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Zielbewußt studierenDer Wachtturm 1958 | 1. September
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zuzuhören und andere alle Arbeit tun zu lassen, die darin besteht, die guten Dinge, die du gehört und gelernt hast, wieder anderen mitzuteilen und zu erklären? Kannst du dich mit einer solchen Handlungsweise zufriedengeben, in dem Gedanken, du habest damit das volle Maß deiner Hingabe an Gott erreicht? Hier sind die überzeugenden Worte von Sprüche 23:12 (NW) am Platze: „Bringe dein Herz her zur Zucht und deine Ohren zu den Worten der Erkenntnis.“ Es ist wirklich notwendig, daß wir nachsinnen und unsere ausschließliche Aufmerksamkeit darauf richten, genaue Erkenntnis für den Zweck in uns aufzunehmen, für den Jehova sie uns gibt, und sie auch anzuwenden. Sei gleich dem Schreiber von Psalm 119:97-104 (NW): „Wie liebe ich dein Gesetz! Den ganzen Tag sinne ich darüber nach. Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde, denn bis auf unabsehbare Zeit ist es mein. Mehr Einsicht habe ich erhalten als alle meine Lehrer, denn über deine Mahnungen sinne ich nach. Ich besitze mehr Verständnis als ältere Männer, denn ich habe deine Befehle beobachtet. Von jedem schlechten Pfade habe ich meine Füße zurückgehalten, um dein Wort zu bewahren. Von deinen richterlichen Entscheidungen bin ich nicht abgewichen, denn du selbst hast mich unterwiesen. Wie süß sind deine Worte meinem Gaumen gewesen, süßer als Honig für meinen Mund! Dank deinen Befehlen benehme ich mich mit Verständnis. Darum habe ich jeden falschen Weg gehaßt.“
22. Welche Fortschritte müssen wir machen, um lehrfähig zu werden?
22 Es ist bestimmt nun hohe Zeit, daß Jehovas Diener zum Lehren ausgerüstet sind, damit nicht die scharfen Worte des Apostels Paulus auf sie Anwendung haben: „Obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein solltet, benötigt ihr wieder jemanden, der euch die ersten Grundsätze der heiligen Aussprüche Gottes von Anfang an lehrt.“ Diese ersten Grundsätze sind unbedingt notwendig, sie sind das Abc der biblischen Erkenntnis; aber „der Zeit nach“ sollten wir von solchen elementaren Grundsätzen aus weitergehen. Wir sollten fortlaufend darauf aufbauen; denn „feste Speise ist für Gereifte“. Soll das, was wir darauf bauen, ein Werk sein, das mit „Gold, Silber und kostbaren Steinen“ verglichen wird, also einen Lohn verdient? Oder soll der Bau ein Werk sein, das mit zerstörbaren „Holzmaterialien, mit Heu und Stoppeln“ zu vergleichen ist? Was wird Gott, dem Herrn, Ehre bereiten? Was wird uns lehrfähig machen? — Heb. 5:12-14; 1. Kor. 3:12, NW.
DER ZWECK DES STUDIERENS
23, 24. (a) Wie gebraucht Jehova heute sein Wort, seinen Geist und seine Organisation zur Leitung seines Volkes? (b) Auf welche Weise ist besonders diese Zeitschrift in dieser Hinsicht hilfreich?
23 Schon vor langer Zeit hat Jehova sein Wort, die Bibel, bereiten lassen. Heute besitzen wir sie in vielen Sprachen und Dialekten. Sie wird nicht mehr unter toten Sprachen verborgengehalten. Ihre Belehrungen bedeuten Leben für alle, die in ihren Blättern eifrig forschen, ihren Rat lieben und ihren Geboten gehorchen. Gleichwie Jehova durch die Zeitalter hindurch gehandelt hat, führt er auch heute sein Volk durch seinen heiligen Geist, seine wirksame Kraft. Besonders in diesen folgenschweren Tagen vor Harmagedon, seitdem Jehova in Begleitung seines „Boten des Bundes“ zu seinem Tempel gekommen ist, hat er seine Aufmerksamkeit in auffallender Weise den Angelegenheiten seines Volkes zugewandt. Er bedient sich seiner sichtbaren Organisation, die durch seinen „treuen und verständigen Sklaven“ vertreten wird, um erdenweit Aufschluß über sein Vorhaben zu veröffentlichen. Dieser „Sklave“ hat treulich „Speise zur rechten Zeit“ ausgeteilt, besonders durch diese Zeitschrift Der Wachtturm. — Matth. 24:45, NW.
24 Der Wachtturm ist nun allen Gerechtigkeitsliebenden in fünfzig Sprachen zugänglich. Ein jeder, der sich seiner geistigen Bedürfnisse bewußt ist, findet darin unschätzbare Hilfe. Regelmäßig erteilt er den Dienern des wahren Gottes den vielbenötigten biblischen Rat, ferner Unterweisung und zeitgemäße Belehrung. Er bemüht sich, wachsam zu bleiben und die Christen über die Erfüllung biblischer Prophezeiung auf dem laufenden zu halten. Der Wachtturm wird zu dem Zwecke geschrieben, die Menschen aufzuerbauen und zu segnen. Das ist der beste Unterhaltungsstoff, den man finden kann; es ist guter Lesestoff. Der Wachtturm konkurriert nicht mit irgendeiner anderen religiösen Zeitschrift, noch gleicht er einer anderen. Er enthält nicht Menschenmeinung; denn was hier gesagt wird, stützt sich auf die Gedanken eines Höheren. Das Verständnis des Wortes Jehovas ist eine Gabe Gottes und ist heute für alle, die ernstlich nach Wahrheit forschen, die beste Hilfe.
25. Mit welcher Einstellung sollten wir jede Ausgabe des Wachtturms, wenn wir sie erhalten, betrachten?
25 Was tue ich mit meinem Wachtturm, wenn ich ihn erhalte? Durchgehe ich ihn nur oberflächlich, um die neuesten Nachrichten darin zu finden, und lege ihn dann beiseite, um eine günstigere Gelegenheit abzuwarten, den Inhalt der besonderen Ausgabe noch aufmerksamer zu betrachten? Oder lese ich ihn statt dessen sogleich, weil ich seinen hohen Wert erkenne? Lese ich ihn, als ob es eine bloße Pflicht wäre, oder ist mir daran gelegen, noch mehr über die göttliche Wahrheit zu erfahren? Bin ich beim Lesen ganz in seinen Inhalt vertieft? Schenke ich dem Wachtturm mehr als nur die gewöhnliche Aufmerksamkeit? Vor dem Genuß buchstäblicher Speise danke ich Gott, dem Herrn, dafür und bitte um seinen Segen. Wie steht es mit der geistigen Speise, die ich mir zu eigen machen möchte, wenn ich den Wachtturm betrachte? Wie beim Studium der Bibel, so verhält es sich beim Studium des Wachtturms: Wir sollten die darin enthaltenen Wahrheiten so suchen wie ‚Silber und verborgene Schätze‘. Jede Ausgabe des Wachtturms sollten wir mit Spannung erwarten und seinen Inhalt mit Freude in uns aufnehmen.
26. Woran denken wir, wenn wir den Wachtturm studieren?
26 Woran denken wir, wenn wir den Wachtturm studieren? Wünschen wir, ein vermehrtes Verständnis des Vorhabens Gottes zu erhalten? Warum wünschen wir das? Nur um uns selbst zu befriedigen? Oder haben wir vielleicht folgende Worte des Apostels im Sinn: „Daß ihr in aller Weisheit und mit geistigem Unterscheidungsvermögen mit der genauen Erkenntnis seines [Gottes] Willens erfüllt werden mögt, damit ihr Jehovas würdig wandelt, um ihm völlig zu gefallen, während ihr in jedem guten Werk weiterhin Frucht tragt und an der genauen Erkenntnis Gottes zunehmt.“ (Kol. 1:9, 10, NW) Das ist eine lobenswerte Einstellung. Unser geistiges Wahrnehmungsvermögen wird gut angewandt; es wird anderen eine Hilfe sein. Auf welche Weise aber wird dein Studium auch anderen eine Hilfe sein?
27, 28. (a) Wie können wir uns durch das zuerst erfolgende persönliche Studium des Wachtturms ausrüsten, um Neuinteressierten tiefe geistige Wahrheiten erfassen zu helfen? (b) um ferner Neuinteressierten bei unseren Heimbibelstudien eine Hilfe zu sein?
27 Beim wöchentlichen Studium der Versammlung gibt es viele Neuinteressierte, denen es schwerfällt, die Wahrheit sogleich zu verstehen. Manche Artikel im Wachtturm enthalten „feste Speise“, das heißt geistlichen Stoff über tiefe Dinge, der für reife Christen notwendig ist. Gott hat verheißen, solche tiefen Dinge durch seinen Geist zu offenbaren; „denn der Geist erforscht alle Dinge, selbst die tiefen Dinge Gottes“. Hier beim Studium der Versammlung kannst du eine Hilfe sein. Hier ist der Ort, wo durch deine Kommentare dem Sinn von Neuinteressierten ein Verständnis über einen Punkt erschlossen werden kann, der ihnen bisher nicht klar war. Daher solltest du dieses Vorrecht bei deinem zuerst erfolgenden persönlichen Studium des Wachtturms nicht übersehen. Bereite dich im Hinblick auf diesen Zweck vor, indem du vielleicht etwas unterstreichst oder dir hervorragende Punkte notierst. Darauf sei während der Versammlung in einem passenden Augenblick schnell bereit, deinen Teil im Versammlungsstudium zur Auferbauung anderer beizutragen. Auf diese Weise kannst du andere zur Liebe und zu rechten Werken anreizen, indem du dort diese „öffentliche Erklärung“ abgibst. — 1. Kor. 2:10; Heb. 10:23-25, NW.
28 Oder wenn du den Wachtturm persönlich studierst, magst du daran denken, wie du Neuen behilflich sein kannst, sich am Predigen im Felddienste zu beteiligen, indem du am ‚Schulungsprogramm‘ teilnimmst oder indem du denen hilfst, die du besuchst und mit denen du ein privates Heimbibelstudium durchführen magst. So wirst du mit einem Ziel vor Augen studieren, und das wäre in Einklang mit den Anweisungen, die Paulus dem Timotheus gab. „Diese Dinge vertraue treuen Menschen an, die ihrerseits hinreichend befähigt sein werden, andere zu lehren.“ Vergiß nicht, daß du reiche Zinsen erwarten darfst, wenn du das, was du selbst lernst, mit anderen teilst. „Übt euch im Geben, und man wird euch geben. Man wird euch ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß in euren Schoß schütten. Denn mit demselben (Mengen-) Maße, mit dem ihr jemandem etwas zumeßt, wird euch wieder etwas zugemessen werden.“ Wenn du andererseits die Wahrheit selbstsüchtig für dich hamsterst und sie nicht mit anderen teilst, wirst du, gleich dem trägen Sklaven, die Gunst Gottes und auch das Vorrecht verlieren, Gott zu dienen. — 2. Tim. 2:2; Luk. 6:38, NW; Matth. 25:24-30, NW.
29. (a) Welche Methoden können angewandt werden, wenn wir vor dem Versammlungsstudium selbst studieren? (b) Welche Vorkehrungen sollten in bezug auf eine bestimmte Zeit, zu der ein solches Studium durchzuführen ist, getroffen werden?
29 Wie kann man aus dem Studium am meisten gewinnen? Welches ist die nutzbringendste Methode, der man folgen soll? Soll man allein oder mit anderen zusammen studieren? Heute wird in den meisten Familien die Bibel nicht mehr studiert, ja sie wird selten oder überhaupt nicht mehr gelesen. Ein gemeinsames Studium im Familienkreis wird nutzbringend sein, besonders dort, wo Kinder da sind. Den Eltern obliegt nicht nur die Verantwortung, die Kinder buchstäblich großzuziehen, sondern auch die Verantwortung der Erziehung in geistiger Hinsicht. Welche Methode aber auch immer angewandt wird, werden wir finden, daß es unerläßlich ist, für das Studium des Wachtturms eine besondere Zeit festzulegen. Unsere Zeit wird auf so vielerlei Weise beansprucht, daß man es nicht wagen darf, zu denken, man werde einfach einmal studieren, wenn die Zeit es erlaube. Die Zeit wird es uns nie erlauben. Wir müssen uns Zeit nehmen und sie dann auch zum Studium verwenden. Wenn man einmal verstanden hat, daß im christlichen Leben das Studium eine grundlegende Notwendigkeit ist, sofern man ein tüchtiger Diener Gottes werden will, dann wird man sich genügend Zeit dafür nehmen. Schließen wir also das Studium in unseren Zeitplan mit ein. Setzen wir es obenan auf die Liste. Jawohl, obenan! Und daß euch die Zeit etwa nicht reue, die ihr so verwendet! Denkt daran, daß der Christ alles (auch seine Zeit) dem Dienste Gottes gewidmet hat. So wacht eifersüchtig über diese Zeit und sorgt dafür, daß sie auf eine Weise angewandt wird, die dem, dem sie gehört, wohlgefällt!
30. Warum legt die Neue-Welt-Gesellschaft so viel Nachdruck auf das Studium?
30 Das unvermeidliche Ende derer voraussehend, welche Unterweisung verschmähen, geziemt es sich für den Diener Gottes, die gute Gewohnheit, zu studieren, noch ernstlicher zu pflegen. Aus diesem Grunde betont die Neue-Welt-Gesellschaft das private sowie das gruppenweise Studium. Die Welt befindet sich in einer Zeit der Krise. Für unsere Generation ist der Gerichtstag hier. Rechtgesinnte Personen wünschen, ein günstiges Gericht zu empfangen, wünschen Sicherheit und Schutz. Gott hat diesen Schutz an diesem bösen Tag für die Menschen vorgesehen, die ihn ernstlich und aufrichtig suchen. Die in dem inspirierten Worte Gottes, der Bibel, enthaltenen Anweisungen zeigen uns, wie wir solchen Schutz und Segen von Gott finden können. — Ps. 50:16; Spr. 1:30-32.
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Rechte Grundsätze — eine NotwendigkeitDer Wachtturm 1958 | 1. September
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Rechte Grundsätze — eine Notwendigkeit
Moral und Sittlichkeit sind von rechten religiösen Grundsätzen abhängig. George Washington, der erste Präsident der Vereinigten Staaten, war sich dessen bewußt und sagte in seiner „Abschiedsbotschaft an das Volk der Vereinigten Staaten“: „Fragen wir nur einmal: Wo wäre die Sicherheit für unser Eigentum, unseren guten Ruf und unser Leben, wenn bei der Eidesleistung, die dazu dienen soll, in den Gerichten die Wahrheit zu erfahren, das Gefühl einer religiösen Verpflichtung fehlen würde? Und hüten wir uns vor der Auffassung, Moral und Sittlichkeit könnten ohne Religion aufrechterhalten werden. Welchen Einfluß auch immer eine verfeinerte Bildung auf Sinne von besonderer Art auszuüben vermag, so verbieten uns doch die Vernunft und die Erfahrung, zu erwarten, daß die Moral und Sittlichkeit der ganzen Nation ohne Berücksichtigung religiöser Grundsätze bewahrt werden könnten.“
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