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  • Kenias Paradies: Wie sich Menschen ändern können
  • Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1978
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  • ANFÄNGLICHE HERAUSFORDERUNGEN
  • ÄNDERUNGEN DER PERSÖNLICHKEIT UNTER VERSCHIEDENEN VÖLKERN
  • DIE MORALISCHE HERAUSFORDERUNG
  • DER FORTSCHRITT IN DEN LETZTEN JAHREN
Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1978
w78 1. 1. S. 16-20

Kenias Paradies: Wie sich Menschen ändern können

MILLIONEN Touristen wählen Nairobi, die Hauptstadt Kenias, als Ausgangspunkt für ihre Safaris. In den Nationalparks und Wildreservaten begeben sie sich auf die Suche nach Löwen, Elefanten, Nashörnern, Leoparden und anderen faszinierenden Geschöpfen, die dort in ihrer natürlichen Umwelt anzutreffen sind.

Der Löwe, das größte Raubtier, ist für Safariteilnehmer die Hauptattraktion. Für viele besteht der Reiz einer Safari darin, zu sehen, wie sich dieses majestätische Tier an ein Opfer unter dem friedlichen Steppenwild heranschleicht, es reißt und verzehrt. Demjenigen, der dieses Schauspiel beobachtet, mag die biblische Prophezeiung aus Jesaja, Kapitel 11, in der es heißt, der Löwe werde Stroh fressen wie der Stier und friedlich bei anderen Tieren lagern, tatsächlich seltsam erscheinen.

Heute vollzieht sich jedoch bei Menschen in geistiger Hinsicht eine noch bemerkenswertere Änderung, eine Änderung der Persönlichkeit. Es handelt sich dabei um aufrichtige Menschen, die die biblische Wahrheit kennenlernen und in ein geistiges Paradies gelangen, wo sie frühere aggressive Wesenszüge ablegen und dafür eine Persönlichkeit anziehen, die sich durch Friedfertigkeit und Güte auszeichnet. Dieser Wandel hat sich in den neunzig Versammlungen der Zeugen Jehovas in Kenia viele Male vollzogen. Und in Gottes neuer Ordnung kann damit gerechnet werden, daß sogar die bösartigsten wilden Tiere zahm werden und mit den Menschen und anderen Geschöpfen Gottes in Frieden leben werden.

Das folgende Beispiel zeigt, wie eine Person „zahm“ werden kann:

Ein junger Mann, der aus einem Kaffeeanbaugebiet in der Nähe von Nairobi stammt, hatte als Wanderer ein abenteuerliches Leben geführt und war verschiedenen Beschäftigungen nachgegangen wie Verkäufer, Schlangenfänger und Barkellner. Er hatte mit Polizisten gekämpft, illegale Abtreibungen vermittelt, sich mit vielen Leuten geschlagen und hatte eine lange Liste von Verhaftungen aufzuweisen. Eines Tages fühlte er sich von seinem Arbeitgeber beleidigt und beschloß, „ihm die Augen auszureißen“. Er sprach sogar noch dreist mit seinen Nachbarn darüber. Eine Nachbarin, eine getaufte Zeugin Jehovas, brachte ihn wieder zur Besinnung, indem sie ihm entgegnete: „Wenn du die Bibel kennenlernen würdest, wärst du ein glücklicher Mensch und hättest nicht den Wunsch, deinem Chef so etwas Böses anzutun.“ Ein glücklicher Mensch — das wollte er ja sein! Seine Frage: „Wie?“ führte zu einem Bibelstudium. Bei seiner Taufe auf dem von Jehovas Zeugen veranstalteten Bezirkskongreß „Heiliger Dienst“ sagte er: „Seither habe ich nie mehr versucht, meinem Arbeitgeber oder jemand anders etwas Böses anzutun. Ich kann sagen, daß ich jetzt sehr glücklich bin.“

Wahrlich eine bemerkenswerte Änderung der Persönlichkeit!

ANFÄNGLICHE HERAUSFORDERUNGEN

Als die ersten Missionare der Zeugen Jehovas im Jahre 1956 dieses herrliche Land betraten, begegneten sie vielen Herausforderungen, während sie den Menschen halfen, eine genaue biblische Erkenntnis zu erlangen, damit sie ‘sich mit der neuen, christlichen Persönlichkeit kleiden’ konnten (Kol. 3:10). Im Unterschied zu anderen afrikanischen Ländern ist Kenia ein Schmelztiegel vieler Völker, deren äußere Merkmale, Bräuche und Sprachen grundverschieden sind. Einwanderungen aus dem Niltal, dem zentralafrikanischen Dschungelgebiet und von der arabischen Halbinsel brachten Menschen zusammen, die sich wahrscheinlich so sehr voneinander unterscheiden wie Ukrainer und Eskimos oder Finnen und Spanier. In Kenia sind mehr als vierzig Stämme beheimatet, die sich in vier Hauptgruppen untergliedern: Bantu, Niloto-Hamiten, Niloten und Hamiten. Nicht nur die große Bevölkerung, die heute ungefähr 14 Millionen zählt und einige Dutzend verschiedene Sprachen spricht, stellte ein Problem dar, sondern auch die Stammesbräuche, das Analphabetentum, die Unsittlichkeit und die verstreut liegenden Siedlungen, in denen die meisten Leute für sich in kleinen Hütten lebten, die von ihren Feldern umgeben waren. Die vielen verschiedenen Kirchen der Christenheit hatten in einem Großteil von Zentral- und Westkenia Missionen gegründet. Entlang der Küste hatte der arabische Einfluß zur Ausbreitung des Islams geführt. Andere Völker wiederum widersetzten sich allen äußeren Einflüssen und behielten ihre traditionellen Formen der Anbetung bei.

Um den Menschen zu einer biblischen Erkenntnis zu verhelfen, verwendeten Jehovas Zeugen ihre gutbekannte Methode des Zeugnisgebens von Haus zu Haus sowie Druckschriften. Stoff für Bibelstudien stand in Suaheli, der „Lingua franca“ Ostafrikas, und in vier weiteren bedeutenden Sprachen Kenias zur Verfügung.

ÄNDERUNGEN DER PERSÖNLICHKEIT UNTER VERSCHIEDENEN VÖLKERN

Die Wakamba — ein Bantuvolk, das die landwirtschaftlich genutzten Hügel und Ebenen östlich von Nairobi bewohnt — sind für ihre Holzschnitzereien, ihre traditionelle Verbundenheit mit Ackerbau und Viehzucht sowie für die in der Vergangenheit gepflegte polygame Lebensweise bekannt. Doch die Tätigkeit der ersten Missionare der Zeugen Jehovas hat sich als lohnend erwiesen, denn heute sind in diesem Gebiet neunzehn Versammlungen tätig. Aus diesem heiteren Volk, das sich geschickt in Lied und Tanz auszudrücken versteht, sind viele „Sonderpionier“-Verkündiger der „guten Botschaft“ hervorgegangen. Beachten wir folgende Erfahrung:

Ein junger Mann, der inzwischen schon mehrere Jahre als reisender Prediger und als „Pionier“ in neuen Gebieten gedient hat, hatte sich, bevor er ein Zeuge Jehovas wurde, in vielerlei Hinsicht zu ändern. Nachdem er das schlechte Beispiel älterer Leute beobachtet hatte, die vorgaben, Christen zu sein, führte er bereits mit dreizehn Jahren einen unsittlichen Lebenswandel, beging Diebstähle, rauchte und nahm Drogen. Zwei frühere Schulkameraden brachten ihn mit der Wahrheit in Berührung. Ihre eigene veränderte Lebensweise verlieh ihren Worten Nachdruck. Zum Erstaunen der Leute in dieser Gegend gestaltete er seinen Sinn neu, änderte seine Persönlichkeit und wurde ein reiner, achtbarer und friedfertiger Mensch, der zur Hebung der Sittlichkeit in der Gemeinde beitrug.

Das fruchtbare Hochland westlich des Ostafrikanischen Grabens wird von den grünen Teppichen der Teeplantagen geschmückt. Die robusten Menschen, die in diesem Gebiet ansässig sind, gehören zu einer Gruppe von Niloto-Hamiten, die unter dem Namen Kalenjin bekannt sind. Sie waren früher wilde Krieger. Heute sind sie ebenso stolz auf die Tatsache, daß einige von ihnen zu den berühmtesten und erfolgreichsten Langstreckenläufern der Welt gehören. Viele ihrer alten Bräuche sind erhalten geblieben, darunter auch lange Initiationsriten und Beschneidungsrituale sowie eine ausführliche Unterweisung in den Traditionen und Bräuchen des Stammes. Die folgende Erfahrung zeigt, wie schnell sich die biblische Wahrheit unter diesen Menschen ausbreitet:

Im Jahre 1968 war ein Mann sehr beunruhigt, nachdem er in einer Veröffentlichung der Zeugen Jehovas den Namen Gottes, Jehova, gelesen hatte. Als er in seiner Bibel Psalm 83:18 nachschlug, erkannte er, daß ihm die katholische Kirche diesen Namen verheimlicht hatte. Von Zweifeln geplagt, ging er zum Priester und beichtete, daß er eine bibelerklärende Schrift gelesen hatte. Der Priester wies den Mann streng zurecht, betete in Lateinisch um Vergebung „seiner Sünden“ und gab ihm deutlich zu verstehen, daß er seine Suche nach der biblischen Wahrheit anderswo fortsetzen solle. In dieser Gegend traf er keine Zeugen, fand aber ihre Veröffentlichungen im Laden eines Bekannten. Er durfte die Bücher zwar im Laden lesen, doch der Ladeninhaber schätzte sie so sehr, daß er nicht bereit war, sie ihm auszuleihen. Einige Zeit später erhielt unser junger Freund das Buch Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies. Dieses Buch half ihm, die wahre Bedeutung des Namens Gottes zu verstehen und zu erkennen, daß die Beichte, wie sie in seiner Kirche gepflegt wurde, falsch war (2. Mose 6:2, 3; Jes. 42:8; 1. Tim. 2:5). Noch bevor er einen Zeugen traf, entschloß er sich, alle Bindungen zu seiner Kirche zu lösen. Kurze Zeit danach hörte er von einer Frau, die in diese Gegend gezogen war und „eine sonderbare Religion predigte“. Er machte sich auf, sie zu suchen, und stellte fest, daß sie eine Zeugin war. Er nahm das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt entgegen und las es in drei Tagen durch. Während seines Bibelstudiums hatte er großen Widerstand von seiten seiner Eltern, seiner früheren Freunde und seiner Nachbarn zu erdulden, doch schließlich konnte er sogar einige dieser Gegner dazu bewegen, die Bibel zu studieren. Heute ist er ein „Pionier“-Verkündiger der „guten Botschaft“ und überbringt anderen die Wahrheit, die inzwischen auch sein Freund, der Ladenbesitzer, angenommen hat.

Wenn wir uns weiter nach Westen begeben, erreichen wir das Ufer des herrlichen Victoriasees und das Heimatgebiet der Luo, des einzigen nilotischen Volkes in Kenia. Die Luo, die aus dem oberen Niltal stammen, kennen mehrere Initiationsriten, bei denen sich manche junge Männer zwei oder mehr Zähne aus dem Unterkiefer entfernen lassen, um ihre Tapferkeit zu beweisen. Ausgedehnte Bestattungs- und Trauerzeremonien sind ein Ausdruck ihres festen Glaubens an die Möglichkeit, mit verstorbenen Vorfahren in Verbindung zu treten. In Kisumu, der wichtigsten Stadt dieses Gebiets und der drittgrößten Stadt Kenias, hörte im Jahre 1965 ein Staatsbeamter durch einen Kollegen zum erstenmal etwas von der biblischen Wahrheit. Er selbst fing nicht an, die Bibel ernsthaft zu studieren, doch er grüßte die Zeugen, die an seinem Büro vorbeigingen, stets freundlich. Es vergingen mehr als zehn Jahre. Als er dann aber im Jahre 1976 seine Hingabe durch die Wassertaufe symbolisierte, war er sehr glücklich. In seiner Freude bat er darum, die Mietkosten für den Saal bezahlen zu dürfen, in dem der Kreiskongreß, auf dem er getauft wurde, stattfand. Innerhalb kurzer Zeit half er anderen, ihm nahestehenden Personen, u. a. seiner Frau, die Wahrheit zu erkennen und ihren Sinn neuzugestalten.

Das Hochland nordöstlich vom Victoriasee bis zum Fuß des Elgon (4 322 Meter) bewohnen die Abaluhya — ein Sammelname für eine große Gruppe der Bantuvölker. Diese Menschen nehmen die gute Botschaft mit dankbarem Herzen an. Im Jahre 1976 gab sich in diesem westlichen Gebiet ein fünfzehnjähriger Junge trotz großen Widerstandes Jehova hin. Er wohnte in einem Dorf, das fast am Äquator liegt. Als er erfuhr, daß drei Monate später in Nairobi, 340 Kilometer entfernt, der Kongreß „Heiliger Dienst“ stattfinden sollte, suchte er sich eine Arbeit, um sich das Geld für die Reise zu verdienen. Der vorsitzführende Aufseher der Versammlung wurde zu seiner „Sparkasse“. Als er genügend Geld für seine Reise zusammenhatte, sparte er für eine zweite Fahrkarte. Für wen war diese bestimmt? Für einen interessierten Freund in seinem Alter, dem er es ebenfalls ermöglichen wollte, dem Programm des Bezirkskongresses beizuwohnen.

DIE MORALISCHE HERAUSFORDERUNG

Von allen Stämmen und Völkern Kenias sind die Masai wahrscheinlich die international bekanntesten. Man weiß von ihrem Mut und ihrer vornehmen Eigenständigkeit. Viele ihrer jahrhundertealten Bräuche sind von der westlichen Zivilisation unbeeinflußt geblieben. Man erkennt die Masai an ihrer auffallenden rot- und ockerfarbenen Kleidung und ihrem Perlenschmuck. Wesentlicher Bestandteil ihrer Nahrung ist Milch, ergänzt durch Rinderblut. Immer noch gibt es die „moran“, junge Männer, die in einer Gemeinschaft abgesondert leben und so lange einer strengen Selbstverleugnung — Geschlechtsverkehr ausgenommen — unterworfen sind, bis sie Älteste werden. Bei den Elgeyo und Marakwet besteht der ungewöhnliche Brauch, daß eine Trauung erst dann vollzogen wird, wenn die Frau schwanger ist. Der Lebensstil dieser beiden Stämme läßt einige der sittlichen Probleme erkennen, vor denen sie und andere stehen, wenn sie sich ändern und sich nach den Sittenmaßstäben der Bibel ausrichten wollen.

Es ist allgemein üblich, daß Männer und Frauen zusammen leben und Kinder aufziehen, ohne eine gesetzlich bindende Ehe eingegangen zu sein. Sie begnügen sich mit einer Art stammesüblichen Probeehe. Die geforderten hohen Brautpreise verzögern oder vereiteln oft das Bemühen um eine gesetzlich anerkannte Eheschließung. Viele haben sich jedoch aufrichtig bemüht, nachdem sie Gottes hohe Sittenmaßstäbe kennengelernt hatten, ihre Ehe registrieren zu lassen. Älteste der Zeugen Jehovas, die offiziell dazu ernannt und vom Staat dazu autorisiert worden sind, Ehen zu schließen, haben sich für diese Menschen als sehr hilfreich erwiesen, weil sie — im Unterschied zu den Geistlichen der Christenheit, die oft hohe Beträge verlangen — ihre Dienste kostenlos leisten. Auf diese Weise konnte fast 600 Paaren geholfen werden, dem Sittenmaßstab Gottes zu entsprechen. Die folgende Erfahrung ist typisch für solche Paare:

Ein Mann versuchte die Mutter seiner Kinder daran zu hindern, unter Anleitung von Jehovas Zeugen die Bibel zu studieren. Die Frau jedoch ließ sich nicht davon abhalten und machte gute Fortschritte. Sie wollte Gott gefallen. Als der Mann es ablehnte, die Ehe legalisieren zu lassen, verließ sie ihn und begnügte sich mit einem viel niedrigeren Lebensstandard. Sie erlebte die Wahrhaftigkeit der Worte aus Psalm 37:25, die zeigen, daß Gott gerechtigkeitsliebende Personen stützt, und sie war in der Lage, für die Kinder, die bei ihr geblieben waren, zu sorgen. Das versetzte den Mann in Erstaunen, doch er blieb ein Gegner und ging sogar so weit, daß er Politiker bat, das Werk der Zeugen Jehovas im Land zu verbieten. Die ‘Neugestaltung des Sinns’ begann bei ihm auf ungewöhnliche Weise. Als er seine Kinder auf einen Ausflug mitnahm, versetzten ihn Worte seines dreijährigen Sohnes in Unruhe. Das Kind sagte unter anderem: „Papa, wenn du aufhörst, zu rauchen und zu trinken, und ein Liederbuch und eine Bibel kaufst, gehen wir in den Königreichssaal, und dann wirst du nicht vernichtet.“ Der Mann erklärte sich schließlich mit einem Bibelstudium einverstanden, machte gute Fortschritte, ließ seine Ehe gesetzlich eintragen und begann mit seiner nun geeinten Familie, Gott zu dienen.

DER FORTSCHRITT IN DEN LETZTEN JAHREN

Seit dem Jahre 1973 hat sich die Ausdehnung beschleunigt. Die Verhältnisse in jenem Jahr verdeutlichten, daß die einheimischen Zeugen die Hauptverantwortung für die Verbreitung der „guten Botschaft“ übernehmen müßten. Mit der Hilfe Jehovas wurden sie dieser Aufgabe gerecht, und es gelang ihnen, die Botschaft sogar in abgelegene Gebiete des Landes zu tragen. Die sich immer mehr verschlechternde Lage in der Welt wurde durch eine Reihe von Ereignissen deutlich spürbar. Gefährliche Trockenzeiten veranlaßten einige, sich auf ihre Abhängigkeit von unserem himmlischen Versorger zu besinnen. Die steigenden Lebenshaltungskosten und verschiedene Krisen, die in Nachbarländern auftraten, halfen anderen, die Wahrhaftigkeit der biblischen Prophezeiungen zu erkennen. Die weltweit überhandnehmenden Probleme wie Alkoholismus, Verbrechen, Drogenmißbrauch und gescheiterte Familien führten bei anderen, besonders bei der Jugend, zu der Erkenntnis, daß die religiösen Führer versagt haben und daß man sich anderswo nach einer vernünftigen Leitung umsehen muß. In allen Gegenden des Landes und unter allen Bevölkerungsgruppen nehmen Jehovas Zeugen mit Menschen, die den aufrichtigen Wunsch haben, die neue Persönlichkeit anzuziehen und Änderungen in ihrem Leben herbeizuführen, Kontakt auf und stehen ihnen bei.

Während der letzten Jahre sind „Pioniere“ als Verkündiger und Lehrer der „guten Botschaft“ in viele neue Gebiete gezogen, in denen zum Teil sehr ermutigende Fortschritte erzielt worden sind. In Limuru, einer Industriestadt nahe am Ostrand des Ostafrikanischen Grabens, gab es vor weniger als drei Jahren keinen Königreichsverkündiger; heute sind dort 16 Verkündiger tätig, die die biblische Wahrheit bekanntmachen. In derselben Zeit stieg im fruchtbaren Farmenland der fleißigen Kikuyu, Meru und Embu am Fuße des schneebedeckten Kenia-Berges die Zahl der tätigen Zeugen von 30 auf 140. Zu ihnen gehört ein mzee (wie ältere Männer bei den Kikuyu oft respektvollerweise genannt werden), der vor ungefähr achtzig Jahren geboren worden ist, zu einer Zeit, als man gewöhnlich noch die Ohrläppchen durchstach, streckte und sie sogar bis über die Ohrenspitze hochzog. Oft geht er über zwanzig Kilometer weit bergauf und bergab, um die christlichen Zusammenkünfte zu besuchen. Sowohl im Gebiet um den Kenia-Berg als auch auf den malerisch bewaldeten Abhängen des Mau Escarpment westlich von Nakuru und in dem landwirtschaftlich voll genutzten Gebiet um Kisii in Südwestkenia ist ein bemerkenswertes Wachstum zu verzeichnen.

An der Küste zum Indischen Ozean, in der Nähe von Mombasa, führt ein Ehepaar insgesamt neunzehn Bibelstudien bei interessierten Personen durch. Die beiden haben so viel Freude im Dienst als Pioniere, daß sie ihrem Erstgeborenen den Namen „Pionier“ gegeben haben. In den vergangenen drei Jahren ließen sich in ganz Kenia 1 045 Personen taufen, um ihre Hingabe an Jehova zu symbolisieren. Und weitere sind daran interessiert, die neue Persönlichkeit anzuziehen, was die Zahl der bei den Zusammenkünften Anwesenden zeigt, die häufig doppelt so hoch ist wie die Zahl der Zeugen. Dem Abendmahl des Herrn wohnten am 3. April 1977 zum erstenmal mehr als 5 000 Personen bei, nämlich 5 582.

Ja, Menschen aus allen Völkern Kenias, von denen wir hier nur einige erwähnt haben, sind dabei, sich zu ändern. Von den Gletschern des Kenia-Berges, der höher ist als irgendein Berg in den amerikanischen Rocky Mountains oder den europäischen Alpen, bis zu den lieblichen, tropischen Sandstränden an der Küste und von den trockenen Wüstengebieten im Norden über die Bergwälder und fruchtbaren, landwirtschaftlich genutzten Gebiete im Hochland bis in die Steppenebenen der Masai Mara am Rand der Serengetiebenen hören Menschen die Botschaft der Bibel und gestalten ihren Sinn neu. Wenn du also an Kenias faszinierende Tierwelt in ihrer natürlichen Umgebung denkst, an den majestätischen Löwen, der sich eine Gazelle als sein Opfer aussucht und sich an sie heranschleicht, dann denke auch an die Menschen und ihre Eigenschaften, die durch die Macht des Wortes Gottes umgewandelt und neugestaltet werden. Wenn du an die verschiedenen Bräuche und Sprachen denkst, dann denke auch daran, daß diese Menschen aufgrund der Änderung ihrer Persönlichkeit zu einer glücklichen Familie christlicher Männer und Frauen vereint werden, die dem Schöpfer dienen. Wahrlich, bei den Menschen in Kenia, die das geistige Paradies bewohnen, geht ein großer Wandel vor sich.

[Bild auf Seite 17]

„Und ... der Löwe wird Stroh fressen so wie der Stier“ (Jes. 11:7).

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