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  • Die Wahrheit haben, die zu ewigem Leben führt
    Der Wachtturm 1971 | 1. November
    • Die Wahrheit haben, die zu ewigem Leben führt

      „Wenn ihr in meinem Worte bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ — Joh. 8:31, 32.

      1. Was können denkende Menschen im Hinblick auf das gegenwärtige System der Dinge in der heutigen Zeit immer besser erkennen?

      SO DEUTLICH wie in unserer Zeit konnte man noch nie erkennen, daß das gegenwärtige System der Dinge vor dem Zusammenbruch steht. Die Beweise für seinen Verfall häufen sich von Tag zu Tag. Die Menschen sehen, wie nach und nach alle ihre Hoffnungen auf die Beseitigung der schlimmen Zustände zunichte werden. Was die Bibel über unser Zeitalter vorhersagte, bewahrheitet sich: „In den letzten Tagen [werden] kritische Zeiten da sein ..., mit denen man schwer fertig wird.“ (2. Tim. 3:1) Auch was Jesus Christus über unsere Tage vorhersagte, erfüllt sich: „Auf der Erde [wird es] Angst und Bangen [geben] unter den Nationen, die wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen.“ — Luk. 21:25, 26.

      2. (a) Mit wem könnten aufrichtiggesinnte Menschen heute verglichen werden? (b) Was geschah damals mit denen, die das „Zeichen“ empfangen hatten, und was mit denen, die es nicht empfangen hatten?

      2 Jehova Gott hat dem gegenwärtigen System der Dinge lange genug Gelegenheit gegeben, sich voll zu entfalten, und heute ist das Wesen dieses Systems nicht zu verkennen. Ehrlichgesinnte Menschen sind über die heutigen Zustände aufrichtig empört. Sie gleichen in dieser Hinsicht den Menschen, die der Prophet Hesekiel in einer Vision sah, die er von Jerusalem vor dessen Zerstörung im Jahre 607 v. u. Z. hatte. In dieser Vision sagte Jehova zu einem Mann, der ein Schreibzeug hatte: „Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und mache ein Zeichen an die Stirnen der Leute, welche seufzen und jammern über all die Greuel, die in ihrer Mitte geschehen.“ (Hes. 9:4) Zu einigen Männern mit Zerstörungswerkzeugen sagte dann Jehova: „Gehet hinter ihm her durch die Stadt und schlaget; euer Auge schone nicht, und erbarmet euch nicht. Mordet bis zur Vertilgung Greise, Jünglinge und Jungfrauen und Kinder und Weiber! aber nahet euch niemand, an welchem das Zeichen ist.“ (Hes. 9:5, 6) Dieses Zeichen bedeutete Leben, als die Vernichtung kam.

      3. (a) Welches Werk, durch das Menschen „gezeichnet“ werden, ist heute im Gange? (b) Unter welcher Voraussetzung wird jemand mit dem Zeichen versehen, das ewiges Leben verbürgt?

      3 Heute, in diesen „letzten Tagen“, wird ebenfalls ein Werk durchgeführt, durch das Menschen „gezeichnet“ oder kenntlich gemacht werden. Jesus sagte voraus: „Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen. Und alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“ (Matth. 25:31-33) Die zur Linken „werden in die ewige Abschneidung weggehen“, die zur Rechten, auf der Seite der Gunst, „in das ewige Leben“. (Matth. 25:34, 41, 46) Welche Art von Menschen wird mit dem Zeichen versehen, das ewiges Leben verbürgt? In 1. Johannes 2:17 lesen wir: „Die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar.“ Demnach werden also die Menschen verschont und mit ewigem Leben belohnt, die den Willen Gottes tun. Und wie können sie die Wahrheit über den Willen Gottes erfahren?

      4. Warum war Jesus so fest davon überzeugt, daß er die Wahrheit hatte?

      4 Jesus kannte die Wahrheit über Gottes Willen. Er war fest davon überzeugt, daß das, was er lehrte, die Wahrheit war. Warum war er so sicher? Über seine Nachfolger sagte er zu seinem himmlischen Vater: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben ... Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ (Joh. 17:14, 17) Er sagte ferner: „Ich [tue] nichts aus eigenem Antrieb ...; sondern so wie der Vater mich gelehrt hat, rede ich diese Dinge. Und der mich gesandt hat, ist mit mir, er hat mich nicht mir selbst überlassen, weil ich allezeit das tue, was ihm wohlgefällig ist.“ (Joh 8:28, 29) Bevor Jesus ein Mensch wurde, war er schon unendlich lange mit seinem himmlischen Vater zusammen. Darum konnte er, als er auf Erden war, über den Willen und das Vorhaben des Schöpfers die Wahrheit sagen. (Joh. 1:14, 18; 16:28) Außerdem machte er während seines ganzen irdischen Dienstes von den Hebräischen Schriften Gebrauch, die damals bereits vorhanden waren und die Gottes Gedanken enthielten. Als Jesus daher Gottes Wort als die Wahrheit bezeichnete, meinte er damit nicht nur die Hebräischen Schriften, sondern auch das, was er zufolge seines vertrauten Verhältnisses zu Jehova von ihm direkt erfahren hatte.

      5. Wie können wir Gottes Willen kennenlernen, und wie werden wir als solche kenntlich gemacht, die Überleben werden?

      5 Wenn Jesus daher etwas sagte, war es die Wahrheit, denn er äußerte Gottes Gedanken. Es hatte noch nie einen Menschen auf Erden gegeben, der die Wahrheit über Jehova so gut kannte wie er. Die wahrheitsgemäßen Lehren Jesu und die seiner treuen Nachfolger sind in der Bibel niedergelegt worden. Jehova sorgte dafür, daß alles, was seine Diener wissen müssen, aufgezeichnet wurde. Heute verfügen alle, die den aufrichtigen Wunsch haben, die Wahrheit über Gottes Willen kennenzulernen und ihn zu tun, um ewiges Leben zu erlangen, über das ganze inspirierte geschriebene Wort Gottes, das ihnen als Richtschnur dient. (2. Tim. 3:16, 17) Die Wahrheiten des Wortes Gottes helfen ihnen, die christliche Persönlichkeit zu entwickeln, die sie als solche kenntlich macht, die überleben werden. — Röm. 12:2; Kol. 3:10.

      GEBRAUCHT, UM DIE WAHRHEIT AUSZUTEILEN

      6. (a) Wen gebrauchte Gott nach dem Tode Jesu, um die Wahrheit auszuteilen? (b) Wie gab Jehova zu erkennen, wen er gebrauchen würde?

      6 Jesus zeigte, wer gebraucht würde, um der Menschheit die Wahrheit nach seinem Tod auszuteilen. Nein, nicht die heuchlerischen geistlichen Führer der damaligen Zeit sollten es sein, sondern jene bescheidenen Menschen, die ihm nachgefolgt waren. Sie taten den Willen Gottes. Zu ihnen sagte Jesus: „Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr vermögt es jetzt nicht zu tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten, denn er wird nicht aus eigenem Antrieb reden, sondern was er hört, wird er reden, und er wird euch die kommenden Dinge verkünden.“ (Joh. 16:12, 13) Jesus sprach hier von dem machtvollen heiligen Geist, der seinen treuen Nachfolgern bei der Gründung der Christenversammlung helfen und sie auf dem Weg der Wahrheit leiten würde. Zu Pfingsten goß Jehova diesen Geist auf die Nachfolger Jesu aus und zeigte dadurch, daß er fortan sie gebrauchen würde, um der Menschheit die Wahrheit auszuteilen (Apg. 2:1-4, 14-18) Gott hatte sich von dem jüdischen Religionssystem abgewandt. (Matth. 23:38) Es war genauso gekommen, wie Jesus es zu den geistlichen Führern der Juden gesagt hatte: „Das Königreich Gottes wird von euch genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt.“ — Matth. 21:43.

