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  • Wer war Abraham?
    Der Wachtturm 2012 | 1. Januar
    • Wer war Abraham?

      NUR wenige Menschen haben die Religionen der Welt stärker geprägt als er. Von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen verehrt, wird Abrahama als „große Gestalt der Heiligen Schrift“ bezeichnet, als „überragendes Beispiel des Glaubens“. Die Bibel nennt ihn „Vater all derer . . . , die Glauben haben“ (Römer 4:11).

      Warum steht Abraham in so hohem Ansehen? Ihm allein wird in der Bibel ausdrücklich bescheinigt, ein Freund Gottes gewesen zu sein — und das gleich drei Mal! (2. Chronika 20:7; Jesaja 41:8; Jakobus 2:23).

      Andererseits war Abraham ein ganz normaler Mensch wie wir. Ein Mann, der mit Problemen kämpfte, wie auch wir sie heute haben — und der sie erfolgreich meisterte. Wie hat er das geschafft? Werfen wir dazu doch einmal einen Blick in die Bibel. Was sagt sie über diesen bemerkenswerten Mann?

      Herkunft und Umfeld

      Abraham wurde 2018 vor unserer Zeitrechnung geboren und wuchs in Ur auf, einer großen, wohlhabenden Stadt (1. Mose 11:27-31). Dort war Götzenanbetung gang und gäbe. Offensichtlich betete auch Abrahams Vater Terach verschiedene Götter an (Josua 24:2). Doch Abraham wollte von leblosen Götzen nichts wissen. Sein Gott war Jehova.b

      Wie kam er zu dieser Überzeugung? Abraham war 150 Jahre lang Zeitgenosse von Noahs Sohn Sem, der erheblich älter war. Möglicherweise hatten die beiden Kontakt. Wie könnte das Abraham geprägt haben? Er hätte von Sem aus erster Hand erfahren können, was dieser bei der Sintflut erlebt hatte und wie wichtig es ist, sich immer an Jehova zu halten, den Gott, der Sem und seine Familie bei der globalen Flut bewahrte.

      Wir wissen nicht genau, ob Abraham von Sem oder auf anderem Weg von dem wahren Gott erfahren hat. Jedenfalls wurde etwas in ihm angestoßen. Als Jehova — „der Prüfer der Herzen“ — auf Abraham schaute, sah er etwas Gutes in ihm, das mit seiner Hilfe wachsen konnte (Sprüche 17:3; 2. Chronika 16:9).

      Sein Leben

      Abraham hatte ein bewegtes Leben, voll von Herausforderungen, doch nie ohne Sinn und Zweck. Streifen wir einmal einige Ereignisse.

      ▪ Als Abraham noch in Ur wohnte, wies Gott ihn an, seine Heimat zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das er ihm zeigen würde. Abraham und Sara gehorchten, obwohl sie weder das Warum noch das Wohin genau kannten. Schließlich kamen sie nach Kanaan, wo sie den Rest ihres Lebens als Fremde in Zelten wohnten (Apostelgeschichte 7:2, 3; Hebräer 11:8, 9, 13).

      ▪ Abraham und Sara blieben lange kinderlos, doch Jehova versprach, aus diesem Mann eine große Nation zu machen. Durch Abraham würden alle Familien der Erde gesegnet werden (1. Mose 11:30; 12:1-3). Jehova bekräftigte dieses Versprechen später noch einmal. Abrahams Nachkommen sollten so zahlreich werden wie die Sterne am Himmel (1. Mose 15:5, 6).

      ▪ Abraham war 99 Jahre und Sara ging auf die 90 zu, als Jehova den beiden mitteilte, sie würden einen Sohn bekommen. Menschlich gesehen schien das unmöglich, doch Abraham und Sara merkten bald, dass für Jehova nichts „zu außergewöhnlich“ ist (1. Mose 18:14). Mit 100 Jahren wurde Abraham Vater eines Sohnes, den er Isaak nannte (1. Mose 17:21; 21:1-5). Gott kündigte ausdrücklich an, durch Isaak würde der Menschheit großer Segen zufließen.

      ▪ Etliche Jahre später verlangte Jehova von Abraham etwas ganz Ungewöhnliches: Er sollte seinen Sohn Isaak, an dem er sehr hing, als Opfer darbringen, obwohl der junge Mann noch unverheiratet war und keine Kinder hatte.c Das muss Abraham schwer zu schaffen gemacht haben. Dennoch gehorchte er und traf entsprechende Vorbereitungen — in dem festen Glauben, Gott könne Isaak wenn nötig wieder lebendig machen, damit sich seine Prophezeiungen erfüllen (Hebräer 11:19). Als Abraham seinen Sohn opfern wollte, verhinderte Jehova das in letzter Sekunde; Isaak blieb am Leben. Gott lobte Abraham dafür, dass er so gehorsam gewesen war, und wiederholte, was er ihm früher versprochen hatte (1. Mose 22:1-18).

      ▪ Abraham lebte 175 Jahre und schlief dann friedlich ein. Er „starb in gutem Alter“, wie die Bibel sagt, „alt und mit Tagen gesättigt“ (1. Mose 25:7, 8). Damit wurde ein weiteres Versprechen Gottes wahr: dass Abraham lange leben und in Frieden sterben würde (1. Mose 15:15).

      Sein Vermächtnis an uns

      Abraham ist weit mehr als nur eine religiöse Figur, eine Persönlichkeit aus ferner Vergangenheit. Seine Geschichte lebt weiter und er ist bis heute vielen ein großes Vorbild (Hebräer 11:8-10, 17-19). Auf den nächsten Seiten soll es nun um vier schöne Eigenschaften dieses Mannes gehen. Beginnen wir mit seinem wohl bekanntesten Markenzeichen: seinem Glauben.

      [Fußnoten]

      a Ursprünglich lautete Abrahams Name Abram, seine Frau hieß Sarai. Gott nannte ihn später Abraham, also „Vater einer Menge“. Sarai wurde zu Sara, was „Fürstin“ bedeutet (1. Mose 17:5, 15). Der Einfachheit halber sprechen wir hier durchweg von Abraham und Sara.

      b Jehova ist laut der Bibel der Name Gottes.

      c Mehr dazu in dem Artikel „Fragen unserer Leser: Warum verlangte Gott von Abraham, seinen Sohn zu opfern?“ auf Seite 23.

      [Kasten auf Seite 4]

      Eine Schlüsselfigur in der biblischen Geschichte

      In den ersten 10 Kapiteln des ersten Buches Mose berichtet die Bibel über das Leben einiger Glaubensmänner wie etwa Abel, Henoch und Noah. In den nächsten 15 Kapiteln konzentriert sie sich jedoch hauptsächlich auf einen Mann: Abraham.

      Außerdem führt die Bibel im Zusammenhang mit Abraham einige ihrer wichtigsten Grundideen und -begriffe ein. In dem Bericht über Abrahams Leben wird zum Beispiel

      ▪ Gott das erste Mal als Schild oder Beschützer seiner Diener bezeichnet (1. Mose 15:1; siehe 5. Mose 33:29; Psalm 115:9; Sprüche 30:5),

      ▪ das erste Mal davon gesprochen, dass jemand Glauben in Gott setzte (1. Mose 15:6),

      ▪ erstmals das Wort Prophet erwähnt (1. Mose 20:7),

      ▪ zum ersten Mal die Liebe von Eltern zu ihrem Kind thematisiert (1. Mose 22:2).

  • Abraham: Sein Glaube
    Der Wachtturm 2012 | 1. Januar
    • Abraham: Sein Glaube

      Abraham steht draußen in der Stille der Nacht und betrachtet den sternenübersäten Himmel. Er muss an Gottes Verheißung denken: Seine Nachkommen sollen so zahlreich werden wie die leuchtenden Punkte dort oben (1. Mose 15:5). Die Sterne sind für ihn eine sichtbare Erinnerung an Jehovas Versprechen — eine Garantie. Wenn Jehova die Macht hat, diese Weiten mit allem, was darin ist, zu erschaffen, kann er da nicht auch ihm und Sara ein Kind schenken? So fest ist Abrahams Glaube.

      WAS IST GLAUBE? Glaube in seiner biblischen Wortbedeutung ist die feste Überzeugung von etwas, was nicht zu sehen ist, wofür es aber stichhaltige Beweise gibt. Wer an Gott glaubt, hat die Erfüllung göttlicher Verheißungen klar vor Augen. Für ihn ist es, als hätten sie sich schon so gut wie erfüllt.

      WORAN ZEIGTE SICH ABRAHAMS GLAUBE? Abraham bewies seinen Glauben an Gottes Versprechen durch Taten. Er verließ seine Heimat, weil er fest daran glaubte, Jehova würde ihm wie versprochen ein anderes Land zeigen. Er durchzog Kanaan, weil er sicher war, dass seine Nachkommen dieses Land einmal besitzen würden. Er wäre sogar so weit gegangen, seinen Sohn Isaak zu opfern, weil er davon überzeugt war, Jehova würde ihn wenn nötig auferwecken (Hebräer 11:8, 9, 17-19).

      Abraham schaute nach vorn und nicht zurück. Abraham und Sara hätten in Ur sicher viel komfortabler gelebt als in Kanaan, doch sie haben nicht ständig „an die Heimat gedacht, aus der sie einst fortgezogen waren“ (Hebräer 11:15, BasisBibel). Sie konzentrierten sich vielmehr darauf, wie Gott sie und ihre Nachkommen in der Zukunft segnen würde (Hebräer 11:16).

      Haben sich Abrahams Erwartungen erfüllt? Auf jeden Fall! Jehova hielt alles ein, was er versprochen hatte. Abrahams Nachkommen wurden mehr und mehr und bildeten schließlich die Nation Israel. Die Israeliten siedelten sich dann in Kanaan an, dem Land, das Jehova Abraham als Erbe zugesichert hatte (Josua 11:23).

      WERTVOLLE PUNKTE FÜR UNS: Wir können fest darauf vertrauen, dass Jehova hält, was er verspricht. Auch wenn aus menschlicher Sicht manches unmöglich erscheint, „bei Gott . . . sind alle Dinge möglich“ (Matthäus 19:26).

      Außerdem können wir von Abraham lernen, nicht in die Vergangenheit zu schauen, sondern uns auf die Zukunft zu freuen. Jason hat sich das zur Gewohnheit gemacht. Er leidet an einer schweren Krankheit und ist völlig gelähmt. Er sagt: „Ich ertappe mich schon manchmal dabei, dass ich der Vergangenheit nachhänge.“ Was vermisst Jason am meisten? „Es sind die kleinen Dinge“, meint er. „Ich würde zum Beispiel gern meine Frau wieder in den Arm nehmen.“

      Trotz allem glaubt Jason felsenfest daran, dass Jehova seine Verheißungen wahr macht und beispielsweise die Erde bald ein Paradies wird; treue Menschen werden dann vollkommen gesund sein und ewig leben können (Psalm 37:10, 11, 29; Jesaja 35:5, 6; Offenbarung 21:3, 4).a „Ich denke immer daran, dass das Beste erst noch kommt“, sagt Jason. „Was wir heute durchmachen, der ganze Druck, die Angst, die Traurigkeit, die Schuldgefühle, das alles wird bald vorbei sein — für immer.“ So einen Glauben kann man, wie den Glauben Abrahams, nur bewundern!

      [Fußnote]

      a Mehr über das künftige Paradies auf der Erde wird in dem Buch Was lehrt die Bibel wirklich? in Kapitel 3, 7 und 8 erklärt (herausgegeben von Jehovas Zeugen).

  • Abraham: Sein Mut
    Der Wachtturm 2012 | 1. Januar
    • Abraham: Sein Mut

      Abrahams Familie und seine Dienerschaft machen sich reisefertig. Ihr Ziel: Kanaan (1. Mose 12:1-5). Als Abraham alle so vor sich sieht, wird ihm richtig bewusst, wie viele Menschen jetzt auf ihn angewiesen sind. Wie soll er in der Fremde für sie sorgen? Ob das in Ur nicht leichter gewesen wäre, einer wohlhabenden Gegend mit ausgedehnten Weiden, fruchtbarem Boden und reichlich Wasser? Und was, wenn er in dem fremden Land krank wird oder stirbt? Was wird dann aus seiner Familie? Vielleicht macht sich Abraham darüber Gedanken, doch lähmen lässt er sich dadurch nicht. Für ihn steht fest: Er wird Gott gehorchen, komme, was da wolle. Abraham hat wirklich Mut.

      WAS IST MUT? Wer Mut hat, ist stark, tapfer und unerschrocken. Das Gegenteil ist Ängstlichkeit oder Feigheit. Mut zu haben bedeutet nicht unbedingt, dass man nie Angst hat. Der Mut, den Gott uns gibt, lässt uns Ängste jedoch überwinden.

      WORAN ZEIGTE SICH ABRAHAMS MUT? Abraham war bereit, gegen den Strom zu schwimmen. Er wuchs in einem Umfeld auf, wo viele Gottheiten und Götzen angebetet wurden. Doch er wusste, dass das verkehrt war. Ohne sich durch die Meinung anderer abschrecken zu lassen, ging er mutig seinen Weg: Er wollte nur einem einzigen Gott dienen, „Gott, dem Höchsten“, Jehova (1. Mose 14:21, 22).

      Für Abraham hatte die Anbetung des wahren Gottes einen höheren Stellenwert als alles Materielle. Er war bereit, sein bequemes Leben in Ur aufzugeben und ins Ungewisse aufzubrechen — im vollen Vertrauen, dass Jehova für ihn sorgen würde. Vielleicht dachte Abraham im Lauf der Jahre ab und zu an Ur zurück, wo doch einiges angenehmer war. Aber er war sich sicher: Jehova würde immer bei ihm und seiner Familie sein. Sein Gott war für ihn das Wichtigste im Leben, und er klammerte sich fest an ihn. Das gab ihm den Mut, Jehovas Gebote zu befolgen.

      WERTVOLLE PUNKTE FÜR UNS: Wir können Abraham nacheifern und Jehova mutig gehorchen, auch wenn andere das nicht tun. Wie die Bibel beispielsweise sagt, muss man mit Widerstand rechnen, wenn man zu seinem Glauben an Jehova Gott steht; vielleicht von Freunden oder Verwandten, die es gut meinen (Johannes 15:20). Aber wer von dem überzeugt ist, was er über Jehova erfahren hat, der tritt respektvoll für seinen Glauben ein (1. Petrus 3:15).

      Gott wird auch sein Versprechen halten, für die zu sorgen, die an ihn glauben. Wenn wir darauf vertrauen, gibt uns das den Mut, unser Leben so zu regeln, dass es sich um Jehova dreht und nicht um irgendwelche materielle Interessen (Matthäus 6:33). Hier ein schönes Beispiel dafür.

      Doug und Becky wollten in ein Land ziehen, wo Prediger der guten Botschaft aus der Bibel dringend gebraucht wurden — und das obwohl sie zwei kleine Jungs hatten. Nachdem sie sich intensiv mit der Sache befasst und viel gebetet hatten, beschlossen sie, Nägel mit Köpfen zu machen. „Es hat Mut gekostet, mit den Kindern einfach loszuziehen, ohne so richtig zu wissen, was da auf einen zukommt“, erzählt Doug. „Aber als die Idee aufkam, haben wir gleich über Abraham und Sara gesprochen — wie sie auf Jehova vertraut haben und nie von ihm im Stich gelassen wurden. Das war eine echte Hilfe.“

      Doug sagt über ihre Erfahrungen im Ausland: „Es ist enorm, wie Jehova uns gesegnet hat.“ Weiter erklärt er: „Wir leben viel einfacher und können fast den ganzen Tag zusammen sein — wir gehen predigen, unterhalten uns und spielen mit den Jungs. Das ist ein befreiendes Gefühl, das sich schwer mit Worten beschreiben lässt.“

      Natürlich kann nicht jeder sein Leben so drastisch verändern. Aber wir können alle wie Abraham der Anbetung Gottes den ersten Platz in unserem Leben geben und darauf vertrauen, dass er uns zur Seite steht. Dann nehmen wir uns das Bibelwort zu Herzen, „guten Mutes“ zu sein und zu sagen: „Jehova ist mein Helfer; ich will mich nicht fürchten“ (Hebräer 13:5, 6).

      [Herausgestellter Text auf Seite 7]

      Der Mut, den Gott uns gibt, lässt uns Ängste überwinden

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