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Christen und der NameDer göttliche Name, der für immer bleiben wird
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wache über sie um deines Namens willen, den du mir gegeben hast“ (Johannes 17:6, 11).
Über diese Bezugnahmen Jesu auf den Namen Gottes heißt es in dem Buch Der Name Gottes, herausgegeben von Heinrich von Stietencron (1975, S. 76): „Wir müssen die erstaunliche Tatsache verstehen lernen, daß das Alte Testament in seiner grundlegenden Tradition von der Offenbarung Gottes diese gerade als Offenbarung seines Namens versteht und an dieser Namensoffenbarung bis in die letzten Schichten des alttestamentlichen Traditionsgefüges festhält, ja bis in die späten Schichten des Neuen Testaments fortwirken läßt, wenn es z. B. im hohenpriesterlichen Gebet Jesu Joh 17,6 heißt: ‚Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.‘ “
Ja, es wäre höchst unvernünftig, zu denken, Jesus habe den Namen Gottes nicht gebraucht, besonders wenn er Stellen aus den Hebräischen Schriften zitierte, die ihn enthielten.
Die ersten Christen
Gebrauchten die Nachfolger Jesu im 1. Jahrhundert den Namen Gottes? Jesus hatte ihnen geboten, Jünger aus Menschen aller Nationen zu machen (Matthäus 28:19, 20). Viele Menschen, denen sie predigen sollten, hatten keine Vorstellung von dem Gott, der sich den Juden mit dem Namen Jehova offenbart hatte. Wie würden die Christen ihnen gegenüber den wahren Gott bezeichnen? War es ausreichend, ihn Gott oder Herr zu nennen? Nein. Die Nationen hatten ihre eigenen Götter und Herren (1. Korinther 8:5). Wie konnten die Christen einen klaren Unterschied zwischen dem wahren Gott und den falschen Göttern ziehen? Nur indem sie den Namen des wahren Gottes verwandten.
So sagte der Jünger Jakobus während einer Besprechung der Ältesten von Jerusalem: „Symeon hat ausführlich erzählt, wie Gott erstmals seine Aufmerksamkeit den Nationen zuwandte, um aus ihnen ein Volk für seinen Namen herauszunehmen“ (Apostelgeschichte 15:14, 15). Der Apostel Petrus wies in der Rede, die er zu Pfingsten hielt, auf einen wesentlichen Bestandteil der christlichen Botschaft hin, als er die Worte des Propheten Joel zitierte: „Ein jeder, der den Namen Jehovas anruft, [wird] sicher davonkommen“ (Joel 2:32; Apostelgeschichte 2:21).
Der Apostel Paulus machte unmißverständlich deutlich, wie wichtig der Name Gottes für ihn war. In seinem Brief an die Römer zitierte er dieselben Worte des Propheten Joel und forderte darauf seine Mitchristen auf, ihren Glauben an diese Erklärung dadurch zu bekunden, daß sie den Namen Gottes predigten, damit auch andere gerettet werden könnten (Römer 10:13-15). Später schrieb er in einem Brief an Timotheus: „Jeder, der den Namen Jehovas nennt, lasse ab von Ungerechtigkeit“ (2. Timotheus 2:19). Am Ende des ersten Jahrhunderts verwendete der Apostel Johannes den göttlichen Namen in seinen Schriften. Der Ausdruck „Halleluja“, der „Preiset Jah“ bedeutet, kommt in der Offenbarung wiederholt vor (Offenbarung 19:1, 3, 4, 6).
Jesus und seine Nachfolger hatten jedoch prophezeit, daß in der Christenversammlung ein Abfall vor sich gehen werde. Der Apostel Petrus hatte geschrieben: „Es [wird] auch unter euch falsche Lehrer geben“ (2. Petrus 2:1; siehe auch Matthäus 13:36-43; Apostelgeschichte 20:29, 30; 2. Thessalonicher 2:3; 1. Johannes 2:18, 19). Diese Warnungen gingen in Erfüllung. Eine Folge davon war, daß Gottes Name in den Hintergrund gedrängt wurde. Er wurde sogar aus Abschriften und Übersetzungen der Bibel entfernt! Sehen wir, was geschah.