      7. Was benötigt man unbedingt, um die Wahrheit zu verstehen?

      7 Später sagte der Apostel Paulus: „Wir reden Gottes Weisheit in einem heiligen Geheimnis, die verborgene Weisheit, die Gott vor den Systemen der Dinge zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat. Diese Weisheit hat keiner der Herrscher dieses Systems der Dinge kennengelernt, denn wenn sie sie erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht an den Pfahl gebracht, sondern, wie geschrieben steht: ,Dinge, die das Auge nicht gesehen und das Ohr nicht gehört noch im Herzen eines Menschen aufgekommen sind, die hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.‘ Denn uns hat Gott sie durch seinen Geist geoffenbart, denn der Geist erforscht alle Dinge, selbst die tiefen Dinge Gottes.“ — 1. Kor. 2:7-10.

      8. Wer darf erwarten, von Gottes Geist auf dem Weg der Wahrheit geleitet zu werden?

      8 Wer wird aber vor allem durch Gottes Geist auf dem Weg der Wahrheit geleitet? Petrus und die anderen Apostel sagten vor dem jüdischen Sanhedrin: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg. 5:29) Was dürfen die, die Gott, dem Herrscher, gehorchen, dafür erwarten? Die Apostel sagten: „Wir sind Zeugen dieser Dinge, und desgleichen ist es der heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm als dem Herrscher gehorchen.“ (Apg. 5:32) Ja, die, die Gottes Willen tun, die ihm, „dem Herrscher“, in allem „gehorchen“, dürfen erwarten, seinen Geist zu empfangen. Dieser Geist wird sie so leiten, daß sie das, was Gott sie wissen lassen will, richtig verstehen.

      DAS SAMMELN DER DIENER GOTTES

      9. Welche endgültige Trennung der Diener Gottes findet statt?

      9 Nach dem Tode der Apostel und anderer geistig reifer Männer des ersten Jahrhunderts begann die Christenversammlung von „Unkraut“ überwuchert zu werden. Es handelte sich dabei um Männer, die wohl vorgaben Gott zu dienen, die ihm, dem Herrscher, aber nicht richtig gehorchten. Jesus hatte das Aufkommen dieser unkrautähnlichen Scheinchristen unter den weizenähnlichen wahren Christen und auch das Endergebnis vorausgesagt mit den Worten: „‚Laßt beides zusammen wachsen bis zur Ernte; und zur Erntezeit will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen, dann geht und sammelt den Weizen in mein Vorratshaus.‘ ... so wird es beim Abschluß des Systems der Dinge sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Dinge herauslesen, die Anlaß zum Straucheln geben, und Personen, die gesetzlos handeln, und sie werden sie in den Feuerofen werfen.“ — Matth. 13:30, 40-42.

      10. Welche Verantwortung sollte Gottes Dienern in den „letzten Tagen“ übertragen werden?

      10 Die offensichtliche Erfüllung biblischer Prophezeiungen deutet an, daß Gottes Königreich im Jahre 1914 u. Z. im Himmel aufgerichtet worden ist. Damals begannen für Satans System der Dinge die „letzten Tage“. (2. Tim. 3:1-5) Nun sollten noch die letzten Diener Gottes zur Rechten Christi, zur Seite der Gunst, zusammengebracht werden. Dann sollte ihnen eine große Verantwortung auferlegt werden, denn Jesus hatte vorhergesagt: „Wer ist in Wirklichkeit der treue und verständige Sklave, den sein Herr über seine Hausknechte gesetzt hat, um ihnen ihre Speise zur rechten Zeit zu geben? Glücklich ist jener Sklave, wenn ihn sein Herr bei seiner Ankunft also tun findet. Wahrlich ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe setzen.“ (Matth. 24:45-47) Demnach sollten nach der Aufrichtung des Königreiches Gottes die Menschen, die Gott, dem Herrscher, gehorchen würden, mit der Überwachung aller Königreichsinteressen unter der Leitung Christi Jesu und seiner himmlischen Heerscharen betraut werden. Sie, die mit „Weizen“ verglichen werden, würde Gott gebrauchen, um seine Wahrheiten allen auszuteilen, die sie annehmen würden. Diese würden dann deutlich zu erkennen sein und von denen, die mit „Unkraut“ oder „Böcken“ verglichen werden, abgesondert.

      11. Wer bildet Gottes treuen Sklaven heute, und aufgrund welcher Tatsache kann dies gesagt werden?

      11 Wer bildet den „treuen und verständigen Sklaven“? Der Überrest gesalbter treuer Diener Jehovas. Wieso kann so bestimmt gesagt werden, sie würden von Gott gebraucht, um denen, die „seufzen und jammern über all die Greuel, die in ihrer Mitte [in der religiösen Welt] geschehen, die Wahrheit auszuteilen? Jesus zeigte, wie man erkennen kann, wer die Wahrheit hat. Er sagte: „Jeder gute Baum [bringt] vortreffliche Frucht hervor, aber jeder faule Baum bringt wertlose Frucht hervor, ein guter Baum kann nicht wertlose Frucht tragen, noch kann ein fauler Baum vortreffliche Frucht hervorbringen. Jeder Baum, der nicht vortreffliche Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Ihr werdet also diese Menschen wirklich an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“ (Matth. 7:17-21) Die, die Gott gebraucht, müssen Personen sein, die seinen Willen tun, die ihm in allem gehorchen.

      „LIEBE UNTER EUCH“

      12. (a) Welche wichtige Frucht muß von denen, die die Wahrheit haben, hervorgebracht werden? (b) Wird sie von den Kirchen der Christenheit hervorgebracht?

      12 Welches sind einige der wichtigsten Merkmale, an denen man Personen erkennt, die Gottes Willen tun? Welche „Früchte“ müssen sie hervorbringen? Jesus sagte über das wichtigste dieser Merkmale: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt.“ (Joh. 13:35) Diese christliche Liebe muß unter denen, die die Wahrheit haben, zu beobachten sein. Personen, die diese Liebe nicht haben, können unmöglich die Wahrheit haben. Bringen denn die Kirchensysteme der Christenheit diese Frucht hervor? Wie haben sie sich in Zeiten, in denen der Glaube an Gott geprüft wurde, zum Beispiel in Kriegszeiten, verhalten? Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß sie diese Forderung nicht erfüllt, sondern ihre Nachfolger aufgefordert haben, gegeneinander zu kämpfen. Über die größte Kirche der Christenheit berichtete zum Beispiel die New York Times vom 29. Dezember 1966: „Traditionsgemäß unterstützen Katholiken die Kriegsanstrengungen ihrer Nation und überlassen die moralische Verantwortung für die Führung der Kriege der weltlichen Obrigkeit. ... In der Vergangenheit hat der katholische Klerus eines Landes die Kriege seiner Nation fast immer unterstützt, indem er die Truppen segnete und Gebete um Sieg darbrachte, während auf der anderen Seite eine andere Gruppe von Bischöfen öffentlich um den gegenteiligen Ausgang des Krieges betete.“ Bezeichnend ist noch folgende Bemerkung in dem Bericht: „Der Widerspruch zwischen dem Geist des Christentums und der Art der Kriegführung, der durch theologische Spitzfindigkeiten oft als unbedeutend hingestellt wurde, tritt für viele immer deutlicher zutage, da die Waffen zusehends brutaler werden.“

      13. Wie zeigt Gottes Wort deutlich, wer zu den Kindern Gottes gehört und wer nicht?

      13 Gottes Wort der Wahrheit läßt den Unterschied deutlich erkennen: „Hieran sind die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennbar: Jeder, der nicht Gerechtigkeit übt, stammt nicht von Gott, noch jener, der seinen Bruder nicht liebt. Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, daß wir einander lieben sollen, nicht wie Kain, der aus dem stammte, welcher böse ist, und seinen Bruder hinschlachtete.“ (1. Joh. 3:10-12) Personen, die Gott, dem Herrscher, nicht gehorchen und ‘ihre Brüder hinschlachten’, können unmöglich die Wahrheit haben. Nur die, die Gott, dem Herrscher, unter allen Umständen gehorchen und es ablehnen, sich an einem solchen gegenseitigen Hinschlachten zu beteiligen, geben sich als Personen zu erkennen, die die Wahrheit haben.

      14. Wer übt heute tatsächlich wahre, christliche Liebe?

      14 Die Angehörigen welcher Gruppe gehorchen Gott, dem Herrscher, in dieser bedeutenden Frage wirklich, ganz gleich, in welchem Land sie leben? Im redaktionellen Teil der in Sacramento (Kalifornien) erscheinenden Zeitung Union vom 9. Juli 1965 konnte man lesen: „Es sei nur noch erwähnt, daß alles Blutvergießen und aller Haß ein Ende hätten, würde die ganze Welt nach dem Glauben der Zeugen Jehovas leben; dann würde die Liebe als König herrschen.“ Ja, das Band echter, christlicher Liebe, das die mehr als eine Million Zeugen Jehovas in der ganzen Welt miteinander verbindet, beweist, daß sie wirklich das Merkmal wahrer Christen aufweisen. Sie lieben ihre christlichen Brüder und Schwestern so, wie Gott es verlangt. Ganz gleich, in welchem Land sie leben, lehnen sie es ab, sich an den Kriegen der Nationen zu beteiligen, denn das würde bedeuten, daß sie sich gegenseitig „hinschlachten“ müßten.

      15. Was mußten Gottes Diener erdulden, weil sie echte, christliche Liebe bewiesen?

      15 Jehovas Zeugen lassen sich lieber verfolgen, als daß sie Gott, dem Herrscher, ungehorsam werden. In Deutschland wurden in den Konzentrationslagern viele hingerichtet, weil sie Gottes Gesetz über die Liebe gehorchten und sich weigerten, an dem Blutbad teilzunehmen, das durch die Nazi-Regierung ausgelöst worden war. In Sowjetrußland wurden sie aus dem gleichen Grund in sibirische Zwangsarbeitslager gesandt. In den Vereinigten Staaten erhalten sie mitunter heute noch Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahren, weil sie Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen und wahre, christliche Liebe bekunden! Ähnlich werden sie in vielen anderen Ländern verfolgt. Dessenungeachtet fahren Jehovas Zeugen aber fort, ‘Gott, dem Herrscher, mehr zu gehorchen als den Menschen’. Was dürfen sie daher von ihm mit Recht erwarten? ‘Den heiligen Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm als dem Herrscher gehorchen.’

      ANDERE MERKMALE

      16, 17. (a) Wie müssen die, die die Wahrheit haben, zur Bibel eingestellt sein? (b) Vergleiche die Einstellung, die die Geistlichkeit zur Bibel hat, mit der Einstellung, die Jehovas Zeugen dazu haben?

      16 Ein weiteres Merkmal, das Personen aufweisen, die die Wahrheit haben, ist Achtung vor Gottes Wort, der Bibel. Jesus gab uns in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel. Er betrachtete die damals vorhandenen heiligen Schriften als Gottes inspiriertes Wort. Er zitierte häufig daraus und empfahl sie seinen Nachfolgern. (Matth. 19:4-6; Luk. 24:44, 45) Er verwässerte die heiligen Schriften nie, noch spottete er darüber. Können wir das aber heute von den Geistlichen der Christenheit sagen? Fördern sie die Achtung vor Gottes Wort, und verteidigen sie es seinen Feinden gegenüber? Empfehlen sie den Menschen, sich an den biblischen Sittenmaßstab zu halten? Nein, sie kritisieren die Bibel und sagen, gewisse Teile ihres Inhalts seien Legenden. Immer mehr Geistliche setzen sich über die moralischen Grundsätze der Bibel hinweg und entschuldigen oder befürworten sogar voreheliche Geschlechtsbeziehungen, Ehebruch, Homosexualität und Gewalt. Statt die Bibel deren Feinden gegenüber zu verteidigen, sind sie selbst zu deren Feinden geworden!

      17 Daß die Geistlichkeit der Christenheit keine Achtung vor Gottes Wort hat und ihre Gläubigen nicht darüber belehrt, findet man bestätigt, wenn man Personen, die in die Kirche gehen, darum bittet, Gottes Vorhaben und seine Forderungen anhand ihrer eigenen Bibel zu erklären. Nur wenige sind dazu in der Lage, was zeigt, daß sie nicht über Gottes Wort belehrt werden. In der Zeitschrift Reader’s Digest vom Mai 1966 wurde folgendes gesagt: „Heute handeln viele der höchsten Kirchenführer, besonders der sogenannten Großkirchen, den Gläubigen gegenüber in doppelter Hinsicht treulos: Sie erliegen dem Trend, die Bibel nicht mehr als unfehlbares Wort Gottes anzuerkennen, und sie streben danach, die Haupttätigkeit der Kirche von dem religiösen auf das weltliche Gebiet zu verlagern.“ Von Jehovas Zeugen dagegen wurde in der französischen Zeitung France-Soir vom 6. August 1969 gesagt: „Die Lehren der Zeugen Jehovas sind auf die Bibel gegründet.“ Und die in England erscheinende Zeitschrift Weekly News vom 27. September 1969 schrieb: „Das eigentliche Geheimnis des Erfolges der Zeugen ist wahrscheinlich ihre ausgezeichnete Bibelkenntnis; sie können jede Frage überzeugend mit einem Bibelzitat beantworten.“ Ja, Jehovas Zeugen erkennen die ganze Bibel als das Wort Gottes an. Sie lehren die biblischen Wahrheiten uneingeschränkt und unterrichten einen jeden über diese Wahrheiten, der sie kennenlernen möchte. Das zeigt sich darin, daß sie in mehr als 200 Ländern jede Woche weit über eine Million Bibelstudien bei solchen Menschen durchführen. Das ist das größte Heimbibelstudienprogramm, das zur Zeit durchgeführt wird, ja das größte, das je in der Welt durchgeführt wurde!

