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Eine Prüfung der DemutDer Wachtturm 1972 | 15. Juni
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in gewissen Eigenschaften überlegen sind. Einige Brüder zeichnen sich dadurch aus, daß sie Einfühlungsvermögen, Güte, Freundlichkeit und Freigebigkeit bekunden. Andere haben ein ausgezeichnetes Verständnis der Heiligen Schrift und können sie wirkungsvoll anwenden, wenn Probleme entstehen. Wieder andere haben bemerkenswerten Eifer, Begeisterung und Tatkraft. Es ist so, daß kein einzelner all die wünschenswerten Eigenschaften in völlig ausgeglichenem Maße besitzt. Daher freuen sich diese demütigen früheren leitenden Prediger über die Bereicherung, die der turnusgemäße Wechsel des Vorsitzes für alle Glieder der Versammlung bewirkt. (Vergleiche 1. Korinther 12:4-11.)
Auch die Demut der Brüder, die ernannt worden sind, turnusgemäß als neue Vorsitzende oder leitende Prediger zu dienen, wird auf die Probe gestellt. Werden sie nun versuchen, ihre Vorstellungen auf die Versammlung zu übertragen und Änderungen vorzunehmen, die ihrem persönlichen Geschmack entsprechen? Nicht, wenn sie wirklich demütig und bescheiden sind. Sie erkennen an, daß sie durch ihre Ernennung nicht zum bedeutendsten Mann in der Versammlung werden. Sie wissen nicht alles. Sie sind lediglich Glieder der Ältestenschaft. Sie benötigen den Ausgleich, den die anderen Brüder bewirken. Es ist so, wie es in Sprüche 15:22 heißt: „Bei der Menge der Ratgeber kommt etwas zustande.“ Ja, eine Ältestenschaft, die als einheitliches Ganzes wirkt, kann das Schöne der göttlichen Eigenschaften auf eine Weise widerspiegeln, wie es kein einzelner je tun könnte. Das bedeutet, daß sich jeder Älteste frei fühlen muß, sich zu äußern und Vorschläge oder Empfehlungen vorzutragen, die die anderen Ältesten dann erwägen.
EINE PRÜFUNG DER DEMUT FÜR CHRISTLICHE JUGENDLICHE
Die jungen Männer, die noch unter zwanzig oder Anfang der Zwanzigerjahre sind, stehen ebenfalls vor einer Prüfung der Demut. Einige von ihnen haben ausgezeichnete Eigenschaften und können sich gut ausdrücken. Aber es fehlt ihnen die Weisheit und Erfahrung, die diejenigen benötigen, die lehren, ermahnen, zurechtweisen und Dinge besonders ernster Art in der Versammlung des Volkes Gottes beurteilen. Da Brüder unter zwanzig nicht einmal als Dienstamtgehilfen eingesetzt werden, mögen einige von ihnen denken, für sie gebe es nichts zu tun. Wie können solche jungen Männer die richtige Einstellung gegenüber der Vorkehrung Jehovas bewahren?
Es wäre für sie gut, die vielen Dinge zu betrachten, die sie im Dienst für Jehova und für ihre Brüder tun können. Da sie gewöhnlich frei von Familienpflichten sind, können sie mehr Zeit darauf verwenden, Gottes Wort zu studieren und darüber nachzusinnen. So können sie einen ausgezeichneten Schatz der Erkenntnis zusammentragen, was ihnen eine große Hilfe sein wird, wenn sie sich einmal eignen, als Älteste zu dienen. Dem, was junge Männer tun können, um anderen die gute Botschaft zu verkündigen, sind keine Grenzen gesetzt. Auch können sie ihre Talente und Fähigkeiten zur Verfügung stellen, um Ältesten und Dienstamtgehilfen bei der Verrichtung ihrer Arbeit zu helfen. Dadurch, daß sie hilfsbereit, zuverlässig und aufmerksam sind und sich dem Dienst Jehovas völlig widmen, können sie die Achtung und das Vertrauen der ganzen Versammlung gewinnen. (Apg. 16:1, 2) Auch erkennt die gesamte Ältestenschaft, daß solche jungen Männer die Eigenschaften offenbaren, die von Männern erwartet werden, die zur gegebenen Zeit als Dienstamtgehilfen eingesetzt werden könnten.
Es ist gut, wenn junge Männer daran denken, daß gemäß der biblischen Vorkehrung nicht nur einige, sondern alle Brüder in der Versammlung, die den nötigen Voraussetzungen entsprechen, zu Dienstamtgehilfen oder zu Ältesten ernannt werden können. Offensichtlich ist es jedoch so, daß Personen unter zwanzig Jahren, sofern sie sich nicht wirklich anstrengen, gute christliche Eigenschaften zu entwickeln, diese Eigenschaften nicht haben werden, wenn sie älter sind. Die Jugendzeit bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, darauf hinzuarbeiten, die Eigenschaften zu erwerben, die für Mitgläubige ein Segen und eine Quelle der Ermunterung sein werden.
Junge Männer können großen Nutzen aus der Gemeinschaft mit denen, die Älteste sind, und mit anderen älteren Personen, die gute christliche Eigenschaften bekunden, ziehen. In Sprüche 13:20 heißt es: „Wer mit Weisen wandelt, wird weise werden.“ Zwar mag ein junger Mann eine Zeitlang warten müssen, bis er zu einem Dienstamtgehilfen und schließlich zu einem Ältesten ernannt wird, doch sollte das kein Grund zur Beunruhigung sein. Es ist viel besser, erst dann zu dienen, wenn man sich bereits in der Heiligen Schrift gut auskennt und eine gute Lebenserfahrung besitzt. Verdienen unsere Brüder nicht das Beste, was biblischen Rat und biblische Belehrung betrifft? Bestimmt möchten wir nicht, daß sie schlechter gehütet werden, nur damit uns persönlich Vorteile daraus erwachsen.
EINE PRÜFUNG DER DEMUT FÜR JEDEN
Wenn wir darüber nachdenken, so ist die von Gott angeordnete Einrichtung in den Versammlungen der christlichen Zeugen Jehovas wirklich eine Prüfung der Demut aller, die mit den Versammlungen verbunden sind. Die Ältesten müssen demütig sein, um das inspirierte Gebot zu befolgen: „Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet.“ (1. Petr. 5:2, 3) Es erfordert auch Demut von allen anderen Gliedern der Versammlung, mit den Ältesten zusammenzuarbeiten, ihre Entscheidungen zu unterstützen und ihnen bei der Verrichtung ihrer wichtigen Aufgabe zu helfen. Dies entspricht der biblischen Ermahnung: „Gehorcht denen, die unter euch die Führung übernehmen, und seid unterwürfig, denn sie wachen beständig über eure Seelen als solche, die Rechenschaft ablegen werden, damit sie dies mit Freude und nicht mit Seufzen tun mögen, denn das wäre euch zum Schaden.“ — Hebr. 13:17.
Zwar sind die Ältesten unvollkommene Menschen. Sie machen Fehler. Aber wenn vollkommene Engelsöhne Gottes bereit sind, ihren und unseren Bedürfnissen zu dienen, dann sollten wir uns bestimmt alle demütig der Einrichtung Jehovas unterwerfen. Mit diesen Männern zusammenzuarbeiten kann viel zu unserem Glück und Wohl beitragen. Mögen wir alle daher jede Anstrengung machen, um die Prüfung der Demut erfolgreich zu bestehen, was zur Ehre unseres demütigen himmlischen Vaters, Jehovas Gottes, dient.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1972 | 15. Juni
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Fragen von Lesern
● In 2. Timotheus 3:6, 7 heißt es: „Aus ihrer Mitte stehen die Männer auf, die sich auf schlaue Weise Eingang in die Häuser verschaffen und schwache Frauen gefangennehmen, die, mit Sünden beladen, von mancherlei Begierden getrieben werden, die allezeit lernen und doch niemals imstande sind, zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit zu kommen.“ Wer sind die in diesem Text erwähnten Männer und Frauen? — USA.
Aus dem vorangehenden Vers (2. Tim. 3:5) geht hervor, daß diese verderbten Männer aus einem Kreis von Personen hervorgehen, „die eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen“. Sie gleichen den Menschen, die der Apostel Paulus als „falsche Apostel“ beschreibt, als „betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen“, und als „Diener Satans“, die „immer wieder die Gestalt von Dienern der Gerechtigkeit annehmen“. (2. Kor. 11:13-15) Im ersten Jahrhundert
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