Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Die Bibel — das Buch der Zeugen Jehovas
    Der Wachtturm 1960 | 1. Dezember
    • Die Bibel — das Buch der Zeugen Jehovas

      „Die heiligen Schriften, die dich weise machen können zur Errettung.“ — 2. Tim. 3:15, NW.

      1. Wieso ist das bedeutendste Buch auf Erden einzigartig hinsichtlich seines Alters, der Länge der Zeit, während der daran geschrieben wurde, und seines Verfassers?

      WELCHES ist in diesem Atom- und Raumfahrtzeitalter das bedeutendste Buch auf Erden? Es ist das Buch, an dem man schon vor der christlichen Zeitrechnung, vor dem Beginn der buddhistischen Zeitrechnung (563 v. Chr.), der japanischen Zeitrechnung (660 v. Chr.), der römischen Zeitrechnung (753 v. Chr.) und der griechisch-olympischen Zeitrechnung (776 v. Chr.) zu schreiben begonnen hatte. Sein unschätzbar hoher Wert wird aber durch sein Alter nicht vermindert; vielmehr wird er dadurch noch erhöht. Es ist also jenes Buch, an dem am längsten geschrieben worden ist. Seit der Niederschrift seines ersten Kapitels vergingen allerdings 1610 Jahre, bis gegen Ende des ersten Jahrhunderts der christlichen Zeitrechnung sein letztes Kapitel vollendet war. Und trotzdem war der Autor oder Verfasser dieses Buches nur eine einzige Person.

      2. Wie oft kommt der Name des Autors in dem Buche vor, was ist das Ergebnis davon gewesen, daß dieser Eine der Autor gewesen ist?

      2 Von Anfang bis Ende wurde dieses Buch unter dem Namen des e i n e n Autors geschrieben. Ja, der Name des Autors kommt im ganzen Buche etwa siebentausendmal vor. In der Tat übertrifft dieses Buch — eben weil dieser Eine sein Autor ist — jedes andere Buch an Wert; und es wird noch berühmter werden, als es schon ist.

      3. Wie war es möglich, daß ein solches Buch, an dem so lange geschrieben wurde, nur einen einzigen Autor hatte?

      3 Niemand hat mehr als sechzehnhundert Jahre gelebt. Wieso könnte also ein Buch, an dem so lange geschrieben wurde, nur einen einzigen Autor haben? Weil der Autor des Buches nicht ein sterblicher Mensch ist. Der Name des Autors enthüllt diese Tatsache, denn sein Name ist Jehova.

      4. Wie erscheint der Name des Autors gegen Ende und auch bald nach Beginn des Buches?

      4 Im viertletzten Kapitel dieses wunderbaren Buches lesen wir viermal einen Ausruf, durch den sein Autor gepriesen wird, nämlich Halleluja! In modernes Deutsch übersetzt, bedeutet dieser: „Lobpreiset Jehova!“a (Off. 19:1, 3, 4, 6, NW) Dieser einzigartige Name ist der Name des einen lebendigen und wahren Gottes, des Schöpfers des Universums. Darum wird im zweiten Kapitel, im vierten Vers, dieses berühmten Buches sein Name neben seinen Titel gestellt, so daß es dort heißt: „Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden, an dem Tage, da Jehova Gott Erde und Himmel machte.“

      5. Wie wird dieses Buch genannt? Wieso konnte der Eine, den es immer wieder nennt, sein einziger Autor sein, und was für ein Buch ist es, weil er der Verfasser ist?

      5 Dieses eine heilige Buch, das von Anfang bis Ende erklärt, daß sein Autor Jehova Gott ist, ist die Heilige Schrift, die Bibel. Es erklärt, daß er unsterblich ist. In seinem fünfunddreißigsten Buch, im 1. Kapitel, im 12. Vers, spricht es ihn in folgenden Worten an: „Bist nicht du, Jahwe, von Urzeit her mein Gott, mein Heiliger, der nimmer stirbt?“b Auch sein vierundfünfzigstes Buch preist ihn im 17. Vers des 1. Kapitels mit den Worten: „Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, dem alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.“ (Hab. 1:12; 1. Tim. 1:17, NW) Da der einzige Gott, Jehova, immerdar lebt, da er unvergänglich, unsterblich ist, konnte er mit Leichtigkeit der einzige Autor sein. Weil e r der Autor der Bibel ist, ist die Bibel ein heiliges Buch.

      6. Wie zeigt schon die Herkunft ihres Namens, was die Bibel in Wirklichkeit ist, und weshalb wird sie auch „Die Schrift“ genannt?

      6 Die Bibel ist in Wirklichkeit eine kleine Bücherei, bestehend aus vielen Büchern. Obwohl jedes Buch heute einen anderen Titel trägt, ist doch Jehova Gott der Verfasser aller dieser Bücher. Schon der Name Bibel lenkt die Aufmerksamkeit auf diese Tatsache, denn der Name stammt von dem alten griechischen Wort biblía, das „kleine Bücher“ bedeutet, das heißt eine Sammlung aller dieser Büchlein zu einem einzigen Bande. Die Bibel selbst bezeichnet ihre Bücher als die „heiligen Schriften, die dich weise machen können zur Errettung“. (2. Tim. 3:15, NW) Daher werden sie auch „Die Schrift“ genannt.

      7. Auf welche direkte Weise bediente sich Jehova Gott auf dem Berge Sinai zum Schreiben der Bibel eines Fingers?

      7 Gott lieferte nicht nur das einheitliche Thema, das sich durch diese Büchersammlung hindurchzieht, sondern bediente sich zum Schreiben des Buches auf ganz bemerkenswerte Weise eines Fingers. Die berühmten Zehn Gebote sind im zweiten Buch der Bibel zu finden. Diese Zehn Gebote wurden Mose, dem Propheten Jehovas, auf dem Berge Sinai in Arabien im sechzehnten Jahrhundert vor Christi Geburt gegeben und wurden zuerst auf Steintafeln geschrieben. Über die Niederschrift und die Übergabe der Steintafeln berichtet die Bibel folgendes: „Sobald er [Jehova Gott] nun aufgehört hatte, mit ihm auf dem Berge Sinai zu reden, ging er daran, Mose zwei Tafeln des Zeugnisses zu geben, Tafeln aus Stein, beschrieben von Gottes Finger.“ „Und die Tafeln waren das Werk Gottes, und die Schrift war die Schrift Gottes, eingegraben in die Tafeln.“ Das Volk, dem die Zehn Gebote auferlegt wurden, befolgte diese nicht, und in einem Zornausbruch zerbrach daher Mose die zwei Tafeln. „Dann sprach Jehova zu Mose: ‚Haue dir zwei Tafeln von Stein aus wie die ersten, und ich werde auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln gestanden haben, die du zertrümmert hast.‘“ Als Mose diesmal vom Berge Sinai herabkam, hielt er die zwei Tafeln, beschrieben mit Gottes eigener Schrift, in der Hand. (2. Mose 31:18; 32:16; 34:1, 29, NW) Danach schrieb Mose die Zehn Gebote auf anderes Material ab, damit Menschen sie lesen konnten.

      8. Wie wurde die übrige Bibel geschrieben, doch was blieb, während alles niedergeschrieben wurde, in Verbindung damit dasselbe?

      8 Wurde die ganze übrige Bibel Gottes Volk so übermittelt, wie es mit den Zehn Geboten geschah, indem Gott selbst sie schrieb? Nein! Menschen, unvollkommene Menschengeschöpfe wurden zum Schreiben des übrigen Inhalts der Bibel benutzt. Dadurch wird aber die Tatsache nicht widerlegt, daß die ganze Bibel nur einen Autor hat, nämlich Jehova Gott, und daß sie seine Gedanken und Worte enthält und nicht jene der vielen menschlichen Schreiber, die ihre verschiedenen Teile schrieben. Eine unsichtbar wirkende Kraft wirkte auf diese menschlichen Schreiber ein. Diese unsichtbare, wirksame Kraft ging von dem einen Autor der Bibel aus und wurde so gelenkt, daß sie auf den von ihm benutzten Schreibern ruhte. Diese unsichtbare, wirksame Kraft wird Geist genannt, und weil sie von dem Gott der Heiligkeit herkommt, wird sie „heiliger Geist“ genannt. Obwohl die Schreiber auf Erden sich von Zeit zu Zeit ablösten, blieb doch der eine, unveränderliche heilige Geist wirksam, und sein Ursprung blieb derselbe, denn er kam von dem unsterblichen Gott, Jehova.

      UNTER INSPIRATION GESCHRIEBEN

      9. Wie zeigten David und Petrus, daß die alten Propheten, von einer Kraft getrieben, sprachen und schrieben, die nicht aus ihnen selbst stammte, und in wessen Namen schrieben sie?

