Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Wer sieht den König der Neuen Welt im Tempel?
    Der Wachtturm 1951 | 1. Juni
    • Friedens oder aus dem Kriege entstehender Fragen ausgeschlossen.

      11, 12. Was Gott darzubringen masste sich die Geistlichkeit nun an, und wie?

      11 Nachdem die Christenheit im Jahre 1914 den Höhepunkt ihrer Wohlfahrt erreicht hatte, — denn nie seither gedieh sie wieder, — vermassen sich ihre Geistlichen, Gott in seinem Tempel Räucherwerk darzubringen. Jehovas Zeugen handelten darauf gleichwie der Hohepriester Asarja und seine achtzig Priester, welche dem lästerlichen Akt des Königs Ussija widerstanden und ihn aus dem Tempel hinaustrieben, nachdem er von der Plage befallen worden war. So wiesen Jehovas Zeugen denn auf Gottes Königreich hin, das durch seinen wahren Messias verwaltet wird, protestierten gegen den Lauf der Geistlichkeit und zeigten aus den Schriften, dass solches geistliche Hurerei sei. Die Geistlichkeit verschwor sich, diesen Überrest der „königlichen Priesterschaft“ Gottes zu töten und die Funktionen einer solchen Priesterschaft selbst zu übernehmen. (1. Pet. 2:9) Den Weltkrieg zur Unterdrückung des Zeugnisses, das vom Überrest für das Königreich gegeben wurde, benutzend, tötete die Geistlichkeit in Erfüllung von Offenbarung 11:3-10 Jehovas „zwei Zeugen“. In dem Versuche, die Königreichszeugen aus dem Wege zu schaffen, bediente sie sich nicht eines Friedenstieres, sondern des Kriegstieres. (Off. 11:7; 13:1-3) Gleichwie der reiche Mann im Gleichnis Jesu, so trug die Klasse der Geistlichkeit königlichen Purpur, und sie suchte nun, ihre priesterliche Leinwand der Selbstgerechtigkeit inmitten all ihrer weltlichen Wohlfahrt zu entfalten. (Luk. 16:19-31) In ihrer Anmassung aber, Gott in seinem Tempel Räucherwerk darzubringen, glich sie nicht dem Apostel Paulus, der das wahre Räucherwerk richtig darbrachte.

      12 Paulus schrieb: „Gott . . . der uns allezeit in einem Triumphzuge umherführt in Gemeinschaft mit dem Christus, und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Orte durch uns wahrnehmbar macht. Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden und unter denen, die zugrunde gehen; den letzteren ein Geruch vom Tod ausgehend zum Tode, den ersteren ein Geruch vom Leben ausgehend zum Leben. Und wer ist zu diesen Dingen entsprechend geeignet? Wir sind es; denn wir hausieren nicht mit dem Worte Gottes wie viele Menschen, sondern als aus Aufrichtigkeit, ja, als von Gott gesandt, unter Gottes Augen, reden wir in Gemeinschaft mit Christus.“ (2. Kor. 2:14-17, NW) Die Geistlichkeit brachte Räucherwerk dar, nicht solches der Erkenntnis Jehovas und seines durch Christus regierten Königreiches, sondern der Propaganda, die durchsetzt ist mit weltlicher Politik und die durch ein Bündnis der Nationen messianische Segnungen verheisst.

      13. Seit wann ist sie von der Plage betroffen und gequält worden wie Ussija? Wie?

      13 Dafür ist die Plage Gottes über sie gekommen. Es wird gezeigt, dass sie verflucht und zu einem schimpflichen Tode verurteilt ist. In Israel wurde der aussätzige König Ussija durch den treuen Asarja und seine achtzig Priester aus dem Tempel hinausgetrieben. Gleichwie der reiche Mann vom Gleichnis Jesu starb er gegenüber seinen Vorrechten und wurde Qualen unterworfen. Gleichwie die grosse Kluft den reichen Mann von einem Platz an Abrahams Busen ausschloss, so schloss die Plage, womit König Ussija geschlagen wurde, ihn vom heiligen Tempel und vom königlichen „Throne Jehovas“ aus.a Im Jahre 1918 gelang es der Geistlichkeit der Christenheit, Jehovas „zwei Zeugen“ auf dem Höhepunkt des Ersten Weltkrieges zu töten. Wegen eines solch offenkundigen Aktes der Verachtung gegenüber dem durch Christus regierten Königreiche Gottes wurde sie von Gott mit einer tödlichen geistlichen Plage geschlagen. Sie verriet selber, dass sie unrein war in seinen Augen, geistliche Ehebrecherinnen mit dieser Welt und daher Feinde Gottes. Seither ist sie stets in diesem Zustand des Fluches geblieben. Sie ist verstossen worden aus Gottes Dienst in seinem Tempel und besitzt keine echten Hoffnungen auf einen Platz im himmlischen Königreich mit Christus Jesus. — Jak. 4:4; 2. Kor. 6:14-18.

