Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Die Energieversorgungskrise — Der Bedarf übertrifft bei weitem die Erzeugung
    Erwachet! 1972 | 22. November
    • Die Energieversorgungskrise — Der Bedarf übertrifft bei weitem die Erzeugung

      HAST du in deiner Wohnung elektrischen Strom? Millionen von Wohnungen werden elektrisch beleuchtet, Kühlschränke, Fernsehapparate und viele andere Geräte werden elektrisch betrieben. Man betätigt lediglich einen Schalter, und schon hat man Strom. Doch der Strom ist knapp.

      Es gibt bereits Gegenden, in denen der Bedarf an elektrischer Energie größer ist als die Erzeugung und wo daher die Lichter von Zeit zu Zeit nur noch schwach brennen oder ganz ausgehen. Im Sommer 1971 berichtete die New York Times: „Millionen Amerikaner müssen jeden Tag damit rechnen, daß der Strom nur noch schwach fließt oder ganz ausfällt und womöglich rationiert wird. Aber die Energieknappheit ist nicht nur eine jahreszeitliche Erscheinung. Sie ist das Symptom einer Krise, in die das ganze Land geraten ist.“

      Die Zeitschrift Science Digest schrieb in ihrer Dezember-Ausgabe über die Situation im vorangegangenen Sommer: „Es kam häufig zu einem Absinken der Spannung. In einigen Gegenden waren die Stromausfälle sogar an der Tagesordnung. Einige der Stromnetze, die immer am Rande eines Zusammenbruchs stehen, sind mit knapper Not an größeren Katastrophen vorbeigekommen.“

      Solche Unterbrechungen in der Stromversorgung haben einem Teil der Bevölkerung vorübergehend Unannehmlichkeiten bereitet. Die Aufzüge blieben stehen, die Klimaanlagen funktionierten nicht mehr, die Radio- und Fernsehgeräte blieben stumm, und die Kühlschränke hielten die Lebensmittel nicht mehr frisch. Familien, die einen Elektroherd hatten, konnten nicht kochen.

      Die Krise erkennen

      Vielleicht hast du selbst noch nichts gemerkt von der Energieversorgungskrise, sondern nur davon gehört. Und da die Stromversorgung in der Gegend, in der du wohnst, gesichert erscheint, hast du vielleicht noch wenig über dieses Problem nachgedacht. Doch die Lage ist ernst, wahrscheinlich ernster, als du annimmst. Es handelt sich nicht nur um eine vorübergehende Energieknappheit und um technisches Versagen, sondern es besteht die Gefahr, daß die Stromversorgung vollständig zusammenbricht. Thorton F. Bradshaw sagte in einem Interview mit dem Reporter der Zeitschrift U.S. News & World Report:

      „Ich glaube, die Mehrzahl der Bevölkerung wird diese Krise erst erkennen, wenn sie Licht machen will und die Lampe nicht brennt. Aber selbst dann wird sie annehmen, der Stromausfall sei vorübergehend. ... wir haben stets reichlich billigen Strom gehabt, so daß die Leute nicht glauben können, daß wir in eine Energieversorgungskrise geraten sind.“

      Doch die Krise ist eine Tatsache. Und sie wird auch schon fühlbar. Im Sommer 1971 wurden zum Beispiel Betriebe in der Stadt New York, die sehr viel Strom verbrauchen, häufig gebeten, den Verbrauch einzuschränken; davon weiß die Bevölkerung wahrscheinlich nichts. Kommissar William K. Jones von der New Yorker Kommission für Energieversorgung schrieb in einem 77 Seiten umfassenden Bericht:

      „Es ist klar, daß die Stadt New York und Teile der County Westchester unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht erwarten dürfen zu überleben — diese Gebiete werden durch die mangelhafte Versorgung mit der lebenswichtigen elektrischen Energie lahmgelegt.“

      Auch besteht das Problem nicht nur in einem Gebiet der Vereinigten Staaten. Vom ganzen Land sagte John A. Carver jr., Mitglied der Bundeskommission für Energieversorgung: „In den kommenden drei Jahrzehnten wird es ein wildes Wettrennen geben in dem Bemühen, unseren Energiebedarf zu decken.“

      Andere Länder haben ebenfalls mit diesem Problem zu kämpfen, sowohl europäische Länder als auch Japan. Der japanische Premier sagte, genügend Energie zu erzeugen sei das größte Problem seines Landes. „Die elektrische Energie ist das A und das O in den kommenden dreißig Jahren“, sagte er.

      Aber warum ist der Energiebedarf heute so groß? Wieviel Energie wird verbraucht? Wie wird Energie erzeugt?

  • Wie der Strom erzeugt wird
    Erwachet! 1972 | 22. November
    • Wie der Strom erzeugt wird

      HEUTE haben viele Familien einen ungeheuren Stromverbrauch. Die Energie, die eine elektrische Bratpfanne und ein Fernsehgerät verbrauchen, entspricht zum Beispiel der Leistung zweier Zugpferde. Und die Leistungsfähigkeit eines Pferdes ist groß. Ein durchschnittliches Arbeitspferd leistet 0,8 PS, wenn es an einem Wagen zieht.

      Elektrische Energie wird in Watt und Kilowatt gemessen. Ein Fernsehgerät verbraucht 300 Watt und eine elektrische Bratpfanne 1 200 Watt. Andere Geräte verbrauchen noch mehr Energie — ein Trockenautomat verbraucht zum Beispiel fast 5 000 Watt und ein elektrischer Kochherd über 12 000 Watt. Der Stromverbrauch wird in Kilowattstunden gemessen. Eine Kilowattstunde stellt die Leistung dar, die ein Kilowatt Elektrizität während einer Stunde vollbringt. Aber wieviel leistet ein Kilowatt in einer Stunde?

      Es leistet sehr viel. Man hat errechnet, daß man, um die Leistung eines Pferdes zu vollbringen, ein Gewicht von ca. 270 000 kg innerhalb einer Stunde um einen Meter hochheben muß. Ein Kilowatt leistet in einer Stunde noch etwa ein Drittel mehr.

      Verbrauch und Kosten

      In New York verbraucht eine Durchschnittsfamilie täglich im Mittel 17 Kilowatt Strom oder beinahe 23 PS-Stunden. Das bedeutet, daß eine Durchschnittsfamilie eine Energiemenge verbraucht, die fast der Leistung eines Pferdes entspricht, das 24 Stunden unaufhörlich arbeitet, ohne müde zu werden.

      In einigen Vierteln der Stadt New York kostet der Strom für eine Kilowattstunde etwas weniger als drei Cent oder nicht ganz 50 Cent täglich für 17 Kilowattstunden. In anderen Teilen des Landes dagegen kostet der Strom viel weniger — die Kilowattstunde nur etwa einen Penny. Auch wird die Kilowattstunde billiger, je größer der Stromverbrauch ist. Industriebetriebe, die viel Strom verbrauchen, bezahlen somit nur einen Bruchteil von dem, was der gewöhnliche Verbraucher zahlt.

      Der Bedarf an dieser verhältnismäßig billigen und leicht zu nutzenden Energie ist astronomisch. Im Jahre 1970 haben die Vereinigten Staaten rund 1 550 000 000 000 Kilowattstunden verbraucht — das ist etwa das Fünffache des Stromverbrauchs vom Jahre 1950! Von 1969 bis 1970 stieg der Verbrauch um 9,2 Prozent. Die Vereinigten Staaten erzeugen etwa 35 Prozent des Stromes, der auf der ganzen Welt erzeugt wird, und die Sowjetunion 15 Prozent.

      In den Vereinigten Staaten ist die Industrie der größte Verbraucher. Nach Angaben des Edison Electric Institute verbraucht die Industrie etwa 41 Prozent des erzeugten Stromes, 32 Prozent entfallen auf die Haushalte und 23 Prozent auf Handel und Gewerbe sowie öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser. Die letzten 4 Prozent entfallen auf den Verkehr, die Straßenbeleuchtung, die U-Bahn usw.

      Wie wird diese ungeheure Menge elektrischer Energie erzeugt?

      Wie der Strom erzeugt wird

      Der größte Teil des elektrischen Stromes wird mit Hilfe von „fossilen Brennstoffen“ wie Erdöl, Kohle und Erdgas erzeugt. Diese Brennstoffe werden in den riesigen Feuerungsanlagen der Kraftwerke verbrannt. Die Feuerungsanlage beheizt einen Dampfkessel, um Heißdampf zu erzeugen. Der Dampf strömt mit einer Geschwindigkeit von über 1 600 km/st in eine riesige Turbine ein und dreht ihre Schaufelräder. Bei Wasserkraftwerken wird die Fallhöhe von Wasser ausgenutzt, um die Turbinen anzutreiben. Die Turbinen treiben dann die Generatoren an, in denen der Strom erzeugt wird.

      In den Vereinigten Staaten werden über 80 Prozent des elektrischen Stromes von Dampfkraftwerken erzeugt, der größte Teil des restlichen Stromes von Wasserkraftwerken. Vor neunzig Jahren wurde in der Stadt New York das erste Dampfkraftwerk in Betrieb genommen. Heute gibt es im ganzen Land rund 3 400 Kraftwerke.

      Die Erzeugung von elektrischer Energie mit Hilfe von Dampfturbinen ist relativ unrationell. Beim Umwandlungsvorgang wird nur etwa ein Drittel der Energie der Kohlen, des Erdöls oder des Erdgases in elektrische Energie umgewandelt. Die beiden anderen Drittel der Energie entweichen in Form von umweltverschmutzender Wärme und Bewegungsenergie der Abgase und Flugasche. Ferner gehen bis zu 20 Prozent der erzeugten Energie bei der Beförderung vom Kraftwerk zum Verbraucher verloren.

      Was die Kraftwerke an Brennstoffen organischen Ursprungs verbrauchen, übersteigt unser Begriffsvermögen. Ein großes Kraftwerk, das als Brennstoff Kohle verwendet, mag stündlich über 500 Tonnen Kohle verbrennen! In den Vereinigten Staaten wird fast die Hälfte der elektrischen Energie aus Kohle gewonnen, der größte Teil der anderen Hälfte mit Hilfe von zu Tal fließendem Wasser sowie aus Erdgas und Erdöl.

      Die elektrische Energie ist natürlich nur eine Energieform. Für den Kraftfahrzeugverkehr, den Flugverkehr, die Beheizung von Wohnungen usw. werden ebenfalls immer größere Energiemengen benötigt. Die für diese Zwecke hauptsächlich benutzten Energiequellen sind Erdöl und Erdgas.

      Schädigung der Umwelt

      Von den verschiedenen Brennstoffen schädigt die Kohle die Umwelt am meisten. In dem Kraftwerk der Virginia Electric and Power Company, wo täglich etwa 9 000 Tonnen Kohlen verfeuert werden, fallen stündlich fast 55 Tonnen Flugasche und etwa 18 Tonnen Schwefeldioxyd an, und der größte Teil davon wird in die Luft abgegeben! Zu Beginn dieses Jahres wurde angekündigt, daß gegen die Delmarva Power and Light Company in Delaware City gerichtlich vorgegangen werde, weil sie die Luft jedes Jahr mit fast 68 000 Tonnen Schwefeldioxyd verunreinigt.

      James R. Schlesinger, Vorsitzender der Atomenergiekommission, sagte vor kurzem über das Luftverschmutzungsproblem: „Die große Masse der Schwefeloxyde in der Luft und ein großer Teil der Stickstoffoxyde — von den Feststoffpartikeln ganz zu schweigen — stammen von den Kraftwerken, in denen fossile Brennstoffe verfeuert werden.“

      Auch die Methode der Kohlenförderung trägt zur Schädigung der Umwelt bei. Im vergangenen Jahr wurden etwa 44 Prozent der Kohle im Tagebau abgebaut, dabei sind Tausende Hektar des schönsten Berglandes in den Vereinigten Staaten verwüstet worden. Charakteristisch für die Proteste, die gegen diese Abbaumethode erhoben werden, sind folgende Ausführungen des Kongreßabgeordneten Ken Hechler:

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen