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  • Das Buch mit den genauen geschichtlichen Zeitangaben
    Der Wachtturm 1968 | 15. November
    • Das Buch mit den genauen geschichtlichen Zeitangaben

      1. Welche geschichtlichen Ereignisse sind uns persönlich bekannt?

      BESTIMMT sind wir uns nicht im unklaren darüber, wo wir uns im Augenblick befinden, und zweifellos wissen wir auch, wie wir hierhergekommen sind. Wir wissen ebenfalls genau, wann sich etwas zugetragen hat, was wir selbst erlebt haben. Wir wissen zum Beispiel, wo wir vor einer Stunde, vor einem Tag oder vor einer Woche gewesen sind und was wir zu jener Zeit getan haben. Die meisten von uns wissen, wie alt sie sind, und können manches, was sich zu ihren Lebzeiten ereignet hat, ziemlich genau wiedergeben.

      2, 3. Welche wichtigen Fragen erheben sich in Verbindung mit geschichtlichen Ereignissen, die sich in der fernen Vergangenheit abgespielt haben?

      2 Wie steht es aber mit der fernen Vergangenheit? Wissen wir auch, wann sich gewisse Ereignisse abgespielt haben, die wir nicht selbst erlebt haben? Wissen wir zum Beispiel, in welchem Jahr Jesus geboren wurde oder, was noch wichtiger ist, wann er gestorben ist? Schließlich war er der größte Mensch, der je gelebt hat. Wissen wir, in welchem Jahr die Babylonier Jerusalem zerstörten? Dieses Datum ist sehr wichtig, um zu verstehen, warum gewisse Dinge zu unseren Lebzeiten geschehen sind. Wo befinden wir uns heute im Strom der Zeit? Wissen wir, daß in sieben Jahren 6 000 Jahre seit der Erschaffung Adams verflossen sind? Was sollten wir, sofern wir das Jahr 1975 erleben, davon erwarten?

      3 Das sind bestimmt interessante, wichtige Fragen, doch wo finden wir eine zuverlässige Antwort darauf? Da Ereignisse, die sich lange vor unseren Lebzeiten abgespielt haben, dabei von großer Bedeutung sind, erhebt sich die Frage: Wo erlangen wir den erforderlichen Aufschluß? Welche Urkunden aus der Vergangenheit liefern uns zuverlässige, genaue Angaben.

      4. Was hilft uns, eine Antwort auf unsere Fragen zu finden?

      4 Der aufrichtige Wahrheitssucher sollte nicht denken, es sei aussichtslos, nach einer Antwort auf diese Fragen zu suchen. Es steht ihm nämlich ein Buch zur Verfügung, das das älteste und, was noch wichtiger ist, das glaubwürdigste und zuverlässigste Geschichtsbuch ist, die höchste Autorität und ein Maßstab, an dem alle anderen Zeugnisse gemessen werden können. Erfreulicherweise ist diese geschichtliche Urkunde in die geläufigen Sprachen übersetzt. Dieses Buch ist die Bibel, das inspirierte heilige Wort Jehovas Gottes. Jehova allein kennt das Ende und den Anfang. — Jes. 46:10.

      5. Von welchem Wert ist die Bibel als Geschichtsbuch?

      5 Weltliche Geschichtsschreiber, die uns über die ferne Vergangenheit Aufschluß geben, sich aber spöttisch über den Bibelbericht hinwegsetzen, sind gezwungen, die Lücken zwischen ihren armseligen, fragmentarischen archäologischen Funden mit unzuverlässigen Überlieferungen, zweifelhaften Berechnungen und unbegründeten Mutmaßungen auszufüllen. Aufrichtige Forscher — und es sind ihrer nicht wenige — haben dagegen den wahren Wert der Bibel als unanfechtbares, durch archäologische Ausgrabungen ausgiebig bestätigtes Zeugnis erkannt. Die Bibel hat sich tatsächlich als der vollständigste Bericht über die ferne Vergangenheit erwiesen, als ein Buch, dessen Angaben absolut genau sind. Mit Hilfe dieses Buches und seiner genauen Zeitangaben können wir ohne große Schwierigkeiten die Zeit der Erschaffung Adams berechnen und die Lücken, die die Aufzeichnungen weltlicher Geschichtsschreiber aufweisen, mit zuverlässigen Zeitangaben ausfüllen. Ja, wir können es sogar verhältnismäßig schnell und mit wenig Mühe tun.

      ÄNDERUNGEN IM KALENDER

      6. Wann wurde unser heutiger Kalender eingeführt, und wie genau ist er?

      6 Heute berechnen wir die Zeit nach dem Gregorianischen Kalender. Dieser Kalender ist aber noch keine 400 Jahre alt. Papst Gregor XIII. ersetzte 1582 dadurch den Julianischen Kalender, der bis zu jenem Jahr um etwa zehn Tage vom Lauf der Sonne abgewichen war. Um diese Abweichung zu beheben, ordnete der Papst die Weglassung von zehn Tagen im Monat Oktober an. Der 5. Oktober 1582 wurde daher als der 15. Oktober bezeichnet. Dieser heute noch gebräuchliche Kalender ist so genau, daß er nur um 26,3 Sekunden vom eigentlichen Sonnenjahr abweicht. Dieser Unterschied wächst jedes Jahrhundert nur um 0,53 Sekunden an. Das macht alle hunderttausend Jahre einen Unterschied von nicht einmal ganz neun Minuten und alle sechzehn Millionen Jahre weniger als einen Tag aus.

      7. Wann wurde der Julianische Kalender eingeführt, und welchen Unterschied behob er?

      7 Der Julianische Kalender, der dem Gregorianischen vorausging, war im Jahre 46 v. u. Z., das als das „Jahr der Verwirrung“ bekannt ist, von Julius Cäsar eingeführt worden. Bis zu jenem Jahr waren nämlich die älteren Kalender dem Lauf der Sonne etwa um drei Monate voraus, weshalb es nötig wurde, das Jahr 46 v. u. Z. auf 445 Tage zu verlängern, damit die Sonne den Kalender sozusagen einholen konnte.

      8. Wie datiert die Bibel bestimmte Ereignisse, und welche Schwierigkeit entsteht, wenn man feststellen möchte, wann sich diese Ereignisse nach dem heutigen Kalender abspielten?

      8 Wenn die in der Bibel erwähnten Ereignisse nach dem Julianischen oder nach einem früheren Kalender datiert wären, dann wäre es ziemlich einfach, diese Daten auf den Gregorianischen Kalender zu übertragen. Dem ist aber nicht so. Die Bibel berichtet über manche voneinander unabhängige Zeitperioden und Ereignisse und datiert sie auf ihre besondere Art, voneinander völlig getrennt. Einige sind nach dem Beginn der Herrschaft eines bestimmten Königs datiert (Neh. 2:1; Esth. 1:1-3; Dan. 9:1, 2; Luk. 3:1), andere nach einem militärischen Sieg oder der Vernichtung einer großen Nation (1. Kö. 6:1; Hes. 1:1, 2; 8:1; 20:1; 40:1) oder nach einem außergewöhnlichen Ereignis wie die Flut der Tage Noahs. (1. Mose 9:28, 29) Die Schwierigkeit besteht nun darin, festzustellen, wann sich diese biblischen Ereignisse nach unserem heutigen Kalender abgespielt haben.

      9, 10. (a) Wie könnte diese Schwierigkeit veranschaulicht werden? (b) Was müßte unser Wanderer zuerst tun, um sein Problem zu lösen?

      9 Die Schwierigkeit könnte anhand folgender Geschichte veranschaulicht werden. Ein englischer Tourist, der eine historische Stätte auf dem europäischen Kontinent besuchen wollte, verließ eines Morgens sein Hotel und wanderte gemütlich durch den Wald, wobei er an den schönen Stellen und den kleinen Teichen, an denen er vorbeikam, kurz haltmachte. Im Laufe des Nachmittags kam er über einen Fluß und verfolgte den Weg weiter über den Berg. Gegen Abend fragte er sich, wie weit er wohl gewandert sei. Er erinnerte sich, daß anfänglich die Entfernung zwischen den Stellen, an denen er haltgemacht hatte, auf den Wegweisern jeweils in Metern angegeben war, aber nach der Brücke gab es keine Wegweiser mehr.

      10 Um festzustellen, welche Strecke er zurückgelegt hatte, mußte unser Wanderer nicht nur die anfänglich auf den Wegweisern in Metern angegebenen Entfernungen in Fuß umrechnen, sondern er mußte zunächst herausfinden, wie weit es von seinem augenblicklichen Standort bis zum letzten Wegweiser hinter der Brücke über dem Berg war. Kannte er diese Entfernung, dann war es für ihn verhältnismäßig leicht, aufgrund der Angaben auf den Wegweisern die übrige Strecke zu berechnen.

      11. (a) Was müssen wir also zunächst tun, wenn wir wissen möchten, wo wir uns im Strom der Zeit befinden? (b) Was ist unter einem „absoluten Datum“ zu verstehen, und von welchem Wert ist ein solches Datum?

      11 Ebensowenig läßt sich die Frage, wo sich die Menschheit heute im Strom der Zeit befindet, dadurch lösen, daß man Angaben, die nach früheren Kalendern gemacht wurden, einfach nach den heutigen Kalendern umrechnet. Man muß zuerst feststellen, wie groß der Zeitraum ist, der zwischen der Gegenwart und einem in der biblischen Geschichte erwähnten Zeitpunkt, einem feststehenden, unverrückbaren oder, wenn man so sagen will, absoluten Datum, liegt. Es muß sich dabei um ein Datum handeln, das mit geschichtlichen Ereignissen in Verbindung steht, die sowohl von der Bibel als auch von der Weltgeschichte bestätigt werden und für die nach der heutigen Zeitrechnung das gleiche Datum angegeben wird. Gestützt auf ein solches feststehendes Datum nach dem Gregorianischen Kalender können wir herausfinden, wie weit der betreffende Zeitpunkt zurückliegt und wo wir heute stehen. Von diesem Zeitpunkt ausgehend, können wir dann entweder rückwärts oder vorwärts rechnen, um andere in der biblischen Geschichte erwähnte Ereignisse zeitlich zu bestimmen, selbst wenn sie ursprünglich nach einem anderen Kalender datiert wurden.

      DAS ABSOLUTE DATUM 539 V. U. Z.

      12. Welches absolute Datum steht in Verbindung mit der Eroberung Babylons durch Kores?

      12 Ein solches feststehendes oder absolutes Datum steht mit den Ereignissen in Verbindung, über die in Daniel 5:1 bis 6:1 berichtet wird. Es handelt sich dabei um die Zeit, da die Meder und Perser unter Kores (Kyros) dem Großen während Belsazars berühmtem Festmahl die Stadt Babylon einnahmen und die dritte Weltmacht stürzten. Das war nach dem Gregorianischen Kalender im Jahre 539 v. u. Z., vier Jahre nach dem Beginn der buddhistischen Ära in Indien.

      13, 14. Aufgrund welches bedeutenden Fundes hat man die Eroberung Babylons in das Jahr 539 v. u. Z. datiert?

      13 Das Jahr 539 v. u. Z. ist aufgrund einer Steinurkunde, bekannt als Chronik des Nabonid, als das Jahr festgelegt worden, in dem sich dieses historische Ereignis abspielte. Diese Urkunde ist im Jahre 1879 unter Ruinen in der Nähe von Bagdad gefunden worden und wird im Britischen Museum aufbewahrt. Sidney Smith veröffentlichte in Babylonian Historical Texts Relating to the Capture and Downfall of Babylon (Historische babylonische Texte über die Einnahme und den Sturz Babylons), London, 1924, eine Übersetzung dieser Urkunde, in der es unter anderem heißt:

      14 „Im Monat Taschritu [Tischri, hebräischer 7. Monat], als Kores das Heer von Akkad in Opis am Tigris angriff, erhoben sich die Einwohner von Akkad, aber Nabonid metzelte die verwirrten Einwohner nieder. Am 14. Tag wurde Sippar kampflos eingenommen. Nabonid floh. Am 16. Tag [11./12. Oktober 539 v. u. Z., Julianischer Kalender, oder 5./6. Oktober, Gregorianischer Kalender] zogen Gobryas (Ugbaru), der Statthalter von Gutium, und das Heer des Kores kampflos in Babylon ein. Später wurde Nabonid in Babylon gefangengenommen, als er (dorthin) zurückkehrte. ... Im Monat Arahschamnu [Marcheschwan, hebräischer 8. Monat], am 3. Tag [28./29. Oktober, Julianischer Kalender], zog Kores in Babylon ein, grüne Zweige wurden vor ihm ausgebreitet — der Zustand des ‚Friedens‘ (Sulmu) wurde der Stadt auferlegt.“ — Ancient Near Eastern Texts Relating to the Old Testament (Princeton; 1955), James B. Pritchard, S. 306.

      15, 16. Warum wird Belsazar in der Chronik des Nabonid in Verbindung mit dem Sturz Babylons nicht erwähnt?

      15 Die Chronik des Nabonid enthält also ganz genaue Angaben darüber, wann diese Dinge geschahen. Das ermöglicht es heutigen Gelehrten, dank ihren astronomischen Kenntnissen diese Daten nach dem Julianischen oder Gregorianischen Kalender zu bestimmen. Warum diese Chronik in Verbindung mit der Einnahme Babylons durch Kores Belsazar nicht erwähnt, erklärt Professor Jack Finegan in seinem Buch Light from the Ancient Past (Licht aus ferner Vergangenheit, 1959), in dem er übrigens das Jahr 539 ebenfalls bestätigt. Auf den Seiten 227—229 seines Werkes heißt es unter anderem:

      16 „Nabunaid (Nabonid) regierte mit Belsazar, seinem ältesten Sohn, zusammen. In babylonischen Inschriften wird Belsazar als Kronprinz bezeichnet. ... Da Belsazar in Babylon Mitregent war und es möglicherweise bis zuletzt blieb, ist es nicht verkehrt, wenn das Buch Daniel (5:30) ihn als den letzten König von Babylon darstellt. Im 17. Jahr des Königs Nabunaid fiel Babylon Kores, dem Perser, in die Hände. Die Chronik des Nabunaid gibt genaue Daten an. Im Monat Taschritu, am 14. Tag (10. Oktober 539 v. Chr.), nahmen die persischen Streitkräfte Sippar ein; am 16. Tag (12. Oktober) ‚zog das Heer des Kores kampflos in Babylon ein‘, und im Monat Arahschamnu, am 3. Tag (29. Oktober), kam Kores selbst in die Stadt.“

      17. Welche weitere Bestätigung haben wir für Tag, Monat und Jahr der Einnahme Babylons?

      17 Andere Forscher sagen folgendes: „Aus der Chronik des Nabunaid geht hervor, ... daß Sippar am VII.14.17.a (10. Okt. 539b) den persischen Streitkräften in die Hände fiel, daß Babylon am VII.16.17. (12. Okt.) eingenommen wurde und daß Kores am VIII. 3.17.c (29. Okt.) in Babylon einzog. Dadurch wird das Ende der Regierung des Nabunaid und der Anfang der Regierung des Kores festgelegt. Interessanterweise trägt die als letzte dem Nabunaid zugeschriebene Urkunde von Uruk das Datum des Tages nach der Einnahme der Stadt Babylon durch Kores. Die Nachricht von deren Eroberung war noch nicht bis in die etwa 200 Kilometer südlich gelegene Stadt gedrungen.“ — Brown University Studies Vol. XIX Babylonian Chronology 626 B.C.—A.D. 75, Parker und Dubberstein, 1956, S. 13.

      18. (a) Welche Jahreszahl wird von etwa zwanzig Geschichtsschreibern und Kommentatoren einmütig bestätigt? (b) Ist diese Übereinstimmung erst in letzter Zeit erreicht worden?

      18 Von maßgeblicher Seite wird das Jahr 539 v. u. Z. heute allgemein als das Jahr der Eroberung Babylons durch Kores den Großen anerkannt. Wir möchten den obigen Zitaten noch einige weitere hinzufügen, um zu zeigen, was Geschichtsbücher, und zwar Nachschlagewerke und Schulbücher, im großen und ganzen hierüber sagen.d Diese kurzen Zitate zeigen ferner, daß man nicht erst in jüngster Zeit auf dieses Datum gekommen ist, sondern daß es gründlich geprüft und in den letzten sechzig Jahren allgemein anerkannt worden ist.

      „Kores zog im Jahre 539 v. Chr. in Babylon ein.“ (Encyclopædia Britannica, 1946, Bd. 2, S. 852) „Als Kores das Heer des Nabonid geschlagen hatte, ergab sich Babylon, im Oktober 539, dem persischen General Gobryas.“ — Ebd., Bd. 6., S. 930.

      „Im Jahre 539 v. Chr. fiel Babylon kampflos in die Hände des Achämeniden Kores des Großen.“ — The Encyclopedia Americana, 1956, Bd. III, S. 9.

      „Babylon wurde im Jahre 539 v. Chr. von Kores erobert.“ — Yale Oriental Series · Researches · Vol. XV, 1929, Nabonidus and Belshazzar, Dougherty, S. 46.

      „Die Perser nahmen die Stadt im Jahre 539 v. Chr. ein.“ (The World Book Encyclopedia, 1966, Bd. 2, S. 10) „Im Jahre 539 v. Chr. eroberten die Perser Babylonien.“ (Ebd., S. 13) „Nabonid, der letzte König des chaldäischen Babylonien, der von 555 bis 539 v. Chr. regierte.“ — Ebd., S. 193.

      „Der Untergang Lydiens bereitete den Persern den Weg für einen Angriff auf Babylonien. Die Eroberung dieser Landschaft ging unerwartet leicht vor sich. Im Jahre 539 v. Chr. öffnete die große Stadt Babylon dem persischen Heer ihre Tore.“ — Ancient History, Hutton Webster, 1913, S. 64.

      „Im Jahre 539 v. Chr. eroberte Kores auch Babylon.“ — The Story of the Ancient Nations, W. L. Westermann, 1912, S. 73.

      „Im Jahre 539 v. Chr. rückte Kores jedoch gegen Babylonien vor. ... Sippar wurde ohne einen einzigen Schwertstreich eingenommen, und zwei Tage später zog die Vorhut der Armee des Kores in Babylon ein.“ — History of the Hebrews, F. K. Sanders, 1914, S. 230.

      „Wahrscheinlich verging nicht viel Zeit zwischen seinem [Nebukadnezars] Tod und dem Sturz des Chaldäerreiches, das 539 von Kores erobert wurde.“ — The Biblical Period, W. F. Albright, abgedruckt aus The Jews; Their History, Culture and Religion, herausgegeben von Louis Finkelstein, 1955, S. 49.

      „Kores zog am 29. Oktober 539 v. Chr. in Babylon ein und trat als Befreier des Volkes auf.“ — The Zondervan Pictorial Bible Dictionary, 1965, S. 193; siehe ferner die Seiten 93, 104, 198, 569.

      „Nebukadnezar hatte Babylon mit gewaltigen Mauern umgeben, aber nach der Niederlage des Heeres Belsazars ergab sich die Stadt ohne großen Widerstand im Jahre 539 v. Chr.“ — World History at a Glance, Reither, 1942, S. 28, 29.

      „Nach der Eroberung des neubabylonischen Reiches durch die Perser öffnete Babylon Kores im Jahre 539 v. Chr. widerstandslos seine Tore.“ — The Interpreter’s Dictionary of the Bible, 1962, S. 335.

      „Im siebzehnten Jahr des Nabonid (539 v. Chr.) nahm Kores Babylon ein.“ — The Popular and Critical Bible Encyclopædia and Scriptural Dictionary, Fallows, 1913, Bd. 1, S. 207.

      „Im Jahre 539 v. Chr. fügte Kores der Große den Reichen, die er erstaunlich leicht und schnell erobert hatte, das babylonische Reich hinzu.“ — A New Standard Bible Dictionary, 1926, S. 91.

      „Im Jahre 539 v. Chr. wurde die Stadt [Babylon] überraschend schnell eingenommen.“ — The Universal Bible Dictionary, Peloubet, 1912, S. 69.

      „Im Jahre 539 v. Chr. endete die semitische Hegemonie im alten Orient und begann die arische Vorherrschaft, die mindestens tausend Jahre anhielt. Die Eroberung Babylons durch Kores bildete die Grundlage für die späteren Entwicklungen unter der Herrschaft der Griechen und Römer.“ — Darius the Mede, Whitcomb, 1959, Vorwort, S. 2.

      „Kores eroberte im Jahre 539 v. Chr. auch Babylon und wurde dadurch Herr über Mesopotamien und Syrien.“ — Ancient and Medieval History, Hayes und Moon, 1930, S. 92.

      „Nabonid (Nabunaid) ... war der letzte König von Babylon (555—539 v. Chr.).“ — The Catholic Encyclopedia, 1907, Bd. 2, S. 184.

      „Das Chaldäerreich (das zweite babylonische Reich) mit Babylon, seiner Hauptstadt, ... bestand bis zum Jahre 539 v. Chr. In diesem Jahr brach es unter dem Angriff des Kores zusammen.“ — The Outline of History, H. G. Wells, 1921, S. 140.

      „539 unterlag das babylon. Heer unter seinem [Nabonids] Sohn Belsazar dem Achämeniden Kyros.“ — Der Große Brockhaus, 1953, erster Band, S. 562.

      „539 v. Chr. eroberte Kores Babylon.“ — Lexikon zur Bibel, R. Brockhaus Verlag, 1960, S. 173.

      „Im Jahre 539 erobert Cyrus [Kores] die Stadt Babylon, ... [Babylonien] wird eine Provinz des persischen Reiches.“ — Bibel-Lexikon, herausgegeben von Herbert Haag in Verbindung mit anderen Gelehrten, 1956, S. 150, unter „Babylonien“.

      19. Wie lange ist es also her, daß Babylon von den Persern gestürzt wurde?

      19 Da das Jahr 539 v. u. Z. so eindeutig feststeht und von so vielen Gelehrten bestätigt wird, können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, wo wir heute, 2 500 Jahre nach dem Sturz Babylons, stehen. Am 6. Oktober 1968 waren seit dem Sturz des dritten Weltreiches 2 506 Jahre vergangen.e Wir können nun auch andere wichtige Ereignisse datieren, die sich vor dem Jahre 539 abspielten. Wenn wir uns dabei an die in der Bibel erwähnten Zeitangaben halten, fällt uns dies nicht schwer, und wir vermeiden die Irrtümer, denen anerkannte Chronologen der Christenheit zum Opfer gefallen sind.

      JERUSALEM IM JAHRE 607 V. U. Z. ZERSTÖRT

      20. (a) Kommt der Name „Darius“ in Keilinschriften vor? (b) Wovon sind wir indes überzeugt?

      20 Personen, die an Jehova, den Gott Daniels, glauben, machen ihr Vertrauen zur historischen Zuverlässigkeit der Bibel nicht von weltlichen Urkunden abhängig, die noch gar nicht gefunden worden sind oder die unvollständig, fehlerhaft und nicht inspiriert sind. Obwohl daher der Name „Darius“ in den bisher entdeckten heidnischen Keilinschriften nicht zu finden ist, zweifeln sie keineswegs an der Wahrhaftigkeit des Zeugnisses der Bibel. Der unter göttlicher Inspiration niedergeschriebene Geschichtsbericht ist unmißverständlich: „In derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet. Und Darius, der Meder, bekam das Königreich, als er ungefähr zweiundsechzig Jahre alt war.“ (Dan. 5:30; 6:1) Einige Forscher glauben — und sie bringen auch stichhaltige Argumente vor —, dieser Darius sei identisch mit Gubaru, dem Statthalter des Kores, der mit Kores in Babylon einzog und dort Statthalter einsetzte.f Daniel spricht wiederholt von Darius, dem Meder; er bezeichnet ihn jedoch nicht als Statthalter, sondern als König, ja er spricht ihn sogar persönlich als solchen an. — Dan. 6:2, 7-10, 13-26.

      21. Welche überraschende Entdeckung machte Daniel im ersten Jahr der Regierung des Darius?

      21 In den wenigen Monaten, die Darius auf dem Thron saß, machte Daniel eine überraschende Entdeckung im Hinblick auf die Zeit: „Im ersten Jahre Darius’, des Sohnes Ahasveros’, aus dem Samen der Meder, welcher über das Reich der Chaldäer König geworden war, im ersten Jahre seiner Regierung merkte ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, betreffs welcher das Wort Jehovas zu dem Propheten Jeremia geschehen war, daß nämlich siebenzig Jahre für die Verwüstung Jerusalems vollendet werden sollten.“ (Dan. 9:1, 2) Die Frage, wann diese siebzig Jahre ablaufen würden, beschäftigte Daniel bestimmt sehr. Glücklicherweise mußte er nicht lange auf eine Antwort warten.

      22. Wie lange regierte Darius I., und wer folgte ihm als König von Babylon auf den Thron?

      22 Darius I. regierte nur kurze Zeit. Da vom „ersten Jahre“ seiner Regierung die Rede ist, muß er mindestens ein ganzes Jahr König gewesen sein. (Dan. 9:1; 11:1) Kores folgte ihm gegen Ende des Jahres 538 auf den Thron, und Jehovas Prophet Daniel blieb in seinem hohen Amt. „Und dieser Daniel hatte Gedeihen unter der Regierung des Darius und unter der Regierung Kores’, des Persers.“ (Dan. 6:2, 28) Die beiden Könige und ihre Reiche waren eng miteinander verbunden, was daraus hervorgeht, daß immer wieder von dem „Gesetz der Meder und Perser“ die Rede ist. — Dan. 6:9, 13, 16.

      23. (a) Welche wunderbare Prophezeiung sollte sich in Kürze erfüllen? (b) Wann waren die Juden wieder in ihrer Heimat, und was hatte so schnell zu ihrer Rückkehr geführt?

      23 Zweihundert Jahre früher hatte Jehova durch den Mund seines Propheten Jesaja sagen lassen: „[Ich bin es,] der von Kores spricht: Mein Hirt, und der all mein Wohlgefallen vollführt, indem er von Jerusalem sprechen wird: es werde aufgebaut! und vom Tempel: er werde gegründet!“ (Jes. 44:28) Diese zweihundert Jahre alte Prophezeiung sollte sich nun in Kürze erfüllen. Kores bestieg den Thron, und „im ersten Jahre Kores’“, mindestens vor dem Frühjahr 537, „erweckte Jehova den Geist Kores’“. Kores gab den berühmten Erlaß heraus, der durch Abschriften im ganzen Reich bekanntgemacht wurde und der den Juden gestattete, in ihr Land zurückzukehren und den Tempel Jehovas wieder aufzubauen. Das gab den Juden genügend Zeit, sich in ihrer Heimat niederzulassen, ‘den Altar an seiner Stätte aufzurichten’ und ‘am ersten Tage des siebenten Monats anzufangen, Jehova Brandopfer zu opfern’. Nach Berechnungen, die aufgrund der besten vorhandenen astronomischen Tabelleng vorgenommen wurden, war dieser Tag, der „erste Tag des siebenten Monats“, der 5. Oktober (Julianischer Kalender) oder der 29. September (Gregorianischer Kalender) 537 v. u. Z. — Esra 1:1-4; 3:1-6.

      24. Wann begann also die siebzigjährige Verödung, und wann endete sie?

      24 Damit haben wir einen weiteren Markstein endgültig festgelegt: die Zeit, da die siebzigjährige Verödung des Landes Juda endete — um den 1. Oktober 537. (Jer. 25:11, 12; 29:10) Nun ist es nicht mehr schwer, festzustellen, wann die siebzig Jahre begannen. Wir müssen lediglich 70 Jahre zu 537 hinzuzählen und kommen dann auf 607. Demnach war das Land Juda ungefähr vom 1. Oktober 607 v. u. Z. an gänzlich verödet und vollständig ohne Bewohner.

      25. Die Beantwortung welcher Frage steht mit dem Jahr 607 v. u. Z. in Verbindung?

      25 Wie wichtig das Jahr 607 v. u. Z. für die biblische Chronologie ist, geht aus dem folgenden Artikel noch deutlicher hervor, der der Beantwortung der Frage: Wann wurde Adam erschaffen?, gewidmet ist.

  • Was erwartest du von 1975?
    Der Wachtturm 1968 | 15. November
    • Was erwartest du von 1975?

      1, 2. (a) Was hat das Interesse für das Jahr 1975 besonders entfacht, und wozu hat dies geführt? (b) Welche Fragen erheben sich aber?

      WARUM ist heute soviel von 1975 die Rede? Um dieses Jahr sind unter ernsthaften Erforschern der Bibel in den letzten Monaten rege, zum Teil von Mutmaßungen ausgehende Debatten entstanden. Das Jahr 1975 interessiert sie deshalb so sehr, weil sie glauben, daß in diesem Jahr 6 000 Jahre seit der Erschaffung Adams vergangen sein werden. Die Nähe dieses bedeutenden Jahres regt die Vorstellungskraft an und bildet einen unerschöpflichen Gesprächsstoff.

      2 Doch halt! Wieso wissen wir, daß ihre Berechnungen stimmen? Worauf stützen sie sich, wenn sie sagen, Adam sei vor nahezu 5 993 Jahren erschaffen worden? Läßt das einzige Buch, dessen geschichtliche Aufzeichnungen absolut glaubwürdig und zuverlässig sind, das inspirierte Wort Jehovas, die Bibel, diese Schlußfolgerung zu?

      3. Gehört die Jahreszahl für die Erschaffung Adams, die in manchen Ausgaben der Bibel angegeben wird, zum inspirierten Text der Heiligen Schrift, und wird sie allgemein anerkannt?

      3 In Randbemerkungen der im englischen Sprachgebiet gebräuchlichen protestantischen Bibel (der Authorized oder King James Version) und in Fußnoten gewisser Ausgaben der in diesem Gebiet allgemein anerkannten katholischen Douay-Übersetzung wird das Jahr 4004 v. u. Z. als das Jahr der Erschaffung des Menschen angegeben. Diese Jahreszahl gehört jedoch nicht zum inspirierten Text der Heiligen Schrift, denn sie wurde erst über 1 500 Jahre nach dem Tod des letzten Bibelschreibers zum erstenmal erwähnt, und vor 1701 u. Z. war sie in keiner Ausgabe der Bibel zu finden. Sie ist ein Zusatz, dem die Schlußfolgerungen James Usshers, eines irischen Erzbischofs der anglikanischen Kirche (1581 bis 1656), zugrunde liegen. Ussher war nur einer der vielen Chronologen, die sich in den vergangenen Jahrhunderten aufrichtig bemühten, festzustellen, wann Adam erschaffen wurde. Ermittlungen, die vor hundert Jahren angestellt wurden, haben gezeigt, daß von bedeutenden Gelehrten bis dahin nicht weniger als 140 verschiedene Zeittafeln veröffentlicht worden waren. Diese Gelehrten haben für die Erschaffung Adams die verschiedensten Jahreszahlen zwischen 3616 v. u. Z. und 6174 v. u. Z. angegeben, ja einer verlegte sie sogar in das Jahr 20 000 v. u. Z. Diese sich widersprechenden Angaben in Büchern, die in den großen Bibliotheken der Welt zu finden sind, stellen Personen, die auf die erwähnten Fragen eine Antwort haben möchten, vor schwierige Probleme.

      4. Was haben wir aus dem vorangehenden Artikel erfahren, und was können wir deshalb nun tun?

      4 Aus dem vorangehenden Artikel haben wir, gestützt auf die Angaben in den inspirierten Schriften, unabhängig von nichtinspirierten Randbemerkungen in gewissen Bibeln, erfahren, daß die siebzigjährige Verödung des Landes Juda um den 1. Oktober 607 v. u. Z. begann. Der Beginn dieser Zeitspanne von siebzig Jahren kann also aufgrund ihres Endes ermittelt werden, das mit dem Sturz Babylons im Jahre 539 v. u. Z. in Zusammenhang steht. Da wir nun aufgrund des absoluten Datums 539 v. u. Z. das Jahr 607 v. u. Z. (Gregorianischer Kalender) einwandfrei ermittelt haben, können wir, von diesem Zeitpunkt ausgehend, weiter zurückrechnen, um andere wichtige Ereignisse in der biblischen Geschichte zu datieren. Wir können nun zum Beispiel feststellen, in welchen Jahren nach dem heutigen Kalender Saul, David und Salomo nacheinander über Gottes auserwähltes Volk regierten.

      5. Welches denkwürdige Ereignis spielte sich im Jahre 997 v. u. Z. ab?

      5 Nach dem Tode Salomos wurde sein Königreich geteilt. Der südliche Teil, bestehend aus den zwei Stämmen Juda und Benjamin, wurde weiterhin von den Nachkommen Salomos regiert und war als das Königreich Juda bekannt. Die nördlichen zehn Stämme bildeten das Königreich Israel, das nach dem Namen seiner späteren Hauptstadt manchmal auch „Samaria“ genannt und von Jerobeam und seinen Nachfolgern regiert wurde. Wenn wir den prophetischen Zeitabschnitt von 390 Jahren berücksichtigen, der in Hesekiel 4:1-9 in Verbindung mit der Zerstörung Jerusalems erwähnt wird, fällt der Tod Salomos in das Jahr 997 v. u. Z. Das war 390 Jahre vor der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z.

      ISRAELS UNGERECHTIGKEIT 390 JAHRE GETRAGEN

      6, 7. Welche Zeitperioden werden in Hesekiel 4:1-9 erwähnt?

      6 Beachten wir, was der Prophet Hesekiel in diesem Zusammenhang sagte:

      7 „Und du, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein und lege ihn vor dich hin, und zeichne darauf eine Stadt, Jerusalem. Und mache eine Belagerung wider sie ... Das sei ein Wahrzeichen dem Hause Israel. — Und du, lege dich auf deine linke Seite und lege darauf die Ungerechtigkeit des Hauses Israel: nach der Zahl der Tage, die du darauf liegst, sollst du ihre Ungerechtigkeit tragen. Denn ich habe dir die Jahre ihrer Ungerechtigkeit zu einer Anzahl Tage gemacht: dreihundertundneunzig Tage; und du sollst die Ungerechtigkeit des Hauses Israel tragen. Und hast du diese vollendet, so lege dich zum zweiten auf deine rechte Seite und trage die Ungerechtigkeit des Hauses Juda vierzig Tage; je einen Tag für ein Jahr habe ich dir auferlegt. ... Und du, nimm dir Weizen und Gerste und Bohnen und Linsen und Hirse und Spelt, und tue sie in ein Gefäß; und mache dir Brot daraus, nach der Zahl der Tage, die du auf deiner Seite liegst: dreihundertundneunzig Tage sollst du davon essen.“ — Hes. 4:1-9.

      8. Wann endete die Zeit, in der die „Ungerechtigkeit“ des südlichen Königreiches getragen wurde?

      8 Dieses Kapitel des Buches Hesekiel berichtet nicht über Dinge, die damals schon geschehen waren, sondern schildert Ereignisse, die damals noch bevorstanden, nämlich die Belagerung der ruhmvollen Stadt Jerusalem und die Wegführung ihrer Bewohner, die im Jahre 607 v. u. Z. zur Tatsache wurde. Die in Verbindung mit Juda erwähnten vierzig Jahre endeten somit in diesem Jahr. Die „Ungerechtigkeit“ des nördlichen Königreiches, die 390 Jahre getragen werden sollte, war, verglichen mit der „Ungerechtigkeit“ Judas, die 40 Jahre getragen werden sollte, fast zehnmal so groß. Wann liefen denn die 390 Jahre ab?

      9. Was läßt erkennen, daß die „Ungerechtigkeit“ des nördlichen Königreiches ebenfalls im Jahre 607 v. u. Z. endete?

      9 Sie liefen nicht im Jahre 740 v. u. Z. ab, als Samaria zerstört wurde, und zwar aus dem einfachen Grunde nicht, weil Hesekiel dieses prophetische Drama einige Zeit nach ‘dem fünften Jahr der Wegführung des Königs Jojakin’ vorführte, was bedeutet, daß die erwähnte Zeitperiode frühestens im Jahre 613 v. u. Z., das heißt 127 Jahre nach der Zerstörung Samarias durch die Assyrer, hätte enden können. (Hes. 1:2) Da dieses prophetische Drama unmißverständlich auf die Zerstörung Jerusalems hinwies und da das Haus Israel und das Haus Juda eigentlich unzertrennlich miteinander verbündet, also e i n Volk waren, dessen Überrest nicht als ein geteiltes Volk aus der Gefangenschaft zurückkehren sollte, können wir nur zu dem einen logischen Schluß kommen, daß die Ungerechtigkeit der beiden Häuser parallel lief und gleichzeitig, im Jahre 607 v. u. Z., endete. Die siebzigjährige Verödung des Landes Juda endete demnach 70 Jahre nach Ablauf der Zeit, da die Ungerechtigkeit beider Häuser getragen worden war, weshalb ein Überrest beider Häuser an die Stätte zurückkehren konnte, wo früher Jerusalem gestanden hatte.

      10. Wann begann also die „Ungerechtigkeit“ Israels?

      10 Wenn die „Ungerechtigkeit des Hauses Israel“ im Jahre 607 endete, muß sie im Jahre 997 v. u. Z., nämlich 390 Jahre vorher, begonnen haben. Sie begann in dem Jahr, in dem König Salomo starb und Jerobeam eine große Ungerechtigkeit beging, indem er, nachdem sich sein Reich vom Hause Davids losgerissen hatte, die Israeliten „von der Nachfolge Jehovas“ ablenkte und sie „zu einer großen Sünde“ verleitete. — 2. Kö. 17:21.

      1513 V. U. Z. — DAS JAHR DES AUSZUGES AUS ÄGYPTEN

      11, 12. Welches weitere Ereignis in der Geschichte der Menschheit können wir jetzt datieren, und welcher Text ist uns dabei eine besondere Hilfe?

      11 Wenn wir in die ferne Vergangenheit blicken, sehen wir einen weiteren Markstein in der Geschichte der Menschheit: den denkwürdigen Auszug der Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens unter der Führung des Moses. Wären wir nicht im Besitz des zuverlässigen Wortes Jehovas, der Bibel, dann könnten wir den Zeitpunkt für dieses hervorragende Ereignis in unserem Kalender niemals genau bestimmen, denn die ägyptischen Inschriften verschweigen die schmähliche Niederlage, die Jehova der ersten Weltmacht bereitete, vollständig. Anhand der biblischen Zeitrechnung ist es jedoch verhältnismäßig leicht, dieses denkwürdige Ereignis zu datieren.

      12 In 1. Könige 6:1 lesen wir: „Und es geschah im vierhundert und achtzigsten Jahre nach dem Auszuge der Kinder Israel aus dem Lande Ägypten, im vierten Jahre der Regierung Salomos über Israel, im Monat Siw, das ist der zweite Monat, da baute er Jehova das Haus.“

      13, 14. (a) In welchem Jahr, nach dem Gregorianischen Kalender, begann die Regierungszeit Salomos? (b) In welchem Jahr begann Salomo mit dem Bau des Tempels?

      13 Man müßte nun also lediglich ermitteln, in welchem Kalenderjahr Salomo mit dem Bau des Tempels begann, und dann wäre es ein leichtes, auszurechnen, wann das Heer des Pharaos im Roten Meer vernichtet wurde.

      14 „Und die Tage, die Salomo zu Jerusalem über ganz Israel regierte, waren vierzig Jahre.“ (1. Kö. 11:42) Das bedeutet, daß sein letztes vollständiges Regierungsjahr im Frühling des Jahres 997 v. u. Z.a endete. Rechnen wir dem Jahr 997 vierzig Jahre hinzu, so kommen wir auf das Jahr 1037 v. u. Z., auf das Jahr, in dem Salomo mit seiner Friedensherrschaft begann. Er begann mit dem Bau des Tempels laut dem Bericht erst im zweiten Monat des vierten Jahres seiner Regierung, was bedeutet, daß er bis dahin drei volle Jahre und einen Monat regiert hatte. Ziehen wir von 1037 drei Jahre ab, kommen wir zu dem Jahr 1034 v. u. Z., zu dem Jahr, in dem im zweiten Monat, im Monat Siw (April/Mai), mit dem Bau begonnen wurde. Die Bibel sagt, das sei „im vierhundert und achtzigsten Jahre“ nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten gewesen.

      15. (a) Erkläre, welcher Unterschied zwischen einer Grundzahl und einer Ordnungszahl besteht. (b) Wann zogen also die Israeliten aus Ägypten aus?

      15 Jedesmal, wenn wir hinter eine Ziffer einen Punkt setzen, zum Beispiel hinter die Ziffer 10, und dann sagen zehnter, ändern wir eine Kardinal- oder Grundzahl auf eine Ordinal- oder Ordnungszahl ab. Wenn gesagt wird, ein Rennfahrer sei in der zehnten Runde ausgeschieden, heißt das, daß er neun Runden beendet hat, die zehnte aber nur teilweise gefahren ist. Er ist keine vollen zehn Runden gefahren. So verhält es sich auch, wenn in der Bibel eine Ordnungszahl gebraucht wird, wenn es heißt, im 480. Jahr nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten sei mit dem Tempelbau begonnen worden. Wir wissen, daß dieses Jahr nach unserem Kalender das Jahr 1034 v. u. Z. ist; wir rechnen daher diesem Jahr 479 (nicht 480) volle Jahre hinzu und kommen dann zu dem Jahr 1513 v. u. Z., dem Jahr des Auszuges aus Ägypten. Es war ferner im Frühling, zur Passahzeit, am 14. Tag des Monats Nisan.

      WIE WEIT ZURÜCK LIEGT DIE FLUT?

      16. Wie weit zurück haben wir die Geschichte bereits verfolgt, und können wir sie noch weiter zurückverfolgen?

      16 Mit der Hilfe, die uns die Bibel leistet, haben wir nun bereits vom Frühjahr 1968 u. Z. bis zum Frühjahr 1513 v. u. Z. zurückgerechnet und festgestellt, daß in dieser Zeit insgesamt 3 480 Jahre vergangen sind. Dank dem zuverlässigen „Gedächtnis“ des heiligen Wortes Jehovas und seiner genauen geschichtlichen Aufzeichnungen können wir sogar noch weiter in die Vergangenheit, bis zur Flut der Tage Noahs, vordringen.

      17. Welche Ereignisse und welche Zeitperiode erwähnte Stephanus in seinem Bericht über die Erfahrungen der Israeliten?

      17 Stephanus, der erste Märtyrer unter den Fußstapfennachfolgern Jesu Christi, erwähnte die Erfahrungen, die die Nachkommen Abrahams dem Wort Jehovas entsprechend durchmachen mußten. „Überdies sprach Gott in dem Sinne, daß seine Nachkommen in einem fremden Lande als Fremdlinge ansässig sein würden und daß man sie versklaven und sie vierhundert Jahre lang schlecht behandeln würde.“ (Apg. 7:6; 1. Mose 15:13) Stephanus sprach hier von drei Erfahrungen, die die Israeliten durchgemacht hatten: sie waren als Fremdlinge in einem fremden Lande ansässig, waren als Volk versklavt und wurden als Volk vierhundert Jahre lang schlecht behandelt.

      18. Was spricht gegen die Annahme, daß die Israeliten diese Erfahrungen nacheinander durchgemacht hätten?

      18 Es wäre verkehrt, anzunehmen, ihre Fremdlingschaft, ihre Versklavung und ihre Mißhandlung hätten gleich lang gedauert oder seien einzelne Erfahrungen gewesen, die sie nacheinander durchgemacht hätten. Die Israeliten wurden erst lange nachdem sie als Fremdlinge nach Ägypten gekommen waren versklavt, nämlich mehr als siebzig Jahre später, einige Zeit nach dem Tod Josephs. Was Stephanus damit sagen wollte, war, daß sie in der gleichen 400-Jahr-Periode, in der sie schlecht behandelt wurden, auch versklavt wurden und als Fremdlinge galten.

      19. Wieso wissen wir, daß die Israeliten Fremdlinge waren, bevor sie nach Ägypten kamen?

      19 Beachten wir, daß Stephanus, als er davon sprach, sie seien „in einem fremden Lande als Fremdlinge“ ansässig gewesen, „vierhundert Jahre lang“, damit nicht sagen wollte, sie seien vor ihrer Ankunft in Ägypten keine Fremdlinge gewesen. Es wäre daher verkehrt, zu behaupten, dieser Text beweise, daß die Israeliten vierhundert Jahre in Ägypten gewesen seien. Es stimmt zwar, daß Josephs Brüder, als sie nach ihrer Ankunft in Ägypten zum erstenmal vor Pharao geführt wurden, sagten: „Wir sind gekommen, um als Fremdlinge im Lande zu weilen. “ Damit meinten sie aber nicht, daß sie bis dahin keine Fremdlinge gewesen seien, denn Jakob, ihr Vater, sagte bei dieser Gelegenheit, als der Pharao ihn nach seinem Alter fragte: „Die Tage der Jahre meiner Fremdlingschaft an verschiedenen Orten sind hundertunddreißig Jahre.“ Nicht nur Jakob war vor seiner Ankunft in Ägypten zeit seines Lebens ein Fremdling gewesen, sondern auch seine Vorväter hatten, wie er zum Pharao sagte, in fremdem Lande gelebt. — 1. Mose 47:4-9, NW.

      20. Wann endeten diese 400 Jahre, und wann begannen sie?

      20 Da die Trübsal der Israeliten oder die Zeit, in der sie schlecht behandelt wurden, im Jahre 1513 v. u. Z. endete, muß sie 1913, 400 Jahre früher, begonnen haben. Dieses Jahr entspräche der Zeit, da Isaak von Ismael schlecht behandelt, das heißt von diesem am Tag seiner Entwöhnung verspottet wurde. Isaak war damals fünf Jahre alt; das war lange bevor die Israeliten nach Ägypten kamen. — 1. Mose 21:8, 9, NW.

      21, 22. Waren die Israeliten 430 Jahre ausschließlich in Ägypten, und wie wird diese Frage durch gewisse alte Handschriften geklärt?

      21 Wie lange waren also die Israeliten als Fremdlinge in Ägypten ansässig? In 2. Mose 12:40, 41 heißt es: „Und die Wohnzeit der Kinder Israel, die sie in Ägypten zugebracht haben, ist vierhundert und dreißig Jahre. Und es geschah am Ende der vierhundert und dreißig Jahre, und es geschah an diesem selbigen Tage, daß alle Heere Jehovas aus dem Lande Ägypten auszogen.“

      22 Nach der Septuaginta lautet der Vers 40: „Und das Verweilen der Kinder Israel, während sie [und ihre Väter, Codex Alexandrinus] im Lande Ägypten UND IM LANDE KANAAN weilten, war vierhundertunddreißig Jahre.“ Im samaritanischen Pentateuch heißt es: „IM LANDE KANAAN und im Lande Ägypten“. In diesen beiden Übersetzungen, denen hebräische Texte zugrunde liegen, die älter sind als der massoretische Text, ist also nicht nur von „Ägypten“, sondern auch vom „Lande Kanaan“ die Rede.

      23. (a) Wie lange waren die Israeliten also tatsächlich in Ägypten und wie bestätigt dies Paulus? (b) Erkläre warum in der Bibel einerseits von 400 und anderseits von 130 Jahren die Rede ist.

      23 Von Abrahams Ankunft in Kanaan bis zur Geburt Isaaks vergingen 25 Jahre;b von dieser Zeit bis zur Geburt Jakobs vergingen 60 weitere Jahre und bis zur Ankunft Jakobs in Ägypten nochmals 130 Jahre. Das ergibt insgesamt 215 Jahre für den Aufenthalt in Kanaan vor der Ankunft in Ägypten, also genau die Hälfte der 430 Jahre. (1. Mose 12:4; 21:5; 25:26; 47:9) Der Apostel Paulus bestätigte unter Inspiration ebenfalls, daß von der Zeit, da der Bund mit dem Patriarchen Abraham geschlossen wurde, als dieser nach Kanaan kam, bis zur Einführung des Gesetzesbundes 430 Jahre vergingen. — Gal. 3:17.

      24, 25. In welchem Kalenderjahr begann die Flut, und wie viele Jahre war dies bevor Abraham nach Kanaan kam?

      24 Rechnen wir diese 430 Jahre zu den 1 513 Jahren hinzu, so kommen wir zum Jahr 1943 v. u. Z. oder zu der Zeit, da Abraham nach dem Tod seines Vaters Tarah in Haran (Mesopotamien) erstmals nach Kanaan kam. Jetzt brauchen wir nur noch die Jahre einiger Generationen zusammenzuzählen, um genau festzustellen, wann die Flut war. Die Zahlen werden in 1. Mose, Kapitel 11 und 12, angegeben und können wie folgt zusammengefaßt werden:

      Vom Beginn der Flut

      bis zur Geburt Arpaksads (1. Mose 11:10) 2 Jahre

      bis zur Geburt Schelachs (11:12) 35 ”

      bis zur Geburt Hebers (11:14) 30 ”

      bis zur Geburt Pelegs (11:16) 34 ”

      bis zur Geburt Reghus (11:18) 30 ”

      bis zur Geburt Serugs (11:20) 32 ”

      bis zur Geburt Nahors (11:22) 30 ”

      bis zur Geburt Tarahs (11:24) 29 ”

      bis zum Tode Tarahs in Haran und

      zu Abrahams Wegzug nach Kanaan

      im Alter von 75 Jahren (11:32; 12:4) 205 ”

      Insgesamt 427 Jahre

      25 Rechnen wir diese 427 Jahre dem Jahr 1943 v. u. Z. hinzu, so kommen wir zu dem Jahr 2370 v. u. Z., dem Jahr, in dem die Sintflut begann. Das war vor 4 337 Jahren.

      6 000 JAHRE SEIT DER ERSCHAFFUNG ADAMS

      26, 27. (a) Wie lange vor der Flut wurde Adam erschaffen? In welchem Jahr war dies? (b) Was deutet darauf hin, daß Adam im Herbst des Jahres erschaffen wurde?

      26 Um das Jahr der Erschaffung Adams zu ermitteln, müssen wir ähnlich vorgehen. Wir müssen ebenfalls lediglich die Jahre der zehn nachstehend erwähnten Generationen, die vor der Flut lebten, zusammenzählen:

      Von der Erschaffung Adams

      bis zur Geburt Seths (1. Mose 5:3) 130 Jahre

      bis zur Geburt des Enos (5:6) 105 ”

      bis zur Geburt Kenans (5:9) 90 ”

      bis zur Geburt Mahalalels (5:12) 70 ”

      bis zur Geburt Jereds (5:15) 65 ”

      bis zur Geburt Henochs (5:18) 162 ”

      bis zur Geburt Methusalahs (5:21) 65 ”

      bis zur Geburt Lamechs (5:25) 187 Jahre

      bis zur Geburt Noahs (5:28, 29) 182 ”

      bis zum Beginn der Flut (7:6) 600 ”

      Insgesamt 1 656 Jahre

      27 Rechnen wir diese 1 656 Jahre dem Jahr 2370 hinzu, so kommen wir zu dem Jahr 4026 v. u. Z., dem Jahr, in dem (nach dem Gregorianischen Kalender) Adam erschaffen wurde. Da es natürlich ist, daß der Mensch die Jahre vom Beginn seines Daseins an zu zählen begann und da in den meisten alten Kalendern das Jahr im Herbst begann, ist es vernünftig, anzunehmen, daß Adam im Herbst erschaffen wurde.

      28. Um wie viele Jahre weichen diese Chronologie und die Chronologie Usshers, was die Erschaffung Adams betrifft, voneinander ab?

      28 Aufgrund der Ergebnisse des sorgfältigen, unabhängigen Studiums Gott hingegebener Erforscher der Bibel, die sich jahrelang mit diesem Thema befaßt und die sich nicht einfach blindlings auf einige anerkannte Zeitberechnungen der Christenheit verlassen haben, sind wir zu dem Schluß gekommen, daß die Erschaffung Adams in ein Jahr fiel, das 22 Jahre weiter zurückliegt als das von Ussher errechnete Jahr. Das bedeutet, daß wir der traditionellen Zeitrechnung um zwei Jahrzehnte voraus sind.

      29. Warum sollten wir an dem Jahr der Erschaffung Adams interessiert sein?

      29 Was nützen uns aber diese Berechnungen und der Aufschluß über diese Geschlechtsregister heute? Ist es für uns nicht ebenso uninteressant und nutzlos, uns damit zu befassen, wie wenn wir durch einen Friedhof gingen und uns die Daten auf den alten Grabsteinen abschrieben? Warum sollte uns denn das Jahr der Erschaffung Adams mehr interessieren als die Geburt des Königs Tutenchamon? Nun, ganz einfach deswegen, weil 4 026 und 1 968 Jahre (abzüglich eines Jahres für das fehlende Jahr null zwischen v. u. Z. und u. Z.) zusammen insgesamt 5 993 Jahre ergeben, die seit der Erschaffung Adams bis zum Herbst dieses Jahres vergangen sind. Das bedeutet, daß im Herbst des Jahres 1975 (und nicht im Jahre 1997, wie das der Fall wäre, wenn Usshers Zahlen stimmen würden) oder in knapp sieben Jahren 6 000 Jahre seit der Erschaffung Adams, des Vaters der ganzen Menschheit, vergangen sein werden!

      ADAM GEGEN ENDE DES „SECHSTEN TAGES“ ERSCHAFFEN

      30. Was mag vor 1975 geschehen? Wie sollten wir aber eingestellt sein?

      30 Sollten wir aufgrund dieses Studiums annehmen, daß im Herbst 1975 die Schlacht von Harmagedon vorüber sein und die langersehnte Tausendjahrherrschaft Christi beginnen wird? Vielleicht; wir wollen aber abwarten und sehen, inwieweit die siebente 1 000-Jahr-Periode der Menschheitsgeschichte mit der sabbatähnlichen Tausendjahrherrschaft Christi zusammenfällt. Wenn diese beiden Perioden im gleichen Kalenderjahr begonnen haben und im gleichen Kalenderjahr enden, dann ist dies kein reiner Zufall, sondern entspricht Jehovas liebendem und zeitgemäßem Vorhaben. Gestützt auf unsere Chronologie (die zwar ziemlich genau, zugegebenermaßen aber nicht unfehlbar ist), wissen wir bestenfalls, daß im Herbst des Jahres 1975 der Mensch 6 000 Jahre auf der Erde ist. Das heißt nicht unbedingt, daß die ersten 6 000 Jahre von Jehovas siebentem Schöpfungs-„Tag“ im Jahre 1975 enden. Warum nicht? Weil Adam nach seiner Erschaffung noch einige Zeit am „sechsten Tag“ lebte. Diese unbekannte Zeitspanne müßte man von Adams 930 Jahren abrechnen, um festzustellen, wann der sechste „Tag“ oder die sechste 7000-Jahr-Periode endete und wie lange Adam am „siebenten Tag“ lebte. Der sechste Schöpfungs-„Tag“ kann jedoch im Verlauf desselben Kalenderjahres des Gregorianischen Kalenders geendet haben, in dem Adam erschaffen wurde. Der Unterschied mag höchstens einige Wochen oder Monate, keinesfalls aber Jahre ausmachen.

      31. Was geht aus den ersten zwei Kapiteln des ersten Buches Mose hervor?

      31 Es ist gut, einmal sorgfältig nachzulesen, was die Bibel über die Erschaffung Adams sagt. Moses bezieht sich in seinem ersten Buch auf Urkunden oder „Geschichten“, die aus der Zeit vor der Flut stammten. Die erste dieser Urkunden beginnt mit 1. Mose 1:1 und endet mit 1. Mose 2:4, wo es heißt: „Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde ...“ Das zweite geschichtliche Dokument beginnt mit 1. Mose 2:5 und endet mit dem zweiten Vers des 5. Kapitels. Wir haben also zwei Schöpfungsberichte, die von etwas verschiedenen Gesichtspunkten aus geschrieben wurden. Im zweiten dieser Berichte, in 1. Mose 2:19, steht das mit „bildete“ wiedergegebene hebräische Verb im Imperfectum consecutivum. Das bedeutet nicht, daß die Landtiere und Vögel nach der Erschaffung Adams erschaffen worden wären. Aus 1. Mose 1:20-28 geht hervor, daß dies nicht gemeint sein kann. Der anscheinende Widerspruch zwischen dem ersten und dem zweiten Kapitel läßt sich dadurch erklären, daß 1. Mose 2:19, 20 wahrscheinlich lediglich eine Bemerkung ist, die eingeflochten wurde, um zu begründen, warum für den Menschen eine „Hilfe“ erschaffen werden mußte. Das betreffende hebräische Verb könnte ebensogut mit „hatte gebildet“ wiedergegeben werden. — Siehe die Übersetzungen von van Eß und Zunz.

      32. Was zeigt, daß der sechste Schöpfungstag nicht unmittelbar nach der Erschaffung Adams endete?

      32 Obwohl die beiden Schöpfungsberichte im ersten Buch Mose den Stoff etwas unterschiedlich behandeln, stimmen sie in jeder Beziehung vollkommen miteinander überein, auch darin, daß Eva nach Adam erschaffen wurde. Erst danach endete der sechste Schöpfungstag. Genau wie lange dies nach der Erschaffung Adams war, wird nicht gesagt. „Nach diesem [nach Adam und Evas Erschaffung] sah Gott alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend und es wurde Morgen: sechster Tag.“ (1. Mose 1:31, NW) Nachdem der sechste Schöpfungstag zu Ende war, begann der siebente.

      33. (a) Wieso wissen wir, daß der sechste Schöpfungstag kurz nach der Erschaffung Adams endete? (b) Wieso beweist 1. Mose 1:31, daß der sechste Tag endete, bevor Adam und Eva sündigten?

      33 Zwischen der Erschaffung Adams und dem Beginn des siebenten Tages, des Ruhetages, braucht nicht unbedingt eine lange Zeit vergangen zu sein. Diese Zwischenzeit kann ziemlich kurz gewesen sein. Adam brauchte nicht sehr viel Zeit, um die Tiere zu benennen und um festzustellen, daß für ihn keine Ergänzung da war. Die Tiere waren ihm untertan; sie waren friedlich; Gott führte sie ihm zu; er brauchte sie nicht zu jagen und einzufangen. Noah benötigte nur sieben Tage, um die gleichen Arten von Tieren, männliche und weibliche, in die Arche zu bringen. (1. Mose 7:1-4) Evas Erschaffung ging schnell vor sich, ‘während Adam schlief’. (1. Mose 2:21) Wie lange die Zeitspanne zwischen der Erschaffung Adams und dem Ende des sechsten Schöpfungstages war, wissen wir also nicht, aber sie war verhältnismäßig kurz. Der Ausspruch: „Gott [sah] alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“, beweist, daß der große siebente Tag der Schöpfungswoche nicht erst begann, nachdem Adam und Eva gesündigt hatten und aus dem Garten Eden vertrieben worden waren.

      1975 — UND WEIT DARÜBER HINAUS!

      34. Was hat dazu beigetragen, daß die biblische Chronologie heute besser zu verstehen ist?

      34 Das Studium der biblischen Chronologie ist interessant. Man lernt dadurch, geschichtliche Ereignisse in den Strom der Zeit einzuordnen. Die Wachtturm-Gesellschaft ist in den vergangenen Jahren bemüht gewesen, ihre Freunde ständig über die neuesten Forschungsergebnisse zu unterrichten, die geschichtliche Ereignisse und Prophezeiungen, die in der Bibel erwähnt werden, bestätigt haben. Die schwierigsten Probleme in Verbindung mit der biblischen Chronologie sind durch die Erfüllung biblischer Prophezeiungen, durch archäologische Funde oder dank besseren Bibelübersetzungen, die den ursprünglichen Text deutlicher wiedergeben, gelöst worden. Es gibt aber immer noch einige von geringerer Bedeutung, die entwirrt werden müssen. Zum Beispiel weiß man immer noch nicht, ob im jüdischen Kalender sechs Monate eingebüßt oder gewonnen wurden, als Jehova nach dem Auszug aus Ägypten den Beginn des Jahres vom Herbst (weltlicher Kalender) auf den Frühling (heiliger Kalender) verlegte. — 2. Mose 12:1, 2.

      35. Warum ist es jetzt nicht an der Zeit, gleichgültig zu sein und in den Tag hineinzuleben?

      35 Eines steht fest: Die biblische Chronologie, die durch die Erfüllung biblischer Prophezeiungen bestätigt wird, zeigt, daß 6 000 Jahre Menschheitsgeschichte bald, ja noch in unserer Generation, enden werden! (Matth. 24:34) Es ist daher jetzt nicht an der Zeit, gleichgültig zu sein und in den Tag hineinzuleben. Es ist nicht an der Zeit, mit dem Gedanken zu spielen, Jesus habe ja gesagt: „Von jenem Tage und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater.“ (Matth. 24:36) Im Gegenteil, wir sollten uns ständig vor Augen halten, daß das gewaltsame Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge eilends herannaht. Täuschen wir uns nicht: Es genügt, daß nur der Vater „Tag und Stunde“ kennt!

      36. Welches gute Beispiel gaben uns die Apostel in dieser Hinsicht?

      36 Wir können nicht über das Jahr 1975 hinaussehen. Sollte das aber ein Grund sein, in der Tätigkeit nachzulassen? Die Apostel sahen nicht einmal so weit; sie wußten nichts von 1975. Alles, was sie sehen konnten, war die kurze vor ihnen liegende Zeit, in der sie das ihnen aufgetragene Werk beenden sollten. (1. Petr. 4:7) Daher forderten sie in ihren Schriften zur Wachsamkeit und zu dringender Tätigkeit auf. (Apg. 20:20; 2. Tim. 4:2) Das war auch gut; denn hätten sie getrödelt und in den Tag hineingelebt, in dem Gedanken, das Ende komme erst in einigen tausend Jahren, dann hätten sie den vor ihnen liegenden Wettlauf nie beendet. Sie verloren keine Zeit, sondern strengten sich an und liefen, so schnell sie konnten, und sie gewannen! Es ging bei diesem Wettlauf um ihr Leben. — 1. Kor. 9:24; 2. Tim. 4:7; Hebr. 12:1.

      37. Was solltest du also bis zum Jahre 1975 und darüber hinaus tun?

      37 Genauso handeln auch heute Jehovas treue Zeugen in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie betrachten alles vom wahren christlichen Standpunkt aus. Ihr Evangelisationseifer ist kein besonderes Merkmal des gegenwärtigen Jahrzehnts. Sie haben sich Jehova nicht hingegeben, um ihm nur bis 1975 zu dienen. Christen haben diesen Lauf verfolgt, seitdem Christus Jesus als Wegbereiter seinen Jüngern gebot: „Folgt mir nach!“ Bewahre deshalb die Gesinnung, die auch in Christus Jesus war. Laß dich durch nichts aufhalten oder veranlassen, müde zu werden und aufzugeben. Alle, die sich von Babylon der Großen und dem gegenwärtigen satanischen System der Dinge abgewandt haben, laufen jetzt um ihr Leben, sie laufen ihrem Ziel, dem Königreich Gottes, entgegen, und sie werden nicht nur bis zum Jahre 1975 laufen. Nein! Sie werden auf diesem herrlichen Weg, der zu ewigem Leben führt, bleiben und Jehova in alle Ewigkeit lobpreisen und ihm allezeit dienen!

      [Fußnoten]

      a „Bei der Berechnung der Regierungsjahre der Könige ging man wie die Babylonier von dem Jahr aus, das im Frühling begann.“ — The New Schaff-Herzog Encyclopedia of Religious Knowledge, 1957, Bd. 12, S. 474.

      b Rechnet man übrigens zu den 25 Jahren 5 Jahre (bis zur Entwöhnung Isaaks) hinzu, so ergibt das insgesamt 30 Jahre. Das erklärt, warum einerseits von 400 Jahren (1. Mose 15:13; Apg. 7:6) und anderseits von 430 Jahren (2. Mose 12:40; Gal. 3:17) die Rede ist.

  • Wie man im 20. Jahrhundert Ereignisse des 1. Jahrhunderts datiert
    Der Wachtturm 1968 | 15. November
    • Wie man im 20. Jahrhundert Ereignisse des 1. Jahrhunderts datiert

      1. Warum ist eine weitere Betrachtung biblischer Zeitangaben für uns wichtig?

      IN DEN beiden vorangehenden Artikeln ist die Zuverlässigkeit des Geschichtsberichts der Bibel, der bis zur Erschaffung Adams zurückreicht, geprüft und bestätigt worden. Eine Betrachtung geschichtlicher Daten wäre jedoch unvollständig, wenn dadurch nicht auch festgestellt würde, wann Jesus und seine Apostel auf der Erde gewirkt haben, denn bestimmt hat kein anderer Mensch das Leben und das Geschick einzelner und ganzer Nationen mehr beeinflußt als er.

      2. Was ist erforderlich, um das Datum eines Ereignisses des ersten Jahrhunderts bestimmen zu können?

      2 Wie bereits erwähnt, kann man weder anhand des Gregorianischen Kalenders, der heute im Gebrauch ist, noch anhand des Julianischen Kalenders, der vor knapp 400 Jahren durch den Gregorianischen ersetzt wurde, feststellen, wann sich die in den Christlichen Griechischen Schriften beschriebenen Ereignisse abgespielt haben. Das ist deshalb nicht möglich, weil in der Bibel wichtige Ereignisse nach einer anderen Methode datiert wurden. Bevor wir also das Datum für ein in der Bibel erwähntes Ereignis nach dem heutigen Kalender angeben können, müssen wir einen gemeinsamen Ausgangspunkt haben, ein absolutes oder feststehendes Datum, das sowohl durch die Bibel als auch durch die Weltgeschichte bestätigt wird. Wenn wir soweit sind, können wir das Datum anderer geschichtlicher Ereignisse, die im Bibelbericht erwähnt werden, nach dem bürgerlichen Kalender bestimmen.

      3, 4. (a) Wann wurde Tiberius Cäsar Kaiser? (b) In welchem Jahr begann demnach Johannes der Täufer zu predigen?

      3 Nach dem Tod des Julius Cäsar machte sich dessen Adoptivsohn Gaius Octavianus auf geschickte Weise den römischen Senat gefügig, wandelte die Republik durch sein kluges Vorgehen allmählich in ein Kaiserreich um und schwang sich schließlich zum ersten römischen Kaiser auf. Im Jahre 27 v. u. Z., auf dem Weg zu seiner Vergöttlichung, legte sich Octavianus den religiösen Ehrentitel Augustus bei. Er hat sich auch dadurch einen Namen gemacht, daß er den Monat Sextilis im Julianischen Kalender nach seinem Namen umbenannte und den Februar um einen Tag kürzte, damit der August gleich viele Tage habe wie der nach seinem Vorgänger, Julius Cäsar, benannte Juli. Am 19. Tag des nach ihm benannten Monats August, im Jahre 14 u. Z. (Julianischer Kalender; 17. August, Gregorianischer Kalender), starb Cäsar Augustus. Am selben Tag gelangte Tiberius, sein Stiefsohn und Schwiegersohn, auf den Thron.

      4 Der 19. August des Jahres 14 u. Z. (Julianischer Kalender) ist daher ein feststehendes, unumstrittenes Datum in der römischen Geschichte. Es besteht daher nicht der leiseste Zweifel darüber, in welchem Jahr Johannes der Täufer in der Wildnis der Jordangegend zu predigen begann, denn nach dem Bericht des Geschichtsschreibers Lukas war es im „fünfzehnten Jahr der Regierung des Tiberius Cäsar“. (Luk. 3:1) Dieses „fünfzehnte Jahr“ endete am 16. August 29 u. Z. (Gregorianischer Kalender). In diesem Jahr, offenbar im Frühling, begann Johannes der Täufer sein Werk.

      5. Wieso läßt uns Lukas nicht im Zweifel darüber, wann Johannes der Täufer seinen Dienst antrat?

      5 Lukas, der wahrscheinlich damit rechnete, daß Gegner seinen Bericht über dieses wichtige Ereignis anfechten könnten, untermauerte diesen so gut, daß nicht der geringste Zweifel an dessen Geschichtlichkeit aufkommen konnte. Nach der Erwähnung, daß es im „fünfzehnten Jahr der Regierung des Tiberius Cäsar“ gewesen sei, berichtet er von sechs weiteren bedeutenden Herrschern, die zur selben Zeit im Amt waren; er schreibt: „Als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war [27—37 u. Z.] und Herodes Bezirksherrscher von Galiläa [bis 40 u. Z.], sein Bruder Philippus aber Bezirksherrscher des Landes Ituräa und Trachonitis [bis 34 u. Z.], und Lysanias Bezirksherrscher von Abilene, in den Tagen des Oberpriesters Annas und Kaiphas [ungefähr von 18—36 u. Z.].“ (Luk. 3:1, 2) Dadurch, daß er diese Reihe von Herrschern anführte, die alle im fünfzehnten Jahr der Regierung des Tiberius an der Macht waren, nahm er Zweiflern jede Möglichkeit, anhand der römischen und jüdischen Geschichte zu beweisen, daß die Dienstzeit des Johannes nicht im Jahr 29 u. Z. begann.

      SIEBZIG JAHRWOCHEN

      6. Welches wichtige Ereignis fiel ebenfalls in das Jahr 29 u. Z.?

      6 Das Jahr 29 u. Z. ist für uns nicht nur deswegen von Interesse, weil Johannes der Täufer damals zu verkündigen begann: „Bereut, denn das Königreich der Himmel [oder das Königreich Gottes] hat sich genaht“, sondern auch — und das ist noch wichtiger —, weil in diesem Jahr derjenige, den Gott zum König dieses Königreiches salbte, sozusagen vor der Tür stand. (Matth. 3:2) Johannes, der Vorläufer, war etwa sechs Monate älter als Jesus. (Luk. 1:34-38) Demnach muß Jesus im Herbst des Jahres 29 u. Z. getauft und gesalbt worden sein, denn er war damals „ungefähr dreißig Jahre alt“. (Luk. 3:23) Johannes bestätigte, daß Jesus bei dieser Gelegenheit mit Gottes heiligem Geist gesalbt wurde und dadurch der Gesalbte oder Christus wurde. — Joh. 1:32-34.

      7. (a) Wann sollte der Prophezeiung Daniels gemäß der Messias kommen? (b) Wie lange sollte diese Wartezeit dauern?

      7 Daß dieser Gesalbte seine Lehrtätigkeit im Herbst des Jahres 29 u. Z. aufnahm, wird auch durch die lange vorher geäußerte Prophezeiung in Daniel 9:25 bestätigt. Wir lesen dort unter anderem: „Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias [Gesalbten], den Fürsten, sind sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen.“ Wenn die sieben Wochen und die zweiundsechzig Wochen, das heißt die neunundsechzig Wochen, buchstäbliche Wochen von je sieben Tagen gewesen wären, dann hätte die Wartezeit bis zum Erscheinen des Messias nur insgesamt 483 buchstäbliche Tage von je 24 Stunden oder nur sechzehn Monate gedauert. Es handelte sich dabei aber um prophetische Wochen. Nach der biblischen Regel „einen Tag für ein Jahr“ müssen es also 483 Jahre (69 Wochen von Jahren, nicht Wochen von Tagen) gewesen sein. — 4. Mose 14:34; Hes. 4:6.

      8. Wieso wissen wir, daß der Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems weder im Jahre 537 v. u. Z. noch im siebenten Jahr der Regierung des Artaxerxes erteilt wurde?

      8 Wann erging denn das Wort, „Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen“? Nicht im Jahre 537 v. u. Z., denn in dem Erlaß, den Kores in jenem Jahr herausgab, hieß es nicht, daß die Stadt wiederhergestellt und aufgebaut werden sollte, sondern nur, daß „das Haus [oder der Tempel] Jehovas ... in Jerusalem“ wieder aufgebaut werden sollte. (Esra 1:2, 3) Es erging auch nicht im Jahre 468 v. u. Z., im siebenten Jahr der Regierung des persischen Königs Artasasta oder Artaxerxes I., in dem sich Esra mit einem besonderen Brief des Königs nach Jerusalem begab. Dieser Brief enthielt weder eine Genehmigung noch einen Befehl, Jerusalem wieder aufzubauen; es ging darin lediglich um Angelegenheiten in Verbindung mit dem Tempeldienst in Jerusalem. — Esra 7:1-27.

      9. Welche Ereignisse im zwanzigsten Jahr der Regierung des Artaxerxes lassen erkennen, daß das Wort, Jerusalem wieder aufzubauen, in jenem Jahr erging?

      9 Im zwanzigsten Jahr des Artaxerxes I. wurde Nehemia jedoch berichtet, daß die Stadt Jerusalem „in großem Unglück“ sei, „die Mauer von Jerusalem ... [sei] niedergerissen, und seine Tore ... [seien] mit Feuer verbrannt“. Als sich Nehemia daher eine günstige Gelegenheit bot, unterbreitete er diese Angelegenheit dem König und richtete an ihn die Bitte: „Wenn es den König gut dünkt, ... daß du mich nach Juda sendest zu der Stadt der Begräbnisse meiner Väter, damit ich sie wieder aufbaue.“ Dann sagte Nehemia noch: „Wenn es den König gut dünkt, so gebe man mir Briefe ... an Asaph, den Hüter des königlichen Forstes, daß er mir Holz gebe, um die Tore der Burg zu bälken, welche zum Hause gehört, und für die Mauer der Stadt, und für das Haus, in welches ich ziehen werde.“ — Neh. 1:2, 3; 2:5-8.

      10. Zu welcher Zeit des Jahres wurde der Befehl, die Stadt Jerusalem wieder aufzubauen, erteilt? Wann wurde er jedoch wirksam?

      10 Nehemia richtete diese Bitte im Frühjahr, im Monat Nisan, an den König. Bis aber die Briefe geschrieben waren und bis Nehemia die lange Reise von vielleicht 1 500 Kilometern — vom persischen Königspalast in Susan, das über 600 Kilometer östlich von Babylon lag, nach Jerusalem — zurückgelegt und den Statthaltern „jenseits des Stromes“ Euphrat die Briefe des Königs ausgehändigt hatte, verging einige Zeit, so daß Nehemia erst gegen Ende des Mondmonats Tammuz (zehnter Monat) in der niedergerissenen Stadt ankam. Daher sagte er: „Endlich kam ich nach Jerusalem.“ (Neh. 2:9-11, NW) Demnach begann der Befehl, „wiederherzustellen und zu bauen“, in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahres der Regierung des Artaxerxes wirksam zu werden, nämlich am 3. oder 4. Ab des Jahres 455 v. u. Z., und von diesem Zeitpunkt an zählen die in der Prophezeiung erwähnten neunundsechzig Wochen. — Neh. 2:11 bis 6:15.

      11. In welchem Jahr kam Artaxerxes auf den Thron? Welches Jahr war somit das zwanzigste Jahr seiner Regierung?

      11 Nach zuverlässigen Angaben begann Artaxerxes I. im Jahr 474 v. u. Z. zu regieren. Der griechische Geschichtsschreiber Thukydides, der in den Tagen des Artaxerxes lebte berichtet, daß der Feldherr Themistokles aus Griechenland geflohen und nach Asien gekommen sei, als Artaxerxes „erst vor kurzem auf den Thron gelangt“ sei, also nicht während der Regierung des Xerxes, des Vaters des Artaxerxes. Der griechische Biograph Plutarch aus dem 1. Jahrhundert u. Z. und der römische Geschichtsschreiber Nepos aus dem 1. Jahrhundert v. u. Z. unterstützen beide Thukydides in diesem Punkt. Nach seiner Ankunft in Ephesus (Kleinasien) bat Themistokles Artaxerxes, ihm zu gestatten, ein Jahr die persische Sprache zu erlernen, bevor er vor dem König erscheine. Die Bitte wurde ihm gewährt; darauf erschien er vor dem König, und nach den Aufzeichnungen des griechischen Geschichtsschreibers Diodorus Siculus aus dem 1. Jahrhundert u. Z. starb er 471 v. u. Z. Nach Hieronymus’ Übersetzung der Chronik des Eusebius kam Themistokles 473 nach Asien. Demnach hätte Artaxerxes 474 den Thron bestiegen. Das bedeutet, daß das zwanzigste Jahr der Regierung dieses Königs in das Jahr 455 v. u. Z. fiel oder in dieses Jahr hineinreichte. Aufgrund dieser und anderer geschichtlicher Zeugnisse schreibt der bekannte Gelehrte E. W. Hengstenberg in seinem Werk Christologie des Alten Testaments (Bd. 2, S. 535): „Das 20ste Jahr des Artaxerxes [ist] das Jahr 455 v. Chr.“ Damit stimmen auch Erzbischof Ussher und andere überein.

      12. Erkläre, wieso uns dieser Aufschluß über die Regierung des Artaxerxes feststellen hilft, wann Jesus getauft wurde.

      12 Wenn also, wie wir nun einwandfrei festgestellt haben, der berühmte Erlaß des Artaxerxes zum Wiederaufbau Jerusalems im Jahre 455 v. u. Z. herauskam und wirksam wurde, dann müssen die 483 Jahre bis zum Erscheinen des Messias in der zweiten Hälfte des Jahres 29 u. Z. abgelaufen sein.a Das alles zeigt, daß es nicht an Beweisen dafür fehlt, wann Jesus getauft und gesalbt wurde.

      13, 14. (a) Wann wurde Jesus geboren, wenn er im Jahre 29 u. Z. getauft wurde? (b) In welches Jahr verlegen manche Kommentatoren die Geburt Jesu jedoch, und worauf stützen sie sich dabei? (c) Wieso können wir das Geburtsjahr Jesu ermitteln, wenn wir wissen, in welchem Jahr Herodes Jerusalem eingenommen hat?

      13 Da es nun feststeht, daß Jesus im Jahre 29 u. Z. getauft wurde, und da er damals dreißig Jahre alt war, muß er im Jahre 2 v. u. Z., im Herbst, geboren sein. Im Herbst des Jahres 1 v. u. Z. war er somit ein Jahr alt. Da es kein Jahr null gab, war er im Herbst des darauffolgenden Jahres (1 u. Z.) zwei Jahre alt, und im Herbst des Jahres 29 u. Z. war er dreißig Jahre alt. Einige Chronisten geben für die Geburt Jesu das Jahr 4 oder sogar das Jahr 6 v. u. Z. an. Sie stützen sich dabei auf ihre Schlüsse, die sie aus dem Zeugnis des Josephus ziehen, der von einer Mondfinsternis berichtet, die kurz vor dem Tod des Herodes stattgefunden haben soll. (Jüdische Altertümer, siebzehntes Buch, 6. Kap., Abs. 4) Man hat ausgerechnet, daß am 13. März des Jahres 4 v. u. Z. eine Mondfinsternis eintrat, und deshalb sagt man, der Erlöser müsse vor diesem Datum geboren sein, sonst hätte der Befehl des Herodes, alle Knaben von zwei Jahren und darunter zu töten, nicht ausgeführt werden können.

      14 Das ist jedoch kein hinreichender Beweis dafür, daß Jesus im Jahre 4 v. u. Z. geboren wurde, denn Mondfinsternisse sind ziemlich häufig, in manchen Jahren gibt es sogar zwei. Weit wichtiger ist, daß Josephus berichtet, Herodes sei siebenunddreißig Jahre nachdem er von den Römern zum König ernannt wurde, gestorben. (Jüdische Altertümer, siebzehntes Buch, 8. Kap., Abs. 1) Herodes begann erst im Sommer 38 v. u. Z., nach der Einnahme Jerusalems, als König zu herrschen. Wenn also Josephus die Regierung des Herodes von der Einnahme der Stadt an rechnete, das heißt von der Zeit an, da er tatsächlich als König zu herrschen begann, nicht von der Zeit an, da er durch den römischen Senat ernannt wurde (drei Jahre vorher), dann muß er im Jahr 1 v. u. Z. gestorben sein. Das läßt genügend Zeit für die Geburt Jesu im Herbst des Jahres 2 v. u. Z., für den Besuch der chaldäischen Astrologen und für die Ermordung der unschuldigen Kinder von Bethlehem. — Matth. 2:1-18.

      15. In welches Jahr unserer Zeitrechnung fiel die Mitte der „siebzigsten Woche“, in der der Messias „weggetan“ wurde?

      15 Die übrigen Verse der Prophezeiung Daniels über die siebzig Jahrwochen bestätigen diese Zeitangaben. In Daniel 9:26, 27 heißt es: „Der Messias [wird] weggetan werden und nichts haben.“ Das geschah nach den 69 Jahrwochen, in der Mitte oder „zur Hälfte“ der 70. Woche. Da die letzte Woche, die siebzigste, logischerweise gleich lang war wie jede der anderen neunundsechzig Wochen, dauerte sie ebenfalls sieben Jahre. Der Messias wurde somit dreieinhalb Jahre nach dem Herbst 29 u. Z., „zur Hälfte“ der sieben Jahre dauernden siebzigsten Woche oder im Frühjahr 33 u. Z., „weggetan“. „Zur Hälfte der Woche“ hörten „Schlachtopfer und Speisopfer“ offiziell auf, denn zu jener Zeit wurde der Gesetzesbund mit seinen Opfern rechtlich aufgehoben, indem er „an den Marterpfahl genagelt wurde“. (Dan. 9:27; Kol. 2:14) Das ließ Jesus genügend Zeit, um während seiner Dienstzeit den in der Bibel erwähnten vier jährlichen Passahfeiern beizuwohnen.b

      16. Welche astronomischen Gegebenheiten bestätigen ebenfalls, daß Jesus am Freitagnachmittag, dem 1. April 33 u. Z., starb?

      16 Auch gewisse astronomische Gegebenheiten bestätigen, daß Jesus im Jahre 33 u. Z. umgebracht wurde. Es geschah im Laufe des 14. Nisan, der am Donnerstag um 18 Uhr begann und am Freitag um 18 Uhr endete. Die „neunte Stunde“, in der Jesus starb, war demnach am Freitagnachmittag, etwa um 15 Uhr (Mark. 15:34-37) Der Tag nach dem Passah, der 15. Nisan, war stets ein Sabbattag, ganz gleich, auf welchen Wochentag er fiel. (3. Mose 23:6, 7) Fiel der 15. Nisan auf einen üblichen wöchentlichen Sabbat, dann wurde er ein „großer Sabbat“ genannt, wie das der Fall war, als Jesus starb. (Joh. 19:31) Astronomische Tabellenc zeigen, daß im Jahr 33 u. Z. der Passah-Vollmond auf einen Donnerstag, 31. März (Gregorianischer Kalender), fiel. Das einzige andere Jahr während der Dienstzeit Jesu, in dem der Vollmond im Monat Nisan auf einen Donnerstag fiel, war das Jahr 30 u. Z.; doch dieses Jahr kommt nicht in Frage, denn wäre der Messias in diesem Jahr gestorben, dann hätte er nur sechs Monate gewirkt. Es spricht daher alles dafür, daß Jesus am Freitagnachmittag, dem 1. April 33 u. Z., starb.

      EREIGNISSE DER ZEIT ZWISCHEN DEN JAHREN 36 U. Z. UND 49 U. Z. DATIEREN

      17. Was geschah während der übrigen Jahre der „siebzigsten Woche“, und wann endete diese Woche?

      17 Die dreieinhalb Jahre, die von der siebzigsten Woche noch verblieben, nachdem der Messias am Marterpfahl umgebracht worden war, liefen im Herbst 36 u. Z. ab. Während dieser Zeit gab Jehova weiterhin ausschließlich Juden und jüdischen Proselyten die Gelegenheit, Glieder der himmlischen Königreichsklasse zu werden, wie dies durch die Prophezeiung angekündigt worden war: „Er soll den [abrahamischen] Bund für die vielen eine Woche lang in Kraft sein lassen.“ (Dan. 9:27, NW) Aus diesem Grunde wurde die gute Botschaft der Rettung den Heiden erst vom Herbst des Jahres 36 u. Z. an verkündet, das heißt von der Zeit an, da der Apostel Petrus das Vorrecht hatte, Kornelius und seine Hausgenossen zu taufen. — Apg. 10:1 bis 11:18.

      18. Was sollte vom Herbst 36 u. Z. an geschehen?

      18 Vom Herbst des Jahres 36 u. Z. an sollte die Botschaft über den Christus unter den heidnischen Nationen weit und breit verkündet werden. Jehova, der große Gott, der seine Zeit einhält und der dafür sorgt, daß jeder neue Abschnitt seines Werkes genau zur bestimmten Zeit durchgeführt wird, hatte auch einen Mann zur Verfügung, der schon gut darauf vorbereitet war, der „Apostel für die Nationen“ zu werden. Dieser Mann war Saulus von Tarsus, der der Apostel Paulus wurde. — Röm. 11:13; Gal. 2:8, 9.

      19. War Paulus im Jahr 36 auf die Aufgabe, die ihm damals übertragen wurde, vorbereitet?

      19 Paulus war im Jahr 36 kein Neubekehrter mehr. Da er ein Jude war, stand seiner Bekehrung vor dem Jahr 36 nichts im Wege. Das Licht der Wahrheit erleuchtete ihn offenbar im ersten Jahr nachdem Jesus im Frühjahr 33 aus dem Dasein geschieden war. Die folgenden zwei oder zweieinhalb Jahre wirkte Paulus in Damaskus, bis er schließlich gezwungen war, die Stadt heimlich zu verlassen, indem er sich durch eine Lücke in der Stadtmauer hinunterließ. Danach begab er sich nach Arabien, wo er eine Zeitlang blieb. Dann kehrte er, kurz bevor er nach Jerusalem hinaufging, nach Damaskus zurück. Paulus berichtet, daß er drei Jahre nach seiner Bekehrung, das wäre also im Jahre 36 u. Z. gewesen, zum erstenmal Petrus und Jakobus in Jerusalem besucht habe. Er schreibt: „Danach begab ich mich in die Gegenden von Syrien und Zilizien.“ — Apg. 9:23-25; Gal. 1:15-21.

      20. Wann wurde die Frage der Beschneidung durch die leitende Körperschaft in Jerusalem entschieden?

      20 Paulus schreibt in diesem Brief an die Galater weiter: „Dann, nach vierzehn Jahren, ging ich wieder nach Jerusalem hinauf.“ (Gal. 2:1) Das vierzehnte Jahr nach dem Jahr 36 wäre, dem damaligen Gebrauch der Ordnungszahlen entsprechend, das Jahr 49 u. Z. Bei diesem Besuch in Jerusalem wurde der leitenden Körperschaft die Frage der Beschneidung unterbreitet und wurde von ihr entschieden. — Apg. 15:2-19; Gal. 2:3-9.

      21, 22. Welche in der Bibel erwähnten Ereignisse spielten sich in der Zeit zwischen den Jahren 41 und 49 u. Z. ab?

      21 Die Bibel berichtet noch von einigen weiteren interessanten Ereignissen, die sich in der Zeit zwischen den Jahren 36 und 49 u. Z. abspielten. Zum Beispiel während der Regierungszeit des Kaisers Claudius und kurz vor dem Tod des Herodes Agrippa I. sagte der Prophet Agabus durch den Geist Jehovas eine Hungersnot voraus, wurde der Apostel Jakobus von Herodes umgebracht und Petrus durch das Eingreifen des Engels Jehovas vor einem ähnlichen Geschick bewahrt. — Apg. 11:27 bis 12:11.

      22 Weltliche Geschichtsschreiber stimmen darin überein, daß sich diese Dinge im Jahre 44 u. Z. ereigneten, weil Claudius im Jahr 41 zum Kaiser ausgerufen und Herodes Agrippa I. nach dem Passah des Jahres 44 u. Z. von Würmern zerfressen wurde. (Apg. 12:21-23) Die vorausgesagte Hungersnot trat jedoch erst im Jahre 46 ein, als Tiberius Alexander der römische Prokurator von Judäa war. Die Christen hatten also genügend Zeit, nämlich zwei volle Jahre, um sich auf die Notzeit vorzubereiten und die im Bericht erwähnten Hilfsvorkehrungen zu treffen. Nach diesen Ereignissen berichtet die Bibel (Apostelgeschichte, Kapitel 13 und 14) über die erste Missionsreise des Paulus. Zusammen mit Barnabas besuchte Paulus die Insel Zypern und viele Städte in Kleinasien und kehrte dann nach Antiochia in Syrien zurück. Diese erste Reise beanspruchte wahrscheinlich den größten Teil der Jahre 47 und 48; dennoch blieb ihm aber genügend Zeit, um nach Antiochia heimzukehren, bevor er im Frühjahr 49 die erwähnte Reise nach Jerusalem unternahm.

      ANDERE EREIGNISSE AUS DEM LEBEN DES APOSTELS PAULUS DATIEREN

      23, 24. Wann brach Paulus zu seiner ereignisreichen zweiten Missionsreise auf, und wie lange dauerte es, bis er nach Korinth (Griechenland) kam?

      23 Der erstaunliche Bericht der Bibel hilft uns auch, wie wir noch sehen werden, die Zeit für die zweite Missionsreise des Paulus (zwischen den Jahren 49 und 52 u. Z.) nach unserem Kalender zu datieren. Paulus kehrte im Frühjahr 49 mit dem besonderen Brief, den die leitende Körperschaft in Jerusalem abgefaßt hatte und von dem eine Abschrift für uns aufbewahrt wurde, nach Antiochia zurück. (Apg. 15:23-29) Dem Bericht gemäß kehrte Barnabas „nach einigen Tagen“, wahrscheinlich im Sommer jenes Jahres (49), nach Zypern zurück, während Paulus und Silas nach Syrien und dem angrenzenden Zilizien reisten, um dort den Versammlungen zu dienen. — Apg. 15:36-41.

      24 Demnach müssen Paulus und Silas im Frühling des Jahres 50 u. Z., nach ihrer Reise durch Kleinasien, zum erstenmal nach Europa übergesetzt haben. (Apg. 16:1-12) In den folgenden sechs Monaten waren diese Pioniere eifrig bemüht, neue Gebiete zu erschließen und in Philippi, Thessalonich, Beröa und Athen neue Versammlungen zu gründen. Im Herbst 50 kamen sie dann nach Korinth. Welch ein Dienstjahr! Stellen wir uns vor: In nur etwa fünfzehn Monaten hatten diese Missionare des ersten Jahrhunderts auf ihrer Reise eine Strecke von ungefähr 2 100 Kilometern zurückgelegt (wahrscheinlich einen großen Teil davon zu Fuß) und viele neue Versammlungen, bestehend aus Juden und Heiden, gegründet.

      25. Welches geschichtliche Zeugnis beweist, daß Paulus erst in der zweiten Hälfte des Jahres 50 u. Z. nach Korinth kam?

      25 Daß Paulus gegen Ende des Jahres 50 in Korinth eintraf, wird durch die Weltgeschichte bestätigt. Paulus Orosius, ein Geschichtsschreiber, der zu Anfang des 5. Jahrhunderts lebte, berichtet, daß Kaiser Claudius am 25. Januar 50 befohlen habe, alle Juden müßten Rom verlassen. Das ließ Aquila und Priscilla Zeit, ihre Sachen zu packen, sich Schiffsplätze zu besorgen, nach Korinth zu fahren und sich nach ihrer Ankunft in dieser Stadt, die für anderthalb Jahre ihre neue Heimat sein sollte, als Zeltmacher niederzulassen, bevor Paulus im Herbst jenes Jahres nach Korinth kam. Wir lesen: „Er [Paulus] fand einen gewissen Juden namens Aquila ..., der erst kurz zuvor aus Italien gekommen war, und dessen Frau Priscilla; Claudius hatte nämlich befohlen, daß alle Juden aus Rom wegziehen sollten.“ — Apg. 18:2.

      26. Welcher archäologische Fund bestätigt, daß sich Paulus vom Herbst 50 bis zum Frühjahr 52 in Korinth aufhielt?

      26 Auch der Vers 12 des 18. Kapitels der Apostelgeschichte ist ein Beweis für die historische Zuverlässigkeit der Bibel. „Als nun Gallio Prokonsul von Achaja war, erhoben sich die Juden einmütig gegen Paulus und führten ihn vor den Richterstuhl.“ Archäologen haben ein Fragment eines Schriftstückes, eines Erlasses des Kaisers Claudius, gefunden, aus dem hervorgeht, daß Gallio vom Sommer 51 bis zum Sommer 52 Prokonsul von Achaja war. Nachdem Gallio diesen Fall abgewiesen hatte, blieb Paulus „noch mehrere Tage“ in Korinth, bevor er nach Antiochia (Syrien) abreiste. (Apg. 18:18) Demnach wäre Paulus im Herbst 50 in Korinth angekommen, wäre etwa ein Jahr später vor Gallio geschleppt worden und hätte Korinth, wie die Bibel sagt, nach einem Aufenthalt von insgesamt achtzehn Monaten im Frühjahr 52 wieder verlassen. (Apg. 18:11) Er konnte daher gut im Hochsommer 52 u. Z. in Antiochia eintreffen.

      27. Zog sich Paulus, als er wieder in Antiochia war, in den Ruhestand zurück?

      27 Man könnte nun ohne weiteres annehmen, Paulus hätte sich nach so vielen Jahren angestrengten Missionardienstes und nachdem er die vielen Risiken und Gefahren, die das Reisen im ersten Jahrhundert mit sich brachte, auf sich genommen hatte, in Antiochia niedergelassen, um seine wohlverdiente Ruhe zu genießen. (2. Kor. 11:26, 27) Doch nein! Paulus dachte nicht im geringsten daran, in den Ruhestand zu treten. Seine Schriften und seine Tätigkeit lassen erkennen, daß er sich ständig dazu gedrängt fühlte, das Werk noch schneller und noch besser durchzuführen.

      28. Welche Orte besuchte Paulus auf seiner dritten Missionsreise, und wie lange dauerte sie?

      28 Es überrascht uns daher nicht, zu erfahren, daß sich dieser tatkräftige Missionar nach einem kurzen Aufenthalt in Antiochia wieder auf die Reise begab. „Als er einige Zeit dort [in Antiochia] zugebracht hatte“, brach er, wahrscheinlich im Herbst 52, zu seiner dritten Reise auf. Bei dieser Reise über Land „ging [er] von Ort zu Ort durch das Land Galatien und Phrygien und stärkte alle Jünger“. Dann kam er nach Ephesus, wo er wahrscheinlich die folgenden zweieinhalb Jahre zubrachte. (Apg. 18:23; 19:1-10) Wie er selbst berichtet, verließ er Ephesus nach dem Pfingstfest (55 u. Z.), reiste durch Mazedonien nach Korinth hinab, verbrachte dort den Winter und kehrte im darauffolgenden Frühjahr, zur Passahzeit, denselben Weg zurück bis nach Philippi. Das ließ Paulus genügend Zeit, um zu Pfingsten 56 u. Z. in Jerusalem einzutreffen. — 1. Kor. 16:5-8; Apg. 20:1-3, 6, 15, 16; 21:8, 15-17.

      29. In welchen Jahren spielte sich das ab, was Paulus von seiner Gefangennahme in Jerusalem bis zu seinem Tod in Rom erlebte?

      29 Paulus war kaum in Jerusalem angekommen, als seine religiösen Gegner über ihn herfielen. Um seiner Sicherheit willen wurde er von römischen Soldaten heimlich nach Cäsarea gebracht. Dort blieb er zwei Jahre im Gefängnis, bis der schlaue, auf Bestechung ausgehende Statthalter Felix durch Festus ersetzt wurde. (Apg. 21:27-33; 23:23-35; 24:27) Über das Jahr, in dem Festus Statthalter wurde, heißt es in der Encyclopædia Britannica über die Ansichten der Kritiker, von denen die einen für das Jahr 55 und die anderen für das Jahr 60/61 eintreten: „Es kann voll Vertrauen gesagt werden, daß die Wahrheit zwischen diesen beiden Extremen liegt, denn die in jedem Fall vorgebrachten Argumente scheinen weniger das eine Extrem zu beweisen als das andere zu widerlegen.“d Im Hinblick auf die bereits erwähnten Tatsachen glauben wir daher, daß Paulus die Bitte, seinen Fall vor den Cäsaren zu bringen, im Jahre 58 gewährt wurde und daß er in jenem Jahr nach Rom gesandt wurde. Nachdem er den berühmtesten Schiffbruch der Geschichte überlebt und auf der Insel Malta überwintert hatte, kam er im Frühjahr 59 in Rom an, wo er dann zwei Jahre oder bis zum Jahre 61 als Gefangener blieb und predigte und lehrte. (Apg. 27:1; 28:1, 11, 16, 30, 31) Seine zweite Gefängniszeit in Rom, die mit seiner Hinrichtung endete, fiel wahrscheinlich in die Jahre 64/65 u. Z. — 2. Tim. 1:16; 4:6, 7.

      30. Welchen Nutzen haben wir aus dieser Betrachtung von Ereignissen aus dem ersten Jahrhundert gezogen?

      30 Die Betrachtung dieser Ereignisse aus dem ersten Jahrhundert ist bestimmt interessant und glaubensstärkend gewesen. Die Bibelschreiber haben nichts von unseren heutigen Kalendern gewußt. Doch die Sorgfalt und Genauigkeit, mit der sie ihre Berichte abfaßten, und die Methode, nach der sie Ereignisse zeitlich festlegten, ermöglichen es uns weitgehend, Geschehnisse aus der fernen Vergangenheit zu datieren. Daß die biblische Chronologie in allen Einzelheiten genau den Tatsachen entspricht, stärkt unser Vertrauen zur Heiligen Schrift und festigt unseren Glauben, daß sie wirklich Jehovas Wort der Wahrheit ist.

      [Fußnoten]

      a Bei dieser Berechnung muß berücksichtigt werden, daß es zwischen v. u. Z. und u. Z. kein Jahr „null“ gab.

      b Johannes 2:13 (30 u. Z.); 5:1 (31 u. Z.); 6:4 (32 u. Z.); 12:1; 13:1 (33 u. Z.).

      c Babylonian Chronology 626 B.C.—A.D. 45, 1942 von Parker und Dubberstein, S. 46; ferner Canon der Mondfinsternisse, 1887, von Oppolzer, Bd. 2, S. 344.

      d The Encyclopædia Britannica, Ausgabe 1946, Bd. 3, S. 528; ferner Youngs Analytical Concordance to the Bible, S. 342, unter „Festus“.

  • Was kann ich tun?
    Der Wachtturm 1968 | 15. November
    • Was kann ich tun?

      WAS kann ich tun? Das ist eine gute Frage. Aber stellen wir die Frage etwas anders, etwas bestimmter: Was möchtest du tun? Hast du dich Jehova Gott, dem Geber jeder guten Gabe, hingegeben? Möchtest du, so weit es dir möglich ist, dein Hingabegelübde erfüllen?

      Möglicherweise übst du im Moment einen weltlichen Beruf aus. Aber als Gott hingegebener Diener kannst du diese Beschäftigung nie zu einer Karriere machen, nicht wahr? Es mag sein, daß du dich zu einem gewissen Grade der Bequemlichkeiten dieses modernen Lebens erfreust. Aber ist es nicht eine Tatsache, daß diese Dinge bald alltäglich werden? Ein Auto, ein Fernsehapparat, eine komfortable Wohnung usw. — das alles bringt keine dauernde Befriedigung. Erst wenn man

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