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Mit dem Knechte dienenDer Wachtturm 1950 | 1. Oktober
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Mit dem Knechte dienen
„Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also tuend finden wird! Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über seine ganze Habe setzen (zum Verwalter aller seiner Güter machen, Storr).“ — Matth. 24:46, 47.
1. Was bedeutet es für Jehovas Volk auf Erden heute, dass Jehova und Christus Jesus herrschen?
JEHOVA ist der allmächtige Herrscher des Universums. Ihm zur Rechten ist der loyale und treue König, Christus Jesus, der immerdar dient. Das Königreich des eingesetzten Herrschers wird über diese Erde Macht ausüben, bis alles darauf den heiligen Namen des Schöpfers lobt und verherrlicht. Zur Teilnahme an diesem wunderbaren Dienste sind 144 000 berufen worden, und diese Berufenen werden, indem sie ihre „Berufung und Erwählung fest machen“, die Braut des Königs und seine „Miterben“ sein. Als Königreichserben wissen sie, dass sie kraft der Verheissung den Thron mit dem verherrlichten Bräutigam innehaben sollen. Und was von noch unmittelbarerem Interesse ist: dieser königliche Bräutigam hat ihnen offenbart, dass er ihnen während der syntéleia dieser Welt und ehe sie ihren irdischen Lauf vollenden, das Zeichen seiner Gunst gebe, indem er ihnen besondere Königreichsverantwortung anvertraue. Solche Königreichsinteressen müssen behütet, bewacht und mitten im Trubel der Schlussjahre dieser Welt vermehrt werden. Weder Lockungen von menschlicher noch dämonischer Seite noch die wirren Ereignisse in diesen verhängnisvollen Tagen werden die treuen Verwalter von ihrem Dienste abbringen können. Gerade die Ereignisse, die sich jetzt einstellen, liefern weitern Beweis von der Erfüllung der Prophezeiung hinsichtlich der Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus, der Nähe des endgültigen Endes dieser bösen Welt und der Anforderungen, die jetzt an die treuen Diener des Königreiches der Himmel gestellt werden.
2. Wer empfängt die Herrschaft, und welchen schriftgemässen Beweis haben wir?
2 Dieses Königreich Gottes mit dem von ihm eingesetzten Herrscher ist von grösster Wichtigkeit, und Jahrhunderte sind auf dessen Vorbereitung verwendet worden. Der König wird in Gerechtigkeit herrschen, indem er Gottes Gesetz vollzieht und jede Macht niederreisst, die sich der Wahrheit und Gerechtigkeit widersetzt. „Dann wird das Ende kommen — wenn er das Königreich seinem Gott und Vater übergibt, wenn er gestürzt haben wird alle andere Herrschaft und ‚alle andere Gewalt und Macht. Denn er muss herrschen, bis Gott alle seine Feinde unter seine Füsse gelegt hat.‘ “ (1. Kor. 15:24-26, Zwanzigstes Jahrhundert, engl.) Christus Jesus empfängt dieses Königreich von seinem Vater. Weder ein Mensch noch irdische Mächte könnten es ihm geben, denn es gehört nicht ihnen. „Denn mein ist alles Getier des Waldes, das Vieh auf tausend Bergen. Ich kenne alles Gevögel der Berge, und das Wild des Gefildes ist mir bekannt (mir gehört es, van Ess). Wenn mich hungerte, ich würde es dir nicht sagen: denn mein ist der Erdkreis und seine Fülle.“ (Ps. 50:10-12) „Vom Beschluss will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen, und zum Besitztum die Enden der Erde.“ (Ps. 2:7, 8) Satan, der Gott dieser bösen Welt, war nie Besitzer der Erde mit ihren Bergen und Meeren, Flüssen und Seen, Bäumen und Blumen, ihren Tieren, Vögeln, Fischen und anderem Erschaffenen. Sie waren nicht sein Eigentum, damit er es jemandem gebe. Adam kam nicht in diesen wunderbaren Herrschaftsbesitz. Der Apostel Paulus sagt in Hebräer 2:5-8, dass diese Herrschaft Christus Jesus gegeben werde. Paulus zitierte hier aus Psalm 8, wo deutlich gelehrt wird, dass der Universelle Oberherr alle diese erschaffenen Werke seinem geliebten Sohne unterstellt habe. „In welcher er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte; (und er setzte ihn zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern, über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter [dieser Welt], sondern auch in dem zukünftigen, und hat alles seinen Füssen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung [Kirche] gegeben, welche sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt).“ — Eph. 1:20-23; siehe auch Dan. 7:13, 14; Dan. 2:44; Ps. 89:34-37.
3. Wen lässt Christus Jesus an seinem Königreich teilhaben?
3 Somit gehört das ewige Königreich Christus Jesus, gleichwie er selbst es erklärt hat: „Ich verordne euch, gleichwie mein Vater mir verordnet hat, ein Reich.“ (Luk. 22:29) In bezug auf die Tatsache, dass er seine treuen Jünger daran teilhaben lässt, lesen wir ferner: „Gleichwie ihr wisset, wie wir . . . euch ermahnt . . . haben, dass ihr wandeln solltet würdig des Gottes, der euch zu seinem eigenen Reiche (glorreichen Königreiche, Diaglott) beruft.“ — 1. Thess. 2:11, 12; siehe auch Röm. 8:17; Phil. 3:10-14; 2. Tim. 2:12.
4. Was waren einige der Interessen, die er der Fürsorge seiner Kirche anvertraute?
4 Als Jesus Christus auf Erden weilte, anvertraute er seinen Jüngern viele Dinge, zum Beispiel sein Wort, das Weiden der Schafe, das Predigen des Königreiches, die Ehre des Namens des Vaters und ‚seinen Frieden‘. Später, zu Pfingsten, wurden der Kirche durch die Wirksamkeit des heiligen Geistes und die Dienstleistungen der Apostel weitere Interessen übertragen. „Jedem einzelnen von uns aber ist etwas aufgetragen worden nach dem Masse der Gabe des Christus.“ (Eph. 4:7, Zwanzigstes Jahrhundert, engl.) Manche dieser Gaben werden in Vers 11 erwähnt: „Er ist es, welcher der Kirche Apostel, Propheten, Missionare, Pastoren und Lehrer gegeben hat.“ (engl.) Alle diese Gaben dienten einem bestimmten Zweck: „Zur Vollendung (zur völligen Befähigung, Diaglott) der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Auferbauung des Leibes Christi (des Gesalbten, Diaglott)“. (Vers 12) Die Apostel erfüllten diese Dienste treulich, und loyaler Dienst ist am Ende der Welt, wo wir nun angelangt sind, dargebracht worden. Unter den Millionen von Bekenntnis-Christen hat es einige gegeben, die die Herde Gottes geweidet, das gute und wahrhaftige Wort Gottes dem Volke vor Augen gehalten, die Glieder des Haushaltes des Herrn gestärkt und die Botschaft „das Königreich der Himmel ist herbeigekommen“ gepredigt haben, alles zur Ehre des Namens des himmlischen Vaters. Als der Herr Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit wiederkehrte, um seine Königreichsherrschaft über die ganze Erde aufzurichten, sollte er den treuen Knecht dabei vorfinden, wie er sich seiner Verantwortlichkeiten auf eine ihm wohlgefällige Weise entledigte. Während er bei seinen Jüngern weilte, hatte er ihnen ein Gleichnis gegeben, das zugleich eine Prophezeiung gerade im Hinblick auf das Werk dieses Knechtes ist und zeigt, was geschehen würde. Eine Betrachtung dieses Gleichnisses und das Verständnis seiner Erfüllung bringt nun dem Eigentumsvolke Gottes Freude, Trost und Kraft.
