Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Warum wir kein Teil der Welt sein dürfen
    Der Wachtturm 1984 | 1. Oktober
    • Warum wir kein Teil der Welt sein dürfen

      „Sie sind kein Teil der Welt, so, wie ich kein Teil der Welt bin“ (JOHANNES 17:16).

      1. Was für eine Behandlung können Jesu Nachfolger gemäß seinen Worten erwarten?

      JESUS CHRISTUS wurde von der Welt abgelehnt, gehaßt und sogar verfolgt. Was können somit seine Nachfolger erwarten? Er sagte ihnen: „Wenn die Welt euch haßt, wißt ihr, daß sie mich gehaßt hat, bevor sie euch haßte. Wenn ihr ein Teil der Welt wäret, so wäre der Welt das Ihrige lieb. Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt. Behaltet das Wort im Sinn, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten“ (Johannes 15:18-20).

      2. (a) Was ist die „Welt“, von der sich Jesu Nachfolger sehr unterscheiden? (b) Was tut Jehova für Christi Jünger, statt sie aus der Welt wegzunehmen?

      2 Ja, Jesu wahre Nachfolger unterscheiden sich sehr von der Welt — der von Gott entfremdeten, sündigen menschlichen Gesellschaft. Dieser Unterschied ist sogar so groß, daß Christi Jünger von der Welt gehaßt und verfolgt werden. Da sie aber kein Teil der Welt sind und das überragende Beispiel Jesu nachahmen, wacht Jehova Gott über sie und erhört so das Gebet Christi: „Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt wegzunehmen, sondern um dessentwillen, der böse ist, über sie zu wachen. Sie sind kein Teil der Welt, so, wie ich kein Teil der Welt bin. Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit“ (Johannes 17:15-17).

      3. Welche Fragen bezüglich der Welt bedürfen einer Antwort?

      3 Was bedeutet es, „kein Teil der Welt“ zu sein? Ist damit gemeint, daß Jesu Nachfolger jeden Kontakt mit Nichtchristen vermeiden müssen?

      Christen können sich nicht isolieren

      4. Welches Werk übertrug Jesus seinen Nachfolgern, weshalb sie sich unmöglich isolieren können?

      4 Bestimmt erwartete Jesus von seinen Nachfolgern nicht, daß sie sich als religiöse Kommunen isolierten, sondern er übertrug ihnen ein weltumspannendes Werk, indem er sagte: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8). Auch gebot er ihnen: „Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe. Und siehe! ich bin bei euch alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“ (Matthäus 28:19, 20). Zwar würden auf diese Weise „Menschen aller Nationen“ Jünger werden, doch war natürlich nicht zu erwarten, daß ganze Nationen die Lehren Jesu Christi annehmen würden.

      5. Auf welche biblisch autorisierte Art und Weise werden Menschen zum Christentum bekehrt?

      5 Einige mögen indes dem entgegenhalten: „Sind denn nicht ganze Nationen zum Christentum bekehrt worden? Und bilden sie nicht die Christenheit?“ Nun, bestimmte Herrscher haben über die Religion ihrer Untertanen entschieden und nicht damit gezögert, ihre Entscheidung auf grausame und barbarische Weise durchzusetzen. Überdies spielte bei sogenannten Bekehrungen zum Namenchristentum die Furcht vor der Pein in einem mystischen Höllenfeuer eine maßgebende Rolle. (Vergleiche Prediger 9:5, 10.) Wie sehr unterscheidet sich doch jene Methode von der einzigen biblisch autorisierten Art und Weise, den wahren christlichen Glauben zu verbreiten! Dieses edle Werk wird dadurch verrichtet, daß man Zeugnis gibt, lehrt und Jünger macht. Eremiten oder zurückgezogen lebende Mönche und Nonnen könnten dieses Werk nicht durchführen, auch könnten sie nicht dem Gebot Christi nachkommen, ‘ihr Licht vor den Menschen leuchten zu lassen’ (Matthäus 5:14-16). Und erzwungene „Bekehrungen“ haben nichts mit dem Zeugnisgeben, Predigen und Lehren gemein, durch das ehrlichgesinnten Menschen aus allen Nationen geholfen wird, sich aufgrund vernünftiger Überlegungen im Herzen Jehova Gott hinzugeben.

      Warum „kein Teil der Welt“

      6. Wieso kann gesagt werden, daß Jehovas Zeugen dem entsprechen, was Jesus gemäß Johannes 13:35 über seine Nachfolger sagte?

      6 Die Bezeichnung „christlich“ hat sich oft als falsch erwiesen. Gehen nicht Übervorteilungen, Eroberungen, grausame Kriege und die Unterdrückung der Massen häufig zu Lasten sogenannter christlicher Völker und Nationen? Wahre Nachfolger Christi handeln ganz anders. Jesus sagte: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:35). Es gibt heute tatsächlich Menschen, die dieser Beschreibung entsprechen: Jehovas Zeugen. Liebe unter sich zu haben bedeutet, keinen unbarmherzigen Konkurrenzkampf untereinander zu führen, einander nicht herauszufordern und einander nicht zu übervorteilen. Vielmehr sollte man übereinstimmend reden, keine Spaltungen untereinander haben und ‘in demselben Sinn und Gedankengang vereint sein’ (1. Korinther 1:10; 13:4-8). Jehovas Zeugen haben die Denkweise Gottes und Christi kennengelernt und lassen sich davon leiten (Römer 12:1, 2; 1. Korinther 2:16). Eine sehr wichtige Rolle bei dieser Denkweise spielt der Grundsatz, daß Christen „kein Teil der Welt“ sein dürfen. (Vergleiche Jakobus 1:27.)

