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Wie sollten die Männer die Frauen behandeln?Erwachet! 1972 | 22. August
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du feststellen, daß sie das tun. Sie werden fortwährend darin unterwiesen, wie man sich nach diesen Maßstäben ausrichtet, was ihnen und den Frauen, mit denen sie Umgang haben, von wachsendem Nutzen ist. Und wenn ihre Frau, ihre Mutter und ihre Schwestern die erhabenen göttlichen Maßstäbe ebenfalls hochachten und ihre Aufgabe richtig erfüllen, wird ihr Leben harmonisch und glücklich sein. Von diesem Leben möchten sie nicht befreit werden; dabei werden sie nicht in diese Ordnung gezwungen, sondern sie wünschen diese Ordnung, weil sie erkennen, daß diese Lebensform sie weit glücklicher macht als irgendeine andere.
Dennoch benötigen Männer und Frauen, obwohl sie in Harmonie miteinander leben, eine Befreiung. Wovon? Von einer Welt des Hasses, der Verbrechen, des Krieges, der Armut, der Krankheit und des Todes. Von einer Welt, die nicht nur Frauen, sondern auch Männern und sogar Kindern großes Unrecht zugefügt hat. Wird eine solche Befreiung je Wirklichkeit werden?
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Wahre Befreiung steht bevorErwachet! 1972 | 22. August
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Wahre Befreiung steht bevor
EINE Befreiung der Frauen tut tatsächlich auf vielen Gebieten not. Aber auch die Männer müssen befreit werden. Die indische Ministerpräsidentin, Frau Indira Gandhi, sagte: „Die Männer sind nicht freier als die Frauen.“
Im Grunde genommen muß die ganze Menschheitsfamilie befreit werden. Die Zeitung Toronto Daily Star schrieb:
„Das Gefühl, eingeengt und nicht ausgefüllt zu sein, ist nicht nur auf die Frauen beschränkt. Wir leben in einer vermaßten, industrialisierten Gesellschaft, in der sehr viele Menschen einsam, entwurzelt, nicht ausgefüllt und mit ihrer Geschlechtszugehörigkeit nicht zufrieden sind und ihre Fähigkeiten nicht voll entfalten können.
Es handelt sich dabei um Männer und Frauen. Die Ehe und die Herrschaft des Mannes als Ursachen dafür zu bezeichnen, daß viele Frauen unglücklich sind, hieße, die Realitäten des Lebens im zwanzigsten Jahrhundert blindlings zu entstellen und zu ignorieren.“
Die industrielle Zivilisation hat sich nicht so segensreich ausgewirkt, wie manche es erwartet haben. Sie hat vieles gebracht, was sich als ein Fluch erwies. In den Großstädten leben Millionen Menschen zusammengepfercht. Ist das Leben in diesen „Beton-Dschungeln“ schöner geworden, in denen man den Himmel und die Sonne nicht mehr sieht und die Aussicht auf Bäume, Wiesen und Hügel versperrt ist? Ist es ein Fortschritt, wenn Menschen sich nachts — an manchen Orten sogar tagsüber — nicht mehr auf die Straße wagen? Und wie steht es mit der Umweltverschmutzung und dem ständig dichter werdenden Verkehr?
Was nützt ein sogenannter hoher Lebensstandard, wenn man ihn nicht wirklich genießen kann? Welche Freude macht die Arbeit, wenn sie zur Plackerei wird und der einzelne nur noch eine unbedeutende Nummer in einem riesigen Massenproduktionssystem ist?
Überall haben Männer, Frauen und Kinder schwerwiegende Probleme, von denen sie befreit werden müssen. Im reichsten Land der Erde, in den Vereinigten Staaten, sind zum Beispiel ein Viertel aller Personen, die über 65 Jahre alt sind, gezwungen, von einem Einkommen zu leben, das das Arbeitsministerium als Armut einstuft. Viele weitere müssen von einem nicht viel höheren Einkommen leben. Die Preise steigen ständig, und viele verheiratete Frauen sind gezwungen, berufstätig zu sein, weil ihr Mann nicht genügend verdient.
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