GLEICHNIS VOM „TREUEN UND WEISEN KNECHT“
5. Wer hat den „treuen und weisen Knecht“ eingesetzt, und was war es, was dem Herrn bei seiner Wiederkehr so wohlgefiel?
5 „Wer ist nun der treue und kluge (weise, engl. B.) Knecht, den sein Herr über sein Gesinde (sein Hausgesind, Lange; seinen Haushalt, engl. B.) gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur rechten Zeit? Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, also tuend finden wird! Wahrlich, sage ich euch, er wird ihn über seine ganze Habe setzen.“ (Matth. 24:45-47) Es wird bemerkt werden, dass die Prophezeiung sich nicht einfach auf irgendeinen Knecht bezieht, sondern auf einen, der besonders erwählt worden ist, einen, ‚den der Meister über seinen Haushalt eingesetzt hat‘ (Rotherham), „den sein Meister seinem Haushalt vorgesetzt hat“. (Eine Amerik. Übers.) Der Hauptdienst, der erwähnt wird und dem Aufmerksamkeit zuteil werden sollte, war ‚Speise zu geben zur rechten Zeit‘ oder „den Gliedern zur rechten Zeit ihren Unterhalt zu geben“. (Eine Amerik. Übers. u. Schmoller) Indem dieser Knecht die ihm zugewiesenen Pflichten treu, besonnen, loyal und klug ausführte, empfing er die Billigung des Meisters. „Glückselig jener Knecht, den sein Meister, wenn er kommt, so beschäftigt finden wird.“ (Matth. 24:46, Diaglott) Dies gefällt dem Herrn wohl und auch dem Knecht. Nachdem der Meister den Knecht so gelobt hat, belohnt er ihn, indem er seiner Fürsorge viel grössere Verantwortlichkeiten anvertraut. „Er wird ihn über seine ganze Habe setzen.“ (Vers 47) „Er wird ihn über sein ganzes Besitztum setzen.“ (Zürcher B.) „Er wird ihn zum Verwalter aller seiner Güter machen.“ — Storr.
6. Wann ist es an der Zeit, dass dieses Gleichnis sich erfülle, und was für Fragen kommen einem in den Sinn?
6 Dieses Gleichnis findet seine prophetische Erfüllung zur Zeit der zweiten Gegenwart des Herrn Jesus Christus am Ende der Welt. Es erfüllt sich jetzt und kann daher verstanden werden. Wer also ist der ‚treue und weise Knecht‘? Wo ist das „Hausgesind“? Wie und wann ist der „Meister“ gekommen und hat den „Knecht“ gebilligt? Was ist unter den „Gütern“, dem „Besitztum“, der „Habe“ zu verstehen? Was ist damit gemeint, dass er ihn zum Verwalter „über alle seine Güter“ macht? Diese Fragen und viele weitere kommen dem Leser in den Sinn. Es ist möglich, die Erfüllung dieses Gleichnisses jetzt zu verstehen, und glückselig deine Augen, wenn sie es sehen!
7. Welche Teile des Schrifttextes im Gleichnis helfen uns die Zeit der Erfüllung bestimmen?
7 Lasst uns zuerst die Zeit der Erfüllung ermitteln. Vers 46 sagt: ‚wenn sein Meister wiederkommt‘, und Vers 44: „der Sohn des Menschen kommt zu einer Zeit, da ihr ihn nicht erwartet“. (Eine Amerik. Übers.) Man wird verstehen, dass die Prophezeiungen, die in diesem 24. Kapitel von Matthäus aufgezeichnet sind, sich auf das Ende der Welt beziehen. Der Herr gebraucht einen seiner eigenen Titel, „Sohn des Menschen,“ und lässt daher kundwerden, dass er auf sich selbst als den „Meister“ des Hauses Bezug nahm. Die Zeit ist diejenige der zweiten Erscheinung Christi und fällt in die „Zeit des Endes“, oder der syntéleia, dieser bösen Welt, wenn die Zeit gekommen ist, da sein Königreich seine Herrschaft beginnt.
8. Wer sind die „Gesalbten“? und was ist unter dem „gesalbten Überrest“ zu verstehen?
8 Wer hat die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das Hausgesind gespeist wird? Bei einem andern Anlass sagte Jesus zu seinen Nachfolgern: „ ‚Versteht ihr all dieses?‘ Sie sagten zu ihm: ‚Ja.‘ Er sprach zu ihnen: ‚Dann denkt daran, dass jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Königreiches des Himmels geworden ist, gleich einem Haushalter sein muss, der aus seiner Vorratskammer Neues und Altes hervorbringt.‘ “ (Matth. 13:51, 52, Eine Amerik. Übers.) Diese sind somit die Klasse des „Königreiches des Himmels“, die voraussichtlichen Glieder der „Braut Christi“, jene, die „in Christus“ sind, wie in Römer 12:5 erwähnt wird: „Also sind wir, die Vielen, ein Leib in Christus, einzeln aber Glieder voneinander.“ „Denn all die Verheissungen Gottes haben ihr ‚Ja‘ in Ihm; und daher sprechen wir auch durch Ihn das ‚Amen‘ zum Ruhme Gottes. Er aber, der uns wie auch euch im Verein mit Christus befestigt und uns gesalbt hat, ist Gott, der auch Sein Siegel auf uns gelegt und als Unterpfand Seinen Geist in unsere Herzen gegeben hat.“ (2. Kor. 1:20-22, Weymouth, engl.) Sie sind „die Gesalbten“. Diese Schar besteht aus 144 000 Gliedern (Off. 14:1), deren Berufung mit den Aposteln begonnen hat und sich beim zweiten Erscheinen Jesu Christi ihrer Vollendung nähert. Sie ist jetzt sozusagen vollendet. In der Tat gibt es nur noch einen kleinen Überrest dieser Schar, allgemein als der „gesalbte Überrest“ bekannt, der jetzt auf Erden zurückgelassen ist. Dass eine solche Klasse bei der Wiederkunft des Herrn auf Erden weilen würde, hatte er gelehrt.
9. Weshalb ist 1918 ein wichtiges Jahr? Erkläre das Werk vor 1918.
9 Der Herr Jesus Christus ist im Jahre 1914 als König der neuen Welt auf den Thron erhoben worden, wie dies all die Prophezeiungen der alten Zeit und die heutigen Geschehnisse bezeugen. Das grösste Ereignis der Erde fand damals statt, denn das war der Zeitpunkt, da Gott der Höchste seinen Sohn anwies, ‚inmitten seiner Feinde zu herrschen‘. (Ps. 110:1, 2) Damals begann die Tätigkeit im Himmel, um die Königreichsherrschaft, diese neue Macht, welche alle Nationen regieren wird, hervorzubringen. (Ps. 2; Off. 12:5) Vor diesem so überaus wichtigen Datum war jahrelang ein Vorbereitungswerk im Gang gewesen. Die Zeit der 40 Jahre (von 1878 bis 1918) wurde in der biblischen Prophezeiung vorausgesagt und ist allgemein als das „Elia“- oder „Johannes-der-Täufer“-Werk bezeichnet worden, und zwar wurde es so genannt, weil es die neuzeitliche Erfüllung grossen Umfangs ihrer prophetischen Werke bedeutet. „Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes; wie geschrieben steht in Jesaias, dem Propheten: ‚Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird‘. ‚Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade seine Steige!‘ “ (Mark. 1:1-3; Matth. 3:1-12) „Siehe, ich sende euch Elia, den Propheten, ehe der Tag Jehovas kommt, der grosse und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern wenden, auf dass ich nicht komme und das Land mit dem Banne [Fluche] schlage.“ (Mal. 4:5, 6) „Und wenn ihr es annehmen wollt, er [Johannes der Täufer] ist Elias, der kommen soll.“ (Matth. 11:14) Der Weg musste ‚bereitet‘ werden, bevor der König erscheint. Gleichwie in den Tagen Johannes des Täufers wurde während der 40 Jahre vor 1918 die Botschaft auf bestimmte, klare und tröstende Weise den Armen im Geiste ausgerichtet, während sie die stolz Handelnden anklagte und Zeugnis gab für den Christus Gottes. Das gesalbte Volk Gottes hat während mehr als 30 Jahren vor 1914 die Nähe des Endes der „Heidenzeiten“ angekündigt und hat das Bekenntnisvolk Gottes aufgerufen, für den Dienst Jehovas bereit zu sein. Botschaft um Botschaft wurde öffentlich verkündigt, Millionen von Lehrbüchern wurden veröffentlicht und viele weitere Millionen Traktate in Umlauf gesetzt — alles, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Erfüllung der Prophezeiung und die Dringlichkeit des Wach- und Wachsamseins zu lenken. Der unermüdliche, selbstlose Dienst, den diese treuen Christen von ganzem Herzen taten, war beim „Meister“ des Hauses bekannt, und er anerkannte sie.