      7. Inwiefern lassen die Worte des Paulus aus Apostelgeschichte 17:30, 31 erkennen, daß Christen kein Teil der Welt sein dürfen?

      7 Es gibt für Jesu Nachfolger sehr gute Gründe, „kein Teil der Welt“ zu sein. Viertausend Jahre lang hatte der größte Teil der Menschheit ‘keine Hoffnung und war ohne Gott in der Welt’ (Epheser 2:12). Doch die lange Zeit der Entfremdung von Jehova aufgrund der menschlichen Sündhaftigkeit wird nicht ewig fortdauern. Vor 1 900 Jahren erklärte der Apostel Paulus, Gott lasse „den Menschen sagen, daß sie alle überall bereuen sollten“, denn er habe „einen Tag festgesetzt, an dem er die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten will durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat“, Jesus Christus. Paulus fügte hinzu, Gott habe „allen Menschen eine Gewähr dafür gegeben, indem er ihn [Jesus] von den Toten zur Auferstehung gebracht hat“ (Apostelgeschichte 17:30, 31). Das ist ein sicheres Anzeichen dafür, daß die ungerechte Welt — die abtrünnige Christenheit eingeschlossen — gerichtet, verurteilt und für immer aus dem Dasein ausgelöscht werden wird. Wie unpassend wäre es demnach für Christen, ein Teil der Welt zu sein!

      8. Welches Werk deutet darauf hin, daß „das Ende“ nahe ist, was für Jehovas Volk ein weiterer Grund dafür ist, „kein Teil der Welt“ zu sein?

      8 Seit Jesu Auferstehung sind über 1 900 Jahre vergangen, und die Vollstreckung des göttlichen Urteils an der abtrünnigen Christenheit und der übrigen Welt Satans steht mit Sicherheit bevor (2. Petrus 3:10; Johannes 5:19). Unterdessen verkündigen Jehovas Zeugen die Botschaft Gottes weltweit, und für reumütige, dankbare Menschen sind „Zeiten der Erquickung“ angebrochen (Apostelgeschichte 3:19-21). In Erfüllung der prophetischen Worte Jesu für unsere Zeit predigen heute mehr als 2 650 000 Zeugen Jehovas in 205 Ländern „diese gute Botschaft vom Königreich“. Sobald „allen Nationen zu einem Zeugnis“ gepredigt worden und dieses Werk in dem von Gott gewünschten Ausmaß durchgeführt worden ist, „wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14). Wenn somit das Ende des gegenwärtigen verderbten Systems nahe bevorsteht, hat Jehovas Volk bestimmt allen Grund, „kein Teil der Welt“ zu sein.

      9. (a) Wie sollten wir zu den Interessen des Königreiches und seinen Forderungen eingestellt sein, da Satans Welt ihrem Ende entgegengeht? (b) Mit welchen Fragen sollten wir uns jetzt beschäftigen?

      9 Da Satans Welt dem Ende entgegengeht, sollten wir unbedingt darauf achten, daß wir tatsächlich ‘zuerst Gottes Königreich suchen’ (Matthäus 6:33). Ungeachtet unseres Alters, unserer Bildung oder gesellschaftlichen Stellung „werden [wir] alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen“ (Römer 14:10). Kommen wir also den Forderungen des Königreiches nach? Oder bemühen wir uns in Wirklichkeit, mit der Welt, die wahre Christen haßt, im Einklang zu sein? Hegen wir weltliche Ambitionen und Hoffnungen? Haben wir die gleichen schriftwidrigen Marotten wie die Welt? Und bewundern wir ihre Idole? Vergessen wir nicht, daß „die Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist“ (Jakobus 4:4). Wie können wir der Verunreinigung durch die Welt entgehen, damit wir keine Feinde Gottes werden? Was müssen wir meiden?

      Liebe nicht die Welt

      10. Welche drei weltlichen „Dinge“, die Jehovas Volk nicht lieben darf, werden in 1. Johannes 2:15, 16 erwähnt?

      10 Der Apostel Johannes schrieb: „Liebt nicht die Welt noch die Dinge in der Welt. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles in der Welt — die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und die auffällige Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat — stammt nicht vom Vater, sondern stammt von der Welt“ (1. Johannes 2:15, 16). Johannes führte drei grundlegende weltliche „Dinge“ an, die Jehovas Volk nicht lieben darf.

