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  • Die lange Parade menschlicher Regierungen
    Der Wachtturm 1982 | 15. August
    • zu richten“ (Jer. 10:23). Zur menschlichen Unvollkommenheit kommt noch hinzu, daß „die ganze Welt ... in der Macht dessen [liegt], der böse ist“. „Der Gott dieses Systems der Dinge [hat] den Sinn“ von Millionen „verblendet“. Und die „Könige der ganzen bewohnten Erde“ werden durch satanische Einflüsse gelenkt (1. Joh. 5:19; 2. Kor. 4:4; Offb. 16:14).

      Wenn wir uns die menschlichen Regierungen nacheinander ansehen, von ihrem Aufstieg zur Macht bis zu ihrem späteren Niedergang und Sturz, so scheint bei ihnen allen ein bestimmtes Schema wirksam gewesen zu sein, was Gelehrte zu der Feststellung veranlaßt hat, die Geschichte wiederhole sich. Weltmächte steigen durch zielbewußte Hingabe und Opferbereitschaft auf. Doch auf ihrem Höhepunkt tritt eine Erschlaffung ein, und es zeigen sich materialistische Auswüchse und eine sittliche Entartung. Ist das geschehen, so läßt der Zusammenbruch nicht mehr lange auf sich warten.

      Der Historiker Will Durant erkannte dieses Muster des inneren Zerfalls und schrieb: „Wir haben zu zeigen versucht, daß der Hauptgrund der Eroberung Griechenlands durch Rom der innere Zerfall der griechischen Kultur war. Keine große Nation wird je überwältigt, ehe sie sich selbst zerstört hat“ (Kulturgeschichte der Menschheit, 5. Buch, 30. Kapitel, S. 342). In dem Werk The World Book Encyclopedia (1978) wird auf einen Vorläufer des Zusammenbruchs hingewiesen, der für unsere Generation ein besonderer Grund zur Besorgnis sein sollte: „Die Familie ist die älteste Institution des Menschen. In vieler Hinsicht ist sie die wichtigste. Sie ist die grundlegendste Einheit der Gesellschaft. Ganze Zivilisationen haben überlebt oder sind verschwunden, je nachdem, ob die Familien stark oder schwach waren“ (Bd. 7, S. 24).

      Wiederholt sich die Geschichte?

      Der Historiker Arnold J. Toynbee sprach von einer Wiederholung der Geschichte: „Ein Blick über den Geschichtsablauf im Lichte der gegenwärtigen Wissenschaft zeigt, daß die Geschichte sich bis auf den heutigen Tag ungefähr zwanzigmal wiederholt hat, indem sie Gesellschaften von einer Art hervorbrachte, der auch unsere westliche angehört. Er zeigt ferner, daß alle diese Vertreterinnen solcher Gesellschaften, die wir Kulturen nennen — unsere eigene vielleicht ausgenommen —, schon tot sind oder doch im Sterben liegen. Studieren wir darüber hinaus die Geschichte dieser toten und absterbenden Kulturen eingehender und vergleichen sie untereinander, so finden wir Anhaltspunkte dafür, daß ihr Zusammenbruch, Niedergang und Verfall sich nach einem immer wiederkehrenden Schema vollzog. Natürlich fragen wir uns heute, ob sich dieser besondere Abschnitt der Geschichte in unserem Falle wiederholen muß. Steht auch uns dies Schema von Niedergang und Verfall als eine Vernichtung bevor, der zu entgehen keine Kultur hoffen darf?“

      Dann beantwortet Toynbee seine eigene Frage: „Nach Ansicht des Verfassers gibt es auf diese Frage nur ein entschiedenes Nein. ... Nichts kann unsere westliche Kultur davor bewahren, dem historischen Beispiel gesellschaftlichen Selbstmordes zu folgen, wenn sie sich dafür entscheidet. Aber wir sind nicht dazu verdammt, die Geschichte sich wiederholen zu lassen; es ist uns freigestellt, ihr in unserem Falle eine neue, noch nicht dagewesene Wendung zu geben. ... Worin sollen wir nun unser Heil suchen? Auf politischem Gebiet in der Errichtung einer gesetzmäßigen, auf Zusammenarbeit gegründeten Weltregierung. Auf wirtschaftlichem Gebiet in einer brauchbaren Synthese von Freiwirtschaft und Sozialismus, die sich jeweils den praktischen Erfordernissen örtlicher oder zeitlicher Gegebenheiten anzupassen hat. Auf dem Gebiet des geistigen Lebens gilt es, den weltlichen Überbau wieder religiös zu untermauern. ... Unter diesen drei Aufgaben ist natürlich auf die Dauer die religiöse die weitaus wichtigste“ (Kultur am Scheidewege, S. 44—46).

      Bezeichnenderweise betont dieser Historiker den Gedanken, unsere Kultur brauche nicht der sich wiederholenden Geschichte menschlicher Regierungen zu folgen. Als er dies vor etwa 34 Jahren schrieb, stützte er seine Hoffnung politisch auf die Vereinten Nationen, wirtschaftlich auf einen Kompromiß zwischen Kapitalismus und Kommunismus und — am bedeutsamsten von allem — auf eine Rückkehr zur Religion als Grundlage unserer Kultur. Heute erkennen wir, daß auf allen drei Gebieten alles beim alten geblieben ist. Die Vereinten Nationen haben sich als unwirksam erwiesen, ein Kompromiß zwischen Kapitalismus und Kommunismus ist in weiterer Ferne denn je, und die Religion ist schwächer denn je.

      Allem Anschein nach wiederholt sich die Geschichte bald ein weiteres Mal. Wird es aber soweit kommen?

      Es gibt noch einen anderen Geschichtsschreiber, der sich über die Menschenherrschaft geäußert hat. Eigentlich hat er eine geschichtliche Vorschau verfaßt. Er hat auch im voraus von einer gerechten Herrschaft geschrieben, die auf der Erde ausgeübt werden wird. Der folgende Artikel befaßt sich mit seinen Äußerungen zum Thema Regierung.

  • Die einzige Hoffnung auf eine gerechte Herrschaft
    Der Wachtturm 1982 | 15. August
    • Die einzige Hoffnung auf eine gerechte Herrschaft

      „Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird“ (Dan. 2:44).

      DIE Geschichte berichtet von vielen Herrschern, die als Götter galten. Stalin und Hirohito wurden selbst in unserem Jahrhundert als Götter betrachtet. Doch keiner dieser sogenannten Götter erbrachte den schriftgemäßen Beweis für seine Göttlichkeit, nämlich die Fähigkeit, die Zukunft vorherzusagen. Jehova fordert alle falschen Götter mit den Worten heraus: „Laßt uns auch die kommenden Dinge hören. Sagt die Dinge an, die danach kommen sollen, damit wir erkennen, daß ihr Götter seid“ (Jes. 41:22, 23). Weltliche Herrscher sind noch nie in der Lage gewesen, die Zukunft vorherzusagen, nicht einmal, soweit sie ihre eigene Herrschaft betraf. Sie haben stets begeistert angekündigt, was sie in ihrem Amt tun würden, erwiesen sich aber so häufig als falsche Propheten, daß das Volk heute wenig Vertrauen zu ihren Voraussagen hat.

      Der Erste Weltkrieg wurde geführt, um „der Welt die Demokratie zu sichern“. Er tat es nicht. Der Völkerbund sollte der „politische Ausdruck des Königreiches Gottes auf Erden“ sein. Er war es nicht. Durch den Zweiten Weltkrieg sollten die Diktatoren von der Welt verschwinden. Sie sind immer noch da. Durch die UNO sollten die Nationen zur friedlichen Zusammenarbeit vereint werden. Doch sie sind in den Ost- und den Westblock gespalten, und die Staaten der dritten Welt gleichen Schachfiguren in kalt und heiß geführten Kriegen. Die Weltführer sprechen zwar von Hoffnung, rufen aber größtenteils Hoffnungslosigkeit hervor. Ihre Voraussagen über bessere Zeiten bleiben unerfüllt. Es verhält sich heute genauso wie in alter Zeit: „Sie heilen die Wunde ... meines Volkes leichthin und sprechen: Friede, Friede! und da ist doch kein Friede“ (Jer. 6:14, Elberfelder Bibel). Kein Wunder, wenn das Volk den Versprechungen der Politiker nicht mehr glaubt!

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