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„Beharre in deinem Werk“Der Wachtturm 1950 | 15. April
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„Beharre in deinem Werk“
„Habe acht auf dich selbst und achte auf dein Lehren; beharre in deinem Werk.“ — 1. Tim. 4:16, Moffatt, engl.; van Ess.
1. Was bestimmte Gott für Israeliten durch das Vierte Gebot?
JEHOVA GOTT hat den Problemen und Bedürfnissen der Geschöpfe auf Erden stets seine Aufmerksamkeit geschenkt. Er weiss, was für seine Geschöpfe gut ist. Er wusste wohl, dass die Nation Israel gewisse Gebote brauchte, um ihr Leben zu regeln und sie nahe bei der reinen Gottesanbetung zu halten. Durch Mose gab Gott dem Volke Israel den Dekalog oder die Zehn Gebote, die auf Stein geschrieben waren. Im Vierten Gebot legte Gott seine Anordnung als Wegleitung für die zu tuende Arbeit dar: „Gedenke des Sabbattages, ihn zu heiligen. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun; aber der siebente Tag ist Sabbat dem Jehova, deinem Gott: du sollst keinerlei Werk tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd, und dein Vieh, und dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat Jehova den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebenten Tage; darum segnete Jehova den Sabbattag und heiligte ihn.“ — 2. Mose 20:8-11.
2. Was sollte man, ausser zu ruhen, gemäss diesem Gebot tun? Wieviel?
2 Wahrscheinlich weiss heute fast ein jeder in der Christenheit etwas von dem Gesetz, das Gott über den Sabbat aufgestellt hatte; doch haben es sehr wenige auch als direkten göttlichen Befehl zum Arbeiten aufgefasst. Es ist überaus wichtig, sich zu erinnern, dass das Vierte Gebot nicht bloss einen Tag aus sieben Tagen in Betracht zieht, sondern es war Gottes Wohlgefallen, dass seine Geschöpfe arbeiteten. Weitaus der grössere Teil ihrer Zeit sollte der Arbeit gewidmet sein.
3. Was sollte die Ruhe geben? Bedeutete sie vollständiges Müssigsein?
3 Nach der Vertreibung des Menschen aus dem Garten Eden bestimmte Gott, dass er im Schweisse seines Angesichts sein Brot verdienen sollte. Dies bedeutete Arbeit, ja harte Arbeit. Doch in diesem Gang gewohnter Arbeit für den Lebensunterhalt mochte der unvollkommene Mensch richtigerweise zur Erholung innehalten. So wurde den Israeliten ein Tag von sieben Tagen gegeben, an dem sie sich von ihrer knechtischen Arbeit oder von ihren gewohnten Lebensgeschäften ausruhen konnten. Es lag natürlich auch ein grosser prophetischer Sinn in dem, was Gott sie zu tun veranlasste. (1. Kor. 10:11) Da in Jehovas Wort der Müssiggang missbilligt und verurteilt wird (Spr. 6:10, 11; 19:15), wäre es ein Irrtum, anzunehmen, das Gebot hätte jegliche Tätigkeit untersagt und für den Tag vollständiges Müssigsein anbefohlen. Indes fielen in den Jahren, die dem Erlass des Sabbatgebotes an die Nation Israel folgten, manche Juden vom Halten des Gebotes ab, und schliesslich drehte die Geistlichkeit die Worte so, wie es ihr selbst passte.
4, 5. Was zeigte Jesus bei Einwänden hinsichtlich des Sabbats?
4 Dass um die Zeit, da Jesus auf die Erde kam, die Geistlichkeit das Volk zum Glauben verleitet hatte, es müsse am Sabbattag vollständig müssig sein, und dass man ganz allgemein den Sinn des Sabbats damals verdreht hatte, geht sowohl aus den Einwänden hervor, die man gegen das Wirken Jesu an jenem Tage erhob, wie auch aus seinem bestimmten Verhalten am Sabbat, dem diese Einwände sicherlich galten. Offenbar vollbrachte Jesus seine Taten absichtlich am siebenten Tage, um dem gewöhnlichen Volke eine richtige Erziehung zu geben. Jesus zeigte, dass es keine Verletzung des göttlichen Gesetzes sei, das er in Vollkommenheit hielt, wenn irgend jemand zum Segen anderer an jenem Tage gute Werke tue. Vielmehr war es im Einklang mit Gottes Grundsätzen, täglich Werke der Gerechtigkeit zu tun.
5 Als Jesus einen Mann unentgeltlich heilte, der achtunddreissig Jahre krank gewesen war, hassten ihn die auf Tradition bedachten Religionisten dafür und verfolgten ihn, indem sie ihn zu töten suchten. Jesus gab darauf die offene Antwort: „Mein Vater wirkt noch, und auch ich wirke.“ (Joh. 5:17, Eine Amerik Übers.; siehe auch Matthäus 12:1-15; Mark. 3:2; Luk. 6:1-5; 13:10-17; Joh. 5:2-18; 7:22, 23; 9:1-34) Jesus war nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen. (Matth. 5:17) Die Notwendigkeit des Haltens des Sabbatgesetzes blieb bis zum Tode Jesu bestehen, zu welcher Zeit jenes Gesetz abgetan wurde. — Eph. 2:15; Gal. 3:24, 25; 5:18; Kol 2:16, 17.
6. Änderte das Wegtun des Sabbatgesetzes dessen Grundsätze? Weshalb?
6 Das Enden des Sabbatgesetzes mit seinem Gebot zu arbeiten und auch zu ruhen, änderte jedoch keineswegs Gottes Grundsatz, dass die Geschöpfe arbeiten sollten. Jesus hat klar gesagt, dass Gott wirke. Jeden Tag sehen wir seine Werke, sie sind alle um uns. Die Bibel sagt uns von seinen Schöpferwerken und den vielen Taten, die er zum Wohle seines Volkes auf Erden in alter Zeit vollführte. Grössere Werke sind nie getan worden als diejenigen Gottes des Höchsten. — Ps. 19:1.
EIN DIENSTAMT DER TÄTIGKEIT
7. Was für einen Dienst brachte Jesus? Wie veranschaulichte er ihn?
7 Jesus brachte ein Dienstamt der Tätigkeit auf die Erde. Der Vater im Himmel hatte ihn gesandt und ihm den Auftrag erteilt, grossartige Wunderwerke zu tun, während er auf Erden weilte. Bei einem Anlass zum Beispiel sah Jesus einen Menschen, der blind war von seiner Geburt an, und heilte ihn. Jesu Worte bei diesem Anlass waren: „Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern auf dass die Werke Gottes an ihm geoffenbart würden. Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat.“ (Joh. 9:3, 4) So wirkte Jesus fleissig während seiner ganzen Dienstzeit. Er widmete seine Talente und Fähigkeiten ausschliesslich dem Werk und den Vorsätzen Gottes. Sein Vater im Himmel hatte daran Wohlgefallen und erhöhte danach Christus zur höchsten Stellung im Universum, wo er dem Höchsten am nächsten ist.
8. Warum ging Jesus an den Sabbaten in die Synagogen? Was lernen wir?
8 Vor seiner Erhöhung unterwies Jesus seine Jünger auf Erden und zeigte ihnen durch sein Beispiel des Wirkens die Art und Weise, wie der Dienst für Gott ausgeführt wird. Gemäss dem Gesetze Gottes ging Jesus in die Synagogen und kam mit dem Volk zusammen. Er gebrauchte diese Anlässe, um die Menschen über Gottes Vorsätze zu unterrichten. „Und Jesus zog umher durch alle Städte und Dörfer und lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.“ (Matth. 9:35) Mengen von Juden versammelten sich in den Synagogen, an ihren regelrechten Versammlungsstätten. Indem Jesus dann von der Wahrheit sprach, konnte er sie in dem Gebiet, das ihm Jehova zur Bearbeitung zugeteilt hatte, Tausenden von Menschen zu Gehör bringen. Seine Nachfolger lernten so durch sein Beispiel, wie sie sich den Brauch des öffentlichen Versammeltseins des Volkes zunutze machen konnten, und diese Methode wurde später von treuen Dienern angewandt. — Apg. 13:15, 16.
9. Was für Arbeit tat er in den Häusern der Menschen? Warum?
9 In Markus 1:29 steht aufgezeichnet, dass Jesus sich in die Häuser begab, um Gottes Werk zu tun. Die von Jesus gewirkten Wunderheilungen waren ein Zeichen oder Beweis dessen, was er war, und sein Ruhm breitete sich aus. In Markus 2 ist der Bericht enthalten, wie Jesus Heimbibelstudien durchführte und Unterweisungsstunden gab, wobei das Volk sich versammelte, um seine Worte der Weisheit zu hören. (Siehe auch Matthäus 9:10.) Markus 9:33-37 zeigt, wie Jesus die Jünger in einem Hause unterwies, indem er ein Kindlein als Veranschaulichung oder Hilfsmittel benutzte, damit sie die von ihm gelehrten Grundsätze verstehen konnten. Jesus begab sich mehr als einmal in dieselben Häuser, denn es wäre unmöglich gewesen, dem unvollkommenen Sinn der Menschen auf einmal genügend Erkenntnis zu vermitteln. Jesus tat dies ungeachtet des Ansehens der Betreffenden in der Gemeinde und um des Wunsches der Menschen willen, Gottes Wahrheit kennenzulernen und wegen ihres Glaubens und ihrer Liebe zur Gerechtigkeit.
10. Wer lernte durch sein Beispiel? Was tat er mit ihnen?
10 Die Apostel und Jünger Jesu wurden durch sein Wirken gesegnet. Sie lernten vieles vom Königreichsevangelium kennen, so dass auch sie das Wort predigen konnten. Nachdem sie Zeugen des Wirkens Jesu gewesen waren, gab er ihnen direkt den Befehl, auszuziehen in die Städte und Dörfer, um das Werk des Predigens und Lehrens zu tun. Er liess keinen Zweifel offen darüber, dass von einem Christen gefordert wird, zu den Menschen hinzugehen. „Nach diesem aber bestellte der Herr auch siebenzig (zwei und siebenzig, van Ess) andere und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte. Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist gross, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte. Gehet hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer inmitten von Wölfen. Traget weder Börse noch Tasche noch Sandalen, und grüsset niemand auf dem Wege (lasst euch unterwegs mit niemandem in Begrüssungen ein, Menge). In welches Haus irgend ihr aber eintretet, sprechet zuerst: Friede diesem Hause! Und wenn daselbst ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf demselben ruhen; wenn aber nicht, so wird er zu euch zurückkehren. In demselben Hause aber bleibet, und esset und trinket, was euch von ihnen angeboten wird; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Gehet nicht aus einem Hause in ein anderes (Geht nicht von einem Hause, in dem ihr Wohnung gefunden, zum andern über, Stage). Und in welche Stadt irgend ihr eintretet, und sie nehmen euch auf, da esset, was euch vorgesetzt wird, und heilet die Kranken in ihr und sprechet zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.“ — Luk. 10:1-9, Fussnote; siehe auch Lukas 9:1, 2, 6.
11. Was bedeuteten solche Anweisungen an sie?
11 Dies bedeutete Wirken von Haus zu Haus, Predigen und Lehren der guten Botschaft. Sie sollten nicht von einem Haus ins andere übergehen, weil ein gewisser Hausinhaber vielleicht mehr von den Gütern der Welt besitzt oder mehr Bequemlichkeiten und Unterhaltung in irdischer Hinsicht zu bieten vermag, sondern sie sollten eher verweilen, bis die Botschaft und Unterweisung richtig erteilt worden ist. Der Apostel Paulus zeigte, dass dies das richtige Verständnis ist, wenn er sagt: „Ich [habe] nichts von dem, was heilsam ist, zurückgehalten, dass ich es euch nicht verkündigt und euch öffentlich und von Haus zu Haus gelehrt hätte, indem ich vor Juden und Griechen . . . Zeugnis ablegte.“ (Apg. 20:20, 21, rev. Zürcher B.) Paulus wirkte tatsächlich von Haus zu Haus.
12. Was sollte ihr christliches Werk einschliessen? In welchem Ausmass?
12 Dass ihr christliches Werk auch Missionardienst in fernen Nationen einschliessen sollte, geht aus den direkten Worten Jesu hervor, die er an seine Jünger über das Werk richtete, das sie nach seiner Himmelfahrt tun sollten: „Gehet [nun] hin und machet alle Nationen zu Jüngern und taufet sie auf [in] den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.“ (Matth. 28:19, 20; siehe auch Diaglott) Dies war ein deutliches Gebot, hinzugehen zu den Menschen aller Nationen. Ferner wurde betont, dass dies ein Teil des Werkes des Christen ist, als Jesus sagte: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ (Apg 1:8) Das bedeutete ein grosses Gebiet und zeigte, dass viel Arbeit getan würde.
13. Welcher Beistand wurde ihnen zu diesem Zwecke von oben zuteil?
13 Als Jesus in den Himmel auffuhr, um bei seinem Vater zu sein, wurde der Tröster, Gottes heiliger Geist, auf die treuen Nachfolger Christi auf Erden ausgegossen. Dieser Geist oder diese unsichtbare wirksame Kraft Gottes trieb die Christen an, wunderbare Werke des Predigens und Lehrens zu tun. Gott segnete ihnen Sinn und Hände zur Durchführung seines Willens. Viele Personen glaubten dem Evangelium und betraten den Weg zum Leben.
WIRKEN, EIN ERFORDERNIS
14. Warum und wie wurde den Thessalonichern gezeigt, dass Arbeit erforderlich ist?
14 Viele Menschen aus allen Nationen erhielten einen Segen aus dem unermüdlichen Wirken der treuen Jünger, darunter auch die Leute von Thessalonich. Einige Thessalonicher schienen keine rechte Wertschätzung für den Wert guter Werke zu haben. Sie beachteten nicht, dass die Heilige Schrift Müssiggang und Trägheit in der Arbeit verurteilte. Durch Lässigkeit im Arbeiten schadeten sie sich selbst und entzogen andern Gutes, welches Handeln eine Vernichtung von Leben durch Gottes Hand bedeuten konnte. Sie hätten Sprüche 18:9 kennen sollen, wo es heisst: „Auch wer sich lässig zeigt in seiner Arbeit, ist ein Bruder des Verderbers.“ Offenbar aber war diese Unwissenheit darauf zurückzuführen, dass die zu Thessalonich im Studium der Schrift nicht fleissig waren. (Apg. 17:11) Es gab tatsächlich keine Entschuldigung, dass irgend jemand dort in Thessalonich müssig war. Die Lehren der Schrift waren ihnen von Paulus, Timotheus und andern vermittelt worden, wodurch sie sehen konnten, wie Gott Werke verlangt, die einem Christen geziemen. Ausserdem hatten sie das vorzügliche persönliche Beispiel des Paulus erhalten. Dessenungeachtet musste ihnen der Apostel Paulus schreiben: „Wir gebieten euch, Brüder, im Namen des Herrn Jesus Christus, euch fernzuhalten von irgendeinem Bruder, der in Müssigkeit lebt, statt der Lehre zu folgen, die ihr von uns empfangen habt. Denn ihr selbst wisset, was ihr tun müsst, um meinem Beispiel zu folgen, denn ich bin nicht müssig gewesen, als ich bei euch war; . . . Als ich bei euch war, gab ich euch folgende Richtlinie: ‚Wenn jemand sich zu arbeiten weigert, gebt ihm nichts zu essen!‘ Denn wir hören, dass etliche unter euch in Müssiggang leben, sich lediglich in fremde Sachen mischen und kein Werk tun. In der Vollmacht des Herrn Jesus Christus gebieten und ermahnen wir nun, dass solche Leute still seien und ihre Arbeit tun. . . . Ihr aber, Brüder, werdet nicht müde, das Rechte zu tun.“ — 2. Thess. 3:6-13, Eine Amerik. Übers.
15. Warum waren einige müssig? Weshalb war Erkenntnis nötig?
15 Von allen Christen wurde verlangt, dass sie tätig waren. Gemäss dem Apostel war das Müssigsein einiger Thessalonicher der Tatsache zuzuschreiben, dass sie nicht den Lehren folgten, die sie von Paulus und den andern Dienern empfangen hatten, welche sie besuchten. Sie wirkten nicht, weil sie nicht der Erkenntnis der Wahrheit folgten. Wohl stimmt es, dass der Herr seinen Geist in jenen Tagen auf die Christen ausgoss; doch wenn einige weder Glauben noch die Erkenntnis hatten, auf den sich der Glaube stützen muss, so empfingen sie den Geist bestimmt nicht. Paulus war mit ihnen gleich verfahren wie mit andern Christen sonstwo, indem er die Erkenntnis verlieh, wie ihn hierzu der Herr zur Auferbauung der einzelnen in der christlichen Anbetung leitete. Ohne richtige Erkenntnis könnte gewiss niemand auf eine Art wirken, wie es dem Herrn wohlgefällt; niemand könnte Früchte zur Ehre des grossen Namens Jehovas hervorbringen.
16. Wie ist Erkenntnis in uns wirksam, wie Paulus dies den Kolossern zeigte?
16 Die Erkenntnis der wunderbaren Hoffnung dessen, was Jehova Gott für Christen aufbewahrt hat, scheint bei jenen Kolossern, an die Paulus schrieb, von anderer Wirkung gewesen zu sein: „Ihr hörtet zuerst vor langer Zeit davon, als die wahre Botschaft des Evangeliums zu euch kam, um zu gedeihen und unter euch Frucht zu tragen, wie dies in der ganzen Welt geschieht, von der Zeit an, da ihr zuerst von der Gnade Gottes hörtet und sie wahrhaft erkanntet in der Form, wie Epaphras . . . sie euch lehrte . . . der mir auch von der Liebe erzählte, die der Geist in euch erweckt hat. Das ist der Grund, weshalb ich von dem Tage an, da ich zuerst davon hörte, es nie aufgegeben habe, für euch zu beten und Gott zu bitten, euch durch die volle geistige Weisheit und Einsicht mit einer klaren Erkenntnis seines Willens zu erfüllen, damit das Leben, das ihr führet, eures Meisters würdig sei und ihm gänzlich wohlgefalle und ihr fruchtbar seiet in allerlei guten Taten und in die völligere Erkenntnis Gottes hineinwachsen möget. Dann wird er euch — so mächtig ist seine Majestät — vollkommen stärken mit Kraft zum freudigen Üben des Ausharrens und der Geduld in jeder Sachlage, und ihr werdet dem Vater danken, der euch das Recht gegeben hat, das Los des Volkes Gottes im Reich des Lichts zu teilen.“ (Kol. 1:6-12, Eine Amerik. Übers.) Hier zeigte Paulus die Wichtigkeit des Besitzes einer klaren Erkenntnis dessen, was Gottes Wille ist. Ohne sie kann man kein rechtes Leben führen, das dem Meister wohlgefällt und seiner würdig ist. Durch sie wird der Weg geöffnet, damit man fruchtbar sei an allerlei guten Werken. Nicht nur das, sondern es wird eine Gabe der Kraft sein, die einem zu freudigem Ausharren stärkt. All dies jedoch geht zusammen. Die richtige Anwendung der Erkenntnis hilft uns wirken; der Herr wird uns behilflich sein, in unserm Werke zu beharren und in jeder Sachlage darin durchzuhalten. Das ist das gesegnete Los wahrer Diener Gottes.
17. Wie kommt uns diese wichtige Erkenntnis zu?
17 Ist es möglich, dass jemand eine solche Erkenntnis erlange? Wird es in Wahrheit möglich sein, für den Höchsten zu wirken und in diesem Werk zu beharren? Diese so wichtige Erkenntnis ist etwas, was nicht in einem einzigen Augenblick kommt. Unser Gott hat uns sein Wort der Wahrheit gegeben, um uns zu helfen und uns den Weg zu zeigen, auf dem wir ihm dienen sollen. Während wir es studieren, erfahren wir Gottes Vorsätze, und wir erkennen, dass jemand, der ihm gefallen will, sein Leben dem Dienste Gottes weihen muss. Dies bedeutet Arbeit, Wirken. Wenn jemand erfüllt ist mit der Erkenntnis der Hoffnung auf den lebendigen Gott und dann wirkt, so wird ihm das ausserordentlich zum Segen sein.
18, 19. Warum tun wir dieses christliche Werk, und besonders jetzt?
18 Warum wirken wir? Weil wir Glauben haben und auf Gottes Verheissung bauen, dass er uns Leben geben wird. „Dafür mühen wir uns ab und kämpfen, weil wir unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben. Er ist der Retter aller Menschen, vor allem der Gläubigen.“ (1. Tim. 4:10, Perk) Wer keinen Glauben hat, mag dies als Plackerei empfinden, doch ist es in Wahrheit die Quelle grösster Freude für Christen in dieser Welt. Besonders zu dieser Zeit, da die Kräfte des Bösen geschäftiger denn je zu sein scheinen und da die Zeichen des Endes dieser alten Welt über uns gekommen sind, ist es das grösste Vorrecht. Dies ist die Zeit, da das Evangeliums-Predigtwerk in der ganzen Welt zu einem Zeugnis durchgeführt wird. Es ist die Zeit, da grosses Licht auf Gottes Wahrheit geworfen worden ist, und da Christen die Aufgabe haben, Gottes Wort zu studieren und sich regelmässig mit denen von gleich kostbarem Glauben zum Bibelstudium zu versammeln, wobei sie andern behilflich sind, mehr von der Königreichshoffnung der ganzen Menschheit zu erfahren.
19 Eine Erkenntnis der Heiligen Schrift offenbart uns, dass wir uns gerade vor der furchtbaren, dunklen Zeit der Schlacht von Harmagedon befinden, vor der Zeit, da die bösen Streitkräfte der Welt des Teufels in die Vernichtung hinabsinken werden. In Anbetracht der Nähe dieses welterschütternden Ereignisses empfinden wir tief die Wichtigkeit der Worte Jesu aus Johannes 9:4, welche lauten: „Wir müssen die Werke dessen, der mich gesandt hat, wirken, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann.“ (Rev. Zürcher B.) Jetzt ist die Zeit, weise zu handeln, indem man diese gerechten Werke des Lehrens tut. Jetzt ist die Zeit, als Christen zu leben und zu wirken, besonders jetzt, da das endgültige Ende nahe ist. Das ist der Grund, weshalb der Apostel uns ermahnt, wachsam und sorgfältig zu sein: „Habe acht auf dich selbst und achte auf dein Lehren; beharre in deinem Werk; wenn du das tust, wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, welche dich hören.“ — 1. Tim. 4:16, Moffatt, engl.
WARUM DARIN VERHARREN?
20. Warum wird solch wohlgezielter Rat über ein Beharren in unserm Werke gegeben?
20 „Beharre in deinem Werk“, sagt er. Warum ist es nötig, einen solch wohlgezielten Rat zu geben? Weil es tatsächlich ein Kampf ist, im Werke Gottes zu verharren. Würde niemand Gottes Werk bekämpfen, so wäre es natürlich viel leichter. Indes müssen wir erkennen, dass uns Satan der Teufel widersteht und dass er jetzt, seitdem er aus dem Himmel hinausgeworfen wurde, sehr zornig ist. (Offenbarung 12) Unermüdlich sucht er alle Geschöpfe von Gott weg zu ziehen und im kommenden Kampf mit sich in die Vernichtung zu reissen. Er will veranlassen, dass jeder seine Hand erschlaffen lässt, seinen Lauf verlangsamt und schliesslich ganz von Gottes segensreichem Werk absteht. Durch ein Überwinden der Knechte Jehovas sucht er immer noch Gott zu bekämpfen, denn er weiss wohl, dass sie dann in bezug auf Gottes kostbare Verheissungen und Königreichssegnungen verspielen würden. Die Warnung des Apostels Petrus (1. Pet. 5:8, 9) ist darum zu dieser Zeit besonders angebracht: „Seid nüchtern, wachet; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widerstehet standhaft im Glauben.“ Satan greift jeden einzelnen Gottgeweihten, ob Mann, Frau oder Kind, die Gottes Werk tun, an. Der Teufel will uns vom Werke Gottes abbringen und dies entgegen dem guten Rate Jesu, der gesagt hat: „Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist geschickt zum Reiche Gottes.“ — Luk. 9:62.
21. Wie geschieht dieses Zurückblicken, und mit welchem Ausgang?
21 Wie geschieht dieses ‚Zurückblicken‘? Indem wir uns zur alten Welt zurückwenden, aus der wir herausgekommen sind. Es bedeutet, dass wir unser Interesse zurücklenken zu den bösen Bräuchen und Gewohnheiten der alten Welt, gleich wie zur Zeit, da Lot und die Seinen durch Gott von der Zerstörung des gottlosen Sodom errettet wurden und Lots Weib zurückblickte, weil ihr Interesse eigentlich dort war. Sie kam um, indem sie zu einer Salzsäule wurde. Daher sagte Jesus: „Gedenket an Lots Weib!“ (Luk. 17:32) Zurückzublicken bedeutet, die Königreichsinteressen nicht obenan zu setzen. Es bedeutet, dass man nicht in seinem Werk beharrt.
22. Wie verleitet Satan einige dazu? Wie kämpfen wir dagegen?
22 Satan bedient sich vieler Wege, um dies zu erreichen. Auf gewisse Personen üben Verfolgungen einen Einfluss aus. Andere werden durch Schmähungen veranlasst, ihren Lauf zu verlangsamen. Doch können Verfolgung und Schmähung nicht vermieden werden. Der Meister sagte seinen Nachfolgern, sie würden um seines Namens willen viel Schimpf und Qual erleiden. Dies widerfuhr seinen Knechten nach seiner Himmelfahrt und ist wahren Christen seither beständig widerfahren. (Matth. 24:9; 2. Tim. 3:12) Um den Kampf wider die Gewalttaten des Feindes zu führen, muss der Christ stark sein im Glauben. Durch starken Glauben werden wir von Jehova gekräftigt und sind fähig, die Angriffe des Feindes zu überwinden oder zu neutralisieren, wenn wir in unserm Werk beharren und darauf bauen, dass unser Gott uns rettet.
23. Muss man trotz Widerstand dennoch für die Seinen sorgen? Weshalb?
23 Nicht alle erleiden heute heftige Verfolgungen, sondern Satan gebraucht noch andere Methoden, um uns von unserm guten Werke abzulenken. Wir haben in diesem Leben viele Verantwortlichkeiten. Einige von uns haben die Wahrheit kennen gelernt, nachdem sie Familien gegründet hatten, und ihre Angehörigen glauben der Heiligen Schrift nicht immer gleich wie sie. Bisweilen legt man uns jedes mögliche Hindernis in den Weg, um uns zu veranlassen, nicht mehr in unserer Anbetung zu beharren. Wir haben die Verantwortung, für unsere Familienglieder zu sorgen, was wir als Christen gerne tun. „Wenn aber jemand für die Seinigen und besonders für die Hausgenossen nicht sorgt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlechter als ein Ungläubiger.“ (1. Tim. 5:8) Selbst wenn Angehörige sich unsern guten Werken widersetzen, müssen wir dafür sorgen, dass sie das Nötige zum Lebensunterhalt haben, sofern wir die Fürsorger einer Familie sind. Und schliesslich mögen sie noch die Wahrheit annehmen und wir gewinnen so unsere Angehörigen für den Herrn, indem wir ein treues Beispiel des Glaubens und guter Werke geben.
24. Warum trotz dem Widerstand von Angehörigen im Werke beharren? Wie?
24 Der Rat, wie man Widerstand von seiten der Angehörigen überwindet, findet sich in Jesu Worten in Matthäus 10:34-39: „Wähnet nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater, und die Tochter mit ihrer Mutter, und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer nicht [seinen Pfahl] aufnimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.“ Jesus hat gezeigt, dass es in Familien, wo man Christus annimmt und auf dem rechten Wege wandelt, zu grossen Krisen komme. Kein Christ darf zulassen, dass ihn Widerstand durch die Seinen davon zurückhalte, Jehova Gott und Christus zu dienen; sondern der Christ muss die Liebe Christi an die erste Stelle setzen, sonst verfehlt er, sich als würdig zu erweisen. Wenn andere Glieder der Familie so heftig werden, dass sie einem christlichen Gläubigen das Leben nehmen, dann wird ihm Christus in der Zeit des Königreiches das Leben zurückgeben. Sollte sich aber jemand in die Untätigkeit verkriechen, um sein Leben zu retten, so würde er schliesslich dem Lebengeber missfallen und des ewigen Lebens verlustig gehen. Wenn wir die Liebe zum Herrn als von erster Wichtigkeit bewahren und die andern erforderlichen Dinge an die zweite Stelle setzen, werden wir richtig in unserm Werk beharren.
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Wie darin beharren?Der Wachtturm 1950 | 15. April
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Wie darin beharren?
1. Wie könnten wir dadurch, dass wir weltliche Güter und Geschäfte haben, in unserem Werk verlangsamt werden?
UM unser Leben zu erhalten, müssen wir ein gewisses Mass von Gütern dieser Welt haben. Werden weltliche Güter ein Hindernis für uns in unserm christlichen Werk? Werden wir in den Fallstrick des Feindes fallen, weil wir uns davor fürchten, das gleichmässige Einkommen einer weltlichen Beschäftigung zu verlieren? Oft werden solche, die Gottes Dienst aufnehmen, unter Druck gesetzt. Ihre Geschäfte werden boykottiert, besonders an Orten wie Quebeck, wo die falsche Religion die Oberhand hat. Oder man mag ihnen finanzielle oder geschäftliche Verluste bloss androhen. Wir wissen, dass, wenn in uns irgendwelche Selbstsucht oder Stolz schlummert, unser Widersacher darauf einwirken wird, um uns in unserm Werk zu verlangsamen. Hierin liegt eine weitere grosse Prüfung des Glaubens eines Christen. Der Herr hat verheissen, für alle Bedürfnisse seiner Knechte zu sorgen. (Matth. 6:33) Wird ihr Glaube stark genug sein? Werden sie den Herrn beim Wort nehmen? Der Apostel Paulus gibt, gestützt auf seine Erkenntnis und seinen Glauben, eine Erklärung über die vernünftige christliche Stellung ab: „Wenn wir aber Nahrung und Bedeckung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Lüste, welche die Menschen versenken in Verderben und Untergang. Denn die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen, welcher nachtrachtend etliche von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.“ — 1. Tim. 6:8-10.
2. Welche Rolle spielen oft Lockungen der Welt und unserer Lüste?
2 Satan sucht den in Gottes Werk Arbeitenden die Dinge dieser Welt verlockend darzustellen. Es gibt viele Lüste des Fleisches, die gegen die geistigen Dinge kämpfen. (1. Kor. 10:6-11; Jak. 1:14, 15; 1. Pet. 2:11) Es gibt Vergnügen in diesem Leben, und man mag zulassen, dass sie all unsere geweihte Zeit in Anspruch nehmen. Wenn wir viel haben von Gütern dieser Welt, mögen wir befürchten, um des Wirkens willen einen leichten Lebensweg darangeben zu müssen. Die Lockungen der alten Welt können uns zum Zurückblicken veranlassen. Dies geschah in den Tagen der Urchristen und geschieht noch heute. So bezeugte es der Apostel Paulus in seinem Schreiben (2. Tim. 4:9, 10): „Befleissige dich, bald zu mir zu kommen; denn Demas hat mich verlassen, da er den jetzigen Zeitlauf liebgewonnen hat, und ist nach Thessalonich gegangen.“ Demas hatte grosse Gelegenheiten, Gott im Verein mit dem Apostel Paulus zu dienen, und doch verspielte er, weil er nicht in seinem Werk beharrte. Indem er diesen Weg im Leben einschlug, konnte er nur seine Gelegenheiten zum Erlangen des ewigen Lebens verlieren, was offenbar geschah.
