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Warum wir von „jenem Tag und jener Stunde“ nicht in Kenntnis gesetzt worden sindDer Wachtturm 1975 | 1. August
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würde. Sie befanden sich bereits an einem Ort der Sicherheit; es bestand kein Grund, weshalb sie den Zeitpunkt hätten wissen müssen.
25, 26. Warum ist die Tatsache, daß Noah im voraus von dem Tag unterrichtet wurde, an dem die Flut beginnen würde, kein Grund für uns, zu erwarten, daß uns „Tag und Stunde“ der kommenden „großen Drangsal“ im voraus mitgeteilt würde?
25 Aber verglich Jesus die Zeit seiner Gegenwart nicht mit den Tagen Noahs? (Matth. 24:37-39). Und wurde Noah nicht auf den Tag genau vorausgesagt, wann die Flut beginnen würde? Ja, aber der Grund, weshalb Noah der „Tag“ mitgeteilt wurde, ist in der heutigen Situation nicht gegeben. Noah und seine Familie mußten wissen, wann die Sintflut beginnen würde, damit sie alle Tierarten sicher in die Arche bringen und dann selbst in die Arche gehen konnten, bevor die Wasser der Flut auf die Erde stürzten. Das hätten sie nicht viele Monate vor Beginn der Flut tun können, denn dann hätten sie die Nahrungsmittelvorräte zu früh aufgebraucht. Daher sagte Gott Noah genau zur rechten Zeit: „In nur noch sieben Tagen lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte auf die Erde regnen; und ich will alles Bestehende, das ich gemacht habe, von der Oberfläche des Erdbodens wegwischen“ (1. Mose 7:4).
26 Wir brauchen jedoch nicht zu wissen, an welchem Tag und zu welcher Stunde das bevorstehende vernichtende Gottesgericht beginnen wird. Wir sind nicht für das Überleben der Tierwelt verantwortlich gemacht worden, und die Bewahrung gottesfürchtiger Menschen — die jetzt in über 200 Ländern auf der ganzen Erde zu finden sind — hängt auch nicht davon ab, daß sie alle an einem Ort in irgendeinem Bau zusammenkommen. Die Verwirklichung des Vorsatzes Gottes und die Rettung seines Volkes erfordern es nicht, im voraus „jenen Tag und jene Stunde“ bekanntzugeben.
AUSSICHTEN FÜR DIE ÜBERLEBENDEN
27. Welche Voraussetzungen müssen wir erfüllen, um die „große Drangsal“ überleben zu können?
27 Daß es nach der „großen Drangsal“ Überlebende geben wird, geht aus der Bibel ganz deutlich hervor, und die Bibel zeigt auch, was man tun muß, um überleben zu können. In Offenbarung 7:14 wird die „große Volksmenge“ der Überlebenden der Drangsal folgendermaßen beschrieben: „Sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes weiß gemacht.“ Das bedeutet, daß sie vor Jehova Gott rein und annehmbar dastehen, wenn die „große Drangsal“ ausbricht. Was wird das von ihnen erfordern? Sie müssen daran glauben, daß das vergossene Blut Jesu die Grundlage zur Vergebung ihrer Sünden ist, und sie müssen sich weiterhin bemühen, den Willen Gottes zu tun (Joh. 3:36; Jak. 2:26).
28. Welche großartigen Aussichten haben diejenigen, die die „große Drangsal“ überleben?
28 Die „große Volksmenge“ der Überlebenden hat wirklich großartige Aussichten. Das Lamm, Jesus Christus, wird sie „zu Wasserquellen des Lebens leiten“ (Offb. 7:17). Die Glieder der „großen Volksmenge“ werden dann von allen bedrückenden Systemen, die das Leben auf Erden unangenehm gemacht haben, befreit sein und sich somit in einer idealen Situation befinden, in der sie von ihren menschlichen Schwächen und Unvollkommenheiten geheilt werden können. Jesus Christus wird sein sündensühnendes Opfer voll auf sie anwenden. Während sie gehorsam auf seine Hilfe eingehen, werden sie zur Vollkommenheit heranwachsen. Auf diese Weise werden Krankheit, Alter und Tod — die Folgen der ererbten Sünde und Unvollkommenheit — schließlich für ewig beseitigt werden (Offb. 21:3-5). Sogar der Schaden, den der Tod verursacht hat, wird wiedergutgemacht werden, indem Milliarden Menschen von den Toten auferweckt werden (Joh. 5:28, 29). Diese Auferstandenen werden ebenfalls die Gelegenheit erhalten, endloses Leben zu erlangen.
29. Was sollte jetzt jeder einzelne von uns tun?
29 Der Zeitpunkt, „Tag und Stunde“, an dem die Drangsal ausbricht, kann für dich wirklich Leben oder Tod bedeuten. Wäre es daher nicht weise, du bemühtest dich, schon jetzt so zu leben, als würde „jener Tag und jene Stunde“ morgen kommen? Wir wissen nicht, an welchem Tag und zu welcher Stunde die „große Drangsal“ ausbrechen wird. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß der Zeitpunkt schnell näher rückt. Die heutige Zeit ist in Gottes Wort deutlich gekennzeichnet worden. Die „Generation“ von der Jesus voraussagte, sie würde nicht nur die Ereignisse des Jahres 1914 erleben, sondern auch die „große Drangsal“, ist jetzt schon in vorgerücktem Alter. Das gibt der Situation eine Note der Dringlichkeit und sollte uns veranlassen, sorgfältig zu überprüfen, ob wir wirklich völlig in Übereinstimmung mit der Tatsache leben, daß „Tag und Stunde“ des Gerichtes Gottes kurz bevorsteht.
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Wie berührt es dich, daß du „Tag und Stunde“ nicht kennst?Der Wachtturm 1975 | 1. August
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Wie berührt es dich, daß du „Tag und Stunde“ nicht kennst?
1. Was hat Gottes Haupteigenschaft damit zu tun, daß er nicht offenbart, an welchem Tag und zu welcher Stunde die „große Drangsal“ beginnt?
JEHOVA GOTT verfolgt eine bestimmte Absicht damit, daß er nicht offenbart, an welchem Tag und zu welcher Stunde die „große Drangsal“ über das gegenwärtige System der Dinge hereinbricht. Diese Absicht hängt eng mit Gottes Haupteigenschaft, seiner Liebe, zusammen (1. Joh. 4:8). Da er ein Gott der Liebe ist, möchte er nur solche Diener haben, die ihn wirklich von Herzen lieben (Ps. 119:97; 1. Joh. 5:3). Er möchte nicht, daß vernunftbegabte Lebewesen ihm kriecherisch — aus Angst vor Strafe — dienen. Jehova hat mit den Menschen immer so gehandelt, daß er ihnen Anlaß gegeben hat, ihn zu lieben, und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit eingeräumt hat, zu zeigen, was wirklich in ihrem Herzen ist.
2. Wie hat Jehova seine Liebe zu unvollkommenen Menschen bewiesen?
2 In seiner großen, unverdienten Güte hat Jehova sogar zugelassen, daß undankbare Menschen aus den Naturkreisläufen Nutzen ziehen, die er in Gang gesetzt hat, um das Leben auf Erden zu ermöglichen (Apg. 14:16, 17; 17:24, 25). Außerdem hat er im Verlauf von sechzehnhundert Jahren etwa vierzig Männer inspiriert, einen Bericht niederzuschreiben, aus dem die Menschen erfahren können, was für ein Gott er ist und was er von denen verlangt, die sein Wohlgefallen haben möchten (2. Tim. 3:16, 17). Dieser Bericht, der in der Bibel enthalten ist, gibt uns gute Richtlinien, die es uns ermöglichen, schon jetzt trotz Problemen und schwieriger Verhältnisse aus dem Leben das Beste zu machen (Ps. 19:7-11). Durch diesen Bericht erfahren wir auch, welche außerordentliche Liebe Gott bekundete, als er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit er sein Leben für uns niederlege. Dadurch erhielt die Menschheit die Gelegenheit, in ein begünstigtes Verhältnis zu dem allein wahren Gott zu gelangen, und es wurde ihr die Aussicht auf ein Leben ohne Krankheit, Altersschwäche und Tod ermöglicht (Joh. 3:16; Tit. 3:4-7; Offb. 21:3, 4).
3. Warum ist die Tatsache, daß Jehova eine „große Drangsal“ über die Menschheit bringt, nicht unvereinbar damit, daß er ein Gott der Liebe ist?
3 Doch wie ist es möglich, daß ein solcher Gott eine Drangsal herbeiführt, die in ihrer Vernichtungskraft für die Menschen furchteinflößend sein wird? Er muß es tun, weil er ein Gott der Liebe ist. Das mag vielen Menschen heute unglaubwürdig klingen. Es klang auch vielen Israeliten unglaubwürdig, als der hebräische Prophet Micha vor etwa 2 700 Jahren ankündigte, Jehova werde über das Zehnstämmereich Israel und über das Zweistämmereich Juda Unheil bringen. Ganz befremdet fragten
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