      WIRKUNG DER VISION

      14. Wann und wie starb sie? Doch wie wurde der Überrest dann begünstigt?

      14 Gerade wie Offenbarung 11:11, 12 es voraussagte, wurden die gesalbten Überrestglieder der Zeugen Jehovas aus dem Zustande des Todes, in den der Feind sie hineingezwungen hatte, neu belebt. Gott liess es nicht geschehen, dass sie während des Ersten Weltkrieges vernichtet wurden. Durch seinen Geist belebte er sie im Jahre 1919 von neuem. Die Religionsgeistlichkeit aber starb in bezug auf wahren Dienst für Gott, gleichwie der reiche Mann im Ha’des. Damals geschah es, dass die Überrestglieder die Vision vom Nachkriegsdienst für Gott in seinem Tempel erhielten. Jesaja, der sie veranschaulichte, sagte: „[Ich] sah den Herrnb sitzen auf hohem und erhabenem Throne, und seine Schleppen erfüllten den Tempel.“ (Jes. 6:1) Wie eine Vergleichung biblischer Prophezeiung mit geschichtlichen Tatsachen zeigt, kam Jehova Gott, vertreten durch seinen König, seinen Boten des Bundes, im Jahre 1918 zum Tempel. Dies war daher „die bestimmte Zeit, da das Gericht beim Hause Gottes beginne“. (1. Pet. 4:17, NW) Folglich wurde der Überrest wie auch die Christenheit, die sich als Gottes Haus ausgibt, zum Tempel gebracht. Die Christenheit erhielt aber keine Vision; wegen ihrer Sünde der Auflehnung wider das Königreich wurde sie als aussätzig offenbart. Der gesalbte Überrest dagegen erkannte mit grosser Wertschätzung, dass Jehova Gott nun durch Jesus Christus, seinen auf den Thron erhobenen König, regierte. Der Zorn der Nationen, dem sie im Ersten Weltkrieg und im Verfolgen der Zeugen des Reiches Gottes Luft machten, war ein Beweis von dieser Tatsache. So verstanden sie denn, dass nun für sie eine Zeit des Gerichts gekommen war. „Jehova ist in seinem heiligen Palast [Tempel, Al]. Jehova — in den Himmeln ist sein Thron; seine Augen schauen, seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.“ (Ps. 11:4) Sein hoher und erhabener Thron zeigt an, dass er die höchste Obrigkeit des Universums ist, der rechtmässige Souverän und Richter aller Geschöpfe.

      15. Wer begleitete ihn dienend im Tempel? Wieso war dies höchst passend?

      15 Jesaja beschreibt die Vision Jehovas, der in seinem Tempel thront: „Seraphim standen über ihm; ein jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Angesicht, und mit zweien bedeckte er seine Füsse [Lenden, AÜ], und mit zweien flog er.“ (Jes. 6:2) Da es eine Zeit des Gerichts ist, war es sehr passend, dass Jehova von Seraphim als Dienern begleitet sein sollte, denn der Name dieser Geistgeschöpfe bedeutet „Feurige, Brennende“. Diese Eigenschaft an ihnen widerstrahlt die Tatsache, dass „Jehova, dein Gott, ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott“ ist, d. h. für seine Feinde. (5. Mose 4:24; 9:3; Heb. 12:29) Die Vollstreckung seines Gerichts wie durch Feuer und auch die Reinigung seines treuen Überrests wie durch Feuer waren nun fällig. Die Seraphim bekundeten höchsten Respekt vor Jehovas Person. Im tiefen Gefühl seiner Heiligkeit bedeckten sie ihr Gesicht und die unteren Glieder mit ihren Flügeln, ähnlich wie sich vor alters Beamte im feierlichsten orientalischen Gerichtshof in des Königs Gegenwart benahmen. Weil so nahe dem Souverän des Universums, suchten sie umsomehr bescheiden zurückzutreten, damit die Aufmerksamkeit nicht von der Herrlichkeit seiner Person abgelenkt werde. Hier aber genoss Jesaja, ein Geschöpf, das unter den Engeln stand, mit weit geöffneten Augen den Anblick Gottes, des Höchsten. Welch feierlicher Gedanke ist es nun für uns, die Tatsache widerzustrahlen, dass Jehova Gott in seinem Tempel des Gerichts ist, begleitet von diesen feurigen Seraphim. Es ist ein überaus würdiger, feierlicher, ja Scheu einflössender Anlass.

      16. Welchen Sinn haben die Worte der Seraphim?

      16 „Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist Jehova der Heerscharen, die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit!“ (Jes. 6:3) Indem diese Seraphim diesen Refrain über Gottes Heiligkeit beständig ausrufen, entsprechen sie den vier lebendigen Geschöpfen, die Johannes in seiner Vision über Jehova auf dem Thron des Himmels sah. „Und was diese vier lebendigen Geschöpfe betrifft; ein jedes von ihnen hat je sechs Flügel; rings herum und innerhalb sind sie voller Augen. Und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, während sie sagen: ‚Heilig, heilig, heilig ist Jehova Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt.‘ “ (Off. 4:1-3, NW) Dass sie dreimal „heilig“ rufen, hebt diese Eigenschaft stark hervor. Es zeigt, dass Gott, der Allmächtige, im Grunde seines Wesens der Gerechtigkeit ergeben und nicht fähig ist, irgend etwas Unrechtes zu tun. Diese heilige Eigenschaft rechtfertigt ihn gegenüber all den falschen Anklagen, die Satan, der Teufel, gegen Jehova Gott erhoben hat. Aus diesem Grunde muss sein Tempel eine reine, heilige Stätte sein, und die ihm dienen wollen, müssen ebenfalls heilig sein in gottähnlicher Hingabe an das, was recht, rein und gut ist. Das ist auch der Grund, warum die Erde, über die er seine grosse Macht angenommen hat, um durch Christus zu regieren, zu einer heiligen Stätte gemacht werden muss. Die Erde ist sein Fussschemel, und sie wird herrlich gemacht werden, denn in prophetischem Sinne riefen die Seraphim einander beständig zu: „Die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit.“