3. Worauf zielen Zwietracht und übles Reden ab?
3 Unser schlauer Feind gebraucht noch andere Methoden, um Gottes Knechte zu veranlassen, ihren Lauf zu verlangsamen. Er sät Zwietracht unter den Geschwistern. Oft geschieht es, dass die Welt böse von uns spricht, doch wenn solches von den Lippen derer kommt, die mit uns im Werk verbunden sind, wird es nicht leicht genommen. Es schmerzt tief. Wenn unser Glaube nicht stark ist, so mögen wir beleidigt werden und uns von andern Christen absondern. Das ist ein Fehler; er mag uns veranlassen, mit Wirken aufzuhören. Das ist der Grund, weshalb wir nicht zulassen dürfen, dass Uneinigkeit in unsere Reihen eindringe. Wir müssen irgendwie entstehende Differenzen schnell in Ordnung bringen und im Werke beharrlich voranschreiten. — Spr. 6:14, 16, 19; Eph. 4:3, 12, 13, 31, 32; Kol. 3:12, 13.
4. Warum müssen wir wachsam sein und unser Werk positiv betrachten?
4 Weil wir durch den Bösen von so manchen Seiten her angegriffen werden, müssen wir wachsam bleiben und hart kämpfen, um vorwärtszukommen. Wir können es uns nicht leisten, unser Leben aufs Spiel zu setzen, und somit müssen wir stets einen positiven Standpunkt einnehmen. Es liegt eine Gefahr im Unentschiedensein, im Innehalten auf dem Weg zum Leben. Wir sind weise, wenn wir verstehen, dass, nachdem wir uns einmal geweiht haben, Gott zu dienen, niemals Zweifel darüber aufkommen dürfen, wie man Dinge zu entscheiden hat. Wir gehen sicher, wenn wir unsere Entscheidungen stets zugunsten des Werkes des Herrn und im Einklang mit seinem Worte treffen. Jesus hat uns ein gutes Beispiel, wie man vorgehen soll, gegeben, als er vom Teufel in der Wüste versucht wurde. Jesus wusste, was die Heilige Schrift sagte, und so bediente er sich ihrer zur Erwiderung. Der Teufel konnte ihn nicht veranlassen, von seiner positiven Einstellung abzuweichen. (Matth. 4:1-11) Auch wir müssen auf der Wacht sein, um nicht zuzulassen, dass fleischliche Wünsche oder Mitgeschöpfe uns in unvernünftiger Weise beeinflussen, um uns von unserer Theokratischen Tätigkeit fernzuhalten. Um sicher zu gehen, ist es nötig, sich eng an den Herrn und seine Organisation zu halten.
5. Warum muss unser Sinn geschult werden? Woraus ziehen wir Nutzen?
5 Unser Sinn muss durch das Studium der Schrift geschult werden, wenn wir in unserm Werk beharren wollen. Über Gott nachzusinnen und von ihm und seinen Vorsätzen zu sprechen, gereicht dir zum Guten. Denke an deine Begrenztheit. Du hast nur eine begrenzte Zeit, die du dem Schulen deines Sinnes widmen kannst. Wenn du all diese Zeit mit weltlichem Lesestoff, Radiounterhaltung, Television usw. verbrauchst und irdischen Dingen nachsinnst, so verschwendest du Zeit, die dazu gebraucht werden kann, eine Schutzwehr zu errichten wider die Pfeile des Feindes. Du kannst deinen Sinn mit wichtigen Gedanken erfüllen. Jeden Tag gibt es einen Text zu betrachten, wie er im Jahrbuch der Zeugen Jehovas veröffentlicht wird. Du wirst passende Zeiten finden, um Theokratische Dinge zu besprechen, wenn du im Verein mit andern am öffentlichen Zeugniswerk teilnimmst oder wenn du mit Freunden unterwegs oder daheim bist. Der weise Christ reserviert gewisse regelmässige Zeiten zur Auferbauung seines Sinnes, um sich für das Werk, das getan werden soll, zu stärken. — Phil. 4:8, 9.
6. Wie können wir Geschwistern zum Glauben und zu rechten Gewohnheiten verhelfen?
6 Diese Handlungsweise wird auch andern eine Hilfe sein. Du hast das Vorrecht, andere im Glauben aufzuerbauen. Oft wirst du eine Person antreffen, die nicht positiv ist in ihren Wegen und die in ihrer Art zu wirken Lässigkeit offenbart. Du leistest einem solch Zweifelnden einen entschiedenen Dienst, wenn du ihn ermunterst, mit andern vom gleichen kostbaren Glauben zusammen den Bibelstudien beizuwohnen, und wenn du anregst, dass er am Dienste Gottes teilnehme. Er mag die Gefahr nicht erkennen, in die er geführt wird, wenn er schwache Entschuldigungen vorbringt, weil er nicht das tut, was Gott von seinen geweihten Dienern fordert. Als Christ hast du das Vorrecht, einem andern behilflich zu sein, gute Gewohnheiten zu bilden, die du dir selbst zu eigen gemacht hast, und schlechte Gewohnheiten zu bekämpfen, die rückwärts führen. Pflege die Gewohnheit, dich regelmässig mit dem Volke des Herrn zusammenzufinden. Übe diese Dinge gewohnheitsmässig.
7. Wie hilft uns ein rechtes Einschätzen des Werkes darin beharren?
7 Du wirst leichter in deinem Werke beharren können, wenn du das ausserordentliche Werk, das das Los eines Christen ist, richtig einschätzest. Bestimmt gibt es in dieser vergänglichen Welt nichts von höherem Wert. Es ist nicht etwas Gemeines oder Gewöhnliches. Ein stolzer Mensch mag sich zu wichtig vorkommen oder denken, er habe zu grosse Fähigkeiten, um im Dienst Gottes von Haus zu Haus zu gehen. Jesus und seine Jünger empfanden jedoch nicht so. Sie erwählten es sich nicht, Gott zu dienen, weil sie keine andere Beschäftigung finden konnten oder weil sie für irgendeine andere Arbeit untauglich gewesen wären. Sie erblickten im Dienste Gottes die höchste Ehre, die einem Geschöpf auf dieser Erde zukommen konnte. Heute gibt es viele unter Jehovas Zeugen, die, so wie die Welt die Dinge ansieht, ungewöhnliche natürliche Fähigkeiten oder Talente besitzen. Sie mögen von einer Intelligenz sein, die weit über dem Durchschnitt ist. Sie mögen klug sein. Wenn sie sich in dieser Richtung bemühen wollten, wären sie fähig, hohe Stellungen in dieser Welt zu erlangen und dazu den Wohlstand und all die Dinge, denen die Welt nachgeht. Entscheiden sie sich aber für zeitliche Dinge und riskieren sie den Verlust des Werkes Gottes, dieses Schatzes, mit seinen Segnungen? Bestimmt nicht. Vielmehr gebrauchen sie all ihre natürlichen Fähigkeiten zur Förderung des Werkes des Herrn. Wir sollten unsere natürlichen Fähigkeiten als Gaben von Jehova betrachten und sie in seinem Dienste pflegen. (1. Kor. 12:31; 13:8; 14:1, 39; Eph. 4:7-13) Was für Fähigkeiten wir daher auch immer haben, ob viele oder wenige, sollten wir auf Gottes Werk verwenden und als eine Hilfe gebrauchen, um in diesem Werk zu beharren.
8, 9. Von welcher Qualität sollte die Arbeit in unserm Evangeliumsdienst sein? Warum?
8 Einfach nur am Werke Gottes teilzunehmen, genügt nicht. Nein, wir müssen unser Allerbestes geben, wenn wir ihm gefallen möchten. Wir sollten in bezug auf die Qualität unseres Wirkens beständig so hoch als möglich streben. So hat es Paulus gesagt: „Wie ein sachverständiger Baumeister habe ich den Grund gelegt, so wie mich Gott zu tun beauftragte, und nun baut ein anderer darauf. Jeder aber sei sorgfältig, wie er es tut. Denn niemand kann einen andern Grund legen, ausser dem, der gelegt ist, das ist Jesus Christus selbst. Ob aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, köstliche Steine baue oder Holz, Heu oder Stroh, so wird die Qualität des Werkes eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird sie kundmachen. Denn der Tag wird in Feuer ausbrechen, und das Feuer wird die Qualität des Werkes eines jeden prüfen. Wenn das, was jemand auf den Grund gebaut hat, der Prüfung standhält, wird er seinen Lohn empfangen.“ — 1. Kor. 3:10-14, Eine Amerik. Übers.
9 Es ist ein Fehler, den wunderbaren Dienst für Gott zu unterschätzen. Dieser Dienst ist ein Schatz von unaussprechlichem Wert. „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefässen [in unsern Fleischesleibern], auf dass die Überschwenglichkeit der Kraft sei Gottes und nicht aus uns.“ (2. Kor. 4:7) Wir empfangen unsere Fähigkeiten im Werke von Gott, und wir sollten sie schöpferisch, gewissenhaft und mit Fleiss anwenden. Es wird uns eine Freude sein, Gottes Werk zu tun, wenn wir es recht tun, wenn wir unser Bestes geben. Es wird ein gutes Bauwerk dadurch getan und unser Werk wird fruchtbar sein. Auf der Grundlage der Qualität unseres Werkes wird Gott uns unsern Lohn geben. Jehova zahlt uns gut für unsern Dienst der Gerechtigkeit. Er gibt uns ewiges Leben. „Der Gottlose erwirbt Lohn des Trugs, wer aber Gerechtigkeit säet, wahrhaftigen Lohn.“ — Spr. 11:18, Schmoller.
10. Welch gegenwärtige Belohnungen erhalten wir dafür?
10 Schon jetzt erhalten wir Belohnungen. Wir haben die Befriedigung und geistige Zufriedenheit, die nur aus dem Segen des Herrn kommt. Wir haben die Freude des Herrn, Herzen voller Hoffnung und Erwartung. Diese wird uns zuteil als ein Bollwerk wider die Gegnerschaft des Teufels. Wir sehen, dass wir nun das Vorrecht besitzen, uns durch die mannigfachen Erfahrungen und Prüfungen, die über uns kommen, zu entwickeln. Wir sind sozusagen daran, unser Wirken zu vervollkommnen und die Mängel auszuwetzen. Wenn wir eine Verbesserung in unserm Wirken erkennen, bereitet es uns grosse Freude. Es ist uns eine Lust, des Herrn Willen zu tun, wie geschrieben steht: „Achtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet; ihr wisst ja, dass die Erprobung eures Glaubens Standhaftigkeit bewirkt. Die Standhaftigkeit muss aber zu voller Bewährung gelangen, damit ihr vollkommen und tadellos seiet und sich kein Mangel bei euch finde (damit ihr vollkommen entwickelt seid ohne Mängel, Eine Amerik. Übers.).“ — Jak. 1:2, 3, Menge.
FREI DURCH EIN REINES GEWISSEN
11. Ein reines Gewissen hilft uns wovon frei sein?
11 Während wir unsern Dienst so vervollkommnen, erkennen wir, dass wir tun, was recht ist. So belohnt uns der Herr mit der Freiheit, die nur aus dem Besitz eines reinen Gewissens kommt. Wir als Christen haben uns geweiht, um unserm Vater zu dienen, und er hilft uns unsere Lauterkeit bewahren. Indem wir den Lauf der Gerechtigkeit einschlagen, erhalten wir viele Segnungen und haben das Vorrecht, durch unser aufrichtiges Benehmen zu zeigen, dass jene, die uns schmähen, völlig zuschanden werden. „Und wen gibt es, der euch etwas Böses zufügen könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, selig seid ihr! ‚Furcht aber heget nicht vor ihnen und lasset euch nicht erschrecken‘, sondern den Herrn Christus haltet heilig in euren Herzen, allezeit bereit zur Verantwortung gegen jeden, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, jedoch mit Sanftmut und Ehrerbietung! Und habet ein gutes (reines, Eine Amerik. Übers.) Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus schmähen, zuschanden werden in dem, worin ihr verleumdet werdet!“ Welch ein wunderbares Gefühl ist es doch, frei zu sein von Furcht, zufrieden zu sein, sich auf die Sicherheit der schützenden Hand des Höchsten zu verlassen! Es erspriesst eine gewisse Freude aus dem Leiden um des Rechttuns willen im Werke Gottes; wie gross aber ist anderseits die geistige Angst derer, die Unrecht tun! „Denn es ist besser, dass ihr, wenn es der Wille Gottes sein sollte, für Rechttun leidet als für Unrechttun.“ — 1. Pet. 3:13-17, rev. Zürcher B.
12. Zu welch bedauerlichem Zustand führt es uns, wenn wir darin zu beharren verfehlen?
12 Wenn wir im Werk des Dienstes für Gott beharren, und wenn wir uns eng an seine Organisation halten, mögen wir Verfolgung erleiden, doch gewährt Gott uns die Kraft und Fähigkeit, sie zu ertragen. Wenn wir hingegen sorglos zurücktreiben zu den Wegen der alten Welt und verstrickt werden in irgendeine der vielen Fallen oder Gruben Satans, müssen wir das unsagbare Elend erleiden, das wir über uns selbst bringen. Die Wachtturm-Gesellschaft wird auf solche Dinge aufmerksam gemacht, weil oft jemand in seiner Zeit der Drangsal Hilfe sucht. Ein Beispiel aus jüngster Zeit von einem sehr unglücklichen Zustand wird im folgenden Briefe gegeben:
Liebe Brüder!
Ich schreibe, damit Ihr mir Winke geben möchtet über Trennung und Ehescheidung. Mein Mann und ich sind Zeugen für Jehova, doch in den vergangenen zwei Jahren haben wir in unserm Eifer für den Dienst nachgelassen. Ich erkenne den gemachten Fehler und habe versucht, meinen Mann wieder in den Dienst zu bringen. Seit Anfang dieses Jahres ist es mir nicht gelungen, ihn zu veranlassen, die Versammlungen zu besuchen. Er denkt, weil er einmal Gruppendiener war und seine Hand erschlaffen liess, dass er sein Recht auf die Königreichssegnungen verloren habe. Natürlich denke ich, dass der Teufel ihn umgarnt hat, und er versucht jetzt, seine Taten zu rechtfertigen.
Er hat sich mit einer Frau eingelassen und wünscht eine Scheidung, um sie heiraten zu können. Ich sagte ihm, er werde bestimmt alle Hoffnung wegwerfen, wenn er so fortfahre. Wir haben zwei Kinder, und ich denke, dass jeder, der eine Erkenntnis der Gesetze Gottes hat, fähig sein sollte, herauszufinden, dass man solche Versuchungen meiden muss, auch wenn man nicht miteinander auskommt, was aber nach meiner Ansicht möglich wäre, wenn er diese andere Frau aufgäbe. Bitte schreibt uns so bald als möglich über unsere Stellung. Ich erkenne, dass wir durch unsere Nachlässigkeit vieler Segnungen verlustig gegangen sind; ist indes wirklich alle Hoffnung verloren? Ich weiss, dass er den Herrn und das Volk des Herrn liebt. Doch weiss ich nicht, welche Schritte ich unternehmen sollte.
Für die Theokratie Eure, . . .
Das ist der sehr bedauerliche Zustand, in den gewisse Personen dadurch gekommen sind, dass sie verfehlt haben, im Werke zu beharren und sich an die Organisation des Herrn zu halten. Satan bringt solches über jene, die ihm Weg und Tür öffnen, indem sie innehalten, um sich wieder mit der alten Welt zu verbinden, nämlich geistige Leiden, Elend und Unglück.
13. Wie kann man sich die Barmherzigkeit Gottes zunutze machen, um im Werk zu beharren?
13 Es ist für uns ein Trost zu wissen, dass unser Gott im Himmel ein barmherziger Gott und der stets gegenwärtige Quell der Hilfe und des Trostes ist. Wenn wir zulassen, dass wir unter den beständigen Angriffen des Widersachers straucheln, und wenn wir ihm Raum geben, so erleiden wir deswegen unsägliches Elend. Doch wenn wir Gott in Wahrheit lieben, werden wir uns ihm zuwenden und bei ihm Hilfe suchen, gleich wie ein Kind zu seinem Vater geht. Diese Hilfe können wir durch seine unverdiente Güte empfangen, wenn wir uns aufrichtig bemühen, fortan auf dem rechten Wege zu wandeln. Wir wissen, dass wir nicht immer und immer wieder mit Willen sündigen dürfen, um dann jedes Mal zu kommen und um Vergebung zu bitten, wie dies von einigen in neuzeitlichen religiösen Kreisen getan wird; denn die Heilige Schrift erlaubt das nicht. (Heb. 10:26-30) Wenn wir aber aufrichtig bereuen und auf dem rechten Weg zu gehen suchen, indem wir uns ins Werk des Herrn zurückbegeben und entschlossen sind, darin zu beharren, so wird der Herr uns helfen, damit wir uns erholen können. Um das wenigste zu sagen, ist die Zeitspanne der Leiden bestimmt eine überaus schwierige Zeit — viele erholen sich nie mehr — und deshalb wird der weise Diener Jehovas seinen Blick für die Streitfrage klar bewahren und wird in seinem Werk beharren und sein Leben nicht irgendwie gefährden.
14. Durch welchen Lauf können wir all unsern Lohn für unsere früheren Werke verlieren?
14 Am Ende wird unser Vater unsere Werke berücksichtigen, und dann wird entschieden werden, ob wir ewiges Leben empfangen sollen oder nicht. Warum sollten wir törichterweise den Verlust des vorzüglichen Lohnes von Jehova riskieren, indem wir zurückgehen und dem trügerischen Lohn dieser sterbenden alten Welt nachjagen? Es ist besser, die Worte des Apostels Petrus zu beachten und zu beherzigen: „Und wenn ihr den als Vater anrufet, der ohne Ansehen der Person [unparteiisch] richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel, so lange ihr hier wallet, mit Furcht, da ihr ja wisset, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid von eurem eiteln Wandel, der euch von den Vätern überliefert ward, sondern mit dem kostbaren Blute Christi.“ (1. Pet. 1:17-19, Schlachter) Es wird von Christen verlangt, dass sie alle Zeit, die sie in dieser alten Welt „wallen“, gottesfürchtig wandeln und Gottes Wort sorgfältig befolgen, wenn sie die endgültige Billigung des Lebengebers im Himmel erhalten möchten. Der Loskauf durch Christus Jesus soll nicht als etwas Gewöhnliches betrachtet werden, sondern ist ein kostbarer Schatz, der weit wertvoller ist als Silber und Gold. Wir können all der Segnungen des Herrn verlustig gehen, wenn wir zurückkehren zu dem nichtigen Wandel, in dem wir aufgezogen wurden, ehe wir die Wahrheit erkannten und uns Gott weihten.
15, 16. Wo und wie erhalten wir Kraft für unser Werk?
15 Mit dem Lohn, den wir jetzt von Jehova empfangen, finden wir den göttlichen Schutz. Wir sind in einer bösen Welt, die alles zu vernichten sucht, was dem Namen Jehovas zur Ehre gereicht. Besässen wir nicht den unübertrefflichen schützenden Dienst von oben, so wäre unsere Aussicht auf ein Überleben dieser alten Welt gleich null. Es wird uns auch jede vernünftige Hilfe zuteil. Der Herr hat seinen Knechten seinen Geist in Fülle gegeben, und mit ihm haben wir soviel geistige Nahrung und Erkenntnis seiner Vorsätze bekommen, dass wir nicht alles fassen können. Es ist Speise da in Fülle. Wenn wir schwer arbeiten, brauchen wir mehr Speise und schätzen sie um so mehr. Sie gibt uns weitere Kraft, um in unserm Werk zu beharren.
16 Die Kraft, die Gott uns darreicht, um in dieser alten Welt auszuharren, ist etwas, das ausserhalb des Verständnisses dieser Welt liegt. Die Welt sieht, dass Jehovas Zeugen als Organisation unter allen und jeden Umständen in ihrem Werke beharren, und dies trotz heftiger Verfolgung und Krieg. Die Anstrengungen, die gemacht werden, um das Werk zum Stillstand zu bringen, würden normalerweise der Tätigkeit irgendeiner Gruppe ein Ende bereiten. Wir wissen, dass nur Jehovas Hilfe uns das Ausharren ermöglicht, und so prahlen wir nicht über uns selbst. „Wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, da wir wissen, dass die Trübsal Geduld (Ausharren, Elberf. B.) bewirkt, die Geduld aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung, die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, weil die Liebe Gottes ausgegossen ist in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.“ — Röm. 5:1-5, rev. Zürcher B.
17. Was in bezug auf unser Werk zu tun ist jetzt das einzig Weise? Wie?
17 Mit der Hilfe des Geistes Gottes und der wunderbaren Hoffnung können wir ausharren; wir finden, dass wir fähig sind, durchzuhalten; wir können fortfahren, wir können in unserm Werk beharren. Dies zu tun, ist jetzt das einzig Weise. Wir besitzen Aussichten auf Leben, und die Zeit ist so nahe. Paulus sagte: „Verliert euern Mut nicht, denn er wird reich belohnt werden, doch bedürfet ihr des Ausharrens, wenn ihr den Willen Gottes tun und den Segen, den er verheissen hat, empfangen sollt.“ — Heb. 10:35, 36, Eine Amerik. Übers.
VERNÜNFTIG ANGELEGTE ARBEIT
18. Welchen Dingen sollten wir nicht all unsere Kräfte widmen? Warum nicht?
18 Wir müssen die Dinge anlegen, die bleiben. Dies sind allein die Theokratischen Dinge, es ist Gottes Werk. Es wird uns angeraten, nicht all unsere Kräfte auf weltliche Unternehmen zu verwenden, weil diese Dinge zur Vernichtung in der nahen Schlacht von Harmagedon verurteilt sind. Wenn wir unsere ganze Zeit solchen Dingen widmen, wird sie verloren sein, denn diese Dinge sind der Vernichtung mit dieser Welt in der jetzt nahen Schlacht von Harmagedon geweiht. Wenn wir all unsere Zeit solchem widmen, wird es verlorene Zeit sein, weil solches verlorengehen wird. Und was noch schlimmer ist, wir könnten in Harmagedon damit zusammen zerschmettert werden, weil wir nicht im Werke Gottes beharrten und dieses in unserem Leben an die erste Stelle setzten. „Wirket nicht für die Speise, die vergeht, sondern für die Speise, die da bleibt ins ewige Leben, welche der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat der Vater, Gott, versiegelt (beglaubigt, rev. Zürcher B.)“. (Joh. 6:27) Wir müssen uns daran erinnern, dass das Erlangen der Errettung Arbeit bedeutet, ein Beharren darin durch dick und dünn. „Daher, meine Geliebten, gleichwie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein als in meiner Gegenwart, sondern jetzt vielmehr in meiner Abwesenheit, bewirket eure eigene Errettung mit Furcht und Zittern.“ — Phil 2:12, Fussnote.
19. Auf welch nutzbringende Arten kann unsere persönliche Arbeit vorwärtsgehen?
19 All unser Wirken ist nutzbringend. Einige wenige Worte, geredet zur rechten Zeit, werden manch einem behilflich sein, Gottes Vorsätze und seine grosse Barmherzigkeit besser zu verstehen. Wir haben Gelegenheiten, mit andern Leuten durchs Telephon zu sprechen. Wir schreiben Briefe über das Evangelium. Wir können Literatur hinsichtlich des Königreiches an Freunde und Menschen guten Willens versenden. Wenn Besucher in unsere Wohnung kommen, können wir mit ihnen über Jehova Gott sprechen. Dies alles ist ein Teil des guten Werkes und kommt oft zu dem wichtigen Werk des Aufsuchens der Menschen in ihren Wohnungen und Geschäften hinzu. Ob wir viel tun im Werke oder wegen beschränkter Kraft oder Fähigkeit nur wenig, ist es doch gut, im Werke zu beharren. Da es Errettung bringt, ist dein Wirken nicht verschwendet oder weggeworfen. „So, meine lieben Brüder, seid fest und unbeweglich, und widmet euch allezeit dem Werke des Herrn, da ihr wisset, dass durch den Herrn eure Mühe nicht weggeworfen ist.“ — 1. Kor. 15:58, Eine Amerik. Übers.
20. Warum hat der Text aus 1. Timotheus 4:16 jetzt noch mehr Kraft?
20 Christen haben stets wirken müssen, denn das entspricht den Grundsätzen Gottes des Höchsten. Der Rat des Paulus, der in 1. Timotheus 4:16 aufgezeichnet ist, war für die Geweihten der frühen christlichen Zeit bedeutungsvoll. Heute jedoch sind die Zeiten noch gefährlicher, die Tage noch böser. Die Zeit zur endgültigen Erledigung der grossen Streitfrage der Universalherrschaft ist gekommen, und die Wut der Bösen ist auf ihrem Höhepunkt. Dies bedeutet, dass die Angriffe wider die, welches Gottes Werk zu tun suchen, intensiver und heftiger sind als zu irgendeiner andern Zeit in der Geschichte. In Anbetracht dieser Sachlage müssen wir feststehen in unserer Lauterkeit und dürfen dem Teufel niemals auch nur den kleinsten Eingang gewähren, wo er uns einen verwundenden Schlag versetzen und so für den christlichen Dienst unfähig machen könnte. Wir dürfen uns niemals von seinen Streitkräften gefangennehmen und uns in die Finsternis dieser Welt und zu ihrem Zustand des Verlorenseins zurückschleppen lassen.
21. Wieso ist unser Werk jetzt ein Segen, damit wir gewinnen können?
21 Das Werk, das uns übertragen worden ist, gereicht uns zum grossen Segen. Es hält uns fern von den gefährlichen Dingen der alten Welt und dient uns so als Schutz. Das Werk, das wir jetzt zu tun haben, ist ein Werk des Lehrens und Predigens. All die Zeit und Kraft, die wir möglicherweise aufbieten können, sollte diesem Werk gewidmet werden. Wir sind in dieses Werk eingetreten mit dem Entschluss, ihm bis zu seiner Vollendung obzuliegen. Der Name Jehovas ist mit im Spiel und dazu unsere ewige Errettung. Wir möchten gewinnen, und wir können gewinnen, indem wir gute Werke tun. Tatsächlich müssen wir in unserm Werk beharren, indem wir treulich der Zeit entgegenblicken, da sich die Erklärung des Herrn in Offenbarung 22:12 erfüllt: „Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk sein wird.“ Diese Zeit ist jetzt, und weil die endgültige Erledigung der grossen Streitfrage während dieser Generation kommen soll, ist unsere Errettung viel näher als zur Zeit, da die Christen Gott zu dienen begonnen haben. Die Zeit ist sogar viel näher als damals, als wir uns an das Tun des Werkes Gottes heranmachten. Wir dürfen es nicht wagen, um irgendeiner Sache willen zur alten Welt zurückzublicken. Wir dürfen jetzt auch nicht die geringste Verlangsamung riskieren. Deshalb bedeutet uns der Rat in 1. Timotheus 4:16 soviel in den letzten Tagen: „Habe acht auf dich selbst und achte auf dein Lehren; beharre in deinem Werk.“ (Moffatt, engl.)
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Bezirksversammlungen 1949 in vielen LändernDer Wachtturm 1950 | 15. April
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Bezirksversammlungen 1949 in vielen Ländern
VORAUSGEHENDE Nummern des Wachtturms haben Bericht erstattet über Bezirksversammlungen die Jehovas Zeugen in Südamerika, Westindien, Kanada, Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika abhielten. In dieser Ausgabe wird ein Schlussbericht unterbreitet über einige andere Bezirksversammlungen, die während des vergangenen Jahres in andern Ländern stattfanden.
Fünf solcher Versammlungen wurden unter der Aufsicht des britischen Zweigbüros in Blackpool, Brighton, Dundee, Belfast und Leicester abgehalten. Aus den Industriezentren von Nordengland zogen die Zeugen an den Meeresstrand nach Blackpool zur Bezirksversammlung, die dort vom 10.-12. Juni stattfand. Durch die intensive Ankündigung hatte der öffentliche Vortragstitel „Es ist später als du denkst!“ so gründlich eingeschlagen, dass zur Zeit, da der Premierminister zu einem gesellschaftlichen Anlass zu spät kam, einer der Kellner bemerkte: „Jemand sollte ihm sagen, es sei später als er denke!“ Den Samstagversammlungen wohnten 3100 bei; am Sonntag erschienen 6000 zum öffentlichen Vortrag; 177 wurden getauft.
Fast zwei Wochen später begann eine viertägige Versammlung in Brighton, die vom 23.-26. Juni tagte. Die Zeugen waren im Jahr 1948 im Stadion in Brighton zu einer Bezirksversammlung zusammengekommen, und eine Vergleichung der zwei Versammlungen zeigt den Fortschritt des Königreichswerkes. Im Jahre 1948 besuchten 7000 den öffentlichen Vortrag, während 1949 die Zahl auf 9600 anschwoll. Im Jahre 1948 wurden anlässlich der Versammlung 140 getauft, aber die Versammlung von 1949 verzeichnete die Zahl 455. Am Samstag erschienen 5340, was bedeutet, dass etwa 4000 Neuinteressierte am Sonntag zum öffentlichen Vortrag kamen.
Die Versammlung für Schottland und den äussersten Norden Englands fand in Dundee vom 8.-10. Juli statt. Die durch diese Versammlung bedienten Gruppen sind meistens klein, und es wurde keine grosse Anwesendenzahl erwartet. Dessenungeachtet machten die Zeugen eine wirkliche Anstrengung, da zu sein, und kündigten den öffentlichen Vortrag unter den 175 000 Bewohnern von Dundee emsig an. Ausser den gewöhnlichen Bekanntmachungsmitteln, deren sich Jehovas Zeugen bedienen, zeigten die Kinos der Stadt während ihrer Vorführungen Lichtbilder, wodurch sie die Veranstaltung kostenlos bekanntmachten. Die Zahl der 1250 Anwesenden am Samstag stieg am Sonntag zum öffentlichen Vortrag auf 2300 an; 88 wurden getauft.
Die dreitägige Bezirksversammlung in Belfast, Irland, vom 29.-31. Juli war ein Meilenstein im grossartigen Fortschritt, der in diesem überaus religiösen Teil des britischen Feldes gemacht wurde. Gerade vor der Veranstaltung war wegen einer Debatte in Portadown viel hin und her gesprochen worden. Das sogenannte protestantische religiöse Element war in Wut geraten, weil viele seine Organisationen verliessen und sich für die Königreichsbotschaft interessierten, die Jehovas Zeugen kundtaten. Die Versammlung war zeitgemäss und stillte die Bedürfnisse sowohl von Nordirland wie von der Irischen Republik. Geduld und Takt waren erforderlich, um in diesem schwierigen Gebiet erfolgreich zu arbeiten, und bei der Versammlung wurden diese Dinge hervorgehoben. Die ausgedehnte Bekanntmachung für den öffentlichen Vortrag trug Früchte, und am Sonntag zollten 1600 Personen der Ansprache „Es ist später als du denkst!“ grosse Aufmerksamkeit. Am Samstag waren 725 zugegen; 37 wurden getauft.
Die fünfte und letzte Bezirksversammlung des Jahres 1949 für die britischen Inseln wurde vom 2.-4. September in Leicester abgehalten. Leicester liegt im Mittelland, und zu dem Bezirk gehört ein dichtbevölkertes Gebiet, weshalb viele Teilnehmer erwartet wurden. Am Samstag waren 4650 anwesend, und am Sonntag waren die Räumlichkeiten mit 8500 Personen gedrängt voll. Die Bevölkerung von Leicester lernt Jehovas Zeugen kennen, und viele kamen herbei, um zu sehen, was ihre Versammlung denn eigentlich sei. Die letzte grosse Versammlung der Zeugen in jener Stadt hatte im Jahre 1941 getagt, und die Bevölkerung Leicesters hatte sie wegen der unangenehmen Kriegsjahre eher in bitterer Erinnerung; welcher Unterschied jedoch heute! Jehovas Knechte waren völlig organisiert und geschult, taktvoll über die Würde des Namens zu wachen, den sie tragen; und Leicester beobachtete, lauschte und wurde interessiert! Die Presse dieser
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