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  • Kolumbien heißt die Wahrheit willkommen
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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1971
w71 15. 3. S. 182-185

Kolumbien heißt die Wahrheit willkommen

KOLUMBIEN ist kein unbedeutendes Land. Seine zwanzig Millionen Einwohner verteilen sich auf eine Fläche von rund 1 178 000 Quadratkilometern, eine Fläche, die größer ist als Frankreich, Spanien und Portugal zusammen. Bis zum Jahre 1945 waren 99,9 Prozent der Bevölkerung dem Namen nach römisch-katholisch. In jenem Jahr trafen die ersten Wachtturm-Missionare in Kolumbien ein, um den beiden dort ansässigen Zeugen Jehovas, die in den Bergen wohnten und dort predigten, zu helfen.

Zunächst betrachtete man diese christlichen Diener Gottes als Außenseiter und begegnete ihnen sehr ablehnend. Doch diese gingen friedlich ihrer Tätigkeit nach, die darin bestand, bei den Menschen vorzusprechen und ihnen einen unentgeltlichen Bibelstudienkurs in ihrer Wohnung anzubieten. Sie begegneten immer wieder denselben Einwänden die offenbar alle aus ein und derselben Quelle stammten, Einwänden wie: „Die Bibel zu lesen ist eine Sünde“, „Unser Pfarrer hat uns verboten, die Bibel zu lesen“, „Wenn man die Bibel liest, wird man verrückt“ usw. Oft versagte man ihnen unter dem Druck ihrer religiösen Gegner die Benutzung öffentlicher Säle für ihre Zusammenkünfte, so daß sie sich in Hausgärten und Patios versammeln mußten. Sie setzten aber ihren vortrefflichen, selbstlosen Dienst beharrlich fort in der Zuversicht, daß Gott sein Werk segnen werde.

Durch ihre strenge Neutralität gegenüber allen politischen Bewegungen stachen sie sowohl von Katholiken als auch von Protestanten ab. (Joh. 17:14) Selbst in einem Jahrzehnt der Gewalttat, in dem schätzungsweise 200 000 Personen getötet wurden, widmeten sich Jehovas Zeugen friedlich ihrer Predigttätigkeit. Aufrichtige Kolumbier begannen, die biblischen Wahrheiten anzunehmen. Sie behielten das Gelernte nicht für sich. Die Botschaft breitete sich aus. Viele Menschen hungerten nach biblischer Erkenntnis.

Die Zeiten haben sich aber geändert. Jetzt muß sich die katholische Kirche verteidigen und sich gegen den Ansturm antireligiöser Kräfte wehren. Eine neue Generation von Priestern fordert unverzügliche Reformen unter anderem die Abschaffung des Zölibats. In den kolumbischen Zeitungen erschienen in letzter Zeit Artikel, die die Probleme der Kirche bloßstellten, unter Überschriften wie „Bevölkerung von Cali spottet über die Karfreitags-Legenden“, „Erzbischof kritisiert kolumbische Priester“, „‚Sind sie Priester oder Politiker?‘ fragt ein kirchlicher Würdenträger“.

Nun brauchen Jehovas Zeugen ihre Kongresse nicht mehr in Hausgärten abzuhalten. Geschäftsleute und Stadtbehörden bieten ihnen öffentliche Säle und Sportanlagen an, ohne Rücksicht auf das, was der Bischof sagen mag. Immer mehr Menschen kommen, um zuzuhören. Sie erkennen den echten Klang der biblischen Wahrheit.

Jehovas Zeugen haben alle Hände voll zu tun, um das heiße Verlangen Tausender nach biblischer Erkenntnis zu stillen. Die Verbreitung von Bibeln und biblischen Schriften ist in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt worden. Über 9 100 Bibelstudien werden in den Wohnungen interessierter Personen regelmäßig und kostenlos durchgeführt. Die gegenwärtige Entwicklung ist aus folgendem Bericht eines reisenden Aufsehers ersichtlich: „Die Königreichssäle sind oft überfüllt, und Personen, die zu spät kommen, müssen draußen stehen und zuhören und durch die offenen Fenster beobachten, was vor sich geht.“ Bei der jährlichen Feier des Abendmahls waren in einer Versammlung von fünfzig Zeugen 368 Personen zugegen. Im ganzen Land waren 28 377 Personen anwesend, 37 Prozent mehr als im Jahr zuvor und mehr als das Vierfache der Gesamtzahl der Zeugen Jehovas im ganzen Land. Tausende von Kolumbiern wollen offensichtlich wissen, was die Bibel lehrt.

In Villavicencio wurde die Bevölkerung der Stadt vor kurzem im Radio ermuntert, die Zeugen Jehovas hereinzubitten. Von Ciénago de Oro (Córdoba) reiste eine Frau in eine Nachbarstadt, um den Aufseher einer Versammlung der Zeugen Jehovas zu besuchen und ihn zu bitten, einige Zeugen in ihre Stadt zu senden, damit sie in ihrem Haus eine Bibelstudiengruppe organisierten. Ja es kommt nicht selten vor, daß jemand sein Haus für diesen Zweck zur Verfügung stellt.

Statt der üblichen Einwände begegnen die Zeugen jetzt bei ihrer Predigttätigkeit von Haus zu Haus Fragen wie: „Woher bekomme ich eine Bibel?“ und: „Was lehrt die Bibel?“ Eine ältere Frau in Medellín sagte: „Ich glaube an die Bibel. Die Kirche kann noch soviel ändern, aber die Bibel kann sie nicht ändern.“ Sie stimmte einem Bibelstudium in ihrer Wohnung ohne weiteres zu.

Zu den Personen, die aus einer solchen biblischen Belehrung Nutzen ziehen, gehört auch eine aufrichtige Katholikin, die eifrig für ihre Kirche tätig war. Sie berichtet selbst, was geschah: „Im Jahre 1968 sollte ich einige Familien geistig auf den Besuch des Papstes vorbereiten. Da ich die Bibel nicht kannte, wußte ich nicht, wie ich dabei vorgehen sollte, und bat daher den Priester um Hilfe. Er sagte, er wisse auch nicht, wie man biblischen Unterricht erteile. Er lud mich jedoch zu einem einwöchigen Sonderkurs an einer katholischen Universität ein, in dem ich zusammen mit anderen auf diese Aufgabe vorbereitet werden sollte. Da kein Priester zur Verfügung stand, der Bibelunterricht hätte erteilen können, berief man zu diesem Zweck einen protestantischen Evangelisten an diese katholische Universität. Schließlich kam es so weit, daß ich völlig verwirrt war und nicht mehr wußte, was ich glauben sollte. Glücklicherweise kam dann ein Zeuge Jehovas an meine Tür. Nun sind mein Mann, meine Tochter, meine Mutter und ich alle getaufte Zeugen Jehovas.“

ALLE ARTEN VON MENSCHEN ÄNDERN IHRE LEBENSWEISE

Menschen aus allen Volksschichten heißen die biblische Wahrheit willkommen, und diese Wahrheit übt einen gewaltigen Einfluß auf ihre Lebensweise aus. In Medellín hatten ein Mann und eine Frau zwölf Jahre unverheiratet zusammen gelebt, und sie hatten zwei Kinder. Als sie die biblischen Grundsätze kennenlernten, unternahmen sie Schritte, um ihre Ehe amtlich bestätigen zu lassen. Es ist kaum zu glauben, aber der Bruder des Mannes, der Priester ist, hat die beiden nie auf die biblischen Grundsätze über die Ehe aufmerksam gemacht.

In Ibagué hieß auch ein Bettler die biblische Wahrheit willkommen. Er erkannte sehr bald, daß er biblische Grundsätze verletzte. Damit er ein Zeuge Jehovas werden konnte, mußte er ehrliche Arbeit verrichten. Jetzt ist er ein Schuhverkäufer und beabsichtigt, sich bald taufen zu lassen.

Ein weiteres Beispiel, das zeigt, wie Gottes Wort einen Menschen veranlassen kann, seine Lebensweise zu ändern, ist folgender Fall: „Seitdem er [ein Mann in Bogotá] mit der Wahrheit in Berührung kam, hat er keine Zusammenkunft versäumt. Seine Angehörigen sind Juden, und bevor er die Bibel zu studieren begann, verkehrte er mit Hippies und war rauschgiftsüchtig. Von seinem Vater erhielt er Geld, damit er Prostituierte besuchen konnte. Sein ganzes Leben lang wollte er etwas Gutes für die Menschen tun. Jetzt ist er getauft, und sein Lebenswunsch ist in Erfüllung gegangen. Er kann Menschen die beste Hilfe leisten; er kann ihnen helfen, die Wahrheit zu erfassen, die zu ewigem Leben führt.“

Folgende zu Herzen gehende Äußerung stammt von einem Ingenieur, der zugleich Professor und Redakteur ist: „Zu sehen, wie die katholische Kirche mit dem Kapitalismus eng zusammenarbeitete, widerte mich an. Zeit meines Lebens habe ich ein Bedürfnis nach biblischer Belehrung gehabt und habe nach einer Antwort auf meine Fragen gesucht. Vor drei Monaten kam ich mit Jehovas Zeugen in Berührung, und nun bin ich glücklich, daß ich mit ihnen die Bibel studieren kann und daß meine Fragen beantwortet werden.“ Er möchte jetzt seine berufliche Arbeit einschränken, damit er sich an der Verbreitung der biblischen Wahrheit in Kolumbien mehr beteiligen kann.

Jehovas Zeugen stellen fest, daß alle Arten von Menschen Gottes Wort annehmen. Hausfrauen und Arbeiter schließen sich ihnen in der Verbreitung der „guten Botschaft“ an. Lehrer und Geschäftsleute schenken ihnen Gehör. Zahnärzte, Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure usw. bekunden großes Interesse an der Königreichsbotschaft. Sie betrachten nun das Leben von einer ganz anderen Seite.

AUSGEZEICHNETE ERGEBNISSE

Wahrscheinlich die größte Veränderung, die die biblische Wahrheit im Leben eines Menschen bewirkt, besteht darin, daß der Betreffende seine selbstsüchtige, eigennützige Lebensweise aufgibt und sich eifrig bemüht, die wunderbare Belehrung, die er selbst empfangen hat, an andere weiterzugeben. Immer mehr Menschen aus allen Altersklassen und Bevölkerungsgruppen beteiligen sich an der Verbreitung der Botschaft des Lebens. Im Jahre 1969 widmeten sich in ganz Kolumbien 5 448 Personen dem Predigen der Königreichsbotschaft. Im April 1970 waren es 6 776 oder 24 Prozent mehr.

Viele beweisen, daß es ihnen damit Ernst ist, Gott zu dienen, indem sie sich taufen lassen. Auf dem Landeskongreß der Zeugen Jehovas, der im Dezember 1969 in einem großen Fußballstadion in Bogotá durchgeführt wurde, ließen sich 717 Personen unterschiedlichen Alters taufen, nachdem sie sich durch ein gründliches Studium vorbereitet hatten. In den zehn Monaten nach dem 1. September 1969 wurden insgesamt 1 174 Personen getauft, das heißt jeder sechste der Gesamtzahl der Zeugen Jehovas im ganzen Land.

Es ist immer noch ein großes Werk zu tun. Viele Landgebiete sind noch fast völlig unberührt. Besondere Aufmerksamkeit wird in nächster Zeit Ortschaften und Städten mit 15 000 bis 100 000 Einwohnern geschenkt.

Ganze Familien sind aus anderen Ländern nach Kolumbien gezogen, um mitzuhelfen, nach wahrheitshungrigen Menschen zu suchen und ihnen die Botschaft des Lebens zu überbringen. Eine solche Familie berichtet: „Wir sind eine dreiköpfige Familie und stehen alle im Pionierdienst (oder Vollzeitpredigtdienst). In der Stadt Pereira, wo wir tätig sind, können wir bei über 90 Prozent der Leute, bei denen wir vorsprechen, eine Predigt halten. Wir sind in unserem ganzen Leben noch nie so glücklich gewesen wie in den letzten zweieinhalb Jahren, in denen wir die gute Botschaft vom Königreich hier in Kolumbien predigen und lehren. Die Menschen in diesem Land sind für die Botschaft sehr empfänglich. Aber nur ein kleiner Prozentsatz von ihnen besitzt eine Bibel, und ein noch kleinerer Prozentsatz kennt die Bibel. Die meisten wissen nicht einmal, daß die Bibel in Kapitel und Verse eingeteilt ist.“

Kannst du dir vorstellen, wie sehr sich ein Zeuge Jehovas in Medellín freute, als zwei junge, vielbeschäftigte Zimmerleute sich die Zeit für ein Bibelstudium nahmen? Als er sich wegen seiner schlechten Spanischkenntnisse entschuldigte, antworteten sie: „Machen Sie sich deswegen keine Sorgen, wir lernen jedenfalls die Wahrheit kennen. Übrigens haben wir es bis jetzt noch nie erlebt, daß sich jemand die Zeit nahm, uns über die Bibel und über Gottes Vorhaben mit der Menschheit zu belehren. Wir sind dafür dankbar.“

Ja, die Verkündiger der biblischen Wahrheit sind in Kolumbien willkommen. Sie haben sich als Verfechter der biblischen Wahrheit einen Namen gemacht. Tausende von Kolumbiern würden zu der folgenden Äußerung eines kolumbischen Generals „Si, si“ („Ja, ja“) sagen: „Es ist mir ein Vergnügen, Ihnen die Genehmigung für Ihre Kongresse zu erteilen. Sie bereiten uns nie Schwierigkeiten. Die Art von Belehrung, die Sie erteilen, ist gerade das, was unser Land benötigt.“

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