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Gottes Name und BibelübersetzerDer göttliche Name, der für immer bleiben wird
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Gottes Name und Bibelübersetzer
ZU Beginn des zweiten Jahrhunderts, nachdem der letzte Apostel gestorben war, begann der von Jesus und seinen Nachfolgern vorausgesagte Abfall vom christlichen Glauben voll einzusetzen. Heidnische Philosophien und Lehren drangen in die Versammlung ein; es kam zu Sekten und Spaltungen, und der ursprünglich reine Glaube wurde verderbt. Allmählich wurde auch Gottes Name nicht mehr gebraucht.
Während sich dieses abtrünnige Christentum ausbreitete, entstand die Notwendigkeit, die Bibel aus den Ursprachen Hebräisch und Griechisch in andere Sprachen zu übersetzen. Wie gaben die Übersetzer den Namen Gottes in ihren Übersetzungen wieder? Gewöhnlich gebrauchten sie das entsprechende Wort für „Herr“. Eine sehr einflußreiche Übersetzung jener Zeit war die lateinische Vulgata, eine Bibelübersetzung von Hieronymus in der lateinischen Alltagssprache. Hieronymus gab das Tetragrammaton (JHWH) mit dem Ersatzwort Dominus, „Herr“, wieder.
Schließlich entwickelten sich in Europa neue Sprachen, wie Französisch, Englisch und Spanisch. Die katholische Kirche wollte jedoch nicht, daß die Bibel in diese neuen Sprachen übersetzt wurde. Während also die Juden, die die Bibel in der hebräischen Ursprache lasen, sich weigerten, den Namen Gottes auszusprechen, wenn sie ihn sahen, hörten die meisten „Christen“ Bibelvorlesungen aus lateinischen Übersetzungen, in denen der Name nicht verwendet wurde.
Mit der Zeit kam Gottes Name aber wieder in Gebrauch. Im Jahre 1278 tauchte er in lateinischer Schrift in dem Werk Pugio Fidei (Dolch des Glaubens) von dem spanischen Mönch Raymund Martini auf. Raymund Martini gebrauchte den Namen Yohoua.a Nicht lange danach, im Jahre 1303, vollendete Victor Porchet de Salvaticis ein Werk mit dem Titel Victoria adversus impios Ebreos (Sieg über die gottlosen Hebräer). Darin erwähnte auch er den Namen Gottes und schrieb ihn auf verschiedene Weise — Iohouah, Iohoua und Ihouah. Dann, im Jahre 1518, veröffentlichte Petrus Galatinus ein Werk mit dem Titel De arcanis catholicae veritatis (Über die Geheimnisse der universellen Wahrheit), in dem er Gottes Namen Iehoua schrieb.
In einer englischen Bibel tauchte der Name zum erstenmal im Jahre 1530 auf, als William Tyndale eine Übersetzung der ersten fünf Bücher der Bibel herausgab. Der Name kam darin allerdings nur einmal vor, nämlich in 2. Mose 6:3, und zwar in der Form Iehouah. In einer Anmerkung in dieser Ausgabe schrieb Tyndale dazu: „Iehovah ist der Name Gottes ... Doch sooft man HERR in Großbuchstaben sieht (es sei denn, es liege ein Druckfehler vor), steht im Hebräischen Iehovah.“ Von daher stammt der Brauch, den Namen Jehovas nur in einigen Versen zu verwenden und an den meisten anderen Stellen, wo das Tetragrammaton im hebräischen Text vorkommt, „HERR“ oder „GOTT“ zu schreiben.
Im Jahre 1611 erschien die am weitesten verbreitete englische Übersetzung, die Authorized Version. Darin kam der Name viermal im Haupttext vor (2. Mose 6:3; Psalm 83:18; Jesaja 12:2; 26:4). „Jah“, eine poetische Kurzform des Namens, kam in Psalm 68:4 vor. Außerdem erschien der vollständige Name als Bestandteil von Ortsnamen, wie „Jehova-jireh“ (1. Mose 22:14; 2. Mose 17:15; Richter 6:24). Doch im Anschluß an das Beispiel Tyndales ersetzten die Übersetzer den Namen Gottes an den meisten Stellen mit „LORD“ (HERR) oder „GOD“ (GOTT). Wenn aber Gottes Name in vier Versen stehen kann, warum kann er dann nicht auch in all den anderen Tausenden von Versen stehen, wo er im Hebräischen vorkommt?
Etwas Ähnliches geschah in der deutschen Sprache. Im Jahre 1534 veröffentlichte Martin Luther seine vollständige Übersetzung der Bibel aus den Ursprachen. Aus irgendeinem Grund verwendete er nicht den Namen Gottes, sondern gebrauchte Ersatzwörter wie zum Beispiel HErr. Er kannte jedoch den göttlichen Namen, denn 1526 sagte er in einer Predigt über Jeremia 23:1-8: „Dieser Name Jehovah, HErr, gehöret allein dem wahren GOtt zu“ (D. Martin Luthers ... Sämtliche Schriften, hrsg. v. J. G. Walch, 6. Teil, 1741, Sp. 1393).
Im Jahre 1543 schrieb Luther mit seiner charakteristischen Offenheit: „Daß sie [die Juden] nun vorgeben, der Name Jehovah, solle unaussprechlich seyn, wissen sie nicht was sie lallen: ... Und so er kann mit Federn und Tinten geschrieben werden, warum sollte er nicht auch mit dem Munde, der viel besser denn Federn und Tinten ist, genennet werden? Oder warum heißen sie ihn nicht auch unschreiblich, unleserlich, undenkerlich? Summa, es ist faul Ding“ (Sämtliche Schriften, 20. Teil, 1747, Sp. 2564, 2565). Trotzdem brachte Luther die Sache in seiner Bibelübersetzung nicht in Ordnung.
Die deutsche Bibelübersetzung von Dr. Johannes Eck (1537) enthielt den Namen in einer Glosse zu 2. Mose 6:3. Andere deutsche Bibeln, die in den darauffolgenden Jahren erschienen, enthielten den Namen im Text von 2. Mose 6:3, und im Jahre 1575 erschien in Deutschland eine lateinische Bibel, die den Namen an allen Stellen enthielt.
In den darauffolgenden Jahrhunderten schlugen die Bibelübersetzer zwei verschiedene Wege ein. Die einen gebrauchten den Namen Gottes überhaupt nicht, die anderen dagegen verwandten ihn häufig in den Hebräischen Schriften, entweder in der Form Jehova oder in der Form Jahwe. Betrachten wir nun einmal zwei Übersetzungen, die den Namen vermieden, und sehen wir, welche Erklärung die Übersetzer dafür gaben.
Warum sie ihn wegließen
Als J. M. Powis Smith und Edgar J. Goodspeed im Jahre 1935 eine moderne Bibelübersetzung herausgaben, stellten die Leser fest, daß der Name Gottes an fast allen Stellen mit HERR und GOTT ersetzt worden war. Der Grund dafür wurde im Vorwort erklärt: „In dieser Übersetzung sind wir der orthodoxen jüdischen Tradition gefolgt und haben ‚der Herr‘ als Ersatz für den Namen ‚Jahwe‘ verwendet und den Ausdruck ‚der Herr Gott‘ als Ersatz für den Ausdruck ‚der Herr Jahwe‘. In allen Fällen, in denen ‚Herr‘ oder ‚Gott‘ für das ursprüngliche ‚Jahwe‘ stehen, werden Kapitälchen verwendet.“
Darauf wird etwas empfohlen, was einer genauen Umkehrung der jüdischen Tradition, JHWH zu lesen, aber „Herr“ auszusprechen, entspricht: „Jeder daher, der die Würze des Urtextes beibehalten möchte, braucht nur ‚Jahwe‘ zu lesen, wo er HERR oder GOTT sieht.“
Wenn man das liest, fragt man sich unwillkürlich: Warum haben denn die Übersetzer in ihrer Übersetzung nicht „Jahwe“ geschrieben, wenn dies doch die Würze des Urtextes wiedergibt? Warum schrieben sie das Wort „HERR“ als Ersatz für Gottes Namen und ließen so die Würze des Urtextes verlorengehen?
Die Übersetzer sagen, sie seien der orthodoxen jüdischen Tradition gefolgt. Doch ist das für einen Christen weise? Man sollte bedenken, daß es die Pharisäer, die Bewahrer der orthodoxen jüdischen Tradition, waren, die Jesus ablehnten und denen er vorwarf: „Und so habt ihr das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen ungültig gemacht“ (Matthäus 15:6). Durch die Verwendung eines Ersatzwortes für den göttlichen Namen verliert Gottes Wort wirklich an Aussagekraft.
Im Jahre 1952 erschien die Revised Standard Version der Hebräischen Schriften in Englisch, und auch diese Bibel gebrauchte Ersatzwörter für den Namen Gottes. Dies war insofern beachtenswert, als die ursprüngliche American Standard Version, deren Revision dies war, den Namen Jehova in den Hebräischen Schriften an allen Stellen enthielt. Somit war die Weglassung des Namens eine bedeutende Abweichung. Warum tat man dies?
Im Vorwort der Revised Standard Version lesen wir: „Aus zwei Gründen ist das Komitee zu dem vertrauteren Brauch der King James Version [den Namen Gottes wegzulassen] zurückgekehrt: 1. Das Wort ‚Jehova‘ ist keine genaue Wiedergabe irgendeiner Form des im Hebräischen gebrauchten Namens. 2. Schon vor der christlichen Zeitrechnung wurde im Judaismus für den einen und alleinigen Gott kein Eigenname mehr gebraucht, als gäbe es andere Götter, von denen er unterschieden werden müßte, und so ist dies auch für den universellen Glauben der christlichen Kirche völlig unangebracht.“
Sind diese Argumente vernünftig? Wie wir bereits gesehen haben, ist auch der Name Jesus keine genaue Wiedergabe der ursprünglichen Form des Namens des Sohnes Gottes. Dennoch war dies für das Komitee kein Anlaß, statt dieses Namens einen Titel wie „Mittler“ oder „Christus“ zu verwenden. Diese Titel kommen zwar vor, doch zusätzlich zum Namen Jesus, nicht an seiner Stelle.
Das Argument, es gebe keine anderen Götter, von denen der wahre Gott unterschieden werden müsse, ist einfach nicht wahr. Millionen von Göttern werden von der Menschheit angebetet. Der Apostel Paulus schrieb, daß „es ja viele ‚Götter‘ ... gibt“ (1. Korinther 8:5; Philipper 3:19). Natürlich gibt es nur e i n e n wahren Gott, wie Paulus weiter sagt. Daher hat die Verwendung seines Namens den großen Vorteil, daß er dadurch von allen falschen Göttern unterschieden wird. Außerdem: Wenn die Verwendung des Namens Gottes „völlig unangebracht“ ist, warum steht er dann fast 7 000mal im Urtext der Hebräischen Schriften?
Tatsache ist, daß viele Übersetzer nicht der Ansicht waren, der Name mit seiner heutigen Aussprache sei in der Bibel fehl am Platz. Sie haben ihn in ihrer Übersetzung verwendet, und das Ergebnis ist immer eine Übersetzung gewesen, die dem Autor der Bibel mehr Ehre gibt und sich getreuer an den Urtext hält. Einige
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