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Die Bergpredigt — „Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen“Der Wachtturm 1978 | 1. Juli
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Zehntenabgaben und anderer religiöser Pflichten das mosaische Gesetz noch übertrafen (Apg. 15:5).
Diese religiösen Führer waren der Ansicht, durch ein engstirniges Festhalten am Buchstaben des Gesetzes Gerechtigkeit erlangen zu können. Sie meinten, Gerechtigkeit komme durch Werke, die eine buchstäbliche Erfüllung des Gesetzes seien. Nach jüdischer Tradition erwarb man sich jedesmal, wenn man ein Gebot hielt, ein „Verdienst“. Jede Übertretung, so glaubte man, zog eine „Schuld“ nach sich. Würden die Verdienste überwiegen, so wäre jemand „gerecht“, wären die Schulden in der Überzahl, so wäre er „gottlos“.
Auf einer solch strikten Einhaltung des Gesetzes zu bestehen entsprach jedoch nicht dem Rechtsmaßstab Gottes (Röm. 10:2, 3). Man achtete wenig darauf, Eigenschaften wie Liebe, Gerechtigkeit, Sanftmut, Güte und Treue zu pflegen. Aber Gott erachtet diese für wichtiger als die buchstäbliche Erfüllung gesetzlicher Vorschriften (5. Mose 6:5; 3. Mose 19:18; Micha 6:8). Aus gutem Grund rief Jesus aus: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, weil ihr den Zehnten gebt von der Minze und dem Dill und dem Kümmel; aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des ,Gesetzes‘ außer acht gelassen, nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue“ (Matth. 23:23; vergleiche Lukas 11:42).
Die Gerechtigkeit eines Christen müßte ‘die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertreffen’. Wie Jesus sagte, müßten alle, die wahre Anbeter Gottes sein möchten, „den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh. 4:23, 24). Ihre Anbetung dürfte nicht nur in frommen äußerlichen Werken bestehen, die einer Gesetzessammlung entsprechen, sondern müßte „mit Geist“ erfolgen und einem Herzen voller Glauben und Liebe entspringen (Matth. 22:37-40; Gal. 2:16).
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Bereit ‘hinaufzuziehen’Der Wachtturm 1978 | 1. Juli
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Bereit ‘hinaufzuziehen’
JEHOVA, unser Gott, ist derjenige, der uns mit allem versorgt. In Jesaja 25:6-8 lesen wir von dem großen Festmahl, das er „bestimmt für alle Völker ... machen“ wird — ein Festmahl mit besten ‘Gerichten und Weinen’. An einem solchen Festmahl werden alle teilnehmen, die einen siegreichen Glauben an die Vorkehrung bekunden, die Jehova durch seinen Sohn, unseren Erlöser, Jesus Christus, getroffen hat — an einem köstlichen Festmahl, bei dem er uns als unser Gastgeber in geistiger und materieller Hinsicht Gutes bietet, denn von ihm wird im Zusammenhang mit diesem Festmahl gesagt: „Er wird tatsächlich den Tod für immer verschlingen, und der [Souveräne] Herr Jehova wird gewißlich die Tränen von allen Angesichtern abwischen.“
Um ein segensreiches geistiges Festmahl erleben zu können, müssen wir indes nicht auf die neue Ordnung warten, sondern können heute schon im geistigen Paradies Gottes Vorkehrungen genießen. Ein Fest, das alle Glieder des Volkes Jehovas gespannt erwarten, sind die internationalen Kongresse „Siegreicher Glaube“ der Zeugen Jehovas, die vom 14. Juni 1978 bis Anfang 1979 rund um die Erde durchgeführt werden.
Hast du deine Vorbereitungen abgeschlossen? Bist du bereit, einen dieser Kongresse zu besuchen? Hast du deine ganze Familie und auch Neuinteressierte bei deinen Plänen berücksichtigt? Bist du entschlossen, den größtmöglichen geistigen Nutzen aus diesem Kongreß zu ziehen? Das erreichst du, wenn du jeden Tag schon beim Eröffnungslied und beim Gebet auf deinem Platz bist, indem du aufmerksam das ganze Programm verfolgst und so lange bleibst, daß du beim abschließenden Dankgebet von Herzen „Amen“ sagen kannst. Ein besonderes Vorrecht wird der Predigtdienst am dritten Vormittag des Kongresses
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