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Das zugewiesene Werk tunDer Wachtturm 1951 | 1. Januar
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Das zugewiesene Werk tun
EIN VOLKSTÜMLICHES englisches Lied besagt, dass die ‚liebe alte Sonne nichts zu tun habe, als den ganzen Tag um den Himmel zu rollen‘. Die Sonne hat viel mehr zu tun, als lässig um den Himmel zu rollen. Die Sonne ist zum Arbeiten erschaffen worden. Sie wurde als ein Licht erschaffen „zur Beherrschung des Tages“. (1. Mose 1:16) Sie ist der Erde Ofen, liefert Wärme und macht das Leben möglich. Arbeitete die Sonne nicht, so würde Prediger 1:7 nicht zutreffen: „Alle Flüsse gehen in das Meer, und das Meer wird nicht voll; an den Ort, wohin die Flüsse gehen, dorthin gehen sie immer wieder.“ Weshalb nicht? Nun, jede Sekunde hebt die Sonne 16 000 000 Tonnen Wasserdampf aus den Meeren empor. Dieser Dampf wird zu Wolken, welche übers Land segeln und Regen fallen lassen. Ohne die arbeitende Sonne würden die Wasser des Meeres nicht in die Flüsse zurückkehren, woher sie kommen, und es würde kein Regen mehr fallen. Wie gut für uns, dass die Sonne mehr tut, als nur den ganzen Tag um den Himmel zu rollen!
Auch der Mond arbeitet. Er ist als „Licht zur Beherrschung der Nacht“ erschaffen worden. (1. Mose 1:16) Er ist die Kraft hinter Ebbe und Flut. Sonne, Mond und Sterne vollbringen ein Werk der Lobpreisung, wie dies angezeigt wird, wenn wir eine buchstäbliche Betrachtung von Psalm 19:1-4 (Me, Fussn.) anstellen: „Der Himmel verkündet Gottes Herrlichkeit, und vom Werk seiner Hände erzählt das Firmament. Ein Tag ruft dem andern die Botschaft zu, und eine Nacht meldet der andern die Kunde. Da ist keine Sprache, da sind keine Worte, unhörbar ist ihre Stimme; und doch: durch alle Lande dringt ihr Schall und ihre Rede bis ans Ende des Erdkreises.“
Die Erde wurde zum Arbeiten erschaffen, zur Ernährung und Erhaltung von Leben. Sie ist nicht ein untätiger Körper, sondern dreht sich so rasch, dass ihre Oberfläche am Äquator über 1600 Kilometer in der Stunde zurücklegt. So erhalten wir Tag und Nacht. Ausserdem saust die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne mit einer Geschwindigkeit von 107 000 Kilometern in der Stunde, und dies so unermüdlich, dass sie Jahr um Jahr diese Reise von nahezu 940 Millionen Kilometern vollendet, ohne dabei ihren Fahrplan um 1/1000 Sekunde zu verändern. Wenn sie diese Reise zu machen verfehlte, hätten wir keine wechselnden Jahreszeiten. Wie gut für uns, dass die Erde nicht untätig und bewegungslos im Raume hängt!
Auch zur Zeit, da der Mensch auf die Erde gesetzt wurde, wurde für ihn nicht ein träumerisches, träges Dasein bestimmt, als ob Müssiggang der ideale Zustand wäre. Als Gott den Menschen machte, „setzte er ihn in den Garten Eden, um ihn zu bebauen und ihn zu bewahren“. Ausserdem sollte er mit Eva zusammen Kinder aufziehen, sich die Erde untertan machen, edengleiche Verhältnisse über die ganze Erde ausdehnen und über die andern Formen irdischen Lebens herrschen. (1. Mose 1:26-28; 2:15) Glücklicherweise bestimmte Gott den Menschen nicht zum Schlendrian. Müssiggang ist eine Schlinge, die zum Tode führt. — Hes. 16:49; 1. Tim. 5:13.
Selbst die Tiere verrichten nützlichen Dienst. Um nur eine dieser vielen Dienstleistungen zu nennen, sei auf die Insekten hingewiesen, welche Pflanzenblüten bestäuben und solch grüne Dinge instand setzen, sich fortzupflanzen und Frucht zu tragen. Ja, Jehova Gott benutzt sogar eines dieser kleinen, niedrigen Geschöpfe als Beispiel des Fleisses, wenn er sagt: „Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihr Tun an, damit du klug werdest. Obgleich sie kein Oberhaupt, keinen Vorsteher und Gebieter hat, bereitet sie doch im Sommer ihr Brot, sammelt in der Erntezeit ihre Nahrung ein.“ (Spr. 6:6-8, Me) Hast du je Ameisen behaglich an der Sonne liegen sehen? Regen sie sich nicht vielmehr eifrig für ihre Geschäfte?
Jehova Gott, der Schöpfer, wirkt, und sein Werk ist vollkommen. (5. Mose 32:4) Wohl hat er einen Sabbat angetreten nach seinem Schöpfungswerk mit Bezug auf die Erde, doch dass dies nicht besagt, er sei im Universum müssig gewesen, geht aus Jesu Worten hervor: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke.“ Zur Zeit, da Jesus auf Erden weilte, sagte er: „Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat.“ Als Jesus zwölf Jahre alt war, stand er im Dienste seines Vaters am Werk, und Jahre später starb er als treuer Arbeiter, der für Jehovas Wahrheit Zeugnis gegeben hatte. (Joh. 5:17; 9:4; 18:37; Luk. 2:42-49) Jesus beharrte so eifrig im gottgefälligen Werk, dass er für Christen ein Beispiel wurde: „Zu diesem Laufe wurdet ihr berufen, weil auch Christus für euch litt, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fussstapfen genau nachfolget.“ — 1. Pet. 2:21, NW.
Christus Jesus gab seinen Nachfolgern ihre Arbeitszuteilung, als er ihnen gebot, seine Zeugen zu sein und Jünger zu machen und erklärte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird gepredigt werden auf der ganzen bewohnten Erde, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das vollendete Ende kommen.“ (Matth. 24:14; 28:19; Apg. 1:8, NW) Und während Christen als Organisation zusammen wirken, sollte sich jeder an seine persönliche Dienstanweisung halten, indem er erkennt, dass Jehova jedem den Platz gibt, wie es Ihm gefällt, und dass alle zugewiesenen Dienste wichtig sind. (1. Kor. 12:18-25) Man erinnere sich, dass Satan einen erhabeneren Platz begehrte, als der ihm zugewiesene es war, und dies gereichte zu seinem Fall. Suchte nicht auch Mirjam sich zu einer höheren Dienststellung zu erheben, und traf sie dafür nicht Gottes Tadel? Tat sich, als Korah rebellisch nach einer hervorragenderen Stellung in Israel trachtete, denn nicht die Erde auf und verschlang ihn? Wieviel besser war doch das Verhalten seiner Nachkommen Jahrhunderte später, wie es im Psalm für sie zum Ausdruck kam: „Ich will lieber an der Schwelle stehen (Türhüter sein, KJ) im Hause meines Gottes, als wohnen in den Zelten der Gesetzlosigkeit.“ (4. Mose 12:1-15; 16:1-3, 31-33; Ps. 84:10, Fussn.; Jes. 14:12-15) Wenn jemand seine Dienstanweisung zu ändern sucht, vergisst er den theokratischen Grundsatz, der in Psalm 75:6, 7 zum Ausdruck kommt: „Denn nicht von Osten, noch von Westen, und nicht von Süden her kommt Erhöhung. Denn Gott ist Richter; diesen erniedrigt er, und jenen erhöht er.“ Somit solltest du nicht die Arbeitsanweisung anderer begehren oder danach trachten. Du solltest ‚in deinem Werk beharren‘. — 1. Tim. 4:16, Mo.
Auf diese Weise werden wir gesegnet. So werden wir Erfolg haben. Die Arbeit, die Gott uns zuteilt, ist die Arbeit, die wir durch seine Gnade und seinen Geist tun können. Wir können nicht die Arbeit der Sonne leisten und jede Sekunde 16 000 000 Tonnen Wasser heben. Wir können nicht Ebbe und Flut in Bewegung bringen wie der Mond. Wir können nicht den Nachthimmel erleuchten wie die Sterne. Ja, wir können nicht einmal die Arbeit kleiner Insekten tun, die Pflanzenblüten bestäuben! Ebensowenig können wir die theokratische Arbeit tun, die unsern christlichen Geschwistern zugewiesen ist. Durch Gottes Gnade aber können wir die Arbeit tun, die uns selbst in oder unter der Organisation Gottes zugewiesen ist, und diese Arbeit zu tun, wird sein Geist uns helfen. Auf diesem theokratischen Wege können wir ‚unsere eigene Errettung bewirken‘. — Phil. 2:12.
Und wenn diese Errettung dazu führt, dass wir in Jehovas neue Welt eingehen, werden wir gesegnete Dienstaufgaben übernehmen können. Die Gesalbten werden mit Christus in himmlischer Herrlichkeit regieren, während irdische Diener die Arbeit aufnehmen werden, die Adam und Eva aus Ungehorsam aufgaben, nämlich die Erde zu füllen, sie sich untertan zu machen, sie zu verschönern und in Liebe die Herrschaft über die Tiere auszuüben. Dann werden die Menschen „lange das Werk ihrer Hände geniessen“. — Jes. 65:22, KJ.
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Neue Systeme der DingeDer Wachtturm 1951 | 1. Januar
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Neue Systeme der Dinge
„Gott, der vor langem bei manchen Gelegenheiten und auf mancherlei Weise mittels der Propheten zu unsern Vorfahren redete, hat am Ende dieser Tage zu uns geredet durch einen Sohn, den er zum Erben aller Dinge einsetzte, und durch den er die Systeme der Dinge machte.“ — Heb. 1:1, 2, NW.
1. Durch wen und wozu hat Jehova Systeme der Dinge gemacht?
JEHOVA Gott ist der Schöpfer gerechter Systeme der Dinge. Sie stehen alle unter seiner höchsten Leitung. Er hat sie in einer Ordnung folgen lassen, die von einer Reihe guter Dinge zu bessern oder grossartigeren Dingen führt und zuletzt eine Höhe des Guten erreicht, die uns nichts mehr zu wünschen übrig lässt. Er ist ein Gott der Ordnung und weiss, worauf er mit seinen Vorkehrungen abzielt. Sein Ziel ist, das ganze Universum von allen Mächten der Bosheit und Unruhestiftung zu befreien. Dies wird er mittels seiner verheissenen Herrschaft tun, die in den Händen seines verherrlichten Sohnes, Jesu Christi, liegt, und so wird er die ganze lebende Schöpfung, die sichtbare und die unsichtbare, in friedsame, gehorsame Beziehung mit ihrem Schöpfer und Gott bringen. Durch das Erreichen dieses Zieles wird er sich selbst als der rechtmässige Souverän über das ganze Universum rechtfertigen. Zu diesem Zwecke hat er eine Reihe von Systemen der Dinge gemacht, die einander folgen. Sein Sohn hat in der Rechtfertigung der universellen Oberhoheit Jehovas eine überaus wichtige Rolle inne, und er hat ihn dazu gebraucht, die Systeme der Dinge zu machen.
2. Wessen hat sich diese alte Welt als nicht wert erwiesen? Wieso?
2 Das gegenwärtige weltliche System der Dinge unter Satan, seinem Gott, ist nur für eine gewisse Zeit zugelassen. Es hat nicht die göttliche Anerkennung. Seit dessen Beginn nach der Sintflut sind Zeugen Gottes Jehovas darin gewesen, doch konnte es sie nie mit sich selbst verschmelzen. Gott hat sie in dieser Welt gelassen, um ein Zeugnis zu geben von seinem Vorhaben, eine Neue-Welt-Regierung zu errichten. Die Welt hat sich aber ihrer Gegenwart als nicht wert erwiesen, indem sie ihre Botschaft missachtete und die Zeugen dieserhalb böswillig verfolgte. Damit meinen wir nicht nur die vorchristlichen Propheten von Noah bis hinab zu Johannes dem Täufer, deren Grosstaten und Leiden im elften Kapitel des Paulus-Briefes an die Hebräer beschrieben sind. Wir meinen auch die kleine Herde wahrer Christen, von denen heute nur noch ein Überrest auf Erden weilt; jawohl, und die „grosse Menge“ „anderer Schafe“, die sich an ihre Seite begeben haben, um mit ihnen als Jehovas Zeugen zu dienen. Die Verfolgung all dieser modernen Zeugen Gottes des Höchsten seit dem Ersten Weltkrieg war von Jesus vorausgesagt gewesen, und gemäss seinen Worten sind sie ein deutliches Zeichen von der Vollendung dieses bösen Systems Satans. Ihre Verfolgung durch dasselbe ist weltbekannt geworden und beweist also, dass die Welt ihrer nicht wert ist. Deswegen wird sie vernichtet werden. — Heb. 11:38; Matth. 24:9; Off. 7:9, 10, NW; Joh. 10:16.
3. Welches Werk sollte kundtun, dass wir ihre Vollendung erreicht hatten?
3 Einer der offenkundigen Beweise, dass wir ihre Vollendung erreicht hatten und dass ihr Ende nahe war, sollte ein Trennungswerk zwischen ihren Völkern sein, besonders zwischen denen in der Christenheit, die behauptet, das Gebiet des Christentums zu sein. Jesus beschrieb im Bilde den Höhepunkt des Trennungswerkes und die feurige Vernichtung der Scheinchristen und sagte: „Die Ernte ist eine
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