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Fußballfieber!Erwachet! 1978 | 8. Juni
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über ein Spiel freuen, aber wenn es vorbei ist, so ist es vorbei. Es besteht kein Grund, untröstlich zu sein, wenn eine Mannschaft verliert, so als wäre die Niederlage ein persönlicher Verlust. Und besonders wenn es sich um Nationalmannschaften handelt — wie dies bei der WM 78 der Fall ist —, werden Christen sorgfältig darauf achten, dem heimtückischen Nationalismus nicht zum Opfer zu fallen, denn sie wissen, daß eine nationalistische Einstellung ihrem Gott mißfallen würde. Übrigens, wer gelernt hat, die Spieltechnik beider Mannschaften wahrzunehmen und zu würdigen, ohne unnötigerweise über den Ausgang des Spiels besorgt zu sein, hat doppelt soviel davon!
In der Bibel (Gal. 5:26) wird Christen ein guter Rat gegeben: „Laßt uns nicht ichsüchtig werden [unsere Mannschaft ist die beste!], indem wir miteinander wetteifern [ständige Mannschaften bilden, die um die ,Meisterschaft‘ spielen] und einander beneiden [falls man verliert].“ Wer diesen christlichen Grundsatz beachtet, wird sich an Fußball erfreuen können, ohne daß er dabei ein Opfer der Epidemie wird, die in diesem Monat Juni auf der ganzen Erde grassiert — das Fußballfieber!
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Der Blumenhartriegel — Zierstrauch aus NordamerikaErwachet! 1978 | 8. Juni
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Der Blumenhartriegel — Zierstrauch aus Nordamerika
WEM wird es im Frühling beim Anblick der blühenden Bäume und Sträucher nicht warm ums Herz? Der Blumenhartriegel (Cornus florida), auch „Dogwood“ (früher Virginische Hundsbeere) genannt, zählt zu den schönsten aller blühenden Sträucher.
Vom Hartriegel (Gattung Cornus) gibt es ungefähr 40 Arten, und er ist in den gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel von Amerika bis Ostasien verbreitet. Der Blumenhartriegel stammt aus dem östlichen Teil Nordamerikas. Er gedeiht von Florida bis Südkanada und westwärts bis Kansas und Oklahoma. Dieser schöne Zierstrauch wird bis zwölf Meter hoch. Häufig wächst er in lichtem Wald unter hohen Bäumen.
Aber wieso nennt man den Blumenhartriegel (althochdeutsch: hart und rugil; der Name bezieht sich auf das harte Holz, und der zweite Bestandteil des Namens ist ein untergegangenes Wort mit der Bedeutung „Holz, Baum“) auch „Dogwood“ (Hundsbeere)? Über den Ursprung dieses Namens weiß man nichts Genaues, auch sind sich die Fachbücher nicht einig darüber, ab wann dieser Name in Gebrauch gekommen ist. Dagegen weiß man, daß zu Anfang des 17. Jahrhunderts in England ein Absud aus der Rinde des in Europa heimischen Hartriegels, des Roten Hartriegels (Cornus sanguinea), gemacht wurde, mit dem man räudige Hunde gewaschen und den man auch als Mittel gegen Bißwunden verwendet hat. Das erklärt vielleicht die Bezeichnung „Dogwood“ oder Hundsbeere.
Die Rinde des Blumenhartriegels enthält die gleichen Substanzen wie der Chinarindenbaum, nur in einem anderen Verhältnis. Vielleicht ist dir bekannt, daß der Chinarindenbaum das Chinin liefert. Schon seit der Zeit der Erforschung Südamerikas durch die Spanier ist sein Wert als Mittel zur Bekämpfung des Fiebers bekannt. Während des Bürgerkrieges in den Vereinigten Staaten gewann man aus der Rinde des Hartriegels ein Tonikum, mit dem man Verwundete und kranke Soldaten behandelte. Es diente als Fiebermittel und als Antiseptikum.
Der schöne Strauch und eine Legende
Viele, die diesen Strauch kennen, denken, wenn das Wort „Blumenhartriegel“ fällt, an die wundervollen Blüten dieses Strauches. Die „Blütenblätter“ nennt man Hochblätter, weil es genaugenommen gar keine Blütenblätter sind. Die eigentlichen Blüten des Blumenhartriegels sind die kleinen gelben Blütchen, umgeben von vier weißen oder rosaroten Hochblättern. Die Hochblätter haben an der Spitze eine kleine rostrote Einbuchtung. Diese Spur von Rostrot hat zur Entstehung einer Legende Anlaß gegeben.
Nach dieser Legende wurde Jesus Christus an einen Hartriegelbaum genagelt. Weil Jesus mit dem Baum Mitleid hatte und verhindern wollte, daß er je wieder als ein Hinrichtungswerkzeug benutzt wurde, entschied er, daß der Baum kleiner werden sollte und daß seine „Blütenblätter“ die Nägelmale in seinen Händen tragen sollten. Nach der Überlieferung hatte das zur Folge, daß die Einbuchtungen an den Hochblättern eine rostrote Färbung bekamen. Diese Legende ist so weit verbreitet, daß es Leute gibt, die nur daran denken, wenn sie den Blumenhartriegel sehen. Man darf jedoch nicht vergessen, daß es nur eine Legende ist. Die Bibel sagt nichts Derartiges.
Nützlich und schön
Der Schöpfer hat den Hartriegel so geschaffen, daß er sowohl eine schöne als auch eine nützliche Pflanze ist. Die amerikanischen Kolonisten gewannen nicht nur aus der Rinde ein Fiebermittel, sondern sie verarbeiteten auch ihr schweres und sehr hartes Holz zu kleineren Gegenständen wie Gerätegriffen und Druckstöcken. Aus der Holzkohle des Hartriegels stellten sie Schießpulver her. Auch bereiteten sie eine gute schwarze Tinte, indem sie Hartriegelrinde mit Eisenvitriol mischten. Wer an Wechselfieber litt, trank als Mittel dagegen einen Absud der Rinde, ja man benutzte sogar kleine Zweige dieser Pflanze als Zahnbürste. Aus den Stämmen und den unteren Zweigen verfertigten die Kolonisten Möbel, und die kleineren Äste dienten ihnen als Feuerholz. Die Blätter, die ziemlich viel Kalzium enthalten, wurden dem Vieh verfüttert. Die Kolonisten wußten auch, daß die Indianer ihre Decken und Gürtel mit einer scharlachroten Farbe färbten, die sie aus der Wurzelrinde des Hartriegels gewannen.
Hättest du gerne einen Blumenhartriegel in deinem Garten, so daß du dich das ganze Jahr daran erfreuen könntest? Abgesehen davon, daß man einen jungen Hartriegel in einer Baumschule kaufen könnte, wäre es auch möglich, einen aus einem Steckling oder aus einem Samen zu ziehen. Die leuchtendroten Früchte (Steinfrüchte), die im Herbst reif werden — der ganze Baum leuchtet dann scharlachrot —, sind sowohl dekorativ als auch nützlich, denn sie enthalten zwei Samen. Diese Samen sollte man über Nacht in Regenwasser einweichen und die äußere Schale ablösen, bevor man sie in die Erde steckt. Der Hartriegel entwickelt sich gut aus dem Steckling eines älteren Strauches. In Nordamerika nimmt man seit dem Jahre 1731 auch Pfropfungen vor. In der Blüte sieht ein gepfropfter Baum mit zartrosa und dunkelroten Blüten herrlich aus.
Ein paar gute Ratschläge
Der Hartriegel gedeiht sowohl an einem sonnigen Standort als auch im Schatten größerer Bäume, doch blüht er schöner, wenn er viel Sonne hat. Er kann sich fast jeder Bodenart anpassen. Junge Pflanzen, die man von einer Baumschule bezieht, wachsen leicht an. Man darf sie aber nicht düngen, denn das könnte ihnen schaden. Sie dürfen nicht tief eingesetzt werden, und man muß sie gut gießen und — besonders im ersten Sommer — das Erdreich über den Wurzeln mit Stroh bedecken. Auch sollte man die junge Pflanze mit einem Drahtgeflecht umgeben, um sie, bis sie größer ist, vor Mensch und Maschine zu schützen.
Wenn der ganze Strauch blüht, möchtest du vielleicht einige Zweige abschneiden, um deine Wohnung damit zu schmücken. Daß die Blüten länger halten, kann man auf folgende Weise erreichen: Man schneidet die Stengel ein und schält von der Schnittfläche an etwa drei bis fünf Zentimeter weit die Rinde ab. Dann hält man sie sofort eine Minute lang in heißes, aber nicht kochendes Wasser. Dadurch wird der Kapillareffekt gestoppt, und die Blüten bleiben länger frisch. Außerdem sollte man täglich das Wasser in der Vase erneuern.
Es ist verständlich, daß der Hartriegel mit seinen waagrechten Ästen und seinem schöngefärbten Laub als Wappenblume gewählt wurde. So ist der Blumenhartriegel das Emblem der amerikanischen Bundesstaaten Virginia und Nordkarolina. Ferner ist er das Emblem der kanadischen Provinz Britisch-Kolumbien und der Wappenbaum Missouris. Der Hartriegel ist sowohl eine Zierde für den Hausgarten als auch für die Gartenanlagen eines Industriegeländes. Doch in den Augen vieler ehrt dieser schöne Zierstrauch Jehova Gott, den Schöpfer aller Pflanzen der Erde, die dem Menschen das Leben so angenehm machen.
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Ist es richtig, für alle Menschen zu beten?Erwachet! 1978 | 8. Juni
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Der Standpunkt der Bibel
Ist es richtig, für alle Menschen zu beten?
DER Apostel Paulus ermunterte dazu, daß „Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen in bezug auf Menschen von allen Arten dargebracht werden, in bezug auf Könige und alle, die in hoher Stellung sind“ (1. Tim. 2:1, 2). Doch besteht eine Einschränkung, über die der Apostel Johannes seinen Mitchristen folgendes schrieb: „Es gibt eine Sünde, die den Tod nach sich zieht. Nicht daß er diese Sünde betreffend bitten soll, sage ich ihm“ (1. Joh. 5:16). Somit könnte man mit gutem Grund fragen: Welche Gebete sollten richtigerweise „in bezug auf Menschen von allen Arten dargebracht werden“, und warum?
Der Apostel Paulus begründete in seinem Brief an Timotheus, warum man für „Menschen von allen Arten“ beten sollte. Er ermunterte vor allem deshalb, für Herrscher zu beten, „damit wir weiterhin ein ruhiges und stilles Leben führen können in völliger Gottergebenheit und Ernsthaftigkeit“ (1. Tim. 2:2). Personen in hohen Regierungsstellungen könnten es einem Christen aufgrund ihrer Machtbefugnisse erschweren, ein „ruhiges und stilles Leben“ zu führen. Wenn solche Personen den Zweck des echten Christentums und seiner Botschaft mißverstehen, könnte es vorkommen, daß sie der Tätigkeit des Volkes Gottes gesetzliche Beschränkungen auferlegen und für die Ausübung der wahren Anbetung schwere Strafen verhängen. Es ist deswegen höchst passend, darum zu beten, daß die Regierenden den Christen gegenüber freundlich gesinnt sind, damit sie nicht wegen ihres Dienstes für Gott verfolgt werden.
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