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  • Glücklich jene, die sich nicht auf Kompromisse einlassen
    Der Wachtturm 1957 | 1. November
    • daß „Pfarrer die Pflicht haben, Streitfragen zu durchdenken und in der Politik Partei zu ergreifen“. Christus Jesus und die Apostel hätten das nie getan. Geistliche haben blutige Kriege gesegnet und daran teilgenommen. Doch trotz der Zugeständnisse, die sie machten, und obwohl sie Stellung für politische Führer bezogen, bewahrten sie die Christenheit nicht vor dem geistlichen Bankrott, noch können sie die Macht über das Volk weiterhin behaupten. Sie sind entzweit, uneins und geistlich schwach.

      12. (a) In welche Richtung haben Kompromisse die Christenheit geführt? (b) Welche Stellung nehmen im Gegensatz dazu Jehovas Zeugen ein?

      12 Jehovas Zeugen haben diesen Zustand in der Christenheit, die sich auf Kompromisse einläßt, erwartet; und Gottes Wort zeigt, daß die Zustände noch schlimmer werden, bis schließlich die grundsatzlose Christenheit einen schwereren Sturz erleben wird wie das untreue Jerusalem im Jahre 607 v. Chr., dessen Sturz das kommende Ereignis prophetisch anzeigte. Jehovas Zeugen wollen nicht mit der untreuen Geistlichkeit, die Kompromisse schließt, zusammengehen, noch wollen sie deren Methoden anwenden. Die Christenheit ist durch Gottes Richterspruch zum Untergang verurteilt. Eine große Kluft hat sich zwischen den grundsatztreuen Dienern Jehovas und den grundsatzlosen falschen Anbetern aufgetan. Während der Höhepunkt herannaht, bewahrt sich Jehovas Organisation rein. Gottes wahre Zeugen halten an den göttlichen Grundsätzen fest und bleiben rein. Wir befinden uns nicht hier auf Erden, um bei der alten Welt populär zu werden; wir befinden uns hier, um die reine Anbetung hochzuhalten.

      VON DIESER WELT GETRENNT BLEIBEN

      13. Wie haben Jehovas Diener in Verbindung mit dem Werk in Italien eine geduldige, kompromißlose Haltung an den Tag gelegt, und welche Ergebnisse sind die Folge gewesen?

      13 Wer die reine Anbetung hochhalten will, muß Geduld und Ausharren üben und sich dabei an christliche Grundsätze halten. In vielen Teilen der Welt mußten sich unsere Brüder in ihren großen Prüfungen fest an Jehovas Grundsätze klammern. Jehova hat sie gestärkt. Betrachtet unsere Brüder in totalitären Ländern. Haben sie Grundsätze um gefühlsbedingter Zweckdienlichkeit willen aufgegeben? Man blicke auf das Beispiel Italiens zurück. Jahrelang standen Mussolinis Schwarzhemden dem Werk, durch das die gute Botschaft von Jehovas Zeugen gepredigt wurde, im Wege. Der Vatikan erfreute sich vertraglicher Beziehungen und der Freundschaft mit der Welt, aber Jehovas Diener in Italien, die an Zahl gering waren, wurden schwer verfolgt. Innerhalb und außerhalb Italiens fragten sich Jehovas Zeugen, wie wohl den Millionen Einwohnern Italiens gepredigt werden könnte. Die Jahre schienen damals lang zu sein, aber Jehovas Zeugen übten Geduld. Sie verloren den Glauben nicht. Sie predigten, wo sie nur konnten. Die Zeit kam denn auch herbei, in der Jehovas Grundsätze in Italien bekanntgemacht werden sollten, und das ‚Schwert der römisch-katholischen Kirche‘ wurde hinweggetan. Als sich das Land dem Predigtwerke erschloß, wurde dieses im ganzen Lande eilends vorangetrieben, und nun blüht und gedeiht ein sich rasch ausdehnender Teil der Neuen-Welt-Gesellschaft im sonnigen Italien.

      14. Auf welche Weise sind Jehovas Zeugen in anderen totalitären Ländern von der Welt getrennt geblieben und haben Jehovas Segen erlangt?

      14 Auch unsere Brüder im Nazi-Deutschland hielten durch, einige sogar bis in den Tod. Unsere Brüder in der Dominikanischen Republik und in Argentinien hielten durch. Christen erwarten, daß sie vieles zu ertragen haben, während sie von dieser Welt getrennt bleiben, doch während sie auf die von Jehova bewirkte Befreiung warten, predigen sie die gute Botschaft weiter. Jehova hat sie in ihrem Glauben reich gesegnet, so zum Beispiel in Quebeck, wo unsere Brüder einen harten Kampf führten und keine Kompromisse in bezug auf das, was recht ist, eingingen. Jehova hat ihnen den Sieg verliehen, und heute wird die gute Botschaft in diesen Ländern zu Jehovas Ruhm offen gepredigt. Jehovas Diener haben auf Grund der soliden Grundsätze Jehovas standgehalten, auch wenn die Sachlage sehr dunkel zu sein schien. Da sie von der Richtigkeit ihrer Stellungnahme völlig überzeugt sind, haben sie tapfer gekämpft, und es ist ihnen schließlich gelungen, mit Jehovas Hilfe viele Herrscher und Richter von den gesetzmäßigen Rechten derer, die sich an Jehovas Grundsätze halten, zu überzeugen. Und heute wird in diesen Ländern die gute Botschaft zum Preise Jehovas und zum großen Verdruß der sie bekämpfenden Geistlichkeit öffentlich gepredigt.

      15. Wie ist es möglich gewesen, daß Jehovas Zeugen trotz der ingrimmigen kommunistischen Verfolgung ausgeharrt haben, und was tun sie, während sie durchhalten?

      15 Seit Jahren mußten nun die Brüder in kommunistischen Ländern boshafte Verfolgung erdulden. Äußerst verfängliche und beharrliche Anstrengungen sind gemacht worden, um sie zu Kompromissen zu veranlassen. Daß die treuen Zeugen Jehovas an den christlichen Grundsätzen festgehalten haben, hat sich vor den Herrschern und den Beherrschten zu einem großen Zeugnis ausgewirkt. Wie lange die Brüder diese Umstände noch werden ertragen müssen, wissen wir nicht. Sie behalten den von Jesus dargelegten Grundsatz im Sinn: „Wer bis zum Ende [Schluß] ausgeharrt hat, der wird errettet werden.“ (Matth. 24:13, NW) Auch die folgenden Worte des Paulus geben ihnen Aufschluß: „Du aber bist mir genau gefolgt in bezug auf meine Lehre … meinen Glauben … mein Ausharren, meine Verfolgungen, meine Leiden … die Art der Verfolgungen, die ich ertragen habe; doch aus allem hat mich der Herr errettet. In der Tat werden alle, die mit Gottergebenheit in Gemeinschaft mit Christus Jesus leben wollen, auch verfolgt werden.“ (2. Tim. 3:10-12, NW) Während sie ausharren, predigen sie, und Jehova sammelt durch sie weitere seiner Schafe ein. Nur mit Jehovas Hilfe konnten seine Diener in diesen letzten Tagen einen solchen Nachweis ihres Ausharrens erbringen, und ihm zollen sie allen Dank und Ruhm. Wie glücklich sind doch jene, die sich von Grundsätzen leiten lassen und die im siegreichen Kampfe ausharren! — Jak. 5:11.

      16. (a) Weshalb ist es jetzt wichtig, zu wissen, wie man über die Grundsätze des Wortes Gottes argumentieren soll? (b) Wie können wir es vermeiden, uns in menschliche Vernunftschlüsse zu verstricken?

      16 Mit der hitzigen Verfolgung, durch die Satan jene überwinden will, die gemäß den wahren, christlichen Grundsätzen leben, hat er wenig Erfolg gehabt. Aber er ist ein schlauer Gegner, der den Kampf noch nicht aufgegeben hat. Stellte er Jesus nicht auf die Probe, indem er ihm etwas einflüsterte, das, oberflächlich gesehen, gut zu sein schien, ihn aber von Jehova weggezogen hätte? (Matth. 4:1-11) Jesus wußte, wie er über biblische Grundsätze zu urteilen hatte, und blieb standhaft. Satan weiß jetzt, daß seine Zeit kurz ist, und er geht umher und sucht alle, auch Jehovas Diener, zu verschlingen. Durch schlau gelegte Fallstricke möchte er Jehovas Diener dazu bewegen, Zugeständnisse zu machen, möchte ihre Widerstandskraft brechen und ihre Anbetung für sich gewinnen. Wir stehen im Begriff, in die größte Zeit der Prüfung einzutreten, die Christen je gekannt haben. Laßt uns also sorgfältig sein in unseren Gedanken und Überlegungen. Halten wir uns an Gottes gerechte Gesetze und Prinzipien. Selbst Personen, die uns nahestehen oder eng mit uns verbunden sind, könnten uns schlechten Rat geben, indem sie menschlichen Vernunftschlüssen folgen statt Gottes Grundsätzen. Der schwergeprüfte Hiob mußte von seiner Frau unheilvolle Worte hören. (Hiob 2:9, 10) Selbst Christus Jesus mußte sich vor gefährlichen Worten hüten, als Petrus, sein enger Mitverbundener, sehr dagegen protestierte, daß Jesus leiden und getötet werden müßte. „Er sprach zu Petrus: ‚Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Stein des Anstoßes, weil du nicht Gottes Gedanken denkst, sondern die der Menschen.‘“ Um dann Petrus zum rechten Denken zu verhelfen, äußerte Jesus einen Grundsatz, der alle Christen angeht: „Denn wer immer seine Seele retten will, wird sie verlieren; wer immer aber seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden.“ (Matth. 16:22-25, NW) So laßt uns denn auf den genauen Rat aus Jehovas Wort und Organisation achten. Jehova hat uns seine gerechten Grundsätze bekanntgegeben, über die wir nachsinnen können, und solange wir im Geiste stark bleiben, indem wir uns diesen Grundsätzen anpassen, werden wir Satan nicht nachgeben.

      17. Weshalb müssen wir uns jetzt davor hüten, Kompromisse einzugehen, und was wird denen widerfahren, die sich niemals auf Kompromisse bezüglich christlicher Grundsätze einlassen?

      17 Für uns als Jehovas Diener im geistigen Kriegszuge ist nun eine Zeit gekommen, in der wir das, was wir tun, nüchtern erwägen müssen. Wir haben in Satan einen schlauen Feind, und es werden uns viele Schlingen gelegt, die uns zu Fall bringen sollen; wir sollen geistig in Schlaf gelullt oder in die Welt zurückgezogen werden, von dem hinweg, was in unserem Leben den ersten Platz einnimmt, vom Reiche Gottes. In jeder Prüfung unserer Ergebenheit müssen wir ruhig Blut bewahren. Wir müssen die Dinge reiflich erwägen und den Rat aus Gottes Wort und von seiner Organisation sorgfältig betrachten, ehe wir einen Schritt tun, der unseren Dienst gefährden könnte. Wir sollen geistig erwachsene Christen werden, die rechte Entscheidungen treffen können. Mehr und mehr folgt die Welt einem Wege der Zweckdienlichkeit oder der Leidenschaft, wobei sie Grundsätze außer acht läßt, doch mehr und mehr halten sich Jehovas Diener an christliche Grundsätze und legen die Leidenschaften des Fleisches ab. Wir sind Christen. Wir haben uns Gott hingegeben. Wir sind bereit, um der Gerechtigkeit willen zu leiden. Wir sind kein Teil dieser Welt, noch wollen wir es je werden. Die Gegenwart ist eine Zeit des endgültigen Gerichts. Das ewige Leben ist in der Schwebe. Denke an Gottes Dinge und laß dich von diesen beherrschen. Gewinne ewiges Leben, indem du niemals Kompromisse eingehst, durch die christliche Grundsätze gefährdet werden.

  • Die falsche Religion erzeugt Fanatismus
    Der Wachtturm 1957 | 1. November
    • Die falsche Religion erzeugt Fanatismus

      DASS falsche Religion oder falsche Anbetung Fanatismus erzeugt, zeigt die Bibel deutlich. Ein modernes Beispiel hierfür in Panama ist das, was ein Vollzeitdiener Jehovas namens José erlebte.

      Am 5. November 1956 wanderten vier Zeugen Jehovas, unter ihnen auch José, in ein kleines Dorf, um dort zu predigen. Unterwegs hielten sie beim Hause einer ihrer Bekannten an, um ein Zeugnis zu geben. Diese Bekannte, eine Frau Gonzalez, gehörte der Evangelistensekte an, und da sie sehr an göttliche Heilungen glaubte, drehte sich das Gespräch um diese Lehre. Während der Diskussion trat ihr Gatte, Herr Gonzalez, mit seinem Machete, einem langen Messer, das allen möglichen Zwecken dient, vom Felde herein, schüttelte den vier Besuchern die Hand und setzte sich, um zuzuhören. Als nun die Frau erklärte, ihr Pastor sage, Jehovas Zeugen seien eine falsche Religion, regte sich ihr Mann sogleich auf und schrie die Zeugen an, sie seien Trunkenbolde und ihr Film über „Die Neue-Welt-Gesellschaft“ hätte sie als eine weltliche Bande enthüllt.

      Gonzalez verlangte, daß sie sogleich fortgehen sollten. Als sie aufstanden, um wegzugehen, suchte einer der Zeugen, nämlich José, noch vernünftig mit dem Mann zu sprechen. Darauf machte Gonzalez eine Bemerkung, die der Zeuge nicht deutlich verstand, so daß er fragte, was er gesagt habe. Das brachte Gonzalez in Wut. Seinen Machete erhebend, begann er zu wiederholen: „Ja, du oder ich, du oder ich“, so daß der Zeuge zurückwich. Als José zu seiner Verteidigung einen Stock aufzuheben suchte, schwang Gonzalez seinen Machete und hieb José auf der linken Seite des Gesichts eine große Wunde, ja schlug ihm beinahe ein Ohr ab.

      Als José aus dem Hause rannte, während Gonzalez ihn verfolgte, zerstreuten sich die drei anderen Zeugen. José rannte den Weg hinunter, bis er erschöpft war, und rief dann um Hilfe. Eine Frau kam von einem nahen Hause herbei, holte ihn herein und gab ihm ein Taschentuch, um seine Wunde zu verbinden. Ihr Mann half José zur Hauptstraße zu gelangen, wo glücklicherweise gerade ein kleiner Bus daherkam, den ein Mensch guten Willens fuhr. Er nahm den verwundeten José zur nächsten Ersten-Hilfe-Station mit, fand diese aber geschlossen, weil gerade ein Feiertag war. José schien nichts tun zu können, als auf einen Bus zu warten, der ihn in die Stadt Colón überführen würde.

      Auf dem Boden liegend und seinen Kopf auf den Schoß eines Freundes legend, wartete José. Blut strömte ihm aus Nase und Mund. Die Nachbarn brachten Eis und Handtücher, um das Bluten zu stillen. Nach fast einer Stunde kam ein Polizeiwagen daher und nahm José und seinen Gefährten guten Willens mit nach dem Krankenhaus in Colón. Mittlerweile verhaftete die Polizei Gonzalez.

      Was die übrigen Glieder der Familie Gonzalez betrifft, mißbilligten sie seine fanatische Tat sehr und zeigten, daß ihnen der Vorfall wirklich leid tat. Als Frau Gonzalez ihren Mann im Gefängnis besuchte, fand sie ihn alles andere als reuevoll vor. Fanatisch suchte er sich zu rechtfertigen, indem er Petrus erwähnte, der auch ein Schwert gebraucht habe, um Jesus zu verteidigen. Dabei übersah er ganz, daß der Mann, den Petrus schlug, zu einer bewaffneten Rotte gehörte, die gekommen war, um Jesus, den unschuldigen Sohn Gottes, zu verhaften, und daß selbst unter solch herausfordernden Verhältnissen Jesus den Petrus sehr tadelte, weil er zum buchstäblichen Schwert gegriffen hatte.

      José, der Vollzeitdiener, hat sich von seiner Wunde wieder ganz erholt und erfreut sich von neuem der Vorrechte des Predigtdienstes. Wegen dieses Vorfalls hat er viele Gelegenheiten, in seiner Nachbarschaft für den Namen und das Reich Jehovas Zeugnis zu geben. Auch Frau Gonzalez berichtet ihrerseits, daß Leute zu ihr kommen und sagen, daß sie nie daran denken würden, zu ihrer Evangelistensekte überzutreten, wenn sie lehre, daß man töten dürfe. Wahrlich, die falsche Religion macht die Leute zu Fanatikern, und Fanatiker schädigen nicht nur andere, sondern schaden auch ihrer eigenen Sache!

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