Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Sind alkoholische Getränke etwas für dich?
    Mache deine Jugend zu einem Erfolg
    • Kapitel 14

      Sind alkoholische Getränke etwas für dich?

      1—4. (a) Sind unter deinen Freunden einige, die Alkohol trinken? (b) Wie denken die Leute hier im allgemeinen über den Genuß von Alkohol? Hat man darüber überall dieselbe Ansicht?

      JUNGE Menschen sehen sich dieser Frage heute immer öfter gegenüber. Der Alkoholkonsum unter Jugendlichen steigt stetig an. Viele wenden sich dem Alkohol anstelle von Drogen zu. Es ist gut, wenn man über den Alkohol und seine Wirkung Bescheid weiß, denn das kann einem helfen, in dieser Frage vernünftig zu urteilen. Das wird sich zu unserem ewigen Wohl auswirken.

      2 Alkoholische Getränke gibt es sehr viele. Einige, wie das Bier, haben einen geringen, andere, so die meisten Tischweine, einen etwas höheren Alkoholgehalt. Dann gibt es die sogenannten Spirituosen, hochprozentige alkoholische Getränke, wie Weinbrand, Whisky, Gin und Wodka.

      3 Auch die Trinksitten und die Einstellung zum Alkoholgenuß überhaupt sind überall anders. In einigen Ländern, wie Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland, ist es allgemein üblich, zu den Mahlzeiten Wein zu trinken. Der Grund hierfür mag darin liegen, daß es schwierig ist, gutes Wasser zu bekommen. Vielleicht ist es auch einfach Sitte. Aber selbst in diesen Ländern haben nicht alle Menschen dieselbe Einstellung zu alkoholischen Getränken. Darüber hinaus ist auch die Verträglichkeit alkoholischer Getränke von Land zu Land und von Person zu Person verschieden. Das sollte man berücksichtigen, wenn man eine vernünftige Einstellung zu diesen Getränken entwickeln möchte.

      4 Angesichts dieser Tatsachen erhebt sich die Frage: Gibt es einen zuverlässigen, vernünftigen Maßstab, an den wir uns halten können? Jawohl, die Bibel ist ein solcher Maßstab. Wenn wir jetzt betrachten, was sie darüber sagt, können wir selbst feststellen, wie vernünftig und ausgeglichen ihr Rat ist.

      EIN AUSGEWOGENER STANDPUNKT

      5—7. (a) Was sagt die Bibel darüber, ob Gottes Volk in alter Zeit Wein trank? (b) Könntest du ein Beispiel dafür anführen, daß etwas, was an sich gut ist, ernste Probleme hervorrufen kann, wenn es mißbraucht oder vorzeitig gebraucht wird?

      5 Die Bibel zeigt, daß der Wein schon in alter Zeit ein beliebtes Tischgetränk war, von dem bereits Abraham, Isaak und viele andere Gebrauch machten. Jesus sorgte auf einem Hochzeitsfest für Wein, und der Apostel Paulus gab Timotheus den Rat: „Trinke . . . ein wenig Wein um deines Magens und deiner häufigen Erkrankungen willen“ (1. Timotheus 5:23).

      6 Mit Recht zählt die Bibel den Wein zu den Dingen, die Gott dem Menschen zum Segen und zur Freude gegeben hat. In einem Psalm heißt es: „Er läßt grünes Gras für die Tiere sprossen und Pflanzenwuchs zum Dienste der Menschheit . . . und Wein, der das Herz des sterblichen Menschen erfreut“ (Psalm 104:14, 15). Die Bibel zeigt ferner, daß Gottes Volk auch Bier und starke alkoholische Getränke kannte.

      7 Bedeutet das, daß es nicht nötig ist, beim Genuß alkoholischer Getränke Vorsicht walten zu lassen? Ganz und gar nicht. Die Bibel zeigt auch die Kehrseite der Medaille. Es gibt vieles im Leben, was an sich nicht verkehrt ist, was aber, wenn es mißbraucht oder vorzeitig gebraucht wird, schwerwiegende Folgen haben kann. Gott hat dem Menschen die Fähigkeit verliehen, sich fortzupflanzen, aber die Anwendung dieser Fähigkeit ist auf eine ehrbare Ehegemeinschaft beschränkt und kann eine schwere Verantwortung mit sich bringen: die Sorge um eine Familie. Feuer, Dampf, Elektrizität und Werkzeuge können dem Menschen bei seiner Arbeit gute Dienste leisten; werden sie aber auf unachtsame Weise gebraucht, so können sie großen Schaden stiften. Auch der Genuß alkoholischer Getränke kann schwere Folgen haben, wenn man keine Vorsicht übt.

      WIE ALKOHOL WIRKT

      8—11. (a) Wie wirkt sich eine kleine Menge Alkohol im Körper aus? Was geschieht bei größeren Alkoholmengen? (b) Wie beschreibt Sprüche 23:29-35 die Auswirkungen des übermäßigen Alkoholgenusses? Hast du schon einmal jemand gesehen, dem es so erging?

      8 Betrachten wir einmal, welche Wirkung der Alkohol auf den menschlichen Organismus hat. Im Gegensatz zu anderen Nährstoffen muß er nicht erst in eine zur Aufnahme geeignete Form umgewandelt werden. Er gelangt schon bald vom Magen und vor allem vom Dünndarm aus über die Blutbahn in das Gehirn, die Leber und in andere Körperorgane. Der Alkohol liefert Kalorien, indem er vom Körper abgebaut wird und auf diese Weise als Brennstoff dient. Der größte Teil dieser Arbeit wird von der Leber verrichtet. Die Lunge und die Nieren kommen ihr zu Hilfe, indem sie einen Teil des Alkohols durch den Atem und den Urin ausscheiden.

      9 Wie wirkt sich der Alkohol, wenn er einmal in der Blutbahn ist, auf den Menschen aus? In geringen Mengen wirkt er wie ein mildes Beruhigungsmittel. Sind es größere Mengen, dann wird die Funktion der „Schaltstellen“ des Gehirns gehemmt oder unterdrückt, was bei einigen Personen bewirkt, daß sie sehr gesprächig, unternehmungslustig oder sogar aggressiv werden. Bestimmt haben wir das schon beobachten können.

      10 Bei noch stärkerer Alkoholwirkung wird das Gehirn erheblich geschwächt, das Zentralnervensystem wird beeinflußt, und es treten Gleichgewichtsstörungen ein. Der Betreffende kann deshalb nicht mehr richtig gehen, sieht nicht mehr gut, hat Mühe beim Sprechen und kann nicht mehr klar denken. Was das Problem noch verschlimmert, ist, daß der Alkohol in ihm das Gefühl erzeugt, seine Sinne würden besser reagieren als sonst. Er ist deshalb gewöhnlich der letzte, der erkennt, daß er zuviel getrunken hat. Und ist er erst einmal betrunken, so braucht es seine Zeit, bis er wieder nüchtern ist.

      11 Man betrachte das folgende anschauliche Bild des Unbehagens und der Gefahren, die der übermäßige Alkoholgenuß mit sich bringt. Es ist der Bibel entnommen und stammt aus Sprüche 23:29-35: „Wer hat Weh? Wer hat Unbehagen? Wer hat Streitigkeiten? Wer hat Besorgnis? Wer hat Wunden ohne Grund? Wer hat Trübung der Augen? Die sich lange Zeit beim Wein aufhalten, die einkehren, um Mischwein zu probieren. . . . Deine eigenen Augen werden fremdartige Dinge sehen, und dein eigenes Herz wird verkehrte Dinge reden. Und du wirst gewiß wie einer werden, der im Herzen des Meeres liegt [der ebenso bestürzt und hilflos ist wie ein Ertrinkender], ja wie einer, der auf der Spitze eines Mastes liegt [wo das Schaukeln eines Schiffes am meisten verspürt wird]. ‚Sie haben mich geschlagen, aber ich wurde nicht krank; sie haben mir Streiche versetzt, aber ich wußte es nicht [denn der Betrunkene nimmt nicht wahr, was um ihn herum vor sich geht, und spürt den Schmerz seiner Wunden oft erst, wenn er nüchtern geworden ist].‘ “ Das hört sich bestimmt nicht sehr verlockend an. So aber ergeht es jemandem, der sich betrinkt.

      EIN WACHSENDES PROBLEM

      12—17. (a) Wie groß ist das Problem des Alkoholmißbrauchs unter Jugendlichen? Wie werden sie zu Trinkern? (b) Welche Absichten hat jemand vielleicht in Wirklichkeit, wenn er uns zum Trinken veranlassen will? (Habakuk 2:15).

      12 Stehen junge Leute aber tatsächlich in der Gefahr, sich zu betrinken oder sogar Alkoholiker zu werden? Jawohl. Donald G. Phelps, Direktor des US-Instituts für Alkoholmißbrauch und Alkoholismus in Washington, sagte:

      „Die Zahl der Trinker ist unter den Jugendlichen etwa genauso hoch wie unter den Erwachsenen. Nach einer Repräsentativumfrage unter Teenagern sind 10 Prozent aller 13jährigen Jungen mindestens einmal in der Woche betrunken. Das ist 52mal im Jahr.“

      13 In Frankreich ist der Alkoholismus unter Kindern seit langem ein Problem; einige weisen schon im zarten Alter Anzeichen von Leberzirrhose auf. In Ungarn (das eine der höchsten Selbstmordziffern der Welt hat) mußten in den letzten Jahren jährlich Tausende von Kindern wegen Alkoholvergiftung in Krankenhäusern behandelt werden.

      14 Warum entsteht dieses Problem für junge Menschen? Bei vielen ist in der Familie bereits ein Trinker. Andere werden durch Gleichaltrige zum Trinken veranlaßt. Manchmal wird ein Junge von seinen Altersgenossen unter Druck gesetzt, indem sie von ihm verlangen, er solle eine größere Menge Alkohol zu sich nehmen, um zu beweisen, daß er „ein Mann“ sei. Oder bei einem jungen Mädchen mag das Gefühl geweckt werden, es sei nicht gesellschaftsfähig, wenn es nicht trinke.

      15 Man sollte sich aber fragen: Beweist man durch das Trinken tatsächlich, was für ein Mensch man ist? Bestimmt nicht, denn auch ein Tier könnte veranlaßt werden, Alkohol zu trinken und betrunken zu werden. Was bezwecken also Personen, die jemand zum Trinken veranlassen möchten, in Wirklichkeit? Sind sie auf das Wohl und den Vorteil des anderen bedacht? Oder möchten sie ihn nicht eher dazu bringen, so zu werden wie sie? Hoffen sie nicht vielleicht, den „Spaß“ zu erleben und zu sehen, wie der andere die Herrschaft über sich selbst verliert und nicht wie ein Erwachsener, sondern wie ein kleines Kind handelt, das nicht richtig gehen, sprechen oder sehen kann und das Dinge tut und sagt, für die es nicht verantwortlich gemacht werden kann?

      16 Dr. Giorgio Lolli, eine Autorität auf diesem Gebiet, sagte hierzu:

      „Der Alkoholiker zieht sich physisch und psychisch aus der Welt der Erwachsenen in die des Kindes zurück. Sein geistiges und körperliches Empfindungsvermögen erlahmt. Er wird hilflos wie ein Kind und muß wie ein Kind gepflegt werden.“

      Auch Personen, die auf unsittliche Handlungen ausgehen, mögen Jugendliche zum Trinken ermuntern, um zu bewirken, daß sie die Selbstbeherrschung verlieren.

      17 Dem Druck solcher Personen nachzugeben ist bestimmt kein Beweis der Stärke oder dafür, daß man erwachsen ist, sondern eher ein Beweis der Schwäche und des Mangels an Zivilcourage. Nicht umsonst finden wir in Sprüche 20:1 die Warnung: „Der Wein ist ein Spötter, berauschendes Getränk ist ungestüm, und jeder, der davon irregeht, ist nicht weise.“ Ebenso, wie man sich nicht erst ein Bein brechen muß, um zu wissen, daß es weh tut, muß man sich auch nicht erst betrinken, um zu wissen, daß dies unliebsame Folgen haben wird.

      18, 19. Selbst wenn jemand kein Alkoholiker ist, kann doch eine einzige schlechte Erfahrung mit dem Alkohol wozu führen?

      18 Man sollte aber nicht nur wegen der Gefahr, ein „Problemtrinker“ oder ein Alkoholiker zu werden, vorsichtig sein. Eine einzige schlechte Erfahrung mit dem Alkohol kann einen nicht wieder gutzumachenden Schaden verursachen. Es kann ein schwerer Autounfall sein, bei dem man selbst oder ein Unschuldiger Schaden an seiner Gesundheit nimmt oder sogar sein Leben verliert; eine unsittliche Handlung, durch die man sein ganzes Leben lang mit einem Makel behaftet sein und die schmerzliche Folgen haben könnte, oder vielleicht eine gewalttätige Handlung, die man noch lange bereuen würde. Warum also ein solch unnötiges Risiko eingehen?

      19 Daß der Genuß alkoholischer Getränke tragische Folgen haben kann, ist daraus ersichtlich, daß von den 50 000 Verkehrstoten, die die USA jährlich zu verzeichnen haben, über die Hälfte auf Unfälle entfallen, bei denen Trunkenheit am Steuer die Ursache ist. Und gemäß einem Bericht der New York Times kommen „über 80 Prozent der Fälle von Totschlag und schwerer Körperverletzung auf Betrunkene“.

      DIE FRAGE VERNÜNFTIG ENTSCHEIDEN

      20, 21. (a) Warum trinken manche lieber gar keinen Alkohol? (Hosea 4:11). (b) Warum wäre es unklug, durch Alkoholgenuß den Problemen des Lebens entrinnen zu wollen?

      20 Wenn es darum geht, die Frage, ob man Alkohol trinken sollte oder nicht, zu entscheiden, dann denke man daran, daß der Alkohol nicht wie Luft, Nahrung und Wasser zu den lebensnotwendigen Dingen gehört. Man kann ohne ihn auskommen, und viele ziehen es auch vor, ihn zu meiden. Man denke ferner daran, daß jemand, der Jehova Gott, dem Lebengeber, wohlgefällig sein möchte, ihm ‘mit seinem ganzen Herzen, seiner ganzen Seele, seiner ganzen Kraft und seinem ganzen Sinn’ dienen muß (Lukas 10:27). Der Alkoholmißbrauch kann nicht nur die Denkfähigkeit eines Menschen beeinträchtigen und ihn seiner Körperkraft berauben, sondern er kann auch bewirken, daß sich in seinem Herzen schlechte Beweggründe entwickeln.

      21 Die Bibel spricht zwar nicht gegen den mäßigen Gebrauch alkoholischer Getränke wie Wein. Sollte man aber durch den Genuß solcher Getränke der Wirklichkeit oder der Langeweile zu entfliehen suchen? Oder sollte man darin ein Mittel zur Steigerung des Persönlichkeitsgefühls sehen, ein Mittel, das einem hilft, Schüchternheit und Furcht zu überwinden? Es kann sich schnell herausstellen, daß das Heilmittel schlimmer ist als das Leiden. Was nützt einem Geld, das gefälscht ist? Und was nützt einem ein künstliches Wohlbefinden oder ein Mut, der nicht echt ist?

      22. Unter welchen Voraussetzungen ist die Gefahr des Alkoholmißbrauchs nach dem angegebenen Bericht am geringsten?

      22 Nach einem aufschlußreichen Bericht des US-Instituts für geistige Gesundheita ist die Gefahr des Alkoholmißbrauchs unter folgenden Voraussetzungen am geringsten: 1. Wenn jemand in einer gefestigten Familie oder Glaubensgemeinschaft zum erstenmal Alkohol genießt und wenn es sich dabei um ein Getränk mit geringem Alkoholgehalt handelt (wie Tischwein oder Bier), das gewöhnlich bei Mahlzeiten genossen wird. 2. Wenn der Genuß alkoholischer Getränke weder als Tugend noch als Sünde betrachtet wird, noch als Maßstab dafür, ob jemand erwachsen oder ein „richtiger Mann“ ist. 3. Wenn niemand zum Trinken genötigt wird und jemand, der es ablehnt zu trinken, ebensowenig verachtet wird wie jemand, der ein Stück Brot ablehnt. 4. Wenn übermäßiger Alkoholgenuß weder als zum guten Ton gehörend angesehen wird noch als etwas, was Spaß macht oder was man einfach in Kauf nehmen muß, sondern streng verurteilt wird, und 5., was vielleicht das wichtigste ist, wenn man sich in bezug auf den richtigen und den falschen Gebrauch alkoholischer Getränke absolut einig ist und die Eltern in der Mäßigkeit mit gutem Beispiel vorangehen.

      23, 24. (a) Welche Anleitung gibt die Bibel für den Gebrauch alkoholischer Getränke? (Sprüche 23:20; 6:20; 1. Korinther 6:9, 10). (b) Wie würdest du in diesem Zusammenhang den Rat aus Römer 14:13-17, 21 anwenden?

      23 Natürlich ist das Wort Gottes der beste und sicherste Führer. Wie wir gesehen haben, finden wir darin sowohl Beispiele für den richtigen Gebrauch alkoholischer Getränke als auch Warnungen vor ihrem Mißbrauch. Es gibt Jugendlichen den Rat, die Entscheidungen ihrer Eltern zu respektieren. Sei deshalb weise, und richte dich nach dem, was sie darüber sagen, ob du alkoholische Getränke genießen solltest oder nicht oder unter welchen Umständen. Es ist auch gut, Alkohol zu meiden, wenn nur Jugendliche beisammen sind und weder Eltern noch Verwandte zugegen sind, die einen guten Einfluß ausüben können.

      24 Wenn man seine Jugend gewinnbringend nützen und für immer glücklich sein will, muß man zu Gottes Wort um Leitung aufblicken. Ob man also ‘ißt oder trinkt oder sonst etwas tut’ — man sollte ‘alles zur Verherrlichung Gottes tun’ (1. Korinther 10:31).

  • Sind Drogen der Schlüssel zum Glück?
    Mache deine Jugend zu einem Erfolg
    • Kapitel 15

      Sind Drogen der Schlüssel zum Glück?

      1, 2. (a) Wie weit verbreitet ist der Gebrauch von Rauschmitteln unter den Menschen, die du kennst? (b) Warum nehmen junge Leute Rauschmittel?

      HEUTE sind weite Teile unserer Gesellschaft regelrecht von Drogen besessen. Fast in jedem Haus gibt es Drogen oder Arzneimittel wie Tranquilizer und Aufputschmittel. In den USA hat sich der Umsatz der pharmazeutischen Industrie seit dem Zweiten Weltkrieg verdreißigfacht. Der Arzt Dr. Mitchell S. Rosenthal sagte, in einem der letzten Jahre hätten Ärzte genügend stimmungsverändernde Drogen verschrieben, „um jeden Mann, jede Frau und jedes Kind [in den USA] einen ganzen Monat lang ‚up‘ [durch Weckmittel] oder ‚down‘ [durch Beruhigungsmittel] sein zu lassen oder aus allem herauszuhalten“.

      2 Die meisten Drogen und Arzneimittel werden Erwachsenen verschrieben. Doch in manchen Ländern nehmen junge Menschen einen großen Teil davon ein, um „das Leben zu genießen“. Sie nehmen auch andere Rauschmittel, die im allgemeinen nicht für medizinische Zwecke hergestellt werden, darunter Heroin, LSD, Haschisch und Marihuana. Jugendliche könnten versucht sein zu denken: „Wenn Erwachsene Tabletten nehmen, rauchen und sich betrinken, warum sollte dann ich nicht auch das Leben genießen und Hasch rauchen oder Drogen nehmen?“ Wie denkst du darüber? Glaubst du, daß Rauschmittel den Lebensgenuß erhöhen, daß sie der Schlüssel zum Glück sind?

      VIELGEBRAUCHTE DROGEN

      3—9. (a) Welche Rauschmittel werden genommen? Welche Wirkungen haben sie? (b) Kennst du Leute, die Erfahrungen gemacht haben, die diese Wirkungen bestätigen?

      3 Es gibt viele verschiedene Drogen, denen sich die Menschen zuwenden, um ein besonderes Wohlgefühl oder einen Nervenkitzel zu erleben. Zwar hat man bestimmt schon viel über Drogen gehört, doch wir möchten uns jetzt kurz einen genaueren Überblick verschaffen.

      4 Da sind zunächst die Barbiturate. Das sind Beruhigungsmittel; sie werden vom Arzt z. B. als Schlafmittel verschrieben. Es gibt mehr als zwanzig verschiedene Sorten davon. Allein in den USA werden jedes Jahr über 476 Tonnen Barbiturate hergestellt. Ein großer Teil der Produkte gelangt in illegale Kanäle.

      5 Man kennt auch viele Weckmittel (Stimulanzien), von denen die Amphetamine die wichtigsten sind. Von einigen Ärzten werden sie als Appetitzügler verschrieben oder um Müdigkeit und Niedergeschlagenheit zu vertreiben. Doch man nimmt an, daß die Hälfte aller legal hergestellten Amphetamine den Weg in illegale Kanäle findet.

      6 LSDa ist das stärkste unter den Dutzenden von Mitteln, die Halluzinationen hervorrufen. In den vergangenen Jahren haben viele illegale Laboratorien begonnen, es herzustellen. LSD löst unheimliche Wirkungen aus. Besonders das Sehvermögen wird verändert. Es kann sogar noch Monate nach Einnehmen der letzten Dosis zu Halluzinationen kommen. Die Angst- oder Wahnvorstellungen, die man bei einem „Horrortrip“ erlebt, können schrecklich sein.

      7 Zu den am meisten gebrauchten Drogen gehören Haschisch und Marihuana, die aus Indischem Hanf (Cannabis indica) gewonnen werden. Kennst du jemand, der diese Rauschmittel nimmt? Ihre Wirkung ist geringer als die des LSD, obwohl auch sie zu Sinnestäuschungen führen. Jemandem, der Haschisch oder Marihuana raucht, mögen fünf Minuten wie eine Stunde erscheinen. Töne und Farben können intensiver empfunden werden.

      8 Heroin wird aus Morphin gewonnen, das ein wesentlicher Bestandteil des Opiums ist, des milchigen Saftes der Mohnkapsel. Es ist ein besonders gefährliches Rauschgift. Man kann süchtig werden, auch wenn man es nur wenige Male oder sogar nur einmal gespritzt hat. Bleibt dann eine neue Dosis aus, kommt es zu quälenden Entziehungserscheinungen. Heroin kann die Willenskraft und die Lernfähigkeit des Süchtigen zerstören. Er wird Sklave einer Gewohnheit, die ihn langsam zugrunde richtet. Ein New Yorker Kongreßabgeordneter schrieb: „Das Heroin hat unser Schulsystem lahmgelegt.“

      9 Es gibt natürlich noch andere Rauschmittel, von denen viele meinen, sie würden das Leben bereichern. Eines davon ist Kokain, ein anderes das Nikotin im Tabak. Sollte man Rauschmittel nehmen? Wie wir im letzten Kapitel gesehen haben, verurteilt die Bibel den mäßigen Gebrauch alkoholischer Getränke nicht. Der Mensch kann sich dabei entspannen, und sein Herz wird dadurch froh. Ist es also angebracht oder handelt man überlegt, wenn man irgendeines dieser vielen Rauschmittel nimmt, um mehr aus seinem Leben zu machen?

      SOLLTE MAN ÜBERHAUPT KEINE DROGEN NEHMEN?

      10—12. (a) Wie werden Drogen und Arzneimittel vom Arzt eingesetzt, um einem Kranken zu helfen? (b) Doch welche schrecklichen Schäden richtet der Mißbrauch dieser Mittel an?

      10 Drogen und Arzneimittel haben offensichtlich eine Aufgabe, und im Krankheitsfall werden sie uns bisweilen vom Arzt verschrieben. Wenn jemand unerträgliche Schmerzen hat, gibt ihm der Arzt vielleicht eine Morphiumspritze, um ihm Erleichterung zu verschaffen. Ganz bestimmt haben Barbiturate und Amphetamine kranken Menschen geholfen. Auch Heroin wird hin und wieder eingesetzt, um die Leiden von Krebspatienten, die bereits vom Tode gezeichnet sind, zu vermindern.

      11 Andererseits aber fügen Drogen und Arzneimittel Millionen Menschen schwere Schäden zu. Es heißt, in den USA gebe es ungefähr eine Million Barbituratabhängige. Jährlich sollen mehr als 3 000 Menschen an einer Überdosis dieser Mittel sterben. Wegen Heroinsüchtigkeit sterben nicht nur jeden Tag viele Menschen an einer Überdosis, sondern Zehntausende sind dadurch auch gefährliche Verbrecher geworden. Um ihre kostspielige Gewohnheit zu finanzieren, stehlen Süchtige in New York jeden Tag Eigentum im Werte von über 3 000 000 Dollar!

      12 Was soll damit gesagt werden? Sollte man Drogen und Arzneimittel ganz verbieten? Das wohl nicht, denn viele Mittel können einem guten Zweck dienen. Das Problem ist aber ihr weitverbreiteter Mißbrauch. Millionen nehmen sie, obwohl damit gar keine Krankheit behandelt werden soll, und dies in so großen Mengen, wie es für den medizinischen Gebrauch nie vorgesehen war. Wer Rauschmittel nimmt, will oft einfach in einen Dämmerzustand versinken oder in eine Art Trance verfallen. Lohnt sich das?

      WIRKUNG AUF DEN KÖRPER

      13—17. (a) Was kann gemäß einem Fachbuch jede Arznei sein? (b) Weshalb geht jemand bewußt ein Risiko ein, wenn er — selbst zu medizinischen Zwecken — ein Medikament einnimmt? (c) Zeige anhand der folgenden Schriftstellen, was Gott darüber denkt, wenn man Arzneien und Drogen lediglich um des Vergnügens willen oder um „high“ zu werden, gebraucht: 2. Korinther 7:1; Römer 13:13; 12:1.

      13 Wahrscheinlich weißt du, daß es viele Drogen und Arzneimittel nur auf Rezept gibt und daß einige verboten sind. Man sollte sich fragen, weshalb das so ist. Es dient zu unser aller Schutz. Arzneimittel und Drogen können gefährlich, ja sogar todbringend sein. Sie sind ein zweischneidiges Schwert. In manchen Fällen können sie Heilung bewirken, aber in anderen richten sie großen Schaden an. In dem Buch Drogen und Arzneien, das von Walter Modell, einem Professor für Pharmakologie, mit verfaßt wurde, heißt es dazu:

      14 „Jede Arznei kann ein Gift sein, und jedes Gift zugleich Arznei. Es ist kein Zufall, daß die Wörter ‚Gift‘ und ‚Gabe‘ einen gemeinsamen althochdeutschen Ursprung haben, der sich noch heute im Wort ‚Mitgift‘ zeigt. Im Englischen gehen die Wörter poison (Gift) und potion (Arzneitrank) beide auf das lateinische Wort potio (Trank) zurück. Das griechische Wort pharmakon, von dem sich die Fachbegriffe Pharmakologie, Pharmazie und Pharmakognosie herleiten, bedeutete ursprünglich sowohl ein heilendes als auch ein tödliches Gift.“

      15 Selbst im Krankheitsfall geht man bewußt ein Risiko ein, wenn man ein Medikament einnimmt. Doch aus Achtung vor dem Leben nimmt man dieses Risiko auf sich und schluckt eine Arznei, die die Schmerzen lindert oder den Krankheitszustand behebt. Wäre es aber richtig, dem Körper eine Droge oder ein Arzneimittel durch Einnehmen, Spritzen, Rauchen oder Schnüffeln zuzuführen, um „high“ zu werden, ein Hochgefühl zu erzeugen, so daß man die Wirklichkeit vergißt und in einer Traumwelt versinkt? Wollte Gott, daß wir mit unserem Körper so umgehen?

      16 Denke einmal über folgendes nach: Angenommen, du könntest es dir leisten, jemandem ein teures Geschenk zu machen, vielleicht ein nagelneues Auto. Was würdest du davon halten, wenn er es verkommen ließe? Sagen wir, er würde damit fahren, ohne Öl nachzufüllen oder einen Ölwechsel vorzunehmen, oder er würde den Wagen zum Mistfahren nehmen. Wärest du nicht verärgert oder empört darüber, daß er dein Geschenk so schäbig behandelt? Wie denkt dann wohl Jehova Gott, wenn wir so mit unserem Körper umgehen und ihm wegen eines Nervenkitzels oder Hochgefühls unnötigerweise Gift zuführen? Aus seinem Wort erfahren wir es. Es ermuntert uns: „Laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und Geistes, indem wir die Heiligkeit in der Furcht Gottes vervollkommnen“ (2. Korinther 7:1). Wie können wir daher in Übereinstimmung mit Gottes Willen leben, wenn wir, dem Verlangen nach Nervenkitzel oder nach einem Hochgefühl folgend, ein Rauschmittel in uns aufnehmen, das unseren Körper verunreinigt?

      17 Man sollte auch noch folgendes beachten: Wir haben schon besprochen, was der Schöpfer über Trunkenheit sagt. Er zeigt in seinem Wort deutlich, daß jemand, der die Herrschaft über sich selbst verliert, weil er zuviel trinkt, sich selbst entwürdigt. Er vernachlässigt sein Äußeres, wird unvernünftig, und für andere ist es peinlich, mit ihm zusammen zu sein. Es besteht darum kein Zweifel, daß der Schöpfer Trunkenheit zu Recht verurteilt. Würde er anders denken, wenn jemand seine Selbstbeherrschung aufgrund von Heroin, Haschisch oder einem anderen Rauschmittel verliert? Die Wirkung von Rauschmitteln ist zwar nicht genau dieselbe wie die des Alkohols, doch man kann die Beherrschung ebenso verlieren, wie wenn man sich betrinkt. Zeigt daher nicht der vernünftige, weise Rat der Bibel, wie gut es ist, wenn man von Rauschmitteln die Finger läßt?

      UND DER TABAKGENUSS?

      18—21. (a) Warum rauchen so viele Leute, obwohl allgemein bekannt ist, daß man damit seiner Gesundheit schadet? (b) Gib wenigstens zwei Gründe an, weshalb es für einen Christen verkehrt wäre zu rauchen.

      18 Jemand mag fragen: „Wie steht es dann mit dem Genuß von Tabak? Er enthält doch das schädliche Nikotin. Viele Millionen Erwachsene rauchen — aus Freude, wie sie sagen. Was soll man davon halten?“ Man kann sicher nicht sagen, daß es richtig ist, so zu handeln. Das geht schon aus der Warnung hervor, die in den USA auf jeder Zigarettenpackung steht: „RAUCHEN SCHADET IHRER GESUNDHEIT.“ Und diese Tatsache gilt für jedes Land. Wie kommt es denn, daß so viele Erwachsene jungen Menschen absichtlich ein schlechtes Beispiel geben, indem sie rauchen, wobei sie ihre eigene Gesundheit zugrunde richten? Hauptsächlich liegt das daran, daß sie süchtig sind. In einem Bericht der Zeitschrift Science World wird dazu erklärend gesagt:

      19 „Die Droge . . ., die die Sucht bewirkt, ist das Nikotin. . . . Wenn kein Nikotin mehr da ist, ‚hungert‘ der Körper danach, und zwar so sehr, daß dem Raucher ohne dieses zuweilen ‚übel‘ wird. Entziehungssymptome — ein Gefühl des Übelseins — beginnen. Einige dieser Symptome sind Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Magenstörungen, Schweißausbrüche und unregelmäßige Herztätigkeit.“

      20 Es besteht kein Zweifel darüber, daß Rauchen ein Mißbrauch des Körpers ist. Es gehört zu den ‘Befleckungen des Fleisches’, von denen sich Christen gemäß Gottes Gebot reinigen sollen. Erwachsenen, die rauchen, steht es darum nicht gut an, junge Leute zu kritisieren, die Mißbrauch mit ihrem eigenen Körper treiben, indem sie Drogen nehmen. Wie können Eltern erwarten, von ihren Kindern ernst genommen zu werden, wenn sie sich selbst durch das Inhalieren von Nikotin schädigen und dann nachdrücklich vor Rauschmitteln warnen? Es spielt aber keine Rolle, was andere sagen oder tun — jeder einzelne wird von Gott für seine Taten zur Rechenschaft gezogen. Doch die Bibel gibt noch einen anderen Grund an, weshalb Rauchen für einen Christen verkehrt ist.

      21 Gottes Wort gebietet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 22:39). Kann man aber rauchen, wenn andere dabei sind, und doch seinen Nächsten lieben? Diese Frage wird deshalb gestellt, weil es in der Zeitschrift Medical Tribune hieß: „Zigarettenrauchen schadet nicht nur der Gesundheit des Rauchers — es kann ebenso dem in der Nähe stehenden Nichtraucher schaden.“ Eine bekannte medizinische Fachzeitschrift wies ebenfalls darauf hin: „Wenn die Luftzirkulation schlecht ist, setzt der Raucher den Nichtraucher der Gefahr aus, an seiner Gesundheit Schaden zu nehmen.“ Da das Rauchen auch den Menschen in der Umgebung des Rauchers schadet, steht es dann nicht fest, daß es unmöglich ist, zu rauchen und zugleich wirklich seinen Nächsten zu lieben?

      LIEGT DER FALL BEI HASCHISCH ANDERS?

      22—25. (a) Weshalb hat Haschisch eine andere Wirkung als Alkohol, selbst wenn man es nur in geringen Mengen gebraucht? (b) Wieso hilft uns Gott in Wirklichkeit, unser Leben zu einem Erfolg zu machen, wenn er uns vor schädigenden Gewohnheiten warnt? (Jesaja 48:17; Psalm 16:11; Sprüche 3:1-7).

      22 Einige Jugendliche glauben, man könne das Haschischrauchen mit dem Trinken von Alkohol vergleichen. Sie sehen, wie sich ihre Eltern oder andere Erwachsene mit Alkohol berauschen, und schließen daraus, es sei das gleiche, wenn sie durch Haschischrauchen ähnliche Wirkungen erzielten. Ist das jedoch der Fall?

      23 Rufen wir uns in den Sinn zurück, daß die Bibel zwar den mäßigen Gebrauch von Alkohol gutheißt, ein Zuviel aber verurteilt, denn sie sagt: „Trunkenbolde . . . werden Gottes Königreich [nicht] ererben“ (1. Korinther 6:9, 10). Viele junge Leute sagen allerdings, sie gebrauchten Haschisch nur mäßig und sie würden niemals so weit gehen, daß eine Wirkung ähnlich der Trunkenheit hervorgerufen werde. Haschisch ist aber etwas anderes als Alkohol. Der Körper kann Alkohol als „Brennstoff“ für die Zellen verwerten. Er ist ein Nahrungsmittel. Mit Haschisch kann der Körper aber nichts anfangen. Alkohol bleibt auch nicht längere Zeit im Körper. Er wird schon innerhalb weniger Stunden wieder aus dem Körper ausgeschieden. Der schädliche Bestandteil im Haschisch hingegen wird nicht schnell ausgeschieden. Er schädigt den Körper. Sechs Ärzte der Columbia-Universität in den USA schrieben in einem Brief an die Redaktion der New York Times über Marihuana, das schwächer ist als Haschisch:

      „Marihuana enthält Giftstoffe . . ., die ausschließlich fettlöslich sind und die wie DDT wochen- oder monatelang im Körpergewebe, auch im Gehirn, gespeichert werden. Die Gewebe können gewaltige Mengen dieser Stoffe speichern. Das erklärt, warum bei Gewohnheitsrauchern erst nach längerer Zeit schädliche Wirkungen festzustellen sind. Wer diese Stoffe mehr als einmal wöchentlich konsumiert, kann nicht mehr als drogenfrei gelten.“

      24 Dr. Robert Heath von der Tulane-Universität in New Orleans hält einen Vergleich zwischen Alkohol und Marihuana (bzw. Haschisch) für „lächerlich“. Er schreibt: „Während Alkohol nur eine Zeitlang wirkt, hat Marihuana einen komplexen und nachhaltigen Effekt.“ Offensichtlich kann sich selbst der mäßige, aber regelmäßige Gebrauch von Haschisch oder Marihuana nachteilig auswirken. Dies geht aus einer Meldung der Detroit Free Press hervor: „Die medizinische Forschung kann mit neuen Entdeckungen aufwarten, die zeigen, daß Marihuana und sein großer Bruder [Haschisch] der körperlichen und geistigen Gesundheit schaden, wenn sie regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich genommen werden.“

      25 Wir können dem Schöpfer wirklich dankbar sein, daß er uns Grundsätze zu unserer Anleitung gegeben hat. Er liebt uns, und deshalb warnt er uns davor, unserem Körper etwas zuzuführen, was ihn verunreinigt und wodurch wir uns selbst Schaden zufügen, statt zu unserem ewigen Glück und Wohlbefinden beizutragen. Für jemanden, der krank ist, können Drogen und Arzneimittel Gutes bewirken, wer sie aber aus Vergnügungs- und Genußsucht nimmt, schadet sich nur selbst. Sie sind nicht der Schlüssel zum Glück.

      [Fußnote]

      a Lysergsäurediäthylamid.

      [Ganzseitiges Bild auf Seite 108]

      [Bild auf Seite 113]

      Solltest du rauchen, nur weil es Millionen Erwachsene tun?

  • Sport und Unterhaltung
    Mache deine Jugend zu einem Erfolg
    • Kapitel 16

      Sport und Unterhaltung

      1, 2. (a) Welche Art der Freizeitgestaltung macht dir am meisten Spaß? (b) Wie zeigt uns Jehovas Schöpfung, daß er möchte, daß wir Freude am Leben haben? (Psalm 104:14-24).

      ÜBERALL auf der Welt sind die Menschen an der Freizeitgestaltung in ihren verschiedenen Formen interessiert. Jedes Jahr geben sie Milliardenbeträge dafür aus. Interessierst du dich auch dafür? Hast du Spaß am Skifahren oder am Segeln? Macht dir Schwimmen, Fußballspielen oder eine andere Sportart Freude? Gehst du gern ins Kino, oder siehst du dir gern Fernsehfilme an?

      2 Einige vertreten die Ansicht, solche Vergnügen seien etwas Verkehrtes. Was meinst du dazu? Manche Leute behaupten sogar, die Bibel mißbillige diese Dinge. Aber es muß deutlich gesagt werden, daß solche Menschen die Bibel und ihren Autor, Jehova Gott, falsch darstellen. Im Wort Gottes werden junge Menschen, die sich bei Spiel und Sport erholen und sich daran erfreuen, günstig erwähnt. Die Bibel sagt zum Beispiel in einer Beschreibung des gesegneten Volkes Gottes: „Die öffentlichen Plätze der Stadt selbst werden angefüllt sein mit Knaben und Mädchen, die auf ihren öffentlichen Plätzen spielen.“ Sie sagt auch, es gebe „eine Zeit für den Tanz“ (Sacharja 8:5; Prediger 3:4, Einheitsübersetzung). Offensichtlich war es Gottes Absicht, daß der Mensch sich durch vernünftige Erholung entspannen sollte. Eine der Früchte des Geistes Gottes ist „Freude“ (Galater 5:22). Es ist nur normal und natürlich, wenn wir uns gesunder Entspannung erfreuen.

      ANLEITUNG, UM MEHR FREUDE ZU FINDEN

      3—8. (a) Welchen ausgewogenen Rat über Entspannung und Erholung finden wir in 1. Timotheus 4:7, 8? (b) Inwiefern ist „Leibesübung“ nützlich? Was geschieht aber, wenn jemand ganz im Sport aufgeht? (c) Welchen Problemen kann man gegenüberstehen, wenn man in einer Schulmannschaft spielt? Woran sollte man denken, wenn man sich entscheiden will, ob man in einer Mannschaft mitspielt?

      3 Gott hat seine Liebe zu uns gezeigt, indem er uns eine Anleitung gab, wie wir aus unserer Freizeitgestaltung Freude schöpfen können. Um uns beispielsweise vor den gesundheitsschädlichen Folgen übermäßigen Essens zu bewahren, rät Gottes Wort: „Begib dich nicht . . . unter die, die schlemmerisch Fleisch essen“ (Sprüche 23:20). In bezug auf die Freizeitbeschäftigung gibt uns Gott einen ähnlichen guten Rat: „Übe dich . . . mit Gottergebenheit als deinem Ziel. Denn die Leibesübung ist zu wenigem nützlich; Gottergebenheit aber ist für alle Dinge nützlich, da sie eine Verheißung auf gegenwärtiges und künftiges Leben hat“ (1. Timotheus 4:7, 8).

      4 Aus der Bibel geht also hervor, daß „Leibesübung“ ihre Berechtigung hat. Sie tut uns gut, denn sie trägt dazu bei, daß wir unseren Körper richtig gebrauchen, gelenkig werden und unsere Muskeln richtig trainieren. Darüber hinaus kann Sport geistig beleben, besonders wenn man viel Zeit mit Studium zubringt. Doch sollte man dabei beachten, daß die Bibel warnend sagt: „Die Leibesübung ist zu wenigem nützlich.“ Wozu führt es, wenn man diesen Rat der Bibel unbeachtet läßt und sich ganz dem Sport verschreibt?

      5 Ein Resultat kann sein, daß man sich dadurch den Spaß verdirbt. Der Sport ist dann keine angenehme Erholung mehr, sondern harte Arbeit. Was für Auswirkungen es hat, wenn bei sportlichen Spielen zu harter Wettbewerb getrieben wird, sagte der Sportpsychologe Bruce Ogilvie: „Einmal habe ich die Profineulinge von zehn größeren Baseballvereinen befragt, und 87 Prozent sagten, sie wollten, sie hätten nie mit dem Profisport angefangen, da er ihnen die Freude am Spiel genommen habe, die sie vorher gehabt hätten.“

      6 Manche Sportarten sind auch eine Gefahr für den Menschen, besonders wenn der Körper noch im Wachstum begriffen ist. In der Zeitschrift Science Digest wurde berichtet, daß etwa 12 000 000 amerikanische Kinder wegen der Teilnahme am Sport irgendeinen Dauerschaden davontragen, bevor sie das achtzehnte Lebensjahr vollenden. Einer der bekanntesten Profifootballspieler in den USA ließ seine beiden Söhne in keiner Jugendmannschaft mitspielen. Er sagte: „Die Eltern denken überhaupt nicht darüber nach, was einem Jungen dabei alles zustoßen kann. Es kann beispielsweise passieren, daß er mit ein paar Zähnen weniger nach Hause kommt.“ Der Grund, weshalb einige Sportarten so gefährlich sind, liegt darin, daß der Wettbewerbsgeist — daß man um jeden Preis gewinnen will — bis ins Extrem geübt wird.

      7 Es gilt auch zu berücksichtigen, welchen Umgang man haben wird, wenn man in einem Verein oder in einer Schulmannschaft spielt. Es ist weithin bekannt, daß in den Umkleideräumen unsittliche Gespräche geführt werden. Darüber hinaus ist man bei Auswärtsspielen längere Zeit mit Menschen zusammen, denen Treue gegenüber Gott nichts bedeutet. Das muß man bedenken, denn Gottes Wort hebt hervor, man solle sich „mit Gottergebenheit als . . . Ziel“ üben. Welchen Wert hätte es, wenn du dich auf etwas einlassen würdest, was sehr schnell deine sittlichen Grundsätze untergraben und dein Verhältnis zum Schöpfer ruinieren könnte?

      8 Mit dem Sport verhält es sich also wie mit allem anderen, was nützlich ist, solange es im Rahmen bleibt, das heißt, solange es uns selbst nicht beherrscht und wichtigere Dinge verdrängt oder uns in Gefahrensituationen bringt. Wie anregend kann es doch sein, an einem schnellen Spiel teilzunehmen, und wie begeisternd, die Reaktionen seines Körpers zu erleben und sportliche Leistungen zu vollbringen! An die daraus entspringende Freude und Befriedigung kann man sich noch lange erinnern. Das hilft uns, unserem großen Schöpfer dankbar zu sein, der uns die Fähigkeit gegeben hat, solche Taten zu vollbringen.

      FILM UND FERNSEHEN

      9—14. (a) Was muß man in Betracht ziehen, wenn man sich einen Film oder eine Fernsehsendung aussucht? (b) Welche Wirkung hat es auf einen Menschen, wenn er sich zur Unterhaltung unsittliche Filme ansieht? Weshalb? Warum sollten wir die Wirkung nicht unterschätzen, die solche Filme selbst dann auf uns haben, wenn wir wissen, daß die darin gezeigten Dinge verkehrt sind?

      9 Auch die Art der Filme und der Unterhaltungssendungen, die wir uns anschauen, kann unser Verhältnis zu Gott beeinflussen. Einige Filme und Fernsehsendungen können uns sehr erfreuen, manche auch unser Verständnis der wunderbaren Schöpfung Gottes und unsere Dankbarkeit vertiefen. Doch bestimmt ist dir aufgefallen, daß viele Filme regelrecht „überlaufen“ von Handlungen, in denen es zu Ehebruch, Hurerei, Lesbianismus, Homosexualität, Gewalt und Massenmorden kommt. Man kann das als Unterhaltung ansehen. Aber wie wirken sich solche Filme auf einen persönlich aus?

      10 Überlege einmal: Wie bist du zu dem Menschen geworden, der du heute bist? War es nicht durch deine Umgebung und die Erziehung, durch das, was du — besonders durch Augen und Ohren — in deinen Geist aufgenommen hast? Zu einem großen Teil bist du das, womit du deinen Geist ernährst. Je länger du einem Einfluß ausgesetzt bist, desto größer ist die Wirkung, die er ausübt.

      11 Es würde einem nicht in den Sinn kommen, stinkenden Abfall zu essen. Was passiert aber, wenn du ständig geistigem Müll ausgesetzt bist? Dabei kann gar nichts anderes herauskommen, als daß er ein Teil deines Denkens wird. Wenn wir uns einen Film anschauen, dann haben wir mit den Personen, die in dem Film dargestellt werden, Gemeinschaft. Die Filme werden absichtlich so gemacht, daß die Zuschauer mit den gezeigten Personen mitfühlen, wobei oft Sympathien für diejenigen geweckt werden, die die Ehe brechen, homosexuelle Handlungen begehen oder andere Menschen umbringen. Möchtest du deine Gefühle von Homosexuellen, Lesbierinnen, Hurern, Ehebrechern und Kriminellen beeinflussen lassen?

      12 Wenn du dir einen Film anschaust, in dem sittenloses Handeln oder Gewalttätigkeit gezeigt wird, dann denkst du vielleicht: „So etwas würde ich doch nie tun!“ Das kann schon stimmen. Würde dir jemand sagen, du solltest deinen Nachbarn bestehlen, deine Freunde belügen oder Hurerei begehen, so würdest du das jetzt empört zurückweisen. Aber wie würdest du denken, nachdem du längere Zeit mit Dieben, Hurern und Homosexuellen Umgang gehabt hättest und von ihrem verdrehten Denken beeinflußt worden wärst? Im Laufe der Zeit würdest du ihnen vielleicht Verständnis entgegenbringen. Was anfänglich abstoßend erscheint, mag nach einer gewissen Zeit nicht mehr so erscheinen. Und beachte auch folgendes: Wie ist die Mehrzahl der Homosexuellen homosexuell geworden? Dadurch, daß sie sich in Gedanken ständig damit befaßt haben und mit Homosexuellen Umgang hatten.

      13 Es kann sein, daß du meinst, du würdest niemals unsittlich handeln. Wie wirkt es sich aber aus, wenn du ins Kino gehst und dir Filme ansiehst, in denen viel Erotik und Unsittlichkeit gezeigt wird? Wie wird ein Mensch wahrscheinlich handeln, nachdem er solche Filme gesehen hat, besonders wenn er noch die Möglichkeit hat, alkoholische Getränke zu genießen, die gewisse Hemmungen aufheben? Die Antwort darauf weißt du selbst. Die herausfordernde Aussage vieler heutiger Filme ist: „Wir wollen das Böse tun! Wir wollen alle Gesetze brechen, selbst Gottes Gesetze!“ Möchtest du, daß ein solcher Einfluß auf dich ausgeübt wird?

      14 Meinst du wirklich, daß du durch schlechte Einflüsse nicht verdorben werden könntest? Denke daran, daß Millionen anständige, fleißige Bürger durch die „Gehirnwäsche“ der nationalsozialistischen Propaganda veranlaßt wurden, die abscheulichsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen oder zu unterstützen. Unterschätze daher die Wirkung, die die verderbte Propaganda der Sex- und Kriminalfilme auf dich haben kann, nicht.

      WIE KANN MAN SICH ERHOLEN?

      15—19. Was für Möglichkeiten haben wir, um unser Bedürfnis nach Erholung zu erfüllen?

      15 Unser Schöpfer hat ein Bedürfnis nach Erholung in uns gelegt. Er hatte aber nicht vor, daß wir es erfüllen sollten, indem wir uns mit Unsittlichkeit oder Gewalttat beschäftigen und sein Gesetz brechen. Es kann natürlich sein, daß man sehr viele Filme und Fernsehsendungen streichen muß, wenn man sich nichts in dieser Richtung ansehen will. Doch man hat immer noch viele gute Möglichkeiten, sich zu erholen und dabei Freude zu empfinden.

      16 Was bringt die Erholung letzten Endes auch ein, wenn man hinterher nicht erfrischt ist oder ein schlechtes Gefühl hat? Wenn dir jemand etwas zu essen anbietet, was gut aussieht und auch gut schmeckt, dir aber hinterher davon übel wird, würdest du dir dann noch mehr geben lassen? Sei deshalb wählerisch, wenn es darum geht, womit du deine Freizeit verbringst. Laß es nicht dazu kommen, daß du einfach „Zeit totschlägst“ und irgendeiner Unterhaltung nachgehst, die dir gerade so einfällt. Verbringe deine Freizeit mit etwas, was dich bereichert, entspannt und dir Erholung schenkt, etwas, worauf du mit Freude zurückblicken kannst.

      17 Es gibt vieles, was man draußen im Freien zur Erholung unternehmen kann — Wandern, Ballspielen oder auch Federballspielen. Viel Freude bereitet auch Tischtennis, das man mit seinen Freunden sogar zu Hause spielen kann. Wenn zu Hause die Möglichkeit besteht, eine Tischtennisplatte aufzustellen, kannst du deine Eltern fragen, ob sie damit einverstanden sind. Vielleicht freuen sie sich sogar, daß du selbst eine Idee hast.

      18 Außerdem kann man Museen oder andere Sehenswürdigkeiten besichtigen. Warst du schon einmal auf einer Hühnerfarm, in einer Molkerei, bei einer Auktion oder in einer Druckerei? Größere Städte haben gewöhnlich ein Fremdenverkehrsbüro, in dem man etwas über die Sehenswürdigkeiten der Stadt erfahren kann. Dort erhält man vielleicht auch Auskunft, bei welchen Betrieben in der näheren Umgebung eine Besichtigung möglich ist. Ausgezeichnete Erholungsmöglichkeiten bieten auch Fahrten an einen schönen See, in die Berge oder ans Meer. Die Freude wird vermehrt, wenn mehrere Familien sich dabei zusammentun.

      19 Wir müssen natürlich darüber wachen, daß diese angenehmen Tätigkeiten nicht zum Hauptinteresse unseres Lebens werden. Dann würden sie ihren Wert für uns verlieren. Wir sollten dankbar sein, daß der Schöpfer uns die Fähigkeit mitgegeben hat, so viele verschiedene Möglichkeiten zur Erholung und Entspannung wahrzunehmen und uns daran zu erfreuen. Sie können unser Leben sehr bereichern.

      [Bild auf Seite 121]

      Bleibt das, was du dir ansiehst, ohne Wirkung auf dich?

  • Wie denkst du über Musik und Tanzen?
    Mache deine Jugend zu einem Erfolg
    • Kapitel 17

      Wie denkst du über Musik und Tanzen?

      1—3. (a) Wieso kann man sagen, daß der Schöpfer den Menschen mit Musik umgeben hat? (b) Führe einige Beispiele an, die zeigen, daß die Bibel das Tanzen gutheißt.

      DER Schöpfer hat den Menschen mit Musik umgeben. Nicht nur die hellen fließenden Töne, die Vogelkehlen entspringen, sondern auch das Gurgeln der Bäche, das Säuseln oder Heulen des Windes in den Baumwipfeln, das Zirpen der Grillen, das Quaken der Frösche und die Laute vieler anderer Geschöpfe der Erde — all das sind für den Menschen musikalische Klänge. Es ist daher nicht überraschend, daß die Geschichte der Musikinstrumente bis zum Beginn der Menschheit zurückreicht.

      2 Auch das Tanzen hat eine lange Geschichte. In Israel führte Moses’ Schwester Mirjam die Frauen „mit Tamburinen und in Reigentänzen“ an. Und nachdem Gott König David geholfen hatte, sittlich verderbte Feinde zu besiegen, kamen „die Frauen mit Gesang und Reigentänzen aus allen Städten Israels“. Offensichtlich hieß auch Jesus Christus das Tanzen gut, denn er erwähnte in seinem Gleichnis vom verlorenen Sohn das Tanzen als Bestandteil einer ehrbaren Feier. Jesus erzählte, daß die Rückkehr des verlorenen Sohnes mit ‘Konzertklängen und Tanz’ gefeiert wurde. Außerdem erwähnt die Bibel, daß einzelne Personen oder Gruppen von Männern oder Frauen tanzten (2. Mose 15:20; 1. Samuel 18:6; Lukas 15:25).

      3 Bedeutet das, daß jede Art von Musik und Tanz von vornherein gut ist? Oder sollte man in bezug auf Musik und Tanz wählerisch sein? Was hilft uns, die richtige Wahl zu treffen? Ist das überhaupt so wichtig?

      WIE TANZEN?

      4—6. (a) Was könnten Christen gegen einige Tänze vorbringen? (Kolosser 3:5, 6). (b) Warum werden gewisse moderne Tänze mit alten Fruchtbarkeitstänzen verglichen?

      4 Es gibt die verschiedensten Tänze — vom anmutigen Walzer bis zur lebhaften Polka. Da sind die lateinamerikanischen Tänze wie zum Beispiel die Conga, die Rumba und die Samba sowie der Beguine und der Bossa Nova, von denen einige einen afrikanischen Einschlag haben. Außerdem tanzt man Rock ’n’ Roll und andere moderne Tänze. Gibt es plausible Gründe, die du gegen einige dieser Tänze vorbringen könntest?

      5 Jawohl, und zwar dann, wenn dich ein Tanz sinnlich erregt und dich in Versuchung bringt, unsittlich zu handeln. Dadurch könntest du in viele Schwierigkeiten geraten.

      6 Die alten Fruchtbarkeitstänze zum Beispiel hatten den Zweck, die geschlechtliche Leidenschaft zu erregen, und gewisse moderne Tänze erinnern ebenfalls daran. Vor einigen Jahren konnte man in der Zeitschrift Time lesen:

      „Der Twist war ursprünglich ein harmloser Tanz . . . Doch nun hat die Jugend [eines New Yorker Nachtklubs] den Twist wiederbelebt und aus ihm eine Nachahmung eines alten Kulttanzes, den gewisse Völker bei ihren Pubertätsfeiern pflegten, gemacht“ (20. Oktober 1961).

      7—10. (a) Auf welche Weise könnte jemand, der sich an solchen Tänzen beteiligt, auf andere anziehend wirken? Möchtest du in dieser Weise auf Personen vom anderen Geschlecht anziehend wirken? (b) Warum ist sogar bei Gesellschaftstänzen Vorsicht angebracht?

      7 Viele Tänze, die in den letzten Jahren aufgekommen sind, sind Varianten des Twists. Die Tänzer berühren sich nicht, aber sie bewegen ihre Hüften und Schultern so, daß sie sich oft gegenseitig sexuell erregen. Die Leidenschaft eines jungen Menschen kann leicht geweckt werden, wenn er diesen Körperbewegungen zusieht. Ein Mädchen mag sich nichts dabei denken; es wird von dem Tanz vielleicht nur mitgerissen. Aber sie sollte nicht übersehen, welche Wirkung sie dadurch auf Zuschauer ausüben kann und was diese über sie denken mögen. In einem Leserbrief, der an den Herausgeber des New York Times Magazine gerichtet war, hieß es: „Hoffen wir, daß die jungen (und weniger jungen) Körper unserer Twister lügen, daß sich ihre Gedanken nicht so bewegen wie ihre Becken und Oberkörper.“

      8 Selbst wenn du beim Tanzen keine schlechten Absichten hast, solltest du doch berücksichtigen, welche Wirkung du auf andere junge Leute ausübst. Fühlen sie sich zu dir hingezogen, weil sie durch dich sinnlich erregt werden, genauso wie sie durch Personen erregt werden, die enganliegende Kleider tragen, die Hüften rollen und verschiedene erotische Gebärden machen? Möchtest du nur in dieser Weise auf jemand anziehend wirken? Oder wünschst du dir jemand als Partner, der dich wegen deiner Persönlichkeit mag und wegen der Dinge, die du für wichtig hältst, und weil er sich mit dir gut unterhalten kann? Bist du an jemandem interessiert, der Freude daran hat, etwas für dich zu tun, oder an jemandem, der nur etwas von dir haben will?

      9 Selbst Gesellschaftstänze, bei denen es hauptsächlich auf die Fußbewegungen und auf anmutige Körperbewegungen ankommt und bei denen die Partner einander halten, können manchmal aufgrund der engen körperlichen Berührung sexuell anregend sein. Bei solchen Tänzen solltest du daher berücksichtigen, daß dein Partner sinnlich erregt werden könnte, selbst wenn ihr nicht so eng tanzt, daß dies bei dir zu sinnlichem Vergnügen führen würde.

      10 Tatsache ist, daß man die meisten Tänze weder als anständig noch als unanständig einstufen kann. Meist kommt es darauf an, wie man tanzt, entweder anständig und schicklich oder so, daß man den Rat des Wortes Gottes mißachtet, sich auf eine reine, vernünftige Weise zu betragen.

      DIE WAHL DER MUSIK

      11, 12. Inwiefern übt Musik Macht aus? Führe Beispiele an.

      11 Wie beim Tanzen muß man auch bei der Wahl der Musik sorgfältig sein und sich Gedanken machen. Warum? Weil die Musik Macht ausübt. Und wie jede andere Macht kann sie zum Guten oder auch zum Schaden gereichen.

      12 Worauf ist die Macht der Musik zurückzuführen? Auf ihre Fähigkeit, Menschen in eine bestimmte Gemütsverfassung, Stimmung oder Erregung zu versetzen. Musik kann entspannen und beruhigen oder erfrischen und beleben. Den Unterschied zwischen einem flotten Marsch und einer sanften Serenade kann man geradezu „fühlen“. Musik kann alle menschlichen Gefühle hervorrufen — Liebe, Zärtlichkeit, Ehrfurcht, Traurigkeit, Zorn, Haß und Leidenschaft. Zu allen Zeiten hat man die Macht der Musik erkannt und sie dazu benutzt, Menschen zu einer bestimmten Handlungsweise zu bewegen. Zum Beispiel wird der Erfolg der Französischen Revolution häufig zum Teil der „Marseillaise“ zugeschrieben, einem Lied, das ein Schriftsteller als „blutrünstigen Ruf zu den Waffen“ bezeichnete. Auch Schulen haben oft ihre „Kampflieder“, die vor Sportwettkämpfen gesungen werden.

      13—16. (a) Was hat der Rat aus Sprüche 4:23 mit der Wahl der Musik zu tun? (b) Inwiefern kann Musik ein „Katalysator“ sein und manchmal bleibende Schäden verursachen?

      13 In der Bibel wird das Herz eng mit den Gefühlen und Beweggründen in Verbindung gebracht, und daher gibt Gottes Wort den Rat: „Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens“ (Sprüche 4:23). Da die Musik tatsächlich einen Einfluß auf das Gemüt hat, müssen wir in bezug auf die Musik wählerisch sein, wenn wir unser Herz behüten wollen.

      14 Es stimmt natürlich, daß die Wirkung der Musik nur vorübergehend ist. Doch oft reicht sie aus, um jemandem den entscheidenden Antrieb zu geben, eine bestimmte Richtung einzuschlagen, oder um den Widerstand gegen einen Reiz oder eine Versuchung zu schwächen. Falls du in der Schule Chemieunterricht hattest, hast du etwas über „Katalysatoren“ kennengelernt. Du hast gelernt, daß eine Verbindung zweier oder mehrerer chemischer Stoffe oft nur durch Hinzunahme eines anderen Stoffes erreicht werden kann, durch dessen Mithilfe sie sich dann verbinden. Diesen Stoff nennt man „Katalysator“. Nun haben wir alle bestimmte Schwächen und schlechte Neigungen, und daher verspüren wir manchmal die Versuchung, etwas Verkehrtes zu tun. Nehmen wir an, es treten Umstände ein, unter denen du leicht eine verkehrte Handlung begehen könntest. Dann kann Musik als „Katalysator“ dienen, durch den sich das Verlangen und die Umstände zu einer Handlung verbinden, die du später vielleicht bitter bereust. Eine Mitarbeiterin der von der Regierung der Vereinigten Staaten bestellten Kommission zur Erforschung der Pornographie erklärte, gestützt auf ihre Untersuchungen:

      15 „Dadurch, daß Musik bei Mädchen auf die Gefühle einwirkt und Liebe und Zuneigung hervorruft, dient sie bei einem heranwachsenden Mädchen häufig als Katalysator für Liebe und dadurch als Anreiz zu geschlechtlicher Erregung. . . . Die Musik weckt dieses Gefühl“ (Denver Post, 23. Juli 1971).

      16 Ja, der durch die Musik ausgelöste Impuls kann, wenn er auch von kurzer Dauer ist, ausreichen, um dich zu einer Handlungs- oder Lebensweise zu veranlassen, die du lange Zeit hindurch beibehältst oder deren Auswirkungen lange anhalten. Lohnt es sich daher nicht, bei der Auswahl von Musik kritisch zu sein?

      DIE SCHWIERIGKEIT, SICH ZU ENTSCHEIDEN

      17, 18. Wie kannst du beim Hören eines Musikstückes feststellen, ob es gut oder schädlich für dich ist?

      17 Natürlich kann dir keiner eine Liste in die Hand geben, aus der du sofort ersehen kannst, welche Musik gut und welche schlecht ist; denn unter allen erwähnten Arten von Musik gibt es keine, die als „absolut gut“ oder „absolut schlecht“ bezeichnet werden kann. Mit deinem Verstand und deinem Herzen mußt du herausfinden, wie wertvoll die jeweilige Musik ist, und dabei solltest du dich von Grundsätzen wie den bereits betrachteten leiten lassen. Deine Wahl wird anderen etwas darüber verraten, was für ein Mensch du bist.

      18 „Prüft nicht das Ohr selbst Worte, wie der Gaumen Speise kostet?“ Diese Frage stellte Hiob vor langer Zeit (Hiob 12:11). So kann auch dein Ohr Musik prüfen. Selbst bei reiner Instrumentalmusik läßt sich oft sagen, welche Stimmung oder welchen Geist das Stück hervorrufen soll und zu welcher Handlungsweise es anregt. Das traf auch auf die Musik zu, die Moses hörte, als er vom Berg Sinai herabstieg und sich dem Lager der Israeliten näherte. Er sagte zu Josua: „Es ist nicht der Schall des Gesangs wegen mächtiger Taten [ein Siegeslied], und es ist nicht der Schall des Gesangs wegen einer Niederlage [ein Trauergesang]; es ist der Schall eines anderen Gesangs, den ich höre.“ Der Gesang spiegelte tatsächlich wildes und götzendienerisches unsittliches Treiben wider (2. Mose 32:15-19, 25).

      19—22. (a) Wovor müssen sich diejenigen hüten, die klassische Musik lieben? (b) Was muß man bedenken, wenn man sich Jazz oder Rockmusik anhört?

      19 Betrachte einmal Beispiele aus der heutigen Zeit. Klassische Musik klingt im allgemeinen würdevoll, manchmal sogar majestätisch. Doch wenn auch viele dieser Stücke für den Sinn etwas Erhebendes sind, verherrlichen doch einige das Schmutzige oder Selbstsüchtige im Leben. Man sollte daran denken, daß viele berühmte Komponisten klassischer Musik ein unmoralisches, ausschweifendes Leben führten. Und obgleich sie im allgemeinen für ein Publikum schrieben, das wahrscheinlich das Schöne im Leben liebte, war es nahezu unvermeidlich, daß sich einiges von ihren verdrehten Ansichten und Gefühlen in Worten und auch wortlos in ihre Musik einschlich. Wenn wir daher unseren Sinn und unser Herz behüten wollen, dürfen wir selbst schwere Musik nicht vorbehaltlos akzeptieren.

      20 Auf der anderen Seite des Musikspektrums finden wir die synkopierte Musik des Jazz und Rock. Auch hier gibt es Stücke, die melodisch und gemäßigt sind. Doch einiges ist wild und schrill. Deshalb unterscheiden Musiker auch zwischen „soft“ (sanftem), „hot“ (heißem), „hard“ (hartem) und „acid“ (an Drogengenuß oder psychedelische Erlebnisse erinnerndem) Jazz und Rock. Du solltest selbst beurteilen können, was für ein Verhalten die betreffende Musik fördert — dein Ohr, dein Sinn und dein Herz sollten es dir sagen. Der Text und die Musik sind manchmal so eindeutig, daß Leute ein Musikstück leicht mit einem bestimmten Verhalten oder mit einer bestimmten Personengruppe in Verbindung bringen. In der Bibel ist zum Beispiel von den Liedern derer die Rede, „die berauschende Getränke trinken“, und von dem „Lied einer Prostituierten“ (Psalm 69:12; Jesaja 23:15, 16). Und wie steht es heute?

      21 Wenn du zum Beispiel in der Zeitung davon liest, daß bei einem Konzert oder Musikfestival die Fans kreischten, daß Mädchen ohnmächtig wurden, daß man Drogen nahm und die Polizei herbeigerufen werden mußte, um zu verhindern, daß die Einrichtung des Saales zertrümmert wurde — was für Musik wurde dann deiner Ansicht nach gespielt? Oder wenn du hörst, daß ein beliebter junger Sänger oder Musiker an einer Überdosis Drogen starb — auf welche Art Musik war er deiner Meinung nach spezialisiert?

      22 Sicher ist dir bekannt, daß sich viele junge Leute zur Rockmusik hingezogen fühlen, weil sie glauben, daß die Texte die Realitäten und Probleme ihrer Umwelt beschreiben. Wahrscheinlich mehr als jede andere Art Schlagermusik soll der Rock eine Botschaft vermitteln: von den Problemen der Jugend und vom Generationskonflikt, von Drogen, Sex und Bürgerrechten, von Meinungsfreiheit, Armut, Krieg und ähnlichen Themen. Die Rockmusik soll die Unzufriedenheit ausdrücken, die junge Menschen gegenüber sozialen Ungerechtigkeiten verspüren, sowie ihre Vorstellungen von einer besseren Welt. Doch mit welchem Erfolg? Was hat die Rockmusik für junge Menschen bewirkt? Hat sie wirklich mit ihrer Philosophie dazu beigetragen, die Probleme zu lösen? Wenn eine solche Musik angeblich die Realität in den Vordergrund rückt, weshalb steht sie dann in so enger Verbindung mit Drogen? Warum verstehen nur Drogensüchtige einige der Texte? Das sind Fragen, über die man nachdenken sollte.

      23—25. (a) Was ist der Sinn des Rates aus Prediger 7:5 in bezug auf die Wahl der Musik? (b) Wen sollten wir berücksichtigen, wenn wir uns Musik anhören oder tanzen? Warum? (1. Korinther 10:31-33; Philipper 1:9, 10). (c) Warum ist es also nicht belanglos, welche Musik wir uns anhören und was für Tänze wir tanzen?

      23 Es ist also nicht belanglos, welche Art Musik du dir anhörst. Du kannst andere für dich entscheiden lassen, indem du einfach mit dem Strom schwimmst und das auswählst, was populär ist und der Masse gefällt. Du kannst dir aber auch persönlich Gedanken darüber machen und eine sorgfältige Auswahl treffen, indem du dich von der ewigwährenden und überlegenen Weisheit des Wortes Gottes leiten läßt. In Prediger 7:5 heißt es: „Besser ist es, das Schelten eines Weisen zu hören, als der Mann zu sein, der das Lied der Unvernünftigen hört.“ Wenn die Bibel von „Unvernünftigen“ spricht, meint sie nicht einfach einfältige Personen, sondern Personen, die in moralischer Hinsicht unvernünftig sind und die dadurch später in Schwierigkeiten geraten.

      24 Vielleicht denkst du, du könntest dir ruhig Schlager anhören, ohne daß sie dich zum Schlechten beeinflussen, selbst wenn sie einige Worte enthalten, die im Widerspruch zu guten Grundsätzen stehen, oder wenn sie einen sinnlichen, ungestümen Klang haben. Das gleiche magst du in bezug auf das Tanzen sagen. Doch welchen Einfluß übst du auf andere aus? Bist du so eingestellt wie der Apostel Paulus, der bereit war, sogar auf das Essen von Fleisch zu verzichten, wenn er dadurch vermeiden konnte, andere zum Straucheln zu bringen? Mit was für Menschen bringt man dich aufgrund der Musik, die du wählst, in Verbindung?

      25 Je nachdem, welche Musik du dir anhörst und was für Tänze du tanzt, zeigst du, ob du lediglich daran interessiert bist, dich zu amüsieren, oder daran, ewig in Gottes Gunst zu leben.

      [Bild auf Seite 124]

      Tanzen hat eine lange Geschichte.

  • Lohnt sich eine gute Geschlechtsmoral?
    Mache deine Jugend zu einem Erfolg
    • Kapitel 18

      Lohnt sich eine gute Geschlechtsmoral?

      1—3. Wie denken viele Leute in der Welt über voreheliche Geschlechtsbeziehungen?

      HEUTZUTAGE wird auf junge Leute oft ein moralischer Zwang ausgeübt, voreheliche Geschlechtsbeziehungen zu haben. Tatsächlich befindet sich die ganze Welt in einer „sexuellen Revolution“. In der New Yorker Zeitung Daily News konnte man lesen: „Geschlechtsbeziehungen außerhalb der Ehe werden jetzt von Eltern, von Universitäten und auch von der Öffentlichkeit im allgemeinen anerkannt. Es ist eine Art stillschweigende Duldung der Unmoral, als wäre es vergeblich, eine neue, unaufhaltsame Flut einzudämmen.“

      2 Viele Leute fordern die Freiheit, Geschlechtsbeziehungen zu haben, mit wem sie wollen und wie sie wollen. Diese Einstellung macht viele unsicher. Eine Studentin erzählte von einem typischen Problem, das sie bei einem Rendezvous hatte: „Er sagte immer: Warum nicht? Ich versuchte dann die halbe Zeit, ihm zu erklären, wieso eine gute Moral wertvoll ist. Hinterher habe ich mich selbst gefragt: Warum eigentlich nicht?“ Hast du dich vielleicht auch schon gefragt: „Warum nicht?“? Lohnt sich eine gute Geschlechtsmoral wirklich?

      3 Jugendliche glauben im allgemeinen, weil sie physisch in der Lage seien, Geschlechtsverkehr zu haben, und weil es angeblich „viel Spaß“ mache, sei es etwas für sie. Ist das aber wirklich der Fall? Sind voreheliche Geschlechtsbeziehungen angebracht? Tragen sie dazu bei, das Leben lebenswert zu machen?

      GUTE ODER SCHLECHTE FOLGEN?

      4—7. (a) Was ist gewöhnlich die Folge, wenn man sich auf voreheliche Geschlechtsbeziehungen einläßt? (b) Was zeigt, daß Sittenlosigkeit in Wirklichkeit keine „neue“ Moral ist? (Richter 19:22-25; Judas 7). (c) Warum ist der Rat aus 1. Korinther 6:18 wirklich ernst? (Apostelgeschichte 15:28, 29; 1. Thessalonicher 4:3, 7, 8).

      4 Wie steht es mit der Behauptung einiger, die sexuelle Freiheit mache Menschen glücklicher und bereite „viel Spaß“? In der Zeitschrift The Journal of the American Medical Association wurde der Kommentar eines Jugendlichen veröffentlicht, der mit vielen Mädchen voreheliche Geschlechtsbeziehungen hatte: „Mir ist nun klar, daß ich dadurch nicht glücklich werden kann.“ Daß Mädchen durch vorehelichen Geschlechtsverkehr glücklich werden, ist noch unwahrscheinlicher. Eine junge Studentin sagte über ein solches Erlebnis unter Tränen: „Das war es gewiß nicht wert. Ich hatte überhaupt keinen Spaß daran und bin seitdem nur in Unruhe.“

      5 Es gibt eine ganze Anzahl Gründe, beunruhigt zu sein. Ein Grund ist, daß gemäß den Angaben eines Experten die Gefahr besteht, daß in nur fünf Jahren 50 Prozent aller Teenager in den Vereinigten Staaten mit Tripper angesteckt werden. Und Mediziner sagen, moderne Arzneimittel erwiesen sich als wirkungslos, um der Ausbreitung von Tripper und Syphilis, den bedeutendsten Geschlechtskrankheiten, ein Ende zu bereiten. Nur allzuoft erkennen die Betroffenen die Krankheit zu spät, um einen schweren, unabänderlichen Schaden für ihren Körper zu vermeiden. Ist es sinnvoll, die Möglichkeit zu riskieren, einen dauernden Schaden davonzutragen, indem man zufolge von Unsittlichkeit vielleicht sogar blind oder unfruchtbar wird?

      6 Außerdem besteht die Gefahr einer unerwünschten Schwangerschaft. Millionen unverheirateter Mädchen werden schwanger. Viele von ihnen machen die Gefahren und die seelische Belastung einer Abtreibung durch. Andere werden in eine unglückliche Ehe getrieben. Wieder andere sehen sich dem langen, unglückseligen Kampf gegenüber, ein uneheliches Kind aufzuziehen. Obwohl sich Jugendliche heute leichter Verhütungsmittel beschaffen können als früher, haben sie offensichtlich keine Garantie, daß sie dadurch eine Schwangerschaft verhüten können.

      7 In Wirklichkeit ist die Sittenlosigkeit nichts Neues oder Modernes. Es gibt sie schon lange, lange Zeit. Die Bewohner Sodoms und Gomorras pflegten sie nahezu zweitausend Jahre vor der Geburt Jesu Christi. Wenn du die Geschichte des alten Römischen Reiches liest, wirst du feststellen, daß es wegen all der Arten von Sittenlosigkeit, die heute verübt werden, berüchtigt war. Ja, sein Niedergang war weitgehend auf den Sittenverfall zurückzuführen. Bestimmt ist es angebracht, das Gebot der Bibel zu beachten: „Flieht vor der Hurerei“ (1. Korinther 6:18).

      IST EINE GUTE MORAL EIN ZEICHEN VON SCHWÄCHE?

      8—11. (a) Warum erfordert es große Willenskraft, auf voreheliche Geschlechtsbeziehungen zu verzichten? (b) Was zeigt, daß der junge Mann, der in Sprüche, Kapitel 7 beschrieben wird, keine guten Beweggründe hatte, als er in Unsittlichkeit verwickelt wurde? (c) Wie zeigt das Beispiel eines jungen Mädchens aus Sunem, daß man fest für rechte Grundsätze eintreten sollte?

      8 Man mag dich jedoch auffordern, Hurerei zu begehen. Und wenn du dich weigerst, mögen dich andere als Feigling bezeichnen. In einigen Gebieten ist die Hurerei heute allgemein anerkannt. Zwei Ärzte schrieben in dem Buch Medical Aspects of Human Sexuality: „Junge Leute bekommen heute Schuldgefühle, wenn sie sich weigern, bereitwillig Geschlechtsbeziehungen zu haben, und in einigen Fällen haben sich junge Mädchen geschämt, mit 25 noch Jungfrau zu sein.“ Ist es ein Zeichen von Schwäche, wenn man sich weigert, sich vor der Ehe auf Geschlechtsbeziehungen einzulassen? Nun, was erfordert deiner Ansicht nach mehr Stärke — der Leidenschaft nachzugeben oder sie zu zügeln?

      9 Dem Geschlechtstrieb nachgeben kann eigentlich jeder Schwächling. Aber man muß schon wirklich ein „Mann“ (oder wirklich eine „Frau“) sein, um diesen Trieb zu beherrschen, bis man mit jemandem eine Ehe eingeht. In der heutigen Zeit erfordert das sogar noch mehr Kraft, da in der ganzen Welt ein entgegengesetzter Trend besteht. Es bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen.

      10 Das Bibelbuch Sprüche gibt einen Bericht wieder, der das gut veranschaulicht. Er handelt davon, wie ein junger Mann, einer der „Unerfahrenen“, dem es an guten Beweggründen des Herzens fehlt, in ein Viertel geht, wo eine Prostituierte an ihn herantritt. Unter dem Druck ihrer schlauen Überredungskunst gibt er nach, und „ganz plötzlich geht er ihr nach wie ein Stier, der sogar zur Schlachtung kommt, und gerade wie gefesselt [oder gekettet] zur Züchtigung eines Törichten“ (Sprüche 7:6-23). Er hatte nicht die moralische Kraft zu widerstehen.

      11 Aber wie schon in einem früheren Kapitel beschrieben, war das anziehende junge Mädchen aus Sunem ganz anders. Sie widerstand allen Verlockungen, die der reiche König Salomo zu bieten hatte, indem sie es vorzog, dem jungen Hirten treu zu bleiben, den sie zu heiraten hoffte. Ja, statt einer „Tür“ zu gleichen, die leicht aufgestoßen werden kann, bewies dieses Mädchen seinen älteren Brüdern, daß es in seiner Entschlossenheit, seine Jungfräulichkeit für den Mann zu bewahren, auf den es wartete, so fest war wie eine „Mauer“ (Hoheslied 8:8-10).

      WARUM SICH EINE GUTE GESCHLECHTSMORAL LOHNT

      12—14. (a) Warum ist es vernünftig, sich an Gottes Regeln in bezug auf Sex zu halten? (b) Was haben Hurer gemäß Hebräer 13:4 und 1. Korinther 6:9, 10 zu erwarten? Was ist mit Hurerei gemeint?

      12 Der Hauptgrund, weshalb sich eine gute Geschlechtsmoral lohnt, ist die Tatsache, daß dies der Weg ist, den der Eine gezeigt hat, der über das Glück des Menschen am meisten weiß: Jehova Gott. Denke einmal darüber nach. Jehova Gott hat in seiner Liebe die Vorkehrung getroffen, daß durch Geschlechtsbeziehungen menschliches Leben übertragen werden kann, und das ist etwas ganz Wunderbares und Heiliges. Wir alle haben aus dieser Einrichtung Nutzen gezogen, denn wir leben. Wenn wir den Nutzen anerkennen, sind wir dann nicht auch verpflichtet, die Regeln anzuerkennen, die Gott in dieser Hinsicht festgelegt hat? Gewiß hat Jehova Gott als unser Lebengeber das Recht, Verhaltensmaßregeln für den Gebrauch unserer Fortpflanzungsorgane mit ihrer Kraft zur Weitergabe von Leben aufzustellen.

      13 Durch den Apostel Paulus sagt Gott zu uns: „Die Ehe sei ehrbar unter allen, und das Ehebett sei unbefleckt, denn Gott wird Hurer und Ehebrecher richten“ (Hebräer 13:4). Unter Hurerei versteht man nicht nur wahllose, sondern auch voreheliche Geschlechtsbeziehungen, zum Beispiel zwischen Personen, die verlobt, aber noch nicht verheiratet sind.

      14 Gottes Wort verurteilt Hurerei und sonstigen zügellosen Wandel klar und deutlich. Es zeigt, daß Personen, die solche Dinge treiben, keinen Anteil an Gottes Königreich haben werden. Die Bibel sagt: „Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei Männern liegen, noch Diebe, noch Habgierige, noch Trunkenbolde, noch Schmäher, noch Erpresser werden Gottes Königreich ererben“ (1. Korinther 6:9, 10).

      15—19. (a) Warum sollten wir geschlechtliche Unmoral sogar hassen? (Psalm 97:10). (b) Was kann uns helfen, solch angebrachten Haß zu entwickeln?

      15 Es ist sicherlich zu unserem Nutzen, daß sich Gottes Gesetz so bestimmt ausdrückt. Der Geschlechtstrieb kann sehr stark sein, und die meisten Menschen kommen im Leben manchmal in Situationen, in denen es sehr leicht wäre, unter dem Druck der Versuchung nachzugeben. Wäre Gottes Gesetz unklar oder nicht überzeugend, so würde es uns in einem solchen Augenblick bestimmt nicht viel helfen. Aber weil es so klar und eindringlich ist, hilft es uns, vernünftig zu bleiben, unsere moralische Kraft aufrechtzuerhalten, und was am wichtigsten ist, es hilft uns, die verkehrte Handlungsweise hassen zu lernen. Ist dir sexuelle Unmoral wirklich verhaßt? Warum sollte sie es sein?

      16 Wenn ein solches Verhalten manchmal reizvoll zu sein scheint, so frage dich: „Hätte ich es gern, wenn meine eigenen Familienangehörigen so etwas täten, meine Eltern, meine Brüder und Schwestern? Würde ich mich freuen, wenn sie uneheliche Kinder hätten? Würde dadurch meine Liebe zu ihnen und meine Achtung vor ihnen zunehmen?“ Wenn nicht, verdient es dann eine solche Handlungsweise nicht, gehaßt zu werden? Du möchtest sicher nicht wie ein öffentliches Handtuch sein, an dem sich jeder seine schmutzigen Hände abwischen kann.

      17 Denke einmal an die Kinder, die zufolge eines unsittlichen Wandels geboren werden. Stell dir vor, du würdest ein solches Kind zur Welt bringen, sofern du ein Mädchen bist — wer würde für das Kind sorgen? Deine Mutter und dein Vater? Du selbst? Wie würdest du es tun? Und was wird dann das Kind empfinden, wenn es größer wird und erfährt, wie es empfangen wurde? Und angenommen, du weigerst dich, die Verantwortung auf dich zu nehmen, und läßt das Kind adoptieren. Wie würden dann andere Leute über dich denken? Wie würdest du selbst über dich denken? Du könntest die Geburt verheimlichen und das Kind vor anderen verbergen, indem du es adoptieren ließest, und so versuchen, vor Schande und Verantwortung davonzulaufen. Aber du kannst nicht vor dir selbst davonlaufen.

      18 Und hättest du als junger Mann ein ruhiges Gewissen, wenn du ein uneheliches Kind in die Welt setztest? Denke nur an all die Schwierigkeiten und an die Schande für die Mutter und dein Kind. Das solltest du auf jeden Fall vermeiden.

      19 Hat geschlechtliche Unmoral überhaupt je zu etwas Gutem geführt? Wie kommt es, daß so viel Unerwünschtes damit verbunden ist, wie zum Beispiel Geschlechtskrankheiten, Abtreibungen, Eifersuchtsszenen und sogar Morde? Wie kommt es, daß in Ländern, in denen große sexuelle „Freiheit“ gestattet ist, die Scheidungsziffern oft zu den höchsten der Welt zählen? Bedeutet eine Scheidung Erfolg oder Mißerfolg? Ist sie ein Zeichen von wahrem Glück oder von Unglück und Unzufriedenheit?

      20, 21. Was hat das Vermeiden von geschlechtlicher Unmoral mit deinen Aussichten auf eine glückliche Ehe zu tun?

      20 Dagegen lohnt sich eine gute Geschlechtsmoral, weil diejenigen, die daran festhalten, mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit eine glückliche Ehe führen werden. Das ist darauf zurückzuführen, daß sie die Ehe in hohem Ansehen bewahrt haben. Sie haben sie als Gottes Einrichtung respektiert und ihren künftigen Ehepartner sowie ihr beiderseitiges Recht auf einen reinen Ehepartner geachtet.

      21 Ja, je sorgfältiger du darauf achtest, einen zügellosen Wandel zu vermeiden und dir in der Zeit der Werbung und Verlobung keine Freiheiten zu erlauben, desto wahrscheinlicher wird deine Ehe glücklich sein. Weder du noch dein Ehepartner wird dann quälende Zweifel an der Echtheit der Liebe des anderen haben und argwöhnen müssen, das Geschlechtliche sei der einzige Beweggrund für die Heirat gewesen. Denn die Ehe ist letzten Endes nicht nur die Vereinigung zweier Körper — sie ist die Vereinigung zweier Personen. Und jeder muß die Person des anderen achten und lieben, wenn die Ehe immer glücklich sein soll.

      EINE WEISE WAHL TREFFEN

      22—24. (a) Welche Lehre kann ein junges Mädchen aus dem Bibelbericht über Amnon und Tamar ziehen? (b) Was zeigt, daß die Leidenschaft der Frau Potiphars keine bleibende Liebe war?

      22 Liebe, die nur auf Leidenschaft gegründet ist, ist keine bleibende Liebe. Es ist eine selbstsüchtige, begehrliche Liebe. Eine solche Liebe hatte ein Sohn Davids namens Amnon. Er „verliebte sich“ in seine schöne Halbschwester Tamar. Durch Betrug zwang er sie, Beziehungen mit ihm zu haben. Und was geschah danach? Aus dem Bericht erfahren wir folgendes: „Und Amnon begann sie mit sehr großem Haß zu hassen, denn der Haß, mit dem er sie haßte, war größer als die Liebe, mit der er sie geliebt hatte.“ Er schickte sie hinaus auf die Straße (2. Samuel 13:1-19). Solltest du nun, wenn du ein junges Mädchen bist, so naiv sein, zu denken, daß ein junger Mann, nur weil er dir gegenüber leidenschaftliche Liebe zum Ausdruck bringt und will, daß du mit ihm Beziehungen hast, dich deshalb auch aufrichtig liebt? Er mag ohne weiteres schließlich genauso handeln wie Amnon.

      23 Die Bibel berichtet uns, daß die Frau des ägyptischen Hofbeamten Potiphar ebensolches Interesse für den jungen Joseph zum Ausdruck brachte, der in ihrem Haus diente. Als er all ihren Verführungskünsten widerstand, zeigte sie ihr wahres Gesicht. Sie erzählte ihrem Mann eine gemeine Lüge über Joseph, so daß dieser zu Unrecht eingesperrt wurde (1. Mose 39:7-20).

      24 Ja, die sogenannte sexuelle „Freiheit“ macht das, was etwas Schönes und Reines sein sollte, zu etwas Schlechtem und Abscheulichem. Was wünschst du also — gelegentlich einen kurzen Augenblick lang ein unerlaubtes sexuelles Vergnügen mit allen Gefahren und Problemen, die damit verbunden sind, oder die Befriedigung, vor Gott und allen Menschen tagein, tagaus ein reines Gewissen, verbunden mit Selbstachtung, zu haben?

      25, 26. Wie können wir es vermeiden, in geschlechtliche Unmoral verwickelt zu werden? (Epheser 5:3, 4; Philipper 4:8).

      25 Wenn du frei von Unsittlichkeit bleiben möchtest, dann halte dich von dem fern, was dazu führt: Unterhaltung, die sich stets um das andere Geschlecht dreht, Lesestoff oder Bilder, die nur ein Ziel haben — geschlechtliche Leidenschaft zu erregen. Beschäftige deinen Sinn, deine Augen und deine Zunge statt dessen mit reinen, positiven Dingen, und strebe lohnende Ziele an, die dauernde Segnungen mit sich bringen und weder Schande noch Kummer zurücklassen.

      26 Nimm vor allem an Erkenntnis über deinen Schöpfer und über die Richtigkeit und Weisheit seiner Wege zu. Wende dich im Gebet an ihn, und richte dein Herz auf das, was er denen verheißt, die ihm dienen. Wenn du wirklich willst, kannst du an einer guten Geschlechtsmoral festhalten, denn Jehova Gott und sein Sohn werden dir die Kraft geben, die du dazu benötigst.

  • Feste Bekanntschaften und Partnerwahl
    Mache deine Jugend zu einem Erfolg
    • Kapitel 19

      Feste Bekanntschaften und Partnerwahl

      1—4. (a) Wann sind feste Bekanntschaften üblich geworden? (b) Wie kommen Ehen in Ländern zustande, in denen feste Bekanntschaften nicht üblich sind? (c) Was entscheidet letzten Endes, ob eine Sitte gut oder schlecht ist?

      JEDER normale Mensch möchte wahre Freude am Leben finden. Die Bibel zeigt, daß dieser Wunsch richtig ist, denn sie führt die Freude als „Frucht“ des Geistes Gottes auf (Galater 5:22). Besonders in westlichen Ländern betrachten viele junge Leute eine feste Bekanntschaft als eines der wichtigsten Mittel, Freude zu finden. Oft verabreden sie sich, um ohne Begleitung mit jemandem vom anderen Geschlecht zusammen zu sein. Was ist darüber zu sagen?

      2 Du magst eine feste Bekanntschaft für ganz normal halten, weil sie in vielen Ländern üblich ist. Das ist jedoch nicht immer so gewesen. In dem Buch The Family in Social Context wird erklärt: „Feste Bekanntschaften, wie wir sie kennen, sind wahrscheinlich erst nach dem Ersten Weltkrieg aufgekommen.“ In vielen Ländern sind feste Bekanntschaften jedoch nie üblich gewesen. Es gibt auch heute noch Länder, in denen sich Braut und Bräutigam an ihrem Hochzeitstag zum erstenmal sehen. Alle für die Eheschließung nötigen Vereinbarungen werden von den Eltern getroffen oder vielleicht durch einen „Heiratsvermittler“ oder „Brautwerber“.

      3 Wenn du natürlich in einem Land lebst, in dem es üblich ist, daß junge Menschen miteinander gehen und sich ihren Ehepartner selbst wählen, mag es dir unbegreiflich erscheinen, daß es in anderen Ländern nicht so ist. Doch Personen, die in solchen Ländern wohnen, wundern sich vielleicht über einige Sitten und Bräuche, die dort herrschen, wo du lebst. Sie mögen feste Bekanntschaften und Partnerwahl unter jungen Leuten unvernünftig oder sogar anstößig finden. Ein Mädchen aus Indien erklärte einem bekannten westlichen Eheberater: „Wie könnten wir den Charakter eines Jungen beurteilen, den wir treffen und mit dem wir uns befreunden? Wir sind jung und unerfahren. Unsere Eltern sind älter und vernünftiger, und sie lassen sich nicht so leicht täuschen wie wir. . . . Ich finde es so wichtig, daß ich den richtigen Mann heirate. Ich könnte leicht einen Fehler machen, wenn ich ihn mir selbst suchen müßte.“

      4 Statt also engstirnig zu sein und zu meinen, die Sitte, an die man gewöhnt sei, sei die beste, sollte man bestrebt sein, seinen Gesichtskreis zu erweitern. Schließlich sind die Ergebnisse entscheidend dafür, ob eine Sitte gut oder schlecht ist. In der Bibel lesen wir in Prediger 7:8: „Besser ist das nachherige Ende einer Sache als ihr Anfang.“ Und wir müssen zugeben, daß in vielen Ländern, in denen junge Leute feste Bekanntschaften haben und sich ihren Ehepartner selbst wählen, ein großer Prozentsatz der Ehen nicht gutgeht, sondern vor dem Scheidungsrichter endet.

      FESTE BEKANNTSCHAFTEN

      5—8. (a) Wie helfen uns die Worte aus Prediger 11:9, 10, die Folgen unseres Wandels zu berücksichtigen, die sich auf lange Sicht zeigen? (b) Warum wünschen viele junge Leute eine feste Bekanntschaft?

      5 Wenn du Wert darauf legst, etwas zu durchdenken, solltest du nicht nur sehen, wozu eine feste Bekanntschaft im Augenblick führt, sondern auch, wie sie sich auf lange Sicht auswirkt. Unser Schöpfer ist uns dabei eine Hilfe. Er möchte, daß wir wirklich glücklich werden und bleiben. Daher finden wir in seinem Wort die Aufforderung: „Freue dich, junger Mann, in deiner Jugend, und dein Herz tue dir Gutes in den Tagen deines Jünglingsalters, und wandle in den Wegen deines Herzens und in den Dingen, die deine Augen sehen. Doch wisse, daß der wahre Gott dich um dies alles ins Gericht bringen wird. Entferne daher Verdruß aus deinem Herzen, und halte dir Unglück vom Fleische fern, denn Jugend und die Blüte des Lebens sind Nichtigkeit“ (Prediger 11:9, 10). Was bedeutet das?

      6 Es bedeutet, daß der Schöpfer wünscht, daß du dich an deiner Jugend erfreust. Gleichzeitig möchte er aber, daß du nicht einen Wandel einschlägst, der sich auf dein späteres Leben nachteilig auswirkt. Leider geschieht dies sehr oft, so daß sich ein Schreiber der heutigen Zeit veranlaßt fühlte zu schreiben: „Die meisten Menschen verwenden die ersten Jahre ihres Lebens darauf, sich die letzten zu verderben.“ Du möchtest bestimmt nicht, daß dir das passiert. Auch Gott möchte das nicht. Die Bibel zeigt aber ebenfalls im Buch Prediger, daß Gott junge Leute für das, was sie tun, verantwortlich macht. Ihre Jugend wird sie nicht davor bewahren, die Folgen des Laufes zu tragen, den sie einschlagen.

      7 All das hängt direkt mit festen Bekanntschaften zusammen. Wieso? Nun, frage dich doch selbst: „Warum möchte ich eine feste Bekanntschaft haben? Was suche ich, das ich in Gesellschaft mehrerer anderer nicht haben könnte? Warum möchte ich mit jemandem vom anderen Geschlecht zusammen sein?“ Ist es nicht hauptsächlich deswegen, weil du ein wachsendes Interesse am anderen Geschlecht verspürst? Das geht daraus hervor, daß jemandes körperliche Anziehungskraft im allgemeinen viel damit zu tun hat, ob er als Partner begehrt ist.

      8 Viele junge Leute, die eine feste Bekanntschaft haben, geben offen zu, daß sie noch nicht ernsthaft an die Ehe denken oder daß sie sich die Person, mit der sie die feste Bekanntschaft haben, nicht wirklich als Ehepartner wünschen. An den meisten Orten, an denen feste Bekanntschaften üblich sind, werden diese lediglich als eine Art der Unterhaltung betrachtet, als eine Möglichkeit, einen Abend oder ein Wochenende zu verbringen. Einige junge Männer, die nicht „anders“ sein wollen als andere, haben eine Freundin, weil Gleichaltrige ebenfalls eine Freundin haben. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, daß eine feste Bekanntschaft zum „Verdruß“ und sogar zum „Unglück“ führen kann. Sehen wir einmal, warum.

      DIE FOLGEN KÖRPERLICHER BERÜHRUNGEN

      9—11. (a) Welche körperlichen Berührungen sind gewöhnlich mit festen Bekanntschaften verbunden? Warum besteht die natürliche Neigung, immer intimer zu werden? (b) Warum kann dies bei unverheirateten Personen zu nervösen Spannungen führen? (c) Welches Unglück kann die Folge sein, wenn die körperlichen Berührungen zu Hurerei führen?

      9 Feste Bekanntschaften sind meistens mit körperlichen Berührungen verbunden — mit Händchenhalten, Küssen und noch mehr. Anfangs mag schon das Berühren der Hand des anderen sehr angenehm sein und bewirken, daß man innerlich erglüht. Aber nach einer gewissen Zeit kann es seinen Reiz verlieren und hat nicht mehr dieselbe Wirkung. Den Betreffenden mag es erst wieder gefallen, wenn sie noch einen Schritt weitergehen, indem sie sich zum Beispiel küssen. Aber auch das wird dann vielleicht etwas Gewöhnliches, ja sogar ein wenig langweilig. Wie kommt das?

      10 Das kommt daher, weil die sexuelle Leidenschaft zu einer Kette gehört, die zu einem bestimmten Ergebnis führen soll. Das erste Glied ist die erste Berührung. Das letzte Glied ist der Geschlechtsverkehr, der gemäß Gottes Wort Ehepartnern vorbehalten ist. Alles, was dazwischenliegt, kann zu diesem letzten Glied der Kette führen. Ist es also, wenn du nicht verheiratet bist, vernünftig, mit dem ersten oder mit irgendeinem anderen Glied der Kette zu beginnen? Das zu tun bringt nur „Verdruß“. Weshalb? Weil sich der Körper auf etwas einstellt, was ihm noch nicht zusteht, nämlich auf das letzte Glied der Kette. Das Verlangen nach Geschlechtsverkehr anzuregen, aber nicht zu befriedigen führt zu Enttäuschung sowie zu nervösen Spannungen.

      11 Selbst Hurerei macht dem „Verdruß“ kein Ende. Statt dessen kann sie ins „Unglück“ führen. Wieso? Es gibt eine Anzahl Gründe. Hurerei kann zu einer Geschlechtskrankheit führen. Das Mädchen könnte schwanger werden, und dadurch könnte sich ein Paar gezwungen fühlen, eine Ehe einzugehen, auf die es in Wirklichkeit nicht vorbereitet ist. Das würde nicht zu einer glücklichen Zukunft führen. Der junge Mann mag sich aber auch weigern, das junge Mädchen zu heiraten. Dann muß es das Kind allein, ohne Ehemann, großziehen. Oder es fühlt sich vielleicht versucht, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, die gemäß der Bibel eine Art Mord ist. Ist das nicht ein „Unglück“? Du bist vielleicht davon überzeugt, daß eine feste Bekanntschaft für dich nicht diese Folgen nach sich ziehen wird. Aber viele von denen, die in solche Schwierigkeiten gerieten, waren genauso überzeugt wie du. Die Frage ist eben, ob du für die Ehe bereit bist oder nicht.

      DEINE PERSÖNLICHE ENTWICKLUNG

      12, 13. Wieso kann eine feste Bekanntschaft die persönliche Entwicklung hemmen? Welcher Umgang ist daher nützlicher?

      12 Selbst wenn eine feste Bekanntschaft nicht unmittelbar ins „Unglück“ führt, kann sie doch andere Nachteile haben. Ein Nachteil ist, daß sich dadurch dein Interesse auf nur eine Person beschränkt — und das in einer Zeit, in der es wegen deiner Entwicklung zu emotioneller Reife von großem Nutzen wäre, wenn du mit vielen verschiedenen Personen Umgang hättest. Bist du noch ein Junge, so konzentriere dich doch zunächst darauf, wirklich ein Mann zu werden, indem du hauptsächlich Freundschaft mit Männern pflegst, die das lieben, was recht ist. Du kannst von ihnen männliche Fähigkeiten und die männliche Wesensart lernen. Bist du ein junges Mädchen, so interessiere dich zunächst dafür, wirklich zu einer Frau heranzuwachsen, indem du Nutzen aus der Gemeinschaft mit Frauen ziehst, die dir zu weiblichem Können und weiblicher Wesensart verhelfen. Durch eine feste Bekanntschaft wird eine solche Entwicklung in Wirklichkeit unterbrochen und gehemmt.

      13 Bevor feste Bekanntschaften üblich wurden, hatten junge Leute vieles, was ihnen Freude machte. Diese Möglichkeit hast auch du. Du kannst wahre Freude daran finden, dich mit anderen zu unterhalten, zu lernen, dir Fertigkeiten anzueignen, an bestimmten Aufgaben zu arbeiten, dich an Spielen zu beteiligen und dir Sehenswürdigkeiten anzusehen. Und es kann dir große Freude bereiten, all dies mit jemandem vom gleichen Geschlecht oder mit mehreren anderen zu tun. Oft wirst du feststellen, daß deine Freude um so größer ist, je größer dein Freundeskreis ist und wenn er einige einschließt, die ebenso alt sind wie du, einige, die älter, und einige, die jünger sind.

      WANN SOLLTE MAN HEIRATEN?

      14, 15. (a) Wie denkst du über eine Frühehe? (b) Welche Verantwortung haben die Eltern, wenn ihre Kinder den Wunsch haben zu heiraten?

      14 Einmal kommt jedoch die Zeit, in der man als junger Mensch den Wunsch hat zu heiraten. Wann ist die beste Zeit dafür — wenn man noch ein Teenager ist? Im allgemeinen nicht, denn die Tatsachen zeigen, daß die meisten Frühehen nicht so glücklich sind wie Ehen, bei denen die Partner (oder wenigstens einer) bei der Eheschließung älter sind. Ein Soziologe schrieb: „Untersuchungen haben ergeben, daß die Scheidungsquote oder die Zahl der unglücklichen Ehen bei Frühehen viel höher ist als bei Ehepaaren, die später geheiratet haben.“

      15 Andererseits gibt es aber auch keine biblische Grundlage dafür, Frühehen ganz und gar abzulehnen. Im allgemeinen räumt das Gesetz den Eltern aufgrund ihrer Fähigkeit, ein weises Urteil abzugeben, das Recht ein, zu entscheiden, was ihres Erachtens für ihre Kinder am besten ist und was am ehesten zu deren Glück und Wohl beiträgt. Sie können entscheiden, ob sie ihren Söhnen oder Töchtern, die unter ihrer Aufsicht stehen, die Heiratserlaubnis geben wollen oder nicht. Gewiß sollten sie angesichts der vielen Probleme, die heute auftreten, und in Anbetracht des hohen Prozentsatzes gescheiterter Ehen erst nach reiflicher Überlegung entscheiden. Diese Tatsachen sollten auch junge Menschen veranlassen, vorsichtig zu sein, damit das Sprichwort nicht auf sie Anwendung findet: „Heirate in Eile und bereue mit Muße!“ Es ist töricht, durch eine Tür zu stürmen, nur weil sie geöffnet ist, wenn man überhaupt keine Ahnung davon hat, was einen dahinter erwartet.

      DIE WAHL EINES EHEPARTNERS

      16—19. (a) Wie wird sich die Anwendung des Grundsatzes aus Galater 5:13 nützlich erweisen, wenn sich junge Menschen ihren Partner selbst wählen dürfen? (b) Welches Ziel sollte eine feste Freundschaft haben? Wozu sollte man daher bereit sein, wenn man eine feste Freundschaft eingeht? (c) Warum ist es vorteilhaft, eine Person vom anderen Geschlecht in der Gemeinschaft mit anderen kennenzulernen?

      16 In manchen Gegenden darf ein junger Mann nur dann mit einem jungen Mädchen zusammen sein, wenn mindestens jemand von den Eltern oder eine andere ältere Person dabei ist. Doch in vielen westlichen Ländern ist es einem Paar oft erlaubt, ohne Begleitung zusammen zu sein. Deshalb erhebt sich die Frage: Wie sollten sich junge Leute, wenn ihnen diese Freiheit zugestanden wird, verhalten, wenn sie möchten, daß ihre Freundschaft zu einer glücklichen und erfolgreichen Ehe führt?

      17 Freiheit bringt stets Verantwortung mit sich. Falls du dich daher jetzt vor die erwähnte Frage gestellt siehst, wäre es gut, an den guten Grundsatz zu denken, der in Galater 5:13 zu finden ist. Der Apostel Paulus spricht hier natürlich von der geistigen Freiheit, die das Christentum denen bringt, die es annehmen. Doch dieser Grundsatz läßt sich auf jede Art Freiheit anwenden, besonders dann, wenn wir so davon Gebrauch machen möchten, daß wir gute Ergebnisse erzielen und in Gottes Gunst gelangen. Der Apostel schrieb: „Ihr seid natürlich zur Freiheit berufen, Brüder; nur benutzt diese Freiheit nicht als einen Anlaß für das Fleisch, sondern durch Liebe dient einander wie Sklaven.“ Echte Liebe — zu Gott und zu unserem Nächsten, also auch zu dem Menschen, um den wir werben — wird dazu beitragen, daß wir die Freiheit, die wir besitzen, nicht auf selbstsüchtige, schädliche Weise gebrauchen.

      18 Eine feste Freundschaft mit jemandem vom anderen Geschlecht ist nur dann angebracht, wenn man beabsichtigt zu heiraten. Solange man nicht bereit ist, die mit der Ehe verbundenen Pflichten zu übernehmen, sollte man keine solche Freundschaft pflegen. Natürlich kannst du nicht von vornherein wissen, ob du eine bestimmte Person heiraten möchtest oder nicht. Deshalb ist es vernünftig, nicht vorschnell einem jungen Mädchen (oder einem jungen Mann) die alleinige Aufmerksamkeit zu schenken. Doch das ist natürlich kein Grund dafür, eine Freundschaft nach der anderen zu haben, die lediglich Liebeleien sind, oder eine Reihe von Flirts.

      19 Selbst wenn du dich für jemand interessierst, wäre es vernünftig, deinen Umgang mit dieser Person auf Gelegenheiten zu beschränken, bei denen ihr mit einer ganzen Gruppe zusammen seid. Warum? Weil du unter solchen Umständen oft besser herausfinden kannst, welche Eigenschaften jemand wirklich hat. Wir alle neigen dazu, uns eher so zu geben, wie wir wirklich sind, wenn wir nicht das Gefühl haben, von jemandem besonders beachtet zu werden. Aber sobald sich ein Paar von der Gruppe absondert, ist es natürlich, daß sich beide bemühen, sich so zu verhalten, wie es dem anderen gefällt, und so zu tun, als habe man das, was der andere gern oder nicht gern hat, ebenfalls gern oder nicht gern. Manchmal wird dadurch die eigene Persönlichkeit verschleiert. Wenn ein Paar beginnt, miteinander zu gehen, mögen sich beide schnell ineinander verlieben und einander nur noch durch eine „rosa Brille“ sehen. Heiraten zwei Menschen nur, weil sie verliebt sind, so gibt es oft ein böses Erwachen.

      20—22. (a) Warum muß man bei der Partnerwahl ehrlich und selbstlos sein? (b) Was kannst du in der Zeit vor der Ehe über deinen voraussichtlichen Ehepartner kennenlernen? Welche Eigenschaften wünschst du dir besonders bei einem Ehepartner?

      20 Gewöhnlich geht die Werbung vom Mann aus, indem er sich für ein Mädchen interessiert. Wenn er aufrichtig ist und es ernst meint, so darf sie zu Recht annehmen, daß er zumindest erwägt, sie zu heiraten. Was dann? Nun, sie muß sich jetzt fragen, ob er für sie als Ehemann in Betracht käme. Ist sie sicher, daß sie sich ihn nicht als ihren zukünftigen Ehemann vorstellen kann, würde sie grausam handeln, wenn sie sich so verhielte, daß seine Zuneigung zu ihr wachsen würde. Es gibt Mädchen, die sich von einem jungen Mann umwerben lassen, damit andere sehen, daß sie begehrt werden und heiratsfähig sind, in der Hoffnung, von anderen jungen Männern beachtet zu werden. Aber es gibt auch junge Männer, die sich ähnlich verhalten. Sie meinen, sie könnten mit einem Mädchen „spielen“, sich dabei so richtig amüsieren und dann, wenn es ernst zu werden droht, den Kopf noch rechtzeitig aus der Schlinge ziehen. Wer seine Freiheit auf solch selbstsüchtige Weise gebraucht, bereitet dem anderen seelische Schmerzen und schlägt ihm tiefe Wunden, Wunden, die vielleicht Monate oder sogar Jahre brauchen, um zu heilen.

      21 Die Freiheit, um einen Partner zu werben, ist nur dann nützlich, wenn man auf selbstlose Weise Gebrauch davon macht. Man erhält dadurch die Gelegenheit, die Person näher kennenzulernen, mit der man eventuell den Rest seines Lebens verbringen wird. Wenn jeder ehrlich gegen den anderen ist, wird man vertraut mit dem, was dem anderen gefällt oder mißfällt, mit seinen Maßstäben, seinen Gewohnheiten und seinen Ansichten, mit seinem Temperament und seiner Veranlagung sowie mit seiner Art, auf Probleme und Schwierigkeiten zu reagieren. Mit Recht möchtest du wissen: Ist er freundlich, großzügig und mitfühlend? Respektiert er seine Eltern und ältere Personen? Ist er bescheiden und demütig oder überheblich und eigensinnig? Kann er sich beherrschen, und ist er ausgeglichen, oder läßt er sich gehen? Ist er kindisch? Hat er die Gewohnheit zu schmollen? Bekommt er sogar ab und zu Wutanfälle? Da ein großer Teil des Lebens aus Arbeit besteht, solltest du dich auch fragen, ob es bei ihm Anzeichen dafür gibt, daß er faul oder verantwortungslos ist, und ob er dazu neigt, mit dem Geld verschwenderisch umzugehen. Wie sehen die Zukunftspläne aus? Möchtet ihr Kinder haben, oder seid ihr an einer besonderen Laufbahn interessiert? In einem Artikel, der überschrieben war „Gefahrensignale während der Verlobungszeit“, hieß es: „Unsere Studie über verlobte und glücklich sowie unglücklich verheiratete Paare ergab, daß unglücklich verheiratete Ehepaare in der Regel über die Ziele und Werte des Lebens sehr unterschiedlich dachten“ (Medical Aspect of Human Sexuality, November 1970, S. 43).

      22 Vor allem solltest du herausfinden, in welchem Maße der andere bei seinen Interessen und Plänen die Vorsätze Gottes berücksichtigt. Und wenn all das geklärt ist, erhebt sich die Frage: Paßt ihr eigentlich zusammen? Wenn du schwerwiegende Unterschiede bemerkst, so betrüge dich nicht selbst, indem du denkst, sie würden sich in der Ehe automatisch ausgleichen. Die Spannungen, die durch solche Unterschiede verursacht werden, werden sich in der Ehe wahrscheinlich nur noch deutlicher bemerkbar machen.

      EHRBARER WANDEL VOR DER EHE

      23—26. (a) Hältst du es für angebracht, wenn ein Paar, das heiraten möchte, sich die Hände hält, sich küßt und umarmt? (b) Wie kann man sich eines „zügellosen Wandels“ und der „Unreinheit“ schuldig machen? Warum ist es wichtig, sich davor zu hüten? (Galater 5:19, 21).

      23 In den Ländern, in denen die Eltern nichts dagegen haben, daß unverheiratete Paare ohne Begleitung zusammen sind oder miteinander ausgehen, bezeugen sich solche Paare ihre Zuneigung oft dadurch, daß sie sich die Hände halten, sich küssen und sich sogar umarmen. Die Eltern haben natürlich die Pflicht, ihren Söhnen und Töchtern gewisse Richtlinien zu geben, nach denen sie handeln sollten. Die Ältesten in der Christenversammlung können die Aufmerksamkeit junger Menschen auf die vernünftigen Grundsätze lenken, die in Gottes Wort enthalten sind, und jeder, der aufrichtig wünscht, weise zu handeln, wird gern bereit sein, einen solchen Rat zu befolgen.

      24 Die Bibel verurteilt nicht nur entschieden Hurerei, das heißt Geschlechtsverkehr unter Unverheirateten, auch unter Verlobten, sondern sie warnt auch vor Unmoral und „Unreinheit“, die vor der Ehe eine Gefahr bilden (Galater 5:19, 21). Ein Paar, das diese Warnungen beachtet, erspart sich viel Kummer und läuft nicht Gefahr, später durch Erinnerungen an einen ungebührlichen Wandel beunruhigt zu werden. Doch was ist gemäß dem Maßstab der Bibel ein unreines Verhalten? Was gehört alles dazu?

      25 „Händchenhalten“ kann bei einem Paar, das vorhat zu heiraten, ein reiner Ausdruck der Zuneigung sein. Es stimmt, daß davon ein bestimmter Reiz ausgeht, doch das ist natürlich und nicht notwendigerweise etwas Schlechtes. Schon allein der Anblick des künftigen Lebenspartners kann eine solche Wirkung auslösen und kann „Herzklopfen“ bereiten (Hoheslied 4:9). Wir dürfen aber nicht vergessen, daß der Mensch nun einmal so geschaffen ist, daß durch körperliche Berührung die erotische Spannung steigt. Einige Paare mögen sich in bezug auf körperliche Berührungen feste Schranken auferlegen, weil sie die Gefahren erkennen, die damit verbunden sind. Niemand sollte sie wegen ihrer Gewissenhaftigkeit kritisieren oder belächeln.

      26 Auch ein Kuß kann bei einem Paar, das vorhat zu heiraten, ein reiner Ausdruck der Zuneigung sein — oder auch nicht. Die Frage ist hier, welche Rolle dabei die Leidenschaft spielt. Man kann sich so leidenschaftlich küssen, daß man sexuell stark erregt wird. Die sexuelle Erregung bereitet ein Paar auf den Geschlechtsverkehr vor, doch dieses Vorrecht ist gemäß Gottes Gesetz nur Eheleuten vorbehalten. Wenn ein Paar bewußt Gottes Gesetz mißachtet, indem es willentlich und schamlos die Leidenschaft erregt, entweder durch Streicheln der Geschlechtsorgane oder auf andere Weise, so macht es sich der „Unreinheit“ und des „zügellosen Wandels“ schuldig.

      27—30. Aus welchen Gründen sollte es ein Paar vermeiden, vor der Ehe die Leidenschaft zu sehr zu erregen?

      27 Wir sollten uns nichts vormachen. Wenn wir wissen, daß es uns auf diesem Gebiet an Selbstbeherrschung mangelt, sollten wir kein Risiko eingehen und unsere Zukunft oder die unseres Partners nicht aufs Spiel setzen. Würdest du mit einem Auto auf einer abschüssigen, kurvenreichen Straße fahren, wenn du wüßtest, daß die Bremsen nicht in Ordnung wären? Du mußt dir vorher überlegen, wie du diesbezüglich handeln willst. Hinterher ist es zu spät. Wenn sich das geschlechtliche Verlangen zu regen beginnt, ist es im allgemeinen schwierig, zu verhüten, daß es übermächtig wird. Wer zuläßt, daß seine Leidenschaft immer stärker wird, so daß ein Verlangen nach Geschlechtsbeziehungen entsteht — auf die er kein Anrecht hat, weil er noch nicht verheiratet ist —, wird mit Spannungen und Frustration dafür büßen müssen. Es ist so, als ob man ein spannendes Buch lesen würde und feststellen müßte, daß das letzte Kapitel herausgerissen ist.

      28 Zwei Menschen, die sich lieben und ihr Verhältnis rein bewahren, haben weit bessere Voraussetzungen für die Ehe als ein Paar, das sich gehenläßt und immer intimer wird. Kann ein Mädchen einen Mann achten, den es ständig abwehren muß? Ein junger Mann aber, der willensstark, respektvoll und zurückhaltend ist, wird geachtet. Das gleiche trifft auch auf ein Mädchen zu. Besonders ein Mädchen muß sich darüber im klaren sein, daß der Mann leichter erregbar ist als die Frau.

      29 Wenn sich ein Paar immer leidenschaftlicheren Liebkosungen hingibt, kann das zu einer vorschnellen Ehe führen. In dem Buch Adolescence and Youth heißt es: „Wenn sich zwei Menschen ineinander verliebt haben, hängt ihnen der Himmel voller Geigen. Heiraten sie in diesem Zustand, mögen sie so hohe Erwartungen in die Ehe setzen, wie sie keine Ehe erfüllen kann. Wenn man längere Zeit miteinander geht, beurteilt man den Partner gewöhnlich sachlicher, was zu einer Ehe führen kann, in der die Partner Verständnis füreinander haben.“ Nimmt man sich mehr Zeit, sich kennenzulernen, ist allerdings größere Zurückhaltung erforderlich, da das geschlechtliche Verlangen sonst bald so übermächtig wird, daß es sich zu einer Gefahr entwickelt.

      30 Wenn sich ein Paar vor der Ehe keine Zurückhaltung auferlegt, mögen nach der Heirat in den beiden Zweifel und Argwohn aufsteigen. Sie mögen sich fragen: Haben wir wirklich aus Liebe geheiratet? Oder sind wir nur ein Opfer unserer Leidenschaft geworden? Haben wir eine vernünftige Wahl getroffen? Die junge Frau mag an der Aufrichtigkeit der Liebe ihres Ehemannes zu zweifeln beginnen und sich fragen, ob er sie nur um ihres Körpers willen und nicht aus Liebe zu ihr als Person geheiratet habe.

      31, 32. Wie kann es ein Paar vermeiden, Leidenschaft zu erregen, wodurch das Verhältnis vor der Ehe beeinträchtigt würde?

      31 Zu deinem eigenen Schutz und im Interesse einer glücklichen Zukunft solltest du daher Situationen meiden, die dir Gelegenheit zum Austausch von leidenschaftlichen Zärtlichkeiten bieten. Ein Paar, das die Absicht hat zu heiraten, kann sein Verhältnis nicht ehrbar erhalten, wenn es an einsamen Orten oder in der Dunkelheit zusammen ist. Das gleiche gilt, wenn es aus purer Langeweile, weil es anscheinend nichts Besseres zu tun gibt, Zärtlichkeiten austauscht. Man kann sich auch auf ehrbare Weise vergnügen, zum Beispiel beim Schlittschuhlaufen, Tennisspielen und bei ähnlichen Sportarten oder indem man in ein Restaurant essen geht, ein Museum besucht oder Sehenswürdigkeiten besichtigt. Man hat dann das Gefühl, allein zu sein, weil man sich nicht im Kreise von Bekannten aufhält, und doch genießt man einen gewissen Schutz, weil noch andere Menschen in der Nähe sind.

      32 Statt daran zu denken, daß du etwas „versäumst“, wenn du Zurückhaltung übst, solltest du im Sinn behalten, worauf du dich vorbereitest. Dann wirst du dich in späteren Jahren nicht mit Widerwillen und Bedauern, sondern mit Freude an die Zeit vor der Ehe erinnern.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen