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Wir beobachten die WeltErwachet! 1980 | 22. Oktober
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wie in den fünfziger und den sechziger Jahren ansteigen werde. Aufgrund dieser Annahme hätte man mit einer CO2-Verdoppelung schon im ersten Viertel des kommenden Jahrhunderts rechnen müssen. „Geht man jedoch von reduzierten Prognosen des Energieverbrauchs aus, wie sie heute als realistisch angesehen werden, ist die Perspektive weit weniger alarmierend“, schreibt Die Presse. Die weltweite Erwärmung wird nach Ansicht eines Forschers vom Institut für Energieanalyse in Oak Ridge in fünfzig Jahren nicht mehr als ein Grad betragen, und eine Verdoppelung des Kohlendioxidgehalts wird frühestens im dritten Quartal des nächsten Jahrhunderts erreicht werden. Die Klimaforscher befürchten ein Abschmelzen des Polareises, was zu einem Anstieg des Meeresniveaus mit verheerenden Folgen für zahllose Küstenländer führen würde.
Menschenopfer der alten Kreter
◆ Bei archäologischen Ausgrabungen in der Nähe des Heiligtums von Acharnai auf Kreta wurde das Skelett eines jungen Mannes freigelegt, der das Opfer einer ritualen Tötung gewesen sein soll. „Das ist der erste wissenschaftliche Beweis dafür, daß es in der prähistorischen Ägäis Brauch war, Menschenopfer darzubringen“, ist die Meinung der Athener Zeitung I Kathimerini. Das Skelett des jungen Mannes „befand sich auf einem Altar, als ob er gerade geopfert worden sei“, fährt der Bericht fort. „Noch bedeutender ist die Entdeckung eines Bronzemessers — das Messer wurde für die Opferung benutzt —, das gleich neben dem Skelett lag.“
„Killerbienen“ verbreiten Angst und Schrecken
◆ Vor fünf Jahren entkamen aus einer brasilianischen Versuchsstation einige Exemplare der „Killerbienen“ — einer Kreuzung zwischen einer afrikanischen und einer brasilianischen Bienenart —, und nun sind die gefürchteten Insekten bereits in der Karibik und auf dem nordamerikanischen Kontinent aufgetaucht. Die sehr nervösen Bienen greifen Menschen und Tiere bei der kleinsten Störung an. In Guyana gab es schon Todesopfer durch angreifende Schwärme. Die Regierung von Guyana versucht nun mit einer großangelegten Aktion, die gefährlichen „Killerbienen“ zu vertreiben.
Tabakrauch gefährdet auch Nichtraucher
◆ Bei Nichtrauchern, die am Arbeitsplatz Zigarettenrauch ausgesetzt sind, sinkt die Leistungsfähigkeit der Lunge genauso weit ab wie bei leichten Rauchern. Untersuchungen der Universität von Kalifornien an über 2 100 Rauchern und Nichtrauchern haben dies gemäß einem Bericht im New England Journal of Medicine bewiesen. Schon früher wurde festgestellt, daß bei Kindern, deren Eltern rauchen, die Lungenfunktion beeinträchtigt ist.
Mäuse-Übermacht
◆ Eine Mäuse-Invasion ohnegleichen soll die Bewohner des Mallee-Weizengebietes und anderer Teile Australiens schier zur Verzweiflung treiben, berichtet Der Spiegel. Sobald die Dunkelheit hereingebrochen ist, verheeren die Mäuse zu Tausenden Gärten und Felder und fressen auch in Häusern alles, was ihnen vor die Zähne kommt: Tapeten, Kleider, Bücher und sogar Möbel. Weder Gift noch Gewalt konnte bisher etwas gegen die beispiellose Mäuseplage ausrichten, selbst Hunde und Katzen ergreifen mit gesträubtem Fell die Flucht. Ein Beobachter beschrieb die Tiere als einen „wogenden, wandelnden grauen Teppich“. Die Mäuse haben ein Gebiet von 40 000 Quadratkilometern „erobert“ und sind in manchen Städten schon die wahren Herren.
Sind die Eltern heute streng?
◆ Ungefähr 60 Prozent der Bevölkerung der neun Partnerstaaten der Europäischen Gemeinschaft glauben, daß die Eltern sich gegenüber ihren Kindern nicht streng genug verhalten. In einer Repräsentativumfrage war die Frage gestellt worden: „Verhalten sich heute Eltern gegenüber ihren Kindern zu streng, nicht streng genug oder gerade richtig?“ Nur 6 Prozent der Befragten meinten, daß die Eltern zuviel Autorität ausübten, und 25 Prozent glaubten, daß sich die Eltern „gerade richtig“ verhalten; 9 Prozent wußten keine Antwort. Unter der britischen Bevölkerung sind 78 Prozent der Meinung, daß die Eltern nicht streng genug sind. Diese Meinung äußerten in Frankreich und in Irland 63 Prozent, in Belgien 61, in Italien und in den Niederlanden 59 in Luxemburg 52, in Dänemark 44 und in der Bundesrepublik Deutschland 42 Prozent.
Teuerste Stadt für Geschäftsleute
◆ Nicht Tokio, sondern Nigerias Hauptstadt Lagos nimmt jetzt erstmals den ersten Platz in einer Liste der 70 teuersten Metropolen der Erde ein. (Siehe Erwachet! vom 8. April 1978, S. 30 und vom 22. November 1979, S. 30.) In einem Überblick über die Preise in den Weltstädten, der alljährlich von der „Business International SA“ vorgelegt wird, nimmt Tokio immerhin noch den zweiten Platz ein. Der Index soll in erster Linie weltweit tätigen Unternehmern einen Anhaltspunkt für die Höhe der anfallenden Lebenshaltungskosten für ihre im Außendienst tätigen Mitarbeiter liefern, wobei eine Reihe von Preisen und Dienstleistungen berücksichtigt werden, die ein Geschäftsmann normalerweise in Anspruch nimmt. Zum Beispiel wurde bei den Hotelkosten ein Einzelzimmer der Luxuskategorie für eine Nacht, einschließlich Frühstück und Mittagessen, zugrunde gelegt. Als teuerste unter allen europäischen Städten wird nach diesem Kriterium Zürich angesehen. Die billigsten Städte sind Rio de Janeiro und Lima.
Vietnam-Veteranen klagen an
◆ Das Entlaubungsgift „Agent Orange“, das in den Jahren 1963 bis 1970 von den amerikanischen Truppen in Vietnam eingesetzt wurde, holt sich jetzt seine späten Opfer, wie die Zeitung Die Welt feststellt. Bei der Herstellung großer Mengen von „Agent Orange“ konnte der Anfall von hochgiftigen und krebserzeugenden Chemikalien nicht ausgeschlossen werden. Immer mehr Veteranen, die in Vietnam mit dem Entlaubungsmittel in Berührung gekommen sind, sterben an Krebs oder verkrüppeln langsam. Ihre Kinder sind nicht selten schrecklich verunstaltet. Sie haben nun die Herstellerfirmen auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagt. Die Chemie-Gesellschaften lehnen jedoch jede Haftung ab und beschuldigen in einer Gegenklage die Regierung, das Mittel in Vietnam falsch eingesetzt zu haben.
Die Maße des Pluto
◆ Dank einer neuen Technik haben Astronomen kürzlich zum ersten Mal den Durchmesser des Pluto, des sonnenfernsten Planeten, messen können. Die Bilder, die vom Hale-Observatorium mittels eines 5-Meter-Teleskops mit speziellem Vergrößerungsgerät gemacht wurden, deuten an, daß der Pluto einen Durchmesser von 3 000 bis 3 600 km hat. Das entspricht ungefähr der Größenordnung unseres Mondes, der 3 476 km im Durchmesser mißt. Die Zeitschrift New Scientist berichtet, daß sich „die Dichte des Pluto als halb so groß wie die Dichte von Wasser erwies (genauer gesagt, im Bereich von 0,3 bis 0,8 liegt — also weit unter der Dichte 3, die für massiven Fels erwartet wird)“.
Gasmasken für die Athener?
◆ Eingenebelt von den Auspuffgasen der Autos und den Schadstoffen aus Schornsteinen, werden, wie die in Athen erscheinende Zeitung I Kathimerini schrieb, „die Leute dieser Stadt bald Gasmasken fordern, damit sie sich frei bewegen können, ohne Gefahr zu laufen, daß sie ersticken“. Dies müßte eigentlich die Reaktion auf die Meßergebnisse einer Untersuchung von Forschern im Auftrage des griechischen Ministeriums für Forschung und Technologie sein, meinte die Zeitung. Ihr Bericht zeigte, daß über bestimmten Straßen in der Innenstadt von Athen der Durchschnittswert winziger Schmutzpartikel vier- bis sechsmal höher ist, als von der Weltgesundheitsorganisation als risikolos eingestuft worden ist.
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Auf den Blickwinkel kommt es anErwachet! 1980 | 22. Oktober
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Auf den Blickwinkel kommt es an
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