      11. Warum dürfen Christen nicht der „Begierde des Fleisches“ nachgeben?

      11 „Die Begierde des Fleisches“ könnte uns zu vielen schädlichen und todbringenden Handlungen verleiten, die in der heutigen, von Satan beherrschten, verderbten Welt üblich sind. Zu diesen Handlungen gehören „Werke“ des sündigen Fleisches wie „Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel, Götzendienst, Ausübung von Spiritismus, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Wortzänkereien, Spaltungen, Sekten, Neidereien, Trinkgelage, Schwelgereien und dergleichen Dinge“. Wir können die Warnung des Apostels Paulus einfach nicht ungestraft außer acht lassen, nämlich „daß die, die solche Dinge treiben, Gottes Königreich nicht ererben werden“ (Galater 5:19-21). Alle, die fortgesetzt „die Werke des Fleisches“ verüben und nicht bereuen, sind ein Teil der Welt und werden keinen Anteil an dem verheißenen Königreich haben, durch das der Name Jehovas gerechtfertigt und die Erde in ein Paradies verwandelt wird (Lukas 23:43). Christen dürfen also der „Begierde des Fleisches“ nicht nachgeben.

      12. (a) Was ist „die Begierde der Augen“, und wie kann sie sich in geistiger Hinsicht auf jemandes Stellung auswirken? (b) Was sollten wir uns in bezug auf „die Begierde der Augen“ fragen?

      12 „Die Begierde der Augen“ ist ein weiteres Merkmal derer, die ein Teil der Welt sind. Sie häufen Reichtum und Besitztümer auf, sind aber offensichtlich nicht zufrieden. Selbst viele von denen, die der von Jehovas Zeugen verbreiteten biblischen Wahrheit eine gewisse Aufmerksamkeit geschenkt haben, geben schließlich der „Begierde der Augen“ nach und machen keine Fortschritte in geistiger Hinsicht. Ihr Verlangen nach neuer Kleidung, einem neuen Wagen, einem neuen Haus, irgendwelchen neuen Geräten und vielen anderen Dingen, die dem Auge gefallen, wird so stark, daß, wie Jesus sagte, ‘die trügerische Macht des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen eindringen und das Wort ersticken und es unfruchtbar wird’ (Markus 4:18, 19). Interessanterweise versuchte Satan Eva, indem er sie dazu anregte, etwas Verbotenes zu begehren, was sie mit den Augen sehen konnte. Bei Jesus jedoch hatten seine Anstrengungen, ihn zu veranlassen, durch ein Streben nach sichtbaren Dingen zu sündigen, überhaupt keinen Erfolg (1. Mose 3:1-6; Lukas 4:5-8). Wie steht es aber mit dir? Ahmst du Jesu beispielhaftes Verhalten nach? Oder beansprucht die Befriedigung der „Begierde der Augen“ so viel von deiner Zeit, deiner Aufmerksamkeit und deiner Kraft, daß du die Königreichsinteressen vernachlässigst? Wenn geistige Interessen in den Hintergrund getreten sind, dann handle unverzüglich, um daran etwas zu ändern.

      13. Wozu kann „die Begierde der Augen“ führen, wie dies in einem Brief des Paulus und in bestimmten Sprüchen gezeigt wird?

      13 „Die Begierde der Augen“ kann zu Unehrlichkeit, Neid, Habsucht und anderen Sünden führen, durch die man sich Gottes Mißfallen zuzieht. Wie Paulus sagte, sind „Habgierige“ zu denjenigen zu zählen, die „das Königreich Gottes nicht ererben“ (1. Korinther 6:9, 10). In den weisen Sprüchen wird passenderweise auch warnend gesagt: „Ein Mann von treuen Taten wird viele Segnungen bekommen, aber wer hastig ist, Reichtum zu gewinnen, wird nicht unschuldig bleiben. Ein Mann neidischen Auges hastet nach wertvollen Dingen, aber er weiß nicht, daß Mangel selbst über ihn kommen wird“ (Sprüche 28:20, 22). Selbst wenn über gewisse habgierige, neidische Menschen nicht sofort Armut kommt, werden sie entweder außerhalb der Gunst Gottes sterben oder mit dem gegenwärtigen System der Dinge ein trauriges Ende nehmen (Matthäus 24:3; Lukas 12:13-21).

      14. (a) Wie kann sich „die auffällige Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat“, bemerkbar machen? (b) Worauf beruht diese „auffällige Zurschaustellung“, das Rühmen und das Streben nach Ansehen? (c) Warum sollten wir der Versuchung widerstehen, mit unseren Anschaffungen und vermeintlichen Leistungen zu prunken?

      14 Jehovas Diener dürfen sich auch nicht zu einer „auffälligen Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat“, hinreißen lassen. Man kann wirklich versucht sein, kostspielige Anschaffungen zur Schau zu stellen. Diese verkehrte Begierde verleitet viele nicht nur zu dem Versuch, in materieller Hinsicht mit anderen Schritt zu halten, sondern auch zu dem Bestreben, sie zu übertreffen. Dem gleichzusetzen ist das Rühmen über das, was man erreicht zu haben meint. Jemand, der hofft, eine bestimmte Stellung zu erlangen, pflegt vielleicht Freundschaft mit angesehenen Personen und unterstützt sie. Aber diejenigen, die das mit sich machen lassen, sind töricht. Und der übertrieben Ehrgeizige kann schließlich wie die „gottlosen Menschen“ der Tage des Judas werden, deren ‘Mund geschwollene Reden führte, während sie um ihres eigenen Nutzens willen Persönlichkeiten bewunderten’ (Judas 4, 16). All das Streben nach Ansehen und die Zurschaustellung gewisser Dinge sind Sünde und beruhen auf Stolz (Sprüche 8:13; 16:18; 21:4). Wir sollten somit der Versuchung widerstehen, mit unseren Anschaffungen und vermeintlichen Leistungen zu prunken. Hier gilt der Spruch: „Zuviel Honig essen ist nicht gut; und wenn Menschen ihre eigene Ehre erforschen, ist das Ehre?“ (Sprüche 25:27). Und da die meisten Menschen auf dem breiten Weg gehen, der in die Vernichtung führt, sind die Worte Jesu zeitgemäß: „Wehe, wenn alle Menschen wohl von euch reden“ (Lukas 6:26).

      „Die Welt vergeht“

      15. (a) Welchen fundamentalen Grund nennt der Apostel Johannes dafür, „kein Teil der Welt“ zu sein? (b) Wozu sollten loyale Christen ihre Kraft verwenden?

      15 Johannes nennt uns einen fundamentalen Grund, weshalb wir „kein Teil der Welt“ sein sollten, wenn er weiter sagt: „Überdies, die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Johannes 2:17). „Die Welt“, die ungerechte menschliche Gesellschaft, geht ihrem Ende in der mit Riesenschritten herannahenden „großen Drangsal“ entgegen (Matthäus 24:21). Zu dieser Zeit wird alles, was zu den politischen und kommerziellen Systemen der Welt sowie zu ihrer falschen Religion gehört, vernichtet werden. Wie könnten also wahre Zeugen Jehovas ihre ganze Zeit und Kraft sowie all ihre Mittel für etwas einsetzen, was in Kürze beseitigt wird? Loyale Christen werden statt dessen ihre Kraft dazu verwenden, die Königreichsinteressen zu fördern sowie die Dinge, die beständig sind, ewig. Darüber hinaus werden Jehovas Diener durch eine solche Loyalität und einen solchen Glauben „die Welt“, die ungerechte menschliche Gesellschaft, „besiegen“, so wie Jesus Christus (Johannes 16:33). Ja, sie werden überleben, wenn diese Welt von Gott vernichtet wird, ebenso wie Noah und seine Angehörigen die Flut überlebten (2. Petrus 2:5).

      16. Welche Fragen sollten wir noch betrachten?

      16 Wie sollten Christen zu den sozialen Angelegenheiten der Welt eingestellt sein, wenn doch die Welt vergeht? Welche Haltung sollten sie zu Bildungsangeboten, zu Geschäftspraktiken und zur Entspannung einnehmen? Fragen wie diese bedürfen noch einer sorgfältigen Betrachtung.

      Was würdest du sagen?

      ◻ Was ist die Welt, von der Jesu wahre Nachfolger kein Teil sind?

      ◻ Christi Jünger können sich nicht absondern, weil ihnen welches Werk übertragen worden ist?

      ◻ Aus welchen Gründen sind Jehovas Zeugen „kein Teil der Welt“?

      ◻ Welche drei grundlegenden weltlichen „Dinge“ dürfen Jehovas Diener nicht lieben, wenn sie den Rat aus 1. Johannes 2:15-17 beachten wollen?

  • Sich „von der Welt ohne Flecken“ bewahren
    Der Wachtturm 1984 | 1. Oktober
    • Sich „von der Welt ohne Flecken“ bewahren

      „Die Form der Anbetung, die vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus rein und unbefleckt ist, ist diese: nach Waisen und Witwen in ihrer Drangsal zu sehen und sich selbst von der Welt ohne Flecken zu bewahren“ (JAKOBUS 1:27).

      1, 2. Was sind einige Forderungen der reinen Anbetung?

      JEHOVA fordert reine Anbetung (Johannes 4:23, 24). Die unbefleckte Religion weckt unter anderem aktives, liebevolles Interesse an Bedürftigen (Galater 2:10). Sie fordert von uns aber auch, daß wir uns unbefleckt von der Welt erhalten, das heißt von der von Gott entfremdeten, ungerechten menschlichen Gesellschaft, die ‘in der Macht dessen liegt, der böse ist’, in der Macht Satans, des Teufels (1. Johannes 5:19).

      2 Der Jünger Jakobus schrieb: „Die Form der Anbetung, die vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus rein und unbefleckt ist, ist diese: nach Waisen und Witwen in ihrer Drangsal zu sehen und sich selbst von der Welt ohne Flecken zu bewahren.“ Eine andere Wiedergabe lautet: „Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht darin: für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind, und sich vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren“ (Jakobus 1:27, Einheitsübersetzung).

      3. Welche Fragen werden wir nun betrachten?

      3 Wie können wir uns als Diener Jehovas „vor jeder Befleckung durch die Welt“ bewahren? Wie sollte man gemäß der Bibel zu den sozialen Angelegenheiten der Welt, ihren Bildungsangeboten, Geschäftspraktiken und zur Entspannung eingestellt sein?

