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  • Veränderungen vornehmen — aber welche?
    Erwachet! 1977 | 22. März
    • Was sagt die Bibel?

      Veränderungen vornehmen — aber welche?

      VIELE Leute sind tief beunruhigt über Ungerechtigkeit, Betrug und Unterdrückung. Sie ersehnen eine Veränderung und glauben, daß es richtig ist, eine solche herbeizuführen, wenn nötig sogar mit Gewalt. Vielfach möchten sie aber, daß andere sie so nehmen, wie sie sind, ohne ihre Rechte zu beeinträchtigen. Stimmt ihre Denkweise mit der Bibel überein?

      Ein ergebener Diener Gottes heißt Unrecht nicht gut. Er hat ein Herz für Menschen, die ungerecht behandelt werden. In dieser Beziehung ahmt er Jesus Christus nach. In der Bibel heißt es über Jesus: „Als er die Volksmengen sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matth. 9:36). Er bewies sein Mitgefühl auch dadurch, daß er alles tat, was er konnte, um solchen Personen in geistiger Hinsicht zu helfen.

      Natürlich wünscht der Christ sehnlichst eine Veränderung des gegenwärtigen Systems herbei, damit das Leiden der Menschheit ein Ende findet. Es ist erschütternd, Zeuge des herzlosen Verbrechens, des Krieges, des Betrugs und der Unterdrückung zu sein. Über Lot lesen wir: „Jener Gerechte quälte durch das, was er sah und hörte, während er unter ihnen [der Bevölkerung Sodoms] wohnte, Tag für Tag seine gerechte Seele wegen ihrer gesetzlosen Taten“ (2. Petr. 2:8).

      Trotzdem ließ Lot nicht zu, daß ihre Schlechtigkeit ihn dazu bewog, mit gleicher Münze heimzuzahlen. Er beabsichtigte nicht, unter der Bevölkerung von Sodom und Gomorra durch Anwendung von Gewalt eine Veränderung zu bewirken. Sogar als Männer von Sodom die Engel vergewaltigen wollten, die bei Lot zu Besuch waren, richtete dieser gerechte Mann an sie die Bitte: „Bitte, meine Brüder, handelt nicht schlecht“ (1. Mose 19:7). Lot wartete geduldig, bis Jehova Gott gegen sie das Gericht vollstreckte.

      Heutzutage erkennen Diener Gottes gleichermaßen, daß sie nicht die Befugnis erhalten haben, in der Welt mit Gewalt soziale Veränderungen herbeizuführen. „Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Raum; denn es steht geschrieben: ,Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht Jehova‘“ (Röm. 12:19). Sie nehmen den Rat der Bibel ernst, sich nicht mit solchen einzulassen, die darauf aus sind, eine Veränderung zu erzwingen. Der Sprücheschreiber gibt den Rat: „Mit denen, die für eine Veränderung sind [„Aufrührer“, Bruns], laß dich nicht ein. Denn ihr Unheil wird sich so plötzlich erheben, daß — wer weiß vom Untergang derer, die für eine Veränderung sind?“ (Spr. 24:21, 22). Gewiß, das Leben hat bereits genügend Probleme, auch wenn man sie nicht vermehrt, indem man versucht, die Situation voreilig zu wandeln.

      Wodurch wird garantiert — falls durch Gewalt tatsächlich eine Änderung erreicht wird —, daß sie eine echte Verbesserung sein wird? In der Bibel wird in sehr realistischer Weise über die menschliche Herrschaft eine Bemerkung gemacht: „Der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht ...“ (Pred. 8:9). Die menschliche Herrschaft kann einfach nicht in jeder Hinsicht zufriedenstellend sein. Außerdem werden, da der Mensch sterblich ist, Verantwortliche in ihrer Amtsstellung durch andere ersetzt, vielleicht durch Leute, die sogar mit noch mehr Korruption und Unterdrückung arbeiten.

      Allerdings kann man vieles zum Besseren verändern, ohne zu Gewalt Zuflucht zu nehmen. Zum Beispiel bot sich im ersten Jahrhundert u. Z. vielen Sklaven, die Christen waren, die Gelegenheit, frei zu werden. Obwohl sie niemals gegen ihre Besitzer rebelliert hätten, konnten sie das Angebot, frei zu werden, rechtmäßigerweise annehmen. Der Apostel Paulus schrieb: „Wurdest du berufen, als du ein Sklave warst? Laß es dich nicht kümmern; doch wenn du auch frei werden kannst, so ergreife lieber die Gelegenheit“ (1. Kor. 7:21). Es kann also darauf ankommen, geduldig zu warten. Kommt dann die Zeit, die eine Veränderung begünstigt, kann man die Gelegenheit wahrnehmen, ohne sich einer vorschnellen Handlungsweise schuldig zu machen. Es spricht sicher nichts dagegen, im Rahmen des Gesetzes eine Veränderung zum Vorteil vorzunehmen.

      Ist es jedoch soweit, daß man eine Veränderung anstrebt, tut man gut daran, im Sinn zu behalten, daß es wegen der begrenzten Lebenserwartung des Menschen eine Reihe von Mängeln gibt, die wir nicht beheben können. Auch steht dem ein unvollkommenes weltliches System entgegen. König Salomo bemerkte: „Was krumm gemacht ist, kann nicht geradegemacht werden, und was fehlt, kann unmöglich gezählt werden“ (Pred. 1:15).

      Der Schöpfer, Jehova Gott, ist wirklich der einzige, der alles wieder ins Lot bringen kann. Er ist nicht wie die kurzlebigen Menschen an den Faktor Zeit gebunden. Daher kann er zu einer Zeit handeln, zu der am meisten Gutes bewirkt werden kann. Nicht einmal die Toten kommen zu kurz, denn es ist sein Vorsatz, sie aufzuerwecken (Apg. 24:15).

      Der Wechsel, den Gott herbeizuführen beabsichtigt, ist bei weitem großartiger als alles, was ein Mensch bewerkstelligen könnte. Man beachte die folgenden Worte der Bibel: „Er [Gott] wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offb. 21:4)!

      Heißt das, daß man einfach untätig warten sollte, bis Gott die Situation verändert? Nein, es ist jetzt für die Menschen an der Zeit, in ihrem eigenen Leben Veränderungen vorzunehmen. Gott „läßt ... jetzt den Menschen sagen, daß sie alle überall bereuen sollten“ (Apg. 17:30). Dazu ist es erforderlich, über den früheren Lebenswandel Bedauern zu empfinden und ihn so zu verändern, daß er mit Gottes Erfordernissen übereinstimmt.

      Echte Veränderungen der Persönlichkeit können sogar auf andere einen wohltuenden Einfluß haben. Wird zum Beispiel eine Person, die barsche Umgangsformen hat, freundlich behandelt, dann schämt sie sich möglicherweise ihrer Handlungsweise. Das Herz mag sie bewegen, die Freundlichkeit zu erwidern. Wir lesen in der Bibel: „Wenn dein Feind hungrig ist, speise ihn; wenn er durstig ist, gib ihm etwas zu trinken; denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt häufen“ (Röm. 12:20).

      Daher sollte es sich jeder, der sich als Diener Gottes bekennt, zum Ziel setzen, ein beispielhaftes Leben zu führen. Wenn er dann versucht, anderen zu helfen, im Einklang mit der Bibel zu leben, werden seine Worte Gewicht haben.

      In Anbetracht der geringen Lebenserwartung des Menschen können wir uns vorstellen, wie wichtig es ist, persönliche Veränderungen zum Guten vorzunehmen und zu vermeiden, in Bestrebungen verwickelt zu werden, die zur Enttäuschung, zu Rückschlägen und vielleicht sogar, zum Beispiel bei einem gewalttätigen Umsturz, zum vorzeitigen Tod führen können. Ja, wir tun gut, biblische Erkenntnis in uns aufzunehmen, sie anzuwenden und aktiv anderen behilflich zu sein, in ihrem Leben Veränderungen vorzunehmen. Das ist der einzige Weg, der bleibenden Nutzen bringt. Außerdem haben gewaltsam herbeigeführte Veränderungen oft Schäden zur Folge. Auch sind sie nur von vorübergehender Dauer. In 1. Johannes 2:17 kann man lesen: „Die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar.“

      Aus der Bibel geht also deutlich hervor, daß wir Menschen alle Veränderungen, die Gott von uns verlangt, auf jeden Fall vornehmen sollten. Dagegen sind alle Bemühungen, die darauf abzielen, diese unvollkommene Welt zu verändern, zum Scheitern verurteilt. Dem ist so, weil Gott vorgesehen hat, sie durch eine gerechte neue Ordnung zu ersetzen. Somit ist es gemäß der Bibel verkehrt, sich an Bestrebungen zu beteiligen, seien sie gewaltsamer oder anderer Art, durch die die weltlichen Einrichtungen verändert werden sollen. Wir sollten daher geduldig auf den Schöpfer warten, der die nötigen Veränderungen zu einer Zeit vornehmen wird, zu der für alle Betroffenen am meisten Gutes bewirkt werden wird.

  • Wir beobachten die Welt
    Erwachet! 1977 | 22. März
    • Wir beobachten die Welt

      Ältere Jahrgänge noch stark vertreten

      ◆ Nahezu jeder 25. Einwohner Hessens wurde noch im vorigen Jahrhundert geboren, berichtete die Neue Presse. Nach Auskunft der Staatskanzlei leben in Hessen 238 000 Menschen aus Geburtsjahrgängen vor 1900. Rund 9 500 sind 90 Jahre und älter. Wie dazu aus dem Statistischen Jahrbuch 1976 für die Bundesrepublik Deutschland entnommen werden kann, lebten im Jahre 1974 in der Bundesrepublik noch 2 937 400 Personen, die 75 Jahre oder älter waren. Die Zahl derer, die 90 Jahre und älter waren, wird mit 96 400 angegeben.

      Aus dem Jahrbuch geht auch hervor, daß heute wesentlich mehr Menschen ein hohes Alter erreichen als um die Jahrhundertwende. So erreichten von 100 000 Lebendgeborenen um die Jahrhundertwende 1 814 Personen das Alter von 90 Jahren, heute sind es 12 240.

      Können Atomversuche Erdbeben auslösen?

      ◆ Diese Möglichkeit wollen türkische Wissenschaftler nicht ausschließen. Wie die Zeitung Tercüman berichtete, haben Experten der „Nahöstlichen Technischen Universität“, des Erdbebenforschungsinstituts und mehrerer Universitätsfakultäten einen unterirdischen Atomversuch in der Sowjetunion am Vorabend des schweren Erdbebens in der Osttürkei, das Tausenden von Menschen den Tod brachte mit diesem Beben in Zusammenhang gebracht. Wie die Nürnberger Nachrichten dazu bemerken, hatte der Atomversuch Erschütterungen einer Stärke von 8,6 auf der Richter-Skala verursacht Er sei möglicherweise das auslösende Moment für das Erdbeben gewesen. Gemäß der sogenannten „Plattentheorie“ könnten solche Erschütterungen folgenschwere Verschiebungen in der Erdkruste auslösen, die sich dann in Erdbeben bemerkbar machen würden.

      Organentnahme auch gegen den Willen der Angehörigen

      ◆ Das französische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das vorsieht, daß einem Verstorbenen Organe zur Transplantation auch gegen den Willen seiner Familienangehörigen entnommen werden dürfen. Nur wenn bei Lebzeiten eine persönliche Willenserklärung dagegen erfolgt, muß davon Abstand genommen werden. Nach bisherigem Recht mußten die Familienangehörigen ihre Einwilligung zur Organentnahme zum Zwecke der Transplantation geben, aber die Praxis habe gezeigt, daß dadurch kostbare Zeit verlorengegangen sei.

      Die Verschuldung der Entwicklungsländer nimmt zu

      ◆ Nach einer Untersuchung der Weltbank stiegen die öffentlichen Schulden von 86 Entwicklungsländern von 50,6 Milliarden Dollar im Jahre 1967 auf 151,4 Milliarden Dollar im Jahre 1974. Davon entfielen 25,9 Milliarden Dollar auf ölexportierende Entwicklungsländer.

      Katholiken in der Mehrheit

      ◆ Im Jahre 1961 gehörten in der Bundesrepublik noch 50,5 Prozent der Bevölkerung zur Evangelischen Kirche in Deutschland, und 44,1 Prozent waren Katholiken. Dieses Verhältnis hat sich im Laufe der vergangenen Jahre stetig zugunsten der Katholiken verändert, und zur Jahresmitte 1976 übertraf die Zahl der Katholiken erstmals die der Protestanten. Dies geht aus einem Bericht hervor, der im Wiesbadener Kurier erschienen ist. Die Ursache für diese Veränderungen seien die unterschiedlich hohe Zahl der Kirchenaustritte sowie „Wanderungszugänge“.

      Ein Gemeindepfarrer für 2 300 Protestanten

      ◆ Unter dieser Überschrift veröffentlichte die Hannoversche Allgemeine Zeitung eine Statistik über die Evangelische Kirche in Deutschland, aus der zu entnehmen ist, daß es Ende 1975 rund 11 000 Kirchengemeinden, etwa 16 000 Pfarrstellen und mehr als 20 000 Geistliche gab. Dies bedeutet, daß ein Geistlicher durchschnittlich 2 300 Gemeindemitglieder zu betreuen hat. Nur 88,5 Prozent der Pfarrstellen waren besetzt, zu 80 Prozent mit theologisch ausgebildeten Geistlichen und zu 8,5 Prozent mit Pfarrverwaltern, Predigern und Pfarrdiakonen. Interessant ist auch die Feststellung, daß 1 771 Pfarrstellen

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