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Jehova ist unser Herrscher!Der Wachtturm 1990 | 1. Juni
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Jehova ist unser Herrscher!
„Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (APOSTELGESCHICHTE 5:29).
1, 2. Welchen apostolischen Standpunkt nehmen Jehovas Zeugen ein, wenn menschliche Forderungen dem Willen Gottes widersprechen?
JEHOVA GOTT hatte zugelassen, daß 12 Männer vor ein hohes Gericht gestellt wurden. Es war im Jahr 33 u. Z., und bei dem Gericht handelte es sich um den jüdischen Sanhedrin. Angeklagt waren die Apostel Jesu Christi. Hören wir zu. ‘Wir haben euch befohlen, nicht aufgrund dieses Namens zu lehren’, erklärt der Hohepriester, ‘aber ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt.’ Daraufhin sagen Petrus und die anderen Apostel: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:27-29). Praktisch sagten sie: „Jehova ist unser Herrscher!“
2 Ja, Jehova ist der Herrscher der wahren Nachfolger Jesu. Das wird durch das Bibelbuch Apostelgeschichte deutlich, das um 61 u. Z. in Rom von ‘Lukas, dem geliebten Arzt’, geschrieben wurde (Kolosser 4:14). Wie die Apostel, so gehorchen Jehovas Diener auch heute ihrem himmlischen Herrscher, wenn menschliche Forderungen seinem Willen widersprechen. Aber was können wir noch aus der Apostelgeschichte lernen? (Für das persönliche Studium empfehlen wir, jeweils den angegebenen Teil der Apostelgeschichte nachzulesen.)
Jesus beauftragt Zeugen
3. Was war das Hauptanliegen der Nachfolger Jesu, nachdem sie „in heiligem Geist“ getauft worden waren?
3 Die Apostel konnten standhaft für Gott eintreten, weil ihr Glaube gestärkt worden war. Christus war am Marterpfahl gestorben, doch sie wußten, daß er auferweckt worden war (1:1-5). Während 40 Tagen, in denen Jesus verschiedene Fleischesleiber annahm, ‘zeigte er sich als lebend’ und lehrte Wahrheiten, die das Königreich betrafen. Auch wies er seine Jünger an, in Jerusalem so lange zu warten, bis sie „in heiligem Geist“ getauft würden. Das Predigen sollte dann ihr Hauptanliegen sein, wie es das für Jehovas Zeugen heute ebenfalls ist (Lukas 24:27, 49; Johannes 20:19 bis 21:24).
4. Was würde geschehen, wenn der heilige Geist auf Jesu Nachfolger käme?
4 Da die Apostel noch nicht in heiligem Geist getauft worden waren, dachten sie irrigerweise an eine irdische Herrschaft, die der Herrschaft Roms ein Ende machen würde, als sie fragten: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Königreich wieder her?“ (1:6-8). Jesus antwortete ihnen darauf praktisch mit Nein, denn ‘es war nicht ihre Sache, über die Zeiten und Zeitabschnitte Kenntnis zu erlangen’. Wenn „der heilige Geist“ auf sie käme, würde dieser sie befähigen, über Gottes himmlisches Königreich Zeugnis abzulegen — nicht über ein irdisches. Sie sollten in Jerusalem, in Judäa und Samaria predigen „und bis zum entferntesten Teil der Erde“. In der heutigen Zeit — den letzten Tagen — verrichten Jehovas Zeugen dieses Werk mit der Hilfe des Geistes in einem weltweiten Ausmaß.
5. Wieso würde Jesus in derselben Weise kommen, wie er wegging?
5 Nachdem Jesus den Auftrag erteilt hatte, weltweit zu predigen, fuhr er in den Himmel auf. Dabei bewegte er sich, vom Standpunkt seiner Jünger aus betrachtet, nach oben und gelangte später in die himmlische Gegenwart seines Herrschers und nahm eine Tätigkeit im geistigen Reich auf (1:9-11). Als Jesus durch eine Wolke vor den Blicken seiner Apostel verborgen war, löste er den Fleischesleib, den er angenommen hatte, wieder auf. Zwei Engel erschienen und erklärten, er werde ‘in derselben Weise kommen’. Und so ist es auch gewesen. Nur Jesu Jünger sahen seinen Weggang, und nur Jehovas Zeugen erkennen seine unsichtbare Wiederkunft.
Jehova trifft eine Wahl
6. Wie wurde ein Ersatz für Judas Iskariot ausgewählt?
6 Bald waren die Apostel wieder in Jerusalem (1:12-26). In einem Obergemach (vielleicht im Haus Marias, der Mutter des Markus) verharrten die 11 loyalen Apostel zusammen mit Jesu Halbbrüdern, seinen anderen Jüngern und Maria, seiner Mutter, im Gebet (Markus 6:3; Jakobus 1:1). Doch wer würde das „Aufsichtsamt“ des Judas erhalten? (Psalm 109:8). Etwa 120 Jünger waren anwesend, als Gott einen Mann auswählte, um Judas, den Verräter Jesu, zu ersetzen und die Zahl der Apostel wieder auf 12 zu ergänzen. Es mußte jemand sein, der während des Dienstes Jesu ein Jünger war, und er mußte ein Zeuge seiner Auferstehung sein. Selbstverständlich mußte der Betreffende auch Jehova als seinen Herrscher anerkennen. Nach einem Gebet warf man über Matthias und Joseph Barsabbas Lose. Gott ließ das Los auf Matthias fallen (Sprüche 16:33).
7. (a) Wie kam es, daß sich Judas „mit dem Lohn für Ungerechtigkeit ein Feld“ erwarb? (b) Wie starb Judas?
7 Judas Iskariot hatte Jehova gewiß nicht als seinen Herrscher anerkannt. Für 30 Silberstücke hatte er sogar den Sohn Gottes verraten. Judas gab dieses Geld den Oberpriestern wieder zurück, doch Petrus sagte, daß sich der Verräter „mit dem Lohn für Ungerechtigkeit ein Feld“ erwarb. Wieso konnte er das sagen? Nun, Judas hatte für das Geld und für den Anlaß zum Kauf des sogenannten „Blutfelds“ gesorgt. Dieses ist als ein ebenes Landstück auf der Südseite des Tales Hinnom identifiziert worden. Nachdem Judas sein Verhältnis zu dem himmlischen Herrscher völlig zerstört hatte, ‘erhängte er sich’ (Matthäus 27:3-10). Vielleicht riß das Seil, oder der Ast des Baumes brach, so daß er, „kopfüber stürzend“, auf zerklüftete Felsen fiel und ‘krachend mitten entzweibarst’. Möge sich keiner von uns als ein falscher Bruder erweisen!
Mit heiligem Geist erfüllt
8. Wann wurden Jesu Jünger in heiligem Geist getauft, und was war die Folge?
8 Wie verhält es sich mit der verheißenen Taufe in heiligem Geist? Sie erfolgte zu Pfingsten 33 u. Z., zehn Tage nach Jesu Himmelfahrt (2:1-4). Welch ein begeisterndes Ereignis das war! Stellen wir uns die Szene vor. Etwa 120 Jünger waren in dem Obergemach zusammen, als ‘plötzlich vom Himmel her ein Geräusch wie das einer dahinstürmenden starken Brise das ganze Haus erfüllte’. Es war kein Wind, hörte sich aber so an. Auf jeden Jünger und Apostel setzte sich eine Zunge „wie von Feuer“. „Sie alle wurden mit heiligem Geist erfüllt und fingen an, in verschiedenen Zungen zu reden.“ Bei dieser Taufe wurden sie auch durch Gottes Geist gezeugt, gesalbt und zum Zeichen eines geistigen Erbes versiegelt (Johannes 3:3, 5; 2. Korinther 1:21, 22; 1. Johannes 2:20).
9. Worüber redeten die mit Geist erfüllten Jünger?
9 Die ‘aus jeder Nation unter dem Himmel’ in Jerusalem anwesenden Juden und Proselyten waren von diesem Ereignis beeindruckt (2:5-13). Erstaunt fragten sie: ‘Wie kommt es, daß jeder von uns seine eigene Sprache hört, in der er geboren wurde?’ Es können die Sprachen gewesen sein, die in Gegenden wie Medien (östlich von Judäa), Phrygien (Kleinasien) und Rom (Europa) gesprochen wurden. Viele Zuhörer waren überrascht, weil die Jünger in verschiedenen Sprachen „über die großen Dinge Gottes“ redeten, doch Spötter mutmaßten, sie seien betrunken.
Petrus gibt ein aufsehenerregendes Zeugnis
10. Welche Prophezeiung wurde durch das Ereignis zu Pfingsten 33 u. Z. erfüllt, und gibt es dazu eine neuzeitliche Parallele?
10 Petrus fing an, Zeugnis zu geben, indem er darauf hinwies, daß man um neun Uhr vormittags noch nicht betrunken sei (2:14-21). Dieses Ereignis sei vielmehr eine Erfüllung der Verheißung Gottes, heiligen Geist auf sein Volk auszugießen. Petrus wurde von Gott zu dem Hinweis auf unsere Zeit inspiriert und fügte die Worte „in den letzten Tagen“ und „sie werden prophezeien“ hinzu (Joel 2:28-32). Jehova würde vor seinem großen Tag Wunder geben im Himmel und Zeichen auf der Erde, und nur wer seinen Namen im Glauben anrufe, würde gerettet werden. Durch eine ähnliche Ausgießung des Geistes in der heutigen Zeit waren die Gesalbten in der Lage, äußerst kraftvoll und wirksam zu „prophezeien“.
11. Was taten die Juden in bezug auf Jesus, aber was tat Gott?
11 Als nächstes identifizierte Petrus den Messias (2:22-28). Gott bestätigte Jesus als Messias, indem er ihn befähigte, Machttaten, Zeichen und Wunder zu vollbringen (Hebräer 2:3, 4). Aber die Juden ließen ihn „durch die Hand Gesetzloser“ an einen Pfahl heften, das heißt durch die Römer, die sich nicht nach dem Gesetz Gottes richteten. Jesus wurde insofern „nach dem festgesetzten Beschluß und Vorherwissen Gottes“ überliefert, als dies der göttliche Wille war. Gott auferweckte Jesus jedoch und beseitigte seinen menschlichen Leib auf eine Weise, daß er nicht die Verwesung sah (Psalm 16:8-11).
12. Was hatte David vorausgesehen, und wovon hängt die Rettung ab?
12 Die Prophezeiung über den Messias wurde noch weiter betont, während Petrus mit seinem Zeugnis fortfuhr (2:29-36). Er wies darauf hin, daß David die Auferstehung Jesu, des Messias, seines größten Sohnes, vorausgesehen hatte. Von einer erhöhten Stellung zur Rechten Gottes im Himmel aus hatte Jesus den heiligen Geist ausgegossen, den er von seinem Vater empfangen hatte (Psalm 110:1). Die Zuhörer des Petrus ‘sahen und hörten’ die Wirksamkeit des Geistes, indem sie Zungen wie von Feuer auf den Häuptern der Jünger beobachteten und hörten, wie diese in fremden Sprachen redeten. Auch zeigte Petrus, daß die Rettung davon abhängt, daß man Jesus als Herrn und Messias anerkennt (Römer 10:9; Philipper 2:9-11).
Jehova gibt Mehrung
13. (a) Was mußten die Juden und die Proselyten anerkennen, wenn sie sich in der rechten Weise taufen lassen wollten? (b) Wie viele ließen sich taufen, und wie wirkte sich das in Jerusalem aus?
13 Wie wirkungsvoll waren doch die Worte des Petrus! (2:37-42). Seinen Zuhörern ging es wie ein Stich durchs Herz, als sie erkannten, daß sie ihre Zustimmung zur Hinrichtung des Messias gegeben hatten. Deshalb forderte Petrus sie auf: „Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, und ihr werdet als freie Gabe den heiligen Geist empfangen.“ Die Juden und die Proselyten anerkannten Jehova bereits als Gott und sahen ein, daß sie seinen Geist benötigten. Jetzt mußten sie bereuen und Jesus als den Messias annehmen, damit sie sich im Namen (in Anerkennung des Amtes oder der Funktion) des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes taufen lassen konnten (Matthäus 28:19, 20). Dadurch, daß Petrus diesen Juden und Proselyten Zeugnis gab, gebrauchte er den ersten geistigen Schlüssel, den er von Jesus erhalten hatte, damit er für gläubige Juden die Tür der Erkenntnis öffnen und ihnen die Möglichkeit erschließen konnte, in das himmlische Königreich einzugehen (Matthäus 16:19). An diesem Tag ließen sich 3 000 taufen! Man stelle sich vor: So viele Zeugen Jehovas predigten in dem kleinen Gebiet von Jerusalem!
14. Warum und in welcher Hinsicht hatten die Gläubigen „alles gemeinsam“?
14 Vielen aus fernen Orten mangelte es an den Mitteln für einen längeren Aufenthalt. Gern hätten sie aber mehr über ihren neugefundenen Glauben kennengelernt und anderen gepredigt. So halfen sich Jesu frühe Nachfolger liebevoll untereinander, was auch Jehovas Zeugen heute tun (2:43-47). Vorübergehend hatten die Gläubigen „alles gemeinsam“. Einige verkauften Besitztümer, und den Erlös verteilte man an Bedürftige. Dadurch nahm die Versammlung einen guten Anfang, während ‘Jehova täglich solche hinzufügte, die gerettet wurden’.
Eine Heilung und ihre Auswirkungen
15. Was geschah, als Petrus und Johannes den Tempel betraten, und wie reagierten die Menschen?
15 Jehova unterstützte Jesu Nachfolger durch „Zeichen“ (3:1-10). Als Petrus und Johannes gegen 15 Uhr, zur Stunde des mit dem Abendopfer verbundenen Gebets, den Tempel betraten, hielt sich ein Mann, der von Geburt an lahm war, am Schönen Tor auf und bat um „Gaben der Barmherzigkeit“. „Silber und Gold besitze ich nicht“, sagte Petrus, „doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazareners, geh umher!“ Augenblicklich wurde der Mann geheilt. Er betrat den Tempel, „ging umher und sprang und pries Gott“, so daß die Menschen mit „Entzücken erfüllt“ wurden. Vielleicht kamen einigen die Worte in den Sinn: „Der Lahme [wird] klettern wie ein Hirsch“ (Jesaja 35:6).
16. Wieso waren die Apostel befähigt, einen Lahmen zu heilen?
16 Die erstaunten Menschen liefen in Salomos Säulenhalle, einem überdachten Säulengang, zusammen, der sich auf der Ostseite des Tempels befand. Dort gab Petrus ein Zeugnis (3:11-18). Er zeigte, daß Gott die Apostel befähigt hatte, den Lahmen durch Jesus, seinen verherrlichten Knecht, zu heilen (Jesaja 52:13 bis 53:12). Die Juden hätten „den Heiligen und Gerechten“ verleugnet; dennoch habe ihn Jehova auferweckt. Das Volk und seine Vorsteher hätten zwar nicht gewußt, daß sie den Messias töteten, doch Gott habe auf diese Weise Prophezeiungen erfüllt, die besagten, daß „sein Christus leiden würde“ (Daniel 9:26).
17. (a) Was sollten die Juden tun? (b) Was ist in unseren Tagen geschehen, seitdem Christus ‘gesandt’ worden ist?
17 Petrus zeigte, was die Juden aufgrund dessen, wie sie mit dem Messias verfahren waren, tun sollten (3:19-26). Sie sollten ‘bereuen’ oder ihrer Sünden wegen zerknirscht sein und ‘umkehren’ oder sich bekehren und einen gegenteiligen Lauf einschlagen. Wenn sie Glauben an Jesus, den Messias, ausübten und das Lösegeld annähmen, würde ihnen als Menschen, deren Sünden vergeben sind, Erquickung von Jehova zuteil (Römer 5:6-11). Er erinnerte die Juden daran, daß sie die Söhne des Bundes waren, den Gott mit ihren Vorvätern geschlossen hatte, indem er Abraham gesagt hatte: „In deinem Samen werden alle Familien der Erde gesegnet werden.“ Daher sandte Gott seinen messianischen Knecht zuerst, um reumütige Juden zu befreien. Interessanterweise ist unter Jehovas Zeugen, seitdem Christus 1914 in himmlischer Königreichsmacht ‘gesandt’ worden ist, bestimmten Wahrheiten auf erfrischende Weise wieder Geltung verschafft und die theokratische Organisation wiederhergestellt worden (1. Mose 12:3; 18:18; 22:18).
Sie hörten nicht auf
18. Welchen „Stein“ verwarfen die jüdischen „Bauleute“, und in wem allein gibt es Rettung?
18 Die Oberpriester, der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer waren verärgert darüber, daß Petrus und Johannes die Auferstehung Jesu verkündeten, und setzten sie in Gewahrsam (4:1-12). Die Sadduzäer glaubten nicht an die Auferstehung, doch viele andere wurden gläubig. Allein die Zahl der Männer belief sich auf etwa 5 000. Wie Petrus im Verhör vor Gericht in Jerusalem erklärte, war der Lahme „im Namen Jesu Christi, des Nazareners“, geheilt worden, der von den Juden an den Pfahl gebracht, aber von Gott auferweckt worden war. Dieser „Stein“, den die jüdischen „Bauleute“ verworfen hatten, war „das Haupt der Ecke“ geworden (Psalm 118:22). „Überdies gibt es“, wie Petrus sagte, „in keinem anderen Rettung.“
19. Was erwiderten die Apostel, als man ihnen befahl, nicht mehr zu predigen?
19 Man unternahm den Versuch, der Verkündigung Einhalt zu gebieten (4:13-22). Da der Geheilte anwesend war, war es unmöglich, ein solch „bemerkenswertes Zeichen“ zu leugnen, dennoch gebot man Petrus und Johannes, ‘nirgends aufgrund des Namens Jesu zu reden oder zu lehren’. Was erwiderten sie? „Wir können nicht aufhören, von den Dingen zu reden, die wir gesehen und gehört haben.“ Sie gehorchten Jehova als ihrem Herrscher.
Gebete erhört!
20. Worum beteten die Jünger, und mit welchem Ergebnis?
20 Wie Jehovas Zeugen in Zusammenkünften beten, so beteten auch die Jünger, als die freigelassenen Apostel berichteten, was geschehen war (4:23-31). Sie erwähnten, daß sich die Herrscher Herodes Antipas und Pontius Pilatus zusammen mit heidnischen Römern und Völkern Israels gegen den Messias versammelt hatten (Psalm 2:1, 2; Lukas 23:1-12). Als Antwort auf das Gebet erfüllte Jehova die Jünger mit heiligem Geist, so daß sie sein Wort mit Freimut redeten. Sie baten ihren Herrscher nicht, die Verfolgung zu beenden, sondern sie zu befähigen, trotzdem mutig zu predigen.
21. Wer war Barnabas, und welche Eigenschaften wies er auf?
21 Die Gläubigen hatten weiterhin alles gemeinsam, und keiner litt Not (4:32-37). Der Levit Joseph von Zypern gehörte zu denen, die etwas beisteuerten. Die Apostel gaben ihm — wahrscheinlich aufgrund seiner Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit — den Beinamen Barnabas, was „Sohn des Trostes“ bedeutet. Wir alle möchten sicherlich Menschen von dieser Art sein (Apostelgeschichte 11:22-24).
Lügner bloßgestellt
22, 23. Worin bestand die Sünde von Ananias und Sapphira, und welchen Nutzen ziehen wir aus ihrer Erfahrung?
22 Ananias und Sapphira, seine Frau, hörten jedoch auf, Jehova als ihren Herrscher anzuerkennen (5:1-11). Sie verkauften ein Feld und behielten einen Teil des Geldes, während sie vorgaben, den Aposteln alles zu geben. Durch Gottes Geist verliehene Erkenntnis ermöglichte es Petrus, ihre Heuchelei zu erkennen, was zu ihrem Tod führte. Welch eine Warnung für alle, die von Satan versucht werden, trügerisch zu handeln! (Sprüche 3:32; 6:16-19).
23 Nach diesem Vorfall hatte keiner, der schlechte Beweggründe hatte, den Mut, sich den Jüngern anzuschließen. Andere wurden gläubig (5:12-16). Überdies wurden die Kranken und die von unreinen Geistern Geplagten, die an Gottes Macht glaubten, „allesamt geheilt“.
Gott mehr gehorchen als Menschen
24, 25. Warum verfolgten die jüdischen Führer die Apostel, doch welchen Maßstab stellten diese Treuen für alle Diener Jehovas auf?
24 Der Hohepriester und die Sadduzäer versuchten nun, die wunderbare Zunahme aufzuhalten, indem sie alle Apostel ins Gefängnis bringen ließen (5:17-25). Doch in der Nacht wurden die Apostel von dem Engel Gottes befreit. Und bei Tagesanbruch lehrten sie im Tempel. Verfolgung kann Jehovas Diener nicht aufhalten.
25 Als man aber die Apostel vor den Sanhedrin stellte, wurde Druck auf sie ausgeübt (5:26-42). Man befahl ihnen, nicht mehr zu lehren, doch sie erwiderten: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen.“ Dadurch stellten sie für Jesu Jünger einen Maßstab auf, an den sich Jehovas Zeugen auch heute halten. Nach einer Warnung des Gesetzeslehrers Gamaliel peitschten die Führer die Apostel aus, befahlen ihnen, nicht mehr zu predigen, und ließen sie frei.
26. In welcher Hinsicht glich der Dienst der Apostel dem der Zeugen Jehovas heute?
26 Die Apostel freuten sich, daß sie für würdig erachtet worden waren, um des Namens Jesu willen in Unehre zu kommen. „Und jeden Tag fuhren sie im Tempel und von Haus zu Haus ununterbrochen fort, zu lehren und die gute Botschaft über den Christus, Jesus, zu verkündigen.“ Ja, sie predigten von Haus zu Haus. Dasselbe tun Gottes neuzeitliche Zeugen, die ebenfalls seinen Geist empfangen haben, weil sie ihm gehorchen und sagen: „Jehova ist unser Herrscher!“
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In der Furcht Jehovas wandelnDer Wachtturm 1990 | 1. Juni
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In der Furcht Jehovas wandeln
„Da ... [die Versammlung] in der Furcht Jehovas wandelte und den Trost des heiligen Geistes hatte, mehrte sie sich beständig“ (APOSTELGESCHICHTE 9:31).
1, 2. (a) Was geschah, als die Christenversammlung in eine Zeitspanne des Friedens eintrat? (b) Was tut Jehova, obwohl er Verfolgung zuläßt?
EIN Jünger geriet in eine sehr schwere Prüfung. Würde er Gott gegenüber die Lauterkeit bewahren? Jawohl! Er war in der Furcht Gottes gewandelt, in Ehrfurcht vor seinem Schöpfer, und starb als ein treuer Zeuge Jehovas.
2 Bei diesem gottesfürchtigen Bewahrer der Lauterkeit handelte es sich um Stephanus, „einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes“ (Apostelgeschichte 6:5). Der Mord an ihm löste eine Verfolgungswelle aus, aber danach trat die Versammlung in ganz Judäa, Galiläa und Samaria in eine Zeitspanne des Friedens ein und wurde im Glauben erbaut. Und „da sie in der Furcht Jehovas wandelte und den Trost des heiligen Geistes hatte, mehrte sie sich beständig“ (Apostelgeschichte 9:31). Als Zeugen Jehovas von heute dürfen wir davon überzeugt sein, daß Gott uns segnen wird, ganz gleich, ob wir in Frieden leben oder verfolgt werden, wie aus Apostelgeschichte, Kapitel 6 bis 12 hervorgeht. Wandeln wir also unter Verfolgung in Ehrfurcht vor Gott, und nutzen wir jede Verfolgungspause zur Erbauung im Glauben und zu noch emsigerem Dienst für ihn (5. Mose 32:11, 12; 33:27).
Treu bis ans Ende
3. Welches Problem wurde in Jerusalem gelöst, und wie?
3 Auch wenn in Zeiten des Friedens Probleme auftauchen, mögen diese durch gute Organisation gelöst werden können (6:1-7). Griechisch sprechende Juden in Jerusalem beklagten sich, daß ihre Witwen bei der täglichen Austeilung von Nahrung zugunsten jüdischer Gläubiger, die Hebräisch sprachen, übersehen wurden. Dieses Problem wurde gelöst, als die Apostel sieben Männer „über dieses notwendige Geschäft“ setzten. Einer von ihnen war Stephanus.
4. Wie reagierte Stephanus auf Falschanklagen?
4 Aber der gottesfürchtige Stephanus geriet bald in eine Prüfung (6:8-15). Gewisse Männer standen auf und disputierten mit ihm. Einige gehörten zur „Synagoge der Freigelassenen“ — vielleicht Juden, die von den Römern gefangengenommen und später freigelassen worden waren, oder jüdische Proselyten, die Sklaven gewesen waren. Da sich die Feinde gegen die Weisheit und den Geist, mit dem Stephanus redete, nicht behaupten konnten, führten sie ihn zum Sanhedrin. Dort sagten falsche Zeugen: ‘Wir haben diesen Mann sagen hören, daß Jesus den Tempel niederreißen und die von Moses überlieferten Bräuche ändern werde.’ Doch selbst Stephanus’ Gegner konnten erkennen, daß er kein Übeltäter war, sondern daß er ein gelassenes Gesicht wie das eines Engels hatte, eines Boten Gottes, der sich der göttlichen Unterstützung gewiß war. Welch ein Gegensatz zu ihren Gesichtern, aus denen Gehässigkeit und Bosheit sprach, weil sie sich in den Dienst Satans gestellt hatten!
5. Worauf wies Stephanus in seinem Zeugnis hin?
5 Im Verhör vor dem Hohenpriester Kaiphas gab Stephanus ein furchtloses Zeugnis (7:1-53). Sein Rückblick auf die Geschichte der Israeliten zeigte, daß Gott vorhatte, das mosaische Gesetz und den Tempeldienst abzuschaffen, wenn der Messias käme. Stephanus wies darauf hin, daß Moses, der Befreier, den zu ehren jeder Jude behauptete, genauso von den Israeliten abgelehnt worden war, wie sie nun denjenigen nicht angenommen hatten, der eine größere Befreiung herbeiführen würde. Mit der Bemerkung, daß Gott nicht in Häusern wohnt, die mit Menschenhänden gemacht sind, ließ Stephanus erkennen, daß der Tempel und sein System der Anbetung vergehen würden. Aber weil seine Richter Gott nicht fürchteten noch dessen Willen erfahren wollten, sagte Stephanus: ‘Ihr Halsstarrigen, ständig widersteht ihr dem heiligen Geist. Welchen Propheten haben eure Vorväter nicht verfolgt? Sie töteten die, die das Kommen des Gerechten im voraus ankündigten, dessen Verräter und Mörder ihr geworden seid.’
6. (a) Welche glaubensstärkende Erfahrung machte Stephanus vor seinem Tod? (b) Warum konnte Stephanus mit Recht sagen: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.“?
6 Die furchtlose Erklärung des Stephanus führte dazu, daß man ihn ermordete (7:54-60). Die Richter waren zornig darüber, daß ihre Schuld am Tod Jesu aufgedeckt wurde. Wie sehr wurde jedoch der Glaube des Stephanus gestärkt, als er ‘zum Himmel emporschaute und die Herrlichkeit Gottes erblickte und Jesus, zur Rechten Gottes stehend’! Jetzt konnte Stephanus seinen Feinden in der Überzeugung gegenübertreten, daß er den Willen Gottes getan hatte. Wir haben als Zeugen Jehovas zwar keine Visionen, doch können wir dieselbe von Gott verliehene Gelassenheit haben, wenn wir verfolgt werden. Als Stephanus von seinen Feinden aus Jerusalem hinausgetrieben worden war und sie begannen, ihn zu steinigen, äußerte er die Bitte: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.“ Das war angebracht, weil Gott Jesus ermächtigt hatte, Menschen aufzuerwecken (Johannes 5:26; 6:40; 11:25, 26). Kniend rief Stephanus aus: „Jehova, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!“ Dann entschlief er als ein Märtyrer im Tode wie viele Nachfolger Jesu seither, selbst in der Neuzeit.
Die gute Botschaft durch Verfolgung verbreitet
7. Wozu führte die Verfolgung?
7 Eigentlich hatte der Tod des Stephanus zur Folge, daß die gute Botschaft verbreitet wurde (8:1-4). Durch eine Verfolgungswelle wurden alle Jünger, ausgenommen die Apostel, in ganz Judäa und Samaria zerstreut. Saulus, der dem Mord an Stephanus zugestimmt hatte, wütete gegen die Versammlung wie ein Tier und drang in ein Haus nach dem anderen ein, um Nachfolger Jesu ins Gefängnis zu schleppen. Da die verstreuten Jünger weiterpredigten, wurde Satans Plan, den gottesfürchtigen Königreichsverkündigern durch Verfolgung Einhalt zu gebieten, vereitelt. Auch in der heutigen Zeit ist durch Verfolgung oftmals die gute Botschaft verbreitet oder die Aufmerksamkeit auf das Königreichspredigtwerk gelenkt worden.
8. (a) Wozu kam es aufgrund des Predigens in Samaria? (b) Wie gebrauchte Petrus den zweiten Schlüssel, den Jesus ihm anvertraut hatte?
8 Der Evangeliumsverkündiger Philippus ging nach Samaria, um „den Christus zu predigen“ (8:5-25). In dieser Stadt herrschte große Freude, als die gute Botschaft verkündigt wurde und auch unreine Geister ausgetrieben und Menschen geheilt wurden. Petrus und Johannes wurden von den Aposteln in Jerusalem nach Samaria gesandt, und als sie beteten und den Getauften die Hände auflegten, empfingen diese neuen Jünger heiligen Geist. Der neugetaufte frühere Magier Simon versuchte, diese Gewalt zu kaufen, doch Petrus sagte: ‘Dein Silber gehe mit dir zugrunde. Dein Herz ist in den Augen Gottes nicht gerade.’ Als er aufgefordert wurde, zu bereuen und zu Jehova um Vergebung zu flehen, bat er die Apostel, für ihn zu beten. Das sollte heute alle, die Jehova fürchten, bewegen, ihn um Hilfe bei der Bewahrung ihres Herzens zu bitten (Sprüche 4:23). (Von diesem Vorfall stammt der Begriff „Simonie“, worunter der Kauf und Verkauf geistlicher Ämter zu verstehen ist.) Petrus und Johannes verkündigten die gute Botschaft in vielen samaritischen Dörfern. So gebrauchte Petrus den zweiten Schlüssel, den er von Jesus erhalten hatte, um die Tür der Erkenntnis zu öffnen und die Gelegenheit zu erschließen, in das himmlische Königreich einzugehen (Matthäus 16:19).
9. Um wen handelte es sich bei dem Äthiopier, dem Philippus Zeugnis gab, und wieso konnte sich der Mann taufen lassen?
9 Der Engel Gottes gab Philippus dann eine neue Zuteilung (8:26-40). Auf der Straße von Jerusalem nach Gasa war ein „Eunuch“, ein Beamter, der über den Schatz der äthiopischen Königin Kandake gesetzt war, mit seinem Wagen unterwegs. Er war kein Eunuch im fleischlichen Sinne, denn sonst wäre ihm nicht erlaubt gewesen, in die Versammlung Israels zu kommen. Aber er war als ein beschnittener Proselyt zur Anbetung nach Jerusalem gereist (5. Mose 23:1). Als Philippus ihn traf, las er gerade im Buch Jesaja. Philippus wurde eingeladen, auf den Wagen zu steigen, und so besprach er mit dem Eunuchen die Prophezeiung Jesajas und ‘verkündigte ihm die gute Botschaft über Jesus’ (Jesaja 53:7, 8). Bald rief der Äthiopier aus: „Siehe! Ein Gewässer; was hindert mich, getauft zu werden?“ Es hinderte ihn nichts, denn er kannte Gott und glaubte nun an Christus. Philippus taufte daher den Äthiopier, der daraufhin freudig seines Weges weiterzog. Hindert dich etwas, dich taufen zu lassen?
Ein Verfolger bekehrt
10, 11. Was erlebte Saulus von Tarsus auf dem Weg nach Damaskus und kurz danach?
10 Inzwischen suchte Saulus unter Androhung von Gefängnis oder Tod, Jesu Nachfolger zu veranlassen, ihrem Glauben abzuschwören (9:1-18a). Der Hohepriester (wahrscheinlich Kaiphas) gab ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, wodurch er ermächtigt wurde, Männer und Frauen, die zum „WEG“ gehörten — das heißt an der Lebensweise festhielten, die auf dem Beispiel Christi beruhte —, gebunden nach Jerusalem zu bringen. Um die Mittagszeit umblitzte ihn in der Nähe von Damaskus ein Licht vom Himmel, und eine Stimme fragte: „Saulus, warum verfolgst du mich?“ Seine Begleiter hörten zwar „den Schall einer Stimme“, konnten aber nicht verstehen, was sie sagte. (Vergleiche Apostelgeschichte 22:6, 9.) Diese teilweise Offenbarung des verherrlichten Jesus genügte, um Saulus zu blenden. Gott stellte durch den Jünger Ananias sein Augenlicht wieder her.
11 Nach seiner Taufe wurde der frühere Verfolger selbst verfolgt (9:18b-25). Die Juden in Damaskus suchten Saulus umzubringen. Doch die Jünger ließen ihn nachts durch eine Lücke in der Mauer hinab, wahrscheinlich entweder in einem großen aus Seilen geflochtenen Korb oder in einem „Weidenkorb“ (2. Korinther 11:32, 33). Bei der Lücke handelte es sich unter Umständen um ein Fenster im Haus eines Jüngers, das auf der Mauer stand. Daß Paulus sich dem Zugriff der Feinde entzog und weiterhin predigte, war kein Zeichen von Feigheit.
12. (a) Welche Erfahrung machte Saulus in Jerusalem? (b) Wie erging es der Versammlung?
12 In Jerusalem half Barnabas den Jüngern, Paulus als einen Glaubensbruder aufzunehmen (9:26-31). Paulus disputierte dort furchtlos mit griechisch sprechenden Juden, die ebenfalls versuchten, ihn umzubringen. Als die Brüder das herausfanden, brachten sie ihn nach Cäsarea und sandten ihn nach Tarsus weg, seiner Heimatstadt in Zilizien. Die Versammlung in ganz Judäa, Galiläa und Samaria trat dann „in eine Zeitspanne des Friedens ein und wurde erbaut“ im Glauben. Da sie „in der Furcht Jehovas wandelte und den Trost des heiligen Geistes hatte, mehrte sie sich beständig“. Welch ein vorzügliches Beispiel, das alle heutigen Versammlungen nachahmen sollten, wenn sie von Jehova gesegnet werden möchten!
Nichtjuden werden gläubig
13. Zu welchen Wundern befähigte Gott Petrus in Lydda und Joppe?
13 Auch Petrus war unablässig tätig (9:32-43). In Lydda (heute Lod) in der Ebene von Scharon heilte er den gelähmten Äneas. Aufgrund dieser Heilung wandten sich viele dem Herrn zu. In Joppe erkrankte die geliebte Jüngerin Tabitha (Dorkas) und starb. Als Petrus eintraf, zeigten ihm weinende Witwen Kleider, die Dorkas gemacht hatte und die sie vielleicht gerade trugen. Er rief Dorkas wieder ins Leben zurück, und als sich die Kunde davon verbreitete, wurden viele gläubig. In Joppe hielt sich Petrus bei Simon, dem Gerber, auf, dessen Haus am Meer lag. Gerber weichten Tierhäute im Meer ein und bearbeiteten sie mit Kalk, bevor sie die Haare entfernten. Die Verarbeitung der Häute zu Leder erfolgte durch Gerben mit einer Flüssigkeit aus bestimmten Pflanzen.
14. (a) Wer war Kornelius? (b) Was ist von den Gebeten des Kornelius zu sagen?
14 Zu dieser Zeit (36 u. Z.) ging andernorts etwas Bemerkenswertes vor sich (10:1-8). In Cäsarea lebte der fromme Nichtjude Kornelius, ein römischer Hauptmann, dem eine Hundertschaft unterstand. Er stand an der Spitze der „italischen Abteilung“, die offensichtlich aus römischen Bürgern und Freigelassenen aus Italien bestand. Kornelius fürchtete zwar Gott, doch war er kein jüdischer Proselyt. In einer Vision sagte ihm ein Engel, daß seine Gebete „zur Erinnerung vor Gott emporgestiegen“ waren. Obwohl sich Kornelius damals noch nicht Jehova hingegeben hatte, wurde sein Gebet erhört. So ließ er auf Anweisung des Engels Petrus holen.
15. Was geschah, als Petrus auf dem Dach des Hauses Simons betete?
15 In der Zwischenzeit hatte Petrus während eines Gebets auf dem Dach des Hauses Simons eine Vision (10:9-23). In Trance sah er ein Gefäß gleich einem Leinentuch vom Himmel herabkommen, das voller unreiner vierfüßiger und kriechender Tiere der Erde und Vögel war. Auf die Anweisung, zu schlachten und zu essen, erwiderte Petrus, er habe noch nie etwas Verunreinigtes gegessen. „Hör du auf, die Dinge verunreinigt zu nennen, die Gott gereinigt hat“, wurde ihm gesagt. Die Vision verwirrte Petrus, doch er folgte der Leitung des Geistes. So begleitete er zusammen mit sechs jüdischen Brüdern die Abgesandten des Kornelius (Apostelgeschichte 11:12).
16, 17. (a) Was berichtete Petrus Kornelius und den in seinem Haus Versammelten? (b) Was geschah, während Petrus noch redete?
16 Nun sollten die ersten Nichtjuden die gute Botschaft hören (10:24-43). Als Petrus und seine Gefährten in Cäsarea eintrafen, wurden sie bereits von Kornelius, seinen Verwandten und vertrauten Freunden erwartet. Kornelius fiel Petrus zu Füßen, aber demütig lehnte der Apostel eine solche Huldigung ab. Er berichtete, wie Jesus von Jehova mit heiligem Geist und Kraft zum Messias gesalbt worden war, und erklärte, daß jeder, der an ihn glaube, Vergebung der Sünden erlange.
17 Jetzt handelte Jehova (10:44-48). Während Petrus noch redete, ließ Gott heiligen Geist auf diese gläubigen Nichtjuden kommen. Sie wurden auf der Stelle von Gottes Geist gezeugt und dazu inspiriert, in fremden Sprachen zu reden und ihn zu verherrlichen. Demzufolge wurden sie passenderweise im Namen Jesu Christi getauft. So kam es, daß Petrus den dritten Schlüssel gebrauchte, um gottesfürchtigen Nichtjuden die Tür der Erkenntnis zu öffnen und die Gelegenheit zu erschließen, in das himmlische Königreich einzugehen (Matthäus 16:19).
18. Wie reagierten die jüdischen Brüder, als Petrus erklärte, daß Nichtjuden „in heiligem Geist getauft“ worden waren?
18 In Jerusalem stritten später Verfechter der Beschneidung mit Petrus (11:1-18). Als er erklärte, daß Nichtjuden „in heiligem Geist getauft“ worden waren, beruhigten sich seine jüdischen Brüder, verherrlichten Gott und sagten: „Nun, dann hat Gott auch den Menschen von den Nationen die Gelegenheit zur Reue gewährt, die zum Leben gereicht.“ Auch wir sollten empfänglich sein, wenn uns Gottes Wille deutlich gemacht wird.
Nichtjüdische Versammlung gegründet
19. Wie kam es, daß die Jünger Christen genannt wurden?
19 Nun wurde die erste nichtjüdische Versammlung gebildet (11:19-26). Als die Jünger durch die Drangsal, die wegen Stephanus entstanden war, zerstreut wurden, gingen einige nach Antiochia (Syrien), einer Stadt, die für ihre unreine Anbetung und ihre Verderbtheit bekannt war. Während sie die gute Botschaft den griechisch sprechenden Leuten verkündigten, „war die Hand Jehovas mit ihnen“, und viele wurden gläubig. Barnabas und Saulus lehrten dort ein Jahr lang, und „es war zuerst in Antiochia, daß die Jünger durch göttliche Vorsehung Christen genannt wurden“. Zweifellos lenkte Jehova die Sache so, daß sie diesen Namen erhielten; denn das griechische Wort chrēmatízō bedeutet „durch göttliche Vorsehung genannt werden“ und wird in der Bibel stets in Verbindung mit etwas gebraucht, was von Gott stammt.
20. Was sagte Agabus voraus, und wie reagierte die Versammlung in Antiochia?
20 Nach Antiochia kamen auch gottesfürchtige Propheten aus Jerusalem (11:27-30). Einer von ihnen war Agabus, der ‘durch den Geist anzeigte, daß eine große Hungersnot über die ganze bewohnte Erde zu kommen im Begriff war’. Diese Prophezeiung erfüllte sich während der Herrschaft des römischen Kaisers Claudius (41—54 u. Z.), und der Historiker Josephus erwähnte jene „große Hungersnot“ (Jüdische Altertümer, 20. Buch, Kap. 2, Abs. 5; Kap. 5, Abs. 2). Von Liebe bewegt, sandte die Versammlung in Antiochia den notleidenden Brüdern in Judäa eine Spende (Johannes 13:35).
Verfolgung vergeblich
21. Welche Maßnahme ergriff Herodes Agrippa I. gegen Petrus, doch wie ging die Sache aus?
21 Die Zeitspanne des Friedens ging zu Ende, als Herodes Agrippa I. in Jerusalem alle zu verfolgen begann, die Jehova fürchteten (12:1-11). Herodes brachte Jakobus mit dem Schwert um, indem er ihn wahrscheinlich enthaupten ließ. So war Jakobus der erste Apostel, der den Märtyrertod starb. Als Herodes sah, daß dies den Juden gefiel, warf er Petrus ins Gefängnis. Anscheinend war der Apostel zu beiden Seiten an einen Soldaten gekettet, während zwei weitere Soldaten seine Zelle bewachten. Herodes plante, ihn nach dem Passah und dem Fest der ungesäuerten Brote (14.—21. Nisan) hinzurichten. Aber die Gebete, die die Versammlung für ihn sprach, wurden zur richtigen Zeit erhört, wie auch oftmals unsere Gebete. Durch ein Wunder befreite der Engel Gottes den Apostel.
22. Was geschah, als sich Petrus zum Haus der Maria, der Mutter des Markus, begab?
22 Petrus begab sich sogleich zum Haus der Maria (der Mutter des Johannes Markus), das offensichtlich als christliche Zusammenkunftsstätte diente (12:12-19). In der Dunkelheit erkannte das Dienstmädchen namens Rhode zwar die Stimme des Petrus, ließ ihn aber vor dem verschlossenen Torweg stehen. Zuerst dachten die Jünger vielleicht, daß Gott einen Engelboten gesandt hatte, der Petrus vertrat und dessen Stimme der seinen glich. Als sie ihn hereinließen, wies er sie an, Jakobus und den Brüdern (vielleicht Ältesten) von seiner Befreiung zu berichten. Dann verließ er sie und begab sich in den Untergrund, ohne ihnen zu sagen, wo er sich aufhalten werde, um im Falle eines Verhörs weder sie noch sich selbst zu gefährden. Herodes suchte vergeblich nach Petrus, und die Wachen wurden bestraft, wahrscheinlich sogar hingerichtet.
23. Wie endete die Herrschaft Herodes Agrippas I., und was können wir daraus lernen?
23 Als Herodes Agrippa I. 54 Jahre alt war, fand seine Herrschaft im Jahr 44 u. Z. ein jähes Ende (12:20-25). Er war in Kampfesstimmung gegen die Phönizier von Tyrus und Sidon. Diese bestachen seinen Diener Blastus, so daß er ihnen zu einer Audienz verhalf, bei der sie um Frieden bitten konnten. Am „festgesetzten Tag“ (an dem auch ein Fest zu Ehren des Claudius Cäsar stattfand) kleidete sich Herodes in ein Königsgewand, setzte sich auf den Richterstuhl und begann eine öffentliche Ansprache zu halten. Die Zuhörer schrien daraufhin: „Eines Gottes Stimme und nicht eines Menschen!“ Augenblicklich schlug ihn Gottes Engel, „weil er nicht Gott die Ehre gab“. Herodes „wurde von Würmern zerfressen und verschied“. Dieses warnende Beispiel sollte uns bewegen, weiterhin in der Furcht Jehovas zu wandeln, nicht stolz zu werden und ihm die Ehre für alles zu geben, was wir als sein Volk tun.
24. Was wird ein künftiger Artikel in bezug auf die Ausdehnung zeigen?
24 Trotz der Verfolgung durch Herodes ‘wuchs das Wort Jehovas weiterhin und breitete sich aus’. Ja, die Jünger konnten, wie ein künftiger Artikel zeigen wird, mit einer weiteren Ausdehnung rechnen. Warum? Weil sie ‘in der Furcht Jehovas wandelten’.
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