      17. Wie wird die Erde voll werden von seiner Herrlichkeit? Mit welchem Ergebnis?

      17 Diesen Refrain äussern nun die Seraphim im Tempel. Somit kann diese unheilige Welt nicht immerdar weiterdauern. Jehovas Augen sind zu rein, als dass er die heuchlerische Religiosität der Christenheit mit Anerkennung betrachten könnte. Seine Heiligkeit zeichnet ihn vor den falschen Göttern der weltlichen Nationen aus. Die Weltlichkeit der Herrschaft Satans kann ihn weder berühren noch besudeln. Mehr als 230 Male wird er in der Schrift „Jehova der Heerscharen“ genannt. Seine mächtigen Heere sind in ihrer Herzenshingabe an die Gerechtigkeit gleich ihm, so dass er sich ihrer im Vollziehen seiner Gerichte wider all die Ungerechtigkeit dieser Welt gut bedienen kann. Unsere Erde ist noch nicht voll von seiner Herrlichkeit, doch wird sie als Ergebnis des näherkommenden „Krieges des grossen Tages Gottes, des Allmächtigen“ voll werden davon. So sagt er zu Mose: „Von der Herrlichkeit Jehovas [soll] erfüllt werden die ganze Erde.“ (Off. 16:14-16, NW; 4. Mose 14:21) Seine erhabene Pracht wird überall auf der ganzen Erde zu sehen sein, und alle Lebenden werden wissen, dass er König ist. „Denn die Erde wird voll werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit Jehovas, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. Aber Jehova ist in seinem heiligen Palast [Tempel, Al] — schweige vor ihm, ganze Erde!“ (Hab. 2:14, 20) Als eines der grossartigen Ergebnisse dieser Erkenntnis werden die Bewohner der Erde weder Schaden tun noch einander vernichten, wie sie das nun in dieser unheiligen Welt tun. (Jes. 11:9) Schon inmitten dieser düsteren Welt fangen Jehovas Zeugen sein herrliches Licht aus dem Tempel auf und widerstrahlen die glorreiche Erkenntnis Gottes an die Menschen, die in Dunkelheit sitzen und sich nach Licht sehnen. — 2. Kor. 3:18; 4:6, NW.

      REINIGUNG DER LIPPEN

      18. Welche Wirkung hat die Proklamierung der Heiligkeit Gottes?

      18 Die Proklamierung der Heiligkeit des Gottes der gerechten neuen Welt ist überaus machtvoll. Sie bewirkt, dass Geschöpfe, die in Selbstgefälligkeit auf ihre eigene Gerechtigkeit bauen, erschüttert und beunruhigt werden. Der Prophet Jesaja sagt, während ihm die Proklamation der Seraphim in den Ohren tönt: „Und es erbebten die Grundfesten der Schwellen von der Stimme der Rufenden, und das Haus wurde mit Rauch erfüllt.“ (Jes. 6:4) Solches werde alle erbeben lassen, die über die Schwelle treten, um sich Gott zu nahen. Es werde sie in Sorge um ihren Herzenszustand versetzen. Zum Glück haben wir einen Vorläufer, der für uns in den grossen Tempel Gottes eingegangen ist, nämlich Christus Jesus, den grossen Priester und König nach der Gleichheit Melchisedeks. (Heb. 6:19, 20) Die Gerechtigkeit seines Opfers deckt die uns angeborenen Unvollkommenheiten und unsere Sündhaftigkeit zu. Dennoch müssen wir unsere Herzen erforschen, um zu sehen, dass sie heilig seien in ihrer Hingabe an Wahrheit und Gerechtigkeit. Besonders müssen dies die Glieder des Hauses Gottes tun.

      19. Was verrät das Erfüllen des Hauses mit Rauch?

      19 Dass das Haus oder der Tempel mit Rauch erfüllt war, verrät die Gegenwart des lebendigen Gottes mit einer Herrlichkeit, der sich Menschengeschöpfe nicht nahen können. Es ist wie zu der Zeit, da Mose die Stiftshütte zur Anbetung in der Wüste am Berge Sinai errichtete: „Und die Wolke bedeckte das Zelt der Zusammenkunft, und die Herrlichkeit Jehovas erfüllte die Wohnung.“ Hunderte von Jahren später, als König Salomo den Tempel in Jerusalem weihte und die Priester die Lade des Bundes in das Allerheiligste hineinbrachten, „erfüllte die Wolke das Haus Jehovas; und die Priester vermochten wegen der Wolke nicht dazustehen, um den Dienst zu verrichten; denn die Herrlichkeit Jehovas erfüllte das Haus Jehovas“. (2. Mose 40:34, 35; 1. Kön. 8:10, 11) Später empfing der Apostel Johannes eine Voransicht unserer eigenen Zeit und sah das Tempelheiligtum im Himmel, und sieben Engel kamen heraus mit sieben Plagen des Gerichts, um sie nach 1918 n. Chr. über die Menschheit auszugiessen. Er sagt, was geschah: „Und das Heiligtum wurde mit Rauch erfüllt wegen der Herrlichkeit Gottes und wegen seiner Macht, und niemand konnte in das Heiligtum eintreten, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.“ (Off. 15:5-8, NW) Bestimmt ist dies ein Gott, der binnen kurzem veranlassen wird, dass selbst die Wissenschaftler dieses Elektronenzeitalters mit allem, was sie an Atommacht entfesseln können, in Furcht und Scheu vor seinen glorreichen Gerichten dastehen werden. Lasst uns nie vergessen, dass er im Tempel anwesend ist, um Gericht zu halten!