      18. Wie können Gottes Diener in Verbindung mit seinem Namen erkannt werden?

      18 Jesus betete: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt.“ (Matth. 6:9) Er betete ferner: „Ich habe ihnen deinen Namen bekanntgegeben und werde ihn bekanntgeben.“ (Joh. 17:26) Die wahren Diener Gottes sollten aus den Nationen herausgerufen werden, um „ein Volk für seinen Namen“ zu werden. (Apg. 15:14) Der Name Gottes, in deutsch Jehova, wird in der Bibel Tausende von Malen erwähnt. Wen hast du aber diesen Namen schon nennen hören? Du weißt, daß du ihn wahrscheinlich nie gehört hättest, wenn Jehovas Zeugen ihn nicht gebrauchen würden, weil er in den Kirchen der Christenheit selten erwähnt wird. Nur Jehovas Zeugen machen heute bekannt, „daß du allein, dessen Name Jehova ist, der Höchste bist über die ganze Erde“. — Ps. 83:18.

      19. Wer bewahrt sich „von der Welt ohne Flecken“?

      19 Personen, die als wahre Christen zu erkennen sind, müssen sich „von der Welt ohne Flecken“ bewahren. (Jak. 1:27) Gottes Wort sagt warnend: „Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar.“ (Jak. 4:4) Der Grund hierfür liegt offensichtlich darin, daß Satan, der Teufel, der „Herrscher dieser Welt“ ist, der „Gott dieses Systems der Dinge“. (Joh. 12:31; 2. Kor. 4:4) Die Geistlichkeit hat immer wieder die Kriege dieser Welt unterstützt und sich an deren politischen Machenschaften beteiligt. Sie ist unverkennbar ein Teil dieser Welt. Wie verhält es sich aber mit Jehovas Zeugen? In der Zeitung Chicago Today vom 18. Oktober 1969 stand folgendes: „Ihr Glaube verlangt von ihnen, daß sie sich von der politischen Gesellschaft, in der sie leben, völlig getrennt halten.“ Da Jehovas Zeugen Gott gehorchen, sind sie kein Teil dieser Welt.

      20. Welche Botschaft müssen die verkündigen, die Gott, dem Herrscher, gehorchen?

      20 Ein weiteres besonderes Merkmal ist die Erfüllung der Worte, die den Höhepunkt der Prophezeiung Jesu über die „letzten Tage“ bilden: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen.“ (Matth. 24:14) Dieses Königreich war das Thema der Lehre Jesu. (Matth. 4:17) Er lehrte seine Nachfolger beten: „Dein Königreich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde.“ (Matth. 6:10) Von diesem Königreich hatte der Prophet Daniel Jahrhunderte vorher gesprochen, als er sagte: „Es wird alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen.“ (Dan. 2:44) Wer lehrt heute, daß das Königreich Gottes die einzige Hoffnung für die Menschheit ist? Wer lehrt, daß Gott durch diese himmlische Regierung allem Bösen ein Ende machen und alle gehorsamen Menschen mit Frieden und ewigem Leben segnen wird? Die Geistlichkeit spricht kaum noch davon. Jehovas Zeugen dagegen haben in den mehr als neunzig Jahren ihres Bestehens in der Neuzeit Jehovas Königreich nachdrücklich als die einzige Hoffnung der Menschheit verkündigt. Das bestätigt auch der Hinweis auf dem Titelblatt des Wachtturms.

      21. Gebraucht Jehova die heutigen Kirchensysteme? Begründe deine Antwort.

      21 Schon aus dieser kurzen Betrachtung einiger der Früchte, die von denen hervorgebracht werden müssen, die Gott gebraucht, um die Wahrheit auszuteilen, geht unzweideutig hervor, daß Jehova die Kirchensysteme dieser Welt nicht gebraucht. Sie befinden sich in einem Zustand der Verwirrung und des Verfalls, und „Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens“. (1. Kor. 14:33) Immer mehr aufrichtige Menschen erkennen, daß die Geistlichkeit der Christenheit nicht die Wahrheit hat und daß Gott sie nicht gebraucht. Im Gegenteil, es zeigt sich je länger, je mehr, daß sie in Wirklichkeit das neuzeitliche Gegenstück der geistlichen Führer ist, zu denen Jesus sagte: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. ... Wie kommt es, daß ihr mir nicht glaubt, wenn ich die Wahrheit rede? Wer aus Gott ist, hört auf die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht zu, weil ihr nicht aus Gott seid.“ — Joh. 8:44-47.

      22. Welche weitere Möglichkeit gibt es, festzustellen, wen Jehova heute gebraucht, um die Wahrheit auszuteilen?

      22 Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, festzustellen, wen Jehova heute gebraucht. Die Prophezeiungen der Bibel, die vorausgeschriebene Geschichte sind, stammen von Gott. (2. Petr. 1:20, 21) Er kann künftige Verhältnisse genau voraussehen und seine Diener darüber auf dem laufenden halten. Jehova ist „der Eine, der von Anfang an den Ausgang kundtut und von alters her die Dinge, die nicht getan worden sind“. (Jes. 46:10, NW) Diese Dinge hat Jehova denen kundgetan, die ihm, dem Herrscher, gehorchen: „Der Herr, Jehova, tut nichts, es sei denn, daß er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart habe.“ (Amos 3:7) Wer ist in unserem Jahrhundert stets richtig über die Zukunft orientiert gewesen? Die Geistlichkeit? Die Staatsmänner? Die Wirtschaftspolitiker? Oder die Zeugen Jehovas? Der folgende Artikel behandelt diese Frage.

  • Gottes prophetische Wahrheiten bekanntmachen
    Der Wachtturm 1971 | 1. November
    • Gottes prophetische Wahrheiten bekanntmachen

      1. Welche wichtigen Kenntnisse vermittelt Jehova seinen Dienern? Warum?

      JEHOVA GOTT weiß genau, was die Zukunft bringt. Er sagt: „Wahrlich! Wie ich es vorbedacht, also geschieht es; und wie ich es beschlossen habe, also wird es zustande kommen.“ (Jes. 14:24) Er vermittelt denen, die ihm, dem Herrscher, gehorchen, wichtige Kenntnisse über künftige Ereignisse: „Neue Dinge verkündige ich. Bevor sie zu sprießen beginnen, lasse ich sie euch hören.“ (Jes. 42:9, NW) Diese neuen Dinge werden allmählich geoffenbart: „Der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe.“ (Spr. 4:18) Diese Kenntnis der Zukunft stärkt den Glauben der Diener Gottes. Jesus sagte: „Ich [habe] es euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubet.“ (Joh. 14:29) Jehova will auch, daß seine Diener diese prophetischen Wahrheiten kennen, damit sie andere darauf hinweisen können, die dann ebenfalls Gelegenheit erhalten, ewiges Leben zu erlangen. — Joh. 17:3.

      2. Wer müßte die prophetischen Wahrheiten Gottes kennen?

      2 Einige der besonderen Merkmale, durch die sich alle ausweisen, die die Wahrheit über Gott erkannt haben, oder die Früchte, die sie hervorbringen müssen, haben wir bereits betrachtet. Wir haben gesehen, daß Jehovas Zeugen diese Merkmale aufweisen. Demnach müßten sie auch Gottes prophetische Wahrheiten kennen. Sprechen die Tatsachen dafür? Wir wollen einmal untersuchen, was Jehovas Zeugen im Laufe der Jahre verkündet haben, und es mit dem vergleichen, was führende Politiker, Geistliche und Wirtschaftsexperten des gegenwärtigen Systems der Dinge gesagt haben. Wer hat die Wahrheit gesagt? Wessen Voraussagen über die nächste Zukunft können wir vertrauen?

      3. Wie dachte man vor dem Ersten Weltkrieg im allgemeinen über die Weltlage?

      3 In seinem Buch, betitelt 1914, schildert James Cameron, wie man vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914 u. Z. im allgemeinen über die Weltlage dachte. Er schreibt: ,Europa schien zu blühen und zu gedeihen wie noch nie; ... es war ein Zeitalter der Aufklärung ... Abgesehen von der vielversprechenden Zukunft, die ihm bevorstand, konnte es schon zur Gegenwart beglückwünscht werden, und hätte jemand auch nur einen Augenblick zweifeln sollen, so brauchte er nur die Tatsachen zu betrachten: das Automobil, die drahtlose Telegrafie, die Flugmaschine ... An Krieg hätte kaum jemand gedacht ... Westeuropa hatte fast zwei Generationen lang keinen Krieg gehabt.“ Führende Politiker, Geistliche und Wirtschaftsexperten dieser Welt vertraten diese Ansicht.

      4, 5. Welche Ansicht vertraten Jehovas Zeugen?

      4 Jehovas Zeugen dagegen waren anderer Ansicht! In ihrem offiziellen Organ, dem Watchtower (Ausgabe vom Juli 1879) — damals als Zion’s Watch Tower bekannt —, konnte man folgendes lesen: „Gott lehrt an vielen Stellen der Heiligen Schrift, daß für die Nationen eine Zeit großer Drangsal kommen wird.“ In der Oktober-Ausgabe desselben Jahres konnte man im Watchtower lesen: „‚Große und furchtbare‘ Dinge werden über die Welt hereinbrechen — der Sturz aller Regierungen, die Auflösung von Recht und Ordnung — und den Untergang der Gesellschaft herbeiführen.“ Ferner wurde gesagt, es werde eine „Zeit der Drangsal sein, dergleichen nie gewesen sei, seitdem eine Nation bestehe“. Auch in den folgenden Jahren predigten Jehovas Zeugen (damals als „Bibelforscher“ bekannt) die Botschaft, daß die Welt der schlimmsten Katastrophe entgegengehe, unablässig. Sie lenkten die Aufmerksamkeit auf die in Gottes Wort, in Daniel 12:1 (NW), aufgezeichnete Prophezeiung, die von einer „Zeit der Bedrängnis“ spricht, „wie eine solche nicht herbeigeführt worden ist, seitdem eine Nation entstanden ist, bis zu jener Zeit“. Sie erwähnten auch besonders die Prophezeiung Jesu: „Dann wird große Drangsal herrschen, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt noch keine gegeben hat, nein, noch je wieder geben wird.“ — Matth. 24:21.

      5 Aufgrund der biblischen Zeitrechnung wiesen Jehovas Zeugen schon im Jahre 1877 darauf hin, daß das Jahr 1914 von großer Bedeutung sei. Im Watchtower vom März 1880 wurde gesagt: „‚Die Zeiten der Nationen‘ dauern bis zum Jahre 1914, und bis zu diesem Zeitpunkt wird das himmlische Königreich [Gottes] nicht vollends herrschen.“ Obwohl sie sich noch nicht ganz klar darüber waren, was in den fast vier Jahrzehnten bis zum Jahre 1914 alles geschehen würde, wiesen sie warnend darauf hin, daß die Zukunft der Menschheit unter dem gegenwärtigen System der Dinge keinen Frieden, keine Sicherheit und keine Wohlfahrt bringen würde, sondern daß im Jahre 1914 für die Welt eine Zeit der Drangsal anbrechen würde, wie es noch keine gegeben hätte. In dem von Jehovas Zeugen herausgegebenen Buch Der Krieg von Harmagedon (ursprünglich betitelt „Der Tag der Rache“), das 1897 in Englisch erschien, hieß es: „Diese Drangsal wird allgemeiner, ausgedehnter und verheerender sein, als man es selbst im Hinblick auf die moderne Kriegsmaschinerie vermuten könnte. Sie wird nicht nur auf eine einzelne Nation oder Provinz beschränkt sein, sondern wird über die ganze Welt, besonders die zivilisierte Welt, die Christenheit, kommen.“

      6. Welche Ansicht wurde durch die Geschehnisse, die 1914 eintrafen, als richtig bestätigt?

      6 Das denkwürdige Jahr 1914 kam, das Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbrach, das größte Völkerringen der Geschichte bis zur damaligen Zeit. Dieser Krieg brachte eine noch nie dagewesene Massenvernichtung mit sich, ferner Hungersnöte und Seuchen sowie den Sturz vieler Regierungen. Die Welt hatte diese schrecklichen Vorkommnisse niemals erwartet. Jehovas Zeugen dagegen hatten sie erwartet, und das bestätigten sogar andere. Die New Yorker Zeitung World schrieb in ihrer Ausgabe vom 30. August 1914: „Der Ausbruch des schrecklichen Krieges in Europa hat eine außergewöhnliche Prophezeiung erfüllt. Während der vergangenen fünfundzwanzig Jahre haben die ,Internationalen Bibelforscher‘ ... durch ihre Prediger und durch die Presse der Welt verkündet, daß der Tag der Rache, der in der Bibel prophezeit worden ist, im Jahre 1914 anbrechen werde. ,Blickt nach dem Jahre 1914 aus!‘ ist der Ruf ... [der] Evangelisten gewesen.“

      7. Wieso wußten Jehovas Zeugen diese Dinge?

      7 Wieso wußten Jehovas Zeugen so lange im voraus, was führende Männer der Welt nicht einmal wußten? Sie wußten es nur, weil Gottes heiliger Geist ihnen diese prophetischen Wahrheiten kundgetan hatte. Allerdings behaupten einige, es sei nicht schwer gewesen, diese Ereignisse vorherzusagen, da die Menschheit schon lange mit den verschiedensten Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt habe. Wenn es aber nicht schwer war, diese Ereignisse vorherzusagen, warum sagten sie dann die Politiker, die geistlichen Führer und die Wirtschaftsexperten nicht voraus? Warum sagten sie dem Volk das Gegenteil? Warum verfolgten sie Jehovas Zeugen, weil sie die Dinge, die sich später als wahr erwiesen, verkündigten?

      DIE WAHRHEIT PREDIGEN NACH DEM ERSTEN WELTKRIEG

      8. Welche Ansicht über die Zukunft bestand nach dem Ersten Weltkrieg?

      8 Der Erste Weltkrieg endete 1918. Was geschah dann? Die führenden Männer der Welt sagten wiederum voraus, daß die Zukunft Frieden, Sicherheit und Wohlfahrt bringen werde. In einem Artikel in der Saturday Review vom 9. November 1968 schrieb der Geschichtsprofessor Henry Steele Commager, der Erste Weltkrieg sei geführt worden, um „der Welt die Demokratie zu sichern“. Er führte weiter aus: „Bestimmt konnte die Welt mit Recht jubeln, als der größte und schrecklichste Krieg aller Kriege endlich ein mühseliges Ende nahm. Der Militarismus war ausgemerzt und die Aggression unterbunden worden, es gab keine Gewaltherrschaft mehr, Ungerechtigkeiten waren berichtigt worden, und die Demokratie war gewahrt und der Friede gesichert worden, denn nach jahrhundertelangem Sehnen und Streben hatten Menschen guten Willens einen Bund zur Aufrechterhaltung des Friedens gegründet. Nun sollte es keinen Krieg und keine Gewaltherrschaft mehr geben, die Menschheit war endlich in den sicheren Hafen des Friedens eingelaufen.“ Als der Völkerbund gegründet wurde, begrüßten ihn einige Geistliche der Christenheit als den „politischen Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden“.

      9, 10. Was verkündigten Jehovas Zeugen nach dem Ersten Weltkrieg?

      9 Was sagten jedoch Jehovas Zeugen? Wiederum genau das Gegenteil! Im Watchtower vom 1. März 1919 hieß es: „Die Menschheit wird weder durch eine Höherentwicklung des Menschen noch durch den Sozialismus, noch durch staatliche Gesetze, noch durch einen Völkerbund (eine solche Einrichtung mag noch so wünschenswert sein) von ihren Leiden befreit werden, sondern nur durch die Macht des Christus — Jesu und seiner Kirche —, der das Chaos beseitigen und Ordnung schaffen wird, indem er das universelle Königreich des Friedens und der Gerechtigkeit errichtet. ... Wenn die Menschen durch die leidvollen Erfahrungen, die sie jetzt auf der Erde machen, einsehen, daß es kein dauerhaftes Glück gibt, solange die Menschen selbstsüchtig und verderbt handeln, wird die Zahl derer, die den wiedergekommenen König willkommen heißen, zunehmen. Sie werden erkennen, daß die Beseitigung der Selbstsucht auf der Erde eine Aufgabe für den großen himmlischen Arzt ist, weil sie die Macht des unvollkommenen, sterblichen Menschen weit übersteigt.“

      10 Im Jahre 1919 begannen Jehovas Zeugen den ausgedehntesten Predigtfeldzug in der Geschichte der Welt. Sie verkündeten die Warnung, daß die „letzten Tage“ für das gegenwärtige böse System der Dinge angebrochen seien. Sie predigten mit zunehmender Intensität und immer lauter — da die Zahl der Prediger wuchs —, daß die Weltverhältnisse sich weiterhin verschlechtern würden, bis Gott das verderbte System der Dinge vernichten und alle menschlichen Regierungen durch eine einzige Regierung, sein himmlisches Königreich unter Christus, ersetzen würde. (Dan. 2:44) Sie stellten die biblische Lehre in den Vordergrund, nach der Gottes Königreich die einzige zuverlässige Hoffnung des Menschen auf dauerhaften Frieden und ewiges Leben ist. — Matth. 6:10.

      11, 12. Wessen Worte sind eingetroffen?

      11 Jetzt, da mehr als fünfzig Jahre seit dem Ersten Weltkrieg vergangen sind, erhebt sich die Frage: Wessen Worte sind eingetroffen? Die Vorhersagen der politischen, religiösen und wirtschaftlichen Führer? Nein, ihre Worte haben sich nicht erfüllt. Professor Commager zeigt, was sich in dieser Zeit abgespielt hat, indem er schreibt: „Fünfzig Jahre nach dem Ende des Krieges, der der Welt die Demokratie hätte sichern sollen, sind die Menschen, die ,den großen Planeten beherrschen könnten‘, nicht fähig, sich selbst zu beherrschen. ... In der Geschichte gibt es kaum ein Beispiel dafür, daß so große Erwartungen so große Enttäuschungen gebracht haben ... Das Jahr 1918 leitete kein Millennium ein, sondern ein halbes Jahrhundert der Entzweiung, der Unruhen, des Krieges, der Revolutionen, der Verwüstungen und Zerstörungen in einem beispiellosen oder unvorstellbaren Ausmaß. ... Die Zeit, in der der Krieg hätte überwunden werden sollen, brachte den schrecklichsten aller Kriege, der seinen Höhepunkt in der furchtbarsten aller Waffen fand; die Zeit, die den Triumph der Demokratie hätte erleben sollen, erlebte den Triumph der Tyrannei ... Wie können wir diese lange Reihe von Fehlern und Katastrophen, die in der Geschichte fast ohne Beispiel sind, erklären?“

      12 Sie hatten keine Erklärung dafür. Aber Jehovas Zeugen erklärten es, bevor es geschah, während es geschah und nachdem es geschehen war. Nein, nicht dank ihrer eigenen Klugheit, sondern weil sie von Gottes Wort der Wahrheit im voraus gewarnt worden waren und von Gottes heiligem Geist geleitet wurden, konnten sie den Wahrheitssuchern sagen, wohin die Welt steuert. Im Jahre 1925 u. Z. verkündeten sie, daß nach dem Beginn der „letzten Tage“ im Jahr 1914 für die Erde eine schwere Zeit angebrochen wäre, denn gemäß der Bibel sei nach einem Krieg im Himmel folgendes geschehen: „Und hinabgeschleudert wurde der große Drache — die Urschlange —, welcher Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt ... Wehe der Erde und dem Meer, weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat.“ — Offb. 12:9-12.

      DIE WAHRHEIT ÜBER DEN MATERIALISMUS

      13. Welche gegensätzlichen Ansichten über den Materialismus wurden vertreten?

      13 Fast hundert Jahre lang haben Jehovas Zeugen die Menschen, die Gott, dem Herrscher, gehorchen möchten, ermahnt, sich, wie die Bibel empfiehlt, mit dem zum Leben Notwendigen zu begnügen, und haben sie davor gewarnt, ihr Vertrauen auf materiellen Reichtum zu setzen. (Matth. 6:11, 33, 34) Wiederholt wiesen sie darauf hin, daß nach der Lehre der Bibel das Geld keine Befriedigung bringt und auch keine Sicherheit gewährleistet, ferner, daß es nach der Beseitigung des gegenwärtigen Systems der Dinge auch kein Geld mehr geben wird. Doch während dieser ganzen Zeit sind die Wirtschaftsexperten der Welt bemüht gewesen, einen Plan nach dem anderen zu verwirklichen, um, wie sie versprachen, wirtschaftliche Sicherheit zu gewährleisten.

      14. Was hat sich tatsächlich zugetragen?

      14 Mit welchen Ergebnissen? Im Jahre 1929 kam es zu der schlimmsten Weltwirtschaftskrise der Geschichte. Die wirtschaftliche Lage wurde erst wieder etwas besser, als die Nationen begannen, Anleihen aufzunehmen und Geld auszugeben, um für den Zweiten Weltkrieg zu rüsten. Wie ist die wirtschaftliche Lage seit dem Zweiten Weltkrieg? In mehreren Ländern herrscht materieller Wohlstand; doch das ist zum großen Teil das Ergebnis einer Defizit-Finanzierung oder des Schuldenmachens, um kaufen zu können. Ist dieser Wohlstand echt und stabil? In der Veröffentlichung, die überschrieben ist The Amazing Dollar in Action (Der erstaunliche Dollar in Aktion), herausgegeben im Jahre 1969, wird gesagt: „Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen 18 Jahren haben arglose Geldbesitzer so große Geldverluste erlitten wie in den letzten zwölf Monaten. ... In den vergangenen 50 Jahren ist es niemals vorgekommen, daß das bei der Rückzahlung einer Staats- oder einer anderen Anleihe gezahlte Geld noch die gleiche Kaufkraft hatte wie bei deren Aufnahme. Und alle Zinszahlungen der Sparkassen und Handelsbanken sowie die meisten Dividenden sind in den letzten 28 Jahren durch Steuern und Kaufkraftschwund aufgezehrt worden.“ Über eine der vielen Währungskrisen der letzten Zeit schrieb die New York Times vom 24. November 1968: „Die westliche Welt kämpfte vergangene Woche mit einer Währungskrise, die die finanziellen und politischen Fundamente der Nachkriegszeit antastete. ... im vergangenen Jahr ereigneten sich in einem System, das Stabilität gewährleisten sollte, Krisen, die einer Katastrophe gefährlich nahekamen. ... Für die Finanzexperten der Welt war es eine angstvolle Woche.“

      15. Werden der Materialismus dieser Welt und seine Unterstützer eine bessere Zukunft haben?

      15 Für alle, die Gott, dem Herrscher, gehorcht haben, sind diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht überraschend gewesen. Sie haben eine solche Entwicklung erwartet. Und sie waren aufgrund des in folgendem Text dargelegten Prinzips überzeugt, daß der schlimmste wirtschaftliche Zusammenbruch noch bevorsteht: „Ihr Silber werden sie auf die Gassen werfen, und ihr Gold wird als Unflat gelten; ihr Silber und ihr Gold wird sie nicht erretten können am Tage des Grimmes Jehovas.“ (Hes. 7:19) Es wird genauso geschehen, wie Gottes Wort sagt: „Wer auf seinen Reichtum vertraut, der wird fallen; aber die Gerechten werden sprossen wie Laub.“ — Spr. 11:28.

      DIE WAHRHEIT ÜBER DIE WISSENSCHAFT

      16. Wie haben die Geschehnisse die Ansicht der Zeugen Jehovas über die Wissenschaft bestätigt?

      16 Während unseres Jahrhunderts ist die Wissenschaft als Retterin hingestellt worden. Es wurde behauptet, sie würde für die technischen und wissenschaftlichen Mittel sorgen, mit denen sich der Mensch die Erde untertan machen könne. Auch werde sie allen einen höheren Lebensstandard ermöglichen. Jehovas Zeugen erklärten jedoch warnend, daß die Wissenschaft trotz guter Absichten und gewisser Fortschritte, die sie erziele, eine trügerische Hoffnung sei, weil sie die Probleme der Menschheit nicht zu lösen vermöge. Hat sich das bewahrheitet? Professor Commager erklärt: „Jetzt, am Ende der Lebenszeit einer Generation, die unvergleichliche Fortschritte auf dem Gebiet der Wissenschaft und Technik erlebt hat, muß man feststellen, daß der Hunger unter der Menschheit verbreiteter ist denn je, daß die Gewalt brutalere Formen angenommen hat und daß das Leben unsicherer geworden ist als zu irgendeiner Zeit in unserem Jahrhundert. Diese Enttäuschung beschränkt sich nicht nur auf die rückständigen Völker der Erde: Sogar in Amerika, das über fast unbegrenzte Naturreichtümer verfügt und auf technischem und wissenschaftlichem Gebiet an der Spitze liegt, gibt es Millionen armer Familien, sowohl weiße als auch farbige. Die Städte verfallen, die Schönheit der Landgebiete wird mehr und mehr zerstört, die Luft und die Gewässer sind verschmutzt; Gesetzlosigkeit, begangen von der Obrigkeit und Privatpersonen, ist ansteckend; und Kriege sowie Kriegsdrohungen erfüllen die Menschen mit Haß und Furcht.“ Und jetzt beginnen auch andere zu erkennen, daß das, was Jehovas Zeugen gesagt haben, wahr ist, denn die Zeitschrift U.S. News & World Report, Ausgabe vom 9. Februar 1970, schrieb: „Die Wissenschaftler, die bis dahin wegen der gewaltigen Fortschritte in der Technologie, die sie in den letzten Jahrzehnten erzielt haben bewundert worden sind, müssen sich jetzt gegen schwere Vorwürfe verteidigen. Offenbar kommen immer mehr Menschen zu der Überzeugung, daß die wissenschaftliche Forschung mehr Probleme schafft als löst. ... Die Kritik ... ist so scharf geworden, daß viele der führenden Wissenschaftler unseres Landes tief beunruhigt sind.“

      17, 18. Hat die Medizin vermocht, an den biblischen Wahrheiten über Krankheit und Tod zu rütteln?

      17 Wie steht es mit den Fortschritten auf dem Gebiet der Medizin? Viele behaupteten, sie würde große Fortschritte in der Bekämpfung von Krankheiten und des Alterungsvorganges bringen. Als Beweis wiesen sie darauf hin, daß in den letzten Jahren die Lebenserwartung des Menschen stark angestiegen sei. Stimmt das? Die Zeitschrift Scientific American vom März 1968 schrieb: „Die verbreitete Auffassung, die moderne Medizin habe die Lebensdauer des Menschen verlängert, wird weder durch die Bevölkerungsstatistik noch durch biologische Zeugnisse gestützt. Durch die Fortschritte in der Bekämpfung der Infektionskrankheiten und bestimmter Todesursachen, die im zwanzigsten Jahrhundert gemacht worden sind, ist die Lebensdauer der Bevölkerung als Ganzes verlängert worden. Durch diesen medizinischen Fortschritt und die Hebung der Volksgesundheit wurde lediglich erreicht, daß die durchschnittliche Lebenserwartung gestiegen ist; mehr Menschen erreichen jetzt die obere Grenze der Lebenserwartung, die offenbar immer noch 80 Jahre ist, wie die Bibel es sagt. ... Das Altern solcher normaler Zellgenerationen ist anscheinend auf einen Vorgang im Innern der Zelle selbst zurückzuführen und nicht auf mangelnde Voraussetzungen für das Wachstum.“

      18 Es ist zwar lobenswert, daß sich die Menschen aufrichtig bemühen, den Kranken und Sterbenden zu helfen, doch hat sich tatsächlich nichts geändert: Der Mensch wird immer noch krank und stirbt. Auch ist seine Lebenserwartung immer noch ungefähr die gleiche wie vor Jahrhunderten, als der Text niedergeschrieben wurde, den wir in Gottes Wort finden: „Die Tage unserer Jahre — ihrer sind siebenzig Jahre und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin. (Ps. 90:10) Der Mensch vermag durch eigene Bemühungen Krankheit und Tod nicht zu besiegen. Die Worte gelten auch heute noch: „Durch e i n e n Menschen [ist] die Sünde in die Welt hineingekommen ... und durch die Sünde der Tod, und ... so [hat sich] der Tod zu allen Menschen hin verbreitet.“ (Röm. 5:12) Nicht die Menschen, sondern Gott wird Leib und Geist der Menschen durch sein Königreich unter Christus heilen, und dann werden sie nie mehr krank werden. — Offb. 21:3, 4.

      DIE RELIGIÖSE SITUATION

      19, 20. Was haben die Diener Jehovas in bezug auf die Religionen dieser Welt erwartet?

      19 Wie ist die religiöse Situation in der Welt gewesen, insbesondere in der Christenheit? Im November 1879 schrieb die Zeitschrift The Watch Tower: „Wir müssen jede Kirche, die behauptet, eine reine Jungfrau und mit Christus verlobt zu sein, in Wirklichkeit aber mit der Welt eins ist und die Welt unterstützt ..., für eine, wie die Bibel es ausdrückt, Hurenkirche erklären. ... Ja, wir glauben, daß die nominelle Kirche von heute das Babylon unseres Textes ist, das fallen wird. ... Der Sturz Babylons, den wir erwarten, wird nicht plötzlich erfolgen; Babylon wird zu stürzen beginnen und dann immer schneller stürzen, bis es zerschmettert ist.“ Damals war es noch nicht klar, wie das vor sich gehen würde, doch Jehovas Diener, die durch die prophetischen Wahrheiten Gottes über die falsche Religion im voraus gewarnt wurden, sagten ihren Zuhörern, sie sollten den Religionen der Welt den Rücken wenden, denn sie würden Gott nicht dienen, und Gott werde sie richten.

      20 Die Kirchen glaubten das nicht und verfolgten vielfach Jehovas Zeugen. In den 1950er Jahren schien das Interesse an der Religion sogar stark zuzunehmen. Das Vatikanische Konzil der 1960er Jahre wurde von den religiösen Führern als ein großer Schritt zur Vereinigung und Stärkung der Kirchen bezeichnet. Doch während all dieser Jahre ließen Jehovas Zeugen die Warnung weiterhin erschallen, daß diese weltlichen Religionen Bankrott machen würden, und zwar bald.

      21. In welcher Lage ist heute die falsche Religion?

      21 Heute zeigen die Tatsachen deutlich, daß das, was Jehovas Zeugen gesagt haben, die Wahrheit war. Sie waren tatsächlich die ganze Zeit von Gottes heiligem Geist geleitet worden. Jetzt geben alle Autoritäten zu, daß die Religionen dieser Welt in einer schweren Krise sind. Immer mehr Kirchenmitglieder und Geistliche wenden ihrer Kirche den Rücken, und diese Einrichtungen erhalten entsprechend weniger finanzielle Unterstützung. Die New York Times vom 25. März 1969 schrieb: „Heute erklärte ein deutscher Soziologe, die institutionelle Religion werde bald Bankrott machen.“ Diese Unruhen auf dem Gebiet der Religion veranlaßten einen Redakteur der New York Post, in der Ausgabe vom 14. März 1969 zu schreiben: „Die Religion ist das Gebiet, auf dem die alte Ordnung offenbar mit der Geschwindigkeit des Lichts an uns vorüberrast. ... Wie weit diese religiöse Revolution gehen wird, wagt niemand zu sagen.“ Aber Jehovas Zeugen haben es gesagt — immer eindringlicher, und dies schon mehr als neunzig Jahre lang!

      VERTRAUENSVOLL DER ZUKUNFT ENTGEGENBLICKEN

      22, 23. (a) Warum teilen die Diener Jehovas die Herzensangst der Nationen nicht? (b) Was werden alle, die Gottes prophetische Wahrheiten kennen, weiterhin tun?

      22 Auf allen Gebieten menschlicher Bestrebungen sind somit die unverkennbaren Anzeichen des Zerfalls zu sehen. Die Nationen befinden sich ganz genau in der Situation, die Jesus vorhergesagt hatte, als er über unsere Zeit erklärte: „Und auf der Erde Angst und Bangen unter den Nationen, die wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen.“ (Luk. 21:25, 26) Aber Jehovas Zeugen teilen diese Herzensangst nicht, denn Jesus sagte auch: „Wenn aber diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht.“ — Luk. 21:28.

      23 Gottes Diener, die die prophetischen Wahrheiten Gottes bekanntgemacht haben, werden in ihrer Hoffnung immer mehr bestärkt, während die Verhältnisse in dem alten System der Dinge sich verschlimmern. Warum? Weil sie wissen, daß alles das bedeutet, daß „die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“. (1. Joh. 2:17) Sie blicken mit wachsendem Glauben und Vertrauen einer wunderbaren Zukunft in Gottes neuer Ordnung, die das gegenwärtige böse System ablösen wird, entgegen, gestärkt durch das Wissen, daß viele der göttlichen Prophezeiungen, die sie verkündigt haben, bereits in Erfüllung gegangen sind und daß sich noch weitere erfüllen werden. Niemals werden sie sich von den kostbaren prophetischen Wahrheiten Gottes abwenden und den eitlen Versprechungen derjenigen glauben, die sich für das gegenwärtige System der Dinge einsetzen. Sie befolgen den Rat des Apostels Paulus: „[Werdet] ohne Tadel und unschuldig ..., Kinder Gottes ohne Makel inmitten einer verkehrten und verdrehten Generation, unter der ihr wie Lichtspender in der Welt leuchtet, indem ihr euch mit festem Griff an das Wort des Lebens klammert.“ — Phil. 2:15, 16.

      24. Welches ist die lohnendste Tätigkeit, die jemand verrichten kann, wenn man bedenkt, in welcher Zeit wir leben?

      24 Es gibt viele ehrlichgesinnte Menschen, die die Wahrheit über Gott und sein Vorhaben noch nicht kennen. Sie sind tief betrübt über das, was in der Welt vorgeht, wissen aber nicht, was sie tun sollen. Auch sie benötigen die Wahrheit, die von Gott kommt. Das gegenwärtige System, das bereits im Sterben liegt, wird bald seine Tage beschließen. Erkenne, daß die Zeit sehr drängt, und nimm dir die Zeit, ja mache dich frei, um diese Wahrheit anderen zu überbringen. Es gibt jetzt keine Tätigkeit, die lohnender wäre als diese. Warum? Weil Gottes Wort verheißt: „Gib beständig acht auf dich selbst und auf dein Lehren. Bleibe bei diesen Dingen, denn dadurch, daß du dieses tust, wirst du sowohl dich selbst als auch jene retten, die auf dich hören.“ — 1. Tim. 4:16.

  • Meine Laufbahn in der Verkündigung des Königreiches Gottes
    Der Wachtturm 1971 | 1. November
    • Meine Laufbahn in der Verkündigung des Königreiches Gottes

      Von Neal L. Callaway erzählt

      DURCH meinen Wunsch, die Verkündigung des Königreiches Gottes zu meiner Laufbahn zu machen, wurde ich vor eine wunderbare Wahl gestellt. Eines Tages brachte der Briefträger einen großen Briefumschlag; er enthielt eine Bewerbung um den Dienst in der Zentrale der Watch Tower Society in Brooklyn (New York). Darüber freute ich mich wirklich sehr! Ehe ich Zeit hatte, die Bewerbung auszufüllen, empfing ich dann eine weitere Bewerbung, und zwar für die Gilead-Missionarschule der Gesellschaft. Nun stand ich vor einer großen Entscheidung.

      Es war wirklich eine schwere Entscheidung, da ich mir immer beide dieser Vorrechte gewünscht hatte. Nun, schließlich füllte ich die Bewerbung für die Gileadschule aus. Dies hat dazu geführt, daß ich jetzt seit mehr als zwanzig Jahren auf den Philippinen diene und anderen vom Königreich Gottes erzähle. Im Laufe der Jahre habe ich durch meine Laufbahn in der Verkündigung des Königreiches Gottes viele Segnungen empfangen, ja gleich von meiner Taufe an.

      MEIN WUNSCH, MICH TAUFEN ZU LASSEN, SCHLIESSLICH VERWIRKLICHT

      Ich war dankbar dafür, daß mich meine Eltern von früher Jugend an mit zu den Zusammenkünften der christlichen Zeugen Jehovas nahmen. Obwohl ich als Kind protestantischer Eltern 1926 in Cleveland (Ohio) geboren wurde, dauerte es nicht lange, bis mein Vater mit dem Geistlichen

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