Pflege dein Haar
WIE eine prachtvolle Krone, so schmückt das Haar das Haupt einer Frau. Es ist daher verständlich, daß sie jede Woche mehrere Stunden darauf verwendet, ihr Haar zu waschen, einzulegen, zu bürsten, zu kämmen und sich zu frisieren. In vielen Ländern ist sie bereit, sich unter eine heiße Trockenhaube zu setzen oder mit Lockenwicklern im Haar ins Bett zu gehen — obwohl sie dann schlecht schläft —, nur um eine gute Frisur zu haben. Ja, die Haarpflege ist für sie von besonderem Interesse.
Doch auch die Männer pflegen ihr Haar. Manch ein junger Mann verbringt lange Zeit vor dem Spiegel und kämmt sich und kämmt sich, bis ihm seine Frisur endlich gefällt. Ein Mann ist nicht erfreut, wenn er beobachtet, daß sich bei ihm Geheimratsecken entwickeln, oder wenn sich sein Haar am Scheitel lichtet. Wird die Glatze immer größer, mag er sich sogar ein Haarteil oder eine Perücke leisten.
Verschiedene Haartypen
Es gibt viele verschiedene Haartypen. Nicht nur die Angehörigen der verschiedenen Rassen haben unterschiedliches Haar, sondern auch Angehörige ein und derselben Rasse. So gibt es zum Beispiel Frauen, die kräftiges, elastisches Haar haben; andere dagegen haben ganz feines Haar, das keine Sprungkraft besitzt.
Die Sprungkraft des Haares ist nicht immer gleich. Eine Frau, die als junges Mädchen Probleme mit dem Haar hatte, mag nun, da sie erwachsen ist, keine solchen Sorgen mehr haben. Warum nicht? Weil die Haarprobleme mit der hormonalen Umstellung im Körper zusammenhängen.
Weiches, feines Haar streckt sich bei feuchtem Wetter leicht. Da solches Haar anlagebedingt ist, muß eine Frau lernen, damit fertig zu werden. Kräftiges, elastisches Haar dagegen wird bei feuchtem Wetter gern kraus.
Die Verschiedenheit des Haares zeigt sich auch in der Farbe. Das Haar hat gewöhnlich verschiedene Farbtöne. Aber was bewirkt, daß das Haar grau wird? Graues Haar ist nicht tot, und es hat auch seine Farbe nicht eingebüßt. Im Gegenteil, bei grauem Haar handelt es sich um neues Haar, das altes Haar ersetzt hat, aber nicht die gleiche Farbe hat.
Obwohl der Mensch im allgemeinen erst ergraut, wenn er älter wird, gibt es doch auch Personen, die schon früh grau werden. Aus irgendeinem unbekannten Grund produziert der Körper nicht mehr genügend Pigment für die Versorgung der Haarwurzeln.
Das Haar verrät den Gesundheitszustand
Dein Haar kann tatsächlich deinen Gesundheitszustand verraten. Das Haar gehört zu den am schnellsten wachsenden Geweben des Körpers, und jede Störung der chemischen Vorgänge im Körper wirkt sich auf das Haar aus. Es gibt jetzt sogar Ärzte, die der Meinung sind, es sei möglich, aufgrund des Haares Diagnosen zu stellen.
Da sich der körperliche Zustand direkt auf das Haar auswirkt, muß eine Frau daran denken, daß sie während einer Schwangerschaft, während der „kritischen“ Tage, wenn sie blutarm ist und wenn ihr Blutdruck schwankt, vorübergehend Probleme mit ihrer Frisur haben mag. Manche Frauen haben während der Schwangerschaft starken Haarausfall, doch nach der Geburt wachsen die Haare meist schnell wieder nach.
Seelische Belastungen können sich ebenfalls auf das Haar auswirken. Starke Nervosität stört anscheinend die Versorgung der Kopfhaut mit Nährstoffen. Viele der Haarprobleme, mit denen sich die Leute herumplagen, können auf Nervosität zurückgeführt werden. Auch die Kost wirkt sich auf das Haar aus. Ein ausgewogener Speiseplan, der reichlich Gemüse und Obst, aber wenig Stärke und Zucker aufweist, ist der Gesundheit des Körpers zuträglich und somit auch der des Haares. Aber um schönes Haar zu haben, ist mehr erforderlich als ein gesunder Körper; man muß das Haar auch pflegen.
Bürsten und Waschen des Haares
Es tut dem Haar gut, wenn man es regelmäßig bürstet. Das Bürsten trägt dazu bei daß das Haar sauber aussieht und glänzt, weil durch das Bürsten Staub und Schmutz entfernt werden. Durch das Bürsten werden die Kopfhautmuskeln gestärkt, so daß die Fettabsonderung besser gesteuert wird, was sich bei Personen mit fettiger Kopfhaut besonders günstig auswirkt. Beim Bürsten sollte man den Kopf nach unten halten und die Haare vornüber hängen lassen. Dadurch werden die Haarwurzeln besser mit Blut versorgt.
Haarbürsten mit Naturborsten sind vorteilhafter als Haarbürsten mit Kunstborsten. Die Naturborsten entsprechen in ihrem Bau dem Haar, das heißt, sie haben ebenfalls eine äußere Schuppenschicht, und beim Bürsten haftet der Schmutz besser daran und kann so besser beseitigt werden. Du wirst ohne weiteres einsehen, wie notwendig es ist, jeden Tag das Haar zu bürsten, wenn du erfährst, daß sich auf dem Haar zehnmal mehr Staub ansammelt als auf der Haut.
Es ist wichtig, das Haar sauberzuhalten doch sollte man es nicht übertreiben. Wenn man das Haar zu häufig wäscht, wird es spröde und verliert etwas von seiner Elastizität. Haarexperten empfehlen, trockenes Haar alle zwei Wochen zu waschen; anderes Haar, das in gutem Zustand ist, darf man jede Woche oder alle zehn Tage waschen.
Weiches Wasser ist empfehlenswert, weil die Seife sich vielfach mit den Chemikalien in hartem Wasser verbindet und auf dem Haar einen unschönen, stumpfen grauen Belag hinterläßt. Eine milde, alkalifreie Seife kann das Problem mit hartem Wasser verringern, doch einige mögen feststellen, daß diese Seife für die Kopfhaut und ihr Haar ungeeignet ist. Am besten ist es, man benutzt zur Kopfwäsche Schampun.
Die Friseure empfehlen oft, nach der Haarwäsche einen „Conditioner“ zu benutzen, er macht das Haar „frisierwilliger“, weicher und schöner.
Krauses Haar strecken
Unter den Frauen, die stark naturkrauses Haar haben, ist es üblich geworden, das Haar zu strecken. Man benutzt dazu Dauerwellenwasser. Doch muß man dabei sehr sorgfältig vorgehen, weil die Gefahr besteht, daß sowohl die Kopf- und die Gesichtshaut als auch die Haut am Hals dadurch geschädigt wird. Wenn man das Haar häufig mit einer solchen Lösung behandelt, mag sich der Haarschaft sogar auflösen.
Eine andere Methode besteht darin, das Haar „glattzubügeln“. Man zieht einzelne Strähnen mehrere Male durch die Gabel eines elektrischen Frisierstabes, bis die Locke ganz glatt geworden ist. Durch die Hitze und dadurch, daß man das Haar mehrere Male durch die Gabel des Frisierstabes zieht, wird es schließlich glatt. Doch auch das kann gefährlich sein. Wird nicht die nötige Sorgfalt angewandt, so mag das Haar brechen, oder man mag sich dabei die Kopfhaut verbrennen. Nach einiger Zeit wird das Haar natürlich wieder kraus.
Gewöhnlich sieht eine Frau hübscher aus und sie hat weniger Haarausfall, wenn sie bei der Wahl ihrer Frisur die natürlichen Eigenschaften ihres Haares berücksichtigt. Deine Frisur verrät außerdem dein Inneres. Bringt deine Frisur wirklich zum Ausdruck, wie du in deinem Inneren denkst?
Sowohl Frauen als auch Männer haben allen Grund, ihr Haar gut zu pflegen. Eine vernünftige Kost und regelmäßiges Bürsten tragen viel dazu bei, daß das Haar gesund bleibt.