      ‘Sich vor jeder Befleckung durch die Welt bewahren’

      4. Was geht in bezug auf unser Verhältnis zur Welt aus Johannes 17:14 und Jesaja 2:2-4 hervor?

      4 Da Zeugen Jehovas „kein Teil der Welt“ sind, müssen wir uns von der ungerechten menschlichen Gesellschaft unterscheiden (Johannes 17:14). Das erfordert zum einen, daß wir hinsichtlich der politischen Angelegenheiten der Welt neutral bleiben. Zum anderen dürfen wir auch nichts mit ihrer Gewalttätigkeit zu tun haben, sondern müssen als Menschen, die ‘ihre Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet haben’, den Frieden suchen (Jesaja 2:2-4).

      5. Wie müssen wir handeln, um uns vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren, wie dies (a) in 1. Korinther 6:9-11, (b) in Epheser 5:3-5 gezeigt wird?

      5 Als Christen, die sich vor jeder Befleckung durch die Welt bewahren möchten, sollten wir in bezug auf die Sprache, das Benehmen und die Einstellung alles vermeiden, was unter Weltmenschen zwar üblich, mit Gottes Wort aber nicht im Einklang ist. Zum Beispiel haben Haß, Habgier, ein schändliches Benehmen und unzüchtige Späße keinen Platz in unserem Leben (1. Korinther 6:9-11; Epheser 5:3-5). Es überrascht nicht, daß wir anders handeln und anders eingestellt sind als Weltmenschen, denn sie haben nicht an unserer christlichen Hoffnung teil.

      Die Zeit für diese Weltordnung ist kurz

      6. Wie sollten Jehovas Zeugen gemäß 1. Korinther 7:29-31 zur Ehe, zu Besitztum oder anderen irdischen Dingen eingestellt sein?

      6 Der Apostel Paulus schrieb: „Die Zeit ... ist nur noch kurz. Deshalb gelte hinfort die Regel: Auch jene, die Frauen haben, sollen sich so verhalten, als hätten sie keine. Die Weinenden sollen sein, als weinten sie nicht, die Fröhlichen, als wären sie nicht fröhlich, die Käufer, als behielten sie das Gekaufte nicht; kurz, die in der Welt leben, sollen sich so verhalten, als lebten sie nicht darin. Denn die Welt in ihrer jetzigen Gestalt ist im Vergehn begriffen [„die gegenwärtige Weltordnung vergeht“, Modern Language Bible]“ (1. Korinther 7:29-31, Albrecht). Daraus geht hervor, daß christliche Ehemänner, obwohl sie ihren ehelichen Pflichten nachkommen müssen, die Ehe nicht als das Wichtigste im Leben betrachten sollten. Beim Tod werden geistgezeugte Christen alle irdischen Bindungen, Freuden, Sorgen und Güter für immer aufgeben. Ja heute schon können Christen — ob sie die himmlische oder die irdische Hoffnung haben — ihre Frau oder materielle Besitztümer verlieren. Überdies wird in der „großen Drangsal“ nicht materieller Besitz gerettet werden, sondern Leben (Matthäus 24:21; Prediger 9:11). Kein Zeuge Jehovas sollte somit heute die Ehe oder Hab und Gut oder andere irdische Dinge in seinem Leben an die erste Stelle setzen. Für alle Christen sollte ein gutes Verhältnis zu Jehova Gott das Allerwichtigste sein, und zwar besonders deswegen, weil wir in den „letzten Tagen“ leben und „die gegenwärtige Weltordnung vergeht“ (2. Timotheus 3:1).

      7. Auf welchen Gebieten ist parallel zu den Fortschritten in bezug auf Bildung und Einkommen gemäß einem Wirtschaftswissenschaftler eine steigende Tendenz zu beobachten?

      7 Viele Menschen sind wegen der Zukunft der „gegenwärtigen Weltordnung“ besorgt. Wie zum Beispiel die Journalistin Nancy Brown in einem Zeitungsartikel schreibt, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Ezra Mishan über die besseren Bildungsmöglichkeiten und die höheren Einkünfte in der heutigen Zeit: „[Dadurch hat sich] auf sozialem Gebiet nichts gebessert. Parallel zu den Fortschritten in der Wissenschaft, der Bildung und in bezug auf den Lebensstandard erlebt die Gesellschaft eine Zunahme an Gewalttaten, Fehlverhalten, Vergehen, Vandalismus, Tötungen und Selbstmorden sowie ein immer unanständigeres und obszöneres Verhalten der Menschen.“ Bezeichnend ist der einleitende Satz des Artikels: „Nur ein göttlicher Eingriff kann die Welt vor der Selbstvernichtung bewahren“ (Times-Colonist, Victoria [Britisch-Kolumbien, Kanada], 25. März 1982).

      8. Warum sollten wir nicht alles aus dieser Welt herausholen, was wir können?

      8 Jehova erschuf natürlich die Erde, damit sie bewohnt werde, nicht von einer ungerechten menschlichen Gesellschaft, sondern von gerechten, vollkommenen Menschen (Jesaja 45:18; Psalm 37:29, 38). Er wird deshalb nicht zulassen, daß sich die Menschheit selbst vernichtet. Dennoch besteht kein Zweifel darüber, daß die alte Weltordnung bald vollständig vergehen wird. Daher sollten alle, die sich Jehova hingegeben haben und ihm dienen, nicht „vollen“ Gebrauch von der Welt machen. Eine andere Übersetzung drückt das so aus: „Während ihr von der Welt Gebrauch macht, versucht nicht, alles aus ihr herauszuholen, was ihr könnt, da diese Welt in ihrer gegenwärtigen Form im Vergehen begriffen ist“ (1. Korinther 7:31, The New Testament in the Language of Today von William F. Beck).

      Von der Welt überhaupt Gebrauch machen?

      9. (a) Inwieweit können Diener Jehovas in rechtmäßiger Weise von der Welt Gebrauch machen? (b) Wie sollten wir in Anbetracht der Worte aus Matthäus 6:31-33 und 1. Timotheus 6:7, 8 zu materiellen Dingen eingestellt sein?

      9 Ist es für uns als Jehova hingegebene Zeugen somit recht, irgend etwas aus der Welt „herauszuholen“? Ja, Paulus deutete an, daß wir von der Welt Gebrauch machen können, aber nicht in „vollem“ Maße. Wir können uns also die uns gesetzlich zustehenden Vorkehrungen der Welt zunutze machen, um unseren biblischen Verpflichtungen nachzukommen und die Königreichsbotschaft zu predigen (1. Timotheus 5:8; 6:17-19). Da wir uns jedoch „von der Welt ohne Flecken ... bewahren“ möchten, dürfen wir nichts mit ihren Kontroversen, Protestmärschen, kalten und heißen Kriegen oder ähnlichen Angelegenheiten zu tun haben. Nicht einmal in Gedanken sollten wir die eine Seite gegenüber der anderen bevorzugen. Auch sollten wir um unseren Lebensunterhalt und unsere materielle Wohlfahrt nicht ungebührlich besorgt sein, denn Jesus sagte: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: ‚Was sollen wir essen?‘ oder: ‚Was sollen wir trinken?‘ oder: ‚Was sollen wir anziehen?‘, denn all diesen Dingen streben die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all diese Dinge benötigt. So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und Seine Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ Und Jesus handelte gemäß dem, was er predigte, denn Füchse haben Höhlen und Vögel Schlafsitze, doch er hatte keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen konnte. Wollen wir daher mit Lebensunterhalt und Bedeckung zufrieden sein, während wir ‘zuerst das Königreich suchen’ (Matthäus 6:31-33; Lukas 9:58; 1. Timotheus 6:7, 8).

      10. Welche Fragen in bezug auf Bildung sollte man unter Gebet erwägen, und wie würdest du sie beantworten?

      10 Was ist über eine weltliche Karriere zu sagen? Nun, wäre es vernünftig, für ein Leben zu planen, das einer weltlichen Karriere gewidmet ist, wenn die Welt noch in unserer Zeit vergehen wird? (Matthäus 24:34). Wohl kaum. Und gewiß sollte diese Erwartung unsere Einstellung zur weltlichen Bildung beeinflussen, nicht wahr? Eine grundlegende Bildung ist zwar erforderlich, doch an höheren Schulen ist es nahezu unmöglich, von der Flutwelle weltlichen Denkens nicht mit fortgerissen zu werden. Natürlich muß man, was die Bildung betrifft, selbst eine Entscheidung treffen (Galater 6:5). Doch Fragen wie die folgenden sollte man unter Gebet erwägen: Ist es Studenten in den Jahren, wo sie die Universität besucht haben, möglich gewesen, fortgesetzt ‘zuerst das Königreich und Jehovas Gerechtigkeit zu suchen’? Sind sie von den Theorien und Philosophien, die den wahren Glauben untergraben, völlig unbeeinflußt geblieben? (Kolosser 2:8). Haben weltliche Gefährten einen guten Einfluß auf sie ausgeübt, oder hat sich dieser Einfluß für ihren Glauben als nachteilig erwiesen? (1. Korinther 15:33). Und sind von denen, die sich eine höhere Bildung erworben haben, viele wirklich demütig geblieben? (Philipper 2:2, 3).

      11. Welche Hilfe zur Überprüfung der Beweggründe wird hier geboten, ganz gleich, um welche Ausbildung es sich handeln mag?

      11 Auch Jugendliche, die Fachschulen besuchen, können so sehr in ihrer Berufsausbildung aufgehen, daß sie nicht mehr viel Zeit für den Dienst Jehovas haben. Viel hängt also von den Beweggründen des Betreffenden ab, ganz gleich, um welche Art Ausbildung es sich handelt. Strebt er in erster Linie nach Unabhängigkeit und Wohlstand? Wird die Ausbildung eine drastische Einschränkung seines Dienstes für Jehova mit sich bringen, oder wird sie ihm helfen, den heiligen Dienst fortzusetzen? Strebst du, obwohl sich ein Christ von der Welt unbefleckt bewahren sollte, dennoch eine Stellung im gegenwärtigen System der Dinge an, oder stellst du tatsächlich die Königreichsinteressen ständig an die erste Stelle im Leben?

      12. Was hat einige Personen mit höherer Bildung veranlaßt, die Königreichswahrheit anzunehmen?

      12 Wir freuen uns, daß auch einige Akademiker die Königreichswahrheit angenommen haben. Das taten sie aber nicht aufgrund ihrer Bildung, sondern weil ihnen bewußt wurde, daß ihr Leben trotz ihrer höheren Bildung keinen Sinn hatte, denn sie waren ohne Gott und hatten keine sichere Hoffnung. Heute wissen sie, daß ‘nicht viele Weise, Mächtige und Edle’ Gottes Anerkennung haben (1. Korinther 1:26-31). Doch sie freuen sich, als Zeugen Jehovas schließlich einen wirklichen Sinn im Leben gefunden zu haben.

      „Die Geschäfte des Lebens“

      13. Was wird in 2. Timotheus 2:3, 4 über den Gott hingegebenen Christen und über geschäftliche Bestrebungen gesagt?

      13 Welche Einstellung sollten wir zu geschäftlichen Bestrebungen haben, da wir uns vor jeder Befleckung durch die Welt bewahren möchten? Der Apostel Paulus schrieb an Timotheus: „Nimm als ein vortrefflicher Soldat Christi Jesu teil am Erleiden von Ungemach. Kein Mensch, der als Soldat dient, verwickelt sich in die Geschäfte des Lebens, damit er das Wohlgefallen dessen erlange, der ihn als Soldat angeworben hat“ (2. Timotheus 2:3, 4). Christen sollten arbeiten und auf ehrliche Weise für sich und ihre Angehörigen sorgen. Wäre es aber nicht seltsam, wenn von einem Gott hingegebenen Christen hauptsächlich als von einem Geschäftsmann die Rede wäre und nicht als von einem Diener Gottes? Sollte er nicht vor allem als ein Königreichsverkündiger und „ein vortrefflicher Soldat Christi Jesu“ bekannt sein?

      14. Inwiefern könnte man Hebräer 13:18 auf unser Geschäftsgebaren anwenden?

      14 Jemand, der im Geschäftsleben steht, muß sich somit in verschiedener Hinsicht selbst überprüfen. Wenn wir die unehrlichen Praktiken, die Gaunereien und die schlechte Sprache selbstsüchtiger weltlicher Personen übernehmen, können wir uns nicht damit entschuldigen, daß wir ja mit solchen Menschen zu tun haben. Wir sollten „uns in allen Dingen ehrlich ... benehmen“ (Hebräer 13:18). Zugegeben, von hartgesottenen Geschäftsleuten der Welt werden wir vielleicht nicht entsprechend behandelt. Doch dürfen wir davon überzeugt sein, daß Jehova unsere ehrliche Handlungsweise segnen wird, durch die wir überdies „die Lehre unseres Retters, Gottes, ... schmücken“ können (Titus 2:9, 10).

      15. Welcher schriftgemäße Rat wird in bezug auf geschäftliche Unternehmungen gegeben?

      15 Als Menschen, die sich vor jeder Befleckung durch diese Welt bewahren möchten, sollten wir „gegenüber allen das Gute wirken, besonders aber gegenüber denen, die uns im Glauben verwandt sind“ (Galater 6:10). Das wäre jedoch nicht der Fall, wenn wir in selbstsüchtiger Weise eigene geschäftliche Unternehmungen dadurch fördern wollten, daß wir aus unserer Bekanntschaft mit Gliedern des Volkes Gottes Gewinn zu schlagen suchten. Christen sollten ‘als Weise wandeln’ (Epheser 5:15). Selbst wenn derjenige, der mit einem Plan an uns herantritt, wie man schnell reich werden kann, Bruder genannt wird, sollte das für uns noch kein Grund sein, uns ohne weiteres zu einer finanziellen Beteiligung überreden zu lassen. Aus gutem Grund hat Gottes Organisation immer wieder vor Personen gewarnt, die zwar vorgeben, unsere geistigen Brüder zu sein, aber Jehovas „Schafe“ nur auszunutzen suchen.

      In jeder Hinsicht nicht wie die Welt

      16. Wie können wir u. a. beweisen, daß wir uns „von der Welt ohne Flecken“ bewahren?

      16 Es versteht sich von selbst, daß wir nicht alle Bereiche aufführen können, in denen Jehovas Zeugen beweisen, daß sie sich „von der Welt ohne Flecken“ bewahren. Gewiß bewahrt man sich jedoch weder durch den übermäßigen Genuß alkoholischer Getränke von der Welt unbefleckt noch dadurch, daß man dem Hochleistungssport oder irgendwelchen Kampfsportarten frönt oder sich stundenlang Filme oder Fernsehsendungen ansieht, in denen Gangster, Mörder und andere unmoralische Personen herausgestellt werden, noch dadurch, daß man pornographische Bücher liest oder sich mit gewaltorientierten Telespielen beschäftigt (1. Korinther 6:9, 10; 15:33; Galater 5:19-26; 1. Petrus 4:3). Jehova erwartet von seinen Zeugen, daß sie sich von den Ausschweifungen, der Unmoral und der Gewalttätigkeit der Welt fernhalten. Wir sollten also nicht darauf aussein, die Schlechtigkeit der Welt kennenzulernen oder sie persönlich zu erleben, sondern sollten unschuldige „Unmündige in bezug auf Schlechtigkeit“ sein (1. Korinther 14:20; vergleiche 1. Johannes 3:2, 3).

      17. Wie sollte sich der Umstand, daß wir von der Welt unbefleckt sind, auf unser Verhältnis zu anderen auswirken?

      17 Die Notwendigkeit, von der Welt unbefleckt zu sein, erstreckt sich auf jeden Bereich unseres Lebens und gewiß auch auf unser Verhältnis zu anderen. Wesenszüge wie bittere Eifersucht, Streitsucht, Prahlen und Lügen sind zwar in der Welt an der Tagesordnung, doch sie haben keinen Platz unter uns, denn Jakobus schrieb: „Wer ist weise und verständig unter euch? Er zeige aus seinem vortrefflichen Wandel seine Werke mit einer Sanftmut, die zur Weisheit gehört. Wenn ihr aber bittere Eifersucht und Streitsucht in eurem Herzen habt, so prahlt nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern ist die irdische, animalische, dämonische. Denn wo es Eifersucht und Streitsucht gibt, da gibt es Unordnung und alles Schlechte“ (Jakobus 3:13-16). Wie wichtig ist es doch, „Sanftmut, die zur Weisheit gehört“, zu bekunden und ‘dem Frieden mit allen nachzujagen’! (Hebräer 12:14). Gewiß dürfen wir als loyale Zeugen Jehovas nicht zulassen, daß unser Verhältnis zu unseren Glaubensbrüdern und -schwestern durch rein persönliche Differenzen zerstört wird. Statt dessen sollten wir ‘einander ertragen und einander bereitwillig vergeben, wie Jehova uns bereitwillig vergeben hat’ (Kolosser 3:13). Das ist nicht die in der Welt übliche Art und Weise des Umgangs mit anderen, aber es ist die gottgemäße Handlungsweise.

      18. Wann besonders fällt es auf, daß wir von der Welt getrennt sind?

      18 Eine bemerkenswerte Möglichkeit, zu zeigen, daß wir uns von der Welt ohne Flecken bewahren, besteht darin, daß wir bestrebt sind, mit Menschen innerhalb und außerhalb der Christenversammlung Frieden zu haben. Aber daß wir von der Welt getrennt sind, fällt besonders dann auf, wenn wir unsere Stellung als mutige Soldaten Jesu Christi bewahren und völlig mit der geistigen Waffenrüstung Gottes bekleidet sind, unsere „Füße beschuht mit der Ausrüstung der guten Botschaft des Friedens“ (Epheser 6:11-18). Unzählige Menschen hungern und dürsten immer noch nach der lebengebenden Königreichsbotschaft. Setzen wir daher in selbstloser Weise unseren Besitz, unsere Fähigkeiten und unsere Kraft in der bis zum Ende dieses Systems noch verbleibenden kurzen Zeit in dem wunderbaren Werk der Verkündigung der „guten Botschaft“ ein (Matthäus 24:14).

      19. Was können wir von Satan in den heutigen schnell vergehenden letzten Tagen erwarten, aber was wird uns mit göttlicher Hilfe gelingen?

      19 In den heutigen schnell vergehenden letzten Tagen wird Satan, der Gott dieser Welt, weitere Angriffe auf Jehovas loyale Zeugen unternehmen. Der Teufel wird die materiellen Reichtümer der Welt, ihre schillernden Attraktionen, ihr Bildungswesen und noch vieles mehr als Lockmittel in dem verzweifelten Bemühen gebrauchen, uns von dem heiligen Dienst für unseren Gott abzuziehen. Aber mit der unversiegbaren göttlichen Hilfe wird es uns zum Lobpreis Jehovas, unseres heiligen Gottes, gelingen, uns „von der Welt ohne Flecken“ zu bewahren.

      „Damit sich vor Gott kein Fleisch rühme“

      „Ihr seht eure Berufung, Brüder, daß nicht viele, die dem Fleische nach Weise sind, berufen wurden, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Geburt; sondern Gott hat das Törichte der Welt auserwählt, damit er die Weisen beschäme; und Gott hat das Schwache der Welt auserwählt, damit er das Starke beschäme; und Gott hat das Unedle der Welt auserwählt und das, worauf man herabblickt, die Dinge, die nicht sind, um die Dinge, die sind, zunichte zu machen“ (1. Korinther 1:26-29).

      Wie würdest du antworten?

      ◻ Was fordert die wahre Anbetung gemäß den Worten aus Jakobus 1:27?

      ◻ Wie kann man sich vor jeder Befleckung durch die Welt bewahren?

      ◻ Wie sollte sich die Tatsache, daß die Welt im Vergehen begriffen ist, auf unsere Einstellung zu höherer Bildung auswirken?

      ◻ In welcher Hinsicht sollten wir uns in bezug auf unser Geschäftsgebaren selbst überprüfen?

      ◻ Wie können Jehovas Zeugen beweisen, daß sie sich in bezug auf ihren Lebenswandel und ihr Verhältnis zu anderen „von der Welt ohne Flecken“ bewahren?

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen