Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • „Das Wort“ — von wem spricht Johannes?
    Der Wachtturm 1962 | 1. Dezember
    • Teil 1

      „Das Wort“ — von wem spricht Johannes?

      1, 2. Mit wem macht uns Johannes in seinem Bericht über das Leben Jesu Christi zuerst bekannt, und was möchten Leser natürlich gerne wissen?

      „IM ANFANG war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott.“ So lauten in der Elberfelder Bibel die ersten beiden Verse des vom Apostel Johannes verfaßten Berichtes über das Leben Jesu Christi. Dieser Text wird in der Lutherbibel und in der englischen Douay- (katholisch) und King-James-Übersetzung ähnlich wiedergegeben.

      2 Gleich zu Beginn des Johannesevangeliums werden wir also mit jemandem bekannt gemacht, der das Wort genannt wird. Nach dieser so plötzlichen Begegnung mit dem Wort wird natürlich jeder Leser wissen wollen, von wem Johannes hier spricht. Tatsächlich ist auch seit dem zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnung über die Bedeutung dieses Textes sehr gestritten worden, und die Minderheit in dieser Streitfrage hat besonders seit dem vierten Jahrhundert unter starker religiöser Verfolgung gelitten.

      3. In welcher Sprache schrieb Johannes seinen Bericht, und weshalb haben wir Schwierigkeiten, seine einleitenden Worte zu verstehen?

      3 Der Apostel Johannes schrieb seinen Bericht im gemeinen Griechisch des ersten Jahrhunderts. Dieses Griechisch war damals eine internationale Sprache. Johannes schrieb seinen Bericht für solche, die diese Sprache sprechen und lesen konnten. Somit wußten sie, was er durch diese einleitenden Worte sagen wollte, oder sie konnten es erfahren, wenn sie den vollständigen Bericht in der ursprünglich griechischen Sprache lasen. Geht es jedoch darum, diese einleitenden Worte in andere Sprachen zu übersetzen — sagen wir, in modernes Deutsch oder Englisch —, dann stößt man auf Schwierigkeiten, will man die genaue Bedeutung richtig wiedergeben.

      4. Lautet dieser Text in allen modernen Übersetzungen, so wie ihn die älteren gebräuchlicheren Bibeln wiedergeben, und welche Beispiele werden angeführt, um dies zu veranschaulichen?

      4 Der Bibelleser, der die allgemein anerkannten Übersetzungen gebraucht, wird natürlich sofort sagen: „Es sollte doch kein Zweifel darüber bestehen, wer das Wort ist. Es heißt doch eindeutig, daß das Wort Gott ist; und Gott ist eben Gott.“ Dem müssen wir jedoch zumindest entgegenhalten, daß nicht alle unsere heutigen Übersetzungen, die von Gelehrten der griechischen Sprache angefertigt worden sind, diesen Text so wiedergeben. Einige Beispiele: The New English Bible (Die Neue Englische Bibel), die im März 1961 herauskam, sagt: „Und was Gott war, war das Wort.“a Das griechische Wort, das mit Wort übersetzt wird, heißt lógos; und somit lautet dieser Text in Dr. James Moffatts New Translation of the Bible (Neue Übersetzung der Bibel, 1922): „Der Logos war göttlich.“b The Complete Bible — An American Translation (Die vollständige Bibel — Eine Amerikanische Übersetzung) (Smith-Goodspeed) sagt: „Das Wort war göttlich.“c So heißt es auch in Hugh J. Schonfields The Authentic New Testament (Das authentische Neue Testament). Andere (deutsche) Lesarten sind: „Es war fest mit Gott verbunden, ja selbst göttlichen Wesens.“ (Böhmer) „Das Wort war selbst göttlichen Wesens.“ (Stage) „Und Gott (= göttlichen Wesens) war das Wort.“ (Menge) „Und war von göttlicher Wucht.“ (Pfäfflin) „Und Gott von Art war das Wort.“ (Thimme)

      5. Welches ist die umstrittenste aller Textwiedergaben, wie dies durch zwei Beispiele gezeigt wird, und inwiefern kann ihnen die Übersetzung von Professor Torrey gleichgesetzt werden?

      5 Doch die umstrittenste aller Lesarten von Johannes 1:1, 2 ist die folgende: „Das Wort war im Anfang, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott. Dieses Wort war im Anfang bei Gott.“ So lautet dieser Text in The New Testament in An Improved Version (Das Neue Testament in einer verbesserten Wiedergabe), veröffentlicht 1808 in London, England.d Ähnlich lautet dieser Text auch in der Übersetzung eines ehemals römisch-katholischen Priesters: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles kam durch das Wort ins Dasein, und ohne dasselbe ist nichts Geschaffenes ins Dasein gekommen.“ (Joh. 1:1-3)e Dieser Lesart mit dem vieldiskutierten Ausdruck „ein Gott“ kann man den Text zur Seite stellen, der in The Four Gospels — A New Translation (Die vier Evangelien — eine neue Übersetzung), zweite Auflage 1947, von Professor Charles Cutler Torrey, zu finden ist: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott [in englisch: „and the Word was with God, and the Word was god“]. Als es im Anfang bei Gott war, wurden alle Dinge durch dasselbe geschaffen; ohne dieses kam nichts Geschaffenes ins Dasein.“ (Joh. 1:1-3) Hier ist zu beachten, daß dort, wo in dieser englischen Übersetzung das Wort als „Gott“ bezeichnet wird, „Gott“ nicht mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben wird (God), sondern mit kleinem, also „god“.f

      6. Welche verschiedenen Ausdrücke begegnen uns in den obenerwähnten Übersetzungen, und was müssen wir somit feststellen?

      6 In den obenzitierten Bibelübersetzungen begegnen uns die Ausdrücke „Gott“, „göttlich“, „Gott von Art“ und „ein Gott“. Menschen, die einen dreieinigen Gott lehren, eine Trinität oder Dreifaltigkeit, erheben starke Einwände gegen die Wiedergabe „ein Gott“. Unter anderem sagen sie, dies bedeute, an Vielgötterei zu glauben. Sie bezeichnen es auch als unitarische oder arianische Auffassung. Die Dreieinigkeit wird in den Gebieten der Christenheit, in Europa, Amerika und Australien, gelehrt, wo die große Mehrheit der vier Millionen Leser des Wachtturms lebt. Leser in den anderen Teilen der Welt, in Asien und Afrika, kommen durch die Missionare der Christenheit mit der Dreieinigkeitslehre in Berührung. Es ist daher offenkundig, daß wir nicht nur feststellen müssen, wer das Wort oder der Logos ist, sondern sogar, wer Gott ist.

      7, 8. Was sagt die Christenheit über Gott, doch in welches Durcheinander geraten wir, wenn wir den gleichbedeutenden Ausdruck auf Johannes 1:1, 2 anwenden?

      7 Die Christenheit betrachtet die Dreieinigkeitslehre als die Grundlehre ihres Glaubens. Unter dem Ausdruck Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit versteht sie einen dreieinigen Gott, einen Gott in drei Personen, nämlich „Gott den Vater, Gott den Sohn und Gott den Heiligen Geist“. Da man sagt, dies seien nicht drei Götter, sondern lediglich „ein Gott in drei Personen“, muß der Ausdruck Gott dasselbe wie Dreieinigkeit bedeuten, und „Dreieinigkeit“ und „Gott“ müssen Bezeichnungen sein, die man füreinander gebrauchen kann. Laßt uns nun Johannes 1:1, 2 lesen und aufgrund dieser Folgerung den gleichwertigen Ausdruck für Gott gebrauchen, um zu sehen, wie es dann heißt:

      8 „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei der Dreieinigkeit, und das Wort war die Dreieinigkeit. Dieses war im Anfang bei der Dreieinigkeit.“ Wie könnte jedoch so etwas möglich sein? Wenn das Wort eine Person war, die sich bei der Dreieinigkeit befand, dann wären es vier Personen gewesen. Trinitarier behaupten jedoch, das Wort sei die zweite Person der Dreieinigkeit, nämlich „Gott der Sohn“.g Doch könnte Johannes, selbst wenn das zuträfe, sagen, daß das Wort als „Gott der Sohn“ die aus drei Personen bestehende Dreieinigkeit wäre? Wie könnten drei Personen gleichzeitig e i n e Person sein?

      9. Welche Schwierigkeit entsteht, wenn behauptet wird, „Gott“ bedeute „Gott den Vater“?

      9 Die Dreieinigkeitsverfechter mögen jedoch sagen, daß Gott hier (Joh. 1:1) lediglich die erste Person der Dreieinigkeit darstelle, nämlich „Gott den Vater“, und daß das Wort somit im Anfang bei „Gott dem Vater“ gewesen sei. Aufgrund dieser Erklärung für Gott muß man fragen: Wie ist es möglich, daß das Wort, welches sie als „Gott den Sohn“ bezeichnen, gleichzeitig „Gott der Vater“ ist? Und wo bleibt ihr „Gott der Heilige Geist“? Wäre nicht das Wort im Anfang genauso bei „Gott dem Heiligen Geist“ wie bei „Gott dem Vater“ gewesen, wenn Gott eine Dreieinigkeit wäre?

      10. Was entsteht, wenn gesagt wird, „Gott“ seien die anderen zwei Personen der Dreieinigkeit, und welche Erklärung ist nicht hinreichend?

      10 Sie mögen nun sagen, Gott (Johannes 1:1, 2) seien die anderen zwei Personen der Dreieinigkeit und somit sei im Anfang das Wort bei „Gott dem Vater“ und bei „Gott dem Heiligen Geist“ gewesen. In diesem Fall entsteht die Schwierigkeit, daß das Wort, wenn es „Gott“ war, mit den beiden anderen Personen der Dreieinigkeit, „Gott dem Vater“ und „Gott dem Heiligen Geist“, identisch gewesen sein muß! Damit sagt man also, daß die zweite Person der Dreieinigkeit, das Wort oder „Gott der Sohn“, zugleich auch die erste und die dritte Person der Dreieinigkeit sein müsse. Das Problem wird nicht gelöst, wenn man sagt, daß das Wort dasselbe sei wie „Gott der Vater“ und „Gott dem Vater“ gleich und dennoch nicht „Gott der Vater“. Wäre dies der Fall, müßte man folgern, das Wort sei dasselbe wie „Gott der Heilige Geist“ und „Gott dem Heiligen Geist“ gleich und dennoch nicht „Gott der Heilige Geist“.

      11, 12. Der wievielte Teil von Gott wäre das Wort gemäß der Dreieinigkeitslehre, und welche Fragen müssen wir hinsichtlich der Persönlichkeit Gottes stellen?

      11 Und doch lehren die Trinitarier, daß der Gott nach Johannes 1:1, 2 nur e i n Gott sei, daß nicht drei Götter mit „Gott“ gemeint seien! Ist demnach das Wort nur ein Drittel von Gott?

      12 Da wir logischerweise nicht errechnen können, daß 1 Gott (der Vater) + 1 Gott (der Sohn) + 1 Gott (der Heilige Geist) = 1 Gott ist, müßten wir errechnen, daß 1/3 Gott (der Vater) + 1/3 Gott (der Sohn) + 1/3 Gott (der Heilige Geist) = 3/3 Gott oder 1 Gott ist. Darüber hinaus müßten wir zu der Schlußfolgerung gelangen, daß der Ausdruck „Gott“ (Joh. 1:1, 2) seine Bedeutung ändert oder daß „Gott“ in einem Satz seine Persönlichkeit wechselt. Tut er dies?

      13, 14. (a) Was bewirkt die Dreieinigkeitslehre in bezug auf die Bedeutung von Johannes 1:1, 2? (b) Wie dachte Johannes über das Wort und über Gott?

      13 Ist der Leser dieser Zeitschrift jetzt völlig durcheinander? Zweifellos! Jeder Versuch, die Dreieinigkeitslehre mit Vernunftgründen zu erschließen, führt lediglich zur Verwirrung. Somit verwirrt die Dreieinigkeitslehre die Bedeutung von Johannes 1:1, 2, statt sie zu vereinfachen, zu erklären und leicht verständlich zu machen.

      14 Bestimmt war der Apostel Johannes nicht verwirrt, als er vor neunzehnhundert Jahren diese Worte im gemeinen Griechisch für seine internationale christliche Leserschaft niederschrieb. Als Johannes die Einleitung zu seinem Bericht über das Leben Jesu Christi schrieb, war er keineswegs im unklaren, wer Gott war und wer das Wort oder der Logos.

      15. Von wem müssen wir uns helfen lassen, wenn wir das Rätsel, wer gemeint ist, lösen wollen, und auf welche Schriften können wir zurückgreifen, wenn wir weitere Erklärungen benötigen?

      15 Wir müssen uns daher vom Apostel Johannes selbst erklären lassen, wer Gott ist und wen er mit der Bezeichnung „Wort“ meint. Er tut dies im übrigen Teil seines Berichtes über das Leben Jesu Christi und auch in seinen anderen inspirierten Schriften. Neben dem sogenannten Johannesevangelium schrieb er drei Briefe und die Offenbarung oder Apokalypse. Viele nehmen an, Johannes habe zuerst die Offenbarung, dann seine drei Briefe und zuletzt sein Evangelium geschrieben. Das Buch Biblical Archaeology (Biblische Archäologie) von G. Ernest Wright (1957) sagt auf Seite 238: „Das Johannese­vangelium wird gewöhnlich mit Ephesus in Kleinasien in Verbindung gebracht und von den meisten Gelehrten auf die Zeit um 90 n. Chr. datiert.“ Wir nehmen das Jahr 98 n. Chr. als das richtige Datum für das Schreiben dieses Evangeliums an. Deshalb können wir zur Erklärung seines Inhalts Johannes’ frühere Schriften heranziehen, die Offenbarung und seine drei Briefe.

      16. Welches Ziel sollten wir vor Augen haben, wenn wir dies tun, und weshalb?

      16 Dies werden wir jetzt tun. Es geschieht mit dem Wunsch, zu derselben Schlußfolgerung hinsichtlich des Wortes oder des Logos zu kommen wie der Apostel Johannes. Dies zu tun bedeutet für uns glückliches, ewiges Leben in Gottes gerechter neuer Welt, die jetzt so nahe ist. Aufgrund seiner aus erster Hand stammenden Kenntnisse und seiner Verbindungen hatte Johannes die Möglichkeit und die Voraussetzung, zu einer absolut richtigen Schlußfolgerung zu gelangen. Er wünschte, daß wir als seine Leser ebenfalls zu einer richtigen Schlußfolgerung gelangen sollten. So legte er in seinen fünf verschiedenen Schriften die Tatsachen ehrlich und wahrheitsgemäß dar, um uns zu helfen, zur selben Schlußfolgerung zu gelangen wie er. Während wir somit das Zeugnis des Johannes als wahr annehmen, beginnen wir mit einem richtigen Ziel vor Augen, das uns zu endlosen Segnungen führen wird.

      WIE IST 1. JOHANNES 5:7 (LUTHER) ZU VERSTEHEN?

      17. Welche Frage werden Trinitarier stellen, wenn sie modernere Bibelübersetzungen nicht zu Rate gezogen haben, und was muß über den Vers, auf den sie in ihren Bibeln hinweisen, gesagt werden?

      17 Wer an die Dreieinigkeit glaubt, modernere Übersetzungen der Bibel aber nicht gelesen hat, mag fragen: „Lehrt nicht Johannes selbst die Dreieinigkeit, nämlich daß drei eins sind?“ Er wird in seiner Bibel auf 1. Johannes 5:7 verweisen und lesen: „Drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind e i n s.“ So lautet 1. Johannes 5:7 in älteren Ausgaben der Lutherbibel sowie in der englischen Douay- (katholisch) und King-James-Bibel. Doch die Worte „… im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind eins“ erscheinen in den ältesten griechischen Handschriften nicht. Die jüngsten Bibelübersetzungen lassen daher diese Worte weg; die Bibel, die vom römisch-katholischen Episkopalkomitee der Brüderschaft christlicher Lehre herausgegeben worden ist, setzt diese Worte in Klammern und fügt die erklärende Fußnote hinzu: „Der Heilige Stuhl behält sich das Recht vor, die letztliche Entscheidung über den Ursprung der gegenwärtigen Lesart zu treffen.“

      18. Welches Bekenntnis über 1. Johannes 5:7 legt Kardinal Maius in seiner Ausgabe des Vatikanischen Manuskriptes Nr. 1209 ab?

      18 Viele sind der Ansicht, daß das in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts geschriebene Vatikanische Manuskript Nr. 1209 das älteste griechische Manuskript der christlichen Schriften sei. In unserem Exemplar dieses griechischen Manuskriptes, das 1859 von Kardinal Angelus Maius herausgegeben wurde, sind die griechischen Worte in das Manuskript eingefügt worden, doch ein Zeichen am Ende des vorhergehenden Verses weist auf eine Fußnote hin. Diese Fußnote ist in Lateinisch geschrieben und lautet sinngemäß wie folgt:

      Von hier ab lautet die Lesart in dem sehr alten Vatikanischen Codex, den wir in dieser Ausgabe wiedergeben, wie folgt: „Denn drei sind, die Zeugnis geben, der Geist, und das Wasser, und das Blut: und diese drei sind für einen. Wenn das Zeugnis“ usw. Das gefeierte Zeugnis des Johannes betreffs der drei göttlichen Personen fehlt somit, eine Tatsache, die den Kritikern bereits seit langem bekannt ist.h

      19. Was sagt Dr. E. J. Goodspeed über 1. Johannes 5:7, und auf welche Grundlage können wir uns nicht verlassen, wenn wir feststellen wollen, wer Gott ist und wer mit der Bezeichnung „Wort“ gemeint ist?

      19 Der Bibelübersetzer Dr. Edgar J. Goodspeed sagt über 1. Johannes 5:7: „Dieser Vers ist in keinem griechischen Manuskript des Neuen Testaments oder in irgendeiner anderen Schrift vor dem 13. Jahrhundert gefunden worden. Er erscheint in keinem griechischen Manuskript des ersten Johannesbriefes vor dem fünfzehnten Jahrhundert, wo er in einer Kursivhandschrift zu finden ist; eine aus dem sechzehnten Jahrhundert enthält diesen Text ebenfalls. Dies sind die einzigen griechischen Manuskripte des Neuen Testaments, in denen er überhaupt gefunden wird. Doch er erscheint in keinem frühen griechischen Manuskript, bei keinem griechischen christlichen Schreiber und in keiner der orientalischen Übersetzungen … Griechische Gelehrte und Herausgeber des griechischen Textes des Neuen Testamentes erklären ihn allgemein für unglaubwürdig.“i Wenn wir also feststellen wollen, wer Gott ist und wen Johannes mit der Bezeichnung „Wort“ meinte, dürfen wir uns nicht auf die unechten Worte in 1. Johannes 5:7 verlassen.j

      SEINE MENSCHLICHE GEBURT AUF ERDEN

      20, 21. (a) Wann verließ das Wort Gott, und welche Fragen entstehen darüber, wie dies geschah? (b) Welche Erklärung gibt uns Johannes dafür, und was bedeutet dies?

      20 Die Zeit kam, daß das Wort oder der Logos Gott, bei dem er im Anfang gewesen war, verließ. Dies geschah, als er auf die Erde herabkam und sich unter die Menschen begab. Johannes 1:10, 11 sagt: „Er war in der Welt, und die Welt ward durch ihn [kam durch ihn ins Dasein, NW], und die Welt kannte ihn nicht. Er kam in das Seinige, und die Seinigen nahmen ihn nicht an.“ Vor dieser Zeit hatten sich himmlische Engel schon mehrmals mit einem sichtbaren menschlichen Leib überkleidet, um durch diesen Leib zu wirken und sich unter die Menschen zu mischen, aber sie waren dennoch Geistgeschöpfe geblieben. Tat dies auch das Wort, als es auf die Erde herabkam? Oder wurde das Wort ein Zwischending, teils Geist, teils Fleisch? Statt daß wir raten, soll uns dies lieber Johannes erklären:

      21 „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater) voller Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1:14) Andere Bibelübersetzungen stimmen darin überein, daß das Wort Fleisch „wurde“. (RS; AT; Ro; New English; NW) Das ist etwas ganz anderes als eine Überkleidung mit Fleisch, wie dies bei einer Materialisierung oder bei einer Inkarnation der Fall ist. Es bedeutet, daß das Wort dem Menschen gleich wurde — Fleisch und Blut —: einer von uns Menschen. Wir können die Johanneischen Schriften noch so genau durchsuchen, wir werden nicht eine einzige Stelle finden, wo Johannes sagt, das Wort sei ein Gottmensch geworden, eine Kombination von Gott und Mensch.

      22. Wie bezeichnete sich das Wort selbst während seines menschlichen Daseins, und was bedeutete es in Wirklichkeit, daß es Fleisch wurde?

      22 Der Ausdruck „Gottmensch“ ist eine Erfindung der Trinitarier und in der ganzen Bibel nirgends zu finden. Die Bezeichnung, die sich das Wort selbst gab, als es auf der Erde war, lautet: „Der Sohn des Menschen“ oder „Menschensohn“. Dies ist etwas ganz anderes als ein Gottmensch. Als dieser „Menschensohn“ dem Juden namens Nathanael erstmals begegnete, sprach er zu ihm: „[Ihr werdet] den Himmel geöffnet sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.“ (Johannes 1:51) Dem jüdischen Pharisäer Nikodemus sagte er: „Und gleichwie Moses in der Wüste die Schlange erhöhte, also muß der Sohn des Menschen erhöht werden, auf daß jeder, der an ihn glaubt, … ewiges Leben habe.“ (Johannes 3:14, 15) In den Schriften des Johannes wird der Ausdruck „Sohn des Menschen“ sechzehnmal auf das Wort angewandt. Dies zeigt an, daß das Wort durch eine Geburt als Mensch auf Erden Fleisch wurde, was nicht weniger bedeutet, als daß es aufgehört hatte, eine Geistperson zu sein.

      23, 24. Welche Erfahrungen konnten Menschen mit dem Wort machen, weil es Fleisch geworden war, und in welchen Worten berichtet Johannes über seine eigenen Erfahrungen mit dem Wort?

      23 Indem das Wort, das vorher ein unsichtbarer Geist gewesen war, Fleisch wurde, wurde es für Menschen auf Erden sichtbar, hörbar und fühlbar. Sie konnten somit unmittelbaren Umgang mit ihm pflegen. Der Apostel Johannes berichtet uns seine eigenen Erfahrungen mit dem Wort aus der Zeit, als es im Fleisch existierte, um diese Segnungen mit uns zu teilen. Er sagt:

      24 „Was von Anfang war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben, betreffend das Wort des Lebens; (und das Leben ist geoffenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, welches bei dem Vater war und uns geoffenbart worden ist;) was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir euch, auf daß auch i h r mit uns Gemeinschaft habet; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohne Jesus Christus.“ — 1. Johannes 1:1-3.

      25, 26. (a) Wie spricht Johannes von dem irdischen Pflegevater Jesu? (b) Wie sprach Johannes von der menschlichen Mutter Jesu nach dem Tode Jesu, als er für sie sorgte?

