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  • Der „großen Drangsal“ mit Zuversicht entgegensehen
    Der Wachtturm 1977 | 1. Mai
    • Der „großen Drangsal“ mit Zuversicht entgegensehen

      „Jehova selbst wird sich in Wirklichkeit als deine Zuversicht erweisen“ (Spr. 3:26).

      1, 2. Woran sind alle Menschen interessiert, und wie beweisen dies viele?

      DIE ganze Menschheit ist sehr an der Zukunft interessiert. Es ist ein ganz natürlicher, menschlicher Wesenszug, daß wir uns für Dinge interessieren, die noch nicht geschehen sind. Wenn sich Menschen in ihrem täglichen Beruf abmühen, tun sie es oft im Hinblick auf die Zukunft. Sie machen ständig irgendwelche Pläne für die Zukunft. Ihre Sehnsucht und ihre Wünsche, ihre Erwartungen und ihre Hoffnungen beruhen zu einem großen Teil auf dem, was sie von der Zukunft erwarten. Um glücklich zu sein, benötigen sie Zuversicht hinsichtlich der Zukunft.

      2 Dieser menschliche Wunsch, über Ereignisse Bescheid zu wissen, noch bevor sie eingetreten sind, veranlaßt viele Menschen, Personen zu befragen, die angeblich die Zukunft kennen: Geistermedien, Wahrsager und Astrologen. Immer mehr Personen befragen ihr Horoskop und ihre Alphabettafel, um zu erfahren, was die von Dämonen inspirierten Orakel über die Zukunft sagen.

      3. Inwiefern unterscheiden sich Jehovas Zeugen von anderen Menschen, was den Wunsch, die Zukunft zu kennen, betrifft? (5. Mose 18:10-12).

      3 Was den angeborenen Wunsch, Aufschluß über die Zukunft zu erhalten, betrifft, besteht jedoch e i n großer Unterschied zwischen denen, die Jehova dienen, und denen, die ihm nicht dienen. Gottes Diener wenden sich nie an Wahrsager, Sterndeuter oder an Spiritisten, um etwas über kommende Ereignisse zu erfahren. Sie ziehen auch keine anderen dämonischen Quellen zu Rate, um die Zukunft kennenzulernen. Sie haben guten Grund, das nicht zu tun.

      4. Worauf beruht die große Zuversicht, die Jehovas Volk hinsichtlich der Zukunft hat?

      4 Im neunten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zeichnete der Prophet Amos folgende Wahrheit auf, und zwar im dritten Kapitel seines Buches, Vers sieben: „Der Herr Jehova wird kein Ding tun, es sei denn, er habe seine vertrauliche Sache seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart.“ Diese Propheten wiederum teilen Jehovas Volk als Ganzem mit, was es in der Zukunft zu erwarten hat, und das ist die Grundlage für seine Zuversicht.

      5, 6. (a) Beschreibe die Lage in Jerusalem im ersten Jahrhundert u. Z. (b) Warum teilten aber die Christen damals die Auffassung anderer nicht?

      5 Denken wir einmal an die Lage, in der sich Jerusalem im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung befand. Die Einwohner im allgemeinen und ihre Führer gaben zu, daß die Verhältnisse alles andere als befriedigend waren. Doch welche Vorhersagen machten die weisen Männer und die Führer des Volkes hinsichtlich der Zukunft? Einige waren mit dem Status quo recht zufrieden und wären froh gewesen, wenn alles so geblieben wäre und sich sowenig wie möglich geändert hätte. Andere befürworteten einen Aufstand oder eine Revolution gegen die Herrschaft Roms und seine Steuerpolitik und behaupteten, auf diesem Wege würden sie größere Freiheit sowie Frieden und Wohlstand erlangen. Doch keiner der weisen Männer und Ratgeber der Stadt sagte voraus, daß Jerusalem in einer großen Drangsal vollständig vernichtet würde — und das innerhalb jener Generation. Keiner dachte auch nur im entferntesten an so etwas (Apg. 5:36, 37).

      6 Setzten die Christen des ersten Jahrhunderts ihr Vertrauen und ihre Zuversicht auf diese weltweisen Männer und ihre Vorhersagen? Nein, in keiner Weise. Jehova hatte im voraus seinem großen Propheten, dem Herrn Jesus Christus, etwas ganz anderes geoffenbart, etwas, was er beschlossen hatte und was sehr bald über jene Generation kommen sollte. Dieser wahre Prophet Gottes gab folgende Warnung: „Es werden Tage über dich kommen [über Jerusalem], da werden deine Feinde eine Befestigung aus Spitzpfählen um dich bauen und werden dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen ..., und sie werden in dir keinen Stein auf dem anderen lassen.“ Ferner sagte er: „Dann wird große Drangsal sein, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird“ (Luk. 19:41-44; Matth. 23:36-38; 24:2, 21).

      7. Wieso konnten die Christen, die in und um Jerusalem lebten, der Zukunft mit Zuversicht entgegensehen?

      7 Was sollten nun die Christen, die in und um Jerusalem lebten, angesichts dieser Drangsal tun? Hatten sie Grund, dieser vorhergesagten Katastrophe mit Zuversicht entgegenzusehen? Ganz bestimmt. Denn Gottes wahrer Prophet warnte sie nicht nur vor der bevorstehenden Zerstörung, sondern er sagte ihnen auch, woran sie erkennen könnten, wann sie unmittelbar bevorstünde, und was sie tun sollten, um sich in Sicherheit zu bringen. Er sagte: „Wenn ihr ferner die Stadt Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann ... sollen die, die in Judäa sind, ... zu fliehen beginnen“ (Luk. 21:20, 21).

      EINE ÄHNLICHE SITUATION HEUTE

      8. In welcher ähnlichen Lage befindet sich heute die Christenheit?

      8 Heute befindet sich die Christenheit — diese heuchlerische Organisation, die dem untreuen Jerusalem entspricht — in einer ähnlichen Lage. Die Menschen der heutigen Welt befragen ihre politischen Wahrsager, ihre Wirtschaftsberater, ihre religiösen Propheten sowie die Weisen der Wissenschaft, und als Antwort erhalten sie alle möglichen Vorhersagen über die Zukunft. Diese Berater geben zwar im allgemeinen schnell zu, daß die gegenwärtige Lage beklagenswert ist, sagen aber gleichzeitig voraus, daß eines Tages irgendwie „bessere Zeiten“ kommen werden.

      9. Setzt du dein Vertrauen auf die Vorhersagen weltlicher Persönlichkeiten?

      9 Schenkst du den Spekulationen dieser menschlichen Berater Glauben und Vertrauen? Wenn du fest an die Bibel und ihre Prophezeiungen glaubst, tust du es nicht. Warum nicht? Weil diese Menschenmeinungen dem widersprechen, was Jehova durch den Mund seiner Propheten über die nahe Zukunft geoffenbart hat.

      10. Wie haben Jehovas Zeugen bewiesen, daß sie auf das vertrauen, was die Bibel über die Zukunft vorhersagt?

      10 Schon seit Jahren sind Jehovas christliche Zeugen äußerst aktiv gewesen, um andere auf das, was die Bibel über die bevorstehenden unausweichlichen Ereignisse sagt, hinzuweisen. Sozusagen von den „Hausdächern“ haben Gottes Diener in der ganzen Welt verkündet, was Jehova über die kommende „große Drangsal“ geoffenbart hat, die in dem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, an dem Ort, „der auf hebräisch Har-Magedon genannt wird“, ihren Höhepunkt finden wird (Matth. 10:26, 27; Offb. 7:14; 16:14, 16).

      11. Welche irrtümliche Auffassung haben viele über die bevorstehende Weltkatastrophe?

      11 Wir sollten uns über diesen Krieg an dem Ort, der Har-Magedon genannt wird, keine falschen Vorstellungen machen. Har-Magedon wird nicht ein mit Kernwaffen geführter totaler Krieg zwischen den Nationen sein, in dem diese versuchen würden, ihren gegenwärtigen Bestand an Kernwaffen einzusetzen, der groß genug sein soll, um ein Vielfaches der Weltbevölkerung von etwa 4 000 000 000 Menschen zu töten. Nein, die bevorstehende „große Drangsal“, vor der uns Jehova warnt, ist kein Atomkrieg.

      12, 13. Inwiefern unterscheiden sich die meisten Menschen von Jehovas Zeugen, was ihre Zukunftserwartung betrifft, und warum?

      12 Wird denn dadurch die Gefahr, die uns und der Menschheit im allgemeinen droht, geringer? Wie in jedem Krieg hängt das völlig davon ab, auf welcher Seite wir stehen — auf der Seite des Gewinners oder auf der des Verlierers. Eines ist sicher: Die von Jehova entfremdete Menschheit hat allen Grund, den Krieg von Har-Magedon zu fürchten, und zwar deshalb, weil sie sich wissentlich oder unwissentlich auf die Seite der „Könige der ganzen bewohnten Erde“ gestellt hat und daher zusammen mit diesen Königen zum „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, versammelt wird.

      13 Nicht aber Jehovas treue Diener! Sie haben unerschütterlich und kompromißlos auf der Siegerseite, auf Gottes Seite, Stellung bezogen. Sie können daher der vorausgesagten „großen Drangsal“ mit Zuversicht und im Vertrauen auf Jehova entgegensehen.

      DIE GRÖSSTE ALLER DRANGSALE

      14. Von welchem Umfang ist gemäß Matthäus 24:21 die „Drangsal“, die in der nahen Zukunft über die Welt hereinbrechen wird?

      14 Von welchem Umfang wird diese bevorstehende unvergleichliche Drangsal sein? Jesus benutzte die Drangsal, die im Jahre 70 u. Z. über Jerusalem kommen sollte, als ein prophetisches Beispiel und sagte, es werde eine Drangsal sein, „wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben“ habe, und dann fügte er — gleichsam als Warnung, sie nicht zu bagatellisieren — bekräftigend hinzu: „... noch wieder geben wird.“ Das bedeutet also, daß die Drangsal so groß sein wird, daß sie den Ersten und den Zweiten Weltkrieg, in denen viele Millionen Menschen das Leben verloren, in den Schatten stellen wird, ja sie wird größer sein als die weltweite Flut der Tage Noahs, die ein ganzes Weltsystem auslöschte!

      15. Welcher Teil der „großen Drangsal“ wird besonders schockierend sein, und warum?

      15 Von welchem Ausmaß wird denn diese kommende „große Drangsal“ sein, die alle anderen Drangsale der Menschheitsgeschichte in den Schatten stellen wird? Zunächst wird das gesamte Weltreich der falschen Religion — die Religionsgemeinschaften der Christenheit und die des Heidentums —, das in der Bibel Babylon die Große genannt wird, vernichtet (Offb. 17:5). Das wird für die Erdbewohner, die diese „Mutter der Huren“, Babylon die Große, unterstützt haben, unbegreiflich sein und ihnen einen Schock versetzen.

      16. Welcher weitere Abschnitt der bevorstehenden „Drangsal“ wird in Offenbarung 19:19-21 vorhergesagt?

      16 Aber diese Demütigung und Vernichtung des Weltreiches der falschen Religion ist nur der erste Abschnitt der „großen Drangsal“. Als nächstes kommt die Abrechnung mit den ‘Königen der Erde, die mit ihr [Babylon der Großen] Hurerei begingen und [mit ihr] in schamlosem Luxus lebten’. Sie werden der Vernichtung nicht entrinnen (Offb. 18:9; 16:14). Ferner wird in Offenbarung 19:19-21 folgendes gesagt: „Ich sah das wilde Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde sitzt [dem verherrlichten Jesus Christus], und mit seinem Heere ... Noch lebendig wurden sie ... in den Feuersee geschleudert, der mit Schwefel brennt.“ „Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee“, wie in Kapitel 20, Vers 14 erklärt wird.

      17. Wieso erhalten wir durch die Beschreibung in Jeremia 25:31-33 einen Begriff von dieser größten aller Drangsale?

      17 Diese Drangsal wird sogar noch größere Ausmaße annehmen als die, die Jeremia, ein anderer Prophet Jehovas, für die damalige Zeit mit den Worten ankündigte: „Die von Jehova Erschlagenen werden schließlich an jenem Tage gewißlich von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde sein. Sie werden nicht beklagt werden, noch werden sie zusammengesammelt werden, noch begraben werden. Zu Dünger auf der Oberfläche des Erdbodens werden sie werden“ (Jer. 25:33).

      18. Was wird dieser „Drangsal“ folgen, wodurch sie sich von jeder anderen Drangsal unterscheidet?

      18 Aber dieser „großen Drangsal“ wird noch etwas anderes folgen, etwas, was nicht einmal geschah, nachdem die erste Welt, ‘die Welt der Tage Noahs’, vernichtet worden war: Satan und seine Dämonen werden mit einer „großen Kette“ gebunden und in einen Abgrund geschleudert werden (Offb. 20:1-3).

      19, 20. (a) Wie siehst du der größten aller Drangsale entgegen? (b) Wie kannst du deine Zuversicht beweisen?

      19 Glaubst du an Jehova und an das, was er durch den Mund seiner Propheten über die „große Drangsal“ gesagt hat, die der ganzen Menschheit bevorsteht? Wenn ja, siehst du dieser unausweichlichen „Drangsal“ mit fester Zuversicht entgegen? Es ist leicht, etwas zu sagen; viel schwerer ist es aber, es durch Taten zu beweisen.

      20 Betrachten wir kurz einige Beispiele von Personen, die in der Vergangenheit vollständig auf Jehova vertrauten, und achten wir besonders darauf, wie sie ihre Zuversicht bewiesen.

      BEISPIELE DER ZUVERSICHT AUS DER VERGANGENHEIT

      21. Wie bewiesen Noah und seine Familie, daß sie auf das Wort Jehovas vertrauten?

      21 Noah bewies durch sein tägliches Leben, daß er Jehovas Warnung ernst nahm. Er sonderte sich zwar nicht buchstäblich ab, doch er hielt sich politisch und gesellschaftlich von dem damaligen System getrennt. Gleichzeitig arbeitete er hart an dem Auftrag, den Gott ihm gegeben hatte und der darin bestand, die Arche zu bauen sowie anderen zu predigen und sie vor der bevorstehenden Vernichtung zu warnen. Während der ganzen Zeit bewies er, daß er absolutes Vertrauen zu der Fähigkeit Jehovas, seines Gottes, hatte, ihn während dieser schwersten Drangsal, die es bis dahin gegeben hatte, zu beschützen und ihn zu retten (1. Mose 6:9; Hebr. 11:7; 2. Petr. 2:5).

      22. Welche wichtige Lehre können wir aus dem Beispiel derer ziehen, die das verderbte Sodom vor seiner Vernichtung verließen?

      22 Ein anderes Beispiel ist Lot. Auf die Mahnung hin, Sodom zu verlassen, und auf das Drängen der Engel verließ jene vierköpfige Familie die Stadt, aber nur drei Personen blieben am Leben und konnten später davon berichten. Warum nur drei und nicht vier? Jesus sagte: „Denkt an Lots Frau.“ Entgegen den Anweisungen blickte sie auf der Flucht aus Sodom zurück, und zwar offenbar aus einem selbstsüchtigen Grund (1. Mose 19:1-26; Luk. 17:32; 2. Petr. 2:7, 8).

      23. Was mußten die Israeliten und ihre Gefährten am Roten Meer beweisen, damit sie gerettet wurden?

      23 In diesen Fällen wurden nur wenige Menschen am Leben erhalten. Für Jehova ist es jedoch kein Problem, auch eine große Menge Menschen zu retten und an einen Ort der Sicherheit zu bringen. Das war deutlich zu erkennen, als sich die Nation Israel am Roten Meer befand. „Durch Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land“, schrieb der Apostel Paulus. Ihren Glauben und ihre Zuversicht bewiesen sie durch ihren Gehorsam, denn wir lesen: „Da taten alle Söhne Israels so, wie Jehova Moses und Aaron geboten hatte. Geradeso taten sie“ (Hebr. 11:29; 2. Mose 12:37, 38, 50).

      EINIGE ENTGINGEN DER „DRANGSAL“, DIE ÜBER JERUSALEM KAM

      24—26. (a) Was mußten die Christen tun, die in den sechziger Jahren des ersten Jahrhunderts u. Z. in Jerusalem lebten? (b) Führe die Ereignisse der Reihe nach an, die beweisen, daß diejenigen, die auf die göttliche Warnung vertrauten, nicht enttäuscht wurden.

      24 Treue Christen, die in den sechziger Jahren des ersten Jahrhunderts lebten, mußten ein ähnliches Vertrauen zu Jehova und zu seinem Propheten, der größer war als Moses, zu dem Herrn Jesus Christus, beweisen. Auch sie mußten ihrem Glauben gemäß handeln und beweisen, daß sie wirklich das glaubten, was ihnen über die bevorstehende Vernichtung Jerusalems gesagt worden war. Jesus hatte sie ermahnt, sie sollten, wenn sie „das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht“, dort stehen sähen, „wo es nicht stehen sollte“, keine Zeit verlieren, sondern sofort Jerusalem und die umliegende Provinz Judäa verlassen (Mark. 13:14).

      25 Im Laufe der Zeit war dieses „Zeichen“ ganz deutlich zu sehen: die „abscheuliche“ römische Armee unter General Cestius Gallus! Sie umringte die heilige Stadt Jerusalem und stand somit dort, ‘wo sie nicht stehen sollte’, ja sie begann sogar, die Tempelmauer zu untergraben (Matth. 24:15).

      26 Sobald sich die römischen Heere vorübergehend von ihrer Belagerung zurückzogen — plötzlich, unerwartet und anscheinend ohne militärischen Grund —, beeilten sich daher gläubige Christen, Jerusalem zu verlassen, bevor die Römer wiederkamen. Alle, die Jesu prophetischer Warnung keinen Glauben und kein Vertrauen schenkten, blieben in der Stadt, bis die angreifenden Heere unter General Titus die Stadt wiederum einschlossen. Infolgedessen kam die große Mehrheit um, und die wenigen Überlebenden wurden in die Sklaverei geführt.

      27, 28. In welcher ähnlichen Situation setzen die Nachfolger des Königs Christus Jesus heute ihr ganzes Vertrauen auf Jehova?

      27 Diejenigen, die heute völlig auf das geschriebene Wort Gottes vertrauen, beweisen nicht weniger Glauben als die Christen des ersten Jahrhunderts. Sie haben gesehen, wie die Kirchen der Christenheit den Völkerbund als den „politischen Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden“ priesen, und jetzt sehen sie, wie die Vereinten Nationen als die letzte Hoffnung des Menschen auf Frieden verehrt werden. Sie sehen, wie sich radikale Elemente in der UNO gemeinsam darauf vorbereiten, in die „heilige Stätte“ der Christenheit (ihren Wirkungsbereich und ihre angeblichen Rechte) einzudringen. Ja, die Organisation der Vereinten Nationen trotzt dem Friedefürsten, dem rechtmäßigen Herrscher der Erde, dem Herrn Jesus Christus, und wird in naher Zukunft an der Stätte stehen, die von der Christenheit als „heilig“ betrachtet wird (Offb. 11:15; 12:10). Sie ist das neuzeitliche „abscheuliche Ding“, das während der kommenden „großen Drangsal“ die Christenheit verwüstet (Matth. 24:15, 21).

      28 Diejenigen, die dem Wort Jehovas vertrauen, haben dieses beständige und auffallende „Zeichen“ gesehen und haben Babylon die Große, deren Hauptbestandteil die Christenheit ist, verlassen (Offb. 18:4, 5).

      29. Welchen Schritt haben bereits über zwei Millionen Menschen getan, um der bevorstehenden Vernichtung zu entrinnen?

      29 Wenn du zu den über 2 000 000 gehörst, die bereits aus Babylon der Großen geflohen sind und reine Anbeter Jehovas geworden sind, dann befindest du dich in einer ähnlichen Lage wie Noahs Familie, die in die Arche hineinging, wie Lot und seine zwei Töchter, die aus Sodom flohen, wie die Israeliten, die Ägypten unter der Leitung Mose verließen, ja wie die Christen des ersten Jahrhunderts, die aus Jerusalem entrannen, bevor die Stadt zerstört wurde.

      30. Was sollten wir uns jetzt fragen?

      30 Noch befindest du dich in dieser günstigen Lage. Doch wie sieht es mit der Zukunft aus? Wirst du in dem archenähnlichen geistigen Paradies bleiben, in das du gelangt bist? Siehst du nun, da du das Weltreich der falschen Religion verlassen hast, der Vernichtung Groß-Babylons in der bevorstehenden „großen Drangsal“ mit gespannter Erwartung und mit fester Zuversicht entgegen? Diese Fragen werden im folgenden Artikel beantwortet.

  • Stärke jetzt deine Zuversicht
    Der Wachtturm 1977 | 1. Mai
    • Stärke jetzt deine Zuversicht

      1, 2. (a) In welchem Zustand befindet sich die Menschheit im allgemeinen, und warum? (b) Welche Zuversicht bekunden im Gegensatz dazu jedoch viele?

      WIR befinden uns nun in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, und alle Anzeichen deuten darauf hin, daß das gegenwärtige System der Dinge noch während der heute dahinschwindenden Generation vergehen wird. Die Furcht unter den gottentfremdeten Menschen hat in unserem Jahrhundert ständig zugenommen. Das entspricht genau dem, was der große Prophet Jesus Christus vorhersagte. Als er gefragt wurde: „Wann werden diese Dinge tatsächlich sein, und was wird das Zeichen dafür sein, wann diese Dinge geschehen sollen?“, sagte er unter anderem: „Auch wird es ... auf der Erde Angst und Bangen [geben] unter den Nationen, die ... weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“ (Luk. 21:7, 25, 26).

      2 Es ist daher nicht zu verwundern, daß die meisten Menschen, die Jehova und seinem Wort, der Bibel, keinen Glauben und kein Vertrauen schenken, vor Furcht vergehen wegen der Dinge, die die Zukunft bringen wird. Im Gegensatz dazu gibt es, wie im vorangehenden Artikel erwähnt, heute in der ganzen Welt über 2 000 000 Menschen, die der Zukunft sehr optimistisch entgegensehen. Sie hoffen zuversichtlich, daß das gegenwärtige böse System der Dinge sehr bald durch eine gerechte neue Ordnung — durch Gottes Königreich, um das Jesus die Christen beten lehrte — ersetzt wird (Matth. 6:9, 10).

      3. Welche passende Warnung gab der Apostel Paulus?

      3 Vielleicht gehörst du zu diesen Menschen, und es könnte sein, daß du dich in deiner Lage momentan ziemlich sicher fühlst und dem, was dir in der Zeit des Endes noch bevorsteht, zuversichtlich entgegensiehst. Doch der Apostel Paulus sagte warnend: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle“ (1. Kor. 10:12). Wenn wir diesen Rat beachten, können wir schon jetzt einiges tun, um unsere Zuversicht zu stärken.

      4, 5. Wie können wir unsere Zuversicht stärken?

      4 Zunächst sollten wir daran denken, daß gemäß dem, was in den Sprüchen gesagt wird, unser Vertrauen auf einer Erkenntnis Jehovas beruhen muß und daß wir wissen sollten, was er in der Vergangenheit im Interesse der Menschheit getan hat und was er in unserer Zeit sowie in der Zukunft zu tun vorhat (Spr. 14:26; 22:19).

      5 Das hebt die Wichtigkeit hervor, sowohl persönlich als auch gemeinsam mit anderen in der Versammlung die Bibel zu studieren. Suche soviel wie möglich über den großen Schöpfer zu erfahren, und zwar nicht nur aus seinem Wort, der Bibel, sondern auch durch Beobachtung der materiellen Schöpfung. Der Apostel Paulus sagte den Bewohnern von Lystra: „[Jehova hat] sich allerdings nicht ohne Zeugnis gelassen ..., indem er Gutes tat, da er euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und euer Herz mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte“ (Apg. 14:17). Und den Christen in Rom schrieb Paulus: „Denn seine [Gottes] unsichtbaren Eigenschaften werden seit Erschaffung der Welt deutlich gesehen, da sie durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden, ja seine ewigwährende Macht und Göttlichkeit“ (Röm. 1:20).

      6. Inwiefern werden unser Glaube und unser Vertrauen zum Schöpfer durch das Studium und die Beobachtung seiner Werke gestärkt?

      6 Außer den Wunderwerken der Schöpfung auf der Erde sollten wir unsere Aufmerksamkeit auch dem Sternenhimmel zuwenden. Auf die Frage „Wer hat diese Dinge erschaffen?“ lesen wir in Jesaja 40:26 die Worte: „Der Eine, der ihr Heer selbst der Zahl nach herausführt, sie alle sogar mit Namen ruft. Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines davon.“ Welch ein gewaltiges und eindrucksvolles Zeugnis geben doch die Himmelskörper — die unzähligen Milliarden Sterne! Sie alle bezeugen die ewige Größe Jehovas. David drückte das mit den schönen Worten aus: „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes; und die Ausdehnung tut das Werk seiner Hände kund“ (Ps. 19:1).

      7—9. (a) Was geschah in den Tagen Hiskias, das zeigt, welche Macht die Engel besitzen? (b) Wieso stärkt dies unsere Zuversicht hinsichtlich der Zukunft?

      7 Außerdem gibt es Myriaden unsichtbarer Engelgeschöpfe (Hebr. 12:22; Jud. 14, 15). Denken wir nur daran, wie König Hiskia, ein Anbeter Jehovas der alten Zeit, von den Assyrern verspottet wurde: „Was ist das für eine Zuversicht, die du gehegt hast? ... Auf wen nun hast du dein Vertrauen gesetzt, daß du wider mich [Sanherib] rebelliert hast?“ Doch bald sollten diese heidnischen Spötter erfahren, warum der treue König Hiskia sein Vertrauen auf Jehova und seine Engelscharen gesetzt hatte, denn der Bericht lautet: „Es begab sich in jener Nacht, daß der Engel Jehovas dann auszog und hundertfünfundachtzigtausend im Lager der Assyrer niederschlug“ (2. Kö. 18:19, 20; 19:35; vergleiche Jesaja 36:1 bis 37:38).

      8 Dieser Geschichtsbericht sollte jedem, der Jehova fürchtet, große Zuversicht einflößen. Es steht geschrieben: „Der Engel Jehovas lagert sich rings um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie“ (Ps. 34:7; vergleiche Psalm 91:11, 12).

      9 Wenn ein einziger Engel Jehovas so mächtig ist, daß er 185 000 Männer ausrotten kann, dann sollten wir ebenfalls voll und ganz auf Jehova und auf seine Engelheere vertrauen, die heute unmittelbar unter dem Befehl des Herrn Jesus Christus stehen. Vergessen wir nicht: Dieser Herr Jesus Christus ist nicht mehr das Kindlein in der Krippe zu Bethlehem. Er ist jetzt der mächtige „König der Könige und Herr der Herren“, und er kann sagen: „Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf der Erde gegeben worden.“ Er reitet an der Spitze der himmlischen Heerscharen, einer Streitmacht, die aus nicht weniger als aus 100 000 000 Engeln besteht! (Matth. 28:18; Offb. 5:11; 19:14-16).

      NEUZEITLICHE GESCHEHNISSE STÄRKEN UNSERE ZUVERSICHT

      10. Womit begann der gesalbte Überrest der Nachfolger Christi im Jahre 1919, und von wem wurde er unterstützt?

      10 Mit dieser Ermunterung und mit der Unterstützung der Engel zog ein kleiner „Überrest“ der gesalbten Nachfolger Jesu Christi im Jahre 1919 aus und begann, „diese gute Botschaft vom Königreich ... auf der ganzen bewohnten Erde“ zu predigen, „allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Matth. 24:14). Und im Laufe der Jahre ist eine „große Volksmenge“ von Menschen „aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ darauf eingegangen. Sie werden als die beschrieben, „die aus der großen Drangsal kommen“ (Offb. 7:9, 10, 14).

      11. Was ist in den letzten sechzig Jahren geschehen, weshalb der Überrest und die „große Volksmenge“ ihre Zuversicht auf Jehova setzen?

      11 Wenn dieser treue „Überrest“ auf die vergangenen Jahre zurückblickt, kann er das gleiche sagen, was in Psalm 71:5 zum Ausdruck gebracht wird: „Denn du bist meine Hoffnung, o Souveräner Herr Jehova, meine Zuversicht von meiner Jugend an.“ Man braucht nur die Geschichte der Zeugen Jehovas der letzten sechzig Jahre zu betrachten, dann wird man erkennen, warum dieser „Überrest“ eine solche Zuversicht hat: Es scheint, daß Satan, der Teufel, und seine Dämonen jedes Mittel und jedes Hindernis gebraucht haben, um das Werk der Zeugen Jehovas zu behindern und es zu erschweren. In vielen Ländern rund um die Erde wurden sie das besondere Angriffsziel verschiedener politischer und religiöser Organisationen. Diktatoren erließen Verbote gegen ihr Werk und untersagten ihre Predigttätigkeit. Sogar in sogenannten freien Nationen schmiedeten religiöse und patriotische Eiferer „durch Verordnung Unheil“ und zettelten Pöbelaktionen und Boykotte an, um Gottes Volk zum Schweigen zu bringena (Ps. 94:20). Evolutionisten, Bibelkritiker und der „Mensch der Gesetzlosigkeit“, die Geistlichkeit der abtrünnigen Christenheit, versuchten, Gottes treue Zeugen daran zu hindern, Jünger zu machen.

      12. Welche Zusicherung erhalten wir aus Jesaja 54:17?

      12 Diese Erfahrungen haben Jehovas christliche Zeugen von der Wahrhaftigkeit der Worte aus Jesaja 54:17 überzeugt, wo es heißt: „‚Welche Waffe es auch immer sei, die gegen dich gebildet sein wird, sie wird keinen Erfolg haben, und welche Zunge es auch immer sei, die sich im Gericht gegen dich erheben wird, du wirst sie verurteilen. Das ist der Erbbesitz der Knechte Jehovas, und ihre Gerechtigkeit ist von mir aus‘ ist der Ausspruch Jehovas.“

      13. Welche weiteren Tatsachen stärken unseren Glauben?

      13 Denken wir auch an das weltweite Wachstum und an die Wohlfahrt, deren sich Jehovas Volk in diesen turbulenten Jahren erfreute, und das trotz aller von Dämonen inspirierten Opposition! Gewiß hätte die gewaltige Ausdehnung des Predigtwerkes nicht ohne Jehovas Schutz und Segen und ohne seinen Geist erreicht werden können. Auch das stärkt unsere Zuversicht hinsichtlich der Zukunft.

      WIESO ES MÖGLICH IST, FREI VON FURCHT ZU SEIN

      14, 15. Welchen Unterschied dürfen wir bei einer Betrachtung der Möglichkeit, die „große Drangsal“ zu überleben, nicht übersehen?

      14 Können aber Gottes Diener der „großen Drangsal“ wirklich ohne Furcht und Zittern entgegensehen, wenn sie doch so vernichtend und verheerend sein wird, wie die Bibel zeigt? Wir dürfen nicht vergessen, daß ein gewaltiger Unterschied besteht zwischen der „großen Drangsal“, die Jehova Gott über die mit einem wilden Tier verglichene Organisation Satans und über alle die bringen wird, die zu ihr halten, und der Drangsal, die Satan jetzt in Form von Verfolgung, Verboten, Pöbelaktionen und ähnlichen Gewaltakten über Jehovas treue Zeugen bringt.

      15 Diese letztere Art der Drangsal geht von Satan aus, und niemand, der Jehova dient, kann ihr entgehen, denn es steht geschrieben: „In der Tat werden alle, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, auch verfolgt werden.“ „Ja die Stunde kommt, da jeder, der euch tötet, meinen wird, er habe Gott einen heiligen Dienst erwiesen“ (2. Tim. 3:12; Joh. 16:2).

      16. Inwiefern werden Gottes Diener heute durch die Berichte über Satans Verfolgung gottesfürchtiger Männer und Frauen der alten Zeit ermuntert?

      16 Nun sind solche persönlichen Leiden, die von falschunterrichteten und irregeführten Personen verursacht werden, bestimmt kein angenehmes Erlebnis, nach dem man sich sehnt, das man erhofft oder über das man sich freut, wenn es kommt. Jehovas Diener haben nicht den Wunsch, verfolgt zu werden. Sogar Jesus betete dreimal zu seinem Vater, daß, wenn es möglich wäre, der „Becher“ an ihm vorübergehe, der für ihn bedeutete, daß er wie ein Gotteslästerer und ein Übertreter des Gesetzes Gottes an einem Marterpfahl hingerichtet wurde. „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“, sagte er (Matth. 26:39-44). Wenn aber dann der Sturm der Bedrängnis vorbei ist und man der Verfolgung standgehalten hat, kann man sich freuen, daß man sich genauso wie Hiob und andere gottesfürchtige Männer und Frauen des Altertums als treu erwiesen hat. Wie wir wissen, wurde Hiob für seine Leiden schließlich reich belohnt (Hiob 42:10-17). Diese Erfahrung machten auch die Apostel, als sie auf Befehl des religiösen Gerichts heftig geschlagen wurden. Danach gingen sie „aus dem Sanhedrin hinweg, voll Freude, weil sie würdig geachtet worden waren, um seines Namens willen in Unehre zu kommen“ (Apg. 5:40, 41).

      17. Was sollten wir nicht vergessen, wenn Satan solche Prüfungen über uns bringt?

      17 Wenn daher der Teufel Prüfungen und Drangsale über uns bringt, sollten wir auf Jehovas Bereitschaft und Fähigkeit vertrauen, uns zu helfen, vollständig siegreich daraus hervorzugehen (Röm. 8:37). Denken wir an die ermutigenden Worte aus 1. Korinther 10:13: „Gott ... ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt.“ Anders ausgedrückt: „Wir sind ratlos, doch nicht gänzlich ohne Ausweg; wir werden verfolgt, doch nicht im Stich gelassen; wir werden niedergeworfen, doch nicht vernichtet. Beständig erdulden wir überall an unserem Leibe die Jesus zuteil gewordene todbringende Behandlung“ (2. Kor. 4:8-10).

      18, 19. (a) Welcher Unterschied besteht zwischen der „großen Drangsal“ und den Verfolgungen, denen Gottes Diener ausgesetzt sind? (b) Worum beten deshalb Gottes Diener, und mit welcher Zuversicht tun sie es?

      18 Die „große Drangsal“ dagegen, die in Matthäus 24:21, 22 vorhergesagt wird, ist etwas ganz anderes als die Schwierigkeiten und die Verfolgung, die der Teufel in der Vergangenheit über Gottes Diener gebracht hat und auch heute noch über sie bringt. Die „große Drangsal“ ist eine Drangsal, die Gott über alle Unterstützer des Teufels bringen wird und durch die er und alle, die auf seiner Seite stehen, gerechtfertigt werden. In 2. Thessalonicher 1:6 heißt es: „Es [ist] von seiten Gottes gerecht ..., denen, die euch Drangsal bereiten, mit Drangsal zu vergelten.“

      19 Darum haben Jehovas Diener nicht nur eine tiefe Liebe zu ihrem Gott, sondern auch eine große Ehrfurcht vor ihm, und das gibt ihnen eine Zuversicht, die sie von jeder schwächenden, krankhaften Furcht befreit. So furchterregend die „große Drangsal“ auch sein mag, sehen sie ihr doch mit freudiger Erwartung entgegen und hoffen, Augenzeugen der Vollstreckung des göttlichen Strafgerichts zu sein (Ps. 89:7; Hab. 3:16, 18). Sie beten deshalb beständig darum, daß Gottes Königreich komme und sein Wille und Vorsatz verwirklicht werde. Sie bringen dieses Gebet ‘mit voller Zuversicht durch Glauben’ dar. „Dies ist die Zuversicht, die wir ihm gegenüber haben“, schrieb der Apostel Johannes, „daß er uns hört, ungeachtet dessen, was wir gemäß seinem Willen bitten“ (1. Joh. 5:14; Eph. 3:12; Matth. 6:9, 10).

      HÜTE DICH VOR FALSCHER ZUVERSICHT

      20. Vor welcher Gefahr müssen wir uns hüten, während wir unsere Zuversicht stärken, und wie?

      20 Da die „große Drangsal“ immer schneller auf uns zukommt, ist es jetzt nicht an der Zeit, selbstsicher zu werden oder auf uns selbst zu vertrauen. Wir dürfen uns nie auf unser eigenes Verständnis oder auf das anderer Menschen verlassen, seien es nun Staatsmänner, Wirtschaftsberater, Soziologen oder religiöse Propheten (Spr. 3:5, 6; Ps. 146:3). Wer „sein Vertrauen auf den Erdenmenschen setzt und tatsächlich Fleisch zu seinem Arm macht“, ist gemäß dem Buch Jeremia „verflucht“. Andererseits heißt es aber: „Gesegnet ist der körperlich taugliche Mann, der sein Vertrauen auf Jehova setzt und dessen Zuversicht Jehova geworden ist“ (Jer. 17:5-8).

      21. Wie warnt uns die Bibel davor, unser Vertrauen auf materiellen Besitz zu setzen?

      21 Wer sein Vertrauen auf Jehova setzt, stellt Gottes Königreich an die erste Stelle in seinem Leben und entgeht auf diese Weise vielen Sorgen, die durch den wirtschaftlichen Druck verursacht werden (Matth. 6:25-34). Er vergißt nicht, daß Jesus auch sagte: „Wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt“ (Luk. 12:15). Wie töricht wäre es daher, wenn wir große Vorräte anlegen und darauf vertrauen würden, daß sie uns durch die „große Drangsal“ hindurchhelfen! Heißt es doch in Sprüche 11:4, 28: „Wertvolle Dinge werden am Tage des Zornausbruches von keinem Nutzen sein ... Wer auf seinen Reichtum vertraut — er selbst wird fallen.“ Der treue Hiob achtete sorgsam darauf, daß er sein Vertrauen nicht auf materielle Besitztümer setzte, denn er sagte: „Wenn ich Gold zu meiner Zuversicht gesetzt habe oder zum Gold gesagt habe: ,Du bist mein Vertrauen!‘, ... hätte [ich] den wahren Gott droben verleugnet“ (Hiob 31:24, 28).

      22. Wird die „große Drangsal“ über das gegenwärtige System der Dinge zufolge innerer Schwäche oder Zersetzung hereinbrechen?

      22 Die Börsenkurse mögen fallen, und Regierungschefs mögen gestürzt werden, aber das sind keine Gradmesser dafür, um festzustellen, wie nahe der Sturm der „großen Drangsal“ ist. Denken wir daran, daß die Weltmächte der Vergangenheit, die von Jehova vernichtet wurden, nicht zufolge innerer Schwäche oder Zersetzung zusammenbrachen. Allem Anschein nach waren sie auf der Höhe ihrer Macht, als Gott sie durch äußere Einflüsse vernichtete.

      23. Wieso können wir als einzelne der Zukunft mit Zuversicht entgegensehen, obwohl wir noch mit verschiedenen Schwierigkeiten, vielleicht sogar mit dem Tod, rechnen müssen?

      23 Einzelne von Jehovas Dienern mögen bis dahin sterben (und aus der Bibel geht hervor, daß einige tatsächlich sterben werden [Matth. 10:21; 24:9]), doch Jehovas Volk als Klasse wird die „große Drangsal“ überleben. Selbst wenn du unter denen sein solltest, die große Schwierigkeiten und Ungemach erleben werden — zum Beispiel den Zusammenbruch der Gesundheit, einen Todesfall in der Familie, den Verlust von Kindern oder materiellen Besitztümern oder wirtschaftliche Schwierigkeiten —, ja, trotz allem, was geschehen mag, solltest du dir nie deinen Glauben an Jehova und dein Vertrauen zu ihm rauben lassen. Zweifle nie an den Verheißungen deines Gottes; werde nie furchtsam, und renne nie feige davon, um Schutz zu suchen, ja verleugne nie deinen Gott, und gib nie deine Lauterkeit auf! Verliere die Tatsache nie aus den Augen, daß die Engel alle unterstützen, die ihre Hingabe an Jehova aufrechterhalten! (2. Kö. 6:14-17; Hab. 3:17, 18).

      24. Wie sind Jehovas Diener gemäß der Bibel angesichts der rasch herannahenden „großen Drangsal“ eingestellt?

      24 Es besteht kein Zweifel: „Glücklich ist der, der den Gott Jakobs zu seiner Hilfe hat, dessen Hoffnung auf Jehova, seinen Gott, gerichtet ist“ (Ps. 146:5). Frohlocken wir daher in Jehova, und freuen wir uns über die Hilfe, die Führung, den Schutz und die geistige Wohlfahrt, die er seinen treuen Zeugen in dieser Zeit des Endes gewährt! (Luk. 21:28; 2. Tim. 1:7).

      25. Wer wird durch die Verheißung aus Sprüche 3:25, 26 besonders getröstet und ermuntert?

      25 Als Jehovas öffentliche Diener wollen wir daher furchtlos und mutig sein und die Menschen weiterhin vor dem Tag der Rache Gottes warnen (Hes. 3:17). Beten wir weiterhin darum, daß Gottes Königreich komme und mit voller Wucht gegen Satans böses System vorgehe, damit es in Stücke geschlagen und zu Staub zermalmt werde (Matth. 6:9, 10; Dan. 2:44; Mal. 4:3). Welch eine Ermunterung ist doch Jehovas Verheißung aus Sprüche 3:25, 26 für seine Zeugen, während sie der Vernichtung der gesamten Organisation des Teufels entgegensehen: „Du wirst dich nicht zu fürchten brauchen vor irgendeinem plötzlichen Schrecknis noch vor dem Sturm über die Bösen, weil er kommt. Denn Jehova selbst wird sich in Wirklichkeit als DEINE ZUVERSICHT erweisen.“!

      [Fußnote]

      a Siehe das Buch Jehovas Zeugen in Gottes Vorhaben.

  • Wertschätzung für das Werk des Schöpfers
    Der Wachtturm 1977 | 1. Mai
    • Wertschätzung für das Werk des Schöpfers

      ● „Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin“ (Ps. 139:14). Zu diesen Worten ist in dem Buch The Common Cold (von Fabricant und Conklin) zu lesen: „Dieser Vers Davids, des Psalmisten, gilt mit großem Nachdruck für das Studium der Anatomie und Physiologie von Nase, Rachen, Lunge und deren Bestandteilen. Kein menschlicher Erfinder hätte sich je ein so verwickeltes und wunderliches Labyrinth von Knochen, Knorpeln, Sehnen, Geweben, Häuten, Kanälen, Beuteln, Röhren und Drüsen ausdenken können, wie es unterschiedslos in den Atemwegen aller Menschen vorhanden ist. Darin sind sich alle Menschen, ungeachtet der Stellung, die sie im Leben einnehmen, ziemlich gleich: in ihrem Körper und dessen Bestandteilen, dem Träger des bewußten Seins.“

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