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Die Herde Gottes hütenDer Wachtturm 1958 | 1. Juni
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die Jehova Gott für sein Volk geschaffen hat, keinen Schutz gibt. Bisweilen werden schlechtgesinnte Menschen euch zu übervorteilen suchen. Die treuen Hirten werden aber wachen und ihnen Einhalt gebieten. Manchmal werden Organisationen dieser Welt eine Bresche zu schlagen suchen, um Schaden zu stiften. Doch ihr werdet dennoch von den himmlischen Hirten beschützt, und ihnen stehen die Engel, nämlich „zehntausend mal zehntausend“, zur Verfügung. Dadurch werdet ihr hier durch treue Menschen und durch die unsichtbaren Streitmächte, die unter der Leitung des Herrn Jesus Christus stehen, beschützt. Somit braucht ihr euch nicht zu fürchten, denn ihr seid Gottes Herde.
VERTRAUET TREUEN HIRTEN
23. (a) Warum könnt ihr treuen Hirten vertrauen? (b) Welche Maßnahme wird ergriffen, wenn jemand untreu wird, um euch zu schützen?
23 Könnt ihr euren treuen Brüdern vertrauen? Sicherlich, und zwar aus folgendem Grund: Sie werden von denen, die in der Organisation des Herrn die Verantwortung tragen, nicht zu Hirten eingesetzt, es sei denn, sie weisen die erforderlichen Eigenschaften auf. Sie müssen den richtigen Maßstäben entsprechen und die erforderlichen Fähigkeiten aufweisen, um als Hirten der Herde zu dienen. Vor allem müssen sie die Herde in der Furcht Gottes hüten. Wenn sie Jehova Gott und Christus Jesus nicht wirklich fürchten, sind sie keine wahren Hirten, und sie werden nicht dazu ernannt, Gottes Herde zu betreuen. Manchmal zeigt es sich, daß eine so eingesetzte Person sich der Herde nicht angenommen, ja sie vielleicht sogar bedrückt hat. Ist dies der Fall und ist die Herde in irgendeiner Weise geschädigt worden, so wird dem Betreffenden zuerst Rat erteilt, und er wird zurechtgewiesen oder in Zucht genommen, und wenn dieser Hirte seine Methode nicht ändert, wird er als Hirte aus der Stellung, in die er eingesetzt wurde, entfernt, und ein anderer Hirte wird an seine Stelle gesetzt. Warum sollte man so verfahren? Ihr seid die Herde Gottes, und in Verbindung mit Gottes Volk, das sich innerhalb der Neuen-Welt-Gesellschaft befindet, wird euch kein Schaden zugefügt, denn nur treue Hirten werden weiterhin darin dienen. Das bedeutet, daß eure Brüder, die in der Wahrheit sind, euretwegen sehr besorgt sind. Sie wünschen, daß ihr ewiges Leben erlangt. Sie werden euch nicht treiben, noch werden sie über euch herrschen, denn ihr seid das Erbteil Gottes. Wer irgendwie Schaden verursacht, der schadet Gottes Interessen, und er wird mit Gott und nicht mit Menschen zu rechnen haben.
24. (a) Inwiefern ‚dienen wir nicht Menschen‘ und dienen dennoch unter der Leitung von Menschen? (b) Was ist die richtige Haltung diesen Hirten gegenüber?
24 Auch mag es sein, daß ihr schon jemanden sagen hörtet: „Wir dienen nicht Menschen. Wir dienen Jehova Gott und Christus.“ Sollte dies denn bedeuten, daß wir Menschen übersehen dürfen? Kannst du Gott dienen, ohne unter der Leitung von Menschen zu dienen? Nein. Selbst in den Tagen des natürlichen Volkes Israel diente Israel unter der Führung Moses, seines Mittlers, sowie unter der Leitung anderer treuer Männer. Dienten in den Tagen der Apostel die Schafe nicht auch unter der Leitung der Apostel? „Gott hat die Betreffenden in der Versammlung eingesetzt.“ (1. Kor. 12:28, NW) Der Apostel Paulus hat folgendes verordnet: „Wir bitten euch nun, Brüder, jene zu beachten, die unter euch hart arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch ermahnen, und ihnen um ihres Werkes willen über die Maßen liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken. Seid friedsam untereinander.“ (1. Thess. 5:12, 13, NW) Ferner wird gesagt: „Mögen die älteren Männer, die in rechter Weise als Vorsteher dienen, doppelter Ehre würdig geachtet werden, besonders jene, die hart arbeiten in bezug auf Rede und Lehre.“ (1. Tim. 5:17, NW) Aus diesen Schrifttexten geht deutlich hervor, daß es falsch wäre, Diener des Herrn außer acht zu lassen oder sie geringschätzig oder wie irgend jemanden zu behandeln, denn sie sind von Jehova eingesetzt, sind dazu erwählt worden, der Herde Gottes zu dienen. Daher entehrt es Gott, zu denken, die Aufseher in der Herde dürften übersehen werden, und jemand, der das tut, wird auf falsche Pfade geraten.
25. Warum müssen die Schafe denen gegenüber, die sie leiten, unterwürfig und gehorsam sein?
25 Die Schafe haben dem Hirten gegenüber eine große Verantwortung, die sie nicht übersehen und der sie nicht aus dem Wege gehen dürfen. Sie müssen nicht nur Jehova Gott und Christus Jesus unterwürfig sein und ihnen Gehorsam leisten, sondern müssen auch denen, die die Herde leiten, in Unterwürfigkeit gehorchen. Es gehört nicht zu dem Recht des Unterhirten, für die Schafe Vorschriften aufzustellen, sondern er muß Jehovas Willen, sie betreffend, erklären und anwenden. Man höre den guten Rat, den der Apostel Paulus gegeben hat: „Gehorcht denen, die euch leiten, und seid unterwürfig, denn sie wachen über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ab- legen werden, damit sie dies mit Freude und nicht mit Seufzen tun; denn das wäre euch zum Schaden.“ — Heb. 13:17, NW.
26. In wessen Furcht hat die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ die Herde geleitet und warum?
26 Es ist überaus wichtig, zu verstehen, daß die Interessen des Königreiches hinsichtlich der Erde vollständig der Obhut der Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ anvertraut worden sind. (Matth. 24:45-47) Dieser „Knecht“ muß ständig über alle Schafe wachen. Welch gewaltige Verantwortung! Die Seelen all dieser Hunderttausende von Schafen sind der Obhut der Hirtenklasse, die Gott auf Erden hat, dem „treuen und verständigen Sklaven“, anvertraut worden. Diese Klasse muß Jehova Gott für ihr Hirtenwerk Rechenschaft ablegen. Möge keines der Schafe denken, daß jene, die zu der Hirtenklasse gehören, ihre große Verantwortung leichtnähmen. Sie wissen nur zu gut, daß Jehova Gott und Christus Jesus sie für das Leben der Schafe verantwortlich machen. Gottesfürchtige Menschen, die wissen, daß jene, die droben im Himmel wohnen, ständig darauf achten, wie sie euch behandeln, dienen und betreuen euch heute. Sie sind gleichsam ‚von Gott gesandt‘ und wirken ‚unter Gottes Augen in Gemeinschaft mit Christus‘. (2. Kor. 2:17, NW) Ja, die Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ dient euch, den Schafen, in der Furcht Gottes, Jehovas. Ihr seid eine beschützte Herde von Schafen. Von seiten eurer treuen Brüder wird euch kein Schaden zugefügt werden.
27. Auf welche Weise hat die geistlich leitende Körperschaft samt den von ihr Eingesetzten die Schafe beschützt, geführt und geweidet?
27 Die geistlich leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas, die mit der Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania verbunden ist, hat ihren Dienst in der Furcht Jehovas verrichtet. Personen, die von dieser leitenden Körperschaft in ihre Ämter eingesetzt worden sind, folgten dem Beispiel des Rechten Hirten und taten dasselbe. Auch sie sind vorwärtsgegangen und haben ihre Arbeit in der Furcht Gottes getan. Und sind die Schafe nicht betreut worden? Doch, das ist geschehen. All diese Jahre hindurch sind die Schafe mit reicher geistiger Speise ernährt worden. Es herrscht kein Hunger unter ihnen. Nie gingen die Schafe ohne eine geistige Mahlzeit aus. Die Klasse des treuen Hirten auf Erden hat die Ehre dafür niemals sich selbst zugeschrieben, noch versucht, die Herzen und Sinne der Schafe für sich zu gewinnen, sondern sie hat sie stets auf die himmlischen Hirten hingewiesen. Die Schafe sind vor falschen Lehren und Irrtümern beschützt worden. Sie haben Warnungen vor den unheilvollen Anschlägen Satans erhalten. Sie wurden behütet, damit sie sich nicht verirrten und sich in Unsittlichkeit, Materialismus oder Verehrung von Geschöpfen sowie in Freundschaft mit der bösen Welt verstrickten. Auch haben sie Schutz vor vielen anderen Gefahren erhalten, die man gar nicht alle aufzählen könnte. Warum aber ist dies geschehen? Die Antwort lautet: Um euretwillen haben diese Brüder freudig all das gegeben, was sie hatten, um euch, den Schafen, zu dienen, damit ihr in Frieden leben und in die Gunst Jehovas, Gottes, gelangen konntet.
28, 29. Warum befinden sich die Schafe in einem solch gesegneten Zustande? Was wird zur weiteren Mehrung führen?
28 Die treuen Hirten haben den Schafen Hilfe geboten, damit sie erkennen konnten, wie sie Jehova Gott und Christus Jesus auf annehmbare Weise dienen können, wie sie die frohe Botschaft vom Königreich predigen und ‚die gute Botschaft der von ihm bewirkten Rettung erzählen‘, wie sie sein Lob ausbreiten, seine herrlichen Taten den Menschenkindern verkünden, Frieden ausrufen und das wunderbare Vorhaben des himmlischen Vaters und seines Sohnes Christus Jesus bekanntmachen können. (Ps. 96:2, NW) Die Schafe sind dazu geschult worden, diese Dinge selbst zu tun, und sind belehrt worden, auf welche Weise sie weitere Menschen schulen können, dasselbe zu tun. Die Schafe sind vereint worden, und die verlorenen Schafe wurden in die Hürde gebracht. Welch gesegnetes Los für die Schafe! Wie wunderbar begünstigt seid ihr, Gottes Schafe zu sein, denen sich treue Hirten annehmen, und zuversichtlich zu wissen, daß es bewährte, treue Menschen sind! Du Herde Gottes, du wirst vor Schaden behütet, weil deine treuen Hirten auf Erden Jehova Gott und Christus Jesus euretwegen Rechenschaft ablegen müssen!
29 Die Zeit für eine Mehrung der Herde ist gekommen. Alle Schafe müssen eingesammelt werden, und Jehova Gott hat seinem Volke geboten, sie von Norden und Süden, von Osten und Westen herbeizuführen. (Jes. 43:1-7) Heute erschallt die Stimme des Rechten Hirten in mehr als 160 Ländern, und sie spricht zu noch weiteren der verirrten, schafähnlichen Menschen trostvolle Worte. Sie werden in Mengen herbeikommen. Der Tag ist da, an dem sie alle eingesammelt werden müssen. Die Herde kann am besten gedeihen, wenn die Hirten sich ihrer großen Verantwortung gegenüber Jehova Gott und Christus Jesus bewußt bleiben. Durch Gehorsam und Unterwürfigkeit erleichtern ihnen die Glieder der Organisation, die Schafe des Herrn, die Erfüllung ihrer Aufgaben.
30. Was müssen Schafe weiterhin tun, um Schutz zu erhalten?
30 Die Herde Gottes bleibt beisammen. Sie irrt von der Neuen-Welt-Gesellschaft nicht ab. In der Alten-Welt-Organisation gibt es Schlingen und Fallgruben. Überall lauern Gefahren. Menschen und Organisationen werden euch übervorteilen, und ihr werdet dort keinen Schutz haben. Bleibt innerhalb der Organisation Gottes. Um dies tun zu können, müßt ihr Gottes Willen kennenlernen. Ihr müßt theokratischen Anforderungen gehorsam entsprechen. Ihr müßt dem Frieden folgen und Gerechtigkeit üben. Ihr müßt euch von denen leiten und hüten lassen, die zu Hirten eingesetzt worden sind. Während ihr diese Dinge tut, werdet ihr in den rechten Wegen geschult werden, so daß ihr dem allmächtigen Gott im Himmel, dessen Name Jehova all unseres Lobes würdig ist, Lobpreis darbringen könnt. Freut euch, daß ihr aus der alten Welt befreit und in die Neue-Welt-Gesellschaft hineingebracht worden seid, und frohlockt über all das, was Jehova Gott für euch getan hat und jetzt um euretwillen tut, wie auch über die wunderbaren Dinge, die er für euch bereithält, wenn die neue Welt selbst nach der Schlacht von Harmagedon ihren Anfang nehmen wird. Ihr, die ihr zu dieser glücklichen Herde gehört, freut euch über diesen Großen Hirten des geistigen Volkes Israel und seinen Rechten Hirten und wißt, daß euch kein Übel befällt, sondern daß er euch um seines Namens willen stets auf grüne Auen und an wohlbewässerte Ruhestätten führen wird.
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Wie die ersten ChristenDer Wachtturm 1958 | 1. Juni
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Wie die ersten Christen
In seinem Buch Church, State, and Freedom [Kirche, Staat und Freiheit] unterscheidet Leo Pfeffer Jehovas Zeugen von anderen Glaubensrichtungen mit der Begründung, sie seien einzig in ihrer Art, indem sie Christus so nachfolgten, wie es die ersten Christen getan hätten. Pfeffer schreibt: „Das Problem, das darin besteht, zwischen den sich widersprechenden Interessen des häuslichen Friedens und der Religionsfreiheit einen Ausgleich zu schaffen, hat sich meistens um die Fälle der Zeugen Jehovas gedreht. Wahrscheinlich ist seit der Entstehung der Kirche der Mormonen keine Sekte … so sehr ein Opfer des Hasses und der Verfolgung von seiten der Öffentlichkeit gewesen wie die der Zeugen Jehovas. Die Mormonen hatten anfänglich Schwierigkeiten wegen ihrer ungewohnten Auffassung über die Ehe. Wenn sie diesbezüglich keine so überspannten Ideen gehabt hätten, dann wären sie ganz angesehen gewesen, und nachdem dieses Problem einmal gelöst war, wurde die Kirche der Heiligen der Letzten Tage als ehrbares Mitglied in die Konfessionengemeinschaft aufgenommen. Anders steht es mit Jehovas Zeugen … Ihre herausfordernden Missionsmethoden erinnern an die Methoden, die die ersten Christen anwandten; und die Art und Weise, wie ihnen Andersgläubige begegnen, erinnert ebenfalls an die Art und Weise, wie die ersten Christen aufgenommen wurden.“
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