      9 Denken wir zum Beispiel an David. Er wurde der erste israelitische König von Jerusalem. Im elften Jahrhundert vor Christi Geburt schrieb er viele Psalmen. In einem dieser heiligen Lieder, die in der Bibel enthalten sind, erklärte David, daß er nicht einfach nach dem eigenen Drange schrieb. Er sagte: „Der Spruch Davids, des Sohnes Jesses … Der Geist Jehovas war es, der durch mich redete, und sein Wort war auf meiner Zunge.“ (2. Sam. 23:1, 2, NW) Elf Jahrhunderte nach Davids Tod schrieb der christliche Apostel namens Petrus zwei Briefe, die in der Bibel enthalten sind. Petrus erinnerte die Christen daran, daß die ehemaligen Propheten, wie zum Beispiel David, Prophezeiungen vorbrachten, die nicht ihrem eigenen, privaten Denken oder Willen, sondern einer himmlischen Quelle entsprangen. Petrus sagte: „Dies erkennt zuerst, daß keine Prophezeiung der Schrift einer privaten Freigabe [oder privaten Enthüllung] entspringt. Denn eine Prophezeiung wurde niemals durch menschlichen Willen [hervor-] gebracht, sondern Menschen sprachen von Gott aus, getragen von heiligem Geist.“ (2. Pet. 1:20, 21, NW, Fußnote) Petrus sagte ferner: „Es war notwendig, daß das Schriftwort erfüllt wurde, das der heilige Geist durch den Mund Davids im voraus gesagt hatte … Gott redete durch den Mund seiner heiligen Propheten der alten Zeit.“ (Apg. 1:16; 3:21, NW) Ja, in der Tat, die Bibelschreiber schrieben; doch schrieben sie unter der zur Tat antreibenden Kraft des einen heiligen Geistes Gottes, Jehovas. Sie schrieben als Gottes irdische Werkzeuge, und zwar im heiligen Namen Gottes.

      10. Wie zeigte Jesus dadurch, daß er einen Menschen heilte, daß Gottes Geist eine genügend starke treibende Kraft hat, um einen Menschen zum Schreiben eines Buches anzuspornen?

      10 Gottes heiliger Geist kann ebensogut einen Propheten zum Schreiben anspornen wie einen Dämon aus einem Besessenen austreiben. Jesus Christus, der Sohn Gottes, zeigte das. Er predigte den Menschen das Königreich Gottes und tat auch viele Wunderwerke. Einmal trieb er einen Dämon aus einem Besessenen aus, so daß der Stumme redete und sah. Aber Jesu religiöse Feinde lästerten die Mittel, durch die er den Dämon ausgetrieben hatte. Wie der Apostel Matthäus berichtet, sagte Jesus zu ihnen: „Wenn aber ich mittels des Geistes Gottes die Dämonen austreibe, so hat euch das Königreich Gottes wirklich eingeholt.“ (Matth. 12:28, NW) Der Jünger Lukas zitiert Jesus wie folgt: „Wenn ich mittels des Fingers Gottes die Dämonen austreibe, so hat euch das Königreich wirklich eingeholt.“ — Luk. 11:20, NW.

      11. Wie kann — angesichts des Gebrauchs des Wortes „Finger“ — von der Bibel gesagt werden, sie sei vom Finger Gottes geschrieben worden, und wessen sichtbares, greifbares Erzeugnis ist also die Bibel?

      11 Jesus bezeichnete also Gottes Geist als Gottes „Finger“. In dieser Weise schrieb Gottes Finger die Zehn Gebote auf die zwei Steintafeln. Aber als Gott sich der verschiedenen Männer bediente, um die einzelnen Bücher der Bibel zu schreiben, trieb Gottes symbolischer Finger, sein Geist, den Schreibstift oder die Feder dieser Männer. (5. Mose 9:10) In Psalm 8:3 sagt David zu Gott: „Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast.“ Lange vor David war der Prophet Mose von Jehova Gott dazu benutzt worden, die dritte der zehn vernichtenden Plagen über das Land Ägypten zu bringen. Das war eine Plage, die die Magie treibenden Priester Ägyptens nicht nachahmen konnten. Daher sagten sie zu ihrem Herrscher, zu Pharao: „Es ist der Finger Gottes!“ (2. Mose 8:18, 19, NW) In Übereinstimmung mit diesem mehrfachen Gebrauch des Wortes „Finger“ können wir heute sagen, daß die Bibel von Gottes Finger geschrieben wurde, daß sie unter der Einwirkung des heiligen Geistes oder der unsichtbaren, wirksamen Kraft Gottes geschrieben worden ist. Sein Finger schrieb sie also, und zwar von Anfang bis Ende, vom 1. Buche Mose bis zur Offenbarung. Gottes heiliger Geist oder seine wirksame Kraft ist unsichtbar, aber sie bringt sichtbare, greifbare Ergebnisse hervor. Die Heilige Schrift, die Bibel, ist das sichtbare, greifbare Erzeugnis des Fingers Gottes, seines Fingers, der in Tätigkeit gewesen ist. Gott ist daher der himmlische Autor der Bibel.

      WER DIE IRDISCHEN BIBELSCHREIBER WAREN

      12. Wer also hat in Wirklichkeit die Bibel geschaffen, doch was behaupten Anhänger der katholischen Kirche?

      12 Es steht unwiderruflich fest, daß Jehova Gott die Bibel durch irdische Diener geschaffen hat, die er als die von ihm gelenkten Sekretäre, Schreiber oder Schriftführer benutzte. Daher schockiert es uns, in einer Zeitung, nämlich im Blade von Toledo (Ohio, USA), Ausgabe vom 1. März 1943, zu lesen, daß am Tage zuvor ein Priester einer Religionsorganisation in der Kirche der Unbefleckten Empfängnis folgendes gesagt habe: „Man ist sich nicht so allgemein bewußt, wie es der Fall sein sollte, daß die Bibel ausschließlich der römisch-katholischen Kirche gehört. Die katholische Kirche hat die Bibel geschaffen; sie hat sie bewahrt, und sie legt sie aus. Andere mögen die Heilige Schrift lesen — und sie werden angespornt, es zu tun —, aber darüber hinaus haben sie ihrethalben gar kein Recht. Gott, der Allmächtige, hat dieses kostbare Erbe ausschließlich den Händen seiner katholischen Kirche anvertraut. Die Behauptung, die katholische Kirche habe die Bibel geschaffen, mag befremdend tönen, denn wir wissen, daß dieses Buch das Wort Gottes ist, jedes Wort darin wurde schließlich von ihm autorisiert. Doch müssen wir uns an die Art und Weise erinnern, wie Gott dies tat … Die katholische Kirche hat die Bibel nicht nur geschaffen; sie hat sie auch bewahrt … Gott, der Allmächtige, setzte auch einen höchsten Gerichtshof — die katholische Kirche — ein, der entscheiden soll, was seine Verfassung — die Heilige Schrift — bedeutet.“ In Übereinstimmung mit dieser Erklärung sind viele Flugschriften und viele Zeitungs- und Pressemeldungen unter der Schlagzeile erschienen: „Die Bibel ist ein katholisches Buch.“

      13. Wie viele Menschen wurden im Laufe von sechzehnhundert Jahren dazu benutzt, die vollständige Bibel zu schreiben, und wer gehört zu diesen Schreibern?

      13 Das allgemeine Publikum, für das solche religiöse Aussagen und Behauptungen veröffentlicht werden, ist berechtigt, die Tatsachen zu erfahren. Was ist der grundlegende Tatbestand? Einige der Bücher der Bibel tragen heute den Namen ihrer Schreiber. Soweit festgestellt werden kann, gab es mehr als dreißig Männer, die während sechzehnhundert Jahren dazu benutzt wurden, die vollständige Bibel zu schreiben. Zu diesen Schreibern gehören Mose, Josua, Samuel, Gad, Nathan, Jeremia, Esra, Nehemia, Mordokai, David, Salomo, Agur, Lemuel, Jesaja, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, Maleachi, Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, der Apostel, Paulus, Jakobus, der Halbbruder Jesu, Petrus, Judas, der Halbbruder Jesu.

      14. Welche Tatsache hinsichtlich all dieser Bibelschreiber tritt auffallend hervor, und als was mögen alle Fußstapfennachfolger Jesu in geistigem Sinne bezeichnet werden?

      14 Während wir die Herkunft und die Geschichte dieser berühmten Bibelschreiber näher ins Auge fassen, tritt deutlich eine überraschende Tatsache hervor. Von Geburt waren sie alle Hebräer, Israeliten oder Juden. Es gibt indes Leute, die glauben, daß Lukas ein Grieche gewesen sei. Keine waren Lateiner. Sie stammten von Abraham ab, in dessen Samen Jehova Gott alle Familien der Erde zu segnen verheißen hatte. Abraham war ein Hebräer. (1. Mose 12:1-3; 14:13) Seine von Isaak und Jakob abstammenden Nachkommen wurden Hebräer genannt. (1. Mose 39:14, 17; 41:12; 2. Mose 1:15, 16, 19; Jona 1:9) Gott änderte Jakobs Namen auf Israel ab, und demzufolge wurden die zwölf Stämme seiner Nachkommen nicht Jakobiter, sondern Israeliten genannt. (2. Mose 9:7) Der sterbende Jakob oder Israel verlieh den Segen des künftigen Königtums seinem Sohne Juda; und deshalb wurden die Israeliten, die sich zum königlichen Stamme Juda und zum König aus diesem Stamme hielten, Judäer oder Juden genannt. (1. Mose 49:10; 2. Kön. 16:6; Sach. 8:23) Jesus Christus gehörte zum Stamme Juda. Alle seine Fußstapfennachfolger, die zu ihm als dem von Gott verheißenen König halten, sind daher Judäer oder Juden in geistigem Sinne, denn ihre Herzen sind „beschnitten“, also von Unreinheit gereinigt worden. — Off. 5:5; Heb. 7:13, 14.

      15. Als was bezeichnete sich der Schreiber Paulus selbst in seinen Briefen?

      15 Der Apostel Paulus, der vierzehn Bücher der Bibel schrieb, sagte: „Auch ich bin ein Israelit aus dem Samen Abrahams.“ (Röm. 11:1) „Beschnitten am achten Tage, aus dem Geschlecht Israels, vom Stamme Benjamin, ein Hebräer, geboren von Hebräern.“ — Phil. 3:5, NW.

      16. Als was für ein Buch könnte man daher die Bibel bezeichnen, und was schrieb Paulus über die „Überlegenheit des Juden“?

      16 Von diesem Standpunkte aus könnte die Bibel nicht als ein katholisches Buch, sondern müßte als ein hebräisches Buch, ein israelitisches Buch, ein judäisches oder jüdisches Buch bezeichnet werden. In Übereinstimmung damit schrieb Paulus, ein Christ aus den Juden, an die Christen zu Rom: „Nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch besteht die Beschneidung in dem, was äußerlich am Fleische vollzogen ist, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung ist die des Herzens, durch Geist und nicht durch Gesetzesvorschriften. Das Lob eines solchen kommt nicht von Menschen, sondern von Gott. Worin liegt denn die Überlegenheit des Juden, oder worin der Nutzen der Beschneidung? In vielem, in jeder Hinsicht. Fürs erste, weil ihnen die heiligen Aussprüche Gottes anvertraut wurden.“ — Röm. 2:28 bis 3:2, NW.

      17. (a) Waren alle Schreiber der Bibel Christen? (b) Wodurch wurden ihre Schriften ein einheitliches Ganzes, und wodurch wurde die Wirksamkeit des e i n e n Geistes, der auf ihnen ruhte, offenbar?

      17 Alle jüdischen Propheten wiesen auf Gottes Gesalbten, auf den Messias oder Christus, hin. Durch ihre gemeinsamen Hoffnungen auf ihn wurden alle früheren prophetischen Schriften ein einheitliches Ganzes. Doch nicht alle Bibelschreiber waren Christen in dem Sinne, daß sie Christus als dem König nachfolgten. Die Bibelschreiber, die vor Jesus Christus lebten, konnten natürlich nicht seine Nachfolger sein. Nein, sondern, wie es der Apostel Petrus sagt, „sie forschten, auf welche Zeit und Umstände der in ihnen wirksame Geist Christi hindeute, da er die auf Christus kommenden Leiden und die darauffolgende Herrlichkeit im voraus bezeugte“. (1. Pet. 1:10, 11, AB) Der letzte der vorchristlichen Schreiber war Maleachi. Sein Buch beschließt den Kanon oder die Bücher des offiziellen Verzeichnisses der Heiligen Schrift, die in Hebräisch und Aramäisch geschrieben wurden. Nach Maleachi waren alle acht Schreiber, die die übrigen Bücher der Bibel schrieben, Christen aus den Juden. In ihren Schriften wiesen sie in der gewöhnlichen griechischen Sprache ihrer Zeit darauf hin, daß sich viele der Prophezeiungen der früheren Schreiber Jehovas in Jesus Christus, dem verheißenen König vom Stamme Juda, erfüllt hätten; und sie selbst sagten Dinge voraus, die in Verbindung mit ihm geschehen sollten. Alle Schreiber stimmten somit in bezug auf das vom Messias oder Christus regierte Reich Gottes miteinander überein. Das beweist, daß der eine Geist Gottes, des Autors der Bibel, auf ihnen allen ruhte.

      IHRE GEMEINSAME BERUFUNG

      18, 19. (a) Was verband, außer der jüdischen Volkszugehörigkeit, alle Bibelschreiber miteinander? (b) Welche Schriftrolle interessiert uns besonders, wenn wir erfahren möchten, was Gottes Wort zu dieser Frage sagt?

      18 Während nicht alle der inspirierten Bibelschreiber Christen waren, gab es doch etwas, außer der jüdischen Volkszugehörigkeit, das sie alle miteinander verband. Was war dies? Ihre gemeinsame Berufung. Was war ihre Berufung? Laßt uns hören, was Jehova Gott selbst über ihre Berufung sagt. Im Jahre 1947 wurde, mitten im palästinischen Krieg, durch die Entdeckung gewisser alter Manuskripte — nicht etwa in der Stadt Rom, sondern in der Nähe des Nordwestendes des Toten Meeres in Palästina — weltweit das Interesse an der Bibel erweckt. Diese Handschriften wurden dann die Schriftrollen vom Toten Meer genannt. Sie waren aber nicht etwa in Lateinisch abgefaßt. Sie waren in Hebräisch verfaßt, und sie wurden, gemäß den Ergebnissen des Studiums der Archäologen, mehr als hundert Jahre vor 33 n. Chr., dem Jahre der Gründung der christlichen Kirche oder Versammlung in Jerusalem, geschrieben. Die bedeutendste dieser Schriftrollen ist jene, die ein fast vollständiges hebräisches Manuskript der Prophezeiung Jesajas enthält.

      19 In Harper’s Bible Dictionary [Harpers Biblischem Wörterbuch] (1952) lesen wir auf Seite 654a: „Schon vor Jesu Geburt waren die Schriftrollen zur Aufbewahrung in die Höhle am Toten Meer gelegt worden, und sie wurden erst nahezu 2000 Jahre nach seinem Tode entdeckt. Die Jesajarolle, die in der Höhle gefunden wurde, ist sehr wahrscheinlich jener ähnlich, aus der Jesus als junger Mann in Nazareth vorlas. (Luk. 4:16-19) Sie weicht von der Lesart der Prophezeiung, die wir heute kennen, mit Ausnahme einiger unbedeutender Unterschiede in der Schreibweise und einiger Fehler von Abschreibern, wenig ab.“

      20, 21. (a) Was sagt Gott, gemäß dieser Schriftrolle vom Toten Meer, Seitenspalte 36, in bezug auf die Berufung seines erwählten Volkes? (b) Welcher Kommentar über Jesaja 43:10 wird in den „Soncino-Büchern der Bibel“ (1949) gegeben?

      20 Diese Schriftrolle ist eine von sehr vielen, die nicht von der römisch-katholischen Kirche aufbewahrt worden waren. Auf ihrer Seitenspalte 36 gibt die Schriftrolle den hebräischen Text von Jesaja 43:1, 10-12 wieder, und dieser lautet, in modernes Deutsch übertragen, wie folgt: „Und nun, so hat Jehova gesagt, dein Schöpfer, o Jakob, und dein Bildner, o Israel: ‚Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erkauft. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.‘“ „‚Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚ja mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und an mich glaubt und damit ihr versteht, daß ich derselbe bin. Vor mir wurde kein Gott gebildet, und nach mir wird keiner sein. Ich — ich bin Jehova, und außer mir gibt es keinen Retter.‘ ‚Ich selbst habe kundgemacht und habe gerettet und habe es hören lassen, als kein Fremder unter euch war. Somit seid ihr meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚und ich bin Gott.‘“

      21 In diesen einfachen Worten erklärte Jehova Gott, daß die Berufung seines erwählten Volkes Jakob oder Israel eine Berufung zu „Zeugen“ sein sollte. Als Kommentar zu Jesaja 43:10 sagt hier der jüdische Dr. Israel W. Slotki in The Soncino Books of the Bible [den „Soncino-Büchern der Bibel“] (1949) auf Seite 207: „Da die Nationen und ihre Götter ihre Behauptung nicht beweisen können, ruft Gott das Volk Israel, das er als Meine Zeugen und mein Knecht beschreibt, auf, Zeugnis zu geben von der Einzigartigkeit Seiner Gottheit, daß es nämlich weder in der Vergangenheit einen Gott gleich ihm gegeben habe, noch jemals in der Zukunft einen solchen geben werde.“

      22. (a) Wer war Mose, und von wann an wurde er ein hervorragender Zeuge? (b) Was beweist, daß Mose solch ein Zeuge Jehovas war?

      22 Der erste der inspirierten Bibelschreiber war der Prophet Mose. Er gehörte zum Stamme Levi der Nation Israel. Demgemäß war Mose, angesichts der von Jehova selbst in Jesaja 43:10-12 abgegebenen Erklärung, einer seiner Zeugen. Durch seinen heiligen Engel sagte Gott in dem durch ein Wunder brennenden Dornbusch zu Mose: „ICH BIN, DER ICH BIN.“ „Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: „ICH BIN“ hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Jehova, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist mein Gedenkname von Geschlecht zu Geschlecht.“ (2. Mose 3:2, 14, 15, Fußnote) Von da an wurde Mose ein hervorragender Zeuge Jehovas. In den ersten fünf Büchern der Bibel, die er schrieb, vom 1. Buch Mose bis zum 5. Buch Mose, benutzte er den Namen Jehova (יהוה)c 1833mal. Wer könnte also bestreiten, daß Mose ein Zeuge Jehovas war und sich treu an seine Berufung hielt? Niemand außer religiösen Heuchlern, die die Wahrheit verdrehen und verhehlen! Der christliche Schreiber des inspirierten Briefes an die Hebräer führt Mose im elften und zwölften Kapitel unter den Zeugen Jehovas an. Aber Mose war nicht der erste Zeuge Jehovas.

      23. Wer war der erste treue Zeuge, und welchen Anfang kennzeichnete das Ende seines Laufes?

      23 Der Schreiber des Hebräerbriefes erwähnt Abel, den zweiten Sohn Adams, als den ersten treuen Zeugen Jehovas mit den Worten: „Durch Glauben brachte Abel Gott ein größeres Opfer dar als Kain, durch welchen er Zeugnis erlangte, daß er gerecht war, indem Gott Zeugnis gab zu seinen Gaben; und durch diesen, obgleich er gestorben ist, redet er noch.“ (Heb. 11:4, Fußnote, NW) In 1. Mose 4:4, 5 steht geschrieben: „Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und Jehova blickte auf Abel und auf seine Opfergabe; aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht.“ In religiöser Eifersucht brachte Kain seinen Bruder Abel um, weil dieser ein treuer, anerkannter Zeuge Jehovas war. Das war der Anfang aller Tätlichkeiten, zu denen sich Religionsanhänger gegen die wahren Zeugen Jehovas von der frühen Zeit Abels an bis heute haben hinreißen lassen.

      24, 25. (a) Wer wird in der Namenliste im elften Kapitel des Hebräerbriefes angeführt? (b) Wie zeigt der Schreiber des Hebräerbriefes, daß die vorhin Erwähnten Zeugen Jehovas waren?

      24 Nach Abel werden im elften Kapitel des Hebräerbriefes manche Zeugen Jehovas namentlich aufgeführt, darunter auch die Propheten Henoch und Noah, ferner die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob, Abrahams Weib Sara, Jakobs Sohn Joseph, der Prophet Mose, die Hure Rahab, die die Zerstörung der ummauerten Stadt Jericho überlebte, ferner die Richter Gideon, Barak, Simson und Jephtha und auch König David sowie der Prophet Samuel. Der Schreiber findet keine Zeit, die anderen Propheten alle mit Namen zu nennen; doch wenn er sich auf solche bezieht, die „der Löwen Rachen verstopften“ — an wen sonst hätte er denken können als an den Propheten Daniel, der heil aus der Löwengrube herauskam? Als er ferner von Zeugen Jehovas sprach, die durch das Schwert umgebracht wurden, mag er an Johannes den Täufer gedacht haben, der enthauptet wurde. Nach der Beschreibung der Behandlung, die ihnen widerfuhr, schließt das elfte Kapitel des Hebräerbriefes mit den Worten: „Und diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erlangten, haben die Verheißung nicht empfangen, da Gott für uns [Christen] etwas Besseres vorgesehen hat, auf daß sie nicht ohne uns vollkommen gemacht würden.“ (Heb. 11:39, 40) Wie aber zeigt der Schreiber des Hebräerbriefes, daß sie Zeugen Gottes, Jehovas, waren? Das tut er in den nächsten zwei Versen:

      25 „Deshalb nun, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, laßt auch uns, indem wir jede Bürde und die leicht umstrickende Sünde ablegen, mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf, hinschauend auf Jesum, den [fürstlichen] Anführer und Vollender des Glaubens, welcher, der Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.“ — Heb. 12:1, 2, Fußnote. (Siehe auch Rotherham, engl.)

      26. Was zeigt, wessen „Wolke von Zeugen“ sie waren, und wer war also der Autor der hebräisch-aramäischen Schriften, und durch wen ließ er sie schreiben?

      26 Beachtet, daß der Schreiber des Hebräerbriefes jene, die er im elften Kapitel mit Namen aufführt oder beschreibt und die Jesus vorausgegangen waren, als eine „Wolke von Zeugen“ bezeichnet. Doch wessen Zeugen waren sie? Es gibt darauf nur e i n e Antwort: Jehovas Zeugen. Ja, im letzten der Bücher der Bibel, die vor der Zeit Jesu Christi geschrieben wurden, das heißt in der Prophezeiung Maleachis, wird Jehova achtundvierzigmal erwähnt. Jesus Christus selbst zitierte aus dieser Prophezeiung Maleachis, um deren Inspiration und Echtheit zu bestätigen und zu zeigen, daß sie ein Teil des Wortes Jehovas ist. (Matth. 11:7-15; Mal. 3:1; 4:5, 6) Somit waren alle Schreiber der kanonischen Schriften von Mose bis Maleachi Zeugen Jehovas; und alle in Hebräisch und Aramäisch aufgezeichneten inspirierten Schriften stammten von dem einen großen Autor Jehova und waren durch seine Zeugen geschrieben worden.

      CHRISTLICHE ZEUGEN JEHOVAS

      27, 28. (a) Zu welchem Zweck wurde Jesus geboren, und wieso? (b) Vor welchem politischen Herrscher bekannte er diese Tatsache, und welchen Titel empfing er deshalb?

      27 Die Christen aus den Hebräern, denen der Schreiber des Hebräerbriefes schrieb, waren von solch einer „Wolke von Zeugen“ umgeben, und sie wurden geheißen, zu ‚Jesus, dem fürstlichen Anführer und Vollender des Glaubens‘, aufzublicken, der eines Märtyrertodes gestorben war. Bedeutet das, daß auch Jesus ein Zeuge Jehovas war? Sicherlich. Jesus, der Sohn Gottes vom Himmel, stammte von Geburt aus dem Geschlecht des Königs David, vom Stamme Juda der Nation Israel. Durch Geburt war Jesus ein Glied des Volkes Israel, zu dem Jehova Gott in Jesaja 43:10-12 (NW) gesagt hatte: „‚Ihr seid meine Zeugen‘, ist der Ausspruch Jehovas.“ Somit wurde Jesus auf der Erde geboren, um ein Zeuge Jehovas zu sein. Diese Tatsache verneinte er nicht, auch nicht vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus, der Jesus zum Tode verurteilte. Als Antwort auf die Frage des Pilatus: „Also bist du ein König?“ sagte Jesus: „An dir ist es, zu sagen, daß ich ein König bin. Ich bin gerade zu dem Zweck geboren worden und zu dem Zweck in die Welt gekommen [weshalb?], um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.“ — Joh. 18:37, NW.

      28 Um hervorzuheben, daß Jesus ein Zeuge war, sagte Paulus von ihm: „Christus Jesus, der als ein Zeuge vor Pontius Pilatus die rechte öffentliche Erklärung abgab.“ (1. Tim. 6:13, NW) Ebenso schrieb der Apostel Johannes an sieben Versammlungen in der Provinz Asien: „Mögt ihr unverdiente Güte und Frieden haben von … Jesus Christus, ‚dem treuen Zeugen‘, ‚dem Erstgeborenen aus den Toten‘ und ‚dem Herrscher der Könige der Erde‘.“ — Off. 1:4, 5, NW.

      29. Wie bekannte Jesus, ein Zeuge zu sein, als er zu Nikodemus sprach?

      29 Aus Jesu eigenem Munde hören wir ferner sein Bekenntnis, Jehovas Zeuge zu sein, wenn er zu Nikodemus, einem jüdischen Lehrer in Israel, sagt: „Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und unser Zeugnis nehmet ihr nicht an. Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubet nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?“ — Joh. 3:11, 12.

      30, 31. (a) Wie spricht Johannes ferner über Jesus als einen Zeugen? (b) Welche Worte Gottes las Jesus in der Synagoge von Nazareth?

      30 Einige Verse weiter unten bemerkt der Apostel Johannes darüber folgendes: „Der vom Himmel kommt, ist über allen, [und] was er gesehen und gehört hat, dieses bezeugt er; und sein Zeugnis nimmt niemand an. Wer sein Zeugnis angenommen hat, hat besiegelt, daß Gott wahrhaftig ist. Denn der, welchen Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht nach Maß [nicht spärlich].“ (Joh. 3:31-34) Jesus sprach an dem Sabbattage, da er in seiner Heimatstadt Nazareth in der Synagoge aus Gottes Wort vorlas, in Wahrheit die Worte Gottes. Eine Jesajarolle gleich derjenigen, die im Jahre 1947 in der Nähe des Toten Meeres gefunden wurde, wurde ihm von dem Diener überreicht, und Jesus entrollte sie bis zum 1. und 2. Vers des 61. Kapitels, wo wir lesen:

      31 „Der Geist des Herrn, Jehovas, ist auf mir, weil Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, um zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen, und Öffnung des Kerkers den Gebundenen; um auszurufen das Jahr der Annehmung [Gunst, AS] Jehovas.“ — Jes. 61:1, 2; Luk. 4:16-19.

      32, 33. (a) Was sagte Jesus darauf, um zu zeigen, daß er selbst Jehovas Zeuge sei? (b) Was für ein Prophet sollte Jesus Christus sein, wie dies Petrus im Tempel zu Jerusalem zeigte?

      32 Darauf bemerkte Jesus: „Heute hat sich dieses Schriftwort, das ihr eben hörtet, erfüllt.“ Um dessen Erfüllung zu zeigen, ging er nun daran, ‚das Jahr der Gunst Jehovas auszurufen‘, zu dessen Verkündigung Jehova ihn gesalbt hatte. Jesus erwies sich somit als ein Zeuge Jehovas. (Luk. 4:20-22, NW) Nachdem er sich als ein treuer Zeuge bis zum Märtyrertod erwiesen hatte, sagte der Apostel Petrus öffentlich zu einer Menge von Anbetern Jehovas im Tempel zu Jerusalem, daß Jesus der Prophet sei, den Mose in folgenden Worten dem Volke Israel angekündigt hatte:

      33 „Einen Propheten aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, gleich mir, wird Jehova, dein Gott, dir erwecken; auf ihn sollt ihr hören … Und Jehova sprach zu mir: … Einen Propheten, gleich dir [Mose] will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erwecken; und ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und es wird geschehen, der Mann, der nicht hört auf meine Worte, die er in meinem Namen [Jehova] reden wird, von dem werde ich es fordern.“ — 5. Mose 18:15-19.

      34. Was mußte Jesus Christus tun, wenn er ein Prophet wie Mose sein sollte, und was also müssen seine Nachfolger tun, um Jesus nachzuahmen?

      34 Mose war als Prophet ein hervorragender Zeuge Jehovas, und er tat den Namen Jehova selbst vor dem mächtigen Pharao von Ägypten kund. Nicht nur der Apostel Petrus, sondern auch der christliche Märtyrer Stephanus erklärte, daß Jesus der vorausgesagte Prophet sei, der als einer wie Mose, doch größer als Mose, erweckt werden müßte. (Apg. 3:20-23; 7:37, 52, 53) In Erfüllung der mosaischen Prophezeiung war Jesus Christus ein Zeuge Jehovas, so wie Mose ein Zeuge gewesen war, doch größer als Mose. Alle, die in der christlichen Rennbahn dem ewigen Leben in Gottes neuer Welt entgegenlaufen, sollen zu Jesus Christus, dem größeren Mose, aufblicken, um ihn nachzuahmen. (Heb. 12:1, 2) Der Apostel Paulus sagte: „Werdet meine Nachahmer, wie ich Christi.“ (1. Kor. 11:1; 1. Thess. 1:6, NW) Die Tatsache tritt daher klar hervor, daß wahre Christen, wahre Nachfolger Christi, als Zeugen Jehovas ihn nachahmen müssen. Wahre Christen sind Zeugen Jehovas.

      35. (a) Bis zu wessen Bekehrung waren natürliche Juden von Geburt dazu bestimmt, Zeugen zu sein? (b) Was wurden die Juden, die das Judentum verließen, um Christen zu werden, doch was hörten die Juden auf zu sein, die sich weigerten, das Christentum anzunehmen?

      35 Die jüdischen Apostel und Jünger Jesu Christi waren ein Beweis für die Tatsache, daß echte Christen Zeugen Gottes, Jehovas, sind. In Anbetracht der Worte, die Jehova selbst zum Volke Israel sprach und die in der Jesajarolle, Kapitel 43, Verse 10 bis 12, aufgezeichnet sind, waren alle natürlichen Juden, die vor der Zeit lebten, in der Kornelius, der erste Nichtjude, zum Christentum bekehrt wurde, von Geburt dazu bestimmt, Diener und Zeugen Jehovas zu sein. Als die natürlichen Juden in den Tagen der Apostel das Judentum mit dessen Überlieferungen aufgaben und Christen wurden, hörten sie nicht auf, Zeugen Jehovas zu sein. Nein; sie wurden nun christliche Zeugen Jehovas, so wie ihr Anführer, Jesus Christus, der größere Mose, ein Zeuge war. Jene, die von Geburt Juden waren, es aber ablehnten, Jesus Christus als den größeren Mose anzunehmen, hörten auf, Zeugen Jehovas und Glieder der Klasse des nationalen „Knechtes“ Jehovas zu sein. Anderseits waren die Christen jene, die anerkannten, daß sich Jehovas Worte aus der Jesajarolle, Kapitel 55, Vers 4, auf Jesus Christus bezogen: „Siehe, ich habe ihn zu einem Zeugen für Völkerschaften gesetzt, zum Fürsten [Führer, van Eß] und Gebieter von Völkerschaften.“

      36. Was wurden die gesalbten Juden zu Pfingsten?

      36 Am Tage des Pfingstfestes im Jahre 33 n. Chr. wurden die Nachfolger Jesu aus den Juden mit Jehovas heiligem Geist gesalbt, so wie Jesus gesalbt worden war. Dadurch wurden sie nun geistliche Juden, wurden eigens dazu gesalbt, die neue Nation des geistigen Volkes Israel, die neue Nation der Diener und Zeugen Jehovas zu sein. — 1. Pet. 2:9.

      37. (a) Welche hebräischen Schrifttexte führte Petrus zu Pfingsten an, und welchen abschließenden Kommentar machte er, sie betreffend? (b) Was selbst zu sein zeigte Petrus auf diese Weise?

      37 Als der Apostel Petrus an jenem Tage bezüglich der Ausgießung des heiligen Geistes über die Christen aus den Juden erklärende Worte sprach, zitierte er aus der Schriftrolle der Prophezeiung Joels folgendes: „Danach wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch … die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln, und der Mond in Blut, ehe der Tag Jehovas kommt, der große und furchtbare. — Und es wird geschehen, ein jeder, der den Namen Jehovas anrufen wird, wird errettet werden.“ (Joel 2:28-32) Darauf führte Petrus Psalm 16:8-11 an, wo wir lesen: „Ich habe Jehova stets vor mich gestellt … Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen …“ Petrus zitierte ferner Psalm 110:1, wo es heißt: „Jehova sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.“ Als Kommentar zu diesen inspirierten Texten sagte Petrus: „Diesen Jesus auferweckte Gott, von welcher Tatsache wir alle Zeugen sind … Deshalb erkenne das ganze Haus Israel mit Gewißheit, daß Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr an den Pfahl brachtet.“ (Apg. 2:14-36, NW) Auf diese unmißverständliche Weise zeigte Petrus gleich von Anfang an, daß er als ein geistlicher Jude oder Israelit ein gesalbter Zeuge Jehovas war, nämlich des Gottes, der seinen Sohn Jesus Christus vom Tod im Scheol auferweckt und seinen heiligen Geist durch den zu seiner Rechten sitzenden Jesus Christus ausgegossen hatte.

      38. Wie bezeichnet sich Johannes durch die Worte in seinem ersten Briefe selbst als einen Zeugen, und wie wurde von Johannes am Ende der Bibel hervorgehoben, daß Jesus ein Zeuge war?

      38 Der Apostel Johannes befand sich zu Pfingsten mit Petrus in Jerusalem. Johannes bezeichnet sich deutlich als einen Zeugen des einen Gottes, dessen Name Jehova ist. In 1. Johannes 4:14 (NW) schreibt der Apostel Johannes: „Außerdem haben wir selbst geschaut und bezeugen, daß der Vater [Jehova] seinen Sohn als Erretter der Welt gesandt hat.“ Im allerletzten Buch der Bibel zitiert Johannes die Worte des verherrlichten Jesus Christus, die dieser in einer Vision zu ihm gesagt hatte: „Diese Dinge sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes.“ „Der diese Dinge bezeugt, spricht: ‚Ja, ich komme eilends.‘“ Auf diese letztere Ankündigung hin erwidert Johannes: „Amen! Komm, Herr Jesus!“ (Off. 3:14; 22:20, NW) So wurde von Johannes selbst am Ende der Bibel noch hervorgehoben, daß Jesus Christus ein Zeuge seines himmlischen Vaters, Jehovas, war, und Johannes bezeugt ferner, daß er selbst solch ein Zeuge Gottes, Jehovas, war.

      39. (a) Durch wen und wie wurden uns die letzten siebenundzwanzig Bücher der Bibel vermittelt? (b) Wie ordnete Petrus die apostolischen Schriften unter die inspirierten Heiligen Schriften ein?

      39 Johannes, Petrus und die anderen Zeugen Jehovas vom ersten Jahrhundert legten nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich Zeugnis ab. Demzufolge empfingen die Christen die letzten siebenundzwanzig Bücher der Bibel, und diese Bücher waren weder in der alten hebräischen noch in der lateinischen Sprache geschrieben worden, sondern in der gewöhnlichen griechischen Sprache, der internationalen Sprache des ersten Jahrhunderts. Jehova Gott inspirierte acht Männer seiner neuen Nation des geistigen Volkes Israel, acht gesalbte Christen aus den Juden, dazu, die Bibel bis zum Ende des ersten Jahrhunderts für uns zu vollenden. Daher zählt der Apostel Petrus die inspirierten Schriften des Apostels Paulus zu den „übrigen Schriften“, wenn er schreibt: „Betrachtet die Geduld unseres Herrn als Rettung, gleichwie euch unser geliebter Bruder Paulus nach der ihm gegebenen Weisheit ebenfalls schrieb, wenn er über diese Dinge spricht, wie er dies auch in allen seinen anderen Briefen tut. Darin jedoch sind einige Dinge schwer zu verstehen, deren Sinn die Ungelehrten und Unbefestigten verdrehen, wie sie es auch mit den übrigen Schriften tun, zu ihrem eigenen Verderben.“ — 2. Pet. 3:15, 16, NW.

      40. Von wem wurde die Bibel begonnen und von wem vollendet, und als wessen Buch kann sie daher bezeichnet werden?

      40 Somit wurde die Bibel, die nur einen Autor, Jehova Gott, hat, durch seine Zeugen vollendet, wie sie auch durch seine Zeugen begonnen worden war. Es besteht daher kein schriftgemäßer Grund, dies zu bestreiten, und es kann gesagt werden, daß „Die Bibel“ das Buch der Zeugen Jehovas ist! Stimmen wir daher in den „Halleluja!“-Ruf von Offenbarung 19:6 mit ein!

  • Die Kirche von Anfang an im Besitz der Heiligen Schrift
    Der Wachtturm 1960 | 1. Dezember
    • Die Kirche von Anfang an im Besitz der Heiligen Schrift

      1. Welchen falschen Eindruck vermittelt die Äußerung, die Christen hätten ihre Laufbahn zu Pfingsten ohne die Bibel begonnen?

      NAHM die Kirche der Christen am Pfingsttage ohne die Bibel ihren Anfang? Eine Bejahung würde nicht dem vollen Sachverhalt entsprechen. Sie würde den Gedanken vermitteln, daß die christliche Kirche ihre Laufbahn ohne die Heilige Schrift begonnen hätte und ganz von der mündlichen Überlieferung der Apostel und anderer führender Männer der Versammlung abhängig gewesen wäre, daß also wahre Christen die Bibel nicht brauchten. Dem ist aber nicht so!

      2. Begann Jesus seine Laufbahn mit der Heiligen Schrift, und welchen Beweis haben wir für die Bejahung oder Verneinung der Frage?

      2 Selbst Jesus Christus begann seine Laufbahn mit der Heiligen Schrift. Wie hätte er sonst den Versuchungen Satans, des Teufels, widerstehen und dreimal sagen können: „Es steht geschrieben“, um dann aus den Schriften Moses zu zitieren? Wie hätte er später aus der Prophezeiung Maleachis, dem letzten Buch der Hebräischen Schriften, zitieren können? Überdies kam er an seinem Auferstehungstage mit seinen Jüngern zusammen und „fing an von Moses und allen Propheten, und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm geschrieben“ stand. Später traf er mit seinen Aposteln zusammen und nahm Bezug auf die drei allgemeinen Teile der Hebräischen Schriften, wenn er sagte: „Das sind die Worte, die ich zu euch geredet habe, da ich noch bei euch war: daß alles erfüllt werden müsse, was im Gesetze Moses, in den Propheten und Psalmen von mir geschrieben steht.“ (Matth. 4:1-10; 11:10-14; Luk. 24:27, 44, Al) Jesus hätte das nicht tun können, wenn er nicht alle Bücher oder biblía der inspirierten Schriften gehabt und gelesen hätte. Wenn er predigte, zitierte er immer daraus.

      3. Was war der christlichen Kirche bei ihrer Gründung zu Pfingsten in bezug auf die Bibel zugänglich?

      3 Auch als die christliche Kirche am Pfingsttage ihren Anfang nahm, besaß sie von Anfang an alle Heiligen Schriften, in Hebräisch und Aramäisch, vom ersten Buche Mose bis Maleachi. Zu dieser Kirche gehörten auch sechs der acht Gläubigen aus den Juden, die dazu gebraucht wurden, die übrigen siebenundzwanzig Bücher der Heiligen Schrift in der gewöhnlichen griechischen Sprache zu schreiben. Und was das Wichtigste ist: Zu Pfingsten war bei der christlichen Kirche der eine unsterbliche Autor aller Bücher der Bibel, nämlich Jehova Gott, durch den heiligen Geist zugegen. Ferner stand der christlichen Kirche die erste schriftliche Übersetzung der Heiligen Schrift, die griechische Übersetzung der Hebräischen Schriften, zur Verfügung, die während des dritten und zweiten Jahrhunderts vor der Gründung der christlichen Kirche gemacht worden war.

      4. Worauf stützte sich die Kirche in Lehrfragen, und was zitierte sie als ihre Autorität?

      4 Somit stützte sich die christliche Kirche nicht auf Überlieferungen. Schon vor Beginn der christlichen Kirche war der vollständige Kanon der Hebräischen Schriften vorhanden, und die Kirche stützte sich auf diese Schriften. Wie die Worte des Apostels Petrus es dartun, verließ sich die Kirche auf jene inspirierten Heiligen Schriften und machte von Pfingsten an von ihnen Gebrauch. Die acht jüdischen Schreiber der übrigen Bücher der Bibel bezogen sich immer auf diese Hebräischen Schriften und führten Texte daraus an.

      5. Entschied die christliche Kirche, welche Schriften den Kanon der Hebräischen Schriften bilden sollten, und welches sind die geschichtlichen Tatsachen hinsichtlich dieser Frage?

      5 Die Hebräischen Schriften sind somit nicht von der christlichen Kirche hervorgebracht worden. Sie hat sie nicht einmal zusammengestellt. Diese Arbeit war nämlich schon über hundert Jahre vor der Entstehung der Kirche getan worden. Die Entscheidung darüber, welche Schriften der Kanon oder das maßgebende Verzeichnis der echten, inspirierten Hebräischen Schriften enthalten sollte, blieb nicht der christlichen Kirche überlassen. Auch wurde der hebräische Kanon nicht durch die griechische Übersetzung bestimmt, die als die griechische Septuaginta bekannt wurde. Diese vorchristliche Übersetzung wurde von Juden in Ägypten, nämlich in Alexandria, für die dortige jüdische Niederlassung und für griechisch sprechende Juden, die anderswo lebten, hergestellt. Zuerst enthielt die Septuaginta nur die Übersetzung der inspirierten Hebräischen Schriften, später aber wurden ihr andere Bücher in Griechisch beigefügt, die Apokryphen genannt wurden. Daher war der Kanon oder waren die zum Verzeichnis der heiligen Bücher gehörenden Schriften der griechisch sprechenden Juden in Alexandria von dem Jerusalemer oder dem palästinischen Kanon verschieden. Die Große Synagoge von Jerusalem hatte diesen Kanon in den Tagen des jüdischen Landpflegers Nehemia im fünften Jahrhundert vor Christus oder kurz danach festgelegt. — Neh. 10:1-28.

      6. (a) Wurde der Kanon der vorchristlichen Schriften vor der Entstehung der griechischen Septuaginta festgelegt oder nicht? (b) Wie bestätigen Jesus Christus und die acht Jünger Jesu, die Schreiber der Heiligen Schrift waren, den echten Kanon?

      6 Die Zeit, in der die Große Synagoge ihren Einfluß ausübte, dauerte bis etwa 300 v. Chr., und danach entstand der jüdische Sanhedrin oder der jüdische Gerichtshof. Somit war der Jerusalemer Kanon schon festgelegt, bevor mit der Arbeit an der griechischen Septuaginta begonnen wurde. Er enthielt nur die neununddreißig inspirierten hebräisch-aramäischen Bücher vom 1. Buch Mose bis Maleachi und schloß die apokryphischen Bücher, die der griechischen Septuaginta beigefügt wurden, aus. Jesus und die acht Schreiber der Christlichen Griechischen Schriften bestätigten diesen Jerusalemer Kanon von neununddreißig Büchern, denn sie alle zitierten aus diesem Kanon, doch niemals aus den Apokryphen, die zur griechischen Septuaginta hinzugefügt waren. Auch wenn diese acht inspirierten Schreiber in Griechisch aus der Septuaginta zitierten, ließen sie die apokryphischen Bücher außer acht.

      7. (a) Wie „schuf“ die römisch-katholische Kirche, gemäß den Worten, in denen sie sich darüber ausdrückt, die Bibel? (b) Warum stimmt die Zahl ihrer Bücher mit der Zahl der in nichtkatholischen Bibeln vorhandenen nicht überein?

      7 Die führende Religionsorganisation der Christenheit ist daher im Unrecht, wenn sie sich rühmt, die römisch-katholische Kirche habe die Bibel gemacht, weil ihr Konzil in Karthago im Jahre 397 n. Chr. ihren Kanon heiliger Bücher festlegte. Gemäß der Entscheidung des Konzils von Karthago würde die Bibel dreiundsiebzig Bücher enthalten, während die Bibel, die heute von nichtkatholischen Bibelgesellschaften herausgegeben wird, nur sechsundsechzig Bücher enthält. Dem ist so, weil das römisch-katholische Konzil von Karthago zu dem sogenannten „Alten Testament“ ihrer Bibel sieben apokryphische Bücher, deutero-kanonische Bücher, wie Katholiken sie nennen, hinzufügte und außerdem zu zwei protokanonischen Büchern Zusätze machte.

      8. Was ließ das Konzil von Karthago bezüglich des Kanons außer acht, und wie erweist sich die Behauptung der römisch-katholischen Kirche, sie sei in dieser Hinsicht unfehlbar, als falsch?

      8 Indem das Konzil von Karthago dies tat, ließ es den Jerusalemer Kanon der inspirierten Hebräischen Schriften außer acht, der von Jesus Christus und seinen acht Jüngern, den inspirierten Bibelschreibern, bestätigt worden war. Wie kann denn die Religionsorganisation der Vatikanstadt mit Recht behaupten, ihr Konzil von Karthago, das im Jahre 397 n. Chr. stattfand, habe die Bibel „geschaffen“? Die echte Bibel enthält nur die inspirierten Bücher, deren Autor Jehova Gott ist. Sie schließt die sieben nichtinspirierten apokryphischen Bücher und Zusätze, die voll Irrtümer sind und nicht von Jehovas ehemaligen Zeugen hergestellt wurden, nicht ein. Das Konzil von Karthago entschied in Wirklichkeit, was in die autorisierte lateinische Übersetzung, in die lateinische Vulgata, aufgenommen werden sollte, die zu machen Hieronymus damals gerade im Begriff stand; aber es entschied schließlich nicht, was für heutige Nichtkatholiken zur Bibel gehören sollte. Es entschied nicht für die Zeugen Jehovas von heute, aus welchen Büchern die Bibel bestehen soll, noch schuf es diese für sie. Der Anspruch auf Unfehlbarkeit, den die römisch-katholische Kirche in bezug auf die Zusammenstellung der Bibel erhebt, ist somit widerlegt und als falsch nachgewiesen.

      BEWAHRUNG DER SCHRIFT

      9. (a) Hätten wir heute ohne die römisch-katholische Kirche wirklich keine Bibel? (b) Woraus geht hervor, ob ihre offizielle Bibelübersetzung inspiriert ist oder nicht?

      9 Stimmt es denn, daß wir ohne die römisch-katholische Kirche heute keine Bibel hätten? Die Prüfung des Tatbestandes ergibt ein Nein! Die Bücher der ursprünglichen Bibel wurden unter Inspiration in Hebräisch, Aramäisch und Griechisch geschrieben. Sie mußten in die lateinische und in andere alte und moderne Sprachen übersetzt werden. Nun ist aber eine Übersetzung nicht inspiriert, nicht einmal die von Hieronymus hergestellte lateinische Übersetzung, was sich daraus zeigt, daß sie durch Katholiken mehrmals revidiert worden ist.

      10. (a) Auf wie viele griechische Manuskripte verlassen sich neuzeitliche Übersetzer des „Neuen Testamentes“ hauptsächlich? (b) Wo ist das Vatikanische Manuskript Nr. 1209 zu finden, und auf welche Weise ist das Sinaitische Manuskript zugänglich geworden?

      10 In der Neuzeit haben sich Bibelübersetzer für ihre Arbeit am sogenannten „Neuen Testament“ auf drei grundlegende griechische Manuskripte verlassen. Das eine ist das Vatikanische Manuskript Nr. 1209, das aus dem vierten Jahrhundert nach Christus stammt. Es ist heute in der Bibliothek der Vatikanstadt zu finden, soll aber, gemäß der Katalogisierung, erst vom Jahre 1481 n. Chr. an in dieser Bibliothek liegen. Wie es dorthin kam, scheint niemand zu wissen. Das nächste ist das Sinaitische Manuskript, das ebenfalls aus dem vierten Jahrhundert stammt. Der deutsche Gelehrte Tischendorf fand es im Jahre 1844, allerdings nicht in Rom, sondern im griechisch-orthodoxen Katharinenkloster am Berge Sinai in Arabien. Der Zar von Rußland ordnete an, daß Tischendorf das Sinaitische Manuskript im Jahre 1862 veröffentlichte. Es wurde im Jahre 1933 der kommunistischen Sowjetregierung abgekauft, und man kann es jetzt im Britischen Museum in London, England, besichtigen.

      11. Wie gelangte das Alexandrinische Manuskript an den Ort, wo es sich jetzt befindet, und was enthalten dieses und auch das Sinaitische Manuskript, was jedoch im Vatikanischen Manuskript Nr. 1209 fehlt?

      11 Das dritte alte Manuskript in Kodexform ist das Alexandrinische, das aus dem fünften Jahrhundert stammt. Es wurde von Alexandria, Ägypten, in die Türkei, nach Konstantinopel, gebracht, und zwar von Kyrillos Lukaris, einem griechisch-orthodoxen Theologen, der sehr gegen die Vereinigung der griechischen Kirchen mit dem päpstlichen Rom eintrat. Lukaris wurde im Jahre 1602 zum griechischen Patriarchen von Alexandria ernannt und im Jahre 1621 zum Patriarchen von Konstantinopel gewählt. Im Jahre 1624 wurde er überredet, das Alexandrinische Manuskript dem protestantischen König Jakob I. von England zu geben, doch gelangte es erst im Jahre 1628, zur Regierungszeit Karls I., dorthin. Auch dieses ist im Britischen Museum, London, ausgestellt. Im Alexandrinischen und im Sinaitischen Manuskript sind die biblischen Bücher 1. und 2. Timotheus, Titus und die Offenbarung (Apokalypse) enthalten, die im Vatikanischen Manuskript Nr. 1209 fehlen.

      12. Wurde somit die Religionsorganisation des Vatikans damit betraut, die ältesten griechischen Manuskripte aufzubewahren?

      12 Somit zeigt sich, daß die Religionsorganisation des Vatikans nicht — wie sie sagt — die einzige gewesen ist, die mit der Aufbewahrung der ältesten Texte des sogenannten „Neuen Testamentes“, der siebenundzwanzig biblischen Bücher, betraut wurde, die von den acht inspirierten jüdischen Jüngern Jesu Christi geschrieben worden sind.

      13. Welche alten Manuskripte, die hebräische und aramäische Bibeltexte enthalten und kürzlich entdeckt worden sind, sind nicht von der römisch-katholischen Kirche bewahrt worden?

      13 Und was ist nun von den Manuskripten der neununddreißig inspirierten Bücher der vorchristlichen, hebräisch-aramäischen Schriften zu sagen? Bestimmt hat die römisch-katholische Kirche nichts damit zu tun gehabt, die Schriftrollen vom Toten Meer aufzubewahren, die im Jahre 1947 entdeckt worden sind. Sie hatte nichts damit zu tun, die Geniza oder den Lagerraum der jüdischen Synagoge in Alt-Kairo, Ägypten, zu bewahren, der im Jahre 1890 von Solomon Schechter entdeckt und dem erstaunliche Mengen Bibelmaterial und anderes religiöses Material entnommen wurden, um es an verschiedene Bibliotheken und Stellen, an denen Manuskripte gesammelt wurden, zu verteilen.

      14. Seit welcher Zeit wurde der Kanon der Hebräischen Schriften abgeschrieben, und welche Tatsachen zeigen, ob die Juden in den Tagen Jesu und seiner Apostel ihre Bibel besaßen oder nicht?

      14 Die römisch-katholische Kirche war nicht die einzige Religionsorganisation, die Abschreiber der heiligen Schriften hatte. Schon seit den Tagen des jüdischen Schriftgelehrten, des Priesters Esra, eines Zeitgenossen des Landpflegers Nehemia von Jerusalem, ging die Arbeit des Abschreibens der kanonischen Hebräischen Schriften vonstatten. Abschriften wurden für den Gebrauch der jüdischen Synagogen von jüdischen Schriftgelehrten gemacht, und zwar in den Ländern, in denen die Juden in der Zerstreuung lebten. In der Synagoge von Nazareth las Jesus aus einer Jesajarolle vor. In der Synagoge von Antiochien in Pisidien sprach der Apostel Paulus, nachdem er der öffentlichen Vorlesung aus dem Gesetz und den Propheten zugehört hatte. (Apg. 13:15) Und in Jerusalem sagte die Versammlung der Apostel und der älteren Männer um das Jahr 49 n. Chr. der ganzen Versammlung in ihrem Beschluß u. a. folgendes: „Denn Mose hat seit alten Zeiten in verschiedenen Städten solche gehabt, die ihn predigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.“ (Apg. 15:21, NW) Im folgenden Jahr forschten die Juden, die den Apostel Paulus in ihrer Synagoge in Beröa, Mazedonien, predigen hörten, täglich in den Schriften, um zu sehen, ob das, was die Apostel ihnen sagten, im Vergleich mit der biblischen Prophezeiung auf Wahrheit beruhte. (Apg. 17:11) Nachdem Paulus um das Jahr 59 n. Chr. in Rom eingetroffen war, suchte er die dort wohnenden Juden anhand ihrer eigenen Abschriften des Gesetzes Moses und der Schriften der Propheten in bezug auf Jesus Christus zu überzeugen. (Apg. 28:16-23) Die Juden besaßen zweifellos damals ihre Bibel.

      15. Was geschah in bezug auf das Abschreiben der Hebräischen Schriften, nachdem die vollständige Bibel von sechsundsechzig Büchern geschrieben worden war?

      15 Selbst nachdem der Bibelkanon von sechsundsechzig inspirierten Büchern um das Ende des ersten Jahrhunderts vollendet war, machten die jüdischen Schriftgelehrten weiterhin handschriftliche Kopien ihrer heiligen Schriften, der neununddreißig inspirierten hebräischen Bücher. Mit der Zeit wurde die Abschreibarbeit von den massoretischen Schreibern übernommen, die überaus gewissenhaft darauf bedacht waren, den kanonischen Text der Hebräischen Schriften zu bewahren. Massoreten des Ostens, denen Ben Naftali, und Massoreten des Westens, denen Ben Ascher vorstand, waren vom sechsten bis zum neunten Jahrhundert unserer gewöhnlichen Zeitrechnung am Werke.

      16. Welche Behandlung widerfuhr den Juden und ihren Schätzen, den Hebräischen Schriften, während des finsteren Mittelalters der Christenheit, doch welche Abschreibarbeit nahm ihren Fortgang?

      16 Im Mittelalter nahm die Finsternis in der römisch-katholischen Christenheit zu, und die Verfolgung der Juden durch die römisch-katholische Hierarchie nahm mittels ihrer schrecklichen Kreuzzüge und Inquisition ihren Fortgang. Jüdische Synagogen wurden in Brand gesteckta, natürlich samt deren Schätzen an hebräischen Schriften, und die Juden wurden aus gewissen Ländern vertrieben, zum Beispiel im Jahre 1492 aus Spanien, also in dem Jahre, in dem Kolumbus Amerika entdeckte. Sie wurden in Ghettos zusammengepfercht, und das jüdische Ghetto im päpstlichen Rom wurde erst im Jahre 1870 gesprengt, als die italienischen Befreier die Stadt überfluteten und dem Papst die Herrschaft entrissen. Trotz dieser schrecklichen Behandlung der Juden von seiten der Christenheit machten Juden weitere Abschriften der hebräischen Heiligen Schriften, um Kopien für die jüdischen Synagogen und für den privaten Gebrauch zur Verfügung zu haben.

      17, 18. (a) Wie zogen die Juden schon frühzeitig Nutzen aus der Erfindung der Buchdruckerkunst? (b) Wann erschien die erste vollständige hebräische Bibel, von wem wurde sie herausgegeben, und wozu benutzte ein protestantischer Reformator ein Exemplar einer hebräischen Bibel?

      17 Dann wurde um das Jahr 1450 in Deutschland die Buchdruckerkunst erfunden. Das erste Buch, das gedruckt wurde, war die lateinische Vulgata-Bibel. Schnell benutzten die Juden diese Erfindung zum Druck ihrer Bibel in Hebräisch für den Privatgebrauch, wenn auch Schriftrollen für den Dienst in Synagogen weiterhin von jüdischer Hand angefertigt wurden. Im Jahre 1473 wurde eine Presse zum Druck hebräischer Schriften aufgestellt, und im Jahre 1477 druckte man 300 Exemplare eines Teils der Bibel.

      18 Später, am 23. Februar 1488, gab die jüdische Druckerei Josua Solomon Israel Nathan in Soncino im Herzogtum Mailand die erste vollständige Ausgabe der hebräischen Bibel mit Vokalen und Akzentzeichen heraus. In Brescia wurde die Druckpresse von Gerson Ben Moses Soncino aufgestellt, und im Mai 1494 wurde eine vollständige hebräische Bibel herausgegeben. Ein Exemplar dieser hebräischen Bibel benutzte der Reformator Martin Luther, um seine Bibelübersetzung ins Deutsche zu machen, die er im Jahre 1534 fertigstellte.

      19. Welches religiöse Werk haben also die Juden heute immer noch, und wem schulden sie keinen Dank diesbezüglich?

      19 Bis auf diesen Tag haben die Juden ihre Bibel, und sie stimmt mit dem „Alten Testament“ der protestantischen oder nichtkatholischen Bibeln überein. Für die Bewahrung des inspirierten Textes der Hebräischen Schriften ist man also der römisch-katholischen Kirche nicht Dank schuldig, die jedoch beansprucht, die von Gott beauftragte Eigentümerin, Auslegerin und Bewahrerin der Bibel zu sein, und das trotz ihres schändlichen Rufes, Bibeln vernichtet zu haben.

      20. Wem muß die Bewahrung des inspirierten Textes der Bibel zugeschrieben werden, und durch wen ist sie geschrieben und für wen bewahrt worden?

      20 Nein, keiner Religionsorganisation der Christenheit, sondern Jehova Gott muß die Bewahrung des inspirierten Textes seines heiligen Wortes zugeschrieben werden, denn er ist dessen einziger Autor. In der Jesajarolle (40:8) hat er niederschreiben lassen: „Das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit.“ Er hat die vollständige Bibel durch seine treuen Zeugen abfassen lassen und hat sie für den weltweiten Gebrauch der heutigen Zeugen Jehovas bis heute bewahrt. (1. Pet. 1:25) Ihm sei aller Dank durch Jesus Christus!

      Jehova ist in seinem heiligen Tempel. Jehova — in den Himmeln ist sein Thron; seine Augen schauen, seine strahlenden Augen prüfen die Menschensöhne. Jehova selbst prüft den Gerechten wie auch den Bösen. — Ps. 11:4, 5, NW.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen