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  • Wachstum und Schutz der Hauptorganisation Gottes
    Das Paradies für die Menschheit durch die Theokratie wiederhergestellt
    • 17. (a) In welche Stellung gelangte Gottes Sohn durch diese Erhöhung, und wie hat Gott eine Hauptorganisation geschaffen? (b) Welche entsprechenden Stellungen hinsichtlich des Priestertums bekleiden Jesus Christus und die Glieder seiner Braut, seines Weibes?

      17 Kein Geschöpf könnte einen höheren Platz erlangen als denjenigen zur „Rechten Gottes“; und die ‘übergeordnete Stellung’, zu der Gott ihn erhöhte, war die Stellung zu seiner Rechten. (Psalm 110:1; Apostelgeschichte 2:34-36; Hebräer 1:3, 13; 8:1, 2; 10:12, 13; 12:2) Dadurch gelangte das Lamm, Jesus Christus, in die Hauptstellung über die ganze übrige Schöpfung Gottes. Natürlich ist das Lamm, Jesus Christus, an sich keine „Organisation“. Dadurch, daß Jehova Gott, der Höchste, ihm aber eine Braut, ein Weib, gibt, nämlich die Versammlung der 144 000 Miterben, schafft er eine Hauptorganisation über seine ganze heilige Universalorganisation. In dieser Hauptorganisation, die der Allerhöchste heranbildet, ist Jesus Christus sein Hoherpriester, und die Brautklasse, das Weib, besteht aus 144 000 Unterpriestern, ‘einer königlichen Priesterschaft’. (1. Petrus 2:9) Schriftgemäß kann also ohne jede Widerrede gesagt werden, daß Gott, der Höchste, Jehova, jetzt eine Hauptorganisation hat, durch die er mit dem ganzen übrigen Teil seiner Universalorganisation handelt.

      DIE DRITTE VISION

      18, 19. (a) Was würde für Jerusalem gemäß Sacharjas vorheriger Vision getan werden müssen? (b) Was wollte der Mann mit dem Meßseil in der dritten Vision Sacharjas tun?

      18 Dieses schriftgemäße Verständnis der Hauptorganisation Jehovas, der der Name Jerusalem beigefügt ist, wird uns helfen, die dritte Vision zu verstehen, die der Prophet Sacharja an jenem wunderbaren vierundzwanzigsten Tag des elften Monats (Schebat) des Jahres 519 v. u. Z. erhielt. Sacharja hatte eben eine Vision über die vier Handwerker gehabt, die Jehova hinsandte, „um die Hörner der Nationen niederzuwerfen, die ein Horn gegen das Land Juda erheben, um es zu versprengen“. Dieses Versprengen schloß daher Jerusalem ein, und es würde somit zu Jehovas bestimmter Zeit wieder versammelt werden müssen, zu der Zeit, da er „zu Jerusalem mit Erbarmungen umkehren“ würde. (Sacharja 1:14-21) Somit folgt logischerweise das Thema der dritten Vision Sacharjas. Der weitere Verlauf dieser Vision wird wie folgt beschrieben:

      19 „Und ich erhob dann meine Augen und sah; und siehe! da war ein Mann und in seiner Hand ein Meßseil. Da sprach ich: ,Wohin gehst du?‘ Hierauf sprach er zu mir: ,Jerusalem zu messen, um zu sehen, wieviel ihre Breite beträgt und wieviel ihre Länge beträgt.‘ “ — Sacharja 2:1, 2.

      20. (a) Was wurde dadurch angezeigt, daß er ein Jüngling war? (b) Was hätte dieser Jüngling denn messen können, da Jerusalems Mauern noch nicht wieder aufgebaut waren?

      20 Der, welcher das Meßseil trug, erwies sich als ein Jüngling, und er hatte natürlich noch eine Menge zu lernen, Dinge, über die er unterrichtet werden mußte. Mit aller Begeisterung der Jugend war er an der vollen Wiederherstellung Jerusalems interessiert, und er war begierig, zu sehen, wie groß oder wie ausgedehnt es werden sollte. Daher sein Meßseil! Da war wenigstens die Stadt Jerusalem, die in jenem Jahr, 519 v. u. Z., gemessen werden konnte. Doch waren die Mauern der Stadt noch nicht wieder aufgebaut worden, auch würden sie innerhalb einer langen Zeit nicht aufgebaut werden. Noch im neunten Mondmonat (Kislew) des Jahres 456 v. u. Z., mehr als dreiundsechzig Jahre später, wurde in der persischen Hauptstadt Schuschan gemeldet: „Die Mauer Jerusalems ist niedergerissen, und seine Tore selbst sind mit Feuer verbrannt.“ (Nehemia 1:1-3) Möglicherweise hatte damals, im Jahre 519 v. u. Z., die Stadt Jerusalem noch nicht die Grenzen der vor dem Exil bestehenden früheren Stadt erreicht. Oder vielleicht mochte die wiederhergestellte Stadt über jene früheren Grenzen hinaus ausgedehnt worden sein. Der Jüngling mit dem Meßseil mag im Sinn gehabt haben, auszumessen, welches die endgültigen Grenzen des zweiten Jerusalem sein sollten.

      21. Was sagte der eine Engel dem anderen Engel, um den Jüngling mit dem Meßseil zu beraten?

      21 War es für einen begeisterten Jüngling richtig, die Grenzen für die Stadt Jerusalem festzusetzen, zu der Jehova mit Erbarmungen zurückkehrte? Wir können es aus dem ersehen, was Sacharja nun berichtet: „Und siehe! der Engel, der mit mir redete, trat hervor, und da war ein anderer Engel, der hervortrat, ihm entgegen. Dann sprach er zu ihm: ,Lauf, rede zu dem Jüngling dort drüben, indem du sprichst: „ ‚Als offenes Land wird Jerusalem bewohnt werden wegen der Menge Menschen und Haustiere in ihrer Mitte. Und ich selbst‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,werde für sie eine Mauer von Feuer ringsum werden, und Herrlichkeit werde ich in ihrer Mitte werden.‘ “ ‘ “ — Sacharja 2:3-5.

      22. Sollen wir aus dem, was in den Tagen des Statthalters Nehemia, und auch aus dem, was nach Jerusalems Zerstörung im Jahre 70 u. Z. geschah, entnehmen, daß dieser Aufschluß für den Jüngling in buchstäblichem Sinne zu verstehen war?

      22 Sagte Jehova der Heerscharen dies damals vom buchstäblichen, vom irdischen Jerusalem der Tage Sacharjas? Die späteren Tatsachen zeigen deutlich, daß dies nicht der Fall war. Warum nicht? Weil Jerusalem aufhörte, als „offenes Land“ bewohnt zu werden. Vierundsechzig Jahre später, im Jahre 455 v. u. Z., wurden die Mauern Jerusalems unter der Führerschaft des Statthalters Nehemia wieder vollständig aufgebaut. Auch hatten jene wieder aufgebauten Mauern zwölf Tore, wie es der Statthalter Nehemia berichtete. (Nehemia 2:3 bis 6:15; 7:1) Da war das Taltor, das Aschenhaufentor und das Quellentor im Süden, das Wassertor, das Roßtor und das Inspektionstor im Osten, das Wachttor, das Schaftor und das Fischtor im Norden, das Tor der Altstadt, das Ephraimtor und das Ecktor im Westen. (Nehemia 2:13, 14; 3:26, 28, 31; 12:39; 3:32, 3, 6; 2. Chronika 25:23) Diese Stadt wurde von den römischen Legionen im Jahre 70 u. Z. zerstört. (Lukas 21:20-24) Das dritte Jerusalem, die Stadt des Jahres 1973, ist ebenfalls ummauert und hat auf allen vier Seiten Tore. Doch ist daneben ein modernes Jerusalem gebaut worden, und es wird berichtet, daß es eine Bevölkerung von insgesamt 275 000 Einwohnern hat.

      23. (a) Wie zeigt es sich, daß sich der Text aus Sacharja 2:4, 5 nicht am neuzeitlichen Jerusalem erfüllt? (b) Wo sollten wir also die Erfüllung der Prophezeiung erwarten?

      23 Auch wenn sich das heutige Jerusalem weit über die alte ummauerte Stadt hinaus ins ‘offene Land’ ausdehnt, wird kein unterrichteter Beobachter behaupten, nicht einmal die Israelis selbst, daß Jehova der Heerscharen für sie „eine Mauer von Feuer ringsum“ geworden sei und „Herrlichkeit ... in ihrer Mitte“. In bezug auf Schutz vertraut das Jerusalem der Republik Israel auf die Vereinten Nationen, deren Mitglied die Republik Israel seit dem Jahre 1949 ist, wie auch auf die militärische Hilfe, die ihr von freundlichgesinnten Nationen gewährt wird, zum Beispiel von den zum größten Teil nichtjüdischen Vereinigten Staaten von Amerika. All das nötigt uns, in bezug auf die Erfüllung der göttlichen Prophezeiung von Sacharja 2:4, 5 nach dem geistigen Jerusalem Ausschau zu halten. Die Prophezeiung handelt vom Überrest der geistigen Israeliten, der unter dem größeren Statthalter Serubbabel, nämlich Jesus Christus, noch ein Teil des himmlischen Neuen Jerusalem, der Hauptorganisation der Universalorganisation Jehovas, werden soll.

      24. Wer waren nach dem Ersten Weltkrieg die einzigen Überlebenden auf Erden, die auf den aufrüttelnden Aufruf aus Jesaja 60:1-3 zur Ehre Jehovas eingehen mußten?

      24 Im Nachkriegsjahr 1919 u. Z. befand sich ein Überrest der geistigen Israeliten auf der Erde noch am Leben, und er wünschte sehnlich, „diese gute Botschaft vom Königreich“ als ein Zeugnis allen Nationen weltweit zu predigen. (Matthäus 24:14) Dieser treue Überrest vertrat das himmlische Neue Jerusalem, das unter Christus steht. Wegen der Dinge, die diese geistigen Israeliten auf Erden vertraten, mußten sie den aufrüttelnden prophetischen Befehl befolgen, der lautete: „Stehe auf, o Weib, leuchte, denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas selbst ist über dir aufgeleuchtet. Denn siehe! Finsternis, sie wird die Erde bedecken und dichtes Dunkel die Völkerschaften; aber über dir wird Jehova aufleuchten, und seine eigene Herrlichkeit wird über dir zu sehen sein. Und Nationen werden bestimmt zu deinem Lichte gehen und Könige zum Glanz deines Aufleuchtens. Und zu dir sollen, sich verbeugend, die Söhne derer gehen, die dich niederdrückten; und alle, die dich respektlos behandelten, sollen sich direkt zu deinen Fußsohlen niederbeugen, und sie werden dich die Stadt Jehovas, Zion des Heiligen Israels, nennen müssen.

      25. In welchem Ausmaß würde Jehova das Wachstum seiner Organisation beschleunigen?

      25 Und was dein Volk betrifft, sie alle werden gerecht sein, auf unabsehbare Zeit werden sie das Land in Besitz haben, der Sproß meiner Pflanzung, das Werk meiner Hände, zu meiner schönen Auszeichnung. Der Kleine selbst wird zu einem Tausend werden und der Geringe zu einer mächtigen Nation. Ich selbst, Jehova, werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit.“ — Jesaja 60:1-3, 14, 21, 22.

      26. Warum war jener aufrüttelnde Aufruf an die Vertreter der „Stadt Jehovas“ im Jahre 1919 u. Z. höchst passend, und wie hatte Jehova sie verherrlicht?

      26 Der Aufruf an die geistige „Stadt Jehovas, Zion des Heiligen Israels“, war zu der Zeit höchst passend. Damals, im Jahre 1919 u. Z., sah die Zukunft für die Völker der Erde düster, dunkel aus. Heute ist sie dunkler denn je. Damals war für den Überrest, der das Neue Jerusalem vertrat, die Zeit gekommen, sich aus dem Tiefstand und dem Zustand der Niedergeschlagenheit, in den die Verfolgungen ihn während des Ersten Weltkrieges gebracht hatten, zu erheben, damit er Licht ausstrahle und „leuchte“. Womit sollte er leuchten? Welches Licht sollte er ausstrahlen? Das einzige Licht, das der treue Überrest hatte, war nicht irgendeine weltliche Erleuchtung dieses sogenannten Zeitalters des Intellektualismus, sondern die „Herrlichkeit Jehovas“, die über dem ihm ergebenen Überrest aufgegangen war. Herrlichkeit leuchtet, ist großartig und strahlt Licht aus. Jehova hatte ihn dadurch verherrlicht, daß er ihn von der Knechtschaft und der elenden Unterwerfung unter die religiösen, politischen und militärischen Feinde befreit hatte. Er hatte den Überrest dadurch verherrlicht, daß er dessen Glieder als Zeugen seiner Souveränität und als Gesandte seines aufgerichteten messianischen Königreiches eingesetzt hatte. Sie mußten diese „Herrlichkeit Jehovas“, die auf ihnen ruhte, überall kundwerden lassen, indem sie als seine Zeugen und Königreichsgesandten amteten.

      27. Für wen muß Jehova eine „Mauer von Feuer ringsum“ werden, und warum?

      27 Für wen muß denn Jehova eine „Mauer von Feuer ringsum“ werden? Nicht für das Neue Jerusalem in den unsichtbaren Himmeln, sondern für den Überrest des Neuen Jerusalem, während die Glieder dieses so verherrlichten Überrestes in diese dunkle Welt ausziehen und als Zeugen Jehovas der Heerscharen und als seine Königreichsgesandten handeln.

      28. Weshalb ist Jehovas „Mauer von Feuer“ rings um seinen Überrest in diesem Zeitalter der Gewalt wirksamer als die Steinmauern, die jetzt die Altstadt Jerusalems umgeben?

      28 Welchen Schutz könnte an diesem Tage nuklearer Waffen und der Raketengeschosse, die mit nuklearen Sprengköpfen versehen sind, eine buchstäbliche Steinmauer gleich derjenigen bieten, die die Altstadt Jerusalems in der Republik Israel umgibt? Der Gedanke ist lächerlich! Die Steinmauern, die vom Statthalter Nehemia im Jahre 455 v. u. Z. (und später) rings um Jerusalem gebaut worden waren, hielten den römischen Legionen im Jahre 70 u. Z. keineswegs stand. In diesem Zeitalter der Gewalt muß der nuklearen Feuerkraft mit Feuer begegnet werden. Jehova der Heerscharen kann das tun. Er kann eine „Mauer von Feuer“ rings um den treuen Überrest des Neuen Jerusalem sein, und das hat er verheißen. Wer kann ihn also erfolgreich angreifen?

      29. Welches Schutzes, den Elisa in Dothan hatte, erinnern sich die geistigen Israeliten, und was würde nach ihrer Erkenntnis mit den Feinden geschehen, wenn sie versuchten, die „Mauer“ zu durchbrechen, die Gott um sie her ist?

      29 Der so verherrlichte Überrest geistiger Israeliten vertraut daher nicht auf menschliche oder natürliche Verteidigungswerke. Seine Glieder blicken zu Jehova der Heerscharen auf, damit er eine „Mauer von Feuer“ rings um sie her sei, auch wenn sie für sie und ihre Feinde unsichtbar ist. Sie erinnern sich, daß die „Rosse und Kriegswagen aus Feuer“, mit der die Berggegend rings um die Stadt Dothan erfüllt war, für den Diener des Propheten Elisa und für die syrischen Kriegsmächte unsichtbar waren, die Dothan umzingelten, um Elisa gefangenzunehmen. (2. Könige 6:13-17) Ihre geistigen Augen werden geöffnet, um zu erkennen, daß Gott, der Allmächtige, sie durch unsichtbare Mittel schützen kann und daß es feurige Vernichtung für irgendeinen Feind bedeuten würde, der versuchen sollte, die „Mauer von Feuer“ zu durchbrechen und sie anzugreifen. „Denn unser Gott ist auch ein verzehrendes Feuer.“ — Hebräer 12:29.

      30. Auf welche Weise war der am Leben gebliebene Überrest im Jahre 1919 u. Z. geneigt, das Wachstum der Organisation einzuschränken, und was war die eigentliche Tatsache in bezug auf die „Ernte“ der „Söhne des Königreiches“?

      30 Warum denken interessierte Personen gleich dem Jüngling mit dem Meßseil, sie könnten dem Wachstum der Hauptorganisation Jehovas eine Grenze ziehen? Man hege keine Furcht, daß sonst die „Stadt“ so groß und ausgedehnt würde, daß es nicht möglich wäre, eine hinreichende Schutz„mauer“ um sie zu bauen! Vor einiger Zeit, im Jahre 1919, als der Erste Weltkrieg vorbei war, dachte der noch lebende Überrest der geistigen Israeliten, daß das Erntewerk, das Jesus für den „Abschluß des Systems der Dinge“ vorausgesagt hatte, beendet sei und daß alles, was er von da an auf Erden zu tun hätte, ein „Nachlesewerk“ sei, indem nur einige wenige Übriggebliebene oder Übersehene eingesammelt würden. (Matthäus 13:39) Er erkannte in jener Zeit nicht, daß die geistige Ernte eigentlich erst begann und daß es galt, noch viele weitere „Söhne des Königreiches“ in Gottes Hauptorganisation einzusammeln, „Söhne“, die nach seiner vorgefaßten Meinung nicht zugelassen worden wären. In der Tat, die Überrestglieder, durch die die vorherbestimmte Schar der 144 000 „Söhne des Königreiches“ vollzählig werden sollte, mußten während dieses ‘Abschlusses des Systems der Dinge’ eingesammelt werden.

      31. (a) Wie können wir die Bevölkerungszahl des Jerusalem der Zeit Sacharjas schätzen? (b) Auf welche Weise wurde der Jüngling mit dem Meßseil veranlaßt, zu erkennen, daß es nicht recht wäre, wenn er die Größe der Stadt einschränkte, weil er diesbezüglich irgendwelche Befürchtungen hätte?

      31 Offenbar wollte der Jüngling, der in Sacharjas Vision vom Jahre 519 v. u. Z. erschien, mit dem Meßseil abmessen, auf welche Länge und Breite das wiederhergestellte Jerusalem anwachsen würde. Zu jener Zeit war die Bevölkerung Jerusalems anscheinend nicht allzu groß. Denken wir daran, daß im Jahre 537 v. u. Z. nur 42 360 Israeliten und etwa 7 560 Diener und Sänger, also insgesamt etwa 49 920 Personen, aus dem Exil in Babylon zurückgekehrt waren und daß später, zur Zeit des Statthalters Nehemia, angeordnet wurde, „e i n e n aus je zehn herkommen zu lassen, daß er in Jerusalem, der heiligen Stadt, wohne“. Somit hatte in den Tagen Sacharjas Jerusalem nur mehrere tausend Einwohner. (Esra 2:64, 65; Nehemia 7:66, 67; 11:1, 2) Als daher Jehovas Engel dem Jüngling sagte, daß ‘Jerusalem als offenes Land bewohnt werde wegen der Menge Menschen und Haustiere in ihrer Mitte’, erkannte dieser, daß es nicht seine Aufgabe war, Jerusalems Länge und Breite abzumessen, um eine materielle Mauer darum zu bauen. Seine Bevölkerung sollte in dem Maße zunehmen, wie Jehova es im Sinn hatte, und er würde der Stadt sicheren Schutz verleihen.

      32. Was bewahrheitete sich in bezug auf Jehovas Schutz, obwohl die Zahl derjenigen zunahm, die von den Symbolen des jährlichen Abendmahles des Herrn nahmen?

      32 In dem Fall des neuzeitlichen Überrestes der geistigen Erben der Hauptorganisation Jehovas nahm im Laufe der Jahre die Zahl der Glieder zu. Somit wuchs gemäß den Berichten, die zur Eintragung eingesandt wurden, die Zahl Gott hingegebener, getaufter Christen, die der jährlichen Feier des Abendmahles des Herrn beiwohnten und von den Symbolen, dem Brot und dem Wein, nahmen. Ungeachtet, in welchem Ausmaß die Zahl des Überrestes der geistigen Israeliten Jehovas auf dem ganzen Erdenrund zugenommen hat, hat Jehova sie wie mit einer „Mauer von Feuer“ ringsum beschützt. In all diesen gefahrvollen Zeiten hat er sie bewahrt, selbst durch den Rausch der kriegstollen Welt der Jahre 1939 bis 1945 u. Z. hindurch, ja bis in die Gegenwart hinein.

      33. Was zeigen die Tatsachen in bezug auf die Frage, ob Jehova ‘Herrlichkeit in ihrer Mitte’, nämlich inmitten des Neuen Jerusalem, vertreten durch den gesalbten Überrest, geworden ist?

      33 Hat Jehova an dem gesalbten Überrest der Erben des Neuen Jerusalem seine Verheißung: „Herrlichkeit werde ich in ihrer Mitte werden“ (Sacharja 2:5) erfüllt? Das hat er tatsächlich getan, denn er hat sich dadurch verherrlicht, daß er der himmlische Beschützer inmitten der verfolgten, drangsalierten und bekämpften Überrestglieder ist. Daß sie, ohne einen sichtbaren Schutz von irgendwelcher irdischen, fleischlichen Seite her zu haben, diese Zeit überlebten, setzt den Gott, den sie anbeten und auf den sie ihr Vertrauen setzen, in ein herrliches Licht. Sie rühmen sich seiner und nicht der Menschen, und nach Jahren des Zeugnisgebens für seinen Namen und sein Königreich nahmen sie am 26. Juli 1931 den Namen an, durch den sie seither weltweit bekannt sind, nämlich Jehovas Zeugen. Durch sie und nicht durch irgendeine andere heutige Religionsorganisation auf Erden ist Jehova mit seinem Namen auf dem ganzen Erdenrund bekannt gemacht worden. Sie haben es gewissenhaft vermieden, irgendwie Schmach auf seinen heiligen Namen zu bringen. Indem sie seinen Sohn Jesus Christus nachgeahmt haben, haben sie sich bemüht, den Vorschriften des Wandels gemäß zu leben, die in seinem heiligen Wort, der Bibel, enthalten sind, und haben ihm als dem Herrscher mehr gehorcht als den Menschen; ja dieser Lauf hat seinem Namen zur Ehre gereicht. (Apostelgeschichte 5:29) Jehova ist wahrhaftig Herrlichkeit in ihrer Mitte!

      DER AUFRUF DES BEFREIERS

      34. Wer ist der Sammelpunkt, um den sich Menschen, die die reine Anbetung lieben, versammeln, und welcher Aufruf zum Versammeln ist seit 1919 u. Z. ergangen?

      34 Ist nicht der Gott der Herrlichkeit, Jehova der Heerscharen, ein Sammelpunkt, um den sich alle, die die reine, nicht mit Politik, Militarismus und durch Handelsgeist befleckte Anbetung lieben, in Einheit und Brüderlichkeit versammeln sollten? Jawohl! Und dort, wo seine Herrlichkeit zu sehen ist, dort ist der Ort, wo man sich versammeln sollte. Jehova läßt den Aufruf zum Versammeln ergehen, er befreit sein Volk von der religiösen Knechtschaft gegenüber Babylon der Großen und ruft es auf, sich zu versammeln. Seit dem Jahre 1919 u. Z. sind die Worte seines Aufrufs ergangen: „ ‚Heda! Heda! Flieht denn aus dem Lande des Nordens‘ ist der Ausspruch Jehovas.“ — Sacharja 2:6.

      35. (a) Was wurde in Sacharjas Tagen ‘Land des Nordens’ genannt, und wieso? (b) Was schattete die Flucht von dort für heute vor?

      35 Zur Zeit des Propheten Sacharja war das ‘Land des Nordens’ Babylon, die Stadt, die im Jahre 539 v. u. Z. von den Medern und Persern erobert wurde. Babylon lag in Wirklichkeit östlich von Jerusalem, doch als es seine Heere im Jahre 607 v. u. Z. aussandte, um Jerusalem zu zerstören, ließ es sie einen Umweg machen und vom „Norden“ her gegen Jerusalem herankommen. (Jeremia 1:14-16; Hesekiel 21:18-22) Auch reichten die unter Babylon stehenden eroberten Gebiete bis nördlich von Jerusalem. Als die Juden in den Jahren 617 und 607 v. u. Z. ins Exil geführt wurden, wurden sie sozusagen in das ‘Land des Nordens’ weggeführt. Sie konnten aufgerufen werden, aus jenem Land zu fliehen. Dies schattete unsere heutige Zeit vor. Während des Ersten Weltkrieges geriet der Gott hingegebene, getaufte Überrest der geistigen Israeliten in die Knechtschaft Babylons der Großen, das heißt des Weltreiches der falschen Religion. Von dort rief Jehova der Heerscharen im Jahre der Befreiung, 1919 u. Z., den reumütigen Überrest. Von dort mußte der Überrest fliehen, nun, da Gott ihm den Weg geöffnet hatte.

      36. (a) Wie bewahrheiteten sich damals Jehovas Worte: „In Richtung der vier Winde der Himmel habe ich euch ausgebreitet.“? (b) Wie bewahrheiteten sie sich für den neuzeitlichen Überrest?

      36 Die zwölf Stämme in Israel, Juda und Jerusalem waren von den ‘Hörnern’ des Assyrischen und des Babylonischen Reiches, die Jehova als Werkzeuge göttlicher Züchtigung wider sein erwähltes Volk gebraucht hatte, weithin versprengt worden. So konnte er richtigerweise weiter sagen, wie es in Sacharja 2:6b aufgezeichnet ist: „ ‚Denn in Richtung der vier Winde der Himmel habe ich euch ausgebreitet‘ ist der Ausspruch Jehovas.“ Jene Israeliten, die den Eroberern auswichen und denen es gelang, vor ihnen her zu entrinnen, flohen in verschiedene Richtungen, in verschiedene Länder. Im Fall des neuzeitlichen Überrestes geistiger Israeliten wurden dessen Glieder ebenfalls in alle Richtungen zerstreut, in Richtung der „vier Winde der Himmel“. Dies brauchte nicht notwendigerweise in körperlichem oder buchstäblichem Sinne zu sein, denn der ihnen von Gott verliehene geistige Stand auf der Erde war das, woraus sie versprengt wurden.

      37. Wie erfüllte sich diese Versprengung der geistigen Israeliten in sinnbildlichem Sinne?

      37 Somit erfolgte ihre Versprengung in sinnbildlichem Sinne. Sie bedeutete, daß sie in alle möglichen Situationen oder Umstände versprengt werden sollten, die sie davon abhalten würden, innerhalb des ihnen von Gott verliehenen rechtmäßigen geistigen Standes auf Erden zu wirken. Das hatte zur Folge, daß sie, was ihre geistigen Vorrechte betraf, im Verrichten ihres geistigen Werkes eingeschränkt wurden. Dies geschah zum Beispiel durch Verbote gewisser Literatur oder aller Druckschriften des Überrestes Jehovas von seiten der Regierungen. Oder es geschah dadurch, daß ihre Religionsorganisation verboten wurde, oder dadurch, daß man eine Anzahl der christlichen, geistigen Israeliten in Militärgefängnisse oder Lager einsperrte, weil sie es ablehnten, ihre christliche Neutralität hinsichtlich internationaler Kriege dieser Welt zu verletzen. Oder es geschah, indem man die Beamten ihrer gesetzlichen Körperschaften verhaftete und sie ins Gefängnis oder in Strafanstalten brachte, und dies aufgrund falscher Anklagen, die zufolge der Hysterie der Kriegszeit und religiöser Vorurteile erfunden wurden. Es waren Methoden aller Art, die sich nach allen Richtungen hin auswirkten, nur um den Überrest der geistigen Israeliten von dem ihm von Gott gegebenen geistigen Stand und von seinen christlichen Vorrechten und seiner Tätigkeit in diesem geistigen Stand wegzuziehen.

      38. Warum war es passend, daß Jehovas Engel den jüdischen Verbannten zurief: „Entrinne, die du bei der Tochter Babylon wohnst.“?

      38 In der Katastrophe, die durch die Hand des babylonischen Königs Nebukadnezar über die Juden kam, wurde der größere Teil der jüdischen Überlebenden nach Babylon und in dessen Gebiete ins Exil mitgenommen; dies schloß Gebiete ein, die dem früheren Assyrischen Reich entrissen worden waren. Es war daher ganz passend, daß der Engel Jehovas der Heerscharen jetzt ausrief: „Heda, Zion! Entrinne, die du bei der Tochter Babylon wohnst. Denn dies ist, was Jehova der Heerscharen gesprochen hat: ,Der Herrlichkeit nachfolgend, hat er mich zu den Nationen gesandt, die euch ausplünderten; denn wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an. Denn siehe, ich schwinge meine Hand gegen sie, und sie werden ihren Sklaven zur Beute werden müssen.‘ Und ihr werdet bestimmt erkennen, daß Jehova der Heerscharen selbst mich gesandt hat.“ — Sacharja 2:7-9.

      39. Wem rief Jehova zu, zu entrinnen, als er rief: „Heda, Zion!“?

      39 In alter Zeit vertrat Zion, hier dasselbe wie Jerusalem, die ganze Nation, nicht nur die verbannten früheren Bewohner der Hauptstadt. Jetzt, da Babylon im Jahre 539 v. u. Z. gestürzt worden war und Cyrus, der persische Eroberer, seine Verordnung der Freilassung der jüdischen Verbannten herausgegeben hatte, erging der Aufruf an Zion in Wirklichkeit an alle verbannten Juden. Sie wohnten als Verbannte „bei der Tochter Babylon“, wobei von der Stadt Babylon als von einem Weib die Rede ist, das keine unverletzte, jungfräuliche Tochter mehr war.

      40. Was bedeutet der Ausdruck „der Herrlichkeit nachfolgend“ aus Sacharja 2:8?

      40 Der Ausdruck „der Herrlichkeit nachfolgend“ scheint nicht zu bedeuten, daß einer künftigen Herrlichkeit nachgestrebt wird, sondern nimmt auf die Zeit Bezug. Jehova hatte dadurch Herrlichkeit erlangt, daß er sein Wort der Prophezeiung in bezug auf das, was er über die Züchtigung der Israeliten gesagt hatte, wahr werden ließ.

      41. Warum hätten die Nationen Jehova gegenüber etwas Furcht, etwas Achtung bezeigen sollen, als sie Jehovas Volk züchtigten?

      41 Es war nun für Jehova der Heerscharen an der Zeit, seine Aufmerksamkeit den feindlichen Nationen zuzuwenden, die zur Züchtigung Israels gebraucht worden waren, die aber ihre Arbeitszuteilung mißbraucht hatten. Sie waren zu weit gegangen und hatten die Gelegenheit dazu benutzt, ihrem Haß gegen das Volk, das Jehova Gott gehörte, freien Lauf zu lassen. Sie waren in der Mißhandlung Zions und seines Volkes zu weit gegangen. (Sacharja 1:15, 21) Sie hätten in der Behandlung seines Volkes, das er zu Disziplinarzwecken in ihre Hände gegeben hatte, rücksichtsvoller sein sollen. Sie hätten dem Gott dieses Volkes gegenüber etwas Furcht, etwas Achtung bezeigen sollen. Er erklärte den Grund hierfür, indem er zu seinem gezüchtigten Volke sagte: „Denn wer euch antastet, tastet meinen Augapfel an.“

      42. (a) Vor welcher Wendung der Dinge für die Verfolger, die Nationen, war es eine Warnung, daß Jehova seine Hand ‘schwang’? (b) Was bedeutete diese Wendung für Babylon?

      42 Wenn er also jetzt seine Hand gegen diese arroganten, anmaßenden Nationen ‘schwingt’, ist es ein drohendes Schwingen der Hand, gleichsam als ob er ihnen die Faust zeigte. Es ist nicht bloß eine unnütze, sinnlose Geste. Sie sollte sie davor warnen, daß sie, die Zerstreuer und Plünderer, Vergeltungsmaßnahmen erleiden müßten. Sie würden denen zur Beute werden, die im Exil in Babylon ihre Sklaven gewesen waren. Welcher Umschwung, welche Wendung der Dinge, und das durch die Hand Jehovas der Heerscharen! Eine ähnliche Wendung der Dinge erfolgte, als die jüdischen Verbannten vom Eroberer Cyrus dem Großen befreit wurden, damit sie nach Jerusalem zurückkehren und Jehovas Tempel wieder aufbauen konnten. Welch große Demütigung dies doch für das besiegte Babylon war, als, laut Esra 1:7, 8, „König Cyrus selbst die Geräte des Hauses Jehovas heraus[brachte], die Nebukadnezar aus Jerusalem gebracht und dann in das Haus seines Gottes getan hatte. Und Cyrus, der König von Persien, ging daran, sie unter der Leitung Mithredaths, des Schatzmeisters, herauszubringen und sie Scheschbazzar, dem Vorsteher Judas, darzuzählen.“ — Daniel 1:1, 2; 5:3-23.

      43. Welche Wendung gab es für Babylon wie im Fall Daniels?

      43 Im Laufe der Zeit und auf mancherlei Weise hatten die einst versklavten israelitischen Gefangenen Gelegenheit, Babylon mit Füßen zu treten, so daß es „eine Stätte der Zertretung“ wurde, „wie der Schlamm der Straßen“. (Micha 7:8-10) Als Babylon Darius, dem Meder, und Cyrus, dem Perser, anheimfiel, hörte der Prophet Daniel auf, ein Sklave Babylons zu sein, und wurde zu einem der ‘drei hohen Beamten’ gemacht, die König Darius, der Meder, über die einhundertzwanzig Satrapen setzte, welche über das ganze medo-persische Königreich gesetzt waren. — Daniel 6:1-3, 28.

      44. Welche Wendung gab es hinsichtlich der babylonischen Anbetung und der Anbetung des Volkes Jehovas?

      44 Auch wurden die Magie treibenden Priester, Zauberer, Chaldäer und Astrologen wegen des Unterschiedes zwischen der Religion der persischen Anbeter Zoroasters und der Religionskultausüber des alten Babylon in religiöser Hinsicht in den Schatten gestellt und fühlten sich schließlich genötigt, aus dem religiösen Zentrum Babylons auszuziehen. Es scheint, daß sie westwärts nach Pergamon (Kleinasien), und von dort dann hinüber nach Italien gezogen sind. (Offenbarung 2:12, 13) In scharfem Gegensatz dazu erlangten die Anbeter Jehovas die Gunst der Eroberer Babylons, und ihre Priester und die Leviten wurden im wieder aufgebauten Tempel Jehovas an seiner ursprünglichen Stätte in Jerusalem von neuem in die Dienststellungen eingesetzt. So entkam „Zion“ aus Babylon und kehrte heim.

      GOTTES REAKTION, WENN ‘SEIN AUGAPFEL’ ANGETASTET WIRD

      45. (a) Was empfindet Jehova, wenn irgend jemand sein Volk auf gewaltsame Weise antastet? (b) Warum also hat er seine Hand gegen die heutigen Nationen ‘geschwungen’?

      45 All dies veranschaulicht lebhaft, daß es etwas Empörendes ist, wenn die Nationen dieser Welt Jehovas Anbeter auf gewaltsame Weise antasten. Es schmerzt Jehova Gott. Es ist, wie wenn sein Augapfel angetastet würde, der ein sehr empfindlicher Teil des Körpers ist. Vor langer Zeit, damals, im Jahre 1473 v. u. Z., wies der Prophet Moses auf die Tatsache hin, daß Jehova hinsichtlich des von ihm erwählten Volkes empfindlich war, indem er sprach: „Er begann ihn zu umhegen, auf ihn achtzugeben, ihn zu behüten wie die Pupille seines Auges.“ (5. Mose 32:10) Er ist ebenso empfindlich in bezug auf seine christlichen Zeugen von heute. Doch haben es sich die Nationen der Christenheit und des Heidentums erwählt, diese Tatsache bei ihrer Behandlung der christlichen Zeugen Jehovas außer acht zu lassen. Ist es daher verwunderlich, daß er getan hat, wie er es voraussagte, indem er ‘seine Hand gegen sie schwingt, und daß sie ihren Sklaven zur Beute werden müssen’? (Sacharja 2:9) Wie hat er das getan?

      46. Wie bewirkte Jehova, daß im Jahre 1919 u. Z. die Plünderer seines Volkes diesem zur Beute wurden?

      46 Er hat seinen Überrest geistiger Israeliten von der religiösen Knechtschaft Babylons der Großen befreit und dessen Glieder wieder in ihren rechtmäßigen, ihnen von Gott gegebenen geistigen Stand auf Erden eingesetzt. Sie beugen sich nicht in kriecherischer Untertänigkeit vor den politischen Liebhabern der internationalen Hure, Babylons der Großen, sondern sagen den weltlichen Politikern, die versuchen, in die Dinge einzugreifen, die Jehova Gott gehören: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5:29) Im Befreiungsjahr 1919 u. Z. begannen sie, weit und breit die Strafurteile Jehovas Gottes zu verkündigen, besonders gegen die internationale Organisation für Weltfrieden und Sicherheit, den Völkerbund, indem sie sagten, daß er versagen werde. Weswegen? Weil die Nationen der Christenheit statt des messianischen Königreiches Gottes, das am Ende der Zeiten der Heiden, im Jahre 1914 u. Z., in den Himmeln geboren worden war, im Jahre 1919 u. Z. den Völkerbund annahmen und wirksam werden ließen. — Offenbarung 12:5.

      47. Wie traten die ungünstigen richterlichen Entscheidungen Jehovas während der Jahre 1922 bis 1928 noch stärker hervor?

      47 Diese ungünstigen richterlichen Entscheidungen Jehovas der Heerscharen traten während der sieben Jahre von 1922 bis 1928 noch stärker und in noch umfassenderer Weise hervor. Während jener Zeitspanne wurde von der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung in Amerika, Großbritannien und Kanada eine Reihe jährlicher internationaler Kongresse abgehalten, und in Verbindung damit wurden biblische Kommentare veröffentlicht, die von den göttlichen Prophezeiungen über diese religiösen und politischen Angelegenheiten handelten. Auf jeder dieser jährlichen Hauptversammlungen der Internationalen Bibelforscher wurden Resolutionen oder Erklärungen angenommen, die erste davon im Jahre 1922, betitelt „Proklamation: Aufruf an die Führer der Welt“, und die siebente und letzte im Jahre 1928, betitelt „Öffentliche Erklärung gegen Satan und für Jehova“. Diese sieben Resolutionen und die sie unterstützenden öffentlichen Vorträge zusammen mit den diesbezüglichen Aussprüchen der Bibel entsprachen den Dingen, die im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung (8. bis 16. Kapitel), vorausgesagt worden waren.

      48. Welchen Darlegungen in der Offenbarung entsprachen jene Veröffentlichungen?

      48 Sie entsprachen den sieben Trompeten, die von den sieben Engeln geblasen wurden und die sieben prophetische Bilder einführten, ferner den „sieben letzten Plagen“, die von den sieben dazu eingesetzten Engeln aus Schalen ausgegossen werden. — Offenbarung 21:9; 15:1 bis 16:21.

      49. (a) Welche Wirkung hatte die neuzeitliche Erfüllung dieser Dinge auf die davon Betroffenen? (b) Wie lange ist die Veröffentlichung dieser Richtersprüche Jehovas weitergegangen, so daß er den Nationen gegenüber in Wirklichkeit was getan hat?

      49 Die neuzeitliche Erfüllung dieser Bilder, die durch Trompetenstöße eingeleitet wurden, und der sieben Schalen, gefüllt mit den sieben letzten Plagen, verursachte eine große Aufregung, Unruhe und rebellische Entrüstung sowohl in Babylon der Großen (die Christenheit inbegriffen) als auch in den weltlichen, politischen Regierungen. Die Veröffentlichung jener ungünstigen Richtersprüche Jehovas der Heerscharen wurde nicht nur auf jene sieben Jahre, von 1922 bis 1928, beschränkt, sondern ist fortgesetzt worden bis in die Gegenwart hinein, und dies mit vermehrter Kraft und Stärke und in noch größerem Umfang als damals, in den 1920er Jahren. Dadurch, daß Gottes ungünstige richterliche Entscheidungen gegen das religiöse Groß-Babylon und dessen politische Gönner weltweit veröffentlicht werden, ‘schwingt’, Jehova der Heerscharen tatsächlich seine Hand drohend gegen die weltlichen Organisationen, die religiösen und politischen, die sein Volk geplündert haben. Das tut er durch seine Zeugen, die früher die Sklaven dieser Bedrücker waren.

      50. (a) Was wird in bezug auf den ausgesandten Engel bekannt sein, wenn Jehova schließlich diese Richtersprüche vollzieht? (b) Welche Personen werden selbst in unseren Tagen durch Gottes Urteilsvollstreckung gerechtfertigt werden?

      50 Binnen kurzem werden wir den Vollzug dieser richterlichen Entscheidungen Gottes an diesen Feinden sehen, die Gott, dem Höchsten, einen Schmerz bereitet haben, als ob sie seinen Augapfel antasteten. Das wird die folgenschwere Zeit sein, von der der Engel vor Sacharjas Ohren sagte: „Und ihr werdet bestimmt erkennen, daß Jehova der Heerscharen selbst mich gesandt hat.“ (Sacharja 2:9) Müssen wir aber heute bis zu dieser Zeit der vollständigen Erfüllung warten? Schon jetzt sind genügend Beweise vorhanden, die anzeigen, daß dieser Engel die Wahrheit geredet hat — gleich vorausgeschriebener Geschichte. Dies wiederum beweist, daß nur Jehova der Heerscharen selbst, der Eine sein konnte, der diesen Engel gesandt hatte. Auf diese Weise wird der Prophet Sacharja ebenfalls als derjenige gerechtfertigt, der wahre, unfehlbare Prophezeiungen aufzeichnete. Und wie steht es heute? Heute ist ebenfalls eine Rechtfertigung im Gange. Eine Rechtfertigung wessen? Diejenige der christlichen Zeugen Jehovas, die auf Sacharjas wunderbare Prophezeiungen sowie auf deren neuzeitliche Erfüllung aufmerksam gemacht haben.

      WARUM NUN DER RUF, SICH ZU FREUEN?

      51. Weshalb hatten die bösgesinnten Nationen während des Ersten Weltkrieges Grund, zu jauchzen und sich zu freuen?

      51 Einst hatten die bösgesinnten Nationen Grund, einen lauten Freudenruf über die Wendung in den Ereignissen unter den Menschen anzustimmen. Das war, als Jehova der Heerscharen während des Ersten Weltkrieges zuließ, daß seine christlichen Zeugen ihrer Macht anheimfielen, und es den Nationen freistand ihren Zorn an diesen christlichen, geistigen Israeliten auszulassen. Zu der Zeit kämpften die Nationen wegen der Streitfrage der Weltherrschaft, nicht etwa um die Herrschaft des Schöpfers des Himmels und der Erde, sondern um die Herrschaft durch sie selbst sei es durch den demokratischen Block der Nationen oder durch den autokratischen, diktatorischen Block. Sie wollten die natürlichen Reichtümer der Erde beherrschen und diese zu Handelsgewinnen ausbeuten.

      52. Warum mißhandelten jene Nationen die geistigen Israeliten, als sie treu für Gottes messianisches Königreich eintraten?

      52 Sie waren sehr nationalistisch, und ihr nationaler Patriotismus steigerte sich bis zur Fieberglut. Bei ihren Anstrengungen zu einer totalen Mobilisation des Volkes im Interesse ihrer nationalistischen Ziele wurden sie wütend über diejenigen, die es ablehnten, sich mit ihnen zu vereinen, weil sie für Gottes messianisches Königreich eintraten, das am Ende der Zeiten der Heiden, im Jahre 1914, in den Himmeln aufgerichtet worden war. So mißhandelten die Nationen unter dem Druck des Krieges diese Verfechter des Königreiches Gottes. Wie sie sich freuten, deren Einfluß hinsichtlich des Königreiches Gottes zunichte zu machen!

      53. Wie wird in Offenbarung 11:7-10 der Jubel der Nationen beschrieben?

      53 Die Schadenfreude und das Sich-selbst-Beglückwünschen, dem sich die tiergleichen Nationen bei dieser Niederlage der Befürworter des messianischen Königreiches Gottes hingaben, wurde in der Offenbarung, Kapitel elf vorausgesagt. Dort sind gewisse Redewendungen aus Sacharjas Prophezeiung entlehnt worden. In Bildersprache wird in Offenbarung 11:7-10 gesagt: „Und wenn sie ihr Zeugnisgeben beendet haben, wird das wilde Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, Krieg mit ihnen führen und sie besiegen und sie töten. Und ihre Leichname werden auf der breiten Straße der großen Stadt liegen, die in geistigem Sinne Sodom und Ägypten heißt, wo auch ihr Herr an den Pfahl gebracht wurde. Und Leute von den Völkern und Stämmen und Zungen und Nationen werden ihre Leichname dreieinhalb Tage lang anschauen, und sie lassen nicht zu, daß ihre Leichname in eine Gruft gelegt werden. Und die, die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und sind froh, und sie werden einander Gaben senden, weil diese zwei Propheten die, die auf der Erde wohnen, quälten.“ Ihr Jubel erwies sich aber als von kurzer Dauer.

      54, 55. (a) Wann aber war es, daß der Überrest geistiger Israeliten aufgerufen wurde, zu jauchzen und sich zu freuen? (b) Das war dasselbe, wie wenn Gott wem zuriefe zu jauchzen, und welcher Grund lag dazu vor?

      54 Geradeso, wie es in der Vision der Offenbarung veranschaulicht wurde, auferweckte Gott, der Allmächtige, im Jahre 1919 u. Z. diese unbegrabenen Zeugen in geistigem Sinne und ließ sie in seinem Königreichsdienst wieder tätig werden. Bestürzung ergriff die Nationen und ihre religiöse Prostituierte, Babylon die Große, doch jetzt war die Zeit für den wiederbelebten Überrest geistiger Israeliten gekommen, zu jauchzen und sich zu freuen. Ihr himmlischer Befreier, der sie wiederbelebt hatte, rief sie dazu auf. Da sie das himmlische Neue Jerusalem vertraten und zur Mitgliedschaft darin bereit waren, war es, als ob Gott dieser geistigen Organisation zuriefe. Indem er diese Organisation Zion (der andere Name für Jerusalem) nannte, sagte er:

      55 „ ‚Jauchze und freue dich, o Tochter Zion, denn siehe, ich komme, und ich will in deiner Mitte weilen‘ ist der Ausspruch Jehovas. ,Und viele Nationen werden sich an jenem Tage gewißlich Jehova anschließen, und sie werden wirklich mein Volk werden; und ich will in deiner Mitte weilen.‘ Und du wirst erkennen müssen, daß Jehova der Heerscharen selbst mich zu dir gesandt hat. Und Jehova wird gewißlich Juda als seinen Teil auf dem heiligen Boden in Besitz nehmen, und er wird sicherlich Jerusalem noch erwählen. Bewahre Schweigen, alles Fleisch, vor Jehova, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung.“ — Sacharja 2:10-13.

      56. (a) Wie zeigte Jehova, ob er seinen Anspruch auf das Land Juda bei dessen Verödung aufgab? (b) Wie ergriff Jehova vom Land wieder Besitz, und welches Wunder wirkte er dann?

      56 Wenn wir sehen, was diese Prophezeiung damals, in der Zeit Sacharjas, bedeutete, können wir erkennen, was deren Erfüllung in dem bemerkenswerten zwanzigsten Jahrhundert unserer Zeitrechnung bedeutet. Gab Jehova damals seinen Anspruch auf das Land Juda auf, und erlaubte er irgendwelchen gebietsgierigen Nationen, davon Besitz zu ergreifen, oder ließ er zu, daß sich Ansiedler auf dem Lande niederließen? Keinesfalls! Obwohl er sein Volk aus dem Land hinaus- und nach Babylon geführt hatte, behütete er das Land und setzte einen langen Sabbat der Ruhe dafür durch. Wie denn? Indem er es öde daliegen ließ, ohne Mensch oder Haustier, so, wie er es vorausgesagt hatte. Am Ende dieser siebzig Sabbatjahre, in denen das Land Sabbat hielt, ergriff er wieder Besitz von dem Gebiet Judas, indem er sein verbanntes Volk befreite und es aus Babylon in die geliebte Heimat zurückführte. Die Stadt Jerusalem erwählte er von neuem als die Hauptstadt Judas, indem er durch die zurückgeführten Verbannten ein zweites Jerusalem an dessen alter Stelle bauen ließ. So wurde ein bevölkertes Land wie durch Geburtswehen „an e i n e m Tag“ hervorgebracht. Auch wurde „auf einmal“ eine Nation „geboren“, indem ihre Hauptstadt Jerusalem wieder errichtet und die Regierung von dort aus über den „heiligen Boden“ Judas ausgeübt wurde. (Jesaja 66:7, 8) Es war ein wahres Wunder!

      57. Wann also nahm Jehova Wohnung im Lande Juda, und wann und wie wurde dies dort offensichtlicher?

      57 Da das alte Israel eine theokratische Nation war und unter Gottes Herrschaft und Gesetz stand, bezog Jehova Gott wieder Wohnung in Jerusalem, als es von neuem gegründet und wieder aufgebaut worden war. Dies wurde noch offensichtlicher, als der Tempel seiner Anbetung im Jahre 515 v. u. Z. zur Vollendung gebracht wurde und seine regelmäßige Anbetung in vollem Umfang dort begann. Dieser wieder aufgebaute Tempel wäre ein Symbol für alle umliegenden Nationen, daß Jehova der Heerscharen dort Wohnung genommen hätte, daß er nun in Zion, in Jerusalem, wohnte. Dort könnte man sich ihm nahen.

      58. Wie würden ehrlichgesinnte Menschen der Nationen der Umgebung günstige Bemerkungen machen, und was also würden sie tun? (Sacharja 2:11).

      58 Welche Auswirkung würde dies auf die heidnischen Nationen der Umgebung haben? Viele Menschen dieser Nationen waren mit Recht von dem Beweis beeindruckt, daß Jehova der Heerscharen der Gott der Wahrheit ist; daß er sein vollkommenes Vorauswissen und seine Allmacht dadurch offenbart, daß er die Prophezeiungen erfüllt, für die er mit seinem eigenen Namen bürgt. Da er sein Volk Israel aus dem Tod als Nation auferweckt, es aus seinem „Grab“ in Babylon herausgebracht und es in das Land der Lebenden, in sein eigenes Heimatland, zurückgeführt hatte, sahen die ehrlichgesinnten Beobachter, daß er der eine lebendige und wahre Gott war, der einzige, der es verdiente, angebetet zu werden. Aufrichtig wünschten sie, ihn anzubeten, und wenn es für sie möglich gewesen wäre, wären sie, um das zu tun, zu seiner Wohnstätte, nach Zion (Jerusalem), gekommen. Der Text aus Sacharja 2:11 sollte sich verwirklichen: „Und viele Nationen werden sich an jenem Tage gewißlich Jehova anschließen, und sie werden wirklich mein Volk werden.“ Das zeigte eine Zunahme der Anbeter Jehovas in der weiten Welt und nicht nur auf dem „heiligen Boden“ Judas an.

      59, 60. (a) Wie ereignete sich dasselbe in Verbindung mit dem Überrest, der für einen Platz im Neuen Jerusalem bereitstand, und wer war im Gebiet Babylons der Großen gleichsam begraben? (b) Wie hat Jehova gezeigt, daß er beim Überrest Wohnung genommen hat?

      59 Ist nicht so etwas auch im Fall des neuzeitlichen Überrestes der geistigen Israeliten wahr geworden? Haben sie nicht allen Grund, ‘zu jauchzen und sich zu freuen’, wie es der „Tochter Zion“ in alten Zeiten, in den Tagen Sacharjas, zu tun geheißen worden war? Jawohl! Dieser Überrest geistiger Israeliten ist wie eine Braut, ‘die einem Mann zur Ehe versprochen ist, um als eine keusche Jungfrau dem Christus dargestellt zu werden’, und der Überrest steht daher bereit, einen Teil des himmlischen Neuen Jerusalem zu bilden. Dieses Neue Jerusalem mit Jesus Christus als dessen Haupt ist die Hauptorganisation Jehovas Gottes, die über seine ganze Universalorganisation gesetzt ist. (2. Korinther 11:2; Offenbarung 21:2, 9, 10) Während des Ersten Weltkrieges wurde die Einheit der Überrestglieder als einer ‘heiligen Nation’ gesprengt; sie wurden aus dem ihnen von Gott verliehenen geistigen Stand verbannt und waren so, als ob sie in dem Herrschaftsbereich Babylons der Großen in einem Grab bestattet worden wären. Nachdem der Erste Weltkrieg vorüber war und sein Druck nachgelassen hatte, war die Welt von der erstaunlichen Erfüllung dessen, was in Offenbarung 11:11-13 prophetisch geschildert worden war, überrascht.

      60 Jehova belebte den begrabenen Überrest in geistiger Hinsicht von neuem, führte dessen Glieder aus ihrem Grab in Babylon der Großen heraus, stellte sie zu ihrem rechtmäßigen geistigen Stand auf Erden wieder her und machte sie zu seiner geeinten ‘heiligen Nation’. Er hatte diese treuen Überrestglieder wieder erwählt, die zum Bürgertum im Neuen Jerusalem, das unter Christus steht, aufblickten. (Philipper 3:20, 21) Jehova wandte ihnen seine Gunst und Aufmerksamkeit zu und stärkte sie mit jener machtvollen, wirksamen Kraft, seinem heiligen Geist, damit sie ein weltweites Zeugnis für sein messianisches Königreich geben konnten, wie es dergleichen nie zuvor in der ganzen christlichen Geschichte gegeben hatte. (Markus 13:10; Matthäus 24:14; 28:19, 20) Sie schlossen sich nicht den Nationen der Christenheit an, indem sie den götzendienerischen Völkerbund als „die letzte Hoffnung der Welt“ angebetet hätten, sondern widmeten sich inbrünstig der Anbetung des ‘Gottes der Hoffnung’ in seinem geistigen Tempel. (Offenbarung 13:14, 15; 14:9) Sie machten den Namen ihres Gottes, Jehovas, in einem Maße bekannt wie nie zuvor. (Jesaja 12:4, 5) Allem äußeren Anschein nach hatte er bei ihnen Wohnung genommen.

      61. Wie hat es sich bewahrheitet, daß ‘viele Nationen sich an jenem Tage gewißlich Jehova anschließen werden’?

      61 Können wir heute sehen, daß sich dies auf die Völker der Welt ausgewirkt hat? Die Nationen als politische Gemeinwesen gerieten in Furcht. Indes gab es unter diesen Nationen aufrichtige Menschen redlichen Herzens, die nach einer reinen, wahren und vernünftigen Religion hungerten und dürsteten, einer Religion, die jemand wirklich mit dem wahren, der Anbetung würdigen Gott in Verbindung bringen konnte. Während der treue Überrest geistiger Israeliten die Tätigkeit des Predigens ‘dieser guten Botschaft vom Königreich’ nach immer mehr Ländern der bewohnten Erde ausdehnte, wurden immer mehr Menschen, die den wahren Gott suchten, erreicht. Sie erfuhren, daß der Herr Jesus Christus der Messias Jehovas Gottes sei, und sie gaben sich Gott hin und ließen sich im Wasser taufen, um Jünger seines Messias zu werden. (Matthäus 28:19, 20) Dadurch ergab sich gerade das, was vorausgesagt worden war: „Viele Nationen werden sich an jenem Tage gewißlich Jehova anschließen.“ (Sacharja 2:11) Keine Nationalität, keine Rasse wäre davon ausgeschlossen.

      62. In welchem Ausmaß hat sich dies seit dem Jahre 1935 u. Z. bewahrheitet, und wie sind sie Jehovas „Volk“ geworden?

      62 Dies bewahrheitete sich in markanter Weise von 1935 u. Z. an, vier Jahre nachdem der gesalbte Überrest die Bezeichnung Jehovas Zeugen angenommen hatte. Der Zweite Weltkrieg hielt jene Menschen, die den wahren Gott aufrichtig suchten, nicht davon zurück, sich als Jünger seines Messias ‘Jehova anzuschließen’. Im Vergleich zu der kleinen Schar, die sie damals, im Jahre 1935, waren, ja im Vergleich zu dem gesalbten Überrest sind diejenigen, die sich ‘Jehova anschlossen’, zu einer „großen Volksmenge“ geworden, deren Zahl in der Bibel nicht festgelegt ist. (Offenbarung 7:9-17) So sagte Jehova: „Sie werden wirklich mein Volk werden.“ Sie bekennen sich nicht dazu, Glieder des gesalbten Überrestes geistiger Israeliten zu sein. Dem ist so, weil Gott sie nicht mit seinem heiligen Geist gezeugt hat, damit sie seine geistigen Söhne würden, wiewohl er sie annahm, als sie sich ihm anschlossen und sich ihm durch seinen Hohenpriester, Jesus Christus, hingaben. Das Verdienst des Sühnopfers Jesu macht sie vor Jehova Gott annehmbar. So betrachtet er diese ihm hingegebenen Getauften als „mein Volk“, das sich ihm angeschlossen hat. Auf diese Weise werden sie als „andere Schafe“ zu ‘e i n e r Herde’ mit dem gesalbten Überrest unter dem vortrefflichen Hirten, Jesus Christus. — Johannes 10:16.

      63. Wie haben sie sich als diese „Schafe“ ‘Jehova angeschlossen’?

      63 Diese „anderen Schafe“ haben die Stimme des vortrefflichen Hirten gehört und sind auf seinen Ruf eingegangen und aus ‘vielen Nationen’ herausgekommen. Sie schließen sich dem gesalbten Überrest geistiger Israeliten in der Anbetung des wahren Gottes in seinem geistigen Tempel an. (Offenbarung 7:15) So ‘schließen sie sich Jehova an’.

      64. (a) Welche Hoffnung ist ihnen vor Augen gehalten worden, und warum? (b) Wie hat Jehova durch sie sein Haus mit Herrlichkeit erfüllt? (Haggai 2:7).

      64 Da Jehova diese „anderen Schafe“ nicht mit seinem Geist gezeugt hat, damit sie ein Teil des himmlischen Neuen Jerusalem würden, gibt er ihnen die Hoffnung auf ewiges Leben auf dem „Schemel seiner Füße“, nämlich auf dieser Erde, die dann aber in ein prachtvolles Paradies umgewandelt werden wird. (1. Mose 2:8; Lukas 23:43) Jehova Gott hat durch die Art und Weise, wie er gegenüber den Angelegenheiten der Menschen seit dem Jahre 1914 u. Z. verfahren ist, alle Nationen erschüttert, und dadurch haben diese „anderen Schafe“ sein messianisches Königreich wahrgenommen. Aus Wertschätzung für sein Königreich sind sie in sein Haus der Anbetung gekommen, und er nimmt sie als begehrenswerte Anbeter auf. In der Tat, sie sind die „begehrenswerten Dinge aller Nationen“, von denen vorausgesagt wurde, daß sie „hereinkommen“, und durch sie füllt Jehova an seiner Stätte der reinen Anbetung sein Haus oder seinen Tempel mit Herrlichkeit. — Haggai 2:7.

      65. Was zeigen die Beweise hinsichtlich dessen, der diejenigen gesandt hat, durch die wir die dritte Vision Sacharjas erhalten haben, und in bezug worauf stärkt dies unsere Überzeugung?

      65 Heute, nahezu vierzig Jahre nach jenem denkwürdigen Jahr 1935 u. Z., in dem unsere Aufmerksamkeit auf das richtige Verständnis der in Offenbarung 7:9-17 erwähnten „großen Volksmenge“ gelenkt worden ist, sehen wir die in der dritten Vision dem Sacharja vorausgesagten Dinge großartig verwirklicht. Wir haben daher bereits genügend Beweise, um erkennen zu können, daß es der Gott der Wahrheit, Jehova, war und nicht eine falsche prophetische Quelle, die den Engel zu Sacharja und zu seinem Volke sandte. Es war ebenfalls Jehova, der auch Sacharja sandte, damit er als Prophet die Vision für uns, die wir heute leben, aufzeichne. Das stärkt unsere Überzeugung, daß sich alle weiteren Visionen Sacharjas bewahrheiten werden.

      66. Was wird uns mit Recht geboten, jetzt zu tun, und um was zu tun, hat sich Jehova „aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung“?

      66 Sollten wir da nicht schweigen, um zu hören, was Jehova zu sagen hat? Sicherlich! Höchst angebracht ist daher das inspirierte Gebot, mit dem die dritte Vision abschließt, die Sacharja gegeben wurde: „Bewahre Schweigen, alles Fleisch, vor Jehova, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung.“ (Sacharja 2:13) Ja, um sein Wort zu erfüllen, hat er sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung in den Himmeln.

  • Satans Widerstand gegen den Hohenpriester mißlungen
    Das Paradies für die Menschheit durch die Theokratie wiederhergestellt
    • 10. Kapitel

      Satans Widerstand gegen den Hohenpriester mißlungen

      1. Was benötigt die ganze Menschenwelt in religiöser Hinsicht heute, und warum gerade das?

      ÜBERALL auf Erden findet man heute Hohepriester verschiedener Religionskulte. Das mächtigste dieser priesterlichen Häupter ist der Pontifex maximus, der Papst in der Vatikanstadt. Was aber die ganze Menschenwelt benötigt, ist ein einziger Hoherpriester. Warum dies? Weil es nur e i n e n lebendigen und wahren Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, gibt, den Souverän des ganzen Universums. Er benötigt nur e i n e n Hohenpriester, der ihn vor dem Volke vertritt und für das Volk mit ihm handelt. Dies entspricht der Tatsache, daß es nur die eine wahre Religion gibt, nur die eine reine Anbetung dieses Gottes „mit Geist und Wahrheit“. — Johannes 4:24.

      2. Welches e i n e hohepriesterliche Amt erkannte Jehova bis zum 16. Nisan des Jahres 33 u. Z. an, als welcher e i n e geistige Hohepriester erschien?

      2 Mehr als fünfzehnhundert Jahre, von 1512 v. u. Z. bis 33 u. Z., gab es nur e i n hohepriesterliches Amt, das von dem lebendigen und wahren Gott anerkannt wurde. Dieses hohepriesterliche Amt wurde in dem Geschlecht Aarons, des Bruders Mose, des Propheten vom Stamme Levi, eingeführt. Aaron wurde am ersten Tag des Mondmonats Nisan im Jahre 1512 v. u. Z. ins Amt eingesetzt. Während der nachfolgenden Jahrhunderte gab es aus den Nachkommen Aarons eine Reihe von Hohenpriestern, dies bis zum Sonntag, dem 16. Nisan des Jahres 33 u. Z. Das war der Tag, an dem der Herr Jesus Christus von einem Opfertod auferstand. Am vierzigsten Tag danach fuhr er als ein geistiger Hoherpriester auf, um in das himmlische Allerheiligste einzugehen, wo er den kostbaren Wert seines vollkommenen menschlichen Opfers dem einen lebendigen und wahren Gott, Jehova, darbot.

      3. Warum konnte Jehova seither mit einem einzigen Hohenpriester handeln?

      3 Von jener Zeit an bis jetzt hat Jehova Gott nur mit e i n e m Hohenpriester gehandelt — nicht mit einem Hohenpriester von der Familie Aarons, des Leviten, sondern mit dem einen nie sterbenden Hohenpriester, Jesus Christus. Zu ihm wurde prophetisch gesagt: „Du bist Priester für immer nach der Weise Melchisedeks.“ — Hebräer 5:5, 6, 10; 6:19, 20; 7:15-17.

      4. (a) Durch welchen anderen Hohenpriester wurde Jesus Christus am jährlichen Sühnetag vorgeschattet? (b) Durch wen also wurde er in der vierten Vision Sacharjas im Vorbild dargestellt?

      4 Indes wurde Jesus Christus ferner als ein opfernder geistiger Hoherpriester vom aaronischen Hohenpriester der ehemaligen Nation Israel vorgeschattet oder sinnbildlich dargestellt. So, wie der Hohepriester Israels am jährlichen Sühnetag mit Opferblut in das Allerheiligste des Tempels in Jerusalem hineinging, ging Jesus ähnlicherweise mit dem Wert seines eigenen Opferblutes in das wahre Allerheiligste des geistigen Tempels Jehovas Gottes, in den Himmel selbst, ein. Somit wurde Jesus Christus durch den israelitischen Hohenpriester Josua, den Sohn Jehozadaks im Vorbild dargestellt, der im Jahre 537 v. u. Z. aus dem Exil in Babylon nach Jerusalem zurückgekehrt war, um dort den Tempel Jehovas wieder aufzubauen. (Haggai 1:1) Von diesem Standpunkt aus ist es für uns faszinierend, die vierte Vision des Propheten Sacharja zu betrachten, in der dieser Hohepriester Josua die Hauptperson ist. Als ob Sacharja in den Gerichtssaal hineinschaue, schreibt er:

      5. Was sagte Jehovas Engel zu dem, der an Josuas Seite stand?

      5 „Und er ging daran, mir Josua, den Hohenpriester, zu zeigen, der vor dem Engel Jehovas stand, und Satan, der zu seiner Rechten stand, um ihm zu widerstehen. Dann sprach der Engel Jehovas zu Satan: ,Jehova schelte dich, o Satan, ja Jehova schelte dich, er, der Jerusalem erwählt! Ist dieser nicht ein aus dem Feuer herausgerissenes Holzscheit?‘ “ — Sacharja 3:1, 2.

      6. (a) Wer war jener Satan? (b) Warum widerstand er Josua?

      6 Der Satan, der hier im Bilde gezeigt wurde, war nicht bloß ein kirchlicher „Advokat des Teufels“, der für Jehova als Anwalt amtete. Es war derselbe Satan, der in der Versammlung der Engelsöhne Gottes im Himmel im siebzehnten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung erschienen war und den Patriarchen Hiob vor Jehova Gott fälschlich anklagte. (Hiob 1:6 bis 2:7) Warum aber suchte Satan, der Teufel, in dieser Vision, die Sacharja im Jahre 519 v. u. Z. hatte, vor dem Engel Jehovas dem Hohenpriester Josua zu widerstehen? Weil der Hohepriester Josua im vorangegangenen Jahr, am vierundzwanzigsten Tag des Mondmonats Kislew, einen entscheidenden Schritt zugunsten der Anbetung Gottes getan hatte. Er und der Statthalter Serubbabel sowie der treue Überrest Israels hatten an der Grundlage des zweiten Tempels Jehovas in Jerusalem zu arbeiten begonnen. (Haggai 2:18, 19) Der Hohepriester Josua arbeitete auf diese Weise für seine Wiedereinsetzung in den vollen Dienst Jehovas in einem fertiggestellten zweiten Tempel. Indem Josua seine Aufgaben in einem vollendeten Tempel aufnähme, würde er in einem neuen Licht erscheinen.

      7. (a) Was versuchte Satan in Josuas Fall zu verhindern? (b) Wessen Prophezeiung suchte Satan entgegenzuwirken, und wie?

      7 Satan, der Teufel, der die wahre Religion bekämpft, war darauf aus, dem Hohenpriester Josua in dieser Hinsicht zu widerstehen, um ihn zu erniedrigen und ihn aus dem uneingeschränkten Dienst für Jehova zugunsten der Nation Israel auszuschließen. Das würde Josua in ein schlechtes Licht rücken, weil er in seinem Dienst für Gott höchst unzulänglich wäre. Zu diesem Zweck würde Satan versuchen, der Prophezeiung Haggais und Sacharjas entgegenzuwirken und von seiten der Feinde Israels eine überwältigende Opposition gegen den Wiederaufbau des Tempels hervorzurufen. In diesem Fall könnte er den Hohenpriester Josua beschuldigen, seine hohepriesterlichen Pflichten nicht völlig erfüllt zu haben, und das würde Jehova zur Schmach gereichen.

      8. (a) Warum sagte der Engel, der als Richter amtete, daß Jehova es sein sollte, der Satan schelten würde? (b) Wie hatte Jehova Jerusalem bereits erwählt?

      8 Satan kam mit seinem boshaften Anschlag aber zu spät. Bevor er seinen Widerstand verstärken und seine boshaften Anklagen gegen den Hohenpriester Josua vorbringen konnte, sagte der Engel, der als ein Richter für Jehova amtete, zu Satan: „Jehova schelte dich, er, der Jerusalem erwählt!“ Gott, der Höchste, und nicht irgendein untergeordneter Engel, der Jehova lediglich vertrat, war der Eine, dessen Stellung hoch genug war, um Satan zu schelten. Auf diese Weise nahm der Engel gebührend Rücksicht auf die Stellung Jehovas. (Judas 8-10) Ferner hatte Jehova bereits Schritte unternommen, um seinem eigenen heiligen Namen Größe zu verleihen. Er hatte Jerusalem bereits als die Stadt, in der sein Tempel stehen sollte, erwählt. Satan konnte diese göttliche Wahl nicht ändern, noch konnte er verhindern, daß sie sich verwirklichte. Er war derjenige, der enttäuscht und dadurch gescholten werden sollte, daß er im Jahre 515 v. u. Z. den Tempel wieder vollständig aufgebaut zu sehen bekäme. Diese Schelte würde ihm von Jehova zuteil, denn dieser hatte es erfolgreich zustande gebracht.

      9. (a) Was wurde durch das ‘aus dem Feuer herausgerissene Holzscheit’ symbolisiert? (b) Was zeigte nun, daß es aus dem Feuer herausgerissen worden war, und auf welche Weise?

      9 Warum aber fügte Jehovas Engel als Richter die Frage hinzu: „Ist dieser nicht ein aus dem Feuer herausgerissenes Holzscheit?“? Weil von einem symbolischen „Holzscheit“, nachdem es aus dem Feuer gerettet worden wäre, nicht sogleich allzuviel erwartet werden könnte. „Dieser“, der durch das aus dem Feuer herausgerissene Holzscheit dargestellt wurde, war der Hohepriester Josua. Zufolge seines Amtes vertrat Josua aber die ganze Nation Israel, für die er als Hoherpriester vor Gott diente. Josua war nicht der einzige, der aus dem Exil in Babylon zurückgekommen war, wo Satan, der Teufel, versucht hatte, ihre Kennzeichnung als Jehovas erwählte Nation in Asche zu verwandeln. Mehr als 42 000 weitere Israeliten waren ebenfalls zurückgekehrt, zusammen mit Tausenden von Dienern und Sängern. Somit war die ganze Zahl des Überrestes insgesamt wie ein „aus dem Feuer herausgerissenes Holzscheit“. Jehovas Barmherzigkeit und Treue seinen Verheißungen gegenüber hatte sie aus dem symbolischen babylonischen „Feuer“ herausgerissen und als Nation wieder auf den „heiligen Boden“ zurückgebracht. Da sich dies so verhielt, übte er Geduld, als sie lange zögerten, seinen Tempel wieder aufzubauen, beharrte aber auf seinem Vorhaben, dort in Jerusalem einen Tempel zu haben, zu welchem Zweck er Jerusalem erwählt hatte. Somit hätte Satan mit seinen Anklagen nicht allzu hastig sein sollen.

      10. Was geschah jetzt mit Josua, damit irgendwelche Gründe beseitigt wären, die Satan hätte benutzen können, um ihn anzuklagen?

      10 Dem Widerstand Satans gegenüber dem Hohenpriester Josua wurde Einhalt getan. Was also geschah mit Josua, um ihn von irgend etwas zu reinigen, was ihm anhaftete und was Satan als einen Grund hätte benutzen können, Anklagen gegen ihn vorzubringen? Sacharja beschreibt es uns mit den Worten: „Was nun Josua betrifft, es ergab sich, daß er mit beschmutzten Kleidern bekleidet war und vor dem Engel stand. Dann antwortete er und sprach zu den vor ihm Stehenden: ,Entfernt die beschmutzten Kleider von ihm.‘ Und er sprach weiter zu ihm: ,Siehe, ich habe deine Vergehung von dir wegnehmen lassen, und man bekleidet dich mit Feierkleidern.‘ “ — Sacharja 3:3, 4.

      WIESO EIN WECHSELN DER KLEIDER NOTWENDIG WAR

      11. Wieso konnte Josua in beschmutzten Kleidern den himmlischen Hohenpriester, Jesus Christus, veranschaulichen?

      11 Hier entsteht eine Frage: Wenn doch der Hohepriester Josua mit beschmutzten Kleidern bekleidet dargestellt wurde, wie konnte er dann Jesus Christus, den himmlischen Hohenpriester, darstellen oder vorschatten? Wird nicht in Hebräer 7:26, 27 zu wahren Christen von heute gesagt: „Ein solcher Hoherpriester wie dieser war für uns der geeignete: loyal, arglos, unbefleckt, getrennt von den Sündern und höher als die Himmel geworden. Er hat es nicht täglich nötig, Schlachtopfer darzubringen wie jene Hohenpriester, zuerst für seine eigenen Sünden und dann für die des Volkes (denn er tat dies ein für allemal, als er sich selbst als Opfer darbrachte).“? Jawohl, das stimmt. Doch verhält es sich mit dem Hohenpriester Jesus Christus so wie mit dem ehemaligen Hohenpriester Josua. Der Hohepriester vertritt das Volk, für das er in diesem hohen Amt dient, und dessen Zustand setzt ihn in ein entsprechendes Licht. Er trägt die Ungerechtigkeiten seines Volkes.

      12. Was war vor langer Zeit zu Aarons zwei überlebenden Söhnen und zu Aaron selbst gesagt worden, um anzuzeigen, daß die Priester das Vergehen des Volkes trugen?

      12 Daß die Priesterschaft das Vergehen des Volkes trug, deutete der Prophet Moses an, als er zu den zwei überlebenden Söhnen Aarons wegen eines Versagens ihrerseits sagte: „Warum habt ihr das Sündopfer an der Stätte, die heilig ist, nicht gegessen, da es etwas Hochheiliges ist und er es euch gegeben hat, damit ihr die Verantwortung für das Vergehen der Gemeinde traget, um so für sie Sühne zu leisten vor Jehova?“ (3. Mose 10:16, 17) Das Heiligtum oder der Tempel war heilig, und wenn das Volk ihn berührte, so beging es dadurch ein Vergehen, und somit mußten die geheiligten Priester im Heiligtum für das Volk Dienst tun, um das Verüben eines solchen Vergehens zu verhindern. Diesbezüglich lesen wir in 4. Mose 18:1: „Und Jehova sprach dann zu Aaron: ,Du und deine Söhne und das Haus deines Vaters mit dir, ihr werdet euch für Vergehen gegen das Heiligtum verantworten, und du und deine Söhne mit dir, ihr werdet euch für Vergehen gegen euer Priestertum verantworten.‘ “ So handelten die Priester zum Schutz gegen das Vergehen des Volkes.

      13. Wie hatte Haggai auf die Unreinheit der Nation Israel in seinem Gespräch mit den Priestern hingewiesen, und warum war sie unrein?

      13 Was nun das Heiligtum oder den Tempel in Jerusalem zu der Zeit betrifft, da Haggai und Sacharja zu prophezeien begonnen hatten, so hatte seine Grundlage vernachlässigt gelegen, ohne daß im Verlauf von sechzehn Jahren ein Aufbau darauf errichtet worden wäre. Das war dem gewaltsamen Widerstand von seiten der Feinde in der Umgebung zuzuschreiben. Während jener Zeitspanne waren die in ihre Heimat zurückgeführten Israeliten gleichgültig geworden und hatten sich dem Materialismus zugewandt. Als Haggai in einem Gespräch mit den Priestern fragte, was geschehen würde, wenn jemand, der zeremoniell unrein wäre, einen Teil eines Opfers berührte, antworteten sie daher: „Es wird unrein werden.“ Sogleich erwiderte Haggai darauf: „ ‚So ist dieses Volk, und so ist diese Nation vor mir‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,und so ist das ganze Werk ihrer Hände und was immer sie dort darbringen. Es ist unrein.‘ “ — Haggai 2:13, 14.

      14. Warum also erschien Josua so, wie wenn er mit beschmutzten Kleidern bekleidet wäre?

      14 Da der Hohepriester Josua die Nation Israel vor Jehova vertrat, wurde dieser unreine Zustand des Volkes ihm zugeschrieben. Demzufolge war es, wie wenn er mit beschmutzten Kleidern bekleidet wäre. Er suchte Amtshandlungen ohne einen Tempel zu verrichten, und dies sah aus, als ob etwas nicht in Ordnung wäre. Er konnte nicht mit der vollen Würde und Größe wie in einem Tempel dienen. Indem Satan, der Teufel, Anklagen gegen den Hohenpriester Josua erhob, erhob er solche gegen die ganze nachlässige, unreine Nation.

      15, 16. (a) Stellte der geistige Zustand des Überrestes der geistigen Israeliten, der im Jahre 1919 u. Z. noch am Leben war, den Hohenpriester Jesus Christus im Himmel in ein günstiges oder ungünstiges Licht, und warum? (b) Was zeigte der Ausruf des Überrestes an, der dem Ausruf Jesajas im Tempel glich?

      15 Ähnlich verhält es sich mit dem gegenbildlichen Hohenpriester, der in jenem Jahr, 519 v. u. Z., durch den Hohenpriester Josua vorgeschattet wurde. Durch den geistigen Zustand, in dem sich der Überrest der geistigen Israeliten auf Erden befand, als er in das Nachkriegsjahr 1919 u. Z. eintrat, geriet der Hohepriester Jesus Christus in ein entsprechendes Licht. Wegen der Behinderungen als Folge der Beschränkungen, der Opposition und Verfolgung während des Krieges hatten die Überrestglieder in vielen Beziehungen den Maßstab der offenen, mutigen Anbetung Jehovas in seinem geistigen Tempel nicht erreicht. Sie waren der Knechtschaft Babylons der Großen und ihrer politischen und militärischen Liebhaber erlegen. Sie waren in einem gleichen geistigen Zustand wie der ehemalige Überrest Israels, der in seine Heimat zurückgebracht worden war. So, wie Jesaja sprach, als er Jehova in seinem heiligen Tempel in einer Vision sah, konnten sie sagen:

      16 „Wehe mir! Denn ich bin so gut wie zum Schweigen gebracht, denn ein Mann von unreinen Lippen bin ich, und mitten unter einem Volk von unreinen Lippen wohne ich; denn meine Augen haben den König selbst, Jehova der Heerscharen, gesehen!“ — Jesaja 6:5.

      17. Wie erschien, nach dem Aussehen des Überrestes zu urteilen, dessen Hoherpriester, und war dies daher der richtige Zustand, in dem der Überrest sein sollte?

      17 Wenn jemand die Erscheinung des Hohenpriesters nach dem geistigen Aussehen des Überrestes beurteilte, der noch am Leben war, so erschien dessen Hoherpriester, Jesus Christus, auf eine Weise, als ob er „mit beschmutzten Kleidern bekleidet“ wäre. Dies war ein unpassendes Aussehen, das ihm zugeschrieben wurde. Der geistig beschmutzte Zustand war eine unpassende Lage, in der der Überrest seinen Hohenpriester vertrat, und sie warf ein schlechtes Licht auf den himmlischen Hohenpriester, Jesus Christus.

      18. Was wurde in der Vision getan, um Abhilfe zu schaffen?

      18 Ein solcher Zustand der Dinge verlangte sogleich Abhilfe. Jehovas Engel sorgte als Richter dafür: „Entfernt die beschmutzten Kleider von ihm.“ Dann sprach er zu Josua: „Siehe, ich habe deine Vergehung von dir wegnehmen lassen, und man bekleidet dich mit Feierkleidern.“ — Sacharja 3:4.

      19. Was mußte Josua, der Hohepriester, selbst tun, um einen Wechsel der Kleider vor Gott zu erfahren?

      19 Wie geschah dies mit Bezug auf den Hohenpriester Josua? Indem er die wiederhergestellte Nation Israel, die er in seinem heiligen Amt vertrat, aus ihrem unreinen Stande vor Jehova herausführen würde. Dies würde dadurch geschehen, daß er den wiederhergestellten Überrest wieder am Tempel Jehovas arbeiten und ihn vollenden ließe, wobei alles andere an die zweite Stelle, in den Hintergrund, gerückt würde. Die Reinigung des Volkes in dieser lebenswichtigen Hinsicht würde zu einer gereinigten Erscheinung seines Hohenpriesters führen. Es wäre, wie wenn er seine Kleider gewechselt hätte. Er sollte mit „Feierkleidern“ bekleidet werden. Er sollte einen Tempel haben, in dem er in diesen „Feierkleidern“ amtieren könnte. Die Vollendung des Tempels und seine Einweihung würden erfordern, daß er diese „Feierkleider“ anzöge und so zum Lobpreise Jehovas eine herrliche Erscheinung wäre. Der Hohepriester Josua ergriff als der religiöse Vertreter der Nation zusammen mit dem Statthalter Serubbabel die Führung in der Wiederaufnahme des Tempelbaus, und aus diesem Grund verdiente er einen Wechsel seiner Kleider zum Besseren. Auf diese Weise würde seine religiöse Erscheinung keine Schmach auf Gott werfen.

      20. Wie geriet der himmlische Hohepriester, Jesus Christus, durch das Aussehen des Überrestes nach dem Ersten Weltkrieg in ein schlechtes Licht?

      20 Dasselbe bewahrheitete sich in bezug auf denjenigen, den der Hohepriester Josua vorschattete, nämlich den himmlischen Hohenpriester, Jesus Christus. Der Überrest seiner geistgezeugten, gesalbten Jünger befand sich nach dem Ersten Weltkrieg in einem ‘unreinen’ geistigen Zustand. Seine Glieder waren geistige Israeliten, ja geistige Unterpriester Jehovas unter seinem Hohenpriester Jesus Christus. Ihre geistigen Kleider waren beschmutzt durch ihr Verhalten und ihre Unzulänglichkeiten während der Zeit des Ersten Weltkrieges. Das warf ein schlechtes Licht auf ihren Hohenpriester in den Himmeln und stellte ihn daher falsch dar. Da er die Ungerechtigkeit oder die Vergehung der Nation geistiger Israeliten trägt oder dafür Rede steht, war es, als ob er selbst mit beschmutzten religiösen Gewändern bekleidet gewesen wäre.

      21. Was also mußte der Überrest, der noch am Leben war, tun, als die Nachkriegszeit einsetzte?

      21 Es war daher nötig, daß der Überrest der geistigen Unterpriester bereute und zu Jehova umkehrte und daß dieser ihm durch Christus vergab. Das ist zu Beginn der Nachkriegszeit tatsächlich geschehen. Die Überrestglieder zeigten, daß sie zu Jehova umkehrten oder sich zu ihm bekehrten, indem sie die Heilige Schrift fleißig erforschten, um Gottes Willen und Werk für die Nachkriegszeit festzustellen und sich dann mit ganzer Seele diesen Dingen, die von größter Wichtigkeit waren, zu widmen.

      22. Welchen Dingen widmeten sich die Überrestglieder, denen vergeben worden war, und wer übernahm die Führung zur Förderung dieser Bemühungen?

      22 So widmete sich der reuige, bekehrte Überrest geistiger Unterpriester mit ganzer Seele der Anbetung Jehovas in seinem Tempel und bemühte sich, diese Anbetung von irgendwelcher und aller babylonischen Beschmutzung zu reinigen. Seine Anstrengungen, die „vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus“ reine, unbefleckte Anbetung wiederaufzubauen, entsprachen dem neu aufgenommenen Werk der in die Heimat zurückgebrachten Israeliten, die Jehovas Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut hatten. (Jakobus 1:27) Der unsichtbare, himmlische Hohepriester, Jesus Christus, übernahm bei dieser Wiederbelebung des Überrestes seiner Unterpriester die Führung in Jehovas Anbetung und Dienst. Als Jehova den Überrestgliedern dann in barmherziger Weise vergab und sie reinigte, verlieh ihnen dies ein reines Aussehen vor ihm.

      23. Wie wurden dem himmlischen Hohenpriester seine sinnbildlichen „beschmutzten Kleider“ weggenommen?

      23 Selbst die Falschankläger, die unter Satan, dem Teufel, standen, begannen den Unterschied in den Lehren, der Botschaft und der öffentlichen Tätigkeit des Überrestes der Unterpriester Christi zu sehen. Dies diente dazu, ihrem himmlischen Oberpriester, Jesus Christus, die gebührende Ehre zu geben. Er mußte nicht mehr ein solches Vergehen seitens seiner Unterpriester tragen, noch war er dafür verantwortlich. Die „beschmutzten Kleider“, die indirekt ihm zugeschrieben wurden, wurden von ihm weggenommen, und es wurden ihm andere Kleider gegeben. Man bringe ihm „Feierkleider“!

      24. Was sollte auf Sacharjas Bitte hin auf Josuas Haupt gesetzt werden, und was sagte Jehova dann mit Bezug auf Josuas Vorrechte?

      24 Wer möchte nicht den Hohenpriester des einen lebendigen und wahren Gottes im Schmuck einer offiziellen Kopfbedeckung sehen? Der Prophet Sacharja wünschte sich das. Entweder dachte er bei sich an so etwas oder sprach es sogar spontan aus. Er sagt uns: „Darauf sprach ich: ,Man möge einen reinen Turban auf sein Haupt setzen.‘ Und sie gingen daran, den reinen Turban auf sein Haupt zu setzen und ihn mit Kleidern zu kleiden; und der Engel Jehovas stand dabei. Und der Engel Jehovas begann dem Josua zu bezeugen, indem er sprach: ,Dies ist, was Jehova der Heerscharen gesprochen hat: „Wenn du auf meinen Wegen wandeln und wenn du meiner Verpflichtung nachkommen wirst, dann wirst auch du es sein, der mein Haus richten und auch meine Vorhöfe hüten wird; und ich werde dir gewißlich freien Zutritt unter diesen Dastehenden geben.“ ‘ “ — Sacharja 3:5-7.

      25. Warum freute sich Josua, der Hohepriester, als Sacharja ihm diesen Teil der Vision offenbarte?

      25 Wie froh muß der Hohepriester Josua, der Sohn Jehozadaks, gewesen sein, als der Prophet Sacharja ihm diesen Teil der prophetischen Vision enthüllte! Josua konnte dann erkennen, daß er nun vor Gott eine annehmbare Erscheinung und somit keine Ursache der Schmach für ihn war. Satans boshafte Bemühungen, fortwährend eine Ursache zu finden, den Hohenpriester Jehovas zu beschämen, waren mißlungen!

      26, 27. Welche Verpflichtungen gegenüber Jehova würde Josua gewissenhaft erfüllen, um sich welcher Vorrechte zu erfreuen?

      26 Josua wird bestimmt gewünscht haben, Jehovas „Haus“ Israel gemäß dem göttlichen Gesetz zu richten und die Vorhöfe des Tempels Gottes zu hüten.

      27 Folglich würde sich Josua das mahnende, vom Engel kommende Zeugnis zu Herzen nehmen, würde gehorsam auf Jehovas Wegen wandeln und gewissenhaft seiner Verpflichtung gegenüber Jehova nachkommen, um sich der erwähnten Vorrechte als würdig zu erweisen.

      28. Wer waren die in der Vision Dastehenden, unter denen Josua freien Zutritt haben sollte, und wie sollte dies geschehen?

      28 Außerdem würde Josua ‘freier Zutritt unter diesen Dastehenden gegeben’ werden. Die Engel des Himmels waren es, die in der Vision dastanden; und ebenso, wie sie Zutritt zu Gott im Himmel hatten, könnte Josua als Hoherpriester Gott direkt als ein Vermittler für das Haus Israel nahen. Er würde auch mit dem Vorrecht beehrt werden, am jährlichen Sühnetag in das Allerheiligste des fertiggestellten Tempels Jerusalems einzutreten.

      29. Was tut der himmlische Hohepriester in der Nachkriegszeit in bezug auf das Wandeln in den Wegen Jehovas, indem er seiner Verpflichtung nachkommt, sein Haus richtet und seine Vorhöfe behütet?

      29 Jesus Christus ist natürlich der ideale Hohepriester für die ganze Menschenwelt. Der königlich-priesterliche Turban wird ihm auf das Haupt gesetzt als dem, der „für immer Hoherpriester nach der Weise Melchisedeks geworden ist“. (Hebräer 6:20; Psalm 110:1-4; 21:1-5) Er ist stets auf Gottes Wegen gewandelt und ist seiner Verpflichtung Gott gegenüber nachgekommen. Doch nach den Erfahrungen seiner Gott hingegebenen, getauften Jünger auf Erden im Ersten Weltkrieg sorgt er dafür, daß der Überrest seiner Unterpriester den Weg Gottes klarer kennenlernt, um darauf zu wandeln, und er hilft ihm, seine heilige Verpflichtung Jehova Gott gegenüber völliger zu erkennen, um ihr restlos nachzukommen. Seine herrlichen Priesterkleider werden in der Offenbarung, die er dem Apostel Johannes gab, geschildert, und man sieht den verherrlichten Herrn Jesus in diesen Kleidern inmitten der sieben goldenen Leuchter wandeln. (Offenbarung 1:12 bis 2:1) In Treue richtet er das Haus des geistigen Israel gemäß dem Gesetz des neuen Bundes. Er leitet dessen Glieder in den irdischen Vorhöfen des geistigen Tempels Jehovas und weist ihnen dort ihre geistigen Aufgaben zu.

      30. In welcher Weise hat der himmlische Hohepriester „freien Zutritt unter diesen Dastehenden“, von wann an, und in welchem Maße?

      30 Der irdische Hohepriester, Josua, der Sohn Jehozadaks, begann im Jahre 515 v. u. Z., in das Allerheiligste des Tempels von Jerusalem hineinzugehen (Esra 6:15); der geistige Hohepriester aber, der größere Josua, ging im Jahre 33 u. Z. in das gegenbildliche, wirkliche Allerheiligste, in den Himmel selbst, ein. Er fuhr in den Himmel auf und bot direkt in der Gegenwart Jehovas der Heerscharen das Verdienst seines menschlichen Opfers dar. Da er nun „besser geworden [ist] als die Engel“ und „einen Namen ererbt hat, der vorzüglicher ist als der ihrige“, kann er auch „freien Zutritt unter diesen Dastehenden“ haben, nämlich unter den Engeln des Himmels. Er kann sich vor allen anderen Gott direkt nähern und für Jehovas Anbeter auf Erden Fürsprache einlegen. So hat Jehova prophetisch von ihm gesagt: „Ich will ihn herankommen lassen, und er soll sich mir nähern.“ — Jeremia 30:21.

      DER „SPROSS“ UND „DER STEIN“

      31. Was sagt der Engel als Richter über den „Sproß“ und den „Stein“ zu Josua, der jetzt seine Feierkleider trägt?

      31 In der Vision Sacharjas fuhr Jehovas Engel, der als Richter amtete, fort, zu dem Hohenpriester, der seine Feierkleider trug, zu sprechen: „ ‚Höre bitte, o Josua, du Hoherpriester, du und deine Gefährten, die vor dir sitzen, denn sie sind Männer, die als Vorzeichen dienen; denn siehe, ich lasse meinen Knecht „Sproß“ [Neues Wachstum, Byington, engl.] kommen! Denn siehe! der Stein, den ich vor Josua gelegt habe! Auf dem e i n e n Stein sind sieben Augen. Siehe, ich graviere seine Gravierung ein‘, ist der Ausspruch Jehovas der Heerscharen, ,und ich will die Vergehung jenes Landes an e i n e m Tag hinwegnehmen.‘ “ — Sacharja 3:8, 9.

      32. Inwiefern dienten Josua und seine „Gefährten“ als Vorzeichen?

      32 Die Botschaft dieses Teils der Vision mußte der Prophet Sacharja bekanntmachen, nicht nur dem Hohenpriester Josua, sondern auch seinen „Gefährten“, die vor ihm saßen, nämlich den Unterpriestern. Warum? Weil sie Männer waren, ‘die als Vorzeichen dienten’. In diesem Fall würden sie nicht irgend etwas Schlechtes anzeigen, sondern angesichts der göttlichen Bekanntmachung, die zu hören sie im Begriff waren, würden sie ein Vorzeichen von etwas Gutem sein, von etwas besonders Gutem. Sie müßten Zeugnis ablegen für das, was ihnen Jehovas Engel als Richter gesagt hatte, und deswegen würden sie ein Vorzeichen davon sein, daß in nicht allzu ferner Zukunft eine größere Priesterschaft kommen würde, eine Priesterschaft von höherem Rang, als es die ihrige im Tempel in Jerusalem war. Es wäre eine messianische Priesterschaft, und ihr Hoherpriester wäre der Messias selbst. In Übereinstimmung mit diesem bedeutungsvollen Vorzeichen, das sie als Unterpriester des zweiten Tempels von Jerusalem geworden waren, war ihr gegenwärtiger Hoherpriester, Josua, der Sohn Jehozadaks, ein Vorzeichen des messianischen Hohenpriesters. Er war ein Vorbild von ihm.

      33, 34. (a) Wofür bestand, gemäß dem Vorzeichen, damals ein Bedürfnis? (b) Wurde dieser benötigte Hohepriester gemäß einem gesetzlichen Gebot von Gott gegeben oder aufgrund von etwas anderem, etwas Außergewöhnlichem von seiten Gottes?

      33 Es bestand eine Notwendigkeit einer besseren Priesterschaft, besonders eines besseren Hohenpriesters, eines, der dem Melchisedek der alten Zeit gleichkäme. (1. Mose 14:18-20) Als Erklärung dieser Tatsache wurde später in Hebräer 7:15-22 an die Hebräer, die den verheißenen Messias angenommen hatten, geschrieben:

      34 „Und es ist noch weit klarer, daß ein anderer Priester nach der Ähnlichkeit mit Melchisedek aufsteht, der nicht gemäß dem Gesetz eines vom Fleisch abhängigen Gebotes ein solcher geworden ist, sondern gemäß der Kraft eines unzerstörbaren Lebens, denn zum Zeugnis wird gesagt: ,Du bist Priester für immer nach der Weise Melchisedeks.‘ Gewiß wird also das vorausgehende Gebot wegen seiner Schwäche und Unwirksamkeit abgeschafft. Denn das ,Gesetz‘ machte nichts vollkommen, wohl aber die außerdem eingeführte bessere Hoffnung, durch die wir uns Gott nahen. Und insofern dies nicht ohne Eidschwur war (denn es gibt tatsächlich Männer, die ohne Eidschwur Priester geworden sind, doch da ist einer mit einem Eid, von dem Einen geschworen, der in bezug auf ihn sprach: ,Jehova hat geschworen — und er wird es nicht bedauern —: „Du bist Priester für immer“ ‘), insofern ist auch Jesus derjenige geworden, der als Bürge eines besseren Bundes gegeben wurde.“

      35. Wieso war der größere Hohepriester eher ein „Sproß“ als ein „Zweig“, und woraus sollte er gemäß der Voraussage Jeremias sprießen?

      35 Die Unterpriester, die Gefährten des Hohenpriesters Josua waren und vor ihm saßen, um Anweisungen von ihm zu empfangen, mußten Männer sein, „die als Vorzeichen“ von etwas Besserem dienten, insofern als Jehova durch seinen Engel, der als Richter amtete, weiterhin sagte: „Denn siehe, ich lasse meinen Knecht ,Sproß‘ kommen!“ (Sacharja 3:8) ‘Mein Knecht’, Jehovas Knecht, war kein Zweig der Priesterschaft der Familie Aarons. Soweit es die Priesterschaft betraf, war er ein Sprößling aus einem ganz anderen Boden, aus einer anderen Wurzel. In Jeremia 23:5, 6 wird angezeigt, wessen Sproß der messianische Hohepriester sein würde, wenn dort gesagt wird: „ ‚Siehe! Es kommen Tage‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,da will ich David einen gerechten Sproß [rechten Sproß, Me; ein neues, rechtmäßiges Wachstum von David, Byington, engl.] erwecken. Und ein König wird gewißlich regieren und mit Verständnis handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Lande. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, und Israel selbst wird in Sicherheit weilen. Und dies ist sein Name, mit dem er genannt werden wird: Jehova ist unsere Gerechtigkeit.‘ “ Gott führte diesen Sproß im Jahre 33 u. Z. ein.

      36, 37. (a) Wofür war es eine Gewähr, daß Jehova den „Stein“ vor Josua, den Hohenpriester, legte? (b) Wen veranschaulichte dieser „Stein“, und wie wandte Jesus Psalm 118:22, 23 in dieser Verbindung an?

      36 Was ist nun von dem „Stein“ zu sagen, den Gott vor den Hohenpriester Josua legen würde? In buchstäblichem Sinne wäre es der Stein, durch den an den Tempel, der damals im Bau begriffen war, die letzte Hand gelegt und dieser vollendet würde. Die Grundlage dieses zweiten Tempels war bereits gelegt worden, und so würde dieser „Stein“ als ein Hauptstein dienen. Daß Jehova diesen Stein vor Josua legte, war somit ein Zeichen, das verbürgte, daß der Tempel vollendet werden würde, und dies trotz irgendwelchen Widerstandes von seiten Satans. Dieser Stein war auch ein Symbol des Messias, des Gesalbten. Indem der Messias als ein Stein veranschaulicht wird, wird in Psalm 118:22, 23 (EBF) gesagt: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Haupt der Ecke geworden. Von Jehova ist dies geschehen; wunderbar [ein Wunder, Lu] ist es in unseren Augen.“ Im Jahre 33 u. Z. wandte Jesus, als er zu den Juden sprach, die ihn als den verheißenen Messias verwarfen, diesen Schrifttext auf sich selbst an und sagte zu ihnen:

      37 „Habt ihr nie in den Schriften gelesen: ,Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Haupteckstein geworden. Von Jehova aus ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen.‘? Darum sage ich euch: Das Königreich Gottes wird von euch genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt.“ — Matthäus 21:42, 43. Siehe auch 1. Petrus 2:4-9.

      38. Was wird durch die Tatsache gezeigt, daß auf diesem einen „Stein“ sieben Augen sind?

      38 Diesem symbolischen „Stein“ sollte von Gott volle Aufmerksamkeit geschenkt werden. Zur Bestätigung dieser Aussage wurde dem Hohenpriester Josua und seinen Priestergefährten gesagt: „Auf dem e i n e n Stein sind sieben Augen.“ (Sacharja 3:9) Nicht, daß sieben Augen in diesen Stein eingemeißelt werden sollten, um den Gedanken zu vermitteln, daß diejenigen, die den Stein betrachteten, siebenfältig angeblickt würden. Mit den Augen richten wir unsere Aufmerksamkeit auf eine Sache. Auch mögen die sieben Augen auf diesem einen Stein besagen (weil die Zahl Sieben in der Bibel Vollkommenheit symbolisiert), daß Jehova seine vollkommene Aufmerksamkeit auf diesen symbolischen Stein, seinen verheißenen Messias, richtet. Andere mögen diesen symbolischen Stein übersehen, oder sie mögen ihn außer acht lassen, ihn verwerfen, nicht so aber Jehova. Da er ihm seine volle Aufmerksamkeit schenkt, muß er etwas sein, was ihm höchst kostbar ist.

      39. Auf welche Weise graviert Jehova die Gravierung dieses symbolischen Steines ein?

      39 Indem also Jehova die vollständige Aufmerksamkeit kundwerden läßt, die er diesem symbolischen Stein und seiner hervorragenden Stellung und Erscheinung schenkt, sagt er weiter: „Siehe, ich graviere seine Gravierung ein.“ In der glorreichen Erfüllung dieser Verheißung verlieh Jehova, der himmlische Graveur, dem symbolischen Stein, seinem geliebten Sohn Jesus Christus, eine ihn auszeichnende Schönheit, wie er sie sonst keinem anderen verliehen hat. Demzufolge wird in Hebräer 1:1-3 von dem hervorragenden Sohn Gottes als demjenigen gesprochen, welcher der „genaue Abdruck [griechisch: charaktér, was „Gepräge“ bedeutet] seines Wesens selbst“, das heißt des Wesens Gottes ist. Dem messianischen Hohenpriester, Jesus Christus, wird als dem symbolischen gravierten Hauptstein die höchste und verantwortungsvollste Dienststellung in Jehovas geistigem Tempel der Anbetung gegeben. Dies deutete auf etwas höchst Segensreiches für die ganze Menschheit hin.

      40. Worin bestand die „Vergehung jenes Landes“, und wie sollte Jehova sie wegnehmen?

      40 Was könnten wir logischerweise erwarten, wenn der oberste Stein an seiner Stelle ist und wenn der Tempel für die Anbetung des einen lebendigen und wahren Gottes in vollem Umfang, ja ganz fertiggestellt worden ist? Segen, Segen und nochmals Segen! Nichts stände nun der Ausgießung solcher Segnungen im Wege, denn Jehova sagte weiter: „Ich will die Vergehung jenes Landes an e i n e m Tag hinwegnehmen.“ (Sacharja 3:9) Wegen der langen Unterbrechung, die die heimgekehrten Israeliten beim Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem hatten eintreten lassen, lag das ganze Land Juda in „Vergehung“ da. Seine Bewohner wurden als unrein angesehen, und das Werk ihrer Hände war wegen ihrer materialistischen Bestrebungen unrein. (Haggai 2:13, 14) Jetzt aber, da das Jahr 515 v. u. Z. und damit die siegreiche Vollendung des zweiten Tempels in Jerusalem gekommen war, war der Lauf der Vergehung des Landes Juda vollständig berichtigt. Daher war Jehova zufriedengestellt, und er nahm die Vergehung der Bewohner des Landes an dem besonderen „e i n e n Tag“ weg, dem Tag, da der Tempel mit seinem gravierten Hauptstein vollendet dastand, und die reine Anbetung wurde darin eingeführt.

      41. Welchen Ansporn sollte uns dies heute mit Bezug auf die Anbetung Gottes geben?

      41 Welchen Ansporn uns dies heute geben sollte, die Anbetung des wahren Gottes in seinem geistigen Tempel in unserem Leben an die erste Stelle zu setzen! Wir sollten uns dabei nicht aufhalten lassen. Wir sollten nicht gestatten, daß Unterbrechungen in diesem Bemühen eintreten.

      42. Inwiefern sind seit 1919 u. Z. die Glieder des Überrestes geistiger Unterpriester Männer gewesen, „die als Vorzeichen dienen“?

      42 Der treue Überrest geistiger Unterpriester des Messias weiß, was für Segnungen den Überrestgliedern dafür zugekommen sind, daß sie dies während der jetzt mehr als fünfzig Jahre seit dem Wiederherstellungsjahr 1919 u. Z. immer entschlossener getan haben. Sie haben eine immer tiefere Wertschätzung dafür bekommen, daß sie gleich den Unterpriestergefährten des Hohenpriesters Josua Männer sind, die für die „Zeit des Endes“ des weltlichen Systems der Dinge „als Vorzeichen dienen“. Sie sind ein Vorzeichen vom Besten der guten Dinge für alle diejenigen, die sich der reinen, unbefleckten Anbetung des einen lebendigen und wahren Gottes widmen.

      43. Wie verhalten sich die Überrestglieder gegenüber demjenigen, den Jehova „meinen Knecht ,Sproß‘ “ und den „e i n e n Stein“ nennt?

      43 Sie lassen sich nicht durch irgendwelche falsche Messiasse oder falsche messianische Organisationen von heute täuschen. Sie haben denjenigen erkannt, den Jehova „meinen Knecht ,Sproß‘ “ nennt. Er ist es, den Jehova der Heerscharen am Schluß der Zeiten der Heiden, im Jahre 1914 u. Z., auf den messianischen Thron in den Himmeln setzte und der nun seine messianische Herrschaft angetreten hat, nämlich Jesus Christus. Sie haben auch den einen erkannt, der durch den Stein symbolisiert wird, der vor den Hohenpriester Josua gelegt wurde, auf dem „sieben Augen“ waren. Sie bewundern die Tatsache, daß Jehova diesem symbolischen Stein eine Schönheit eingraviert hat, die der hohen, diesem Stein gegebenen Stellung entspricht, und sie freuen sich, daß dieser zum symbolischen Hauptstein oder zum obersten Stein gemacht worden ist, zum höchsten und verantwortungsvollsten in Jehovas Anbetungssystem. Sie sind glücklich, unter diesem symbolischen gravierten Stein, unter Jesus Christus, Unterpriester zu sein. Sie entnehmen der Heiligen Schrift, daß sie als „Männer, die als Vorzeichen dienen“, unter Gottes Befehl stehen, um als Zeugen für diesen erhöhten Stein, für den Hohenpriester Jehovas, nämlich Jesus, zu dienen.

      GEISTIGE WOHLFAHRT, DIE ZU ENDLOSEM LEBEN FÜHRT

      44. Was war gemäß Sacharja 3:10 zu erwarten, nachdem Jehova die „Vergehung jenes Landes“ weggenommen hatte?

      44 Was war denn zu erwarten, nachdem Jehova seine durch Sacharja gegebene Verheißung: „Ich will die Vergehung jenes Landes an e i n e m Tag hinwegnehmen“ erfüllt hatte? Nichts anderes als Gottes Gunst, wie sie in materiellen und geistigen Segnungen für die Israeliten, die in ihrem vollendeten zweiten Tempel in Jerusalem anbeteten, zum Ausdruck kam. In höchst passender Weise folgte dieser Verheißung dann die göttliche Prophezeiung: „ ‚An jenem Tage‘, ist der Ausspruch Jehovas der Heerscharen, ,werdet ihr ein jeder dem anderen zurufen, während ihr unter dem Weinstock und während ihr unter dem Feigenbaum seid.‘ “ — Sacharja 3:10.

      45. Was bedeutet die Prophezeiung aus Sacharja 3:10 für Anbeter im Tempel, wo Jesus Christus als Hoherpriester dient?

      45 An diesem Tage, da alle falschen Religionen im Verfall begriffen sind und daran sind, in der schlimmsten Drangsal der Welt vernichtet zu werden, bedeutet diese Prophezeiung geistige Wohlfahrt für aufrichtige, gottesfürchtige Personen, die sich von ganzem Herzen der Gottesanbetung in dem einen wahren, geistigen Tempel hingeben, wo der eine gutgeheißene Hohepriester Jehovas dient. Es bedeutet die Erfüllung der Begleitprophezeiung aus Micha 4:1-4 (EB):

      „Und es wird geschehen am Ende [in der Zukunft, van Eß] der Tage, da wird der Berg des Hauses Jehovas feststehen auf dem Gipfel [an der Spitze, ZB] der Berge und erhaben sein über die Hügel. Und Völker werden zu ihm strömen; und viele Nationen werden hingehen und sagen: Kommt und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jehovas und zum Hause des Gottes Jakobs! Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln auf seinen Pfaden. Denn von Zion wird ausgehen das Gesetz [Weisung, ZB], und das Wort Jehovas von Jerusalem; und er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen mächtigen Nationen bis in die Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen. Und sie werden sitzen, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken. Denn der Mund Jehovas der Heerscharen hat geredet [hat es verheißen, Me].“

      46. Welchen Zustand der Dinge bewahren Jehovas Zeugen also in dem ihnen von Gott gegebenen geistigen Stande?

      46 Ebenso haben heute, da der Welt ein Krieg mit nuklearen Waffen droht, Jehovas christliche Zeugen geistige Wohlfahrt in dem ihnen von Gott verliehenen geistigen Stande. Liebevoll bewahren sie den Frieden untereinander, und sie haben keinen Anteil an den Kriegen dieser Welt. Der Widerstand gegen ihren Hohenpriester, Jesus Christus, ist Satan mißlungen.

  • „Nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern ...“
    Das Paradies für die Menschheit durch die Theokratie wiederhergestellt
    • 11. Kapitel

      „Nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern ...“

      1. Welche Verhältnisse hinsichtlich einer Streitmacht bestanden zur Zeit Sacharjas in Israel im Vergleich mit der heutigen Republik Israel?

      STAND in dem Israel der Tage des Propheten Sacharja irgendeine Streitmacht unter Waffen? Nein, nicht wie in der heutigen Republik Israel, in der sogar Frauen wehrpflichtig sind.

      2. Wie lange war der in die Heimat zurückgeführte Überrest ohne eine Streitmacht gewesen, und welche Frage entsteht daher über den Bau des Tempels?

      2 Damals, im Jahre 522 v. u. Z., während der kurzen Herrschaft des persischen Königs Artaxerxes (Gaumatas, des Magiers), als die samaritanischen Widersacher den israelitischen Tempelbauleuten „mit Waffengewalt“ Einhalt geboten, musterten die Israeliten in Jerusalem keine Streitmacht, um sie zu bekämpfen. (Esra 4:7-24) Später, im elften Mondmonat (Schebat) des Jahres 519 v. u. Z., am vierundzwanzigsten Tag des Monats, als Sacharja seine fünfte Vision hatte, gab es in Jerusalem und im Lande Juda immer noch keine Streitmacht. Das war noch im zweiten Jahr des Königs Darius I., der als der Herrscher des Perserreiches dem Artaxerxes gefolgt war. Wäre es den Israeliten möglich, den Tempel in Jerusalem zu vollenden, ohne durch eine eindrucksvolle Streitmacht von einer Machtstellung aus vorzugehen? Die fünfte Vision, die an Sacharja erging, beantwortet die Frage.

      3. (a) Aus welchem Zustand wird Sacharja aufgeweckt, bevor ihm die fünfte Vision zuteil wird? (b) Was berichtet Sacharja dem Engel, der die Dinge deutet, über das, was er sieht?

      3 Nach der Glauben einflößenden Vision hinsichtlich des Hohenpriesters Josua, des Sohnes Jehozadaks, scheint der Prophet Sacharja in einen Geisteszustand der Überlegung und des Nachsinnens geraten zu sein, so daß es aussah, als ob er schlafe. Aber die Reihe der Visionen war noch nicht geschlossen; er sollte Weiteres sehen. Daher fährt er fort, zu uns über den Engel zu sprechen, der ihm die Dinge deutete und erklärte: „Und der Engel, der mit mir redete, kam dann zurück und weckte mich auf gleich einem Mann, der aus seinem Schlaf aufgeweckt wird. Dann sprach er zu mir: ,Was siehst du?‘ Da sprach ich: ,Ich habe gesehen, und siehe! da ist ein Leuchter, ganz von Gold, mit einer Schale oben darauf. Und seine sieben Lampen sind darauf, ja sieben; und die Lampen, die oben darauf sind, haben sieben Röhren. Und da sind zwei Olivenbäume neben ihm, einer auf der rechten Seite der Schale und einer auf ihrer linken Seite.‘ “ — Sacharja 4:1-3.

      4. Der Anblick jenes Leuchters weckt in uns Erinnerungen an welches Haus, und warum?

      4 Können wir uns im Geiste das Bild vorstellen, das Sacharja gezeigt wurde? Jener goldene Leuchter mit seinen sieben Armen, worauf sieben Lampen sind, die mit Olivenöl gespeist werden, weckt Erinnerungen an Jehovas Haus der Anbetung. In Israel stand früher, von den Tagen des Propheten Moses an bis zu den Tagen des Königs David, in jenem Haus der Anbetung in seinem ersten Abteil, dem Heiligen, ein goldener Leuchter. (2. Mose 40:1-25) Die Vision dieses Leuchters war daher sehr passend, weil sie mit dem Wiederaufbau des Tempels zu tun hatte.

      5. Wie wurden die sieben Lampen von einem zentralen Reservoir aus mit Brennstoff zur Beleuchtung versehen, und wie wurde bewirkt, daß dieser Vorrat an zentraler Stelle voll blieb?

      5 An zentraler Stelle war für die sieben Lampen ein Vorrat an Beleuchtungsöl gespeichert, nämlich in der Schale oben auf dem goldenen Leuchter, von der sieben Röhren ausgingen, eine Röhre nach jeder einzelnen Lampe hin, um ihr Öl aus dem zentralen Vorrat zuzuführen. Doch woher bekam diese Schale ihren Ölvorrat, und in welcher Regelmäßigkeit? Von den zwei Olivenbäumen, die neben der Schale standen, von einem Baum zu ihrer Rechten und dem anderen Baum zu ihrer Linken. Diese Bäume konnten eine ständige Vorratsquelle sein, und sie waren ganz nahe, ohne daß Öl von weit her zugeführt werden mußte.

      6. Wieso war es nur e i n Leuchter, obwohl es sieben Lampen waren?

      6 Da es insgesamt nur e i n Leuchter war, waren seine sieben Lampen alle durch Arme mit ihm verbunden, die von einem zentralen Stamm ausgingen.

      7. Was fragte Sacharja nun den Engel in bezug auf den Leuchter?

      7 Diese Vision war bedeutungsvoll. Daher ging Sacharja sogleich darauf ein: „Dann antwortete ich und sprach zu dem Engel, der mit mir redete, und sagte: ,Was bedeuten diese Dinge, mein Herr?‘ Da antwortete der Engel, der mit mir redete, und sprach zu mir: ,Weißt du wirklich nicht, was diese Dinge bedeuten?‘ Darauf sprach ich: ,Nein, mein Herr.‘ “ — Sacharja 4:4, 5.

      8, 9. (a) Auf welche Weise können wir gleichwie Sacharja aus dieser Vision Nutzen ziehen? (b) Welche Antwort gibt der Engel dem Sacharja, und was vermittelt uns dies statt einer eingehenden Erklärung der Einzelheiten?

      8 Gleich dem Propheten Sacharja möchten wir der Vision nicht unsere eigene Deutung geben. Wir wollen von Jehova der Heerscharen durch seinen Engel belehrt werden. Nur wenn wir die göttliche Wahrheit aus der rechten Quelle erhalten, können wir aus der Vision Nutzen ziehen. Als der Engel, der als Ausleger diente, von Sacharja befragt wird, geht er vorerst nicht auf den Sinn aller Einzelheiten der Vision ein. Statt dessen weist er uns auf die Quintessenz, die allumfassende Lehre, der Vision als Ganzes hin. Dies verleiht einer Vision, die von nur einem Leuchter handelt, Frische und Nachdruck.

      9 „Somit“, sagt Sacharja, „antwortete er und sprach zu mir: ,Dies ist das Wort Jehovas an Serubbabel und besagt: „ ‚Nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern durch meinen Geist‘, hat Jehova der Heerscharen gesagt. Wer bist du, o großer Berg? Vor Serubbabel wirst du zu ebenem Land werden. Und er wird bestimmt den Hauptstein hervorbringen. Da werden laute Zurufe sein: ,Wie lieblich! Wie lieblich!‘ “ ‘ “ — Sacharja 4:6, 7.

      DIE SCHRANKE WIRD ZUNICHTE

      10. Welchem Widerstand sah sich Serubbabel gegenüber, und wie machte dieser erscheinen, besonders im Hinblick auf welche Umstände?

      10 Hätte einer von uns den Widerstand der heidnischen Statthalter der persischen Provinzen auf dieser Seite (der westlichen Seite) des Euphrat verspüren wollen? Nicht nur das, hätte wohl ein einziger von uns den Widerstand des Herrschers des ganzen Perserreiches, des Königs Darius I., verspüren wollen? Dieser Widerstand war Serubbabel vorübergehend im Wege, als er in jenem Jahr, 519 v. u. Z., daranging, Jehovas Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. (Esra 5:3 bis 6:2) Das würde in der Tat wie ein „großer Berg“ erscheinen, der der Wiederaufrichtung des Tempels bis zum erfolgreichen Ende im Wege stand, nicht wahr? Serubbabel besaß unter den weniger als fünfzigtausend Mann, die im Jahre 537 v. u. Z. mit ihm aus Babylon zurückgekehrt waren, keine Streitmacht. Wie konnte er denn irgendeiner bewaffneten Invasion Protestierender, die das Tempelwerk stillegen wollten, standhalten? Welche Macht hatte er oder hatten seine Mitisraeliten? Er kannte König Darius I. nicht persönlich und hatte keinen politischen Vorteil durch ihn, noch übte er irgendwelchen Einfluß auf ihn aus. Wie konnte er denn je erwarten, Jehovas Haus der Anbetung zu vollenden, ohne schwer bestraft zu werden?

      11. (a) Wie lautet Gottes Antwort auf die Frage? (b) Was also mußte Serubbabel im Tempelwerk Antrieb geben, und warum?

      11 Fragen wir heute oder fragte der Statthalter Serubbabel damals: „Wie denn?“? Zurück kommt die Antwort vom größten, obersten Militärbefehlshaber: „ ,Nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern durch meinen Geist‘, hat Jehova der Heerscharen gesagt.“ (Sacharja 4:6) Serubbabel brauchte sich weder wegen einer Streitmacht Sorgen zu machen noch wegen einer Kraft, die aus irgendeiner menschlichen Quelle käme. Er mußte einzig und allein auf den Einen vertrauen, der ihm durch seine Propheten gesagt hatte, er solle das Werk fortsetzen und sich auf den Geist dieses Einen, der höchsten Autorität, verlassen. Der Geist dieses Einen ist natürlich eine unsichtbare wirksame Kraft, ist aber unwiderstehlich, überwältigend, stets erfolgreich und triumphiert jederzeit. Diese Kraft verrichtet ihr Werk unsichtbar, zeitigt aber Ergebnisse auf eine Weise, wie der göttliche Quell dieses Geistes es haben will. Die gesamte Streitmacht der Erde und jegliche politische und religiöse Macht unter der ganzen Menschheit können gegen seine heilige wirksame Kraft, wenn sie in Tätigkeit ist, nicht standhalten. Als der Statthalter Serubbabel das Tempelwerk fortsetzte, diente ihm dieser Geist als Antrieb.

      12. Was sollte jener bildliche ‘große Berg’ vor Serubbabel werden, und inwiefern war die Erfüllung von Jesaja 40:4, 5 eine Zusicherung dafür?

      12 Was ist denn der bildliche ‘große Berg’, der im Wege steht? Jehova der Heerscharen sagt zu ihm: „Vor Serubbabel wirst du zu ebenem Land werden.“ Vor Serubbabel und dem treuen Überrest, der mit ihm aus Babylon zurückgekehrt war, hatte Jehova die Prophezeiung aus Jesaja 40:4, 5 erfüllt: „Jedes Tal werde erhöht, und jeder Berg und Hügel werde erniedrigt. Und der höckerige Boden soll ebenes Land werden und der holperige Boden eine Talebene. Und die Herrlichkeit Jehovas wird bestimmt geoffenbart werden, und alles Fleisch miteinander soll sie sehen, denn der Mund Jehovas selbst hat es geredet.“ Gott konnte nun im Fall dieses ‘großen Berges’, der in jenem Jahr, 519 v. u. Z., vor dem Statthalter Serubbabel stand, etwas Ähnliches tun. Laßt uns beachten, wie er das tat, durch keine großen Anstrengungen Serubbabels, sondern durch Gottes Geist.

      13. (a) Wie hatte Jehova früher, am 24. Kislew 520 v. u. Z., Serubbabel durch Haggai eine Zusicherung wider die feindliche Streitmacht gegeben? (b) Was würden die Widersacher sicherlich tun, nachdem Serubbabel zufolge des Ansporns durch die fünfte Vision Sacharjas handelte?

      13 Gerade zwei Monate zuvor hatte er erklärt, wie er mit den militärischen Heerscharen des Feindes verfahren werde, indem er sprach: „Ich erschüttere die Himmel und die Erde. Und ich werde gewißlich den Thron von Königreichen umstürzen und die Stärke der Königreiche der Nationen vertilgen; und ich will den Wagen und die darauf Fahrenden umstürzen, und die Rosse und ihre Reiter werden gewißlich niedersinken, ein jeder durch das Schwert seines Bruders. ,An jenem Tage‘, ist der Ausspruch Jehovas der Heerscharen, ,werde ich dich nehmen, o Serubbabel, du Sohn Schealtiels, mein Knecht‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,und ich werde dich gewißlich wie einen Siegelring setzen; denn dich habe ich erwählt‘ ist der Ausspruch Jehovas der Heerscharen.“ (Haggai 2:20-23) Wider das, was der Statthalter Serubbabel und seine Mitarbeiter an jenem Tag (24. Kislew 520 v. u. Z.) bei der Grundlegung des Tempels in Jerusalem taten, mögen die Statthalter der Provinzen westlich des Euphrat beim König Darius I., der in Schuschan (Persien) residierte, Berufung eingelegt haben. Und sicherlich werden jene Statthalter der Provinzen beim König Darius I. protestiert haben, als Serubbabel das Tempelwerk zufolge des Ansporns durch diese fünfte Vision, die Sacharja ihm berichtete, fortsetzte.

      14. Was tat König Darius I. gemäß Esra 6:1-13, nachdem er die Berufung der erregten Statthalter der Provinzen erhalten hatte?

      14 Bis dahin hatte König Darius I. das von König Artaxerxes erlassene Verbot gegen den Tempelbau bestehen lassen. Was aber tat er, nachdem die Berufung der erregten Statthalter der Provinzen bei ihm eingetroffen war?

      Damals war es, daß Darius, der König, Befehl erteilte, und man stellte im Urkundenhaus der Schätze, die dort in Babylon niedergelegt wurden, eine Nachforschung an. Und zu Ekbatana, am befestigten Platz, im Gerichtsbezirk von Medien, da fand sich eine Buchrolle, und das Memorandum darin war wie folgt geschrieben:

      „Im ersten Jahr des Cyrus, des Königs, erließ der König Cyrus einen Befehl hinsichtlich des Hauses Gottes in Jerusalem: Das Haus werde als der Ort, an dem man Schlachtopfer opfert, wieder aufgebaut, und seine Grundlagen müssen festgelegt werden; seine Höhe sei sechzig Ellen, seine Breite sechzig Ellen, mit drei Schichten an ihren Platz gerollten Steinen und einer Schicht Holz; und die Kosten sollen aus dem Haus des Königs bestritten werden. Und man gebe auch die goldenen und silbernen Gefäße des Hauses Gottes zurück, die Nebukadnezar aus dem Tempel, der in Jerusalem war, genommen und nach Babylon gebracht hat, damit sie in den Tempel gelangen, der in Jerusalem an seinem Ort ist, und im Hause Gottes niedergelegt werden.

      Nun denn, Tattenai, der Statthalter jenseits des ,Stromes‘, Schethar-Bosnai und ihre Amtsgenossen, die Unterstatthalter, die jenseits des ,Stromes‘ sind, haltet euch von dort fern. Laßt das Werk an jenem Hause Gottes ungestört. Der Statthalter der Juden und die älteren Männer der Juden werden dieses Haus Gottes an seiner Stelle wieder aufbauen. Und von mir ist Befehl erteilt worden im Hinblick auf das, was ihr mit diesen älteren Männern der Juden zum Wiederaufbau jenes Hauses Gottes tun werdet; und aus dem königlichen Steuerschatz jenseits des ,Stromes‘ werden die Kosten unverzüglich diesen körperlich tauglichen Männern ohne Unterbrechung erstattet werden. Und was benötigt wird, junge Stiere wie auch Widder und Lämmer zu den Brandopfern für den Gott des Himmels, Weizen, Salz, Wein und Öl, so, wie die Priester sagen, die in Jerusalem sind, möge ihnen beständig, Tag für Tag, gewißlich gegeben werden, damit sie dem Gott der Himmel unaufhörlich beschwichtigende Opfergaben darbringen und für das Leben des Königs und seiner Söhne beten mögen. Und von mir ist Befehl erteilt worden hinsichtlich irgend jemandes, der diesen Erlaß übertritt, daß ein Balken aus seinem Hause gerissen und er daran geschlagen und sein Haus deswegen in einen öffentlichen Abort umgewandelt wird. Und möge der Gott, der seinen Namen dort hat weilen lassen, irgend jemand, ob König oder Volk, stürzen, der seine Hand ausstreckt, um eine Übertretung zu begehen und dieses Haus Gottes zu zerstören, das in Jerusalem ist. Ich, Darius, erteile in der Tat Befehl. Er möge unverzüglich ausgeführt werden.“

      Dann taten Tattenai, der Statthalter jenseits des ,Stromes‘, Schethar-Bosnai und ihre Amtsgenossen, sobald Darius, der König, Bescheid gesandt hatte, unverzüglich so. — Esra 6:1-13.

      15. (a) Wem allein können wir diese überraschende Wendung der Ereignisse zuschreiben, und warum? (b) Was würde Serubbabel mit dem Hauptstein des Tempels tun, wie Jehova, der dies vorauswußte, es sagte?

      15 War der Geist Jehovas der Heerscharen in dieser Sache wirksam und wegleitend? Die überraschende Wendung der Ereignisse können wir nur seinem Geist zuschreiben, denn es geschah weder durch irgendeine Streitmacht noch durch menschliche Kraft von seiten des Statthalters Serubbabel. Der bildliche „Berg“, den Oppositionsstreitkräfte vor Serubbabel aufgeworfen hatten, wurde für ihn zu „ebenem Land“. Sein Glaube an Jehova der Heerscharen und sein Mut, das Tempelwerk zu verrichten, wurden reichlich belohnt. Da Jehova vorauswußte, was er durch seinen unbezwingbaren Geist vollbringen würde, fuhr er fort, in jener fünften Vision zu Sacharja zu sagen: „Und er wird bestimmt den Hauptstein hervorbringen. Da werden laute Zurufe sein: ,Wie lieblich! Wie lieblich!‘ “ — Sacharja 4:7.

      DER ‘LIEBLICHE’ HAUPTSTEIN

      16. Von welch großer Wichtigkeit war dieser Hauptstein, und was würde dadurch, daß Serubbabel ihn hervorbringen würde, bezeugt werden?

      16 Dieser „Hauptstein“ war der krönende Stein des Tempels, der in Jerusalem wieder aufgebaut werden sollte. Er war der unentbehrliche Stein, der für den Tempel den Abschluß bildete. Indem der Statthalter Serubbabel ihn hervorbrächte, würde er bezeugen, daß er das Tempelwerk zur Vollendung bringen würde. Es gäbe für ihn als Jehovas Knecht jetzt keinen Stillstand. Jehovas Geist würde dafür sorgen!

      17. Warum würde der Tag, an dem der Hauptstein an seinen Platz gesetzt würde, ein Tag des Frohlockens sein, und warum würden die Zuschauer ausrufen: „Wie lieblich!“?

      17 Es wäre ein Tag grenzenlosen Frohlockens, wenn er diesen Hauptstein an seine Stelle setzte, um die erfolgreiche Vollendung des Tempels in der Stadt anzuzeigen, auf die Gott seinen heiligen Namen gelegt hatte. Die entzückte Menge der Zuschauer würde beim Anblick dieser krönenden Tat voller Bewunderung über diesen Hauptstein, der an seinem hervorragenden Platz wäre, in den Ruf ausbrechen: „Wie lieblich! Wie lieblich!“ Er war an sich schon schön, denn es war derselbe Stein, der vor den Hohenpriester Josua, den Sohn Jehozadaks, gelegt worden war und dessen Gravierung Jehova selbst durch sein Werkzeug eingraviert hatte. (Sacharja 3:9) Aber dieser gravierte Hauptstein erschien noch schöner, als er nun die ihm zugewiesene Stelle im Tempelgebäude einnahm und diesem ein ansprechendes Aussehen verlieh. Nicht nur hingen die entzückten Augen der Tempelbauleute an diesem Hauptstein, sondern mit ungeteilter Aufmerksamkeit ruhten besonders Jehovas „sieben Augen“ auf diesem Stein. Daß er an seine Stelle gesetzt wurde, war eine Rechtfertigung seines Wortes der durch Haggai und Sacharja geäußerten Prophezeiung.

      18. Wann kam jener Tag des Frohlockens gemäß der geschichtlichen Aufzeichnung?

      18 Jene Zeit des Frohlockens und der Rechtfertigung fiel auf den dritten Tag des Mondmonats Adar des Jahres 515 v. u. Z., denn so sagt es die geschichtliche Aufzeichnung: „Und die älteren Männer der Juden bauten und machten Fortschritte aufgrund der Prophezeiung Haggais, des Propheten, und Sacharjas, des Enkels Iddos, und sie bauten und beendeten es nach dem Befehl des Gottes Israels und nach dem Befehl von Cyrus und Darius und Artaxerxes, dem König von Persien. Und sie vollendeten dieses Haus bis zum dritten Tag des Mondmonats Adar, das ist im sechsten Jahr der Regierung des Königs Darius.“ — Esra 6:14, 15.

      19. Welch großartige Aussicht gibt uns jener prophetische religiöse Anlaß heute, und wodurch wird dies herbeigeführt werden?

      19 Welch großartige Aussicht gibt dieser historische, jedoch prophetische Anlaß heute allen, die die reine, unbefleckte Anbetung des einen lebendigen und wahren Gottes lieben! Sie weist auf die Zeit hin, da die wahre Anbetung des Souveränen Herrn Jehova in seinem geistigen Tempel in ihren Zustand der Vollkommenheit gebracht sein wird. Das wird der Fall sein, wenn Babylon die Große (das Weltreich der falschen Religion mit Einschluß der sektiererischen Christenheit) vernichtet worden ist und alle politischen, militärischen Einrichtungen und Gesellschaftsgruppen dieser Welt, die sogar die reine Religion bekämpfen, vernichtet worden sind und die gereinigte Erde nur mit dem Überrest geistiger Unterpriester des geistigen Israel und ihren Mitanbetern aus allen Nationen, Völkern und Stämmen übriggeblieben sein wird. Diese krönende Leistung wird gemäß den Worten Jehovas „nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern durch meinen Geist“ herbeigeführt werden.

      20. Welcher Statthalter hat einen besonders bevorrechteten Anteil an der kommenden Erfüllung der Prophezeiung?

      20 Der gegenbildliche Statthalter Serubbabel wird einen besonders bevorrechteten Anteil daran haben, die Erfüllung dieser göttlichen Prophezeiung in der Neuzeit herbeizuführen. Wir wissen, wer es ist — Jesus Christus, der jetzt von seinem himmlischen Thron aus über den treuen Überrest seiner geistigen Unterpriester und ihre Gott hingegebenen, getauften Mitanbeter regiert.

      21. Welche Eigenschaften, die in Jesus Christus vereinigt sind und auch durch Melchisedek vorgeschattet wurden, werden durch Serubbabel und Josua versinnbildlicht?

      21 Serubbabel schattete den verherrlichten König Jesus Christus in einer anderen Beziehung vor als der Hohepriester Josua, der Sohn Jehozadaks. Der Hohepriester Josua (den griechisch sprechende Juden „Jesus“ nannten) versinnbildlichte Jesus Christus bei seinen priesterlichen Amtshandlungen. Serubbabel, der für die Provinz Juda eingesetzte Statthalter, versinnbildlichte den Herrn Jesus Christus in seiner Eigenschaft als regierender König. Diese beiden Eigenschaften, die des Hohenpriesters und die des Regenten oder Statthalters, sind in dem verherrlichten Jesus Christus vereinigt, denn er wird auch von Melchisedek vorgeschattet, von dem in 1. Mose 14:18 gesagt wird: „Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus, und er war Priester Gottes, des Höchsten.“ In Hebräer 7:1 wird er „Melchisedek ..., König von Salem, Priester Gottes, des Höchsten“, genannt. — Psalm 110:1-4.

      22. (a) Zum Schutz und zur Förderung welches Werkes benutzte Serubbabel seine Macht als Statthalter, und unter wessen Verordnung? (b) Wen schattete Serubbabel in bezug auf ein gleiches Werk und in bezug auf das Einebnen welches ‘großen Berges’ vor?

      22 Als Statthalter von Jerusalem und Juda förderte Serubbabel den Wiederaufbau des Tempels, wie König Cyrus dies verordnet hatte. Er benutzte seine Macht als Statthalter dazu, das Tempelwerk zu schützen. Offenbar unter dem Titel Scheschbazzar waren ihm von König Cyrus die heiligen „Geräte des Hauses Jehovas“ anvertraut worden, und diese heiligen Geräte brachte Serubbabel von Babylon nach Jerusalem, damit sie in dem wieder aufgebauten Hause Jehovas benutzt würden. (Esra 1:7 bis 2:2; 5:13-16) Mit Recht übernahm dann der Statthalter Serubbabel die Führung in der Grundlegung des zweiten Tempels Jehovas in Jerusalem. (Esra 3:8-10) Auf diese Weise wurde durch Serubbabel vorgeschattet, wie der regierende König Jesus Christus dem Werk der Wiederherstellung der reinen Anbetung Jehovas in seinem geistigen Tempel Antrieb geben würde. Er würde den jetzt auf Erden lebenden Überrest der gesalbten, geistigen Unterpriester bei den Anstrengungen, die dieser seit dem Jahre 1919 u. Z. zur Wiederherstellung der reinen Anbetung Jehovas unter der ganzen Menschheit gemacht hat, beschützen. Den ‘großen Berg’ des Widerstandes und der Schwierigkeiten, der dieser Tätigkeit im Wege stand, hat er zu „ebenem Land“ gemacht.

      23. (a) Wie läßt sich Jesus Christus mit dem Statthalter Serubbabel in bezug auf die Förderung des Tempelbauwerkes vergleichen? (b) Auf welche Weise erfüllt er das Bild, den Hauptstein hervorzubringen und ihn an seine Stelle zu setzen?

      23 Gleich dem Statthalter Serubbabel, der den Hauptstein hervorbrachte und ihn im Jahre 515 v. u. Z. an seine Stelle setzte, wird der verherrlichte Jesus Christus das Werk der Wiederaufrichtung der Anbetung Jehovas in seinem geistigen Tempel zur siegreichen Vollendung bringen. Durch seine unsichtbaren heiligen Engel wird er den ganzen noch benötigten Überrest geistiger Unterpriester sammeln und wird dessen Gliedern helfen, ihre Aufgaben im gegenbildlichen Heiligen des geistigen Tempels Jehovas auszuführen. Er selbst wird die Funktion des „Hauptsteins“ in dieser geistigen Vorkehrung zur Anbetung Jehovas erfüllen. Zu Gottes bestimmter Zeit wird er den ihm zugewiesenen Platz in diesem geistigen Bau der Anbetung einnehmen und so zu seiner Vollendung die letzte Hand anlegen. Gleich einem sinnbildlichen Hauptstein nimmt er die Schlüsselstellung zur Vervollkommnung dieser göttlichen Anbetungseinrichtung ein, in der er als der königliche Hohepriester für die ganze Menschheit dient. Wenn er seinen Platz einnimmt und Jehova Gott berichtet, daß er das Werk, die Anbetung durch alle notwendigen Unterpriester im geistigen Tempel in vollem Umfang wiederherzustellen, vollendet hat, wird dies zu einem ‘lieblichen’ Anblick gereichen.

      24. Wann werden Jehovas Anbeter dem großen Hauptstein zurufen: „Wie lieblich!“?

      24 In diesem heiligen Augenblick, wenn es offenbar wird, daß das Werk mit Bezug auf die wahre Anbetung trotz des Widerstandes Babylons der Großen und ihrer politischen Gönner vervollkommnet worden ist, werden alle wahren Anbeter Jehovas auf Erden mit einer nicht zu unterdrückenden Wertschätzung für das erfüllt sein, was der größere Statthalter, Jesus Christus, so erfolgreich vollbracht hat. Sie werden ihm als dem größeren Hauptstein mit den Worten zujubeln: „Wie lieblich! Wie lieblich!“

      DEN „TAG KLEINER DINGE“ NICHT VERACHTEN

      25. Weshalb sah das Werk des Aufbaus der theokratischen Organisation für Jehovas Anbetung, als es nach dem Kriege, im Jahre 1919 u. Z., begann, verächtlich aus?

      25 Als das Werk des Aufbaus der theokratischen Organisation zur Anbetung Jehovas im Nachkriegsjahr 1919 u. Z. begann, sah es in den Augen des religiösen Groß-Babylons und seiner militärischen, politischen Liebhaber verächtlich aus. Seine Verwirklichung schien ihnen ganz unmöglich zu sein. Warum dies? Weil der Überrest der gesalbten, geistigen Israeliten, der noch am Leben war, so klein war und international in üblem Ruf stand. (Matthäus 24:9) Als beispielsweise die Hauptversammlung der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung vom 1. bis 8. September 1919 in den Erholungsanlagen von Cedar Point (Ohio, USA) abgehalten wurde, wohnten nur etwa 6 000 den Zusammenkünften an den Wochentagen bei, und weitere Tausende, die diesem Kongreß so bald nach dem Ersten Weltkrieg nicht beiwohnen konnten, waren auf dem ganzen Erdenrund verstreut, etwa 17 961 Personen (nach unvollständigen Berichten), die zuvor, am 13. April 1919, der Feier des Abendmahls des Herrn beigewohnt hatten. Was waren diese Tausende Jehova hingegebener, getaufter Anbeter im Vergleich mit den Hunderten von Millionen Kirchenmitgliedern der Christenheit? Wie nichts!

      26. (a) Sollte der Überrest verachtet werden, weil er so klein war? (b) Wer brachte eine berichtigende Botschaft, und von wem wurde er gesandt?

      26 Sollte aber dieser Überrest geistiger Israeliten, der noch am Leben war, verachtet werden, weil er so klein war und keine „Streitmacht“ hatte? Die heute, mehr als fünfzig Jahre später, erkennbaren Tatsachen geben eine deutliche Antwort und beweisen, daß es der unfehlbare Gott war, der seinen Propheten Sacharja mit einer Botschaft sandte, um alle falschen Ideen zu berichtigen, die man — aus dem frühen Anschein der Dinge zu schließen — haben mochte. Man höre, wie Sacharja seinen Bericht fortsetzt: „Und das Wort Jehovas erging weiter an mich und besagte: ,Die Hände Serubbabels selbst haben die Grundlage dieses Hauses gelegt, und seine eigenen Hände werden es beenden. Und du wirst erkennen müssen, daß Jehova der Heerscharen selbst mich zu euch gesandt hat. Denn wer hat den Tag kleiner Dinge verachtet? Und sie werden sich gewißlich freuen und das Senkblei in der Hand Serubbabels sehen. Diese sieben sind die Augen Jehovas. Sie schweifen umher auf der ganzen Erde.‘ “ — Sacharja 4:8-10.

      27. Wann wurde der bestimmte Beweis geliefert, daß es Jehova gewesen war, der Sacharja zum Volke gesandt hatte?

      27 Wenn es im Sinn irgendwelcher Glieder des heimgekehrten Überrestes der Juden im Lande Juda noch Zweifel gegeben hätte, so wußten sie nun — am dritten Tag des zwölften Mondmonats (Adar) des Jahres 515 v. u. Z. — bestimmt, daß es kein anderer als Jehova war, der Sacharja zu seinem Volk gesandt hatte. Der Bericht in Esra 6:14, 15 sagt uns: „Und die älteren Männer der Juden bauten und machten Fortschritte aufgrund der Prophezeiung Haggais, des Propheten, und Sacharjas, des Enkels Iddos, und sie bauten und beendeten es nach dem Befehl des Gottes Israels und nach dem Befehl von Cyrus und Darius und Artaxerxes, dem König von Persien. Und sie vollendeten dieses Haus bis zum dritten Tag des Mondmonats Adar, das ist im sechsten Jahr der Regierung des Königs Darius.“ Jehovas prophetisches Wort war gerechtfertigt!

      28. (a) Warum entging es Jehovas Augen nicht, als Serubbabel mit dem Senkblei in der Hand den Hauptstein im Tempel einsetzte? (b) Welches ähnliche, doch größere Ereignis wird für ihn eine noch größere Augenweide sein?

      28 Der Statthalter Serubbabel mag eine Lotleine mit einem Senkblei in der Hand gehalten haben, als er Jehovas Haus der Anbetung vollendete, indem er den unentbehrlichen Hauptstein an seinen Platz legte. Das zu sehen erfreute die Augen, besonders Jehovas Augen. Nichts entgeht seinen Augen. Es ist, als habe er einen vollständigen Satz — sieben — Augen, die auf der ganzen Erde umherschweifen, um alles zu beobachten, was getan wird, sei es von seinen Feinden oder von seinem ihm hingegebenen Volk. Bestimmt sahen seine Augen zu, als Serubbabel mit dem Senkblei in der Hand den Hauptstein legte. Seine eigenen Augen freuten sich mit denen der Glieder seines treuen Überrestes, der die Anbetung des wahren Gottes in seinem Leben an die erste Stelle setzte. Wieviel mehr werden sich seine alles beobachtenden Augen freuen, wenn sie den größeren Serubbabel das Werk der Wiederherstellung der reinen Anbetung auf Erden in seinem geistigen Tempel beenden sehen!

      „DIE ZWEI GESALBTEN“

      29. Welche Antwort wurde Sacharja gegeben, als er zuerst fragte, was die Vision des goldenen Leuchters bedeute, und wie sind wir nun imstande die Richtigkeit jener Antwort zu sehen?

      29 Erinnern wir uns hier an das, was der Engel dem Propheten Sacharja sagte, als er fragte, was der goldene Leuchter mit den sieben Lampen bedeute? Ja, er sagte folgendes: „ ‚Nicht durch eine Streitmacht noch durch Kraft, sondern durch meinen Geist‘, hat Jehova der Heerscharen gesagt.“ (Sacharja 4:6) Jetzt können wir sehen, wie treffend dieser machtvolle Ausspruch ist, indem wir weitere in der Vision erscheinende Einzelheiten und die Erklärung dazu erfahren. Um uns in bezug auf diese Sache zufriedenzustellen, wird uns gesagt:

      30. Was veranschaulichten die zwei Olivenbäume neben dem Leuchter, wie der Engel es Sacharja sagte?

      30 „Und ich antwortete dann und sprach zu ihm: ,Was bedeuten diese zwei Olivenbäume auf der rechten Seite des Leuchters und auf seiner linken Seite?‘ Dann ergriff ich zum zweiten Mal das Wort und sprach zu ihm: ,Was sind die beiden Zweigbüschel der Olivenbäume, die durch die zwei goldenen Röhren die goldene Flüssigkeit aus sich hervorfließen lassen?‘ Da sprach er zu mir: ,Weißt du wirklich nicht, was diese Dinge bedeuten?‘ Darauf sprach ich: ,Nein, mein Herr.‘ Daher sprach er: ,Dies sind die zwei Gesalbten, die neben dem Herrn der ganzen Erde stehen.‘ “ — Sacharja 4:11-14.

      31. Wie wurde das Öl den Lampen zugeführt, warum war der Vorrat beständig, und was veranschaulichte das Öl?

      31 Sacharja hielt es für gut, seiner ersten Frage sogleich eine zweite folgen zu lassen, um nicht zu verfehlen, sich über etwas zu erkundigen, was er in seiner ersten Frage nicht erwähnt hatte. Diese zwei Olivenbäume standen, wie wir uns erinnern, zur Rechten und zur Linken der goldenen Schale, von der sieben Röhren zu den sieben Lampen am Leuchter ausgingen, um diese mit Öl aus einem zentralen Vorrat zu versehen. Woher empfing denn die goldene Schale oben auf dem Leuchter ihren eigenen Vorrat an Flüssigkeit zur Beleuchtung? Von dem Zweigbüschel des Olivenbaumes rechts und dem Zweigbüschel des Olivenbaumes links, und dies durch eine goldene Röhre von jedem Zweigbüschel aus. Die so gelieferte Flüssigkeit sah golden aus, und sie konnte ebensowenig abgestellt werden, wie jene zwei Olivenbäume ausgeschaltet werden konnten. Es blieb ein beständiger Vorrat, geradeso wie sein Quell lebendig und beständig war. Diese Flüssigkeit zur Beleuchtung veranschaulichte nicht eine Streitmacht noch menschliche Kraft, sondern, wie Jehova sagte, „meinen Geist“. Öl wurde somit dazu benutzt, Gottes Geist darzustellen. — Sacharja 4:6.

      32. (a) Welches ist der Quell des symbolischen ‘Olivenöls’? (b) Was wird durch den Leuchter, der solches Öl empfängt, symbolisiert?

      32 Geradeso, wie der Olivenbaum von Jehova Gott erschaffen worden war und Jehova somit seine Ölquelle ist, ist er der Quell des Geistes oder der unsichtbaren wirksamen Kraft, die die Flamme der wahren Anbetung Jehovas entfacht. Die zwei Olivenbäume veranschaulichen daher die zwei Werkzeuge, durch die er seinen Geist dem symbolischen Leuchter zuführt, das heißt seiner ‘heiligen Nation’, dem gesalbten Überrest der geistigen Israeliten. Wer sind denn die zwei Werkzeuge, die durch die zwei Olivenbäume symbolisiert werden?

      33. Wie wird in Offenbarung 11:3, 4 der Ausdruck „Ölbäume“ gebraucht, um Gottes lebende Geschöpfe zu symbolisieren, und wen also symbolisieren die zwei Olivenbäume in der Vision Sacharjas?

      33 Es ist nicht in Widerspruch mit der Heiligen Schrift, zu sagen, daß die zwei Olivenbäume vernunftbegabte Geschöpfe Gottes darstellen. In Verbindung mit der Vision des Tempels lesen wir das, was der christliche Apostel Johannes im letzten Buch der Bibel berichtet hat: „Und ich will meine zwei Zeugen ... mit Sacktuch bekleidet prophezeien lassen. Diese sind versinnbildlicht durch die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter und stehen vor dem Herrn der Erde.“ (Offenbarung 11:3, 4) Es wird erklärt, daß die zwei Olivenbäume der Vision Sacharjas die „zwei Gesalbten [buchstäblich: zwei Söhne des Öls]“ sind, „die neben dem Herrn der ganzen Erde stehen“. Wen also versinnbildlichen diese? Nicht die inspirierten Propheten Haggai und Sacharja, sondern zwei Personen, denen das Wort Jehovas der Heerscharen zu übermitteln Sacharja geboten wurde, nämlich den Hohenpriester Josua, den Sohn Jehozadaks, und den Statthalter Serubbabel.

      34. (a) Wie verlieh der Hohepriester und der Statthalter dem symbolischen Leuchter das symbolische Öl? (b) Wie versehen sich Serubbabel und Josua selbst beständig mit Gottes Geist?

      34 Durch die inspirierten Propheten Haggai und Sacharja wurde Jehovas Geist Josua und Serubbabel verliehen. Diese ihrerseits mußten beim Bauen des zweiten Tempels Jehovas die Führung übernehmen und dafür Jehovas Geist dem israelitischen Überrest verleihen. Diese zwei „Gesalbten“ sollten der ganzen wiederhergestellten Nation beständig Jehovas Geist einflößen, indem sie bis zum Ende im Werk beharrten und die Tempelarbeiter sowohl durch Worte der Ermahnung als auch durch ihr persönliches Beispiel ermunterten. Das konnten sie tun, wenn sie beständig neben Jehova, „dem Herrn der ganzen Erde“, ständen. Sie mußten in der Streitfrage der allein wahren Anbetung auf seiner Seite stehen und mußten beständig und ausschließlich ihm zugunsten dieser Anbetung dienen. Auf diese Weise würde das heilige Werk durch Jehovas Geist vollbracht werden. Da er der ‘Herr der ganzen Erde’ ist, erfüllt er diesbezüglich seinen Willen.

      35. Wen symbolisieren die zwei Olivenbäume in der neuzeitlichen Erfüllung der Vision?

      35 Wen versinnbildlichen in der Erfüllung dieser Vision in der gegenwärtigen „Zeit des Endes“ die „zwei Olivenbäume“, die „zwei Gesalbten“? Da sie in der ersten Erfüllung der Vision zur Zeit Sacharjas den Hohenpriester Josua und den Statthalter Serubbabel darstellten, werden sie nur die eine Persönlichkeit, nämlich Jehovas Gesalbten, den Messias oder Christus, versinnbildlichen, also Jesus, der mit dem heiligen Geist Gottes gesalbt wurde. — Jesaja 61:1-3; Lukas 4:1.

      36. (a) Inwiefern hat Jesus Christus in Verbindung mit Gottes Geist wie Josua, der Hohepriester, und wie der Statthalter Serubbabel gehandelt? (b) Wie ist er gleich den zwei Olivenbäumen beständig mit dem Geist versehen worden, und welchem symbolischen Leuchter hat er den Geist verliehen?

      36 Jawohl, Jesus, der Messias, wurde tatsächlich sowohl vom Hohenpriester Josua als auch vom Statthalter Serubbabel vorgeschattet. Bevor er seine loyalgesinnten Apostel auf Erden verließ, gab er ihnen die Verheißung, ihnen den Geist zu senden, der vom himmlischen Vater ausgeht. (Johannes 14:16, 17; 15:26; 16:13, 14) Darauf, am Pfingstfesttag des Jahres 33 u. Z., diente er in gleicher Weise wie die zwei Olivenbäume der Vision Sacharjas. An jenem Tage begann Jehova Gott, ihn dazu zu gebrauchen, der ‘heiligen Nation’ des geistigen Volkes Israel den heiligen Geist zuzuführen und auf sie auszugießen. (Apostelgeschichte 1:5; 2:1-35; Matthäus 3:11; Markus 1:7, 8; Lukas 3:16) Gleich den „zwei Gesalbten“ oder den „zwei Söhnen des Öls“ aus Sacharjas fünfter Vision steht Christus Jesus als Hoherpriester und Statthalter „neben dem Herrn der ganzen Erde“ und dient ihm beständig, denn er befindet sich zur Rechten Gottes in den Himmeln. (Apostelgeschichte 2:34-36; 7:56) In dieser Stellung kann er einen beständigen Vorrat des Geistes Gottes, des Herrn, dem symbolischen „Leuchter“ auf Erden, dem treuen Überrest des geistigen Israel, zuführen.

      37. (a) Wodurch gestärkt und unter wessen Führung verharren die Überrestglieder im Tempelwerk? (b) Wem wird daher die Beglückwünschung, der Lobpreis und die Ehre für den Erfolg im Tempelwerk zuteil werden?

      37 Nicht durch eine Streitmacht, sondern durch den nie versagenden Geist Gottes, des Allmächtigen, wirken die Glieder des gesalbten Überrestes unter ihrem himmlischen Statthalter und Hohenpriester Jesus Christus. Durch heiligen Geist angespornt und gestärkt, werden sie das Tempelwerk fortsetzen, bis es ganz vollbracht sein wird. Somit wird die Beglückwünschung, der Lobpreis und die Ehre für den endgültigen, krönenden Erfolg nicht dem Überrest der geistigen Unterpriester zukommen, sondern Jehova Gott, dem Quell des Geistes, der durch Jesus Christus als Gottes liebevollen Mitteilungskanal ausgeht.

  • Das Ende der Zulassung des Bösen
    Das Paradies für die Menschheit durch die Theokratie wiederhergestellt
    • 12. Kapitel

      Das Ende der Zulassung des Bösen

      1. Was sollte die Nation Israel tun, um Jehovas Segen gemäß seinem Bunde zu empfangen, statt nur religiöse Formalitäten in seinem Tempel zu beobachten?

      DIE ehemalige Nation Israel besaß in Jerusalem das schöne Symbol der reinen Anbetung des einzig lebendigen und wahren Gottes. Es war sein heiliger, wieder aufgebauter Tempel. Doch sollte die Nation mehr tun, als in diesem Zentrum der Anbetung nur gewohnheitsmäßig zeremonielle Handlungen zu verrichten. Die erwählte Nation Israel mit ihrem wieder aufgebauten Tempel der Anbetung Jehovas in Jerusalem sollte täglich in dem ihr von Gott gegebenen ganzen Land dieser Religion gemäß leben. Dann wäre ihre Religion nicht nur eine fromme Formsache, sondern würde in ihrem Leben lebendig. Sie würde nicht dazu führen, das heilige Haus der Anbetung Jehovas zu entweihen. Sie würde weder Spott noch Schmach auf den Namen Gottes bringen. Dann könnte er die Anbeter, die im Lande wohnten, in Übereinstimmung mit der Verheißung seines feierlichen Bundes, den er mit der Nation geschlossen hatte, mit Freuden segnen. Er wäre nicht genötigt, einen tödlichen Fluch über diejenigen kommen zu lassen, die nicht dem Bunde gemäß lebten.

      2. (a) Was sollten die Anbeter Jehovas gemäß Psalm 97:10, 11 hassen? (b) In Übereinstimmung mit welchem Vorhaben Gottes sollten sie keine Bosheit in dem ihnen von Gott gegebenen Stande dulden?

      2 Seine aufrichtigen Anbeter müßten einen echten Haß gegenüber der Bosheit empfinden. Hierzu ermahnt sie der inspirierte Psalmist: „O ihr, die ihr Jehova liebt, hasset das Böse. Er behütet die Seele seiner Loyalgesinnten; aus der Hand der Bösen befreit er sie. Licht selbst ist aufgestrahlt für den Gerechten und Freude auch für die von Herzen Rechtschaffenen.“ (Psalm 97:10, 11) Da, wo diejenigen, die Jehova lieben, in dem ihnen von Gott gegebenen Stande weilen, sollte keine Bosheit geduldet werden. Zu seiner eigenen Zeit, an die er sich streng hält, wird er aller Bosheit auf der ganzen Erde samt all ihren schrecklichen Folgen ein Ende machen. Er wird das Böse nicht länger zulassen. Heißt diese glückliche Zeit für alle gerechtgesinnten Menschen willkommen!

      3. Welche Vision wurde nun in Übereinstimmung mit diesem Thema gegeben, und zu wessen Ermunterung wurde sie aufgezeichnet?

      3 Mit dieser beglückenden Aussicht stimmt das Thema der sechsten Vision überein, die dem Propheten Sacharja am vierundzwanzigsten Tag des elften Mondmonats (Schebat) im Jahre 519 v. u. Z. gegeben wurde. Um sie zu unserer Ermunterung für diese Zeit ihrer vollständigen Erfüllung aufzubewahren, wurde Sacharja zu ihrer Aufzeichnung inspiriert.

      DIE SECHSTE VISION

      4, 5. (a) Was berichtete Sacharja dem Engel, der als Ausleger diente, über das, was er sah? (b) Wie bewegte sich jene Buchrolle durch die Luft, und wieviel Schreibfläche hatte sie, und für welche Art einer Botschaft?

      4 Sacharja schreibt: „Dann erhob ich meine Augen wieder und sah; und siehe! eine fliegende Buchrolle. Und er [der Engel als Ausleger] sprach zu mir: ,Was siehst du?‘ Darauf sprach ich: ‚Ich sehe eine fliegende Buchrolle, deren Länge zwanzig Ellen ist und deren Breite zehn Ellen ist.‘ “ — Sacharja 5:1, 2.

      5 Die Buchrolle ist entrollt. Mit ihrer flachen Oberfläche durchfliegt sie wie mit Flügeln eines Flugzeuges die Luft. Sie ist groß, denn sie ist zwanzig Ellen lang und zehn Ellen breit, so daß sie einen Flächeninhalt von zweihundert Quadratellen oder etwas über vierzig Quadratmetern hat. Und wenn beide Seiten der Buchrolle zum Schreiben benutzt werden, würde das über achtzig Quadratmeter Schreibfläche ergeben. Tatsächlich war sie auf beiden Seiten beschrieben. Dadurch konnte durch sie eine eindrucksvolle, umfassende Botschaft übermittelt werden. War die Botschaft für das Land günstig oder ungünstig? Das würde anzeigen, was die fliegende Buchrolle bedeutete. Sacharja wünschte dies zu wissen, wir ebenfalls.

      6. Was bedeutete die fliegende Buchrolle, wie es der Engel als Ausleger erklärte?

      6 Was sagte der Engel, der die Botschaft auslegte? „Dann sprach er zu mir: ,Dies ist der Fluch, der über die Oberfläche der ganzen Erde ausgeht, denn jeder, der stiehlt, ist gemäß dem, was auf dieser Seite steht, straflos ausgegangen, und jeder, der einen Eidschwur leistet, ist gemäß dem, was auf jener Seite steht, straflos ausgegangen.‘ “ — Sacharja 5:3.

      7, 8. Welche Fragen entstehen hinsichtlich des Diebes und des in Jehovas Namen falsch Schwörenden, und was würde der Fluch laut Jehovas Wort bewirken?

      7 Was soll also mit den Übeltätern geschehen, die bisher straffrei ausgegangen sind? Welcher Fluch soll sich an dem bisher ungestraften Dieb erfüllen, gemäß dem, was auf der einen Seite der Buchrolle geschrieben steht? Und welcher Fluch soll sich gemäß dem, was auf der anderen Seite der Buchrolle geschrieben steht, an dem erfüllen, der einen Meineid geschworen hat? Selbst wir sind heute daran interessiert, dies zu erfahren, denn die ganze Erde ist gegenwärtig voll von Dieben und Personen, die ihrem: Eidschwur nicht nachkommen. Was muß der Engel als Ausleger uns sagen? Folgendes:

      8 „ ,Ich habe ihn ausgehen lassen‘, ist der Ausspruch Jehovas der Heerscharen, ,und er soll in das Haus des Diebes und in das Haus dessen hineingehen, der in meinem Namen falsch schwört; und er soll inmitten seines Hauses verweilen und es und sein Holzwerk und seine Steine vernichten.‘ “ — Sacharja 5:4.

      9. In welchem Ausmaß sollte die Vernichtung kommen — nur über die Häuser?

      9 Der Dieb und der in Jehovas Namen falsch Schwörende kamen unter den Fluch der Vernichtung. Nicht allein ihre Häuser, das Holzwerk, die Steine und alles, sollten vernichtet werden, sondern der Dieb und die falsch Schwörenden sollten ausgerottet werden. Der Aufenthaltsort selbst und sie zusammen mit ihren Wohnorten sollten aus dem Lande ausgetilgt werden. In der Tat, ein schrecklicher, ja drastischer Fluch!

      10. Auf welches Land bezog sich dies, und warum ließ diese Tatsache das Stehlen und Falschschwören um so ernster erscheinen?

      10 Wir müssen im Sinn behalten, daß dies dem Lande galt, in dem der Überrest der einst verbannten Juden wohnte, die ihre Befreiung aus Babylon erfahren hatten und in das Land Juda zurückgekehrt waren, um Jehovas Tempel in Jerusalem wiederaufzubauen. Dadurch wurde die Sachlage um so ernster. Durch die Zehn Gebote, wie sie durch den Propheten Moses gegeben worden waren, standen jene natürlichen, beschnittenen Juden unter dem göttlichen Befehl, nicht zu stehlen und weder falsch zu schwören noch ein falsches Zeugnis abzulegen. Wenn also Gottes erwähltem Volk etwas gestohlen wurde, stahl der Dieb in Wirklichkeit Jehova etwas. Wenn jemand in Jehovas heiligem Namen falsch schwor, so log er nicht nur demjenigen gegenüber, dem der Eidschwur eine Sicherheit oder Garantie sein sollte, sondern auch Jehova gegenüber. Es war ein Mißbrauch des Namens Jehovas, die Benutzung seines Namens in unwürdiger Weise. (2. Mose 20:7, 15, 16) Obwohl die Diebe und falsch Schwörenden eine Zeitlang der Bestrafung durch die Hände derer entgingen, die das Gesetz Gottes durchsetzen sollten, würde doch Jehovas Fluch diese Übertreter treffen und an ihnen zur bestimmten Zeit in Erfüllung gehen.

      ARTEN DES DIEBSTAHLS

      11. War das Stehlen aus Hunger eine Entschuldigung, oder welche Folgen hatte solches Stehlen gemäß den Worten Salomos und des Sprücheschreibers Agur?

      11 Ungeachtet, was der Beweggrund zum Stehlen sein mochte und wie entschuldbar der Diebstahl unter den Umständen erscheinen mochte, war er dennoch eine Sünde und verdiente es, nach Gottes Gesetz bestraft zu werden. Der inspirierte weise König Salomo sagte: „Man verachtet einen Dieb nicht, bloß weil er Diebstahl begeht, um seine Seele zu füllen, wenn er hungrig ist. Wenn aber ertappt, wird er es siebenfach ersetzen; alle wertvollen Dinge seines Hauses wird er geben.“ (Sprüche 6:30, 31) Der Sprücheschreiber Agur, der Sohn Jakes, wünschte nicht, in Umstände zu geraten, in denen er sich genötigt gesehen hätte zu stehlen, denn er sah, daß sein Gott davon betroffen oder berührt wurde. Daher betete er zu Gott: „Unwahrheit und das lügnerische Wort entferne von mir. Gib mir weder Armut noch Reichtum. Laß mich die mir beschiedene Speise verzehren, damit ich nicht satt werde und ich dich tatsächlich verleugne und sage: ,Wer ist Jehova?‘ und damit ich nicht verarme und ich tatsächlich stehle und mich am Namen meines Gottes vergreife.“ (Sprüche 30:1, 8, 9) Wieso würde er sich durch Diebstahl am Namen seines Gottes vergreifen?

      12. (a) Wieso greift jemand selbst, wenn er aus Hunger stiehlt, im Lichte der Zehn Gebote Gottes Namen an? (b) Was sagt der Apostel Paulus darüber?

      12 Weil Diebstahl ein Ausdruck des Götzendienstes ist. Der Dieb vergöttert sich selbst oder das, was er stiehlt. Er begehrt etwas, worauf er kein Recht hat und was einem anderen gehört. Um der Strafe, die auf Diebstahl steht, zu entgehen, nimmt er sich das Begehrte, wenn der Eigentümer oder Personen, die das Gesetz durchsetzen, es nicht sehen. Da das Verbot des Diebstahls im Namen Gottes, Jehovas, gegeben worden ist, mißachtet die stehlende Person den Namen Gottes und greift diesen an, als ob er weder von Bedeutung noch von Wichtigkeit wäre. Der christliche Apostel Paulus schrieb an christliche Erben des himmlischen Königreiches Gottes wie folgt: „Kein Hurer oder Unreiner oder Habgieriger — das heißt ein Götzendiener — [hat] irgendein Erbe im Königreich des Christus und Gottes.“ (Epheser 5:5) Er schrieb ferner: „Ertötet daher die Glieder eures Leibes, die auf der Erde sind, in bezug auf Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist.“ (Kolosser 3:5) Paulus mag die Prophezeiung Sacharjas im Sinn gehabt haben, als er schrieb: „Wer stiehlt, stehle nicht mehr, sondern er arbeite vielmehr hart, indem er mit seinen Händen gute Arbeit leiste, damit er etwas habe, um einem Bedürftigen davon abzugeben.“ — Epheser 4:28, 25.

      13. (a) Wie berührt der „Fluch“ den Gott hingegebenen, getauften Christen, der zu stehlen anfängt? (b) Welcher Diebstahl ist schwerwiegender als das Stehlen des materiellen Besitztums einer Person?

      13 Wenn ein Gott hingegebener, getaufter Christ von neuem stiehlt, wie er es vor seiner Bekehrung getan hat, oder anfängt zu stehlen, so greift er den Namen seines Gottes an. Da er als Dieb das messianische Königreich Gottes nicht erben kann, kommt er unter Gottes Fluch. Dies wird seine Vernichtung bedeuten, denn wenn er verfehlt, in das Königreich einzugehen, zu dem er berufen worden ist, so gibt es für ihn nichts anderes mehr. Um ein Dieb zu sein, braucht man nicht notwendigerweise einer anderen Person materielle Dinge zu stehlen. Es ist von noch ernsteren Folgen, wenn jemand die Worte Gottes stiehlt. Gott ist gegen ein solches Stehlen.

      14. Was sagt Jehova in Jeremia 23:30-32 über diejenigen, die seine Worte stehlen?

      14 „ ,Daher, siehe, ich bin wider die Propheten‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,diejenigen, die meine Worte wegstehlen, ein jeder von seinem Gefährten.‘ ,Siehe, ich bin wider die Propheten‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,diejenigen, die ihre Zunge gebrauchen, um zu sprechen: „Ein Ausspruch!“ ‘ ,Siehe, ich bin wider die Propheten von Lügenträumen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ,die sie erzählen und mein Volk umherirren lassen wegen ihrer Lügen und wegen ihrer Prahlerei.‘ ,Aber ich selbst sandte sie nicht, noch beauftragte ich sie. So werden sie diesem Volk gar nichts nützen‘ ist der Ausspruch Jehovas.“ — Jeremia 23:30-32.

      15. (a) Was muß darüber gesagt werden, ob wir unserem Gefährten Worte stehlen, wenn wir vor anderen Personen Bibeltexte anführen? (b) Wie stahlen die falschen Propheten ihrem Gefährten in den Tagen Jeremias Gottes Worte?

      15 Jehovas Worte seinem Gefährten zu stehlen ist eine ernste Sache. Wie tun wir das? Stehlen wir dem Propheten Jehovas Worte, wenn wir die Worte dessen anführen, den Jehova dazu inspiriert hat, sie zu äußern? Nein, denn wir geben dem inspirierten Propheten die gebührende Ehre, dessen Worte wir zur Stütze oder zum Beweis einer Lehre anführen. Wir weisen die Menschen auf das Bibelbuch hin, auf das Kapitel und den Vers, aus dem wir etwas zitieren. Wir handeln nicht wie die falschen Propheten zur Zeit Jeremias. Jene Propheten griffen die Prophezeiung des Mannes auf, den Jehova dazu inspiriert hatte, die Prophezeiung zu äußern, und gaben sie dann als ihre eigene aus. Und wenn sie sich über diese Prophezeiung, die sie gestohlen hatten, noch verbreiteten, so wurden sie dabei natürlich nicht von Gott geleitet. Demzufolge waren ihre Erklärungen unrichtig, oder sie machten von sich aus unberechtigte Zusätze oder verfälschten, entstellten und verwässerten die Prophezeiung. Auf diese Weise werden sie die entwendete Prophezeiung zu ihren eigenen, selbstischen Zwecken benutzt haben.

      16. Wie stahlen diejenigen Gottes Namen, die vorgaben, inspirierte Propheten zu sein, oder die lediglich Träume erzählten?

      16 Sie geben sich das Aussehen eines Propheten, indem sie sagen, als ob sie unter Inspiration ständen: „Ein Ausspruch!“ Dann stehlen sie in Wirklichkeit den Namen Jehovas, indem sie ihn mit ihrem eigenen „Ausspruch“ in Verbindung bringen, zu dem er nicht gehört. Sie träumen falsche Träume für die Zukunft, um das Volk wider Jehovas wahre Wortführer zu beeinflussen. Wegen ihrer falschen Träume und ihres Prahlens hinsichtlich der Zukunft veranlassen sie das Volk, religiös und geistig irrezugehen, und lassen es so für die wirklichen Dinge, die kommen, im einem unvorbereiteten Zustand. Jehova hat sie nicht gesandt noch sie beauftragt, und daher haben sie kein Recht, Gottes Namen von seinem rechtmäßigen Platz wegzustehlen und ihn für ihre trügerischen Zwecke zu gebrauchen. Solche Diebe sind niemandem zum Nutzen.

      17. Was nahte gemäß Jehovas Vorauswarnung, und wie waren die Propheten, die nicht in der Gruppe seiner Vertrauten standen, für die Handlungen des Volkes verantwortlich?

      17 „Denn wer hat in der Gruppe der Vertrauten Jehovas gestanden, daß er sein Wort sehe und höre? Wer hat seinem Wort Aufmerksamkeit geschenkt, daß er es höre? Siehe! Der Windsturm Jehovas, Grimm selbst, wird gewißlich ausgehen, ja ein Wirbelsturm. Auf das Haupt der Bösen wird er niederwirbeln. Der Zorn Jehovas wird sich nicht wenden, bis er ausgeführt und bis er verwirklicht haben wird die Gedanken seines Herzens. Im Schlußteil der Tage werdet ihr mit Verständnis darauf achten. Ich habe die Propheten nicht gesandt, dennoch sind sie gelaufen. Ich habe nicht zu ihnen geredet, dennoch haben sie prophezeit. Hätten sie aber in der Gruppe meiner Vertrauten gestanden, dann hätten sie mein Volk meine eigenen Worte hören lassen, und sie hätten sie veranlaßt, von ihrem schlechten Weg und von der Schlechtigkeit ihrer Handlungen umzukehren.“ — Jeremia 23:18-22.

      18. Wie haben Geistliche der Christenheit auf eine Weise gehandelt, vor der in Offenbarung 22:19 gewarnt wird, und wie haben sie ihrem Gefährten die Worte gestohlen?

      18 Das Vorangegangene entspricht dem, was zu Gott hingegebenen, getauften Christen im letzten Buch der Bibel gesagt wird: „Wenn jemand irgend etwas von den Worten der Buchrolle dieser Prophezeiung wegnimmt, wird Gott dessen Teil von den Bäumen des Lebens und aus der heiligen Stadt wegnehmen, Dinge, die in dieser Buchrolle geschrieben stehen.“ (Offenbarung 22:19) Indem die Geistlichkeit der Christenheit gelehrt hat, das Buch der Offenbarung habe keinen prophetischen Wert oder die Bibel sei voller Mythen, Legenden und unmöglicher Erklärungen, hat sie sicherlich viel von Gottes Wort weggenommen, und so enthält sie es dem arglosen Volk vor. Wie oft hat sich die Geistlichkeit der Christenheit während politischer Feldzüge und zur Kriegszeit zu ihrer eigenen, selbstischen Verwendung einen Text aus der Bibel angeeignet und ihn als einen Vorwand benutzt, um zu ihren Gemeinden über weltliche Politik, soziale Reformpläne und Kriegspropaganda zu sprechen! Ist das nicht ein Wegstehlen des Wortes Jehovas von einem Gefährten?

      19. Wie können wir gleich dem Apostel Paulus Gottes Fluch vermeiden, der diejenigen trifft, die Gottes Worte denen wegstehlen, die sie benötigen?

      19 Im Gegensatz zum Wegstehlen des Wortes Gottes von denen, die es zu hören verdienen, sollten wir das Beispiel des Apostels Paulus nachahmen, der sagte: „... ich [hielt] mich nicht davon zurück ..., euch alles, was nützlich war, kundzutun noch euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren. Doch legte ich gründlich Zeugnis ab, sowohl vor Juden als auch vor Griechen, in bezug auf Reue gegenüber Gott und Glauben an unseren Herrn Jesus. Darum rufe ich euch am heutigen Tage auf, zu bezeugen, daß ich rein bin von dem Blute aller Menschen, denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Rat Gottes mitzuteilen.“ (Apostelgeschichte 20:19-21, 26, 27) Gleichwie Paulus wünschen wir nicht, wegen geistigen Diebstahls unter den Fluch zu kommen.

      EINEN FALSCHEN EIDSCHWUR IN GOTTES NAMEN LEISTEN

      20. Der Prophet Sacharja und seine Mitjuden konnten sich gut an welchen hervorragenden Fall erinnern, da jemand in Juda bei Gottes Namen falsch geschworen hatte?

      20 Sacharja und die übrigen der zurückgekehrten Juden seiner Tage konnten sich eines hervorragenden Falls in der Geschichte gut erinnern, der zeigte, wie stark Gott es empfand, wenn jemand in seinem Namen einen falschen Eid schwor. Das hatte ihr letzter König, der auf dem Thron in Jerusalem gesessen hatte, nämlich König Zedekia, der Sohn Josias, getan. Er starb als Blinder im Gefängnis in Babylon, bevor der treue jüdische Überrest aus dem babylonischen Exil befreit wurde. Warum? Der Bericht in 2. Chronika 36:12, 13 erklärt den Grund, wenn es dort heißt: „Er fuhr fort zu tun, was böse war in den Augen Jehovas, seines Gottes. Er demütigte sich nicht Jeremias, des Propheten, wegen auf den Befehl Jehovas hin. Und auch gegen König Nebukadnezar rebellierte er, der ihn bei Gott hatte schwören lassen; und er fuhr fort, seinen Nacken zu versteifen und sein Herz zu verhärten, so daß er nicht zu Jehova, dem Gott Israels, umkehrte.“

      21. Welche Entscheidung traf Jehova gemäß Hesekiel 17:16-20 im Fall des untreuen Königs Zedekia?

      21 Mit Bezug auf den Eid, den König Zedekia im Namen Jehovas dem König Nebukadnezar schwor, wird in Hesekiel 17:16-20 folgende Entscheidung Jehovas dargelegt:

      „ ‚So wahr ich lebe‘, ist der Ausspruch des [Souveränen] Herrn Jehova, ,an dem Ort des Königs [Nebukadnezars], der als König denjenigen einsetzte, der seinen Eid verachtete und der seinen Bund brach, bei ihm, inmitten von Babylon, wird er sterben. ... Und er hat einen Eid verachtet, indem er einen Bund brach, und siehe! er hatte seine Hand gegeben und hat sogar all diese Dinge getan. Er wird nicht entrinnen können.‘ ,Dies ist daher, was der [Souveräne] Herr Jehova gesprochen hat: „So wahr ich lebe, meinen Eid, den er verachtet hat, und meinen Bund, den er gebrochen hat — ja ich will ihn auf sein Haupt bringen. Und ich will über ihn mein Netz breiten, und er wird gewißlich in meinem Jagdnetz gefangen werden; und ich will ihn nach Babylon bringen und dort mit ihm ins Gericht gehen hinsichtlich seiner Untreue, mit der er gegen mich handelte.“ ‘ “

      22. Wie leistete König Zedekia einen Meineid, und wider wessen Rat?

      22 Da König Zedekia im Namen des Souveränen Herrn Jehova dem König Nebukadnezar einen Eid geschworen hatte, schuldete er es Gott, seinem Eide nachzukommen und seinen Bund zu halten, wodurch er ein Vasallenkönig des Königs von Babylon wurde. In Mißachtung des inspirierten Rates des Propheten Jeremia wurde er eidbrüchig, also meineidig, und rebellierte und wandte sich um militärische Hilfe an den Pharao von Ägypten. — Hesekiel 17:11-15, 17; Jesaja 31:1-3.

      23. Auf welche Weise haben die Nationen der Christenheit und ihre Geistlichen ähnlich wie Zedekia Hilfe gesucht und ihren Bund gebrochen?

      23 Ähnlich wie König Zedekia, der in dem durch Moses vermittelten Gesetzesbund mit Gott stand, haben sich die Nationen der Christenheit um Hilfe an das symbolische Ägypten gewandt, ja an die zum Krieg ausgerüstete Welt. Die Geistlichen der Christenheit haben mit ihren Nationen gemeinsame Sache gemacht und haben deren Heere und Kriegswaffen und kriegerische Unternehmungen gesegnet und dafür gebetet. Auf diese Weise haben die Nationen der Christenheit und ihre Geistlichen, die beanspruchen, mit Gott durch Christus als Mittler in dem neuen Bund zu stehen, ihren Bund mit Gott gebrochen. Die Geistlichkeit hat die für alle Christen verbindliche Verpflichtung der Neutralität in bezug auf Weltkonflikte gebrochen.

      24. (a) Wie handelten Geistliche der Christenheit gegenüber Gelübden oder Eidschwüren, die sie zu der Zeit leisteten, da sie als Prediger ordiniert wurden? (b) Wie wird es ihnen ergehen, wenn Gott den „Fluch“ der fliegenden Buchrolle in der kommenden „großen Drangsal“ in Erfüllung gehen läßt?

      24 Was für Gelübde oder Eidschwüre die Geistlichen der Sekten der Christenheit auch immer Gott gegenüber abgelegt haben, als sie für das Geistlichenamt der betreffenden Konfessionen ordiniert wurden, so haben sie diese doch gebrochen. Das haben sie durch ihren weltlichen Lauf getan, wobei sie wohl wußten, daß „die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist“ und daß, ‘wer immer daher ein Freund der Welt sein will, sich als ein Feind Gottes darstellt’. (Jakobus 4:4) Was ist über den „Fluch“ zu sagen, der durch die ungewöhnlich große fliegende Buchrolle dargestellt wurde und über die Oberfläche der ganzen Erde ausging? Wird er in die Häuser jener geistigen oder religiösen Diebe eindringen? Wird er sie und all ihre Religionshäuser in der Zeit zunichte machen, da Gott diesen Fluch in Erfüllung gehen läßt? Ganz bestimmt! Jene Geistlichen und ihre angeblich christlichen Nationen sind Gott gegenüber „vertragsbrüchig“, obwohl sie „die gerechte Verordnung Gottes sehr wohl erkennen“ sollten, wonach „die, die solche Dinge treiben, den Tod verdienen“. (Römer 1:31, 32) Wehe ihnen in der kommenden „großen Drangsal“, wenn Gott diesen auf der „fliegenden Buchrolle“ erscheinenden Fluch in Erfüllung gehen läßt! — Matthäus 24:21, 22.

      25, 26. (a) Wo muß schließlich den verschiedenen Taten der Bosheit ein Ende gemacht werden, die auf der fliegenden Buchrolle einzeln aufgeführt werden? (b) Durch welche Handlungsweise werden Gott hingegebene, getaufte Christen dem „Fluch“ der fliegenden Buchrolle entrinnen?

      25 So, wie in der Vision Sacharjas der Fluch dem Stehlen und Falschschwören im Namen Jehovas überall im Lande seines Volkes ein Ende machen sollte, so muß solchen Dingen auf der ganzen Erde ein Ende gemacht werden, und dies besonders jetzt in bezug auf den geistigen Stand des wiederhergestellten Überrestes des geistigen Volkes Israel. Solche Arten des Bösen werden weder erlaubt noch geduldet, noch werden sie auf dieser Erde, die ihrem Schöpfer, dem Souveränen Herrn Jehova, gehört, ungestraft gelassen. Um der kommenden Vernichtung zu entgehen, stehen alle Gott völlig hingegebenen, getauften Christen unter der biblischen Verpflichtung, „kein Teil dieser Welt“ zu sein und untrennbar an der theokratischen Neutralität gegenüber den selbstischen Streitigkeiten dieser Welt festzuhalten. Weil der wiederhergestellte Überrest geistiger Israeliten dies tut, erfüllt sich an ihm das, was in Offenbarung 22:3-5 vorausgesagt worden ist:

      26 „Und es wird keinen Fluch mehr geben, sondern der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Sklaven werden ihm heiligen Dienst darbringen; und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf ihrer Stirn sein. Auch wird es keine Nacht mehr geben, und sie haben kein Lampenlicht nötig, noch haben sie Sonnenlicht, denn Jehova Gott wird ihnen Licht geben. Und sie werden immer und ewiglich als Könige regieren.“

      DIE BOSHEIT NACH BABYLON ZURÜCKVERSETZT

      27. (a) Was sah Sacharja in der siebenten Vision hervorkommen? (b) Welche Frage entsteht bezüglich ‘ihres Aussehens auf der ganzen Erde’?

      27 Da es keinen Fluch von seiten Gottes mehr geben soll, soll es auch keine Bosheit mehr geben. Die Tatsache, daß das Böse in und auf dem Besitztum, das Gott, dem Schöpfer, gehört, nicht länger geduldet werden sollte, zeigt die siebente Vision des Propheten Sacharja durch interessante Symbole. Laßt uns unsere geistigen Augen auf das Wortbild richten, das Sacharja für uns entwirft: „Dann trat der Engel, der mit mir redete, hervor und sprach zu mir: ,Erhebe bitte deine Augen, und sieh, was dies ist, das hervorkommt.‘ Da sprach ich: ,Was ist es?‘ Hierauf sprach er: ,Dies ist das Epha-Maß, das hervorkommt.‘ Und er sprach weiter: ,Das ist ihr Aussehen auf der ganzen Erde.‘ “ (Sacharja 5:5, 6) Gemäß der Sprache, die der Engel benutzt, das heißt der hebräischen, bedeutet der Ausdruck „ihr Aussehen“ buchstäblich „ihr Auge“. Ähnlich wie hier wird in 4. Mose 11:7 „sein Auge“ (d. h. das „Auge“ des neugefundenen Mannas) mit „sein Aussehen“ übersetzt. In der griechischen Septuaginta heißt es in Sacharja 5:6 aber anders, nämlich: „Dies ist die Ungerechtigkeit von ihnen auf der ganzen Erde.“ Wird das „Aussehen“ von ihnen allen als ungerecht erscheinen?

      28. Was zeigt die Tatsache, daß der Inhalt des Behälters ein bestimmtes Maß war, hinsichtlich derer „auf der ganzen Erde“ an?

      28 Nun, wir werden sehen müssen, was sich in jenem fliegenden Epha-Maß befindet, auf dem, wie wir sehen werden, ein Bleideckel liegt. Der Inhalt eines Ephas betrug mehr als einen halben Scheffel oder etwa zweiundzwanzig Liter. Da es das mißt, was darin enthalten ist, scheint es zu besagen, daß es das abmißt oder das Maß dessen angibt, was sich im symbolischen Epha befindet, und dadurch das „Aussehen“ (oder „den Anblick“, ZB) all derer darstellt, die auf dem Lande oder der Erde sind. Ist dieses ungerecht, wie es die Wiedergabe der griechischen Septuaginta andeutet?

      29. Was wurde in bezug auf das, was im Epha war, enthüllt, und welcher Name wurde diesem gegeben?

      29 „Und siehe!“ sagt Sacharja, „der runde Bleideckel wurde aufgehoben; und da ist ein gewisses Weib, das mitten im Epha sitzt. Und er sprach: ,Dies ist die „Bosheit“.‘ Und er warf sie dann mitten ins Epha zurück, worauf er das Bleigewicht auf dessen Öffnung warf.“ — Sacharja 5:7, 8.

      30. (a) Was also veranschaulichte das „Weib“ im Epha, und worauf deutete die Tatsache hin, daß es im Epha eingesperrt war? (b) Wurde dadurch, daß der Behälter ein Epha war, das zu Handelszwecken benutzt wurde, die Art der symbolisierten Bosheit begrenzt, doch wohin gehörte sie auf jeden Fall?

      30 So wird die Bosheit aller Bewohner des Landes durch ein Weib symbolisiert. Jetzt aber ist diese „Bosheit“ gleich dem Weibe im Epha-Maß eingesperrt worden. Sie selbst ist abgemessen worden, und die Zeit ihrer Zulassung im Lande ist vom Souveränen Herrn Jehova auch bemessen worden. Und um sie abgesperrt zu halten, wurde ein schwerer runder Bleideckel auf die Öffnung des Epha-Maßes gelegt. Da das Epha ein Maß ist, das im Handel gebraucht wurde, könnte es auf etwas Kommerzielles hinweisen und dementsprechend kommerzielle Bosheit, ein schlechtes Geschäftsgebaren, enthalten. Doch nicht notwendigerweise. Ein Maß kann auch für alle Gebiete menschlicher Beziehungen und Tätigkeiten gebraucht werden, und auf diese Weise sollte anscheinend die hier symbolisierte „Bosheit“ angesehen werden. Bosheit von irgendwelcher Art hat nirgends Platz, ob im Lande oder im geistigen Stande des Jehova hingegebenen Volkes. Sie sollte in einen Behälter getan und in ihrem vollen Maße dorthin versandt werden, wohin sie gehört. Es sollte ihr nicht gestattet werden dazubleiben.

      31. Was sah Sacharja als nächstes mit dem Epha-Maß geschehen?

      31 Eine solche Beseitigung und Versetzung der „Bosheit“ ist gerade das, was diese siebente Vision, die Sacharja hatte, schildert. Wir können uns mit ihm freuen, wenn er uns sagt: „Dann erhob ich meine Augen und sah, und siehe, da waren zwei Frauen, die hervorkamen, und Wind war in ihren Flügeln. Und sie hatten Flügel wie die Flügel des Storches. Und sie hoben allmählich das Epha auf zwischen Erde und Himmel. Somit sprach ich zu dem Engel, der mit mir redete: ,Wohin bringen sie das Epha?‘ “ — Sacharja 5:9, 10.

      32. Wie werden diese zwei Frauen zu dem Weibe im Epha in Gegensatz gesetzt, und worauf deutet es hin, daß Wind in ihren Flügeln war?

      32 Zwei symbolische Frauen werden dazu gebraucht, die eingesperrte „Bosheit“ eilends wegzutragen, wie wenn es heute durch Luftfracht geschähe. Das ist eine gute Verwendung von Symbolen. Das Weib wird also nicht nur dazu gebraucht, die Bosheit zu symbolisieren; die Bosheit ist nicht auf Frauen beschränkt, sondern sie können in Jehovas Dienst ebenfalls tugendhaft und brauchbar sein. Und hier, in dieser Vision, werden sie dazu gebraucht, Werkzeuge zu symbolisieren, die der souveräne Gott, der Herr, welcher die Bosheit haßt, beschäftigt. So wie er hassen diese beiden symbolischen Frauen die Bosheit und freuen sich, von ihm dazu gebraucht zu werden, das Land von ihr zu säubern. So haben wir hier einen schönen Ausgleich in der Verwendung von Frauen als Symbolen. Und daß ‘Wind in ihren Flügeln’ war, zeigt, daß sie himmlische Hilfe hatten, um sich der Bosheit rasch zu entledigen.

      33. Wegen welcher Merkmale mit Bezug auf den Storch ist es passend, daß diese zwei symbolischen Frauen in diesem Zusammenhang Storchflügel haben?

      33 Wir bemerken, daß ihre Flügel die „Flügel des Storches“ sind. Wie passend doch Flügel von dieser Art für diese zwei symbolischen Frauen sind, denn das hebräische Wort für „Storch“ (chasidah’) stammt offenbar von dem hebräischen Wort (che’sed), das „liebende Güte“ und „Loyalität“ bedeutet, Eigenschaften, die die Frauenwelt auszeichnen. Der Storch ist bekannt für seine Zärtlichkeit gegenüber seiner jungen Brut und für seine lebenslange Gattentreue. Natürlich wird aber die „Bosheit“ keine zarte Behandlung erfahren. Störche sind Zugvögel und erkennen als solche instinktiv ihre Flugzeiten; ebenso werden diese zwei symbolischen Frauen, die Storchflügel haben, Jehovas bestimmte Zeit für die Beseitigung der „Bosheit“ kennen. (Jeremia 8:7) Da Störche eine Flügelspannweite bis über 2 Meter haben, können sie hoch fliegen und auch schwere Lasten heben. Zufolge ihrer Storchflügel sollten die zwei symbolischen Frauen fähig sein, die schwere Last der „Bosheit“ hochzuheben und wegzutragen. (Hiob 39:13; Psalm 104:17) Mit Sacharja fragen wir: „Wohin bringen sie das Epha?“

      34. Wohin brachten die geflügelten Frauen nach den Worten des Engels das beladene Epha?

      34 Der Engel, der mit Sacharja redete, sagt es uns: „Darauf sprach er zu mir: ,Um ihr ein Haus im Lande Schinear zu bauen; und es soll fest errichtet werden, und sie soll dort auf ihren rechten Platz niedergesetzt werden.‘ “ — Sacharja 5:11.

      35. Was in bezug auf das ‘Land Schinear’ machte dieses zu einem passenden Ort, an den die „Bosheit“ transportiert und wo sie auf ihrem „rechten Platz“ untergebracht wurde?

      35 Warum wurde die „Bosheit“ dadurch, daß sie im „Lande Schinear“ niedergesetzt wurde, „auf ihren rechten Platz“ gesetzt? Weil dort, auch zur Zeit des Propheten Sacharja, die Stadt Babylon lag. Dort wurde Babylon von Nimrod, dem ‘gewaltigen Jäger im Widerstand gegen Jehova’, gegründet. Dort war es, daß mit der Stadt Babylon als ihrem Mittelpunkt diese boshafte Rebellion gegen den Souveränen Herrn Jehova organisiert wurde. Dort wurde ferner die organisierte falsche Religion gegründet, so daß die Stadt Babylon zum Weltzentrum der falschen Religion wurde. Sie wurde der Sitz ‘Babylons der Großen’, des Weltreiches der falschen Religion, das bis auf diesen Tag besteht. (1. Mose 10:8-10; 11:1-9; Offenbarung 14:8; 17:1-18) Daher sollte die „Bosheit“ im „Lande Schinear“, das den Ort der Rebellion gegen die universelle Souveränität Jehovas Gottes und auch den Standort der falschen Religion Babylons symbolisiert, niedergesetzt und dabehalten werden wie in einem Hause, das auf seinem „rechten Platz“ als Grundlage fest errichtet ist.

      36. Wofür war das dem erwählten Volk Jehovas gegebene Land kein rechter Platz, als der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut wurde, wie dies auch Paulus in 2. Korinther 6:14-16 anzeigte?

      36 Das Land, das Jehova Gott seinem erwählten Volke gegeben hatte, war in der Tat kein Platz für Bosheit von irgendeiner Art, sei es nun Götzendienst, Diebstahl, ein unehrliches Geschäftsgebaren, das Schwören falscher Eide im Namen Gottes oder irgend etwas anderes Böses. Das sollte besonders der Fall sein in bezug auf den Wiederaufbau des Tempels Jehovas in Jerusalem zu seiner reinen, unbefleckten Anbetung, die mit ganzer Seele dargebracht würde. Es ist so, wie der christliche Apostel Paulus der Versammlung in der heidnischen Stadt Korinth schrieb: „Welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht ferner zwischen Christus und Belial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen?“ (2. Korinther 6:14-16) Gar keine! In bezug auf irgend jemand, der etwas ausübt, was in der Versammlung des Jehova hingegebenen, getauften Volkes unrecht ist, sagt Paulus: „Entfernt den bösen Menschen aus eurer Mitte.“ — 1. Korinther 5:13.

      37. Was sollte mit der „Bosheit“ in dieser Zeit des Endes“ hinsichtlich des von Gott gegebenen geistigen Standes der Anbeter Jehovas geschehen?

      37 Während dieser „Zeit des Endes“, während dieses „Abschlusses des Systems der Dinge“, möge Bosheit von aller Art aus dem von Gott gegebenen geistigen Stand der Anbeter Jehovas entfernt werden. Möge sie ferngehalten und auf das Gebiet Babylons der Großen und ihrer politischen, militärischen und kommerziellen Gönner beschränkt bleiben. Dort möge sie seßhaft sein, als ob sie in einem festerrichteten Hause weile. Wir wünschen keine Gemeinschaft und Verbindung mit diesem symbolischen Weibe, der Bosheit. Man überlasse sie der Vernichtung zusammen mit Babylon der Großen und allen, die gegen Jehovas universelle Souveränität „im Lande Schinear“ rebellieren.

      38. Welche Beseitigung ist also von dem Jahre 1919 u. Z. an, dem Beginn des Aufbaus der reinen Anbetung in Jehovas Tempel, im Gange gewesen, und wie hat Jesus dies in seinem Gleichnis vom Weizen und Unkraut vorausgesagt?

      38 Schon von der Zeit an, da mit der Wiederherstellung und dem Wiederaufbau der reinen Anbetung Jehovas in seinem geistigen Tempel begonnen wurde, seit dem Jahre 1919 u. Z., ist diese Beseitigung der Bosheit, als ob sie von zwei mit Storchflügeln versehenen Frauen weggetragen würde, im Gange gewesen. Es ist geradeso, wie Jesus Christus es für diesen „Abschluß des Systems der Dinge“ vorausgesagt hat: „Die Ernte ist ein Abschluß eines Systems der Dinge, und die Schnitter sind Engel. So, wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es beim Abschluß des Systems der Dinge sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Königreich alle Dinge herauslesen, die Anlaß zum Straucheln geben, und Personen, die gesetzlos handeln, und sie werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird ihr Weinen und ihr Zähneknirschen sein.“ (Matthäus 13:39-42) Wenn Babylon die Große und ihre weltlichen Liebhaber in der nahenden „großen Drangsal“ wie mit Feuer vernichtet werden, wird ihr Weinen und Zähneknirschen mit ihrer Vernichtung enden. — Matthäus 24:21, 22; 25:41, 46.

      39. Auf welchem Lauf der Loyalität sollen wir also beharren, während wir uns Psalm 145:20 zu Herzen nehmen?

      39 Alle, die Babylon die Große und ihre weltlichen Liebhaber im babylonischen „Lande Schinear“ verlassen haben, haben keinen Grund, zu dieser „Bosheit“ zurückzukehren, die an den Ort ihrer Entstehung gehört. Unser Lauf der Loyalität gegenüber Jehova als dem Souveränen Herrn und dem einzig wahren Gott verlangt, daß wir in seiner reinen, unbefleckten Anbetung in seinem geistigen Tempel unter seinem Hohenpriester, Jesus Christus, verharren. Wir nehmen uns das, was der inspirierte Psalmist geschrieben hat, zu Herzen: „Jehova behütet alle, die ihn lieben, aber alle Bösen wird er vertilgen.“ — Psalm 145:20.

  • Gottes Wagen schützen die Krönung
    Das Paradies für die Menschheit durch die Theokratie wiederhergestellt
    • 13. Kapitel

      Gottes Wagen schützen die Krönung

      1. Sind die in der achten Vision Sacharjas sichtbar werdenden Wagen solche, die aus Ägypten geholt worden sind?

      IN DER achten und letzten Vision, die dem Propheten Sacharja gegeben wurde, erscheinen Wagen. Diese Wagen sind nicht solche, die in dem Jahr dieser Vision, 519 v. u. Z., oder dem zweiten Jahr der Regierung des persischen Königs Darius I. zum Schutz der Tempelbauleute in Jerusalem aus Ägypten geholt worden wären. Die höhere Herkunft dieser mächtigeren Wagen wird in der Vision enthüllt. Laßt uns mit Sacharja zusehen, während sie plötzlich auf der Bildfläche erscheinen:

      2. Wo kamen die Wagen hervor, wie viele waren es, und von was für Rossen wurden sie gezogen?

      2 „Dann erhob ich meine Augen wieder und sah; und siehe! da waren vier Wagen, die zwischen zwei Bergen hervorkamen, und die Berge waren Kupferberge. Am ersten Wagen waren rote Rosse und am zweiten Wagen schwarze Rosse. Und am dritten Wagen waren weiße Rosse und am vierten Wagen gefleckte, gescheckte Rosse.“ — Sacharja 6:1-3.

      3. Welchem Zweck dienen die Farben der Rosse, und welche Frage entsteht hinsichtlich der Berge?

      3 Wir brauchen nicht hin und her zu raten, was die unterschiedlichen Farben der Rosse bedeuten. Die Farben der Rosse dienten dazu, die Wagen, die von jeder gleichfarbigen Pferdegruppe gezogen wurden, voneinander zu unterscheiden. Wie viele Rosse an jeden Wagen gespannt waren, sagt uns Sacharja nicht. Was stellen aber die zwei Kupferberge dar, zwischen denen die vier Wagen hervorkamen? Gewiß versinnbildlichen sie nicht die Bergeshöhe Jerusalems und den Ölberg direkt östlich davon. Was sie darstellen, wird durch die Worte klar, die dem Sacharja nun gesagt werden:

      4. Woher kommen die Wagen, wie der Engel es sagt?

      4 „Und ich antwortete dann und sprach zu dem Engel, der mit mir redete: ,Was sind diese, mein Herr?‘ Da antwortete der Engel und sprach zu mir: ,Dies sind die vier Geister der Himmel, die ausgehen, nachdem sie ihre Stellung vor dem Herrn der ganzen Erde eingenommen haben.‘ “ — Sacharja 6:4, 5.

      5. Wer ist der ‘Herr der ganzen Erde’, und weshalb nahmen die vier Wagen vor ihm ihre Stellung ein?

      5 Aha! Es sind nicht materielle Kriegswagen aus dem Flachland Ägyptens, sondern es sind Wagen in der Vision, die die „vier Geister der Himmel“ symbolisieren, „die ausgehen, nachdem sie ihre Stellung vor dem Herrn der ganzen Erde eingenommen haben“. Und wer ist dieser ‘Herr der ganzen Erde’? (Sacharja 4:14) Es ist Jehova der Heerscharen. (Micha 4:13) Und wo befindet er sich? In den Himmeln, in seinem heiligen geistigen Tempel. Vor ihm präsentieren sich diese vier symbolischen Wagen, nehmen respektvoll ihre Stellung vor ihm ein, um ihren offiziellen Auftrag zu empfangen, ihre Anweisungen hinsichtlich der Erde, deren Herr er ist. Danach kommen sie zwischen den zwei symbolischen Kupferbergen hervor.

      6. Was versinnbildlichen nach der Schrift die zwei Kupferberge?

      6 Diese zwei Kupferberge müssen somit Berge Gottes veranschaulichen, das heißt Regierungsorganisationen Gottes. Das ist nicht überraschend, denn in der Heiligen Schrift werden Berge als Symbol für Königreiche, für königliche Regierungen, gebraucht. Zum Beispiel sagte Gottes Engel zum christlichen Apostel Johannes über das siebenköpfige wilde Tier, auf dem die Hure, Babylon die Große, saß: „Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge, worauf das Weib sitzt. Und da sind sieben Könige.“ (Offenbarung 17:9, 10) Somit würde der eine Kupferberg das persönliche Königreich Jehovas Gottes versinnbildlichen, in dem er als universeller Souverän regiert. Der zweite Kupferberg würde das messianische Königreich darstellen, das Jehova aufrichtet, indem er dessen Herrschaft den Händen seines einziggezeugten Sohnes, des Messias, Jesus, anvertraut.

      7. (a) Wie kommt der zweite Berg, den Daniel in der Vision sah, ins Dasein? (b) Wann und wie erfüllt sich das, was durch ihn bewirkt wird?

      7 Dieser zweite Kupferberg ist es, den König Nebukadnezar, gerade siebenundachtzig Jahre ehe Sacharja diese achte Vision hatte, in Babylon in einem Traum sah. Das war zuerst der Stein, der aus einem großen Berg ohne Hände herausgehauen wurde und der dann an das politische Bild der Heidenherrschaft der ganzen Menschheit schlug und es zermalmte, worauf dieser symbolische Stein wuchs und zu einem großen Berg wurde, der die ganze Erde füllte. Indem Daniel erklärte, daß dieser Berg ein Bild des messianischen Königreiches des Sohnes Gottes sei, sagte er: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und es selbst wird für unabsehbare Zeiten bestehen.“ (Daniel 2:35, 44, 45) Dieses messianische Königreich wurde im Jahre 1914 u. Z., am Ende der Zeiten der Nationen, ‘herausgehauen’ und wird in dem nahenden „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, in Har-Magedon, die Erde von all diesen Regierungen der Nationen befreien.

      8. Wann kamen jene Wagen zwischen den zwei symbolischen Bergen hervor, und wie stimmt der Umstand, daß sie aus Kupfer sind, mit dem überein, was sie symbolisieren?

      8 Demzufolge gab es im Frühherbst des Jahres 1914 u. Z., als die Zeiten der Nationen geendet hatten, zwei symbolische „Kupferberge“, nämlich Jehovas königliche Regierung seiner universellen Souveränität und das messianische Königreich seines königlichen Sohnes Jesus Christus. So kommen denn die vier symbolischen „Wagen“ zwischen diesen zwei himmlischen Regierungen hervor. Offenbar traten sie im Nachkriegsjahr 1919 u. Z. hervor, als der Überrest des geistigen Volkes Israel von Babylon der Großen befreit wurde und sich an das Werk machte, die theokratische Anbetung Jehovas Gottes in seinem geistigen Tempel aufzubauen. Im Altertum war Kupfer ein Edelmetall wie Gold und Silber, und es wurde in Jehovas heiliger Stiftshütte der Anbetung und auch im Tempel in Jerusalem gebraucht. Passenderweise veranschaulichte daher die edle Qualität des Kupfers der zwei symbolischen Berge die edle Qualität wie auch die schwerwiegende Stabilität des Königreiches der universellen Souveränität Jehovas und seines messianischen Königreiches, das durch seinen Sohn regiert wird.

      9. Wieso wird von den vier Wagen gesagt, sie seien die „vier Geister der Himmel“, und welchen Dienst leisten sie?

      9 Wie kann es sein, daß die vier Wagen, die je von einem Gespann Rosse von verschiedener Farbe gezogen wurden, „die vier Geister der Himmel“ sind? (Sacharja 6:5) Dem ist so, weil sie in der Erfüllung der prophetischen Vision geistige Engel-Streitkräfte sind, die zur Gegenwart des himmlischen „Herrn der ganzen Erde“ Zutritt haben. Jehova ist der Eine, „der seine Engel zu Geistern macht“. (Psalm 104:1-4; Hebräer 1:7) Da er „Jehova der Heerscharen“ ist, kann er diese Engel gleichsam in militärischer Eigenschaft zum Schutz seines erwählten Volkes gebrauchen. So sagte Jesus Christus zum Apostel Petrus vor einer Pöbelrotte im Garten Gethsemane: „Denkst du, ich könne nicht meinen Vater anrufen, daß er mir in diesem Augenblick mehr als zwölf Legionen Engel sende?“ (Matthäus 26:53) Da diese „vier Geister der Himmel“ durch die von Rossen gezogenen Kriegswagen dargestellt werden, versinnbildlichen sie Engelscharen des Himmels, die von ihrem himmlischen Oberbefehlshaber dazu beauftragt worden sind, sein Volk auf Erden während der Zeit des Wiederaufbaus seines Tempels der Anbetung in Jerusalem zu schützen.

      10. Wohin begeben sich die von Rossen gezogenen Wagen gemäß ihrer Zuteilung?

      10 Wohin gehen denn gemäß ihrer Zuteilung (1.) die roten Rosse, (2.) die schwarzen Rosse, (3.) die weißen Rosse und (4.) die gefleckten, gescheckten Rosse? Als Antwort erklärte der Engel dem Sacharja bezüglich der Bewegungen der vier Wagen folgendes: „ ‚Was den betrifft, an dem die schwarzen Rosse sind, sie ziehen aus nach dem Land des Nordens; und was die weißen betrifft, sie sollen nach dem Land hinter dem Meer [buchstäblich: „ihnen nach“, Zunz; „hinter ihnen her“, EB] ausziehen, und was die gefleckten betrifft, sie sollen in das Land des Südens ausziehen. Und was die gescheckten betrifft, sie sollen ausziehen und ständig suchen, wohin sie gehen sollen, um auf der Erde umherzuziehen.‘ Dann sprach er: ,Geht, zieht auf der Erde umher.‘ Und sie begannen auf der Erde umherzuziehen.“ — Sacharja 6:6, 7.a

      11. (a) Warum scheinen die roten Rosse übersehen worden zu sein? (b) Welche Zuteilung haben die anderen Rosse, und zu wessen Gunsten?

      11 Die „roten Rosse“ scheinen hier übersehen worden zu sein; aber dies mag daher kommen, daß sie ihre Aufgabe, den militärischen Patrouillendienst, bereits beendet haben. Die schwarzen Rosse ziehen nach dem „Land des Nordens“, das heißt in das Gebiet, das früher dasjenige Babyloniens war. Die weißen Rosse gehen ihres Weges westwärts, in eine Richtung, die derjenigen entgegengesetzt ist, der sie gegenüberstanden (dem Sonnenaufgang). Die gefleckten, gescheckten Rosse scheinen eine doppelte Aufgabe zu haben, nämlich in „das Land des Südens“ (gegen Afrika hin, Ägypten inbegriffen) zu ziehen sowie das übrige offene Land zu erkunden, die östlichen Teile, die von den anderen Wagen nicht erreicht werden. Jehovas Engel gebot, daß sich alle Wagen in ihre Zuteilungen in den verschiedenen Gebieten der Erde begeben sollten. Gehorsam taten sie das, um Gottes Volk in Juda zu schützen.

      12. Inwiefern stärkt diese Vision alle, die die reine Anbetung wiederherstellen, und welche Bibeltexte haben sie im Sinn?

      12 Welch ein Trost der Sinn dieser Vision für die Tempelbauleute zur Zeit Sacharjas gewesen sein muß! Sie brauchten sich keine Sorgen zu machen über einen gewaltsamen Eingriff von seiten ihrer Feinde zur Stillegung ihres Werkes am Hause der Anbetung Jehovas. Wie stärkend und herzerquickend das auch für die gesalbten Überrestglieder des geistigen Volkes Israel in der Gegenwart ist, während sie damit beschäftigt sind, die reine, unbefleckte Anbetung des Souveränen Herrn der ganzen Erde in seinem geistigen Tempel in vollstem Maße wiederherzustellen! Sie vertrauen auf die göttliche Verheißung: „Der Engel Jehovas lagert sich rings um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie.“ (Psalm 34:7) Im Glauben sehen sie das, was der Bedienstete des Propheten Elisa im belagerten Dothan sehen konnte, nachdem seine Augen durch ein Wunder geöffnet worden waren: „Die Berggegend war voller Rosse und Kriegswagen aus Feuer rings um Elisa her.“ — 2. Könige 6:17.

      13. Was sagt Jehova über die schwarzen Rosse in bezug auf seinen Geist, während die Wagen zu ihrem Patrouillendienst ausziehen?

      13 Die achte und letzte Vision, die der Prophet Sacharja hatte, endet damit, daß er sieht und hört, wie Jehova seine Billigung ausdrückt, während der militärische Patrouillendienst der vier symbolischen Wagen weitergeht. Sacharja sagt uns: „Und er rief mir dann zu und redete zu mir, indem er sprach: ,Siehe, die nach dem Land des Nordens Ausziehenden sind es, die den Geist Jehovas im Land des Nordens haben ruhen lassen.‘ “ — Sacharja 6:8.

      14. Wie wurde gezeigt, daß jenes „Land des Nordens“ selbst in den Tagen des persischen Königs Darius I. eine Gefahr darstellte?

      14 Der Ausdruck „Land des Nordens“ bezieht sich auf Babylonien. (Jeremia 25:8, 9) Selbst während der Regierungszeit des persischen Königs Darius I. drohte eine Gefahr aus dieser Richtung. Als Anzeichen davon lesen wir in dem Buch „Babylon die Große ist gefallen!“ Gottes Königreich herrscht! auf Seite 370 den folgenden Geschichtsbericht:

      ... Hier handelt es sich natürlich nicht um Darius, den Meder, sondern um den Perserkönig Darius I., der seine Herrschaft im Jahre 522 v. Chr. antrat.

      In jenem Jahr mußte Darius I. gegen Babylon und den dort ansässigen Statthalter (Nidintu-Bel), der den Namen Nebukadnezar III. angenommen hatte, ausziehen. Darius schlug ihn auf dem Schlachtfeld, nahm ihn kurz darauf gefangen und tötete ihn im Babylon, das versucht hatte, seine Unabhängigkeit zu behaupten. Daraufhin wurde Darius I. bis zum Monat September 521 v. Chr. als König von Babylon anerkannt. Dann erhob sich Babylon unter dem armenischen Herrscher Araka, der den Namen Nebukadnezar IV. angenommen hatte. So war Darius gezwungen, die Babylonier erneut zu unterwerfen. Nachdem in demselben Jahr die Stadt im Sturmangriff genommen worden war, zog er dort als Eroberer ein. Mit der alten Tradition, nach der Babylons Gott Bel jemandem das Recht auf Herrschaft in jenem Teile der Erde übertrage, wurde gebrochen. Darius anerkannte einen derartigen falschen Anspruch nicht mehr. Welch ein Schlag für Bel oder Marduk! Diesmal verfuhren die Perser, nachdem sie die Stadt eingenommen hatten, nicht mehr so gelinde mit ihr, wie das bei Kores der Fall gewesen war. (Siehe auch Seite 310, Absatz 1.)

      15. Was verhinderte somit der Wagen mit den schwarzen Rossen, der ins „Land des Nordens“ gesandt wurde, und wie veranlaßten sie so, daß ‘der Geist Jehovas im Land des Nordens ruhte’?

      15 So gelangten die in das Land Juda heimgekehrten Juden nicht wieder unter die Herrschaft Babylons, das den ersten Tempel Jehovas in Jerusalem zerstört und ‘für seine Gefangenen den Heimweg nicht geöffnet’ hatte. (Jesaja 14:17) Danach hielt Jehovas symbolischer Wagen, der in das „Land des Nordens“ auszog, die rebellischen Babylonier davon zurück, erfolgreich gegen die befreiten Juden aufzustehen, sie wieder zu versklaven und sie am Bauen des zweiten Tempels Jehovas zu hindern. Auf diese Weise haben der Wagen und die Rosse, die nach Norden auszogen, bereits „den Geist Jehovas im Land des Nordens ... ruhen lassen“. Ihr dortiges treues, schützendes Werk beruhigte seinen Geist im Norden und war eine Gewähr dafür, daß alle anderen Wagen und Rosse in anderen Gegenden der Erde Gottes Tempelwerk schützen würden.

      16. Welche großartige Zusicherung gibt dies den befreiten Zeugen Jehovas?

      16 Was für eine großartige Zusicherung gibt dies heute den befreiten Anbetern Jehovas in seinem geistigen Tempel! Unter dem Schutz der symbolischen Wagen Jehovas werden sie nie wieder von Babylon der Großen und all ihren politischen Liebhabern besiegt werden!

      EINE KRONE FÜR DEN TEMPELBAUENDEN HOHENPRIESTER

      17. Sacharja wird nun geboten, in das Haus Josias zu kommen, und dies mit wem aus Babylon und um an jenem Ort was zu tun?

      17 Die Reihe der acht Visionen an jenem denkwürdigen vierundzwanzigsten Tag des elften Mondmonats (Schebat) des Jahres 519 v. u. Z. war nun geschlossen, und der Prophet Sacharja wurde auf Ereignisse hingewiesen, die mit dem natürlichen Auge im Lande Juda zu sehen waren. Schau! Hier kommen drei neu aus Babylon Eintreffende, und Josia, der Sohn Zephanjas, nimmt sie (wie es scheint) mit in seine Wohnung nach Jerusalem, um sie zu bewirten. Wer sind diese drei Männer, und was bringen sie mit? Der Geist der Prophezeiung zeigt Sacharja, wer sie sind: „Und das Wort Jehovas erging weiterhin an mich und besagte: ,Man nehme etwas von den ins Exil Weggeführten, ja von Cheldai und von Tobija und von Jedaja; und du selbst sollst an jenem Tage hereinkommen, und du sollst in das Haus Josias, des Sohnes Zephanjas, kommen mit diesen, die aus Babylon gekommen sind. Und du sollst Silber und Gold nehmen und eine prächtige Krone machen und sie auf das Haupt Josuas, des Sohnes Jehozadaks, des Hohenpriesters, setzen.‘ “ — Sacharja 6:9-11.

      18. Weshalb war nichts dagegen einzuwenden, daß Sacharja etwas von dem Silber und Gold entgegennahm und eine prophetische Handlung vollzog?

      18 Wahrscheinlich gebrauchte der Prophet Sacharja nicht alles Silber und Gold, das die Abgeordneten, Cheldai, Tobija und Jedaja, als eine Beisteuer von den noch im Exil in Babylon weilenden Juden brachten. Obwohl diese drei Männer aus Babylon von denen, die sie gesandt hatten, nicht angewiesen worden waren, das Silber und Gold Sacharja zu geben, konnte doch kein Einwand dagegen erhoben werden, daß er einen Teil davon auf den Befehl Jehovas der Heerscharen hin entgegennahm, da ja das Silber und Gold in Wirklichkeit für Jehova zugunsten des Wiederherstellungswerkes bestimmt war, das unter dem Statthalter Serubbabel durchgeführt wurde. Mit dem, was Sacharja entgegennahm,

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