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Was tun, wenn man einen schlechten Tag hat?Erwachet! 1973 | 8. März
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hast, wenn sie nicht in Form sind. Bemerkst du, daß jemand einen schlechten Tag hat, dann bekunde Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Sei taktvoll, rücksichtsvoll, mitfühlend, und schaue über seine Reizbarkeit oder seine Launenhaftigkeit hinweg. Wer sich so verhält, darf mit Verständnis rechnen, wenn er einen schlechten Tag hat.
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Müssen Christen den Sabbat halten?Erwachet! 1973 | 8. März
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Müssen Christen den Sabbat halten?
EIN orthodoxer Rabbiner ging vom Kennedy-Flughafen in New York die sechzehn Kilometer bis zu seiner Wohnung in Brooklyn zu Fuß. Warum? Weil sein Flugzeug am Freitag nach Sonnenuntergang angekommen war, und es verstieß gegen die Satzung seiner Religion, am Sabbat ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen. Unter der israelischen Bevölkerung sind einige dagegen, daß am Sabbat Busse verkehren, ja nicht einmal Löschfahrzeuge der Feuerwehr sollen ausrücken. Es kommt vor, daß sich am Sabbat eine Reihe orthodoxer Juden auf die Straße legt, von Bordstein zu Bordstein, um jeglichen Verkehr lahmzulegen. Natürlich fordern nicht alle orthodoxen Juden eine solche Einhaltung des Sabbats.
Angeblich bemühen sich diese Juden, das vierte der Zehn Gebote auf diese Weise zu halten, das (auszugsweise) lautet: „Des Sabbattages gedenkend, ihn heiligzuhalten, wirst du sechs Tage Dienst leisten und sollst du all deine Arbeit tun. Aber der siebente Tag ist ein Sabbat dem Jehova, deinem Gott. Du sollst keinerlei Arbeit tun.“ (2. Mose 20:8-10) Sind Christen verpflichtet, das Sabbatgesetz zu halten, oder galt dieses Gesetz nur für die Israeliten, später Juden genannt?
Nur für Israel?
Schon die Einleitung der Zehn Gebote gibt die Antwort auf diese Frage: „Ich bin Jehova, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhause, herausgeführt habe.“ (2. Mose 20:2) Wen hat Jehova aus Ägypten befreit? Die Nachkommen Jakobs oder Israels. Man beachte, wie das vierte Gebot in 5. Mose 5:12-15 formuliert ist: „Den Sabbattag beobachtend, um ihn heiligzuhalten, ... sollst [du] daran denken, daß du ein Sklave im Land Ägypten wurdest und daß Jehova, dein Gott, dich dann mit starker Hand und ausgestrecktem Arm von dort herausbrachte Darum hat Jehova, dein Gott, dir geboten, den Sabbattag zu feiern.“
Dieses Sabbatgesetz sollte zwischen Jehova und wem ein Zeichen sein? Zwischen Jehova und Israel allein. In 2. Mose 31:13 steht geschrieben: „Rede zu den Söhnen Israels und sprich: ,Besonders meine Sabbate sollt ihr halten, denn er ist ein Zeichen zwischen mir und euch durch eure Generationen hindurch, damit ihr erkennen mögt, daß ich, Jehova, euch heilige.‘“ (Siehe auch Hesekiel 20:10-12.) Es gibt Personen, die behaupten, das Sabbatgesetz habe schon in Eden bestanden, doch Moses sagte klar und deutlich zu seinem Volk: „Nicht mit unseren Vorvätern hat Jehova diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, mit allen von uns, die heute hier am Leben sind.“ — 5. Mose 5:3.
Sollte dieser Sabbat aber nicht „ewiglich“ oder „für ewige Zeiten“ ein Zeichen zwischen Jehova Gott und seinem Volke sein? (2. Mose 31:17, Elberfelder Bibel; Menge) Das hebräische Wort ohlam, das in diesem Text mit „ewiglich“ oder mit „für ewige Zeiten“ wiedergegeben wird, bedeutet lediglich einen unbestimmten Zeitraum oder eine ungewisse Zeitspanne. Die Neue-Welt-Übersetzung gibt das Wort ohlam mit dem Ausdruck „auf unabsehbare Zeit“ wieder. Das Sabbatgebot war somit auf unabsehbare Zeit gültig; es konnte demnach für ewige Zeiten gültig sein oder auch nicht. Die Tatsache, daß dieses Wort in Verbindung mit vielen anderen Bestimmungen des Gesetzesbundes gebraucht wird, die offensichtlich ungültig geworden sind, zeigt, daß es nicht unbedingt ewig bedeutet. — 2. Mose 12:14, 17, 24; 27:21; 28:43; 29:28.
Hielten Jesus und seine Apostel den Sabbat?
Hielt Jesus den Sabbat? Die religiösen Führer seiner Zeit warfen ihm vor, daß er das nicht getan habe, aber die Tatsache bleibt bestehen, daß Jesus als Jude, der unter dem Gesetz geboren wurde, auch den Sabbat hielt. (Gal. 4:4) Er hielt den Sabbat so, wie das Wort Gottes es gebot (und nicht wie die Pharisäer es geboten). Als Jesus wegen des Sabbats angegriffen wurde, verteidigte er sich nicht mit dem Hinweis, daß er den Sabbat nicht zu halten brauche, sondern er machte darauf aufmerksam, daß es erlaubt sei, „am Sabbat etwas Vortreffliches zu tun“. (Matth. 12:12) Er sagte aber auch, er sei gekommen, um das Gesetz „zu erfüllen“. (Matth. 5:17) Wie wirkte sich das auf seine Jünger aus?
Hielten die Jünger den Sabbat noch nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt? Nein. Aber sie paßten sich den örtlichen Verhältnissen an und predigten dem Volk, das gewöhnlich am Sabbat zusammenkam. So lesen wir, daß Paulus und seine Gefährten am Sabbat in eine Synagoge gingen. Warum? Weil diese an jenem Tag voller Menschen war. (Apg. 13:14-16) Und ihre Zuhörer, die es gewohnt waren, am Sabbat in die Synagoge zu gehen, baten sie, am nächsten Sabbat von diesen Dingen noch weiter zu ihnen zu reden. (Apg. 13:42-44) Jedesmal, wenn in der Apostelgeschichte der Sabbat erwähnt wird, geschieht es in Verbindung mit der nichtchristlichen Anbetung, die entweder in einer Synagoge oder an einer Gebetsstätte gepflegt wurde. — Apg. 16:11-13; 17:1-3; 18:4.
Andererseits wird erwähnt, daß die Jünger Christi bei gewissen Gelegenheiten am ersten Wochentag zusammenkamen. (Joh. 20:19, 26; Apg. 20:7) In den Christlichen Griechischen Schriften wird den Christen nicht geboten, den ersten Wochentag zu heiligen, aber die Tatsache, daß die ersten Christen an diesem Tag zusammenkamen, läßt bestimmt erkennen, daß sie sich nicht länger verpflichtet fühlten, den siebenten Tag als gottesdienstlichen Feiertag zu halten.
„Unter Gesetz“?
In Römer 6:14 lesen wir folgende an Christen gerichtete Worte: „Ihr [seid] nicht unter Gesetz.“ Einige der Personen, die für das Halten des Sabbats eintreten, behaupten, daß man nur von Gesetzesbrechern sagen könne, sie seien „unter Gesetz“, daß aber alle, die das Gesetz hielten, „nicht unter Gesetz“ wären. Aber Gottes Wort stützt eine solche Ansicht nicht. Im Gegenteil, wir lesen in der Bibel: „Wir wissen nun, daß alles, was das ,Gesetz‘ sagt, es an die richtet, die unter dem ,Gesetz‘ sind.“ — Röm. 3:19.
Auch die Worte des Apostels Paulus, die wir in Galater 3:23 finden, widerlegen diese Behauptung. Wir lesen dort: „Bevor jedoch der Glaube gekommen war, wurden wir unter Gesetz verwahrt.“ Jesus hatte das Gesetz nicht übertreten, dennoch lesen wir über ihn: „Als aber die Grenze der Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, der aus einer Frau geboren wurde und unter Gesetz zu stehen kam.“ Dieser Text zeigt, wie trügerisch das Argument ist, daß man nur von Gesetzesübertretern sagen könne, sie seien „unter Gesetz“. — Gal. 4:4.
Warnung vor dem Beachten gewisser Tage
Die Christen sind nicht verpflichtet, die Zehn Gebote zu halten, aber das, wozu sie ermahnt werden, ist in Übereinstimmung mit den Grundsätzen, die im Dekalog zu finden sind. So werden sie zum Beispiel vor der Anbetung
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