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Wo ist die Wahrheit?Der Wachtturm 1970 | 15. Juni
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der Welt folgendes gesagt:
„Die Ausübung der Religion in den spanischen Kolonien und in Brasilien war oft eine oberflächliche Sache ... Häufig waren die Geistlichen Analphabeten; ... und oft führten sie auch ein unmoralisches Leben. Sie gaben daher dem Volk in mancher Hinsicht ein schlechtes Beispiel, so daß dieses mitunter jede Achtung vor der Geistlichkeit verlor ... In jeder Gemeinde suchte die Kirche durch religiöse Feste, Prozessionen und alle möglichen Feiern bei der Bevölkerung Anklang zu finden. Besonders in den Indianerdörfern waren die kirchlichen Zeremonien untrennbar mit den alten heidnischen Formen des Götzendienstes verbunden. Man kann ruhig sagen, daß in vielen Gemeinden der Kolonien die römisch-katholische Religion durch die vielen nichtchristlichen Bräuche, die in sie aufgenommen wurden, sehr geschwächt worden ist und viel von ihrer europäischen Bedeutung eingebüßt hat.“
Das war in den Tagen der spanischen Kolonialverwaltung, doch heute ist es nicht viel anders. Die gleichen religiösen Prozessionen, bei denen die Teilnehmer als Dämonen, Engel oder Tiere verkleidet sind und gleichzeitig die Heiligenbilder und andere Kunstgegenstände der neuzeitlichen Kirche verwenden, sind unter der indianischen Bevölkerung ganz Südamerikas heute noch regelmäßig zu sehen. Trinkgelage und wüste Orgien, die häufig mit Blutvergießen enden, kennzeichnen diese Feste, bei denen katholische Priester immer noch durch die Zelebrierung der Messe mitwirken, heute noch. Viele aufrichtige Katholiken, die diese Dinge zum erstenmal sehen, sind darüber bestürzt, daß in „ihrer“ Religion solche Bräuche gepflegt werden. Sie haben allen Grund dazu.
Alle hier erwähnten Dinge gehen miteinander Hand in Hand. Wahrhaftigkeit, Vernünftigkeit, Frieden und Keuschheit gehören zusammen. Wenn eines dieser Dinge fehlt, ziehen wir die anderen in Frage, und wenn sie in deiner Kirche nicht vorhanden sind, dann hast du allen Grund, sie woanders zu suchen. Doch wo solltest du suchen?
BEFRIEDIGENDE SUCHE NACH DER WAHRHEIT
Jesus sagte, daß Gott solche Anbeter suche, die ihn „mit Geist und Wahrheit“ anbeten. (Joh. 4:23, 24) Wenn es solche Menschen gibt — und es gibt sie —, dann müssen sie vernünftige und schriftgemäße Lehren verfechten. Sie müssen miteinander in Frieden leben und so handeln, daß man sie als Christen erkennen kann. Wir möchten dich einladen, die Zeugen Jehovas etwas näher kennenzulernen. Da du den Wachtturm liest, magst du mindestens einen Zeugen Jehovas kennen. Vielleicht kennst du ihn sogar näher. Du magst auch andere Zeugen Jehovas in deiner Umgebung kennen. Hast du nicht bemerkt, daß sie im allgemeinen den Menschen entsprechen, die wir eben beschrieben haben?
Natürlich erwarten wir nicht, daß du das, was wir sagen, annimmst, ohne es selbst zu prüfen. Du magst deine Religion haben und magst sie immer noch für die beste halten. Wenn du aufrichtig bist, sollte sie in deinen Augen auch die beste sein. Du solltest aber auch überzeugt sein können, daß du die richtige Religion, die Wahrheit, hast. Es heißt nicht umsonst: „Den aufrichtigen Wunsch zu haben, auf der Seite der Wahrheit zu stehen, ist etwas ganz anderes, als nur zu wünschen, die Wahrheit auf seiner Seite zu haben.“
Die Wahrheit ist nun einmal unbeliebt. So war es schon in den Tagen Jesu. Die Juden wollten Jesus töten, weil er ihnen die Wahrheit sagte. Es ärgerte sie, daß er etwas anderes lehrte als sie. Darum sind auch Jehovas Zeugen im allgemeinen nicht sehr beliebt. Was sie lehren, ist anders als das, was im allgemeinen gelehrt wird, weil die Wahrheit anders ist. Du wirst feststellen, daß sie sich nicht in die Politik einmischen. Du wirst aber auch feststellen, daß sie ihre Steuern bezahlen, sich an den Sittenmaßstab der Bibel halten und nicht gegen ihre Mitmenschen kämpfen.
Natürlich ist das nicht alles, was man tun sollte, wenn man die Wahrheit besitzt. Wer die Wahrheit kennt, sollte sich nicht davor fürchten, mit anderen darüber zu sprechen, selbst wenn sie im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung stehen mag. Das ist auch der Grund, weshalb Jehovas Zeugen so oft an deiner Tür stehen.
Vielleicht besucht dich der Zeuge, der dir die vorliegende Zeitschrift zurückgelassen hat, bald wieder, denn Jehovas Zeugen sprechen gern mit wißbegierigen Menschen. Bitte ihn doch, einzutreten und mit dir weiter über diese Dinge zu sprechen. Denke daran, daß es darum geht, die Wahrheit zu ermitteln, und es gibt nur eine Wahrheit. Solltest du sie besitzen, dann hilf bitte anderen, von Irrtum frei zu werden. Solltest du aber in eine Religion verstrickt sein, die sich mit Vernünftigkeit, Keuschheit und Frieden nicht vereinbaren läßt, dann hast du allen Grund, beunruhigt zu sein. Wasche deine Hände nicht in Unschuld wie Pilatus. Setze deine Suche nach der Antwort auf die Frage: „Was ist Wahrheit?“ fort.
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Erfolg haben durch Treue im Dienste GottesDer Wachtturm 1970 | 15. Juni
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Erfolg haben durch Treue im Dienste Gottes
Wovon macht man in der Welt im allgemeinen Erfolg abhängig?
Man legt großen Nachdruck auf eine akademische Bildung. Viele Leute beurteilen den Erfolg eines Menschen nach dessen akademischem Bildungsgrad. ‘Die Welt hat aber durch ihre Weisheit Gott nicht zu erkennen vermocht.’ (1. Kor. 1:21) Man legt in der Welt auch großen Nachdruck auf materiellen Reichtum und sieht darin einen Beweis des Erfolges eines Menschen. In Gottes Augen aber ist der erfolgreich, der ‘reich ist an vortrefflichen Werken’. — 1. Tim. 6:18.
Wonach beurteilt, war die Predigttätigkeit Jesu ein Erfolg?
Er legte das Hauptgewicht auf die Verherrlichung seines himmlischen Vaters. (Joh. 12:28; 17:4) Durch seine Standhaftigkeit in allen Prüfungen, die der Teufel über ihn brachte, bewies er nicht nur, daß er seinem himmlischen Vater rückhaltlos ergeben war, sondern er stempelte dadurch auch den Teufel zum Lügner. Ja, er hielt sich in seinem Dienst genau an die „Bestimmungen und die richterlichen Entscheidungen“ Jehovas und hatte daher Erfolg. — 1. Chron. 22:13, NW.a
Aus welchen besonderen Gründen ist die Predigttätigkeit der Zeugen Jehovas heute erfolgreich?
Der erste Grund besteht darin, daß sie durch ihre gewissenhafte Predigttätigkeit den Namen und das Vorhaben Jehovas bekanntmachen. Ihre Mitmenschen müssen die Gelegenheit erhalten, von Gott zu hören und zu erfahren, daß er ein liebender Gott ist. Hausbesuche sind günstige Gelegenheiten, mit anderen über Jehova zu sprechen. Das ist der Hauptgrund, warum die Predigttätigkeit der Zeugen Jehovas erfolgreich ist.
Der zweite, ebenfalls sehr wichtige Grund, warum ihre Predigttätigkeit erfolgreich ist, besteht darin, daß sie dadurch ihre Liebe zu Jehova und zu ihrem Nächsten beweisen. Ja, es gibt keine bessere Möglichkeit, unser Wahrnehmungsvermögen zu schärfen, unseren Gehorsam zu vervollkommnen und zu beweisen, wie es in unserem Herzen wirklich aussieht, als der Predigtdienst. — Mark. 12:29-31.
Die Predigttätigkeit der Zeugen Jehovas ist auch erfolgreich, weil dadurch die Bösen vor Harmagedon gewarnt werden. Wie ernst diese Verpflichtung ist, geht aus dem Auftrag Hesekiels hervor. Hesekiel wurde von Jehova als Wächter eingesetzt. Ihm wurde gesagt, wenn er den Gesetzlosen nicht warnen würde, so würde dieser wegen seiner Ungerechtigkeit sterben, aber auch Hesekiel würde sterben, weil er ihn nicht gewarnt hätte. Um seine Seele zu retten, müßte er den Gesetzlosen warnen. — Hes. 3:17-19.
Der vierte Grund besteht darin, daß im Gehorsam gegenüber dem Auftrag, den Jesus seinen Nachfolgern gab, Jünger gemacht werden müssen. Rechtgesinnte Menschen hören dadurch die Königreichsbotschaft, die von Jehovas Dienern gepredigt wird, und finden auf diese Weise den schmalen Weg, der zum Leben führt. Sie verlassen daher den breiten Weg, der in die Vernichtung führt, und schlagen den schmalen Weg ein. Über 120 000 haben dies im Dienstjahr 1969 getan. — Matth. 7:13, 14; 28:19, 20.
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