      25 Johannes lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die menschliche Mutter dieses Sohnes des Menschen, doch gebraucht er nie ihren persönlichen Namen. Johannes spricht nie von ihrem erstgeborenen Sohn als dem „Sohn der Maria“. Sein menschlicher Pflegevater wird aber von Johannes mit Namen genannt, und zwar gleich zu Anfang seines Berichtes, wo Philippus zu Nathanael spricht: „Wir haben den gefunden, von welchem Moses in dem Gesetz geschrieben und die Propheten, Jesum, den Sohn des Joseph, den von Nazareth.“ (Johannes 1:45) Nachdem später dieser Jesus durch ein Wunder fünftausend Männer mit fünf Broten und zwei Fischen gespeist hatte, sprachen die Juden, die die Herkunft Jesu verächtlich machen wollten: „Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter w i r kennen?“ (Johannes 6:42) Während Johannes andere Frauen mit Namen Maria namentlich erwähnt, macht er das bei der Mutter Jesu nicht. Wenn er von ihr spricht, bezeichnet er sie nie als „Maria“, sondern immer als „Frau“ oder „Weib“.

      26 Als Jesus wie ein Verbrecher an einem Pfahl auf Golgatha hing und seine irdische Mutter sowie sein geliebter Jünger Johannes dabeistanden und zuschauten, sprach er zu seiner Mutter: „Weib, siehe, dein Sohn!“ „Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich.“ (Johannes 19:25-27) Wie lange Johannes Maria, die Mutter Jesu, versorgte, sagt er uns nicht; doch die Tatsache, daß sie die Mutter Jesu war, betrachtete er nicht als einen Grund, sie zu verherrlichen oder seligzusprechen. Ja er nannte sie sogar nicht einmal mit Namen!

      27, 28. Wessen Mutter wurde Maria nach Ansicht der Trinitarier, und welche Frage entsteht dadurch?

      27 Die Dreieinigkeitslehrer behaupten, daß Maria, als das Wort Fleisch wurde, auch die Mutter Gottes wurde. Doch da sie sagen, Gott sei eine Dreieinigkeit, wäre Maria lediglich die Mutter eines Dritteils von Gott, nicht „die Mutter Gottes“. Sie wäre die Mutter nur einer Person Gottes, der Person, die in der Formel „Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist“ an zweiter Stelle steht. So wäre Maria lediglich die Mutter von „Gott dem Sohn“; sie wäre nicht die Mutter von „Gott dem Vater“ noch von „Gott dem Heiligen Geist“.

      28 Doch wenn Katholiken und andere behaupten, Maria sei die „Mutter Gottes“ gewesen, sehen wir uns genötigt zu fragen: Wer war dann der Vater Gottes? Wenn Gott eine Mutter hatte, wer war sein Vater? So sehen wir wiederum, wie unsinnig die Lehre von der Dreieinigkeit ist.

      29. Wie beschreibt Johannes Gott, den Herrn, in der Offenbarung (4:8, 11), und welche Frage entsteht hinsichtlich des Gedankens, ob ihn Maria in ihrem Leib hätte tragen können?

      29 Ferner sah der Apostel Johannes in einer Vision gewisse himmlische Geschöpfe, die zu Gott, der auf seinem Throne saß, sprachen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der allmächtige Gott, der war, der ist und der kommen wird.“ Andere sprachen: „Würdig bist du, unser Herr und Gott, Preis, Ehre und Macht zu empfangen. Du hast das All erschaffen. Durch deinen Willen ist es entstanden und geschaffen.“ (Offenbarung 4:8, 11, Rösch) Die Bibel sagt klar und deutlich, daß die Himmel der Himmel den allmächtigen Gott nicht fassen können; und der gewaltige Tempel des Königs Salomo in Jerusalem konnte ebenfalls den alleinigen, allmächtigen Gott nicht aufnehmen. Wie hätte etwas so mikroskopisch Kleines wie eine Eizelle im Leib der Maria Gott aufnehmen können, damit Maria „die Mutter Gottes“ geworden wäre? Möchten wir daher in bezug auf das, was wir lehren, vorsichtig sein, damit wir Gott nicht etwa herabsetzen!

      SEIN GEBURTSORT

      30, 31. (a) Welche Frage entstand unter den Juden über diesen Jesus, der offensichtlich von Nazareth in Galiläa kam? (b) Mit welchen Worten deutete die große Volksmenge bei dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem auf seinen Geburtsort hin?

      30 Unter den Juden entstand eine Diskussion über den Geburtsort Jesu, der von Nazareth in der Provinz Galiläa kam. Die Juden wußten im allgemeinen nicht, daß er in Bethlehem geboren war. Johannes berichtet uns daher: „Andere sagten: Dieser ist der Christus. Andere sagten: Der Christus kommt doch nicht aus Galiläa? Hat nicht die Schrift gesagt: Aus dem Samen Davids und aus Bethlehem, dem Dorfe, wo David war, kommt der Christus? Es entstand nun seinethalben eine Spaltung in der Volksmenge.“ (Johannes 7:41-43) Als jedoch Jesus im Frühling des Jahres 33 im Triumphzug nach Jerusalem einritt, gab es dort viele Juden, die bereit waren, ihn als Gottes verheißenen König, den Sohn des Königs David aus Bethlehem, willkommen zu heißen. Johannes 12:12-15 sagt uns:

      31 „Des folgenden Tages, als eine große Volksmenge, die zu dem Feste gekommen war, hörte, daß Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und schrieen: Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König Israels! [Rette, wir bitten! Gesegnet ist, der im Namen Jehovas kommt, ja der König Israels! NW] Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht [in Sacharja 9:9]: ‚Fürchte dich nicht, Tochter Zion! siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen‘.“ — Siehe auch Psalm 118:25, 26.

      32. (a) Wie wies Nathanael auf die Beziehungen hin, die Jesus zu dem Königtum hatte? (b) Wie wies Jesus selbst in der Offenbarung auf seine Beziehung zum Königtum hin, und in welchem Verhältnis wird dieses Königreich zu dem seines Vorfahren stehen?

      32 Doch schon drei Jahre zuvor, als Jesus seine öffentliche Tätigkeit im Land Israel antrat, erkannte Nathanael die Beziehung, die Jesus zu König David hatte. Er sagte: „Rabbi, d u bist der Sohn Gottes d u bist der König Israels.“ (Johannes 1:49) Und in der Vision, die dem Apostel Johannes gegeben wurde, werden die Beziehungen, die Jesus zu dem Königtum hatte, mehrmals betont. In Offenbarung 3:7 sagte Jesus selbst: „Dieses sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel des David hat.“ In Offenbarung 5:5 sagt eine ältere Person über Jesus: „Siehe, es hat überwunden der Löwe, der aus dem Stamme Juda ist, die Wurzel Davids.“ In Offenbarung 22:16 lesen wir schließlich: „I c h, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch diese Dinge zu bezeugen in den Versammlungen. I c h bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern.“ Obgleich Jesus, als er auf der Erde war, sich selbst als „Jesus, den Nazaräer“ bezeichnete, war er in Wirklichkeit in Bethlehem, dem Heimatort des Königs David, geboren worden und lediglich in Nazareth aufgewachsen. (Johannes 18:5-7; 19:19) Joseph, sein Pflegevater, wurde dort als sein Vater angesehen. David, sein Vorfahr, hatte ein irdisches Königreich; doch das himmlische Königreich Jesu ist weit besser und segensreicher für die ganze Menschheit.

      33, 34. (a) Wie wollen die Geistlichen beweisen, daß man aus dem Wortlaut nach Johannes 1:14 auf eine Inkarnation des Wortes schließen könne? (b) Was beweist der Gebrauch dieses Wortes im 2. Brief Petri sowie an anderen Stellen, wo es vorkommt?

      33 Das Wort oder der Logos verbrachte nur eine kurze Zeit unter den Menschen, weniger als fünfunddreißig Jahre, von der Zeit der Empfängnis im Leibe der jüdischen Jungfrau Maria an. So gibt die deutsche Übersetzung von Albrecht Johannes 1:14 wieder: „Denn das Wort ist Fleisch geworden und hat für eine Weile unter uns gewohnt.“ Geistliche, die an eine Inkarnation und einen Gottmenschen glauben, verweisen auf die Tatsache, daß das griechische Zeitwort, das mit „hat für eine Weile gewohnt“ wiedergegeben wird, seine Wurzel in dem Wort hat, das „Zelt“ oder „Wohnstätte“ bedeutet. Jakob Schäfer übersetzt diesen Ausdruck auf diese Weise, es heißt in seiner Übersetzung: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gezeltet.“ Wer zeltet denn? Jemand, der eine gewisse Zeit lang im Freien lagert. Deshalb argumentieren die Geistlichen, Jesus sei eine Geistperson geblieben und habe lediglich seine Wohnstätte in einem menschlichen Leib gehabt. Somit sei er eine Inkarnation, ein Gottmensch gewesen. Jedoch gebrauchte der Apostel Petrus in bezug auf sich selbst einen ähnlichen Ausdruck, wenn er sagte: „Ich halte es für meine Pflicht, solange ich in diesem Gezelt bin, euch durch Erinnern wach zu rütteln. Weiß ich doch, daß mein Gezelt bald abgebrochen wird.“ (2. Petrus 1:13, 14, Schäfer) Petrus wollte damit sicherlich nicht sagen, daß er eine Inkarnation sei, sondern einfach, daß er nur noch eine kurze Zeit als fleischliches Geschöpf auf der Erde wohnen werde.

      34 Das gleiche griechische Wort, das in Johannes 1:14 gebraucht wird, finden wir auch auf andere Personen angewandt, die offenbar keine Inkarnationen waren (Offenbarung 12:12 und 13:6). Die Worte nach Johannes 1:14 stützen somit die Inkarnationstheorie nicht.

  • Vormenschliches Dasein
    Der Wachtturm 1962 | 1. Dezember
    • Teil 2

      Vormenschliches Dasein

      35, 36. (a) Worauf bezieht sich Johannes 1:1, und welcher Mensch wies zuerst darauf hin? (b) Inwiefern kam Jesus nach Johannes und war dennoch schon vor ihm da, und worauf wies Johannes hin, als er ihn das Lamm Gottes nannte?

      DER Apostel Johannes begann seinen Bericht, indem er sagte: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott.“ Er meinte damit nicht den Anfang des irdischen Predigtdienstes Jesu vor neunzehnhundert Jahren. Er wollte damit sagen, daß das Wort ein vormenschliches Dasein gehabt hatte, lange ehe es auf der Erde Fleisch wurde. In seinem ganzen Bericht hebt Johannes diesen Gedanken hervor. Nachdem Jesus im Jordan getauft worden war, lenkte Johannes der Täufer, mehr als einen Monat später, die Aufmerksamkeit auf Jesus und sein vormenschliches Leben, indem er sprach: „‚Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Dieser ist’s, von dem i c h gesagt habe: „Nach mir kommt ein Mann, der (schon) vor mir gewesen ist; denn er war eher da als ich (oder: war als Erster über mir).“ Ich selbst kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbart würde, deshalb bin i c h gekommen, ich mit meiner Wassertaufe.‘“ — Johannes 1:29-31 Menge.

      36 Etwa sechs Monate bevor das Wort als Sohn der jüdischen Jungfrau Fleisch wurde, wurde Johannes der Täufer geboren. Darum sagte Johannes über Jesus: „Nach mir kommt ein Mann.“ Doch wegen der Geschehnisse, die nach der Taufe Jesu eintrafen, konnte Jesus von Johannes als „ein Mann, der (schon) vor mir gewesen ist“, bezeichnet werden. Als somit Johannes über Jesus sagte: „Er war eher da als ich“, muß er damit gemeint haben, daß Jesus ein vormenschliches Dasein gehabt hatte. Johannes hob auch hervor, daß Jesus Gott ein Opfer sein sollte, denn im alten Israel wurden Gott von den jüdischen Priestern täglich Lämmer als Opfer dargebracht. Damit Jesus als „das Lamm Gottes“ die Sünde der Welt wegnehmen konnte, mußte sein Blut vergossen werden, denn ohne das Vergießen des Blutes eines unschuldigen Opfers konnte keine Vergebung der Sünde von Gott erlangt werden. — Hebräer 9:22.

      37. Weshalb war Jesus in der Lage, zu Nikodemus über himmlische Dinge zu sprechen?

      37 Bei einigen Gelegenheiten bezeugte Jesus selbst, daß er, ehe er auf der Erde Fleisch geworden sei, im Himmel gelebt habe. Er war deshalb in der Lage, über „himmlische Dinge“ zu reden, denn er sprach zu dem jüdischen Obersten Nikodemus: „Niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen.“ — Johannes 3:12, 13.

      38. Wie bezeugte Jesus sein vormenschliches Dasein im Himmel, als er über das Manna sprach?

      38 Jesus sprach von sich selbst als dem symbolischen Manna aus dem Himmel, als er zu den Juden sagte: „Nicht Moses hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herniederkommt und der Welt das Leben gibt.“ „Ich bin vom Himmel herniedergekommen, nicht auf daß ich m e i n e n Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ „Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist; wenn jemand von diesem Brote ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot aber, das i c h geben werde, ist mein Fleisch, welches i c h geben werde für das Leben der Welt.“ „Wer mich ißt, der wird auch leben meinetwegen. Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist.“ Viele Juden murrten, als dies Jesus sagte, und so überraschte er sie noch mehr, als er sprach: „Ärgert euch dieses? Wenn ihr nun den Sohn des Menschen dahin auffahren sehet, wo er zuvor war?“ — Johannes 6:32, 33, 38, 51, 57, 58, 61, 62.

      39, 40. (a) Wie erklärte Jesus bei einer anderen Gelegenheit, woher er war? (b) Worum konnte Jesus daher Gott im Gebet bitten?

      39 Als somit Jesus später zu den ungläubigen Juden über seinen Weggang redete, sprach er: „I h r seid von dem, was unten ist, i c h bin von dem, was oben ist; i h r seid von dieser Welt, i c h bin nicht von dieser Welt.“ „Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn i c h bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern e r hat mich gesandt.“ (Johannes 8:23, 42) Aus diesem Grunde konnte Jesus im Gebet vor den Ohren seiner treuen Apostel zu Gott sagen:

      40 „Und nun verherrliche d u, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt [der Menschheit] war. Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und i c h komme zu dir. Heiliger Vater! bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, auf daß sie eins seien, gleichwie wir … Ich will, daß d i e, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo i c h bin, auf daß sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.“ — Johannes 17:5, 11, 24.

      41. Wovon konnte der, welcher von droben war, reden und Zeugnis ablegen?

      41 Bevor die Welt wurde, besaß Jesus droben im Himmel, dort als das Wort oder der Logos bekannt, Herrlichkeit neben seinem Vater, von dem er auch geliebt wurde. Der Apostel Johannes hatte diese Worte Jesu gehört, und so konnte er richtigerweise folgenden Kommentar dazu geben: „Der von oben kommt, ist über allen; der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, ist über allen, [und] was er gesehen und gehört hat, dieses bezeugt er.“ (Johannes 3:31, 32) Es besteht kein Zweifel darüber, daß Jesus ein vormenschliches Leben hatte. Als das Wort oder der Logos war er „im Anfang bei Gott“.

      WIE IHN GLÄUBIGE JUDEN NANNTEN

      42. An wen glaubten die zwölf Apostel, ehe sie Jesus zu Aposteln berief, und welche Fragen entstehen nun?

      42 Als Jesus Christus auf der Erde war, erwählte er zwölf Apostel. Diese, alles natürliche Juden, waren im „jüdischen Glauben“ oder in dem Judentum aufgewachsen. Sie glaubten nur an e i n e n Gott, an Jehova. (Galater 1:13, 14, Pfäfflin) Sagte ihnen ihr Lehrer Jesus etwas über eine Dreieinigkeit? Bekehrte er sie, an eine Dreieinigkeit zu glauben, von der er selbst die zweite Person, „Gott der Sohn“, gewesen wäre? Betrachteten die Apostel und Jünger Jesus allmählich als „Gott den Sohn“? Nannten sie ihn so, oder nannten sie ihn anders? Laßt uns sehen, was Johannes darüber berichtet.

      43, 44. Welche Tatsache bezeugte Johannes, nachdem er Jesus getauft hatte?

      43 Nachdem Jesus getauft worden war, wies Johannes der Täufer seine eigenen Jünger auf Jesus hin. Johannes war von Gott gesandt worden, zu taufen, und Gott hatte Johannes gesagt, wonach er Ausschau halten sollte. Wie äußerte sich nun Johannes, als er die Juden, die seine Jünger waren, auf Jesus hinwies?

      44 Als Antwort darauf möchten wir Johannes 1:32-34 lesen: „Johannes zeugte und sprach: Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herniederfahren, und er blieb auf ihm. Und i c h kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft. Und i c h habe gesehen und habe bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist.“

      45. Wer sollte zu Johannes kommen — wie er es erwartete —, um sich taufen zu lassen? Was zu sein, stritt daher Johannes ab?

      45 Johannes der Täufer selbst war von Mutterleibe an mit heiligem Geiste erfüllt. Legte Johannes davon Zeugnis ab, daß Jesus Jehova war oder daß Jesus Gott war? Nein! Johannes der Täufer sagte seinen Jüngern: „Dieser [ist] der Sohn Gottes.“ Johannes sagte nicht „Gott der Sohn“, sondern „der Sohn Gottes“, ein Ausdruck, der etwas ganz anderes bedeutet. Johannes erwartete nicht, daß Jehova Gott zu ihm käme, um im Wasser getauft zu werden. Johannes erwartete denjenigen, welcher der Christus, der Messias oder Gesalbte werden sollte, denjenigen, den Gott mit heiligem Geist salben würde. Deshalb ließ Johannes bei niemandem den Eindruck entstehen, daß er selbst der Christus wäre. Er sprach zu seinen Jüngern: „I h r selbst gebet mir Zeugnis, daß ich sagte: Ich bin nicht der Christus, sondern daß ich vor ihm hergesandt bin … E r muß wachsen, i c h aber abnehmen.“ (Johannes 3:28-30) Durch das, was Johannes sah, wußte er, daß Jesus der Christus, der Gesalbte Gottes war.

      46. Was zeigt, ob die Jünger hinsichtlich dessen, was ihnen Johannes über Jesus gesagt hatte, ihre Ansichten änderten, nachdem Johannes sie Jesus übergeben hatte?

      46 Johannes der Täufer lehrte seine Jünger und übergab sie Jesus Christus, damit sie diesem als dem „Sohn Gottes“ nachfolgen sollten. Änderten diese Jünger ihre Ansichten über Jesus, nachdem sie ihn gehört und beobachtet hatten und mit ihm eine Zeitlang zusammen gewesen waren? Wie nannten ihn alle diese Jünger ohne Ausnahme? Als Jesus Nathanael zum ersten Male begegnete, versetzte er ihn durch sein Vorauswissen in Erstaunen. Der Bericht sagt weiter: „Nathanael antwortete und sprach [zu ihm]: Rabbi, d u bist der Sohn Gottes, d u bist der König Israels.“ (Johannes 1:49) Nach 1. Johannes 4:15; 5:5 sagt der Apostel: „Wer irgend das Bekenntnis ablegt, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist, mit dem bleibt Gott in Gemeinschaft und er in Gemeinschaft mit Gott.“ (NW) „Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes ist?“ Außerdem sagt Johannes (2. Johannes 3): „Friede von Gott, dem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus, dem Sohne des Vaters.“

      47. Mit welchen Worten bekundete Martha ihren Glauben an Jesus, und was gaben seine Feinde als Grund dafür an, daß er gemäß ihrem Gesetz sterben sollte?

      47 Ehe Jesus Lazarus, der damals schon vier Tage tot war, auferweckte, fragte er Martha, die Schwester des Lazarus, ob sie glaube, was er eben gesagt habe. Martha antwortete daraufhin: „Ja, Herr, i c h glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ (Johannes 11:27) Bemerkenswert ist auch das Zeugnis der blutdürstigen Feinde Jesu. Als der römische Statthalter, da er selbst keine Schuld an Jesus finden konnte, daran dachte, die unangenehme Aufgabe der Hinrichtung Jesu auf die Juden abzuwälzen, antworteten sie ihm: „W i r haben ein Gesetz, und nach [unserem] Gesetz muß er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.“ (Johannes 19:7) Somit stimmen Johannes der Täufer, Jesu Apostel, Martha, die Schwester des Lazarus, und selbst die Feinde in ihrem Zeugnis alle darin überein, daß Jesus „der Sohn Gottes“ war — nicht etwa Gott selbst!

      48, 49. (a) Womit verglich Johannes die freudige Aufgabe, seine Jünger an Jesus zu übergeben? (b) Wen zu heiraten, erwartet die Braut?

      48 Als Johannes der Täufer erklärte, weshalb er hinsichtlich der Zahl seiner Jünger abnehmen und Jesus, gemessen an der Zahl seiner getauften Nachfolger, zunehmen müsse, verglich er Jesus mit einem Bräutigam. Johannes sprach: „Der die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der da steht und ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams; diese meine Freude ist nun erfüllt.“ (Johannes 3:29) Johannes empfand große Freude daran, Jesus Christus seine getauften Jünger zu übergeben.

      49 Da Jesus der Bräutigam ist, muß, symbolisch gesprochen, die gesamte Gruppe seiner getauften, gesalbten Nachfolger seine Braut sein. Sie haben die Hoffnung, mit dem Herrn Jesus Christus als ihrem Bräutigam im Himmel vermählt zu werden. Sie erwarten nicht, mit Gott verheiratet zu werden, was der Fall wäre, wenn Gott eine Dreieinigkeit wäre. Auch erwarten sie nicht, mit einer bestimmten Person einer solchen Dreieinigkeit verheiratet zu werden, nämlich mit der zweiten Person der Dreieinigkeit, dem sogenannten „Gott dem Sohn“. Sie können sich nicht denken, daß sie eine Dreieinigkeit oder auch nur einen dritten Teil einer Dreieinigkeit heiraten würden. Die inspirierten heiligen Schriften lehren auch nichts Derartiges. Dies wäre, wie wenn jemand einen der siamesischen Zwillinge heiraten wollte!

      50. Wen heiratet der Bräutigam, und wie zeigt die Offenbarung, wie viele es sind?

      50 Der Bräutigam Jesus Christus heiratet nicht die ganze, aus Milliarden bestehende Menschheitsfamilie, sondern lediglich eine beschränkte Anzahl Menschen, die aus ihr herausgenommen wird. Der Apostel Johannes beschreibt in der Offenbarung eine Vision vom Bräutigam und von der Braut in ihrem himmlischen Regierungssitz, der Berg Zion genannt, der vom Berg Zion in Jerusalem, wo König David geherrscht hatte, vorgeschattet worden war. Johannes sagt: „Und ich sah: und siehe, das Lamm stand auf dem Berge Zion und mit ihm hundertvierundvierzig tausend, welche seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen … Und sie singen ein neues Lied vor dem Throne und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen, als nur die hundertvierundvierzig tausend, die von der Erde erkauft waren. Diese sind es, die sich mit Weibern nicht befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen; diese sind es, die dem Lamme folgen, wohin irgend es geht. Diese sind aus den Menschen erkauft worden als Erstlinge [als Erstlingsgabe, Menge] Gott und dem Lamme.“ — Offenbarung 14:1-4.

      51. Inwiefern ist die Brautklasse jungfräulich, an ihrer Stirn gezeichnet und erkauft?

      51 Die Brautklasse wird somit als eine jungfräuliche Klasse dargestellt. Sie hat sich nicht mit Personen oder Organisationen befleckt, die Freunde dieser unsittlichen Welt sind und die dadurch geistigen Ehebruch mit ihr begangen haben. Sie tragen den Namen ihres Bräutigams und den seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben, doch keinen anderen, keinen Namen einer dritten Person einer Dreieinigkeit, die „Gott der Heilige Geist“ genannt wäre. Diese Brautklasse besteht aus 144 000 Gliedern, die mit himmlischer Bestimmung aus den Menschen herausgenommen worden sind, damit sie sich des ewigen Lebens als Geistgeschöpfe erfreuen. Wie geschieht dies? Indem sie ihr Bräutigam, „das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt“, durch sein Opfer „aus den Menschen erkauft“.

      52. Inwiefern ist die Brautklasse wie eine „Erstlingsgabe“ für Gott, und was bedeutet diese Tatsache für die Menschheit im allgemeinen?

      52 Sie sind wie die Erstlingsgaben, die die Israeliten aus ihrer Ernte herausnahmen und Jehova Gott durch seine Tempeldiener opferten, z. B. am Tage der Pfingsten, wenn der Hohepriester Gott zwei Weizenbrote, mit Sauerteig gebacken, darbrachte, „als Erstlingsgaben für den HErrn“. (3. Mose 23:15-20, Menge) Da die Brautklasse lediglich die „Erstlingsgabe Gott und dem Lamme“ bildet, muß es noch eine weit größere Anzahl Menschen geben, die zum ewigen Leben, nicht im Himmel, sondern auf der Erde, errettet wird. Weshalb? Weil das Lamm Gottes „die Sünde der Welt wegnimmt“ und nicht nur die Sünde seiner Brautklasse. — Johannes 1:29; 1. Johannes 2:1, 2.

      53, 54. Wessen Heirat ist es gemäß Offenbarung 19:6-9, wem gehört die Braut, und für wen ist das Hochzeitsmahl?

      53 Der Apostel läßt uns nicht im Zweifel darüber, wen die Brautklasse oder Versammlung der gesalbten Christen im Himmel heiratet. Johannes schreibt (Offenbarung 19:6-9): „Und ich hörte wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, welche sprachen: Halleluja! denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. Laßt uns fröhlich sein und frohlocken und ihm Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet. Und es ward ihr gegeben, daß sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend [und] rein; denn die feine Leinwand sind die Gerechtigkeiten [gerechten Taten, Fußnote] der Heiligen. Und er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die geladen sind zum Hochzeitsmahle des Lammes! Und er spricht zu mir: Dies sind die wahrhaftigen Worte Gottes.“

      54 Dies ist die Hochzeit des Lammes Gottes, nicht die Hochzeit Gottes des Allmächtigen. Die Braut ist die Braut des Lammes Gottes, nicht die Braut Gottes des Allmächtigen. Das Hochzeitsmahl ist das des Lammes Gottes; und die prophetischen Gleichnisse Jesu zeigen an, daß es sein Vater ist, der Herr, Gott der Allmächtige, der das Hochzeitsmahl für das Lamm, seinen Sohn, bereitet.

      55. Wer ist gemäß Offenbarung 19:11-16 das Lamm Gottes, und wessen Braut werden somit die 144 000?

      55 Einige Verse weiter, Offenbarung 19:11-16, kennzeichnet der Apostel Johannes das Lamm Gottes als das Wort oder den Logos, denn Johannes sieht, wie das Lamm gegen die Feinde seines Vaters in die Schlacht reitet. Johannes beschreibt ihn: „Er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewande, und sein Name heißt: Das Wort Gottes … Und er trägt auf seinem Gewande und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren.“ Somit werden die hundertvierundvierzigtausend Nachfolger Christi die Braut des Wortes Gottes, nicht die Braut Gottes.

      56, 57. Zwischen wem wird im 21. Kapitel der Offenbarung in Verbindung mit der Brautklasse ein Unterschied gemacht, und wie?

      56 Johannes zeigt uns weiter in der Vision, die er beschreibt, wer die Braut und wer der Bräutigam ist, wenn er sagt: „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herniederkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, voll der sieben letzten Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm her, ich will dir die Braut, das Weib des Lammes, zeigen. Und er führte mich im Geiste hinweg auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, hernieder­kommend aus dem Himmel von Gott; und sie hatte die Herrlichkeit Gottes … Die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundlagen, und auf denselben zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. Und ich sah keinen Tempel in ihr, denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm. Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, auf daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm.“ — Offb. 21:2, 9-11, 14, 22, 23.

      57 Immer wieder fällt uns auf, daß ein Unterschied zwischen dem Lamm und dem Herrn, Gott dem Allmächtigen, gemacht wird. Die Brautklasse, bestehend aus 144 000 Gliedern, wird mit dem Lamm verheiratet. Sie wird das Weib des Lammes. Wenn es somit etwas Derartiges wie die Dreieinigkeit gäbe, dann müßten die 144 000 Gott in einer seiner Personen heiraten und so mit Gott eins werden. Doch lehrt die Bibel dies nicht.

      WIE SICH JESUS SELBST NANNTE

      58. Wer zu sein, behauptete Jesus in seinem Gespräch mit Nikodemus?

      58 Um der Brautklasse ein Verständnis zu vermitteln, bezeichnete Johannes der Täufer den Bräutigam als das Lamm Gottes. Wie aber bezeichnete sich der Bräutigam selbst, als er mit seiner Brautklasse und mit anderen darüber sprach? In welchem Verhältnis stand er gemäß seinen eigenen Worten zu Gott? Behauptete er je, mehr zu sein, als ihn Johannes der Täufer angekündigt hatte: als Gottes Sohn? Als Antwort möchten wir zuerst die sehr bekannten Worte Jesu an Nikodemus hören: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, auf daß er die Welt richte, sondern auf daß die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen [einziggezeugten, NW] Sohnes Gottes.“ — Johannes 3:16-18.

      59. Welches Bekenntnis legte ein Blindgeborener über Jesus ab, nachdem ihn Jesus geheilt hatte?

      59 Einmal heilte Jesus einen Blindgeborenen. Gemäß einer Anzahl Bibelübersetzungen sagte Jesus später zu ihm: „Glaubst d u an den Sohn Gottes?“ Der Mann antwortete: „Wer ist es, Herr, auf daß ich an ihn glaube?“ Jesus sprach: „Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es.“ Jesus verlangte von dem Mann nicht, zu glauben, daß er, Jesus, mehr als der Sohn Gottes sei. Der Mann bekannte, nur das zu glauben. — Johannes 9:35-37, siehe auch Luther, Menge, Allioli, van Eß.

      60. Wer sollte gemäß den Worten Jesu, die er vor der Auferweckung des Lazarus sprach, verherrlicht werden, und mit welchen Worten zeigte Martha dann, für wen sie Jesus hielt?

      60 Ehe Jesus nach Bethanien ging, um seinen kranken Freund Lazarus zu heilen, sprach er zu seinen Aposteln: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, auf daß der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde.“ Ehe Jesus ans Grab gelangte, in dem der inzwischen verstorbene Lazarus lag, bekannte seine Schwester Martha, daß sie an das glaubte, was Jesus zu sein behaupte, denn sie sprach: „Ja, Herr, i c h glaube, daß d u der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ — Johannes 11:4, 27.

      61. Wer zu sein, bekundete Jesus, als er eine Botschaft an die Versammlung in Thyatira sandte?

      61 Selbst im Himmel spricht der verherrlichte Jesus von sich als dem Sohn Gottes. Als der verherrlichte Jesus der christlichen Versammlung in Thyatira eine Botschaft übermittelte, sagte er gemäß Offenbarung 2:18 zu Johannes: „Und dem Engel der Versammlung in Thyatira schreibe: Dieses sagt der Sohn Gottes … Und wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben; und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch i c h von meinem Vater empfangen habe.“ — Offb. 2:18, 26, 27.

      62. Wie bekundete Jesus im Gebet, in welchem Verhältnis er zu Gott stand?

      62 Aufgrund eines solchen Verhältnisses zu Gott wandte sich Jesus wie ein Sohn an Gott und betete: „Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, auf daß dein Sohn dich verherrliche, so wie du ihm Autorität über alles Fleisch gegeben, damit, was die volle Zahl betrifft, die du ihm gegeben hast, er ihnen ewiges Leben gebe. Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortwährend Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über Jesus Christus, den du ausgesandt hast.“ (Johannes 17:1-3, NW) Jesus behauptete somit nicht, der allein wahre Gott zu sein.

      63. Warum wollten die Juden Jesus steinigen, und welche Stelle aus den Psalmen führte Jesus an, um zu zeigen, ob sie ein Recht dazu hatten?

      63 Vergessen wir aber nicht Johannes 10:30-39? Nach diesem Text sagte Jesus: „Ich und der Vater sind eins“, und die Juden wollten ihn dafür steinigen. Nein, wir lassen diesen Text nicht außer acht. Weshalb wollten die Juden, die an den e i n e n Gott, Jehova, glaubten, Jesus steinigen? Nicht, weil er so etwas wie eine Dreieinigkeit lehrte und behauptete, selbst ein dritter Teil davon zu sein, sondern weil er sich als Sohn ihres Gottes, Jehovas, bezeichnete. Während sie Steine in den Händen hielten, sprach Jesus zu ihnen: „Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater gezeigt; für welches Werk unter denselben steiniget ihr mich?“ Die Juden entgegneten: „Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung, und weil d u, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst.“ (In der englischen Torrey-Übersetzung ist das Wort Gott hier klein geschrieben: god) Jesus verwies dann die Juden auf ihre eigenen Heiligen Schriften, und zwar auf Psalm 82:6, und sprach: „Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: ‚Ich habe gesagt: Ihr seid Götter‘? [Torrey: gods] Wenn er jene Götter [Torrey: gods] nannte, zu welchen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann nicht aufgelöst werden), saget i h r von dem, welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn? Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubet mir nicht; wenn ich sie aber tue, so glaubet den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubet, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist, und ich in ihm.“

      64. (a) Wie zeigte Jesus dort, wer er war? (b) Wer waren die in Psalm 82 angeredeten „Götter“?

      64 Jesu Beweisführung zeigt uns, daß er nicht behauptete, Gott zu sein. Hätte er dieses getan, wären die Juden im Recht gewesen, ihn wegen Lästerung zu steinigen. Doch Jesus zeigte, daß er geringer als Gott sei. Um dies zu beweisen, zitierte ihnen Jesus aus dem 82. Psalm die Verse 1, 2, 6 und 7, in denen geschrieben steht: „Gott [Elohím] in der Versammlung der Götter stehend, hält in der Mitte der Götter [elohím] Gericht: Wie lange wollet ihr unrecht richten, und die Bösen begünstigen? … Ich sprach: Götter [elohím] seid ihr, und Söhne des Höchsten ihr alle! Wahrlich! wie ein Mensch sollet ihr sterben, und wie andere Fürsten fallen.“ (van Eß) In diesem Psalm gebietet der allerhöchste Gott den ungerechten Richtern, ihre Handhabung des Rechts zu korrigieren, und nennt sie dabei, obwohl sie nur Menschen auf der Erde sind, „Götter“, auf hebräisch elohím. Weil diese Richter in der Ausübung ihrer Pflicht versagt haben, wird es notwendig, daß der allerhöchste Gott selbst aufsteht und die Völker der Erde richtet.

      65. Was wird mit jenen Richtern geschehen, obgleich sie „Götter“ genannt werden, und für wessen Tod waren diese jüdischen „Götter“ verantwortlich?

      65 Die Tatsache, daß sie „Götter“ genannt werden, wird diese Richter nicht retten; auch nicht die Tatsache, daß sie sich selbst als „Söhne des Höchsten“ oder Söhne Gottes betrachten. Sie erlangen dadurch keine Unsterblichkeit. Sie sind immer noch sterblich und werden genauso wie andere Menschen sterben. So wie andere Fürsten der Erde werden sie den Tod finden, und zwar durch die Vollstreckung des Gerichtes Gottes. Gottes Wort brachte ein ungünstiges Urteil über sie. Es waren solche menschlichen Götter unter den Juden, die veranlaßten, daß Jesus von den Römern zu Tode gebracht wurde. — 2. Mose 22:28.

      66, 67. Was zu sein, behauptete Jesus nicht, und was sagte er den Juden über sich und seinen Vater nicht?

      66 Jesus sagte denen, die ihn steinigen wollten, daß er nicht behauptet habe, der Gott oder ein Gott zu sein, obgleich selbst das Gesetz (Psalm 82:6) einige Menschen, israelitische Richter, „Götter“ genannt habe. Jesus hatte zu den Juden über Gott, seinen Vater, gesprochen, was bedeutete, daß er, Jesus, der Sohn Gottes war. Jesus sagte zu ihnen: „Niemand wird sie [meine Schafe] aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben. Ich und der Vater sind eins.“

      67 Nachdem Jesus dies gesagt hatte, bewies er durch seine anschließende Argumentation, daß er weder behauptete, Gott zu sein, noch damit sagen wollte, er und sein himmlischer Vater bildeten e i n e n Gott, einen dreieinigen Gott, von dem er und sein Vater zwei Personen wären, zusammen mit einer dritten Person, „Gott der Heilige Geist“ genannt. Jesus sagte nicht: „Ich und der Vater und der Heilige Geist sind eins.“ Er erwähnt hier keinen „Heiligen Geist“. — Johannes 10:28-30.

      68. Wie bewies Jesus anhand von Psalm 82:6, daß er nicht behauptete, Gott zu sein, als er sprach: „Ich und der Vater sind eins“?

      68 Jesus erklärte, seine Äußerung „Ich und der Vater sind eins“ bedeute nicht, daß er Gott zu sein beanspruche. Wieso? Weil Jesus jenen Juden sagte, er halte sich selbst für geringer als Gott, seinen Vater. Er sagte jenen Juden, daß ihr eigenes Gesetz in Psalm 82:6 Menschen, gegen die Gottes Wort gerichtet sei und an denen es Kritik übe, „Götter“ nenne und daß die Juden diesen Schrifttext, der menschliche Richter „Götter“ nenne, nicht ungültig machen könnten. Sie konnten auch nicht ableugnen, daß dieser Text so lautete, und sie konnten diesen Text auch nicht aus den inspirierten Schriften herausnehmen. Und dennoch: Als Jesus Christus, der so viele wunderbare gute Werke unter den Juden tat, von Gott als seinem Vater sprach und sich selbst lediglich als Sohn Gottes bezeichnete, beschuldigten sie ihn der Lästerung und wollten ihn deshalb steinigen. Trotzdem war er mehr als jene Menschen, die der 82. Psalm „Götter“ genannt hatte, denn er, Jesus, war derjenige, den der himmlische Vater geheiligt und in die Welt gesandt hatte. Wenn es Asaph nicht als Lästerung empfunden hatte, einen Psalm zu komponieren, in dem menschliche Richter in Israel „Götter“ genannt werden, dann war es noch viel weniger eine Lästerung, wenn Jesus sich selbst lediglich als Gottes Sohn bezeichnete und nicht etwa als einen Gott. — Psalm 82, Überschrift.

      69. (a) Was haben wir in dem bis jetzt betrachteten Stoff über Jesus aus den Schriften von Johannes nicht gefunden? (b) Weshalb wird der Leser eingeladen, sich uns in der weiteren Betrachtung des Stoffes aus den Schriften von Johannes anzuschließen?

      69 In dem bis jetzt angeführten Stoff aus den Schriften von Johannes haben wir somit nicht eine einzige Stelle gefunden, nach der Jesus Christus sich selbst Gott nannte oder gestattete, daß andere ihn als Gott bezeichneten. Trinitarier werden jedoch sagen, daß noch nicht alle fraglichen Texte in den Schriften des Johannes untersucht worden seien, Schrifttexte, die ganz bestimmt beweisen würden, daß Jesus sich tatsächlich als Gott bezeichnet habe und daß er sich als Gott habe anreden lassen. Diese würden beweisen, daß jene Bibelübersetzungen korrekt seien, die Johannes 1:1 wie folgt wiedergäben: „Und das Wort [oder der Logos] war Gott.“ So werden wir uns nun in den nächsten drei Teilen dieses Artikels über das Wort mit diesen Texten beschäftigen. Wir laden den Leser ein, sich uns in dieser Betrachtung anzuschließen.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen