORHÖFE VOLL VON ANBETERN
13. Welcher Zustand (veranschaulicht durch ein bestimmtes Tempelabteil) wird aufhören, wenn die geistgezeugte Versammlung den irdischen Schauplatz verlassen haben wird?
13 Diese geistgezeugte Versammlung, die mit einem Tempel verglichen wird, muß als heilig behandelt werden. Zur bestimmten Zeit wird sie den irdischen Schauplatz verlassen. Damit wird der Zustand des Geistgezeugtseins der geistigen Unterpriester (veranschaulicht durch das Heilige des Tempels von Jerusalem) aufhören. Diese geistigen Unterpriester werden durch ihren Tod im Fleische und ihre Auferstehung im Geiste die fleischliche Schranke (veranschaulicht durch den inneren Vorhang des Tempels) überschritten haben und in das himmlische Allerheiligste eingegangen sein.
14. Wie wird in Offenbarung 21:1, 2 die Versammlung der 144 000 Unterpriester im himmlischen Allerheiligsten veranschaulicht?
14 Welch heiliges Vorrecht für die 144 000 Unterpriester des geistigen Tempels Jehovas, sich im Allerheiligsten dieses Tempels, vor der Person Gottes, Jehovas, zu befinden! Dies wurde durch die Unterpriester, die im Tempel zu Jerusalem dienten, nicht versinnbildlicht, ist aber treffend im letzten Buch der Bibel veranschaulicht worden. Dort wird die Versammlung der 144 000 Unterpriester, die unter Jehovas Hohempriester Jesus Christus dienen, mit seiner Braut an ihrem Hochzeitstag verglichen. Mit schönen Worten beschreibt der christliche Apostel Johannes diese Kollektiv-Braut, wenn er sagt: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Ich sah auch die heilige Stadt, das Neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitgemacht wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“ — Offb. 21:1, 2.
15. Welcher Unterschied besteht zwischen dem alten irdischen Jerusalem und dem himmlischen Neuen Jerusalem in bezug auf einen Tempel?
15 Wir erinnern uns, daß das ehemalige irdische Jerusalem bis zum Jahre seiner Zerstörung, die durch die römischen Heere im Jahre 70 u. Z. erfolgte, einen prächtigen Tempel hatte. Was aber ist von dem himmlischen Neuen Jerusalem zu sagen, das der Apostel Johannes in der Vision etwa sechsundzwanzig Jahre nachdem der Tempel des alten Jerusalem im Jahre 70 u. Z. zerstört worden war, sah? Johannes setzt seine schöne Beschreibung des himmlischen Neuen Jerusalem fort mit den Worten: „Und ich sah keinen Tempel darin, denn Jehova Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel und das Lamm. Und die Stadt hat nicht nötig, daß die Sonne oder der Mond auf sie scheine, denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtete sie, und ihre Lampe war das Lamm. Und die Nationen werden mittels ihres Lichtes wandeln.“ — Offb. 21:22-24.
16. Wo befinden sich die 144 000 Unterpriester, weshalb es nicht nötig ist, daß es in dem Neuen Jerusalem einen Tempelbau gibt, und wieso ist Jehova sein Tempel?
16 Warum sollte es in dem himmlischen Neuen Jerusalem einen Tempel geben, einen besonderen Bau, in dem die 144 000 Unterpriester dienen und so Gott indirekt heiligen Dienst darbringen würden? Ja wozu das, wenn sie doch direkt vor der Person Gottes sind und „sein Angesicht sehen“? (Offb. 22:4) Jehova Gott selbst ist der Tempel des Neuen Jerusalem. Das himmlische Neue Jerusalem ist nicht der Tempel. Nein, Jehova Gott, der Allmächtige, ist der Tempel. Er nimmt die Stelle eines Tempels für die himmlische Stadt ein. Da er sich dort nicht durch Geist, sondern persönlich befindet, ist kein besonderes Gebäude notwendig, durch das die Bewohner des Neuen Jerusalem, die 144 000 Unterpriester, ihn indirekt anbeten und ihm dienen würden. Somit bringen sie ihm unter dem Hohenpriestertum des Lammes, Jesus Christus, direkt heiligen Dienst dar.
17. Wieso ist das Lamm zusammen mit Jehova Gott der Tempel des Neuen Jerusalem?
17 Deshalb ist das Lamm zusammen mit Jehova der Tempel des Neuen Jerusalem. In Offenbarung 21:22 heißt es: „Jehova Gott ist ihr Tempel und das Lamm.“ Das Lamm, nämlich Christus, ist persönlich dort im Allerheiligsten des geistigen Tempels Jehovas. Er hat bereits Gott direkt das sündensühnende Schlachtopfer des gegenbildlichen Sühnetages dargebracht. Als Jehovas Hoherpriester nach der Weise Melchisedeks sitzt er zur Rechten Gottes.
18. In welchem Bereich des geistigen Tempels Jehovas wird den Menschen der Segen des Sühnetages zuteil werden, und für wen wurden am Sühnetag Schlachtopfer dargebracht, wodurch dies angedeutet wurde?
18 Obwohl es den Zustand des Geistgezeugtseins der 144 000 Unterpriester dann nicht mehr gibt, der durch das Tempelabteil, das Heilige genannt, versinnbildlicht wurde, werden die irdischen Vorhöfe des großen geistigen Tempels Jehovas weiterbestehen. Menschen auf der Erde, denen der Segen des Sühnetages Jehovas zuteil wird, werden sich in diesen Vorhöfen befinden. Dies stimmt treffend mit der Tatsache überein, daß das Sündopfer des Sühnetages nicht nur für die Priesterfamilie dargebracht wurde, sondern auch für alle übrigen Angehörigen des Volkes, die Jehova in seinem Tempel anbeteten.
19. (a) Wer würde sich nach den Worten des Propheten Sacharja „an jenem Tage“ Jehova anschließen und seine Gunst erflehen? (b) Welchen Vorhof enthielt der Tempel des Herodes in Jerusalem gewissermaßen als Vorkehrung für so etwas, und für welche Nichtisraeliten betete Salomo bei der Einweihung des Tempels?
19 Als Gottes Prophet Sacharja in Verbindung mit dem Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung prophezeite, wurde er zu den Worten inspiriert: „Und viele Nationen werden sich an jenem Tage Jehova anschließen und werden mein Volk sein; und ich werde in deiner Mitte wohnen.“ „Ja, viele Völker und starke Nationen werden kommen, um Jehova der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und die Gunst Jehovas zu erflehen.“ (Sach. 2:11; 8:22, American Standard Version) In Übereinstimmung mit dieser Prophezeiung, wonach Nichtisraeliten kommen werden, um Jehova in seinem Tempel anzubeten, enthielt der Tempel, der von König Herodes erbaut wurde und der den in den Tagen des Propheten Sacharja erbauten Tempel ersetzte, nicht nur einen Vorhof der Priester mit seinem Altar und ferner den Vorhof der Israeliten und den Vorhof der Frauen, sondern außerdem den Vorhof der Nationen oder Nichtisraeliten. Schon Jahrhunderte vorher betete König Salomo, als er den ersten Tempel in Jerusalem einweihte, für die „Ausländer“, die aus fernen Ländern kommen würden, um in Jehovas Tempel anzubeten. — 1. Kö. 8:41-43; 2. Chron. 6:32, 33.
20. Seit wann besonders erfüllt sich diese Prophezeiung Sacharjas, und warum seit dieser Zeit?
20 Die vor langer Zeit von Sacharja geäußerte Prophezeiung erfüllt sich bereits in unseren Tagen, besonders seit dem Jahre 1935 u. Z., das heißt, also schon während sich noch ein Überrest der geistigen Unterpriester auf Erden befindet und in dem Abteil des geistigen Tempels Jehovas Dienst tut, das das Heilige genannt wird. Aus diesem Grund hat die „große Volksmenge“ der Ausländer, die aus allen Teilen der Erde zu den Vorhöfen des einen geistigen Tempels hinströmt, Verbindung und Gemeinschaft mit diesen geistigen Unterpriestern, die noch auf der Erde sind. Vom Jahre 1935 u. Z. an konnte man die „große Volksmenge“ der nichtpriesterlichen Anbeter Jehovas zum Tempel kommen sehen, denn in jenem denkwürdigen Jahr wurde die Prophezeiung aus Offenbarung 7:9-17 über die „große Schar“ oder die „große Volksmenge“ gemäß den Ereignissen jener Tage erklärt. (Siehe Wachtturm vom 1. und 15. September 1935.) Wenn wir die in der Offenbarung beschriebene Vision betrachten, die der Apostel Johannes hatte, ist es, als ob wir die internationale „große Volksmenge“ der Anbeter erblickten, die das gegenbildliche Laubhüttenfest in Jehovas Tempel feiert.
21. Wie beschreibt Johannes diese „große Volksmenge“ in Offenbarung 7:9-15?
21 Johannes berichtet über das, was er sieht, folgendes: „Siehe! eine große Volksmenge, die kein Mensch zu zählen vermochte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen stand vor dem Thron und vor dem Lamm, in weiße lange Gewänder gehüllt, und Palmzweige waren in ihren Händen. Und sie rufen fortwährend mit lauter Stimme, indem sie sagen: ,Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamme.‘ ... ,Das sind die, die aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie in dem Blut des Lammes weiß gemacht. Darum sind sie vor dem Throne Gottes; und Tag und Nacht bringen sie ihm in seinem Tempel heiligen Dienst dar; und der, der auf dem Throne sitzt, wird sein Zelt über sie ausbreiten.‘“ — Offb. 7:9-15.
22. (a) Wo in Gottes geistigem Tempel dient diese „große Volksmenge“ Gott Tag und Nacht? (b) Wieso geht aus der Vision des Johannes hervor, daß der geistige Tempel die „große Drangsal“ überdauert, und welche Segnungen erkennt die große Volksmenge dort an?
22 Diese eindrucksvolle Vision zeigt, daß die internationale „große Volksmenge“ Jehova in seinem Tempel dient, das heißt in den irdischen Vorhöfen — gleichsam in den „Vorhöfen der Nationen“ —, bestimmt für die, die keine geistigen Israeliten sind. O ja, in der Vision des Apostels Johannes hat der große geistige Tempel Jehovas die „große Drangsal“ dieser letzten Tage überdauert, denn diese „große Volksmenge“ hat die „große Drangsal“ überlebt, und sie befindet sich in Jehovas Tempel und schwenkt Palmzweige, die an den traditionellen festlichen Palmzweig (den lulaba) erinnern, der vom Volke während des Laubhüttenfestes geschwenkt wurde. Sie schreibt Jehova Gott und seinem Opferlamm, Jesus Christus, ihre Rettung zu und ist jetzt auf dem Wege zu endlosem glücklichem Leben und zum Dienst für Gott in seiner neuen Ordnung der Dinge auf einer paradiesischen Erde. (Offb. 7:16, 17) Dankbar erkennt sie die Segnungen des Sündopfers an, das an Jehovas großem Sühnetag dargebracht worden ist. — 3. Mose 16:1-34.
23. (a) Warum werden die Glieder der „großen Volksmenge“ nicht die einzigen sein, die während der tausend Jahre, in denen Christus als Hoherpriester dient, in die irdischen Vorhöfe des geistigen Tempels strömen? (b) Was werden diese mitfeiern müssen, um ewiges Leben auf Erden zu erlangen?
23 Die Überlebenden der „großen Drangsal“, durch die das gegenwärtige System der Dinge enden wird, sind jedoch nicht die einzigen, die in diese Vorhöfe der Rettung strömen. Während der tausend Jahre, in denen das Lamm Jesus Christus zusammen mit seinen 144 000 geistigen Unterpriestern in dem himmlischen Bereich des geistigen Tempels Jehovas sein hohepriesterliches Amt ausübt, wird es „eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten“ geben. (Apg. 24:15; Offb. 20:4, 6, 11-14) Alle diese müssen in die Vorhöfe des geistigen Tempels Jehovas kommen, sie müssen sich ebenfalls in seinen Dienst stellen und müssen das gegenbildliche Laubhüttenfest freudig mitfeiern. Eine andere Möglichkeit, gerettet zu werden und ewig im irdischen Paradies zu leben, gibt es nicht. Die letzten sechs Verse der Prophezeiung Sacharjas scheinen dies anzuzeigen. Alle Auferstandenen, die ewiges Leben auf Erden begehren, müssen zu dem geistigen Tempel kommen, „um sich vor dem König, Jehova der Heerscharen, niederzubeugen“ und „um das Laubhüttenfest zu feiern“. Welche Zeit unbeschreiblicher Freude für alle, die dies tun werden! — Sach. 14:17, 18.
24. (a) Welchen Tempel erkennt Jehova Gott an, und zu welchem Tempel müssen alle kommen, um Leben in Gottes neuer Ordnung zu erlangen? (b) Welche Botschaft an andere weiterzugeben, haben heute alle das Vorrecht, die sich bereits in den Vorhöfen befinden?
24 Beglückend ist auch die Aussicht, die wir alle, die wir in den Vorhöfen des geistigen Tempels Jehovas sind, heute haben, ob wir nun — wie einige — im inneren Vorhof der Priester sind oder ob wir uns — wie die meisten — in den Vorhöfen der nichtpriesterlichen Anbeter Gottes, des Höchsten, Jehovas der Heerscharen, befinden. Dieser Tempel ist der einzige, den der Gott der Rettung anerkennt. Es ist der alleinige Tempel, zu dem die Menschen aller Nationen kommen müssen, um an der reinen Anbetung teilzunehmen und dadurch in Gottes gerechter neuer Ordnung ewige Rettung zu erlangen. Dieser Tempel steht jetzt allen offen, die eingesammelt werden, denen, die nach dem einen lebendigen und wahren Gott suchen. Das ist in der Tat eine höchst wichtige Nachricht, eine Botschaft, die mit den Ereignissen unserer wunderbaren Zeit verbunden ist. Wir alle, die wir in den Vorhöfen des geistigen Tempels Jehovas dienen, haben das wunderbare Vorrecht, diese lebenrettende gute Botschaft an andere weiterzugeben, bevor die „große Drangsal“ kommt.
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