10. Wann wurde die Gesellschaft organisiert, und welche Schwierigkeiten erlebte man kurz nach 1916?
10 Im Jahre 1884 gründeten und organisierten diese treuen Diener die Watch Tower Bible & Tract Society und begannen durch diese all ihre Diensthandlungen zu verrichten. Als der erste Präsident dieser Gesellschaft im Jahre 1916 seinen irdischen Lauf beendete, lehnten sich einige, die mit den Gesalbten des Herrn verbunden gewesen waren, wider die Knechte Gottes auf. Die Gelüste ihrer Herzen fanden ihren Ausdruck in bösen Reden wider Gottes loyale Kinder, in den Äusserungen, die Watch Tower Bible & Tract Society werde vom Herrn nicht mehr gebraucht, denn sie hätten nun das Licht, und Gottes Diener sollten ihnen folgen. Mitten in all diesem Streit, diesem Übelreden, den harten Worten und treulosen Handlungen, den Akten des Verrats und den Verfolgungen und Prüfungen während des Ersten Weltkrieges fuhren die treuen Gesalbten fort, das Hausgesind mit passender geistiger Speise zu nähren; und sie verfehlten nicht ein einziges Mal, die Wachtturm-Zeitschrift herauszugeben.
11. Welches weitere grosse Ereignis trat im Jahre 1918 ein, und mit welchen Ergebnissen für Gottes Diener?
11 Die Kirche wurde bestimmt von innen und von aussen geprüft. Dann, im Jahre 1918, erschien der Herr Jesus Christus im Tempel zum Gericht. Seine Engel lasen aus seiner Königreichsklasse jene heraus, die Anstoss gaben und Gesetzloses wirkten. „Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse (alles, was zum Straucheln bringt, Amerik. Stand.-B.) zusammenlesen, und die das Gesetzlose tun; und sie werden sie in den Feuerofen werfen: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reiche ihres Vaters. Wer Ohren hat, [zu hören], der höre!“ (Matth. 13:41-43) Der grosse unsichtbare Richter räumte mit diesen Gesetzlosen schnell auf und brachte zur selben Zeit seine Treuen zum Vorschein. „Alsdann werden die Gerechten aufleuchten (hervorleuchten, Tafel) wie die Sonne in dem Königreiche ihres Vaters.“ (Vers 43, Schmoller) Indem er die Rebellen und die Gesetzlosen aus dem Wege schaffte, konnte er sein eigenes Volk gebrauchen und es ‚leuchten lassen, denn sein Licht war gekommen‘. Er billigte diese loyalen Knechte, denn ungeachtet all der Probleme, Hindernisse, Versuchungen und Verfolgungen waren die Gesalbten mit dem Werk des Weidens der Schafe — allezeit durch die Watch Tower Bible & Tract Society — unentwegt vorangegangen.
DER „TREUE UND WEISE KNECHT“
12. Was ergab sich daraus, dass der treue Knecht gebilligt wurde?
12 Der Meister des Hauses sagte: ‚Glückselig jener Knecht . . . Er wird ihn zum Verwalter aller seiner Güter machen.‘ Die Vorrechte und Verantwortlichkeiten dieses Knechts sind jetzt bedeutend vergrössert, denn da er für den Haushalt im allgemeinen gesorgt hatte, wurden ihm nun weitere Pflichten auferlegt. Er wurde zur vollständigen Leitung aller Güter des Meisters eingesetzt, zur Verwaltung des ganzen Besitztums, aller Habe, Ländereien und des Vermögens. Was konnte dies nun bedeuten? Was waren die „Güter“, die „Habe“, das „Besitztum“, das diesem „treuen und weisen Knecht“ anvertraut wurde? Bestimmt denken wir sogleich an die grösste und wertvollste Habe des Königs der neuen Welt, an das Königreich. Doch wie könnte das Königreich der Obhut des Knechtes übergeben werden? Bestimmt könnte dies nicht der himmlische Teil des Königreiches sein, denn der gesalbte Überrest befindet sich noch auf Erden, und wir finden, dass genau dies es ist, womit der Überrest zu tun hat: mit den Interessen des glorreichen Königreiches, wie sie sich jetzt auf unsere Erde beziehen, das heisst den sichtbaren Königreichsinteressen. Kann es daher wirklich bedeuten, dass der wiedergekehrte Meister, der als der Erde neuer Herrscher kommt, diesen „treuen und weisen Knecht“ zum Verwalter über alle gegenwärtigen irdischen Interessen seines Königreiches gesetzt hat? Dies ist genau was gesagt wird und bestimmt nichts weniger. Er wird ihn zum Verwalter über all seine ‚Habe‘ setzen. Nicht nur glauben wir dies, sondern wir danken Gott und Christus Tag und Nacht für seine Güte gegenüber den Menschenkindern.
13. a) Wie werden die „Güter“ verwaltet, und durch welche Organisation? b) Was bedeutet dies?
13 Wie wird für diese Interessen gesorgt, und wie werden sie verwaltet? Klar ertönt die Antwort: Durch seinen gesalbten Überrest und mittels der Organisation, die er während dieser 66 Jahre so reich und unverkennbar gesegnet hat, der Watch Tower Bible & Tract Society. Einige Leser mögen diese Tatsache in Frage ziehen, doch ist jedermann eingeladen, die Beweise zu betrachten und selbst zu sehen, dass dem so ist. Kennst du, bis zu diesem Punkte angelangt, vielleicht eine andere Organisation, die von Gottes Volk völlig und ausschliesslich zum Tun seines Werkes gebraucht wird? Hier haben wir eine Schar gesalbter Diener Gottes des Herrn, die ihr alles seinem heiligen Dienste geweiht haben und nun in vollkommenem Glauben handeln, indem sie seinen Namen ehren, den König und das Königreich predigen, die Herde weiden und zum Erreichen dieses Zieles sich eben dieser Organisation bedienen. Einfach zu sagen: „Das stimmt nicht“, fällt verhältnismässig leicht, doch kannst du eine andere Organisation nennen, die heute auf Erden derart tätig ist? Du wirst finden, dass dies unmöglich ist. Hingegen wirst du bemerken, dass diese Erklärungen nicht bloss Behauptungen, sondern Wahrheiten und Tatsachen sind. Der „treue und weise Knecht“ des Herrn kann an Hand von Beweisen dartun, dass er „der Knecht“ ist, und wenn dies einmal festgestellt ist, müssen jene, die es erkennen, in bezug auf ihren Dienst ihre Entscheidungen treffen. Kannst du, willst du weiterhin in Diensten stehen, wozu der ‚Verwalter über alle seine Güter‘ dich nicht ermächtigt oder die mit ihm nicht in Übereinstimmung sind, oder willst du Gottes Weg kennenlernen? Man kann nicht beides tun. Der „treue und weise Knecht“ ist loyal und wahrhaftig, blind und taub gegenüber allem und jedem, der danach trachtet, Spaltung oder Schaden unter den Hausgenossen hervorzurufen, und dieser „Knecht“ hat des Meisters Gunst empfangen. Triff also deine Entscheidung!
14. Wem gehören diese Interessen in Wirklichkeit? Warum dies?
14 Jesus Christus ist das Haupt dieses „treuen Knechts“, und alle müssen dies anerkennen. Diese so wichtigen Königreichsinteressen werden dem Knecht als Klasse nicht einfach übertragen, damit er nach seinen Wünschen damit handle. Nein, ganz und gar nicht. Die „Güter“ gehören immer noch Christus Jesus, dem grossen Verwalter, und er übergibt sie der Verwahrung, der Obhut des Knechts. Sie werden ihm als etwas Anvertrautes übergeben. Wäre es überdies nicht befremdend, wenn Christus mehr als einen „treuen und weisen Knecht“ hätte? Angenommen, er hätte zwei oder mehrere, und jeder behauptete, über die Habe gesetzt zu sein. Es gäbe Verwirrung, und Gott ist nicht der Urheber von Verwirrung.
15. Gestützt auf welche Beispiele und Gründe können wir sicher sein, dass es nur einen „treuen und weisen Knecht“ gibt?
15 Es gibt nur einen Höchsten, Jehova, einen Herrn, Jesus Christus, einen heiligen Geist, eine gesalbte Schar, eine Schar der „andern Schafe“ des Herrn. Es gibt weder zwei Christi noch zwei gesalbte Herden. So gibt es auch heute nur eine Klasse des „treuen und weisen Knechts“. Man betrachte Jehovas Verfahrungsweise in der Vergangenheit. Als Beispiel sei Noah erwähnt: Er war der eine, der für das Werk vor der Flut gewählt worden war. Dem einen Abraham gab Gott die Verheissung, dass sein Same das Land besitzen und alle Geschlechter der Erde segnen solle, nicht zweien oder dreien. Er gebrauchte einen Mann, Mose, um das Volk Israel zu befreien, es zu führen und ihm das Gesetz zu geben — nicht mehrere Männer. Dasselbe kann über Aaron, den Hohenpriester, gesagt werden und über Jeremia und sein Werk. Natürlich können zwei in Eintracht zusammen wirken, wie Elia und Elisa, doch bestimmt nicht mit verschiedenen Aufträgen und gegeneinander. Durch Beispiel und vernünftigen Grund sind wir also zu der Folgerung gezwungen, dass nur einem „treuen und weisen Knecht“ als Klasse diese überaus wichtige Königreichshabe anvertraut worden ist.
16. Wie betrachteten einige die Tatsache, dass der „Knecht“ über alle „Güter“ des Meisters gesetzt wurde? Und was ist geschehen?
16 Nachdem diesem „treuen Knecht“ als Klasse nach 1918 diese Güter zugeteilt worden waren, bestritten dies einige und sagten zu jenen Beamten der Watch Tower Bible & Tract Society, die den gesalbten Überrest vertraten: „Ihr masst euch zuviel an. Wer hat euch in diese Stellung eingesetzt?“ „Woher habt ihr eure Ermächtigung, vorzugeben, ihr könnet jetzt das ganze Werk des Herrn auf Erden leiten?“ Oder: „Auch wir sind Gottes Volk und haben gewisse Rechte, und wir glauben, dass Gott seine Ratschlüsse immer noch durch Einzelpersonen offenbart, unbekümmert um die Knecht-Körperschaft.“ Solche rebellischen Personen suchten alle Glieder des Volkes Gottes zu organisieren, um wider die Watch Tower Bible & Tract Society und somit wider die „Knecht“-Körperschaft zu handeln. Sie drangen in die Kinder Gottes, sich dort loszutrennen und ihre eigenen Wege zu suchen oder sich mindestens ihnen anzuschliessen, und sie würden sie speisen und ihnen Wahrheiten kundtun. Wo sind aber diese Rebellischen heute? Sie sind nicht mehr zu finden. Es ist, als ob die Erde ihren Mund aufgetan und sie verschlungen hätte, gleichwie es mit Korah und den 250 Fürsten der Gemeinde geschah, die sich ihm in seiner Rebellion wider Mose, den Knecht Gottes, anschlossen. (4. Mose 16:1-35) Um damals ferner die Frage der Ernennung des Hohenpriesters zu erledigen, gebot Jehova, einen Stab vor ihn zu bringen für jeden Stamm, zwölf im ganzen, und er werde einen der Stäbe sprossen lassen und so zeigen, wen er ernannt habe, und werde damit dem Murren ein Ende setzen. Es war Aarons Stab, der Blüten hervorbrachte und reife Mandeln trug: (4. Mose 17:1-11) Ebenso heute. Der gesalbte Überrest der Nachfolger Christi hat sich diese Verantwortung weder selbst zugelegt noch selbst gewählt. Er erfüllte treulich seine Pflichten, und Christus belohnte ihn mit weitern Vorrechten und Dienstgelegenheiten. Irgend jemand, der in Frage stellt, wer der sei, den der Meister eingesetzt habe, sollte nach den Früchten Ausschau halten. Wessen „Stab“ hat „gesprosst“? Wessen Autorität zeitigt Ergebnisse? Bestimmt muss klar zutage treten, was die Antwort ist; es ist niemand anders als dieser „treue und weise Knecht“. Einige mögen dies nicht erkannt haben, doch ist das Zeugnis vorhanden und ist zuverlässig.
17. Warum sollten wir nur am Tische des Herrn speisen?
17 Prompt und unablässig wird dem Haushalt die Nahrung aus dem Vorratshaus übermittelt. Sie ist gut, gesund und nahrhaft, und die beständige Offenbarung der Wahrheiten hat das Hausgesind sehr glücklich und zufrieden gemacht. Dies wird fortdauern bis zum Ende, denn Jehova, der Grosse Fürsorger, und der Herr Jesus Christus, der Grössere als Joseph, liefern die Speise. Es ist gut, daran zu denken, dass es nur einen Tisch des Herrn gibt. Ausgezeichnete Speise wird in reichlichem Masse bereitet und dort ausgeteilt, und wenn du weisst, dass dem so ist, warum dann hingehen und am Tische derer kosten, die diesem weisen Verwalter der Vorräte des Meisters widerstehen? Du könntest geistiges Gift empfangen, denn ihre Speise ist nicht Theokratisch geprüft. Warum sich interessieren für die mageren Platten derer, die ausserhalb des treuen Haushalts Gottes stehen, wenn es im Hause des Herrn so viel Speise gibt, die man verdauen sollte? Die draussen sind, wirken nicht mit der Watch Tower Bible & Tract Society zusammen und können dir deshalb nicht helfen, weil sie nicht den Segen des Herrn haben, und du wirst Gott, den Fürsorger, verunehren. Es gibt Personen, die auf eigenen Tischen, unabhängig vom Tische des Herrn, Mahlzeiten für das Volk des Herrn aufzutragen suchen; doch nützt dies nichts, denn wenn sie einmal den Haushalt des Herrn verlassen und selbst ein Haus zu führen begonnen haben, wird ihre Speise abgeschmackt und sie damit. Betrachte überdies die verhängnisvollen Folgen für jene, die des Herrn Tisch mit Verachtung behandeln. (Mal. 1, 2) Der sicherste Weg für die Glieder des Haushalts Gottes ist: zufrieden zu sein mit der Speise, die der Herr beschafft und die sein „treuer und weiser Knecht“ austeilt. Kaut die Nahrung gut, und ihr werdet euch freuen und stark werden!
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Des Knechts Fürsorge für des Meisters GüterDer Wachtturm 1950 | 1. Oktober
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Des Knechts Fürsorge für des Meisters Güter
1, 2. Wie hat der treue Knecht für die „Güter“ gesorgt?
WARUM sind alle „Güter“ des Meisters der Fürsorge des „treuen und weisen Knechts“ übertragen worden? Weil er sich ihrer gut annehmen würde. Gerade wie der Knecht im Gleichnis Sorge trug, alles in gut ausgebessertem Zustande zu halten, die Ländereien anzupflanzen, alles gut einzulagern, viel Vorrat an Früchten, Gemüse und Getreide zu haben und zu veranlassen, dass die Glieder gut gekleidet seien, so ist es heute bei dieser gebilligten Klasse des Knechts hinsichtlich der Königreichsinteressen. Der Haushalt des Meisters ist gut genährt und ausgerüstet. Der „Knecht“ sorgt dafür, dass die Gebote Gottes und Christi Jesu ausgeführt werden, von denen hier einige folgen: „Und werdet sprechen an jenem Tage: Preiset Jehova, rufet seinen Namen aus, machet unter den Völkern kund seine Taten, verkündet, dass sein Name hoch erhaben ist!“ (Jes. 12:4) „Darum soll mein Volk meinen Namen kennen lernen, darum an jenem Tage erfahren, dass ich es bin, der da spricht: Hier bin ich! Wie lieblich sind auf den Bergen die Füsse dessen, der frohe Botschaft bringt, der Frieden verkündigt, der Botschaft des Guten bringt, der Heil (Rettung, van Ess) verkündigt, der zu Zion spricht: Dein Gott herrscht . . . Stimme deiner Wächter! sie erheben die Stimme, sie jauchzen insgesamt; denn Auge in Auge sehen sie, wie Jehova Zion wiederbringt.“ (Jes. 52:6-8) „Ihr seid meine Zeugen, spricht Jehova, und mein Knecht, den ich erwählt habe: damit ihr erkennet und mir glaubet und einsehet, dass ich derselbe bin. Vor mir ward kein Gott gebildet, und nach mir wird keiner sein. Ich, ich bin Jehova, und ausser mir ist kein Retter.“ (Jes. 43:10, 11, Fussnote) „Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis (in der ganzen Welt, Luther), allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.“ (Matth. 24:14) „Gehet [nun] hin und machet alle Nationen zu Jüngern (sammelt mir aus allen Völkern Jünger, Albrecht) und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ (Matth. 28:19) „Menschensohn, ich habe dich dem Hause Israel zum Wächter gesetzt; und du sollst das Wort aus meinem Munde hören und sie von meinetwegen warnen. Wenn ich zu dem Gesetzlosen spreche: Du sollst gewisslich sterben; und du warnst ihn nicht und redest nicht, um den Gesetzlosen vor seinem gesetzlosen Wege zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, so wird er, der Gesetzlose, wegen seiner Ungerechtigkeit sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.“ — Hes. 3:17, 18. Siehe auch Hes. 9:1-11; Zeph. 2:1-3.
2 Der Name Jehovas wird in der ganzen Welt bekanntgemacht. Überall wird die gute Botschaft vom Königreich gepredigt. Grosse Mengen Menschen werden über die Gebote belehrt. Den Bösen wird die Warnung ausgerichtet, und das Ende dieser Welt wird proklamiert. Das Zeichnen derer, die in Harmagedon verschont werden sollen, geht weiter. Hunderttausende wenden sich der Gerechtigkeit zu und suchen Demut. Die „andern Schafe“ werden in die eine Hürde versammelt. Das Königreichs-Signal wird hoch erhoben, der Weg für die aus der Verbannung Zurückkehrenden bereitet. Die Schafe erhalten Schutz vor aggressiven, rücksichtslosen Menschen und solchen, die ihren ewigen Interessen schaden möchten. Die unfruchtbaren Stätten in der Welt blühen, denn wo vor nur wenigen Jahren eine oder zwei Personen Jehova lobpriesen, tun dies jetzt Hunderte ja Tausende. Die Augen der Blinden werden geöffnet, die Ohren der Tauben aufgetan, die Zunge der Stummen gelöst und Lahme können springen. Diese Wunder werden jetzt im geistigen Sinne gewirkt; in der neuen Welt jedoch erfüllen sie sich auf ganz buchstäbliche Weise.
3. Was sind einige andere Interessen, wofür zu sorgen ist?
3 Andere Interessen („Güter“) des Königreiches empfangen ebenfalls die sorgfältigste, überlegteste und gründlichste Aufmerksamkeit, denn der ganze Aufbau der sichtbaren Organisation des Herrn wird überwacht und schwache Teile beständig gestärkt. Die Gründungsurkunde der Watch Tower Bible & Tract Society selbst wurde zeitgemäss ergänzt, und so wurde die Gesellschaft zu einem direkteren, lebendigeren Teil und einem machtvollen, brauchbaren Instrument gemacht. Weiter gibt es die Interessen des Organisierens und Leitens all der Zweigstellen, Missionarheime, der Wachtturmschule Gilead, der Radiostation, der Königreichsfarmen, der Kreise und Bezirke, all der grösseren Veranstaltungen, der Gruppen, Pioniere, des öffentlichen Zeugnisdienstes, der Bibelstudien, der Theokratischen Dienstamtschule, ja noch viele weitere Interessen der neuen Welt, die als „Güter“ oder „Habe“ der Fürsorge des „Knechts“ anvertraut sind.
4. Wer allein ist für die „Güter“ verantwortlich gemacht worden?
4 Jawohl, diese „Güter“ sind unter die Rechtsgewalt des gesalbten Überrests gesetzt worden, dessen gesetzlich leitende Körperschaft durch die Watch Tower Bible & Tract Society wirkt. Niemandem sonst in der ganzen Welt ist die Verantwortung für diese Habe oder die Befugnis für die Leitung und Verwaltung dieser Interessen gegeben worden. Gewisse Leser mögen dies als harte Worte empfinden. Doch ist es die Wahrheit, und sie wird zum Schutze der „andern Schafe“ des Herrn geäussert, damit diese den „treuen und weisen Knecht“ erkennen und wissen, dass der „Meister“ das Vertrauen zu ihm hat, dass er treulich das erfüllt, womit er betraut worden ist. Man sehe darum jetzt die fortschreitenden Werke des wiedergekehrten Meisters, der sein treues Volk gebraucht. Wenn wir diese Dinge sehen, wird es unsere Pflicht und Schuldigkeit, mit diesem Knecht zusammenzuwirken, um Gunst zu erlangen.
DES MEISTERS VERTRAUEN
5. Was bringt das Vertrauen des Herrn dem Knecht?
5 Die wunderbare Einrichtung, die der Herr Jesus Christus getroffen hat, um seinen Knecht mit all den riesigen Verantwortlichkeiten auf Erden hinsichtlich der neuen Welt zu betrauen, ist über allem menschlichen Fassungsvermögen. Das Glück, das jene empfinden, die das Vertrauen des Meisters geniessen, übersteigt jede menschliche Freude. Es ist jenes innere Bewusstsein, zu erkennen, dass der Herr den bisherigen loyalen und treuen Evangeliumsdienst billigt. Zu erkennen, warum der Herr seinem Volk am Ende dieser Welt Vertrauen entgegenbringt, ist erfrischend und für alle bestimmt segensreich. Wenn dies verstanden wird, haben alle ein Beispiel, dem sie folgen können, sofern auch sie sein Vertrauen besitzen möchten.
6. Was führt zu diesem Vertrauen in seinen Knecht?
6 Der Herr weiss, dass sie sein Wort des Lebens dargereicht, dass sie ‚zu gelegener und ungelegener Zeit‘ gepredigt, sein Volk auf rechten Wegen geleitet und nie zugelassen haben, dass sein Wort in den Hintergrund geschoben wurde, so dass menschliche Philosophien und Traditionen, Verehrung von Geschöpfen und die Propaganda dieser Welt es verdrängten. Der Knecht hat die Vorsätze und das Königreich Gottes hochgehalten, ja hoch über alle schlauen Pläne der Menschen, über Beschimpfung, Verleumdung und Schmähung dieser bösen Generation. Gott wird sein Wort bewahren, und niemand kann es vernichten; doch welche Freude, welches Wohlgefallen hat er an jenen, denen er vertrauen kann, jenen, die seinen Geist haben, die sozusagen ‚Menschen nach Gottes eigenem Herzen‘ sind! (1. Sam. 13:14) Vom früheren Dienst seines „treuen und weisen Knechts“ her weiss der Herr, dass dieser ein loyaler Verwalter des Wortes sein wird, indem er es gut behütet und es als das ihm anvertraute kostbarste Gut behandelt, es hochhält, dafür leidet und sogar dafür stirbt. Er kennt die Seinen, und so ist sein Vertrauen gut angebracht.
7. a) Ist der „treue und weise Knecht“ vom Dienste zurückgewichen? b) Inwiefern ist der Knecht „blind“?
7 Der Knecht hat nicht zurückgehalten, den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen (Apg. 20:27), sei es, dass er die tausendjährige Friedensherrschaft oder die verheerende, schreckliche Katastrophe von Harmagedon, die Erhöhung des Namens Gottes oder die Blossstellung der Welt des Teufels verkündigte. (Off. 20:6; 16:12-16; Jes. 12; Off. 18:4, 5) Die Glieder dieser Klasse haben sich wider eine grosse Übermacht, durch böses und gutes Gerücht, ihren Weg durchgekämpft. Durch zwei Weltkriege hindurch haben sie ihren Evangeliumsdienst getan und dabei nie aufgehört oder unterwegs innegehalten. Vorwärts, immer vorwärts, ihre Aufgabe vollendend, und stets für die Königreichsinteressen sorgend! Warnende Proklamationen wider die Nationen und die ganze Welt sind ausgerichtet worden, und sie haben nicht gezögert, um des Evangeliums willen vor die höchsten Gerichte des Landes zu gehen oder vor Herrschern und vielen Amtspersonen Zeugnis für das Königreich abzulegen. Auf dem ganzen Wege sind die Glieder der Klasse des „treuen Knechts“ tief besorgt gewesen um die Interessen der neuen Welt. Für alles andere sind sie blind gewesen, ja blind für alles, nur nicht für das Tun des Willens Jehovas und den Gehorsam gegen den König. Es ist ihr Wunsch gewesen, dem König der neuen Welt zu dienen und ihm zu gefallen, und nicht Menschen. Dies eine haben sie getan. Auf diese Knecht-Klasse hat man sich absolut verlassen können, sie ist durchaus zuverlässig gewesen. Sie hat sich keine Gelegenheiten entschlüpfen lassen, die sie zur Förderung der Königreichsinteressen benutzen konnte. Sie hat vollständigen Dienst geleistet. Nicht nur hat sie sich dieser „Güter“ angenommen, sondern hat stets danach getrachtet, sie zu fördern. Der König der neuen Welt vertraut seinem Knecht, dass er diese „Güter“ jetzt und auch in den kommenden Jahren treulich wahren wird. Es ist noch viel zu tun, und durch Jehovas Güte wird das grosse Werk getan werden.
8. Zeigt der grosse „Verwalter“ sein Vertrauen gegenüber Einzelpersonen?
8 Es stimmt und ist eine Tatsache, dass der Herr seinem „treuen und weisen Knecht“ sein Vertrauen erzeigt hat, doch wie steht es mit all den einzelnen, die den gesalbten Überrest bilden und mit den Tausenden der „andern Schafe“ guten Willens von heute? Drückt dieser grosse „Verwalter“ sein Wohlgefallen und Vertrauen in diese einzelnen aus, oder rechnet und verfährt er mit ihnen nur als mit Gruppen? Ohne Frage richtet und billigt oder missbilligt er Einzelpersonen. Natürlich wirken solche Personen nicht unabhängig vom „treuen Knecht“. Einige dieser persönlichen Verantwortlichkeiten werden durch das „Gleichnis von den Talenten“ gezeigt.
GLEICHNIS VON DEN TALENTEN
9, 10. Was zeigt das Gleichnis von den Talenten, und wann soll es sich erfüllen?
9 Dieses Gleichnis ist in Matthäus 25:14-30 aufgezeichnet und bezieht sich auf Königreichsinteressen, Vorrechte und Gelegenheiten. Als der Herr dieses und die andern, vorangegangenen Gleichnisse gab, sagte er: ‚Das Königreich des Himmels ist gleich‘. Dies bedeutet nicht, dass ein solches Gleichnis sich erst erfülle, wenn die Kirche in den Himmel kommt, noch sagt er durch diese Gleichnisse, wie der Himmel sei. Nein, er lehrt nicht dieses. Man beachte Matthäus 25:1: „Alsdann wird das Reich der Himmel gleich geworden sein . . .“ Dies weist auf ein Zeitmerkmal hin und bezieht sich auf die Zeit, da der Herr wiederkehrt, doch bevor er diese böse Welt vernichtet und die Tausendjahr-Herrschaft unter den Menschen beginnt. Es bezieht sich auf die „Zeit des Endes“ (syntéleia). So mit dem Gleichnis der Talente; der Meister geht auf eine lange Reise, ruft seine Knechte zusammen und übergibt ihnen seine Güter. Der eine empfängt fünf Talente, ein anderer zwei und der dritte eines, „ein jeder nach seiner eigenen Fähigkeit“, welche Fähigkeit in Wahrheit Tiefe der Hingabe bedeutet.
10 Der Herr kehrt zurück und hält Abrechnung und erfährt, dass der Knecht mit „fünf Talenten“ diese bis auf zehn vermehrt hat; jener mit zwei hat sie auf vier vermehrt und der dritte hat sein einziges Talent verborgen, und daher ist es genau das geblieben, was es war. Der erste und der zweite Knecht werden beglückwünscht und belohnt. „Wohl, du guter und treuer Knecht! über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.“ Dies lehrt klar, dass wir nicht nur das uns Anvertraute behalten und bewahren müssen, wenn wir als vertrauenswürdige, treue und vorzügliche Diener erfunden werden möchten, sondern dass wir das Empfangene durch Verdoppelung mehren müssen. Hingabe und Pflichterfüllung werden von all denen verlangt, die das „Wohlgetan!“ hören möchten. (Matth. 25:23, engl. B.) Der Herr hat gesagt: „Du bist im Verwalten von wenig vertrauenswürdig gewesen, ich will dich über vieles setzen.“ (Weymouth, engl.) Dies ist eine Handlungsregel, nach welcher der Herr verfährt; das heisst, Treue in den kleinsten Dingen verrät, ja bestimmt, ob jemand in grossen Dingen treu sei. Bei einer andern Gelegenheit sagte Jesus: „Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.“ (Luk. 16:10) „Wer vertrauenswürdig ist in der kleinsten Sache, ist auch in einer grossen vertrauenswürdig.“ — Zwanzigstes Jahrhundert, engl.
11. a) Welche Theokratische Regel wird hier gelehrt? b) Wovon ist Mose ein Beispiel? und wie kann dies jetzt angewandt werden?
11 Es gibt Leute, die anscheinend grosse Aufgaben mit Begeisterung in Angriff nehmen, besonders wenn diese sie in den Mittelpunkt des Interesses bringen, doch wie steht es mit kleineren, unbedeutenderen Pflichten, vielleicht untergeordneten, die andere nicht sehen? Solche mögen als so unwichtig erscheinen, dass sie leichthin einem andern überlassen werden können. Ein Dienet offenbart sein Mass von Treue und Vertrauenswürdigkeit durch die Sorgfalt und den Fleiss, mit dem er sich diesen kleinen Dingen widmet. Der Knecht muss seine eigene Zuverlässigkeit beweisen. Denkt an die Diener Gottes, die seine volle Billigung empfingen: Mose zum Beispiel, der sichtbare Führer von annähernd zwei Millionen Menschen, mit all seinen riesigen Verantwortlichkeiten; doch beachte man die Gründlichkeit, womit er jede kleine Einzelheit ausführte, als er die Stiftshütte mit ihrer Ausstattung baute. Der Bericht lautet: „Und Moses zwar war treu in seinem [Gottes] ganzen Hause als Diener, zum Zeugnis von dem, was hernach geredet werden sollte.“ (Heb. 3:5) Jehova konnte Mose völlig vertrauen, dass er, was auch immer ihm befohlen wurde, tat. Mose erwies sich als verlässlich, als durchaus zuverlässig, und auch heute müssen wir, wenn wir das Vertrauen und die Billigung des Meisters und auch vermehrte Vorrechte wünschen, persönlich zuverlässig und vertrauenswürdig sein.
12. Was lehrt uns Jehovas Gründlichkeit?
12 Der Schöpfer selbst hat das Beispiel gegeben, dem alle seine Geschöpfe folgen sollen. Man beachte, wie sorgfältig und mit welcher Gründlichkeit er für alle gesorgt hat. Die Tiere, Vögel, Fische, Bäume, die Menschen — nichts mangelt. Der Wunsch jedes Lebenden wird gestillt. (Ps. 104) Auch beachte man all die sorgfältige Vorbereitung auf die Herrschaft der neuen Welt. Der Herr Jesus ist ein vollkommenes Beispiel jemandes, der für die kleinsten Einzelheiten sorgt. Lasst uns daran denken, dass irgendein Dienst, der uns vom „treuen und weisen Knecht“ aufgetragen wird, wichtig ist, sei er nun gross oder klein, ob man ihn sehe oder nicht. Tue ihn als dem Herrn getan. All diese Arbeit ist wichtig und ehrenvoll, wenn wir sie so betrachten. Der Psalmist sagte bei einer Gelegenheit: „Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle stehen im Hause meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gesetzlosen.“ (Ps. 84:10) Gehen wir darum keinen uns zugewiesenen Aufgaben aus dem Wege. Nehmt die Verantwortung an und suchet nicht, euch ihrer auf leichte Weise zu entledigen, wie Leute von dieser Welt es tun. Lasst uns vielmehr von ganzem Herzen darauf eingehen und treu sein.
13, 14. Was sind einige der Königreichstalente, die dem einzelnen anvertraut werden? und was muss mit ihnen getan werden?
13 Um in unserem Dienst treu zu sein, müssen wir unsere „Talente“ oder Königreichsinteressen gebrauchen, dann werden sie sich mehren. Suchet sie zu verdoppeln. Wie kann dies geschehen? Aus dem, was schon gesagt worden ist, wird verstanden, was die Königreichsinteressen sind, die der Obhut des „treuen und weisen Knechts“ übertragen wurden, und daher wird leicht erkennbar sein, wie einzelne mit diesen Interessen handeln können. Allen Dienern Gottes ist irgendein Königreichsdienst, sei er gross oder klein, anvertraut worden. Ja, die Erkenntnis der Wahrheit selbst ist ein anvertrautes Gut, denn sie ist uns vom Herrn gegeben worden und kann uns auch vom Herrn wieder genommen werden. Wir halten uns nicht durch menschliche Methoden selbst in der Wahrheit, zum Beispiel durch bloss menschliche Willenskraft. Nein, denn diese geschätzte Erkenntnis wird durch Gottes Güte verliehen. Gott stösst die Stolzen beiseite und zeigt den Demütigen seinen Bund. Da dem so ist, was tun wir mit diesen Interessen? Nehmen wir zu an Erkenntnis und Verständnis? Solches nimmt zu durch Benutzung und nicht indem man es verbirgt. Dann haben wir Interesse am Bekanntmachungsdienst mit Zeitschriften, an Nachbesuchen bei Interessierten, an Bibelstudien und anderem Felddienst. Ferner muss für die Versammlungsdienste gesorgt werden. Jeder Diener, jeder Pionier und alle Geschwister, die in den Institutionen der Gesellschaft dienen, haben „Talente“ oder „Interessen.“
14 Wenn uns der Dienst vom „treuen und weisen Knecht“ zugeteilt worden ist, so muss er, unbekümmert, wo wir seien, ein Königreichsdienst sein, weil dieser Knecht ,über alle Güter gesetzt ist‘. Entwickeln wir also den Dienst, der uns zur Verwahrung übergeben worden ist? Machen wir nur sozusagen gewohnheitsmässig mit, ohne Begeisterung, Eifer, Lebendigkeit und Freude? Vollführen wir unsern Dienst prompt? Trachte nicht danach, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen, sondern überlass es dem Herrn und seinem „treuen Knecht“, dir die Aufgaben zuzuteilen. Denke daran, dass Erhöhung vom Herrn kommt. (Ps. 75:5-7) Sei dankbar und schätze auch den kleinsten Dienst, den du verrichten kannst. Eine weitere Theokratische Regel, die im Sinn behalten werden muss, lautet: „Wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.“ (Luk. 12:48) „Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, genommen werden.“ (Matth. 13:12) Das einem Anvertraute muss gemehrt werden.
MEHRUNG
15. a) Wie sollte jeder Knecht mit seinen Talenten handeln? b) Was tut eine Person, um ihr weltliches Geschäft zu vergrössern, und was tut sie, um die Sache des Königs zu fördern?
15 Wie fördert jemand sein weltliches Geschäft? Er wird sich zuerst mit dem Erzeugnis, das er verkauft, gut vertraut machen. Er mag überzeugt sein, dass es ein bestimmtes Mass Gutes bewirkt, und er wird optimistisch und enthusiastisch. Dann beginnt er es bekanntzumachen, sorgt für Demonstrationen und lernt, wie man der Gegnerschaft und Konkurrenz begegnen und sich dagegen verhalten soll. Er sucht sich gute, zuverlässige Gehilfen und gibt sein Geld da aus, wo es die besten Ergebnisse zeitigt. Er muss schwer arbeiten, muss sich unermüdlich anstrengen und grenzenlose Geduld haben, wenn er die gewünschten Ergebnisse erzielen will. Wenn all dies für ein weltliches Geschäft getan wird, für Dinge, die von vorübergehendem, vergänglichem Wert sind, wieviel mehr sollten wir da tun für die Sache des Königreiches, das ewig ist! An dieser neuen Welt hast du ein persönliches Interesse; denn hoffst du nicht darin zu leben und dich ihrer Segnungen zu erfreuen? Wenn ja, dann sei einer jener Diener, die sich in ihrem Interesse verausgaben. Füge deinem Dienst etwas hinzu. Versuche nicht, dem, der ,über all die Interessen gesetzt ist‘, zu zeigen, wie sein Geschäft getan werden sollte, sondern beschäftige dich mit dem, was deiner Fürsorge anvertraut ist. Wenn doch nur alle Diener des Herrn ebensoviel Sinnen, Überlegen, Begeisterung, Schwerarbeit und muntere Bereitschaft in den Dienst der neuen Welt stellen wollten, wie sie für ihre eigenen weltlichen Angelegenheiten aufbringen, so würden wir eine Zunahme um 100 Prozent ernten. Grössere und umfassendere Dienstgelegenheiten würden einem dann in den Sinn kommen, so dass eine Tür zu weiteren Dienstfeldern aufginge. Vernachlässigung dieser Interessen bringt Unglück. „Der Sklave, der die Wünsche seines Meisters kennt, sich aber nicht bereitet, noch danach handelt, wird ernstlich gestraft werden.“ — Luk. 12:47, Eine Amerik. Übers.
16. Wie können wir uns vergewissern, dass wir unsere Königreichsinteressen mehren?
16 Um von den Herrschern der neuen Welt gebilligt zu werden, müssen wir die Interessen mehren, die wir innehaben, seien sie nun gross oder klein. Konzentriere dich daher auf das Werk des Herrn und lass dich nicht durch deine persönlichen Geschäfte und andere Angelegenheiten hindern, dich der Interessen des Herrn anzunehmen, um sie zu mehren. Nimm deine Verantwortlichkeiten auf dich und warte nicht, bis dich jemand ansporne, sondern geh von selbst voran. Du bist einer der Diener des Herrn. Mache die Sache des Königs zur wichtigsten und zwinge deine eigene an die zweite oder gar dritte Stelle. Sei nie gleichgültig, sorglos, unzuverlässig, noch geh Verantwortlichkeiten aus dem Wege. Ahme vielmehr den „treuen und weisen Knecht“ nach, der jetzt über alle sichtbaren Königreichsdienste des Herrn gesetzt ist.
EMPFEHLUNG UND FREUDE
17. Wie wird Empfehlung und die „Freude des Herrn“ seinem Knecht in diesen Tagen zuteil?
17 Setze das Erlangen des höchsten Lobes und der Empfehlung vom König aller Könige, vom Herrscher, der von Jehova dem Allmächtigen erwählt worden ist, über alles andere. „Wohl, du guter und treuer Knecht! über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.“ (Matth. 25:21) Treuer Dienst bringt Lohn, denn weitere Verantwortlichkeiten werden auf die Schulter eines solchen Dieners gelegt, und dies ehe noch die alte Welt vernichtet wird. Solche Gebilligten gehen ein in die Freude ihres Herrn. Der Herrscher der neuen Welt findet seine grosse Freude darin, das Werk des himmlischen Vaters zu tun und zu sehen, wie dessen Name Jehova für immer und ewig gepriesen wird, und jetzt an seiner Rechtfertigung vor der ganzen Welt teilzuhaben. Diese Freude kennt keine Grenzen. Danach folgt die Vernichtung der jetzigen bösen Welt, wodurch die Übeltäter für immerdar beseitigt werden. Oh, möchte dieser Tag doch beschleunigt werden! Er kann nicht schnell genug kommen. Dann werden der Teufel, seine Dämonen, seine Beherrscher der Finsternis verschwunden sein. Erfüllt nicht schon diese Aussicht dein Herz mit überströmender Freude? Und noch mehr wird folgen!
18. Wie können wir in die Freude unseres Herrn einzugehen beginnen?
18 Kannst du nicht in die „Freude deines Herrn“ einzugehen beginnen? Jawohl, es ist möglich, und zwar nach dem Masse deines treuen Dienstes. Diese Freude wird nicht den Nachlässigen, Murrenden und Müssiggängern zuteil, sondern nur denen, die stets wachsam und aufgeweckt und jederzeit auf Zunahme bedacht sind. Je grösser der Dienst und die Billigung, um so völliger gehen wir in die Freude ein. In all die Freuden des Königreichsdienstes, der dem König gehört, können wir eingehen, und die unmittelbare Zukunft bietet viele weitere. Dies ist unser Tag der Wohlfahrt. Frohlocken wir und freuen wir uns, jetzt an diesem Tage zu leben! (Ps. 118:23-29) Seid freudig im König der neuen Welt! Niemals hat es in der Geschichte des Menschen eine Zeit wie diese gegeben, und niemals wird es wieder eine solche Zeit geben. Nimm jetzt teil am Dienste des Königs, und nimm teil an der Freude des Königs! Jetzt ist die Zeit, schwer und mit festem Willen zu arbeiten! Die Arbeit bringt Freude und wird weiterhin Freude bringen, da sie die Mehrung der Talente (der Königreichsinteressen) bringt. Die Verheissung ist ergangen: „Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.“ — Ps. 16:11.
19. Welch künftige Belohnungen warten jener, die ihre Talente mehren?
19 Dann folgen ewige Segnungen in der glorreichen neuen Welt. „Und die Befreiten Jehovas werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; sie werden Wonne und Freude erlangen, und Kummer und Seufzen werden entfliehen.“ „Denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu Quellen der Wasser des Lebens, und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“ (Jes. 35:10 und Off. 7:17) Es gibt jetzt keine Zeit, die Hand erschlaffen zu lassen, sondern es heisst, sich im Königreichsdienst regen, sich verbessern, zunehmen und stets seine Talente (die Königreichsinteressen) fördern. Die Zeit ist kurz. All ihr loyalen, treuen Diener Gottes tretet völlig in euren gegenwärtigen Dienst ein! Grössere Verantwortlichkeiten, die alle Kraft, die wir haben, beanspruchen mögen, liegen vor uns, doch sind auch die Belohnungen gross. Lasst uns daher alle nüchtern, wachsam und tatkräftig sein. Feinde werden wider uns aufstehen, aber Jehova wird sie zurückdrängen, so dass wir mit seinem kostbaren Werk vorangehen können. Achtet auf den „treuen und weisen Knecht“ und empfanget mit Demut und Dankbarkeit den Rat und die ausgegebenen Anweisungen. Haltet euch fern von den Tischen der Gegner. Wachet gut über eure gegenwärtigen Interessen im Königreich. Schonet euch selbst nicht, sondern nehmet mehr und mehr zu, und ihr werdet euch der Billigung des Herrn bewusst und höret jene lieblichen, beglückenden, befriedigenden Worte der Billigung durch den Meister: „Wohlgetan, guter und treuer Knecht!“ Unser ewiges Dasein hängt von treuer Pflichterfüllung ab.
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Gehorsam gegen Gott oder Menschen?Der Wachtturm 1950 | 1. Oktober
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Gehorsam gegen Gott oder Menschen?
WENN diese Frage aufsteigt und die betroffenen Menschen die Herrscher weltlicher Regierungen sind, werden manche Religionisten die Gegenfrage stellen: Ist denn nicht allen Menschen geboten, den „obrigkeitlichen Gewalten“ zu gehorchen? und sind nicht die Herrscher in den verschiedenen Nationen die „obrigkeitlichen Gewalten“? Es steht ausser jeder Frage, dass alle, die den Willen Gottes zu tun gelobt haben, den „obrigkeitlichen Gewalten“ gehorchen und ihnen untertan sein müssen, wie es in Römer 13:1, 2 geschrieben steht: „Jede Seele unterwerfe sich den obrigkeitlichen Gewalten (höheren Mächten, engl. B.); denn es ist keine Obrigkeit (Gewalt, Fussnote), ausser von Gott, und diese, welche sind, sind von Gott verordnet. Wer sich daher der Obrigkeit widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil über sich bringen.“
Die hier erwähnten „höheren Mächte“ oder „obrigkeitlichen Gewalten“ sind jedoch nicht die Könige, Diktatoren und Staatspräsidenten oder andere politische Herrscher einer Nation, noch sind die Religionsführer der Christenheit ein Teil der „obrigkeitlichen Gewalten“. Nicht einer von ihnen vertritt Gott und Christus Jesus, sondern sie stehen im Gegenteil unter der Gewalt Satans, des Teufels, des unsichtbaren Herrschers dieser Welt. (2. Kor. 4:4) Diejenigen ferner unterweisend, die den rechten Weg kennen möchten, sagt der Schrifttext: „Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der Obrigkeit nicht fürchten? so übe das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse übst, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut.“ — Röm. 13:3, 4.
Ein jeder weiss, dass die Herrscher dieser Welt böse sind und viel Übles tun, und statt bei guten Werken mitzuhelfen, verfolgen sie jene, die gute Werke tun. Dies zeigt, dass sie nicht die in der Schrift erwähnten „obrigkeitlichen Gewalten“ sind. Wer sind denn die „obrigkeitlichen Gewalten“? Jehova Gott ist der Höchste, und Christus Jesus ist sein Hauptbeauftragter, dem er alle Macht und Gewalt übertragen hat, sein Vorhaben auszuführen. Somit sind die „obrigkeitlichen Gewalten“ Jehova Gott und Christus Jesus. (Matth. 28:18) Die oben erwähnte Schriftstelle über die „obrigkeitlichen Gewalten“ ist besonders an die gerichtet, die sich einverstanden erklärt haben, Gottes Willen zu tun, und die Gott angenommen und in seine Organisation berufen hat. (Röm. 1:7) Gott handelt nicht mit den Herrschern dieser Welt, noch ermächtigt er sie, ihn zu vertreten.
Gott unterrichtet die auf der Seite des Königreiches Stehenden, und nur sie allein, über die vorhin erwähnten „obrigkeitlichen Gewalten“ und zeigt, dass Christus ‚Gottes Diener‘ und ‚der Rächer zur Strafe [Gottes] für den ist, der Böses tut‘. Christus Jesus ist in Gottes Organisation „der König als Oberherr“ und wird im folgenden Schrifttext so genannt: „Unterwerfet euch [nun] aller menschlichen Einrichtung (Ordnung, Luther) um des Herrn willen: es sei dem Könige als Oberherrn, oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lobe derer, die Gutes tun.“ (1. Pet. 2:13, 14) Mit den in diesem Text erwähnten „Statthaltern“ sind die Apostel gemeint, denen in der Organisation des Herrn besondere Macht verliehen wurde. Folgender Schriftvers bezieht sich ausschliesslich auf Gottes Organisation: „Gehorchet euren Führern und seid unterwürfig; denn sie wachen über eure Seelen (als die da Rechenschaft geben sollen), auf dass sie dies mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn dies wäre euch nicht nützlich.“ — Heb. 13:17.
Dieser Text nimmt keineswegs auf weltliche Organisationen Bezug. Sicherlich haben gottlose Männer wie Hitler, Mussolini und andere Diktatoren Gott nie vertreten. Über Herrscher von diesem Schlage kann nicht gesagt werden, lass sie „wachen über eure Seelen“, sondern eher suchen sie jene zu vernichten, die auf der Seite Christi, des Herrn, stehen. Im vorangegangenen Text (1. Pet. 2:13) beschränkt sich der Ausdruck „aller menschlichen Ordnung“ nur auf solche, die sich auf der Seite des Herrn und in seiner Organisation befinden. Als der Herr die Apostel aussandte, um Christengemeinden zu gründen, gab er jenen Aposteln Vollmacht, gewisse „Ordnungen“ oder Verordnungen zu erlassen, und deshalb waren die treuen Apostel „Statthalter“ in der Organisation des Herrn, und die von ihnen bekanntgegebenen Verordnungen müssen befolgt werden. Diese Verordnungen sind in der Heiligen Schrift niedergelegt.
BILDER, MENSCHEN, FLAGGEN
Soll ein Christ dem Gesetz des Landes, in dem er wohnt, gehorchen? Jawohl, es sei denn, das Gesetz des Landes laufe dem Gesetze Gottes direkt zuwider. Zum Beispiel werden zur Bestreitung der rechtmässigen Ausgaben eines Staates Steuern erhoben. Jesus sagte: „Gebet denn dem Kaiser [der Kaiser vertritt im Sinnbild den Staat], was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ (Matth. 22:18-21) Dieser vom Herrn angekündigten Verordnung
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