Was ist die wahre Lösung?
ZUGEGEBEN, die Menschen könnten noch andere Nahrungsmittel essen als nur die, die gegenwärtig beliebt sind. Wenn wir aber realistisch überlegen, können wir uns kaum vorstellen, daß jemand plötzlich eine Vorliebe für eine Speise entwickeln wird, die er nicht essen möchte. Aus diesem Grunde werden manche auch dann weiter hungern, wenn es unmittelbar in ihrer Nähe Nahrungsmittel gibt, die zu stark von dem abweichen, was sie gewöhnlich essen.
Auch wird, wie wir bereits erkannt haben, das Problem nicht durch einen neuen Durchbruch aufgrund menschlicher Bemühungen gelöst werden. Wenn solche Durchbrüche möglich gewesen wären, gäbe es heute nicht eine Milliarde Menschen, die jeden Abend hungrig ins Bett gehen. Wir können uns der Tatsache nicht verschließen, daß — so aufrichtig und wohlwollend die vorgeschlagenen Lösungen auch sein mögen — das Rennen um die Ernährung des ärmeren Teils der Erdbevölkerung verloren ist.
Dr. Walter Santos von der brasilianischen Gesellschaft für Ernährung sagte: „In allen Entwicklungsländern besteht so etwas wie eine allgemeine Frustration wegen der Versprechungen und Voraussagen, die gemacht wurden und im Gegensatz zu dem stehen, was erreicht wurde. Überall besteht der Wunsch und die Notwendigkeit nach drastischen Änderungen in der Entwicklung der Maßnahmen, die man bisher verfolgte, denn sie haben die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede eher verschärft als abgeschwächt.“
Warum ist dem so? Weil die Lösung für das Ernährungsproblem das Leistungsvermögen des Menschen übersteigt. Die klügsten Wissenschaftler, die erfahrensten Politiker und die intelligentesten Wirtschaftsexperten sind trotz all der Zeit, der Mühe und des Geldes, das sie investiert haben, nicht in der Lage gewesen, das Problem zu lösen. Sie werden es auch in der Zukunft nicht schaffen.
Die Selbstsucht und die Gier des Menschen, sein Machthunger und der Umstand, daß er aus dem Leiden anderer Nutzen zieht — all das steht im Weg. Und das sind nur einige der tief verwurzelten Probleme, die eine dauerhafte Lösung verhindern.
Wenn es unwahrscheinlich ist, daß der Mensch eine Lösung findet, was dann? Haben die Wissenschaftler recht, die ein Massenhungern von einem Ausmaß voraussagen, das alles in den Schatten stellen wird, was die Menschheit je erlebt hat? Gibt es keinen Ausweg?
Die wahre Lösung in Sicht
Die Lösung ist in Sicht? Wie ist das möglich? Haben wir nicht soeben festgestellt, daß Wissenschaftler mit Grauen in die Zukunft blicken?
Ja, aber gerade die gegenwärtigen düsteren Verhältnisse und Aussichten sind eine Ermunterung. Inwiefern? Insofern, als all diese Erscheinungen ein Teil des Beweises dafür sind, daß wir der wahren Lösung näherkommen. Jesus sagte in einer Prophezeiung über unsere Zeit, daß „die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“ (Luk. 21:26).
Der heutige Hunger und viele andere Erscheinungen weisen darauf hin, daß unsere Generation in der Zeit „des Abschlusses des Systems der Dinge“ lebt, den Jesus vorhersagte. Jesus sagte u. a. voraus, daß es „Lebensmittelknappheit“ geben würde (Matth. 24:3, 7, 8).
Das letzte Buch der Bibel spricht prophetisch von vier symbolischen Reitern in unserer Zeit. Eine Folge davon würden hohe Lebensmittelpreise sein: „Eine Handvoll Weizen für einen Taglohn“, wie es in Offenbarung 6:6 (Zink) heißt. Das stimmt genau mit folgendem Kommentar der New York Times überein: „Für viele Leute übersteigt heute der Preis einer einzigen Mahlzeit den Lohn eines Tages.“
Die schlimmsten Lebensmittelknappheiten haben sich in unserem Zeitalter ereignet. Das trifft auch auf andere nie zuvor dagewesene Ereignisse zu, die nach dem Ersten Weltkrieg (1914—1918) eingetreten sind. Jener Krieg war der Wendepunkt in der neuzeitlichen Geschichte. Er war einer der vielen Ereignisse, die deutlich anzeigten, daß wir in eine Epoche eintraten, die als die Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ oder als „das Ende der Welt“ (Zink) bezeichnet wird.
Eine Weltordnung des Überflusses
Glücklicherweise vermittelt uns die biblische Prophetie eine Vorschau auf einen wunderbaren Wandel, der sich bald weltweit vollziehen wird, wenn diese Zeitperiode zu ihrem Ende kommt. Wir lesen:
„Hier wohnt Gott bei den Menschen. ... Er wird alle Tränen aus ihren Augen wischen, es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage, keinen Schmerz, denn alles, was bisher war, ist vergangen.
Und der auf dem Thron saß, sprach weiter: Sieh dich um! Alles mache ich neu!“ (Offb. 21:3-5, „Zink“).
Die Weltverhältnisse, einschließlich der düsteren Aussicht bezüglich der Ernährungssituation, bedeuten also, daß wir uns dem Ende des gegenwärtigen unbefriedigenden Systems nähern, von dem die Menschheit heute beherrscht wird. Gott hat verheißen, binnen kurzem in die Angelegenheiten des Menschen einzugreifen, um dieses schlechte System zu zerschlagen und den Weg für ein neues Zeitalter zu bahnen, das enorme Umwandlungen mit sich bringen wird. Es wird, wie Petrus vorhersagte, „neue Himmel und eine neue Erde“ geben (2. Petr. 3:13).
Ja, Gott wird sich mittels einer neuen Regierung der Angelegenheiten der Menschen annehmen und sie vom himmlischen Reich aus leiten (Matth. 6:9, 10). Diese Regierung wird auf der Erde wunderbare Änderungen bewirken. Sie wird sozialer Ungerechtigkeit, selbstsüchtigen Wirtschaftssystemen und habsüchtigen Menschen ein Ende bereiten. Sie wird auch mit den trennenden nationalen Schranken aufräumen. Auch wird Hunger, Hungertod und Armut für immer der Vergangenheit angehören.
Es rückt sehr schnell die Zeit näher, in der das Schreckgespenst des Hungers der Vergangenheit angehören und niemals mehr sein häßliches Antlitz erheben wird. Statt dessen wird es dann in Gottes neuer Ordnung für jeden mehr als genug Nahrung geben (Jes. 25:6; Ps. 72:16).