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Welche Stellung nimmt Israel bei Gott ein?Der Wachtturm 1958 | 15. Mai
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der jüdischen Nation verworfen wurde, bedeutet nicht, daß einzelne Juden nicht in Gottes Gunst gelangen könnten. Daß er jene Nation verwarf, bedeutete nicht die Verwerfung jedes einzelnen ihrer Glieder, denn ein Überrest der Nation bekundete Glauben und wurde in den neuen Bund aufgenommen. (Röm. 9:27) So wie dieser Überrest dadurch in Gottes Gunst gelangte, daß er Glauben an ihn und seinen Sohn ausübte, so können heute einzelne Juden Gottes Gunst auf dieselbe Weise erlangen. Sie müssen einsehen, daß Gott den veralteten Gesetzesbund durch einen neuen, besseren Bund ersetzt hat. Sie müssen sein besseres Opfer, nämlich das menschliche Leben Christi, anerkennen und müssen erfassen, daß die von Adam her ererbte Sünde für immer durch Christi Blut weggewaschen werden kann. Sie müssen anerkennen, daß Christus der von Gott eingesetzte König und daß das geistige Israel das wahre Israel Gottes ist. Mit anderen Worten: einzelne Juden können Gottes Gunst auf dieselbe Weise erlangen wie Nichtjuden.
34. Welche Folgerung müssen wir in bezug auf das fleischliche Volk Israel ziehen?
34 Angesichts dieser Betrachtung ist offenbar, daß das fleischliche Israel bei Gott nicht in Gunst steht. Statt seine heilige Nation zu sein, ist es verworfen worden. Gott hat es aufgegeben wegen seiner Halsstarrigkeit, seines Ungehorsams und seiner ablehnenden Haltung gegenüber den Taten seiner liebenden Güte. Die Nation Israel, die bei ihm in Gunst steht, ist sein geistiges Volk Israel. Weil die Menschen, die dazu auserwählt worden sind, das geistige Israel zu bilden, den Glauben und den Gehorsam eines Abraham bekundet haben, sind sie die wahren Söhne Abrahams. Nicht das fleischliche Israel wird daher gerettet, sondern das ganze geistige Israel. Die Glieder dieses Volkes empfangen den Segen, Gottes besonderes Eigentum, ein Königtum von Priestern und eine heilige Nation zu sein.
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Zweige vom Ölbaum einpfropfenDer Wachtturm 1958 | 15. Mai
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Zweige vom Ölbaum einpfropfen
„Wenn aber einige Zweige herausgebrochen worden sind, du aber, obwohl du eine wilde Olive warst, unter sie eingepropft und der Wurzel und der Fettigkeit des Ölbaumes teilhaftig geworden bist, so überhebe dich nicht über die Zweige.“ — Röm. 11:17, 18, NW.
1, 2. Warum sind abgestorbene Zweige an einem Fruchtbaum unerwünscht, und wie benutzte dies Johannes der Täufer in einer Illustration?
WELCHE sind begehrenswerter — die toten Zweige an einem Fruchtbaum oder die lebenden? Die Antwort liegt auf der Hand. Früchte werden nicht von etwas Totem hervorgebracht. Wer Früchte haben will, wird daher tote, unfruchtbare Zweige abschneiden, damit der Ertrag eines Baumes nicht behindert wird. Im alten Palästina war der Pflanzer an fruchtbaren Bäumen interessiert, nicht nur wegen der Einkünfte, sondern auch weil Fruchtbäume besteuert wurden. Er konnte es sich nicht leisten, daß unfruchtbare Bäume wertvollen Platz einnahmen oder daß ein Baum voll unfruchtbarer Zweige blieb. Schnell hieb er die toten Äste ab.
2 Diese allgemein bekannte Tatsache benutzte Johannes der Täufer für eine Illustration. Er wollte dem natürlichen Volke Israel die Torheit zeigen, im Hinblick auf ihre fleischliche Verwandtschaft mit Abraham Gottes Gunst und Segen zu erwarten. Hier folgt, was er sagte: „So bringt denn der Reue angemessene Frucht hervor; und maßt euch nicht an, zu euch selbst zu sagen: ‚Wir haben Abraham zum Vater.‘ Denn ich sage euch, daß Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken kann. Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum nun, der keine edle Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Matth. 3:8-10, NW) So warnte Johannes die Nation vor dem Vorbild-Tage der Rache, der im Jahre 70 n. Chr. anbrach. Das war ein Gericht für die ganze Nation. Nur ein Überrest des fleischlichen Volkes Israel brachte, gleich ertragreichen Bäumen, gute Früchte hervor, und Gottes Gerichtsurteil über ihn fiel günstig aus.
3. Womit verglich der Apostel Paulus den wirklichen Samen Abrahams?
3 Ein weiteres Bild, das zeigt, daß die Israeliten sich nicht auf ihre Verwandtschaft nach dem Fleische mit Abraham verlassen konnten, beschrieb der Apostel Paulus. In seiner Illustration gebrauchte er einen der hauptsächlichsten Fruchtbäume Palästinas, den Ölbaum. Er verglich den Stamm und die Zweige eines gezüchteten, edlen Ölbaums mit dem wirklichen Samen Abrahams, der in dem Bunde erwähnt wird, den Gott mit diesem Patriarchen geschlossen hatte. Wie in dem vorhergegangenen Artikel dargelegt worden ist, ist der wirkliche Same Abrahams ein geistiger und nicht ein fleischlicher Same. Er besteht in erster Linie aus Christus und außerdem aus den 144 000 geistigen Israeliten, die einen Glauben wie Abraham bekunden.
4. Weshalb ist es nicht notwendig, nach dem Fleische von Abraham abzustammen, um zu seinem Samen zu gehören?
4 Es ist nicht notwendig, nach dem Fleische von Abraham abzustammen, um zu seinem Samen zu gehören. Wie Johannes der Täufer es zeigte, kann Gott dem Abraham selbst aus Steinen Kinder erwecken. Er ist daher nicht verpflichtet, nur fleischliche Nachkommen Abrahams zur Erfüllung der Verheißung zu gebrauchen, die er diesem treuen Manne machte. Dies wird in Galater 3:28, 29 (NW) gezeigt, wo es heißt: „Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Weib, denn ihr alle seid e i n e r in Einheit mit Christus Jesus. Ferner, wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung.“ Da dies der Fall ist, bestehen die Zweige des symbolischen Ölbaums, dessen sich der Apostel Paulus in seiner Illustration bedient, aus mehr als nur den Gliedern der jüdischen Nation.
5. Wen stellt der Stamm des Ölbaums dar?
5 Christus ist der Hauptsame Abrahams, und jene, die als geistige Israeliten mit ihm vereint werden, erlangen Leben durch ihn. Er wird daher durch den Stamm des Ölbaums dargestellt, weil dieser die Zweige trägt. Jesus macht diesen Vergleich selbst, und zwar unter dem Bilde eines Weinstocks. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Zweige. Wer in Einheit mit mir bleibt und ich in Einheit mit ihm, der trägt viel Frucht, denn von mir getrennt könnt ihr nichts tun.“ — Joh. 15:5, NW.
6. Wie werden Christi Nachfolger von Gott adoptiert, und welche Aussicht haben sie?
6 Die treuen Fußstapfennachfolger Christi, die gemäß diesen zwei Gleichnissen die Zweige bilden, werden von Jehova Gott als seine königlichen Söhne adoptiert. Dies wurde dadurch möglich gemacht, daß sie auf Grund des sündensühnenden Opfers Christi — und weil sie von Gottes Geist zu geistigen Söhnen gezeugt worden sind — gerechtgesprochen wurden. „Denn alle, die durch Gottes Geist geleitet werden, diese sind Söhne Gottes. Denn ihr empfingt nicht einen Geist der Sklaverei, der wiederum Furcht verursacht, sondern ihr empfingt einen Geist der Adoption zur Sohnschaft, durch den wir rufen: ‚Abba, Vater!‘ Der Geist selbst legt mit unserem Geiste Zeugnis davon ab, daß wir Gottes Kinder sind. Wenn wir also Kinder sind, sind wir auch Erben: nämlich Erben Gottes, doch Miterben mit Christus, vorausgesetzt, daß wir zusammen leiden, damit wir auch zusammen
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