      20. Welches war der Zweck, Jesaja dies sehen zu lassen? Welche Wirkung hatte es?

      20 Für Jesaja in alter Zeit war es, wie wenn er Israels Hoherpriester wäre, der innerhalb des inneren Vorhangs des Tempels die Herrlichkeit Gottes schauen konnte. Jesaja besass das Vorrecht, dies zu sehen, damit es Eindruck auf ihn mache und er sich seines niederen Zustandes in Gottes Augen bewusst werde. Dass dem Überrest der Jesaja-Klasse in unserer Generation die Augen des Verständnisses geöffnet wurden, damit er entsprechende Dinge sehe, geschah ebenfalls zu dem Zweck, ihm Eindruck zu machen durch die Tatsache, dass er Gottes Herrlichkeit bei weitem nicht erreicht. Wurde aber Jesaja, weil er mit seinen Augen einen solch herrlichen Anblick im Allerheiligsten des Tempels Gottes gehabt hatte, mit einer tödlichen Plage betroffen wie Ussija? Nein; wiewohl er kein Priester aus dem Stamme Levi war. Er hatte diese Vision nicht durch Vermessenheit empfangen, sondern wegen seines treuen Herzens. Er beschreibt uns die Wirkung: „Und ich sprach: Wehe mir! denn ich bin verloren [verstummt, vernichtet]; denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen, und inmitten eines Volkes von unreinen Lippen wohne ich; denn meine Augen haben den König, Jehova der Heerscharen, gesehen.“ — Jes. 6:5.

      21, 22. (a) Wovor fühlte sich Jesaja in Gefahr und weshalb? (b) Was empfanden dementsprechend die Überrestglieder? Warum waren sie in Gefahr?

      21 Eine Erkenntnis seines natürlichen Zustandes überkam Jesaja. Er fühlte, dass er wegen seines unwürdigen Zustandes nun vernichtet würde. Was die Überrestglieder im Jahre 1919 betrifft, fühlten sie sich nun nicht allzu sicher, dass sie in errettetem Zustande seien, indem sie ihre ‚Berufung und Erwählung fest gemacht hätten‘. Sie waren noch nicht bereit, „heimzugehen“ in die himmlische Herrlichkeit, sondern hatten noch ein Werk zu tun, in welchem sie ihre Treue beweisen sollten. Sie hätten in jenem kritischen Jahre vernichtet werden können, wenn Jehova die Tage der Weltdrangsal um seiner Auserwählten willen nicht abgekürzt, sondern den im Himmel begonnenen Krieg wider Satans Organisation direkt bis zu deren vollständiger Vernichtung fortgesetzt hätte.

      22 Jesaja 12:1 zeigt an, dass Jehova über den Überrest seiner Zeugen wegen ihrer Furcht und ihres Versagens im Laufe des Ersten Weltkrieges erzürnt gewesen war. Hätte er seinem Missfallen gemäss gehandelt, so hätte es für sie katastrophal werden können. Sie waren von „unreinen Lippen“ wie Jesaja. „Die Furcht Jehovas ist rein“ (Ps. 19:9); aber sie hatten zugelassen, dass Furcht vor Menschen und menschlichen Organisationen ihre Lippen befleckte und ihre Botschaft fast ganz verstummen liess. Sie priesen nicht die Heiligkeit Jehovas, noch erfüllten sie die ganze Erde mit der Erkenntnis seiner Herrlichkeit, wie die Seraphim dies taten. Der Überrest weilte grösstenteils in der Christenheit, die, obwohl sie Gottes Haus zu sein bekannte, doch von unreinen, heuchlerischen Lippen war. Durch Berührung mit ihr hatte der Überrest viele Flecken und war noch behaftet mit vielen ihrer Überlieferungen und Bräuche. Gestützt darauf hätte der Überrest der von Gott Erwählten zu der Zeit, da das Gericht am Hause Gottes begann, mit der Welt vernichtet werden können. Dass Gott die Tage der Drangsal, die über Satans Organisation gekommen ist, abgekürzt hat, gereichte zu dessen Verschontwerden wie auch zum Verschontwerden all der andern Schafe, die seither in die Hürde des Rechten Hirten versammelt worden sind, — Matth. 24:21, 22; Joh. 10:16, NW.

      23. Welche Streitfrage sollte dem Betrachter der Vision eingeprägt werden? Was wird dadurch angezeigt, dass die Vision im Tempel gesehen wird?

      23 Jehovas Königreich ist aufgerichtet, und das ist es, was die Sachlage für die Jesaja-Klasse so ernst macht. Die Tatsache seiner Aufrichtung musste ihnen eingeprägt, und dann mussten ihnen ihre Verpflichtungen kraftvoll vor Augen geführt werden. Dies wird angezeigt durch Jesajas bangen Ruf: „Denn meine Augen haben den König, Jehova der Heerscharen, gesehen.“ Der aussätzige König von Israel starb, doch hier sass der heilige, lebendige König der ganzen Erde auf seinem Thron im Tempel zum Gericht. So ist es denn nicht an der Zeit, über den toten König Ussija oder sein neuzeitliches Gegenstück zu trauern. Es ist eine Zeit zur Anbetung, zum Dienst und zur Ankündigung des wirklich lebendigen Königs, dessen Heere, bestehend aus Seraphim, Cherubim und Engel, ihn dienend begleiten. Es ist eine Zeit, zu sagen: „Lobpreiset Jah, denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat als König zu herrschen begonnen.“ (Off. 19:6, NW) Die Regierung über die Erde gehört nicht Menschen, sondern Jehova Gott, und er regiert in Heiligkeit. Die Herrschaft über die Erde gehört mit zur Streitfrage der Universalherrschaft. Die ganze Menschheit steht nun dieser Streitfrage gegenüber, und dem Überrest wurde dies als die oberste Streitfrage zu erkennen gegeben. Da der Tempel der Ort ist, wo Jehova als König erscheint, zeigt sich, dass er an der lauteren Anbetung des wahren Gottes interessiert ist. Der König ist Gott, und Gott ist der König. Somit ist sein Reich ein theokratisches Königreich und ist die einzig rechtmässige Herrschaft für alle Menschen. Seine Regierung muss die wahre Anbetung auf Erden durchsetzen.

      MITTEL ZUR REINIGUNG

      24. Welche Leibesglieder bedurften der Reinigung? Worauf wurde in bezug auf sie Nachdruck gelegt?

      24 Dankbar erkennen wir heute, wie die Reinigung der neuzeitlichen Jesaja-Klasse durch Jehovas unverdiente Güte vor sich ging. „Und einer der Seraphim flog zu mir; und in seiner Hand war eine glühende Kohle, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte. Und er berührte meinen Mund damit und sprach: Siehe, dieses hat deine Lippen berührt; und so ist deine Ungerechtigkeit gewichen und deine Sünde gesühnt [vergeben, AS].“ (Jes. 6:6, 7) Damit die Jesaja-Klasse in die Gunst des Königs zurückgebracht werden konnte, mussten ihre Lippen gereinigt werden. „Wer Reinheit des Herzens liebt, wessen Lippen Anmut sind, dessen Freund ist der König.“ (Spr. 22:11) Die Botschaft, welche jene Lippen sprachen, musste rein, kompromisslos, frei von Menschenfurcht, religiösen Überlieferungen, menschlichen Philosophien und selbstsüchtiger Menschenverherrlichung sein. Es war nötig, dass Gott seine Verheissung erfüllte und den Völkern ‚eine reine Sprache [buchstäblich: eine reine Lippe] zuwandte, damit sie alle den Namen Jehovas anrufen, um ihm einmütig zu dienen‘. (Zeph. 3:9, AS) Sie sollten Zeugen Jehovas, des Souveräns des Universums, sein und mussten ihm somit „ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen öffentlich bekennen“. (Heb. 13:15, NW) Dies erforderte Prediger, Gesandte, Propheten, Verkündiger. Deshalb wurde Nachdruck gelegt auf den Zustand der Lippen. Zu jener Zeit stellten sich die meisten vom Überrest freiwillig, um gratis biblische Traktate zu verteilen; mehrere Hunderte waren Vollzeit-Pionier-Verkündiger; als öffentliche Redner dienten hauptsächlich die gewählten Ältesten der Versammlungen, und viele waren bloss Versammlungsbesucher. Jetzt aber mussten alle tätige Zeugen werden, und ihre Lippen mussten von Furcht rein sein.

      25. Wie wurde die Reinigung bewirkt, und mit welch geeigneten Mitteln?

      25 Jesajas Vision zeigt, dass unsere Reinigung nicht durch menschliche Mittel erfolgt, sondern durch seraphische oder übermenschliche Mittel. Menschen, die selbst unrein sind, könnten die nötige Reinigung nicht bewirken. Dass Jehova sich des Seraphs bedient, erinnert uns daran, wie Lazarus, als er im Gleichnis in bezug auf seinen bettlerhaften Zustand starb, von den Engeln an den Busenplatz Abrahams getragen wurde. Die goldene Zange, deren sich der Seraph bediente, um den rotglühenden Stein oder die glühende Kohle aufzuheben, kam vom goldenen Leuchter im heiligen Abteil des Tempels. (1. Kön. 7:49; 2. Chron. 4:21; 2. Mose 25:38; 37:23; 4. Mose 4:9) Somit gehörte sie zur Beleuchtungsausrüstung. Damit unsere Lippen für das, was sie sagen und wie sie es sagen, gereinigt werden, braucht es geistige Erleuchtung, wie diese durch den goldenen Leuchter symbolisiert wird. Die glühende Kohle, die zu den Lippen geführt wurde, kam nicht von einem gewöhnlichen Feuer her, sondern vom Feuer unter dem Opferaltar im Tempelvorhof, welches Feuer man nicht ausgehen lassen durfte. (3. Mose 6:5, 6) Der Altar stellt das Opfer Christi dar. So kam denn die glühende Kohle vom rechten Ort, um die Lippen wie durch Feuer zu läutern. Sie veranschaulicht die reinigende Botschaft, welche die Überlieferungen und Vorschriften von Menschen zunichte macht und Furchtlosigkeit und Eifer verleiht, so dass die Königreichsbotschaft in den Gebeinen wie brennendes Feuer wird. Jesus sagte: „Ihr seid schon rein des Wortes wegen, das ich zu euch geredet habe.“ (Joh. 15:3, NW) In Übereinstimmung mit diesem streckte Jehova, als er Jeremia als seinen Propheten beauftragte, seine Hand aus und berührte Jeremias Lippen und sprach zu ihm: „Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.“ — Jer. 1:9; Jes. 51:16.

      26. Was war die Sünde des Überrests, wie wurde sie zugedeckt, und zu welchem Zweck diente seine Reinigung?

      26 Irgendeine Unreinheit der Lippen ist in diesen Tagen nach 1914, da Jehova als König zu herrschen begonnen hat, Unrecht und Sünde. Als daher der Seraph Jesajas Lippen mit der rotglühenden Kohle anrührte, sagte er: „Siehe, dieses hat deine Lippen berührt; und so ist deine Ungerechtigkeit gewichen und deine Sünde gesühnt [vergeben, AS].“ Oder wie Rotherhams Übersetzung den Sinn der Worte des Seraphs noch völliger zum Ausdruck bringt: „Und deine Sünde [soll] durch Sühnung zugedeckt werden.“ Die Sünde des Überrests wurde durch das Sühnopfer Jesu, dargestellt durch den Altar, von dem der Seraph die rotglühende Kohle nahm, zugedeckt. Statt also von einem tödlichen Fluche betroffen zu werden wie der vermessene König Ussija, wurde den Überrestgliedern, weil sie bereuten, durch Christus gnädiglich vergeben, und sie wurden nicht vernichtet. Die Reinigung ihrer Lippen war keine Vorbereitung für sie, sogleich heim, in den Himmel, zu gehen. Es war eine Vorbereitung zu Dienst auf Erden für sie in der kritischsten Zeit der Menschheitsgeschichte. So wurden sie bewahrt, um ihre gereinigten Lippen an diesem Tage des Gerichts zu freimütiger Rede zu gebrauchen. — 1. Joh. 4:17, 18, NW.

      27. Welchen Lauf musste der Überrest also fortan verfolgen?

      27 Wie dankbar können wir für diese Reinigung sein! Sie hat uns verschieden gemacht von allen in der Christenheit, die hinsichtlich Unreinheit der Lippen schlimmer und schlimmer wird. Wir dürfen nie in die Unreinheit zurückfallen, indem wir der Furcht vor Geschöpfen wieder nachgeben, sondern müssen weiterschreiten zur Vollkommenheit der Erkenntnis, des Glaubens, der Fähigkeit zum Dienste. Unsere einstige „Ungerechtigkeit“ oder unser Unrecht ist durch Gottes königliche Botschaft für diese „Zeit des Endes“ von uns weggenommen worden, denn sie hat zur Berichtigung dessen gedient, was wir denken und sagen. Dies ist die gesegnete Wirkung der Vision, die wir von ihm in seinem Tempel haben, und von unserer Demütigung vor seinem glorreichen Angesicht.

  • Beauftragung der Zeugen in der Zeit des Endes
    Der Wachtturm 1951 | 1. Juni
    • Beauftragung der Zeugen in der Zeit des Endes

      1, 2. (a) Welche Fragen über Jehovas Zeugen beantwortet die Tempelvision? (b) Wann erscholl der Ruf zum Dienste? Wie?

      DA DIE „bestimmten Zeiten der Nationen“ im Jahre 1914 endeten, sind wir nun 37 Jahre in der „Zeit des Endes“ der Welt Satans gewesen. (Dan. 12:4; 11:40) Während all dieser Zeit sind Jehovas Zeugen immer tätiger und hervorragender geworden. Warum? Wer hat sie beauftragt und ihnen ihre Botschaft gegeben? Hat ihr Zeugnis nach all diesen Jahren seinen Zweck erfüllt? Oder muss es als ein Fehlschlag bezeichnet werden? All dies wurde durch Jesajas Vision im Tempel beantwortet. Nachdem er von seinem Zustand unreiner Lippen gereinigt worden war, hörte er einen Ruf zum Dienste, nicht aus menschlichen Quellen, sondern aus göttlichen. „Und ich hörte die Stimme des Herrn,a welcher sprach: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ (Jes. 6:8) Es war ein Ruf von Gott, dem Höchsten, der allein den Namen Jehova trägt. Der Ruf erscholl im Jahre 1919, dem ersten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, und er kam durch die Bibel, die Jehova in seinem Tempel seinem ergebenen Volke verständlich machte.

      2 Der Ruf wurde in dem zweiteiligen Artikel, betitelt „Glückselig sind die Furchtlosen“b, der im Wachtturm von Oktober-November 1919 erschien, besonders eindringlich hervorgehoben. Er wurde mit noch grösserem Nachdruck anlässlich der internationalen Versammlung der Zeugen Jehovas in Cedar Point, Ohio, vom 1.-8. September 1919 ausgerufen. Die Einladung zum Dienste von Jehova in seinem Tempel erging als ein allgemeiner Aufruf, und die Gelegenheit wurde irgend jemandem angeboten, der sie beachten und benutzen wollte. Gleichwie Jesaja besassen die Überrestglieder die Freiheit, diesem Rufe im Jahre 1919 Folge zu leisten. Warum eigentlich die Religionsgeistlichkeit der Christenheit verfehlt hat, die Vision zu sehen, auf die göttliche Einladung zum Dienst zu hören und ihr Folge zu leisten, zeigt Jesajas Vision sehr klar.

      3. „Wen soll ich senden?“ Wer fragt dies, und warum?

      3 „Wen soll ich senden?“ Jehova stellt diese Frage, denn er ist es, der seine Zeugen und Gesandten aussendet. Er war es, der Jesus, seinen Sohn, auf diese Erde sandte, damit er sich als „der treue und wahrhaftige Zeuge“ erweise. Bei manchen Gelegenheiten bezeugte Jesus, dass er gesandt worden sei. (Joh. 3:17, 34; 5:36; 7:28, 29; 8:42) So war denn Jehova, der Sendende, grösser als Jesus, der Gesandte. (Joh. 13:16; 14:28) Jesaja in alter Zeit hatte Kinder. Jesus ist der grössere Jesaja, dem Jehova Kinder gegeben hat, nämlich seine gesalbten Nachfolger, und auch diese sendet Jehova aus, zu predigen und Zeugnis abzulegen. Um die unverfälschte göttliche Botschaft andern zu bringen, müssen sie ausgesandt oder von Jehova beauftragt werden. Deswegen fragt Paulus, einer von diesen Gesandten: „Wie aber werden sie hören ohne jemand, der predigt? Wie aber werden sie predigen, wenn sie nicht ausgesandt worden sind?“ (Röm. 10:14, 15, NW) Ohne die Ordination, wodurch Gott der Höchste seine Vertreter aussendet, kommt niemand im Namen Gottes. Wenn er aber durch Gottes Ermächtigung gesandt wird, braucht er niemand um Predigterlaubnis zu bitten.

      4. Wer ist mit dem Worte „uns“ gemeint in seiner Frage: „Wer wird für uns gehen?“ Weshalb?

      4 Jehova verbindet jemand anders mit sich im Tempel, wenn er beifügt: „Und wer wird für uns gehen?“ Unter dem Fürwort „uns“ sind hier die gleichen zu verstehen wie damals, als Gott bei der Schöpfung sprach: „Lasset uns Menschen machen.“ Ferner: „Der Mensch ist geworden wie einer von uns.“ Und in Babel: „Lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren.“ (1. Mose 1:26; 3:22, Schmoller; 11:7) Durch die Verwendung des Mehrzahlfürwortes „uns“ meinte Jehova nicht sich selbst und die Seraphim im Tempel, sondern sich und seinen einziggezeugten Sohn, der der Mensch Christus Jesus wurde, und durch den er alle Dinge erschaffen hatte. Folglich stellte die Herrlichkeit, die Jesaja im Tempel sah, in erster Linie die Herrlichkeit Jehovas und in zweiter Linie die seines Sohnes dar. Diese Herrlichkeit strahlt der Sohn zu der Zeit aus, da Jehova ihn als seinen „Boten des Bundes“ zum Werk des Richtens in den Tempel sendet. So steht geschrieben: „Und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr suchet; und der Engel [Bote, van Ess] des Bundes, den ihr begehret: siehe, er kommt, spricht Jehova der Heerscharen. Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen; und er wird die Kinder Levi reinigen und sie läutern wie das Gold und wie das Silber, so dass sie Opfergaben dem Jehova darbringen werden in Gerechtigkeit.“ (Mal. 3:1, 3) Als er im Jahre 1918 in seiner Herrlichkeit zum Tempel kam, begann er das Werk des Richtens und Reinigens des ihm ergebenen Überrests auf Erden, damit dessen Glieder für ihn und für Jehova mit „reiner Sprache“ ausziehen möchten.

      5. Wie handelte Jesaja dementsprechend? Wer hat gleich ihm Folge geleistet? Wann? Warum?

      5 Der Dienst wird niemandem aufgezwungen, sondern steht Freiwilligen offen. Die Art des Dienstes wird zuerst nicht enthüllt, doch was es auch immer sein mag, ist es Dienst für Jehova und geschieht kraft seiner Ordination. Als ein rechtes Beispiel für uns erwiderte Jesaja: „Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich.“ (Jes. 6:8) Ebenso hatte sich im Jahre 1919 der „treue und verständige Sklave“ freiwillig zum Dienste gestellt. Es ging darum, ob er sich dem Dienst für Gott als tot erweise wie der aussätzige König Ussija, oder ob er sich zur Tätigkeit aufraffen und auf die Einladung eingehen werde und gesandt zu werden wünschte. Dem göttlichen Ruf zum Dienste in der „Zeit des Endes“ dieser Welt zu folgen, erforderte Glauben, Liebe und Mut. Gleichwie sich Jesaja, nachdem seine Lippen gereinigt worden waren, zum Folgeleisten geeignet fühlte, ebenso fühlte sich auch der gereinigte Überrest geeignet, dem Vergebung zuteil geworden war, und bot demütig seine Dienste an. — Matth. 24:45-47, NW.

      „GEH HIN UND SPRICH ZU DIESEM VOLKE“

      6. Forderte Gott, dass sie durch Geistliche ordiniert seien? Was zeigt, ob dies nötig ist oder nicht?

      6 Wies Jehova jene zurück, die sich für dieses Schlusszeugnis gegenüber der Welt freiwillig stellten, weil sie nicht von der Geistlichkeit der Christenheit ordiniert waren? Nach seiner bereitwilligen Annahme der Dienste Jesajas zu urteilen: nein. Er fragte nicht, ob Jesaja Priester, Levit, ledig oder verheiratet, ein Gebildeter oder ein gewöhnlicher Arbeiter sei. Er liess ihn die offenstehende Einladung hören und ihr Folge leisten, weil er es zu schätzen wusste, dass er zum Dienste Gottes gereinigt worden war. Ebenso nahm Gott die freiwilligen Dienste des Überrests an, der nun mit der Königreichsbotschaft geläutert war. Was sich bis heute tatsächlich zugetragen hat, zeigt, dass er dessen Glieder in wunderbarer Weise als seine gesalbten Zeugen unter den Nationen gebrauchte, so dass sich die ganze Welt über sie verwundert, auch wenn sie sie hasst und verfolgt.

      7, 8. Was zu tun, wurden sie beauftragt? Wie tun sie dies recht?

      7 Prüfe nun an Hand deiner eigenen Beobachtungen und sieh, ob sie getan haben, was Jesaja zu tun beauftragt war: „Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volke: Hörend höret, und verstehet nicht; und sehend sehet, und erkennet nicht! Mache das Herz dieses Volkes fett, und mache seine Ohren schwer, und verklebe seine Augen: damit es mit seinen Augen nicht sehe und mit seinen Ohren nicht höre, und sein Herz nicht verstehe, und es nicht umkehre und geheilt werde.“ — Jes. 6:9, 10.

      8 Jesaja wurde zum Volke gesandt, das heisst zum Volke Israel. Um hinzugehen, musste er sich von daheim, von seiner Frau und seinen Angehörigen wegbegeben, obwohl ein Fall berichtet wird, wo er auf Gottes Befehl seinen Sohn Schear-Jaschub mitnahm. (Jes. 7:3) Der Dienst für Gott stand über Familienpflichten. So wie er also seine häuslichen Angelegenheiten einrichten konnte, verliess er sein Heim und ging zu den Menschen, um ihnen zu sagen, was Gott ihm zu sagen gebot. Er bildete eine Gruppe von Jüngern oder Schülern. (Jes. 8:16) Es wurde nicht nach den Leuten geschickt, sondern Gott entsandte seinen Wortführer zu ihnen. Der grössere Jesaja und seine Jünger, das heisst Jesus und seine Apostel, zeigten, dass die von Gott Gesandten den rechten Weg gehen, wenn sie sich in die Wohnungen der Leute begeben. Somit weilen die Überrestglieder der Jesaja-Klasse heute nicht zufolge einer Einladung bei den Menschen, noch werden sie von den Leuten des neuzeitlichen Gegenstücks Israels, der Christenheit, aufgesucht. Jehova selbst ergreift die Initiative und entsendet sie mit dem Gebot, zu den Menschen hinzugehen. Da sie sich unter einem Weihegelübde ihm gegenüber befinden und sich freiwillig gestellt haben, müssen sie hingehen, und die Behörden der Christenheit haben kein Recht, sie zurückzuhalten.

      9. Enthielt das, was Jesaja zu sagen geboten wurde, den Kern der Botschaft, oder was zeigt es? Welche Aufzeichnung darüber zeigt dessen Wichtigkeit?

      9 Was dem Jesaja hier geboten wurde, dem Volke zu sagen, war nicht direkt der Inhalt seiner Botschaft, sondern sollte die Wirkung derselben beschreiben. Was er dem Volke tatsächlich ausrichtete, ist in den übrigen sechzig Kapiteln seiner Prophezeiung enthalten. Der grössere Jesaja, Jesus Christus, wandte das, was Jesaja hier zu sagen geboten wurde, auf sich selbst an. Indem Jesus erklärte, warum er in Gleichnissen des Königreiches zu dem Volke redete, unterrichtete er seine Jünger: ‚Schauend, schauen sie vergeblich, und hörend, hören sie vergeblich und erfassen auch den Sinn davon nicht; und an ihnen erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas, welche sagt: „Hörend werdet ihr hören, doch den Sinn keineswegs erfassen; und schauend werdet ihr schauen, doch keineswegs sehen. Denn das Herz dieses Volkes ist dick geworden, und mit ihren Ohren haben sie gehört und es als Belästigung empfunden, und ihre Augen haben sie geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen den Sinn davon erfassen und umkehren und ich sie heile.“ ‘ (Matth. 13:13-15, NW) Paulus, einer der Apostel Jesu, wandte dieselbe Prophezeiung auf sich selbst an, um zu zeigen, wie sie die Wirkung seines Werkes beim Volke des natürlichen Israel voraussagte. (Apg. 28:25-28) Tatsache ist, dass dieser Auftrag an Jesaja in den Christlichen Griechischen Schriften sechsmal angeführt wird. So erscheint er denn insgesamt sieben Mal in der ganzen Bibel, was ihn zu einer bedeutsamen Prophezeiung für unsere eigenen Tage macht. — Matth. 13:14, 15; Mark. 4:12; Luk. 8:10; Apg. 28:25-27; Röm. 11:8; Joh. 12:39, 40.c

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen