-
Warum wir von „jenem Tag und jener Stunde“ nicht in Kenntnis gesetzt worden sindDer Wachtturm 1975 | 1. August
-
-
sich „nach der Drangsal jener Tage“ ereignen würden, und bezieht sich dabei auf Ereignisse nach dem Jahre 1914 u. Z., also nach dem Ende der „großen Drangsal“, die im Jahre 70 u. Z. über Jerusalem kam. Es stimmt zwar, daß wir vom menschlichen Standpunkt aus, an unserer kurzen Lebensspanne gemessen, nicht sagen würden, die Ereignisse der heutigen Zeit spielten sich „sogleich nach“ dem ab, was sich im Jahre 70 u. Z. ereignete. Aber Gott, für den tausend Jahre „wie der gestrige Tag [sind], wenn er vergangen ist“, sieht die Dinge anders (Ps. 90:4; vergleiche den Ausdruck „in kurzem“ in Offenbarung 1:1).
18. Erkläre die Erfüllung von Matthäus 24:29.
18 Vom Jahre 1914 an hat sich genau das ereignet, was Jesus voraussagte: „Die Sonne [wird] verfinstert werden, und der Mond wird sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.“ Mit Beginn des Ersten Weltkrieges trat die Menschheit wirklich in eine düstere Zeitepoche ein. Diejenigen, von denen die Menschen gewöhnlich Erleuchtung erwarteten, hatten plötzlich keinen Hoffnungsschimmer für die Zukunft mehr zu bieten. Auch wurde der buchstäbliche Himmel früher als das Reich der Vögel betrachtet. Aber Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gelang es dem Menschen, mit Flugzeugen zu fliegen, und diese wurden bald darauf für Kriegszwecke verwendet. Das führte zur Entwicklung von Raketen mit großer Vernichtungskraft sowie zur Entwicklung von Raumschiffen, die Menschen zum Mond trugen, so daß Befürchtungen laut wurden, der Mond könne eines Tages als Militärbasis zur Beherrschung der Erde dienen. In dieser Zeit entdeckte der Mensch auch etwas, was seine Angst noch steigerte, nämlich daß die Erde von kosmischen Strahlen bombardiert wird, die von der Sonne und den Sternen ausgehen. Nicht, daß sich die Himmel an sich geändert hätten, doch aufgrund dessen, was der Mensch selbst getan hat, und aufgrund seines vermehrten Wissens über außerirdische Kräfte, die er nicht in seiner Gewalt hat, hat der Sternenhimmel für viele Menschen unserer Generation ein unheilverkündendes Aussehen erhalten (Matth. 24:29; Mark. 13:24, 25).
19. All das führt zu welchem in Matthäus 24:30 beschriebenen Ereignis?
19 All das bringt uns allmählich zum Ende dieses Systems der Dinge, zu der Zeit, in der sich Matthäus 24:30 erfüllt: „Dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen im Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen.“ Diese Zeit ist jetzt sehr nahe! (Mark. 13:26).
20. Warum wird nicht jeder ‘wehklagen’, und wie geht das aus dem nächsten Vers hervor?
20 Doch nicht jeder wird wehklagen, wenn der „Sohn des Menschen mit Macht“ kommt, um dieses böse System der Dinge zu vernichten. Denn bis dahin werden, wie Jesus voraussagte, alle „Auserwählten“, die 144 000 geistgesalbten Nachfolger Jesu Christi, eingesammelt worden sein (Matth. 24:31; Mark. 13:27). Auch beziehen andere in großer Zahl Stellung auf der Seite dieser Gesalbten und beteiligen sich gemeinsam mit ihnen daran, allen Nationen über Gottes messianisches Königreich Zeugnis zu geben (Sach. 8:23).
21. Wieso können wir sicher sein, daß die Zeit des „Kommen“ des Sohnes des Menschen sehr nahe ist?
21 Sie zweifeln nicht im geringsten daran, daß sich alles, was Jesus voraussagte, erfüllen wird. Jesus sagte: „Von dem Feigenbaum als Gleichnis lernt nun folgendes: Sobald sein junger Zweig weich wird und er Blätter hervortreibt, erkennt ihr, daß der Sommer nahe ist. Ebenso erkennt auch ihr, wenn ihr alle diese Dinge seht, daß er [der Sohn des Menschen] nahe an den Türen ist.“ „Alle diese Dinge“, die er voraussagte, sind jetzt mit unmißverständlicher Klarheit zu sehen (Matth. 24:32-34; Mark. 13:28, 29).
DIE ZEIT ERMITTELN
22. Von welcher „Generation“ sagte Jesus, sie werde sein „Kommen“ erleben?
22 Wann wird nun der Sohn des Menschen mit vernichtender Macht kommen, um die Erde von all denen zu reinigen, die Ungerechtigkeit lieben? Jesus selbst gibt die Antwort: „Wahrlich, ich sage euch, daß diese Generation auf keinen Fall vergehen wird, bis alle diese Dinge geschehen“ (Matth. 24:34; Mark. 13:30). Welche „Generation“ ist das? Es ist die Generation, die die Erfüllung der Prophezeiung seit dem Jahre 1914 u. Z. erlebt. An der Wahrhaftigkeit der Worte Jesu besteht kein Zweifel, denn er fügte bekräftigend hinzu: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden auf keinen Fall vergehen“ (Matth. 24:35; Mark. 13:31; vergleiche Matthäus 5:18).
23. Was sagte Jesus darüber, ob jemand Kenntnis von dem Tag und der Stunde jenes Ereignisses hätte?
23 Nannte Jesus noch mehr Einzelheiten? Gab er seinen Jüngern den genauen Zeitpunkt an, wann dies geschehen würde? Im Gegenteil; er erklärte ihnen, „Tag und Stunde“ sei keinem Geschöpf bekannt, und er hob diesen Gedanken besonders hervor, indem er ihn wiederholt — ja fünfmal — erwähnte. „Von jenem Tage und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater“, sagte er (Matth. 24:36 bis 25:13).
24. Wußten Jesu Jünger im voraus, wann die für das erste Jahrhundert vorausgesagte „große Drangsal“ ausbrechen würde?
24 Denke daran, daß Jesus seinen Nachfolgern hinsichtlich der Erfüllung seiner Prophezeiung über die „große Drangsal“ im ersten Jahrhundert kein Datum im voraus angab, wann sie aus Jerusalem fliehen sollten. Statt dessen sollten sie nach einem Zeichen Ausschau halten — nach dem „abscheulichen Ding, das Verwüstung verursacht, von dem Daniel, der Prophet, geredet hat“ und das ‘an heiliger Stätte steht’ (Matth. 24:15, 16). Dieses Zeichen erschien im Jahre 66 u. Z. Jesu Nachfolger waren gehorsam. Sie verließen die Stadt und siedelten sich, wie die Geschichte berichtet, auf der anderen Seite des Jordan an, in der Berggegend von Pella. Doch danach vergingen noch eine Anzahl Jahre, bis im Jahre 70 u. Z. die „große Drangsal“ über Jerusalem kam. Nichts deutet an, daß Jesu Nachfolger im voraus wußten, wann die Drangsal ausbrechen würde. Sie befanden sich bereits an einem Ort der Sicherheit; es bestand kein Grund, weshalb sie den Zeitpunkt hätten wissen müssen.
25, 26. Warum ist die Tatsache, daß Noah im voraus von dem Tag unterrichtet wurde, an dem die Flut beginnen würde, kein Grund für uns, zu erwarten, daß uns „Tag und Stunde“ der kommenden „großen Drangsal“ im voraus mitgeteilt würde?
25 Aber verglich Jesus die Zeit seiner Gegenwart nicht mit den Tagen Noahs? (Matth. 24:37-39). Und wurde Noah nicht auf den Tag genau vorausgesagt, wann die Flut beginnen würde? Ja, aber der Grund, weshalb Noah der „Tag“ mitgeteilt wurde, ist in der heutigen Situation nicht gegeben. Noah und seine Familie mußten wissen, wann die Sintflut beginnen würde, damit sie alle Tierarten sicher in die Arche bringen und dann selbst in die Arche gehen konnten, bevor die Wasser der Flut auf die Erde stürzten. Das hätten sie nicht viele Monate vor Beginn der Flut tun können, denn dann hätten sie die Nahrungsmittelvorräte zu früh aufgebraucht. Daher sagte Gott Noah genau zur rechten Zeit: „In nur noch sieben Tagen lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte auf die Erde regnen; und ich will alles Bestehende, das ich gemacht habe, von der Oberfläche des Erdbodens wegwischen“ (1. Mose 7:4).
26 Wir brauchen jedoch nicht zu wissen, an welchem Tag und zu welcher Stunde das bevorstehende vernichtende Gottesgericht beginnen wird. Wir sind nicht für das Überleben der Tierwelt verantwortlich gemacht worden, und die Bewahrung gottesfürchtiger Menschen — die jetzt in über 200 Ländern auf der ganzen Erde zu finden sind — hängt auch nicht davon ab, daß sie alle an einem Ort in irgendeinem Bau zusammenkommen. Die Verwirklichung des Vorsatzes Gottes und die Rettung seines Volkes erfordern es nicht, im voraus „jenen Tag und jene Stunde“ bekanntzugeben.
AUSSICHTEN FÜR DIE ÜBERLEBENDEN
27. Welche Voraussetzungen müssen wir erfüllen, um die „große Drangsal“ überleben zu können?
27 Daß es nach der „großen Drangsal“ Überlebende geben wird, geht aus der Bibel ganz deutlich hervor, und die Bibel zeigt auch, was man tun muß, um überleben zu können. In Offenbarung 7:14 wird die „große Volksmenge“ der Überlebenden der Drangsal folgendermaßen beschrieben: „Sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes weiß gemacht.“ Das bedeutet, daß sie vor Jehova Gott rein und annehmbar dastehen, wenn die „große Drangsal“ ausbricht. Was wird das von ihnen erfordern? Sie müssen daran glauben, daß das vergossene Blut Jesu die Grundlage zur Vergebung ihrer Sünden ist, und sie müssen sich weiterhin bemühen, den Willen Gottes zu tun (Joh. 3:36; Jak. 2:26).
28. Welche großartigen Aussichten haben diejenigen, die die „große Drangsal“ überleben?
28 Die „große Volksmenge“ der Überlebenden hat wirklich großartige Aussichten. Das Lamm, Jesus Christus, wird sie „zu Wasserquellen des Lebens leiten“ (Offb. 7:17). Die Glieder der „großen Volksmenge“ werden dann von allen bedrückenden Systemen, die das Leben auf Erden unangenehm gemacht haben, befreit sein und sich somit in einer idealen Situation befinden, in der sie von ihren menschlichen Schwächen und Unvollkommenheiten geheilt werden können. Jesus Christus wird sein sündensühnendes Opfer voll auf sie anwenden. Während sie gehorsam auf seine Hilfe eingehen, werden sie zur Vollkommenheit heranwachsen. Auf diese Weise werden Krankheit, Alter und Tod — die Folgen der ererbten Sünde und Unvollkommenheit — schließlich für ewig beseitigt werden (Offb. 21:3-5). Sogar der Schaden, den der Tod verursacht hat, wird wiedergutgemacht werden, indem Milliarden Menschen von den Toten auferweckt werden (Joh. 5:28, 29). Diese Auferstandenen werden ebenfalls die Gelegenheit erhalten, endloses Leben zu erlangen.
29. Was sollte jetzt jeder einzelne von uns tun?
29 Der Zeitpunkt, „Tag und Stunde“, an dem die Drangsal ausbricht, kann für dich wirklich Leben oder Tod bedeuten. Wäre es daher nicht weise, du bemühtest dich, schon jetzt so zu leben, als würde „jener Tag und jene Stunde“ morgen kommen? Wir wissen nicht, an welchem Tag und zu welcher Stunde die „große Drangsal“ ausbrechen wird. Aber das ändert nichts an der Tatsache, daß der Zeitpunkt schnell näher rückt. Die heutige Zeit ist in Gottes Wort deutlich gekennzeichnet worden. Die „Generation“ von der Jesus voraussagte, sie würde nicht nur die Ereignisse des Jahres 1914 erleben, sondern auch die „große Drangsal“, ist jetzt schon in vorgerücktem Alter. Das gibt der Situation eine Note der Dringlichkeit und sollte uns veranlassen, sorgfältig zu überprüfen, ob wir wirklich völlig in Übereinstimmung mit der Tatsache leben, daß „Tag und Stunde“ des Gerichtes Gottes kurz bevorsteht.
-
-
Wie berührt es dich, daß du „Tag und Stunde“ nicht kennst?Der Wachtturm 1975 | 1. August
-
-
Wie berührt es dich, daß du „Tag und Stunde“ nicht kennst?
1. Was hat Gottes Haupteigenschaft damit zu tun, daß er nicht offenbart, an welchem Tag und zu welcher Stunde die „große Drangsal“ beginnt?
JEHOVA GOTT verfolgt eine bestimmte Absicht damit, daß er nicht offenbart, an welchem Tag und zu welcher Stunde die „große Drangsal“ über das gegenwärtige System der Dinge hereinbricht. Diese Absicht hängt eng mit Gottes Haupteigenschaft, seiner Liebe, zusammen (1. Joh. 4:8). Da er ein Gott der Liebe ist, möchte er nur solche Diener haben, die ihn wirklich von Herzen lieben (Ps. 119:97; 1. Joh. 5:3). Er möchte nicht, daß vernunftbegabte Lebewesen ihm kriecherisch — aus Angst vor Strafe — dienen. Jehova hat mit den Menschen immer so gehandelt, daß er ihnen Anlaß gegeben hat, ihn zu lieben, und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit eingeräumt hat, zu zeigen, was wirklich in ihrem Herzen ist.
2. Wie hat Jehova seine Liebe zu unvollkommenen Menschen bewiesen?
2 In seiner großen, unverdienten Güte hat Jehova sogar zugelassen, daß undankbare Menschen aus den Naturkreisläufen Nutzen ziehen, die er in Gang gesetzt hat, um das Leben auf Erden zu ermöglichen (Apg. 14:16, 17; 17:24, 25). Außerdem hat er im Verlauf von sechzehnhundert Jahren etwa vierzig Männer inspiriert, einen Bericht niederzuschreiben, aus dem die Menschen erfahren können, was für ein Gott er ist und was er von denen verlangt, die sein Wohlgefallen haben möchten (2. Tim. 3:16, 17). Dieser Bericht, der in der Bibel enthalten ist, gibt uns gute Richtlinien, die es uns ermöglichen, schon jetzt trotz Problemen und schwieriger Verhältnisse aus dem Leben das Beste zu machen (Ps. 19:7-11). Durch diesen Bericht erfahren wir auch, welche außerordentliche Liebe Gott bekundete, als er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit er sein Leben für uns niederlege. Dadurch erhielt die Menschheit die Gelegenheit, in ein begünstigtes Verhältnis zu dem allein wahren Gott zu gelangen, und es wurde ihr die Aussicht auf ein Leben ohne Krankheit, Altersschwäche und Tod ermöglicht (Joh. 3:16; Tit. 3:4-7; Offb. 21:3, 4).
3. Warum ist die Tatsache, daß Jehova eine „große Drangsal“ über die Menschheit bringt, nicht unvereinbar damit, daß er ein Gott der Liebe ist?
3 Doch wie ist es möglich, daß ein solcher Gott eine Drangsal herbeiführt, die in ihrer Vernichtungskraft für die Menschen furchteinflößend sein wird? Er muß es tun, weil er ein Gott der Liebe ist. Das mag vielen Menschen heute unglaubwürdig klingen. Es klang auch vielen Israeliten unglaubwürdig, als der hebräische Prophet Micha vor etwa 2 700 Jahren ankündigte, Jehova werde über das Zehnstämmereich Israel und über das Zweistämmereich Juda Unheil bringen. Ganz befremdet fragten sie: „Ist der Geist Jehovas unzufrieden geworden, oder sind das seine Handlungen?“ Jehovas Antwort darauf lautete: „Tun nicht meine eigenen Worte Gutes im Fall dessen, der rechtschaffen wandelt?“ (Micha 2:7). Ja, da Jehova denen Gutes tun möchte, die rechtschaffen wandeln, muß er etwas gegen all die unternehmen, die sich hartnäckig weigern, gerecht zu handeln, und die dadurch zu den Ungerechtigkeiten, zu der Bedrückung und zu der Gesetzlosigkeit beitragen, die heute auf Erden das Leben so gefährlich und unangenehm machen.
4. Was wünscht Jehova hinsichtlich aller Menschen?
4 Doch bevor „jener Tag und jene Stunde“ kommt, der Zeitpunkt, an dem Jehova gegen die Bösen vorgehen wird, appelliert er an alle, von ihren bösen Wegen umzukehren. (Vergleiche Jesaja 55:6, 7; Jeremia 18:7-10.) Er ist wie ein liebevoller menschlicher Vater, der kein Gefallen daran hat, ungehorsame Kinder zu bestrafen, sondern sich vielmehr freut, wenn sie Gutes tun. Darüber, welche Einstellung Jehova zu der schrecklichen Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. hatte, sagt die Bibel: „Nicht aus seinem eigenen Herzen hat er niedergedrückt, noch betrübt er die Menschensöhne“ (Klag. 3:33). Er hat es viel lieber, wenn die Menschen einen Lebensweg einschlagen, der es nicht nur unnötig macht, Maßnahmen gegen sie zu ergreifen, sondern auf dem sie auch glücklich und zufrieden werden und der zur Sicherheit und Freude ihrer Mitmenschen beiträgt. „Er ... will [nicht], daß irgend jemand vernichtet werde“, schrieb der Apostel Petrus, „sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petr. 3:9).
5. (a) Was über sich selbst kundzutun, werden Menschen dadurch veranlaßt, daß ,Jehova „Tag und Stunde“ nicht bekanntgegeben hat? (b) Wie hilft die Tatsache, daß Gott „Tag und Stunde“ nicht bekanntgemacht hat, aufrichtigen Personen, die wahren Christen zu erkennen?
5 Die Tatsache, daß Jehova Gott nicht bekanntgemacht hat, an welchem Tag und zu welcher Stunde er seinen Sohn zur Vollstreckung des Strafgerichtes an dem bösen System der Dinge aussenden wird, hat viel dazu beigetragen, daß die Menschen offenbaren, was in ihrem Herzen ist. Wenn sie ihren Schöpfer nicht wirklich lieben und keinen Wert auf ein gutes Verhältnis zu ihm legen, werden sie den Dingen nachgehen, nach denen sich ihr Herz sehnt — einer Fülle von materiellen Besitztümern, dem Ansehen in der Welt und einem Leben, in dem sich alles um sie selbst dreht. Sie denken vielleicht, da Gott uns nicht von „jenem Tag und jener Stunde“ in Kenntnis gesetzt habe, werde sich zu unseren Lebzeiten in dieser Hinsicht wahrscheinlich nichts ereignen. Zur gleichen Zeit haben diejenigen, die Gottes Willen tun möchten, Nutzen daraus gezogen, daß sie von „jenem Tag und jener Stunde“ nicht in Kenntnis gesetzt worden sind. Wieso? Weil Jehova Gott es dadurch unmöglich gemacht hat, daß diejenigen, die nur vorgeben, seine Diener zu sein, kurz vor „jenem Tag und jener Stunde“ plötzlich heuchlerisch anfangen, große Frömmigkeit zur Schau zu stellen. Aufrichtige Menschen haben daher keine Mühe, Gottes ergebene Diener zu erkennen. Sie können deutlich den Unterschied feststellen zwischen denen, die Tag und Stunde des Gerichtes Gottes ignorieren, und denen, die es nicht tun.
„TAG UND STUNDE“ ZU IGNORIEREN IST GEFÄHRLICH
6. Welche in 2. Petrus 3:3-7 beschriebene Einstellung bekunden heute viele Menschen?
6 Wenn die Menschen auf die biblischen Beweise für die Nähe der „großen Drangsal“ aufmerksam gemacht werden, bagatellisieren viele von ihnen die Tatsachen und spotten darüber. Ihre Einstellung wird treffend in der Bibel beschrieben: „In den letzten Tagen [werden] Spötter mit ihrem Spott kommen ..., die nach ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ,Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tage an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an.‘“ Frühere Strafgerichte Gottes, wie zum Beispiel die Flut der Tage Noahs, bedeuten ihnen nichts. Sie möchten einfach nicht daran glauben, daß Gott die Bösen vernichten wird, wie er es in der Vergangenheit getan hat. Sie möchten nicht ihr Leben ändern, sondern wollen weiterhin ihren selbstsüchtigen Begierden nachgehen (2. Petr. 3:3-7). Wenn sie diese Einstellung beibehalten und Gottes „Tag und Stunde“ über sie kommt, werden sie dem Gericht keinesfalls entgehen.
7. Wie könnten sogar Personen, die mit der Christenversammlung verbunden sind, von der Einstellung beeinflußt werden, das Kommen des Gerichtstages sei nicht so ernst zu nehmen?
7 Diese Mißachtung des kommenden Tages und der Stunde zur Vollstreckung des Strafgerichtes Jehovas kann sogar auf diejenigen abfärben, die heute mit der wahren Christenversammlung verbunden sind. Jemand mag wissen, was die Bibel über die „große Drangsal“ sagt. Er mag schon jahrelang etwas davon gehört haben, vielleicht sogar von Gott hingegebenen christlichen Eltern. Aber da sich nichts wirklich Dramatisches ereignet hat, mag er das Kommen des Tages und der Stunde Gottes in die ferne Zukunft hinausschieben. Er mag sich zwar der guten Gesellschaft der Brüder in der Versammlung erfreuen, aber er beteiligt sich nicht mit ganzer Seele an dem Werk des Predigens und des Jüngermachens, das Christus seinen Nachfolgern aufgetragen hat. Die Welt und das, was sie an scheinbaren materiellen Vorteilen zu bieten hat, mag für ihn immer verlockender werden. Es dauert nicht lange, und er geht materialistischen Interessen nach oder er gibt sich keine Mühe mehr, Gewohnheiten aufzugeben, die ihn daran hindern, ein gutes Verhältnis zu Jehova Gott zu haben. Er redet sich vielleicht sogar ein, er werde schon die nötigen Änderungen in seinem Leben vornehmen, „wenn es wirklich soweit ist“. Jetzt ist er jedenfalls noch nicht bereit. Einer solchen Person fehlt die Wertschätzung für die Rechtmäßigkeit der Anforderungen Gottes, und sie befindet sich in großer Gefahr.
8. Wie kann sich Übermäßiges Essen und Trinken auf die Einstellung einer Person zur „großen Drangsal“ auswirken?
8 Viele lassen sich durch Unmäßigkeit von der Tatsache ablenken, daß die „große Drangsal“ mit Sicherheit kommt. Jesus Christus machte seine Jünger auf diese Gefahr aufmerksam, indem er sagte: „Gebt aber auf euch selbst acht, damit euer Herz niemals durch zuviel Essen und zuviel Trinken und Sorgen des Lebens beschwert werde und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch komme wie eine Schlinge“ (Luk. 21:34, 35). Ganz bestimmt beeinträchtigt übermäßiges Essen und Trinken das Denkvermögen und ‘beschwert’ das Herz mit Schuldgefühlen. Gleichzeitig gehen durch solche Exzesse die guten Beweggründe verloren (Spr. 20:1; vergleiche Jesaja 28:7).
9. Wieso können sich unnötige Lebenssorgen gefährlich auswirken?
9 Auf die gleiche Weise können unnötige Sorgen über das Beschaffen des Lebensunterhaltes das Herz belasten. Wenn jemand zuließe, daß er die tröstende Zusicherung, daß Jehova Gott für sein Volk sorgen wird, aus den Augen verlöre, würde ihn sein Herz bald veranlassen, alles mögliche zu unternehmen, um seine Zukunft finanziell zu sichern (Hebr. 13:5, 6). Im Laufe der Zeit würden die geistigen Interessen verdrängt werden, so daß der Betreffende in geistiger Hinsicht mittellos wäre und in einem mißbilligten Geisteszustand vor Jehova Gott stände (1. Tim. 6:9, 10).
IM EINKLANG MIT SEINEM GLAUBEN LEBEN
10. In welchem Bewußtsein sollten wir täglich leben, und warum?
10 Viel besser ist es, jeden Tag in dem Bewußtsein zu leben, daß Jehovas Zeit der Vollstreckung seines Strafgerichtes mit Sicherheit kommt. Das wird einen nicht nur davor bewahren, in einem mißbilligten Geisteszustand zu sein, wenn Gottes „Tag und Stunde“ kommt, sondern es wird auch dazu beitragen, daß das Leben schon jetzt viel erfreulicher ist (1. Tim. 4:8). Das liegt daran, daß Gottes Gebote auf Liebe beruhen und das Gute fördern (Röm. 13:8-10). Wer diesen Geboten gehorcht, wird davor bewahrt, einen Weg einzuschlagen, der ihm geistig, körperlich und seelisch schaden könnte (Spr. 4:1-15; Pred. 11:9, 10).
11. Was half Menschen in der Vergangenheit, ihr ganzes Leben nach Gottes Willen auszurichten, obwohl sie wußten, daß das Ende des bösen Systems nicht zu ihren Lebzeiten kommen würde?
11 Schon lange vor dem zwanzigsten Jahrhundert gab es Menschen, die durch ihr Leben Glauben an Gottes Vorsatz bewiesen, allem Bösen ein Ende zu machen und die Angelegenheiten der Erde in Gerechtigkeit verwalten zu lassen. Sie wußten, daß dies nicht zu ihren Lebzeiten geschehen würde. Dennoch war ihre Hoffnung, das, was Gott für sie vorgesehen
-