Ein Gebet wird erhört
AUF DEN Samoainseln im Südpazifik üben die Häuptlinge unter den Eingeborenen einen erheblichen Einfluß aus. Sie sind auf ihre Stellung bedacht und stehen auch beim Volk in hohem Ansehen. Ein Häuptling, der seinen Titel ablegt und seine Stellung aufgibt, muß somit einen stichhaltigen Grund dafür haben.
Es war daher ein bemerkenswertes Ereignis, als einer dieser Männer auf der Insel Savaii in Westsamoa zurücktrat und erklärte, er wolle in politischen Angelegenheiten völlig neutral sein, um Gott dienen zu können. Das war um so ungewöhnlicher, als es sich bei diesem Mann um einen besonders angesehenen Häuptling handelte, der bei vielen Anlässen Malietoa, einen der Könige, als Sprecher vertrat. Wenn sich Häuptlinge und Könige von Samoa versammelten, hielt dieser Mann oft als erster eine Rede.
Dieser Häuptling gehörte zu einer der Kirchen der Christenheit, und da er daran interessiert war, mehr über Gott zu erfahren, hatte er die Lehren vieler Kirchen untersucht. Doch er war mit seinem Glauben nicht zufrieden. Eines Tages fand er heraus, daß der Pastor seiner Kirche Kirchengelder für persönliche Zwecke verwendete, indem er viele Luxusartikel kaufte. Der Häuptling unterrichtete die Mitglieder der Kirche davon, und sie beauftragten ihn, mit dem Pastor darüber zu sprechen. Die Antwort des Pastors lautete: „Was ich mit dem Geld tue, geht Sie gar nichts an; das ist eine Sache zwischen mir und Christus.“ Als der Häuptling dies hörte, trat er aus der Kirche aus.
Damals betete der Häuptling zu Gott, er möge ihm helfen, die Wahrheit kennenzulernen. Nach einem solchen Gebet besuchte ihn eines Tages ein Zeuge Jehovas, der sogleich ein Studium mit ihm begann. Schließlich hatte dieser Mann den Wunsch, sich Jehova hinzugeben und kein Teil des weltlichen politischen Systems mehr zu sein. Trotz des mit dem Titel verbundenen Ansehens und des Wohlstandes glaubte er, es sei das beste, von politischen Bindungen zur Welt frei zu sein (Jak. 4:4). Heute bemüht er sich als ein getaufter Zeuge Jehovas nach besten Kräften, anderen zu helfen, die Wahrheit kennenzulernen.