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Kann man die wahre Religion finden?Der Wachtturm 1982 | 1. Juni
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„Aber“, magst du einwenden, „im Christentum herrscht heute genausoviel Verwirrung wie in den anderen Religionen der Welt. Hunderte von Gruppen nennen sich christlich, und dennoch sind sie alle verschieden und widersprechen einander. Wie ist das gekommen?“
Die Geschichte zeigt, daß viele Christen genauso handelten wie die Juden. Sie fielen von der wahren Anbetung ab und vermischten die Botschaft Jesu mit Lehren anderer Religionen. Sie begannen also, Lehren zu vertreten — z. B. Gott bestehe aus drei Personen (die Dreieinigkeit) —, die weder einen christlichen noch einen jüdischen Ursprung hatten.
Woher kamen in Wirklichkeit diese Lehren? Bezüglich der Dreieinigkeit schrieb ein Gelehrter: „Im Neuen Testament erscheint nirgendwo das Wort ,Dreieinigkeit‘. Diese Lehre wurde erst 300 Jahre nach dem Tode unseres Herrn in die Kirche aufgenommen; und ihr Ursprung ist völlig heidnisch“ (The Paganism in Our Christianity [Das Heidnische am Christentum] von Arthur Weigall). Dasselbe trifft auf die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele zu, auf die weitverbreitete Bilderverehrung, die Beliebtheit der Astrologie und auf viele andere bekannte Lehren und Praktiken der Christenheit. Sie sind nicht auf die ursprüngliche Anbetung des wahren Quells des Lebens zurückzuführen, sondern auf die religiöse Rebellion in Mesopotamien.
Doch nicht das ganze Christentum ist verfälscht worden. Jesus selbst warnte vor dem Abfall, aber er verhieß auch, daß die wahre Religion bis zum Ende bestehen bleiben werde (Mat. 13:18-30). Wie können wir sie heute ausfindig machen?
Die wahre Religion finden
Jesus stellte eine Regel auf, woran man die wahre Religion erkennen kann. Er sagte: „Jeder gute Baum [bringt] vortreffliche Frucht hervor.“ Die falsche Religion sollte also an ihren schlechten Früchten zu erkennen sein und die wahre Religion an ihren guten Früchten (Mat. 7:15-20).
Welche Früchte würde die wahre Religion hervorbringen? In dem obigen Kästchen sind einige, die in der Bibel beschrieben werden, aufgeführt. Vergleichst du diese Liste mit all den dir bekannten Religionsorganisationen, dann wird es nicht lange dauern, bis du herausfindest, welche die Wahrheit vertritt und welche nicht.
Allerdings mußt du diese Liste sorgfältig prüfen. Du stellst zum Beispiel fest, daß ein Kennzeichen der wahren Religion „wahre Liebe“ ist. Zwar behaupten die meisten Religionsgemeinschaften, daß sie dieses Merkmal aufweisen. Wenn aber geschäftlicher Betrug, Unmoral oder Selbstsucht unter Gliedern einer Religionsorganisation weit verbreitet ist, kann man dann sagen, daß sie einander wirklich lieben? Und wie echt ist ihre Liebe, wenn sie bereit sind, sich in Kriegen oder Aufständen gegenseitig zu töten? Ein weiteres Kennzeichen ist: „Alle ihre Lehren stützen sich auf die Bibel.“ Die Anhänger der meisten Religionsorganisationen der Christenheit meinen natürlich, dies sei bei ihrer Organisation der Fall. Kennst du aber eine Religionsgemeinschaft, deren Glieder sich alle die Mühe gemacht haben, ihre Bibel aufzuschlagen, um zu sehen, ob das auf alle ihre Glaubensansichten zutrifft?
Hast du bei deiner Suche irgendwelche Schwierigkeiten, dann sind Jehovas Zeugen gern bereit, dir zu helfen.
Die Mühe, nach der wahren Religion zu suchen, lohnt sich ganz bestimmt. Der Mensch fühlt instinktiv, daß es ein besseres Leben als das heutige geben muß. Die wahre Religion kann uns auf dieses Leben hinweisen. Es ist ganz natürlich, daß wir uns fragen: „Warum sind wir hier?“ „Was ist der Sinn des Lebens?“ Die wahre Religion kann uns mit dem Quell allen Lebens, Jehova Gott, in Verbindung bringen, und er wird uns diese Fragen beantworten. Außerdem benötigen wir alle bei der Lösung unserer täglichen Probleme manchmal dringend eine Anleitung. Die wahre Religion kann uns diese Anleitung geben.
Ja, es gibt eine wahre Religion, und wir können sie finden. Wenn wir sie suchen und auch finden, wird uns dies für immer von Nutzen sein, denn die Bibel verheißt: „Die ... Jehova suchen, sie werden keinen Mangel haben an irgend etwas Gutem“ (Ps. 34:10).
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Er machte „schwere Lasten“ leichtDer Wachtturm 1982 | 1. Juni
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Er machte „schwere Lasten“ leicht
JESUS sagte über die Pharisäer und Schriftgelehrten: „Sie binden schwere Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen“ (Mat. 23:4). Als Beweis für die Wahrhaftigkeit dieser Worte lesen wir in dem Werk A Dictionary of the Bible (herausgegeben von James Hastings) folgendes:
„Die Schriftgelehrten waren keine Philosophen; sie waren Ausleger des heiligen Gesetzes. ... Es gab Regeln für alle Gebiete des Lebens. ... Jedes biblische Gebot war von einem Netzwerk kleiner Regeln umgeben. Für veränderte Situationen wurde kein Spielraum gelassen; von jedem Juden wurde unerbittlich völliger Gehorsam gegenüber dem Gesetz in all seinen Einzelheiten verlangt. Zu den göttlichen Geboten des geschriebenen Gesetzes wurden die Vorschriften der ,Halacha‘ oder des traditionellen Gesetzes hinzugefügt, das als ein heiliges Gut von Generation zu Generation überliefert und schließlich in den Talmud aufgenommen wurde. ... Man versuchte also, jeden erdenklichen Fall in die Reichweite des Gesetzes zu bringen und mit unbarmherziger Logik alle Einzelheiten im menschlichen Leben durch strenge, bis ins einzelne gehende Richtlinien zu regulieren. Es wurden so viele detaillierte Vorschriften geschaffen, daß die Religion zu etwas Anstrengendem wurde und das Leben zu einer unerträglichen Last. Menschen wurden zu moralischen Robotern herabgewürdigt. Die Stimme des Gewissens wurde erstickt; die lebendige Macht des Wortes Gottes wurde aufgehoben und unter einer Vielzahl von Regeln und Vorschriften unterdrückt. Deshalb klagte der Herr die Pharisäer an, sie hätten das Gesetz um ihrer Überlieferung willen ungültig gemacht.“
Wie ermunternd muß es für demütige, aufrichtige Menschen doch gewesen sein, daß der Sohn Gottes nicht eine solche Art der Anbetung befürwortete! Wie schön müssen für sie die Worte geklungen haben: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und werdet meine Jünger, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Mat. 11:28-30)!
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