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  • Wie man lernen kann, einen schmerzlichen Verlust zu überwinden
    Erwachet! 1981 | 8. Mai
    • Das erinnert an eine interessante Begebenheit, über die die Bibel berichtet. Es handelt sich dabei um David, einen der Könige des Volkes Israel. David war tieftraurig, weil sein eben geborenes Söhnchen im Sterben lag. Solange das Kind noch lebte, war er voller Trauer. Aber als das Kind dann gestorben war, übernahm er sofort wieder seine Pflichten — das Leben ging weiter. Das überraschte seine Umgebung. Als man ihn diesbezüglich fragte, antwortete er: „Als das Kind noch lebte, habe ich gefastet und geweint; denn ich sagte mir: Wer weiß, vielleicht hat der Herr Erbarmen mit mir und läßt das Kind am Leben. Doch jetzt, wo es gestorben ist, warum soll ich da noch fasten? Kann ich es ins Leben zurückholen?“ (2. Sam. 12:22, 23, Einheitsübersetzung).

      Die Überlebenden können einen Verstorbenen nicht ins Leben zurückholen. Und es wäre bestimmt der Wunsch des Verstorbenen, daß der Überlebende wieder ein sinnvolles Leben führt. Deshalb sollte man nicht versuchen, das Leben so weiterzuführen, als würde der Verstorbene noch leben. Vielmehr sollte man anfangen, ein eigenständiges Leben zu führen, man sollte ähnlich handeln wie König David — denn das Leben geht weiter.

      Die Umgebung verändern

      Manch eine Witwe hat die Erfahrung gemacht, daß es ganz gut ist, etwas Zeit verstreichen zu lassen, bevor man die Sachen des Verstorbenen weggibt oder größere Umstellungen vornimmt. Dennoch muß man sich schließlich die Frage stellen: Soll ich die Sachen meines verstorbenen Mannes weggeben? Vielleicht nimmst du dir vor, es zu tun. Doch manches mag später wieder gebraucht werden können, zum Beispiel Werkzeug, mit dem gewisse Reparaturen im Hause ausgeführt werden können.

      Was aber tun, wenn die persönlichen Sachen des Verstorbenen immer wieder Traurigkeit hervorrufen, weil sie einen an den schmerzlichen Verlust erinnern? Wer versucht, alles so zu lassen, wie es war, oder so zu leben, als wäre der Verstorbene noch da, wird seinen Schmerz nur schwer überwinden. Vielmehr kann dadurch die Wohnung zu einem Museum trauriger Erinnerungen werden.

      Wenn die erste Trauer vorbei ist, sollte man sich überlegen, wieviel man verändern muß, um ein neues Leben führen zu können, so daß die Gegenwart nicht ungebührlich durch die Vergangenheit behindert wird.

      Wiederverheiratung

      Eine Witwe oder ein Witwer mag sich nach einiger Zeit wiederverheiraten wollen. Aber da man niemals mit einem anderen Partner genau das gleiche Verhältnis haben wird wie mit dem Verstorbenen, darf man nicht erwarten, daß der neue Partner den verstorbenen in jeder Hinsicht ersetzen wird. Es ist nutzlos, jemanden zu suchen, der diese Bedingung erfüllt. Doch die neue Partnerschaft kann genauso schön und beglückend sein wie die frühere.

      In vielen Fällen mag ein Witwer oder eine Witwe sich nicht wiederverheiraten oder zumindest für längere Zeit allein bleiben wollen. Solche Leute werden bald feststellen, daß sie viel mehr tun können, als sie sich zugetraut haben. Dadurch, daß man sich jetzt in vermehrtem Maße mit der Kindererziehung beschäftigen, kochen oder andere Aufgaben erfüllen muß, die früher der Ehepartner bewältigt hat, kann es sein, daß man plötzlich ungeahnte Fähigkeiten entwickelt. Selbst Kinder, denen Vater oder Mutter gestorben ist, sind imstande, viel mehr zu tun, als sie gedacht haben. Sie können z. B. eine große Hilfe im Haushalt sein.

      Freunde können einen verstorbenen Ehepartner zwar nicht ersetzen, aber sie können eine große Hilfe und ein großer Trost sein. Sie mögen sich anerbieten, manches für einen zu tun. Wenn es sich um sehr gute Freunde handelt, darf man sie sogar bitten, einem zu helfen. Natürlich darf man sich nicht zu sehr von ihnen abhängig machen. Aber ein wahrer Freund, der bereit ist, eine Zeitlang gewisse Aufgaben zu übernehmen, und der behilflich ist, weise Entscheidungen zu treffen, ist in Zeiten der Not von unschätzbarem Wert.

      Solch praktische Schritte mögen es einer Witwe oder einem Witwer sehr erleichtern, nach dem Tod des Ehepartners wieder ein einigermaßen normales Leben zu führen. Es gibt aber noch etwas, was von großem Nutzen ist. Das war es, was Anita Brown und ihren Angehörigen half, ihr Problem zu überwinden und optimistisch in die Zukunft zu blicken.

  • Wie sich eine sichere Hoffnung auswirkt
    Erwachet! 1981 | 8. Mai
    • 2. Teil

      Wie sich eine sichere Hoffnung auswirkt

      „SIE würden staunen. Bis zu ihrem letzten Atemzug war sie lebensbejahend und fröhlich.“ Das wurde von Anita Brown gesagt, die gleich nach der Geburt ihres Jungen an Krebs starb.

      Dr. Ron Lapin, einer der Ärzte des Esperanza-Krankenhauses, die sie behandelten, sagte: „Diese schmächtige, nur 36 Kilo schwere Patientin beeindruckte mich durch ihren Glauben und wegen der Grundsätze, für die Jehovas Zeugen eintreten. Sie ist für das ganze Krankenhauspersonal ein richtiger Auftrieb gewesen — ein kleiner Dynamo.“

      Wieso kann jemand so mutig und so optimistisch sein, obschon er im Sterben liegt? Wie hängt das mit dem Glauben Anitas zusammen, von dem der Arzt sprach?

      Man versteht es besser, wenn man erfährt, was die Schwesternhelferin, Cheryl Douglass, sagte. Sie gestand, daß Anitas Tod ihr viel mehr zugesetzt habe als Anitas Angehörigen. Warum? Sie antwortete: „Sie ertrugen alles viel besser als ich, weil sie Zeugen Jehovas sind und ich nicht. Ihr Glaube ist ihnen in dieser Hinsicht eine große Hilfe gewesen.“

      Stärkende Hoffnung

      Was glaubten Anita und ihre Angehörigen, was ihnen in ihrem Leid soviel Kraft gab? Sie glaubten, daß sie eines Tages in einer neuen, von Gott geschaffenen Ordnung leben können, wo es keine Krankheit, kein Leid und keine Schmerzen mehr geben und wo auch der Tod nicht mehr sein wird. In dieser neuen Ordnung werden sogar die Toten auferstehen.

      Das sind einige der wunderbaren Verheißungen, die Gott in seinem inspirierten Wort, der Bibel, niederschreiben ließ. Da die Verheißungen des Schöpfers ganz bestimmt in Erfüllung gehen, heißt es in der Bibel lediglich: „Es [wird] eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben“ (Apg. 24:15). Anita wußte, daß in der Bibel der Tod mit einem tiefen Schlaf verglichen wird, aus dem sie zu Gottes bestimmter Zeit aufgeweckt werden würde (Pred. 9:5; Joh. 11:11-14).

      Als Jesus Christus auf der Erde war, sprach er von der Auferstehung. Was er damit meinte, führte er den Menschen vor Augen, indem er Tote auferweckte. Zum Beispiel wird in der Bibel berichtet, daß er den einzigen Sohn einer Witwe auferweckte und ‘ihn seiner Mutter gab’ (Luk. 7:11-17). Anita wußte, daß auch sie ihr Söhnchen, mit dem sie vor ihrem Tod nur noch wenige kostbare Stunden verbringen konnte, einmal wiedersehen würde.

      Bei einer anderen Gelegenheit auferweckte Jesus ein junges Mädchen. Als die Eltern sowie

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