-
Das wandelnde „Nadelkissen“ aus der Welt der NagerErwachet! 1976 | 8. Juni
-
-
nicht zu fürchten, denn Marco Polos Beobachtung stimmt nicht: Wir schießen unsere Stacheln nämlich nicht ab. Natürlich, wenn ich gereizt werde, bewege ich meinen Schwanz hin und her und schlage damit zu, dabei mögen sich Stacheln loslösen. Aber ihr könnt euch beruhigen, ich schieße meine Stacheln nicht ab.
Manchmal gelingt es einem Marder — einem Tier, das mit dem Wiesel verwandt ist —, einen von uns auf den Rücken zu rollen und ihn in die unbewehrten Weichteile zu beißen. Oder jenes „Monstrum“ mag ein Loch in den Schnee graben, unter der Schneedecke entlangkriechen und uns von unten angreifen. Doch in der Regel vermögen uns unsere Feinde nicht zu überwältigen.
Hin und wieder kommt es vor, daß eines von uns nordamerikanischen Stachelschweinen in einen Kochtopf wandert. Aber den meisten Menschen schmeckt unser Fleisch nicht, oder vielleicht finden sie auch, es sei zu kompliziert, sich das Fleisch einer solch stachelbewehrten „Festung“ zu beschaffen.
Soweit mein Bericht. Vielleicht treffen wir uns wieder einmal. Warum mich dann nicht respektvoll aus einer gewissen Entfernung bewundern? Ihr Menschen mögt mich als „Nadelkissen“ bezeichnen, aber ich bin kein gewöhnliches Nadelkissen, denn meine „Nadeln“ weisen alle in die falsche Richtung, jedenfalls soweit es euch Menschen betrifft.
-
-
Warum verschiedene Versionen der Zehn Gebote?Erwachet! 1976 | 8. Juni
-
-
Was sagt die Bibel?
Warum verschiedene Versionen der Zehn Gebote?
MIT Recht sind die Zehn Gebote als ein Kunstwerk gepriesen worden. Treffend wurde über sie gesagt: „Diese Gebote ... an sich sprechen uns als etwas an, was von einer übermenschlichen, göttlichen Quelle herkommt, ... sie stehen ohne weiteres an der Spitze unseres ganzen Moralsystems, und keine Nation oder kein Volk kann lange glücklich weiterbestehen, wenn es sie offen übertritt“ (Biblical Law, H. B. Clark).
Die Zehn Gebote sind von einigen mit dem Codex Hammurabi verglichen worden, ja, man hat sogar behauptet, der Codex Hammurabi hätte als Vorbild dafür gedient. Aber nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. In den Zehn Geboten wurde der Nachdruck auf die Pflichten gelegt, die der Israelit gegenüber Jehova Gott hatte; im Codex Hammurabi und in anderen, ähnlichen altheidnischen Kodizes wird der Nachdruck auf die Pflichten gegenüber dem Mitmenschen gelegt. Tatsächlich ist der Codex Hammurabi in dem Sinn, wie das Wort „Codex“ von den heutigen Juristen definiert wird, gar kein Gesetzbuch, denn darin werden lediglich allgemeine sittliche Grundsätze auf spezielle Fälle angewandt. Jede dieser Bestimmungen beginnt wie folgt: „Gesetzt“, jemand hat das oder das getan, „so wird“ er so und so bestraft werden.
Das steht in krassem Gegensatz zu den Zehn Geboten. Sie gelten als „apodiktisches Recht“, das heißt, sie sind absolute, kategorische, kurzgefaßte, in sich vollständige Befehle oder Verbote und benötigen daher keine Erklärung.
Man ist sich im allgemeinen darin einig, daß es sich bei den Geboten, die Jehova Israel gab und die er auf Steintafeln schrieb, nur um zehn handelte. Das geht deutlich aus dem inspirierten Bericht hervor, in dem von den Zehn Geboten, auch als Dekalog bekannt, was „die zehn Worte“ bedeutet, gesprochen wird. Was die Zählung oder Einteilung dieser Gebote betrifft, so gibt es jedoch vier verschiedene Versionen (2. Mose 34:28; 5. Mose 4:13; 10:4).
Die unterschiedliche Zählung oder Einteilung betrifft nur das erste, zweite und letzte
-