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  • Masturbation — Wie schwerwiegend?
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten
    • Kapitel 25

      Masturbation — Wie schwerwiegend?

      „Ich frage mich, ob Masturbation in Gottes Augen verkehrt ist. Wird sie sich auf meine körperliche und/oder geistige Gesundheit auswirken und, falls ich heirate, auf mein Eheleben?“ (Melissa, 15 Jahre).

      DIESE Gedanken beschäftigen viele Jugendliche. Warum? Masturbation ist weit verbreitet. Wie verlautet, haben etwa 97 Prozent der Männer und 90 Prozent der Frauen im Alter von 21 Jahren bereits masturbiert. Außerdem hat man die Masturbation für die verschiedensten Leiden verantwortlich gemacht — von Warzen und geröteten Augenlidern bis hin zu Epilepsie und Geisteskrankheiten.

      Forscher des 20. Jahrhunderts stellen keine solchen alarmierenden Behauptungen mehr auf. Ja Ärzte glauben heute, daß Masturbation keine körperlichen Schäden hervorruft. Die Forscher William Masters und Virginia Johnson sagten außerdem: „Es gibt keinen gesicherten Beweis dafür, daß Masturbation, ungeachtet der Häufigkeit, zu Geisteskrankheiten führt.“ Dennoch, es gibt schädliche Auswirkungen! Und viele christliche Jugendliche sind wegen dieser Handlungsweise zu Recht beunruhigt. „Wenn ich [dem Verlangen] nachgab, hatte ich das Gefühl, Jehova Gott zu enttäuschen“, schrieb eine Jugendliche. „Ich war manchmal sehr deprimiert.“

      Doch was ist Masturbation? Wie schwerwiegend ist sie? Und warum fällt es so vielen Jugendlichen schwer, damit aufzuhören?

      Warum Jugendliche dafür anfällig sind

      Wer masturbiert, reizt sich bewußt selbst, um eine sexuelle Erregung zu erreichen. In der Blüte der Jugend wird das sexuelle Verlangen sehr stark. Hochwirksame Hormone, die sich auf die Fortpflanzungsorgane auswirken, werden ausgeschüttet. Der Jugendliche wird sich bewußt, daß diese Organe Lustgefühle hervorrufen können. Manchmal kann ein Jugendlicher geschlechtlich erregt werden, selbst ohne an etwas Sexuelles gedacht zu haben.

      Bei Jungen können sich Spannungen aufgrund von Sorgen, Ängsten oder Enttäuschungen auf ihr empfindliches Nervensystem auswirken und sie geschlechtlich erregen. Umgekehrt kann eine Anhäufung von Samenflüssigkeit bewirken, daß der Junge sexuell erregt aufwacht, oder zu einer Pollution, einem nächtlichen Samenerguß, führen, der gewöhnlich von einem erotischen Traum begleitet ist. Ähnlich mögen sich Mädchen manchmal ungewollt geschlechtlich erregt fühlen. Viele haben kurz vor oder nach der Menstruation ein erhöhtes geschlechtliches Verlangen.

      Solche Erregungen sind eine ganz normale Reaktion des jugendlichen Körpers, über die man sich keine Gedanken zu machen braucht. Sie haben, selbst wenn sie sehr heftig sind, nichts mit Masturbation zu tun, da sie im Grunde unfreiwillig sind. Während du älter wirst, werden diese Empfindungen schwächer werden.

      Neugier und der Reiz des Neuen veranlassen jedoch viele dazu, ihre Geschlechtsorgane bewußt zu reizen oder an ihnen herumzuspielen.

      Was dem Verlangen Nahrung gibt

      Die Bibel spricht zum Beispiel von einem jungen Mann, der einer unmoralischen Frau begegnet. Sie küßt ihn und sagt: „Komm doch, . . . laß uns doch einander mit Liebkosungen erfreuen.“ Was geschieht dann? „Ganz plötzlich geht er ihr nach wie ein Stier, der sogar zur Schlachtung kommt“ (Sprüche 7:7-22). Offensichtlich wurde die Leidenschaft dieses jungen Mannes nicht einfach durch seine Hormone erregt, sondern durch das, was er sah und hörte.

      In diesem Zusammenhang gesteht ein junger Mann: „Mein ganzes Problem mit der Masturbation lag nur an dem, womit ich mich beschäftigte. Ich sah mir Fernsehsendungen an, in denen Unsittlichkeit vorkam, und schaute mir im Kabelfernsehen einige Male Sendungen mit Nacktszenen an. Solche Szenen hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Sie kamen mir wiederholt in den Sinn und gaben meinem Verlangen die nötige Nahrung.“

      Ja, oft ist das, was man liest, sich ansieht und sich anhört, worüber man spricht oder nachdenkt, der Auslöser. Eine 25jährige Frau gibt zu: „Es schien mir einfach unmöglich, damit aufzuhören. Allerdings las ich Liebesromane, was zu dem Problem beitrug.“

      Ein „Beruhigungsmittel“

      Die Erfahrung dieser jungen Frau offenbart den zweifellos entscheidendsten Grund dafür, warum es so schwer ist, mit der Gewohnheit zu brechen. Sie sagt: „Gewöhnlich masturbierte ich, um mich von Druck, Anspannung oder Ängstlichkeit zu befreien. Der flüchtige Genuß war wie Alkohol für den Alkoholiker, der trinkt, um seine Nerven zu beruhigen.“

      Die Forscher Suzanne und Irving Sarnoff schreiben: „Für einige kann die Masturbation zu einer Gewohnheit werden, der sie sich zuwenden, um Trost zu finden, wenn sie abgewiesen wurden oder sich vor etwas fürchten. Andere hingegen tun dies nur dann, wenn sie schlimmen emotionellen Belastungen ausgesetzt sind.“ Wieder andere nehmen offensichtlich in ähnlicher Weise dazu Zuflucht, wenn sie aufgeregt, deprimiert oder einsam sind oder unter großen Belastungen stehen; es wird zu einem „Beruhigungsmittel“, das ihre Sorgen vertreibt.

      Was sagt die Bibel?

      Ein Jugendlicher fragte: „Ist Masturbation eine unverzeihliche Sünde?“ In der Bibel wird Masturbation überhaupt nicht erwähnt.a In biblischen Zeiten war die Masturbation in der griechischsprachigen Welt üblich, und es gab verschiedene griechische Wörter dafür. Doch nicht einer dieser Begriffe kommt in der Bibel vor.

      Ist Masturbation harmlos, da sie in der Bibel nicht direkt verurteilt wird? Ganz und gar nicht! Auch wenn Masturbation nicht mit schweren Sünden wie Hurerei auf eine Stufe zu stellen ist, so ist sie doch mit Sicherheit eine unreine Gewohnheit (Epheser 4:19). Die Grundsätze des Wortes Gottes zeigen, daß es „dir zum Nutzen“ ist, dieser unreinen Gewohnheit entschieden zu widerstehen (Jesaja 48:17).

      Erregung ‘sexueller Gelüste’

      „Ertötet daher die Glieder eures Leibes“, fordert die Bibel, „in bezug auf . . . sexuelle Gelüste“ (Kolosser 3:5). Der Ausdruck „sexuelle Gelüste“ bezieht sich nicht auf normale sexuelle Gefühle, sondern auf unkontrollierte Leidenschaft. Diese „sexuellen Gelüste“ können zu schwerer Unsittlichkeit führen, wie sie Paulus in Römer 1:26, 27 beschreibt.

      Aber werden durch Masturbation diese Begierden nicht „ertötet“? Nein, im Gegenteil. Ein Jugendlicher gestand: „Wenn man masturbiert, verweilt man in Gedanken bei falschen Begierden, und dadurch wird das Verlangen danach gesteigert.“ Oft wird das Lustempfinden durch unsittliche Phantasien erhöht (Matthäus 5:27, 28). Wenn sich dann eine Gelegenheit bietet, kann man sich leicht in Unsittlichkeit verstricken. Das erlebte ein Jugendlicher. Er erklärt: „Ich hatte gedacht, ich könne durch Masturbation über meinen Frust hinwegkommen, ohne Gefahr zu laufen, mich mit einem Mädchen einzulassen. Aber ich entwickelte das übermächtige Verlangen, es doch zu tun.“ Er beging Hurerei. Es überrascht nicht, daß gemäß einer landesweiten Studie die meisten masturbierenden Jugendlichen auch Hurerei begehen. Sie übertreffen an Zahl diejenigen, die masturbieren und noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt haben, um 50 Prozent.

      Verdorbene Ansichten und Gefühle

      Masturbation führt auch zu einer verderblichen Einstellung. (Vergleiche 2. Korinther 11:3.) Man vertieft sich dabei in die eigenen körperlichen Empfindungen — ganz und gar auf sich selbst konzentriert. Sex wird von Liebe getrennt und zu einem Reflex degradiert, der Spannungen abbaut. Doch Gott beabsichtigte, daß das sexuelle Verlangen durch Geschlechtsverkehr befriedigt wird — als Ausdruck der Liebe zwischen einem Mann und seiner Frau (Sprüche 5:15-19).

      Jemand, der masturbiert, kann dazu neigen, das andere Geschlecht nur als Sexobjekte zu betrachten — als Instrument für sexuelle Befriedigung. Eine durch Masturbation verursachte verkehrte Einstellung kann daher den „Geist“, die vorherrschende Geisteshaltung, beflecken. In einigen Fällen bleiben die durch Masturbation verursachten Probleme auch noch nach der Heirat bestehen. Mit gutem Grund fordert uns Gottes Wort auf: „Laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und Geistes“ (2. Korinther 7:1).

      Eine ausgeglichene Ansicht über Schuldgefühle

      Viele Jugendliche geben ab und zu dem Verlangen nach, obwohl sie die Gewohnheit schon größtenteils überwunden haben. Glücklicherweise ist Gott sehr barmherzig. „Denn du, o Jehova, bist gut und zum Vergeben bereit“, schrieb der Psalmist (Psalm 86:5). Wenn ein Christ dem Drang nachgibt, verurteilt ihn oft sein eigenes Herz. Doch die Bibel sagt, daß „Gott größer ist als unser Herz und alles weiß“ (1. Johannes 3:20). Gott sieht nicht nur unsere Sünden. Sein großes Wissen ermöglicht es ihm, unser ernstliches Flehen um Vergebung voller Mitgefühl zu erhören. Ein junges Mädchen schrieb: „Ich fühlte mich in gewissem Maße schuldig; aber ich weiß, daß Jehova ein liebevoller Gott ist, daß er in mein Herz sehen kann und alle meine Bemühungen und Absichten kennt, und das bewahrt mich davor, allzu deprimiert zu sein, wenn ich manchmal versage.“ Wenn du gegen das Verlangen zu masturbieren ankämpfst, ist es unwahrscheinlich, daß du die schwere Sünde der Hurerei begehst.

      In der Wachtturm-Ausgabe vom 15. Oktober 1959 heißt es: „Wir [mögen] finden, daß wir selbst zufolge einer schlechten Gewohnheit, die sich tiefer, als wir dachten, in unser früheres Lebensmuster eingefressen hatte, oftmals straucheln und fallen. . . . Verzweifle nicht! Folgere nicht, du habest die Sünde begangen, für die es keine Verzeihung gebe. Genau dies möchte Satan dich folgern lassen. Die Tatsache, daß du in deinem Innern betrübt und beunruhigt bist, ist ein Beweis an sich, daß du nicht zu weit gegangen bist. Ermatte nie, dich demütig und ernst an Gott zu wenden, um Vergebung, Reinigung und Hilfe von ihm zu empfangen. Geh zu ihm, wie ein Kind zu seinem Vater geht, wenn es in Schwierigkeit ist, ungeachtet, wie oft es wegen derselben Schwachheit gehen muß, und Jehova wird dir gnädig die Hilfe zukommen lassen, weil er dir unverdiente Güte erweist; und wenn du aufrichtig bist, wird er dir das Bewußtsein eines gereinigten Gewissens schenken.“

      Wie kann man dieses „gereinigte Gewissen“ erlangen?

      [Fußnote]

      a Gott brachte Onan zu Tode, weil er „seinen Samen zur Erde verschwendete“. Hierbei ging es jedoch um unterbrochenen Geschlechtsverkehr, nicht um Masturbation. Onan mußte sterben, weil er aus selbstsüchtigen Gründen nicht die Schwagerehe vollzog und somit seinem verstorbenen Bruder die Nachkommenschaft vorenthalten wollte (1. Mose 38:1-10). Wie steht es mit dem in 3. Mose 15:16-18 erwähnten „Samenerguß“? Das bezieht sich offensichtlich nicht auf Masturbation, sondern auf einen nächtlichen Samenerguß oder auf eheliche Beziehungen.

      Fragen zur Besprechung

      ◻ Was ist Masturbation, und welche falschen Auffassungen darüber sind heute weit verbreitet?

      ◻ Warum verspüren Jugendliche oft ein sehr starkes sexuelles Verlangen? Glaubst du, daß das etwas Verkehrtes ist?

      ◻ Wodurch kann das Verlangen zu masturbieren genährt werden?

      ◻ Ist Masturbation für Jugendliche irgendwie schädlich?

      ◻ Wie schwerwiegend ist deiner Meinung nach die Sünde der Masturbation? Wie betrachtet Jehova einen Jugendlichen, der zwar dagegen ankämpft, aber immer noch Probleme damit hat?

      [Herausgestellter Text auf Seite 200]

      Einige fühlen den Drang zu masturbieren, wenn sie unter Druck oder Spannung stehen, einsam oder deprimiert sind

      [Herausgestellter Text auf Seite 202]

      „Mein ganzes Problem mit der Masturbation lag nur an dem, womit ich mich beschäftigte“

      [Herausgestellter Text auf Seite 204]

      „Wenn ich [dem Verlangen] nachgab, hatte ich das Gefühl, Jehova Gott zu enttäuschen“

      [Bild auf Seite 198]

      Masturbation kann zwar starke Schuldgefühle hervorrufen, doch wenn man aufrichtig um Vergebung betet und sich anstrengt, mit dieser Gewohnheit zu brechen, kann man ein gutes Gewissen erlangen

      [Bild auf Seite 203]

      Erotische Filme, Bücher und Fernsehsendungen geben häufig dem Verlangen Nahrung

  • Masturbation — Wie kann ich das Verlangen bekämpfen?
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten
    • Kapitel 26

      Masturbation — Wie kann ich das Verlangen bekämpfen?

      „ES IST eine sehr starke Sucht“, sagt ein junger Mann, der über 15 Jahre gegen das Masturbieren ankämpfte. „Es kann wie jede Droge und jedes alkoholische Getränk süchtig machen.“

      Der Apostel Paulus ließ jedoch nicht zu, daß er von seinen Begierden beherrscht wurde. Im Gegenteil, er schrieb: „Ich zerschlage meinen Leib [die fleischlichen Begierden] und mache ihn zum Sklaven“ (1. Korinther 9:27). Er war hart gegen sich selbst. Ein solches Bemühen ermöglicht es jedem, von der Masturbation loszukommen.

      „Haltet euren Sinn bereit“

      Viele masturbieren, um sich von Spannungen und Unruhe zu befreien. Das ist allerdings eine kindische Art und Weise, auf Probleme zu reagieren. (Vergleiche 1. Korinther 13:11.) Besser ist es, mit „Denkvermögen“ das Problem selbst anzupacken (Sprüche 1:4). Wenn dich Probleme, Enttäuschungen und Ärger zu überwältigen scheinen, ‘wirf all deine Sorge auf [Gott]’ (1. Petrus 5:6, 7).

      Angenommen, du siehst oder hörst zufällig etwas sexuell Erregendes, was solltest du tun? Die Bibel rät: „Haltet euren Sinn bereit; übt Selbstbeherrschung“ (1. Petrus 1:13, New International Version). Strenge dich an, die unmoralischen Gedanken zu vertreiben. Dann wird die Erregung bald zurückgehen.

      Es ist allerdings nicht einfach, schlechte Gedanken zu vertreiben, besonders wenn man nachts allein ist. Eine junge Frau rät: „Am besten, man steht auf und beschäftigt sich mit irgend etwas oder man ißt eine Kleinigkeit, damit man auf andere Gedanken kommt.“ Ja, zwinge dich, an etwas zu denken, was ‘von ernsthaftem Interesse, gerecht, keusch und liebenswert ist, worüber gut gesprochen wird’ (Philipper 4:8).

      Wenn du Schwierigkeiten hast einzuschlafen, so versuche den treuen König David nachzuahmen, der sagte: „Wenn ich deiner gedacht habe auf meinem Lager, sinne ich über dich nach während der Nachtwachen“ (Psalm 63:6). Der Bann wird oft dadurch gebrochen, daß man sich zwingt, über Gott und seine Eigenschaften nachzusinnen. Es ist auch hilfreich, stets daran zu denken, wie Gott diese unreine Gewohnheit betrachtet (Psalm 97:10).

      Vorbeugende Maßnahmen ergreifen

      „Klug ist der, der das Unglück gesehen hat und sich dann verbirgt, die Unerfahrenen aber sind weitergegangen und müssen die Strafe erleiden“, schrieb der inspirierte weise Mann (Sprüche 22:3). Auch du kannst „klug“ sein, indem du vorausschauend denkst. Wenn du beispielsweise merkst, daß bestimmte Tätigkeiten, enge Kleidungsstücke oder gewisse Nahrungsmittel bei dir die sexuelle Erregung fördern, dann meide sie unbedingt. Alkohol kann die Hemmschwelle herabsetzen und die Selbstbeherrschung erschweren. Meide Lesestoff, Kinofilme und Fernsehprogramme mit sinnlichen Themen wie die Pest. „Laß meine Augen an dem vorübergehen, was zu sehen wertlos ist“, betete der Psalmist (Psalm 119:37).

      Vorbeugende Maßnahmen können auch für die Zeiten getroffen werden, in denen du besonders anfällig bist. Mädchen könnten zu gewissen Zeiten des Monats ein stärkeres geschlechtliches Verlangen haben. Oder man fühlt sich verletzt oder ist deprimiert. „Hast du dich entmutigt gezeigt am Tag der Bedrängnis? Deine Kraft wird karg sein“, heißt es warnend in Sprüche 24:10. Vermeide es daher dann, längere Zeit allein zu sein. Plane, etwas Positives zu tun, etwas, was dich geistig fordert. Dann haben deine Gedanken wenig Gelegenheit, zu unsittlichen Dingen zu „wandern“.

      Eine geistige Offensive

      Ein 27jähriger, der seit seinem 12. Lebensjahr gegen jene Gewohnheit gekämpft hatte, war schließlich siegreich. „Das lag daran, daß ich in die Offensive ging“, erklärt er. „Jeden Tag, ohne Ausnahme, las ich mindestens zwei Kapitel in der Bibel.“ Das hat er über drei Jahre lang ohne Unterbrechung getan. Ein anderer Christ rät: „Lies, bevor du schlafen gehst, etwas, was mit deinem Glauben zu tun hat. Abends sollten sich die letzten Gedanken um solche Themen drehen. Zu dieser Zeit ist auch das Gebet sehr, sehr hilfreich.“

      „Reichlich beschäftigt im Werk des Herrn“ zu sein, indem man zum Beispiel andere über die Bibel belehrt, ist ebenfalls nützlich (1. Korinther 15:58). Dazu sagt eine Frau, die von der Masturbation loskam: „Eines der Dinge, die mich vor einem Rückfall bewahren, ist, daß ich als Vollzeitverkündiger mein ganzes Denken und all meine Energie darauf richte, anderen dabei behilflich zu sein, ein gutes Verhältnis zu Gott zu erlangen.“

      In inbrünstigen Gebeten kannst du Gott um die „Kraft, die über das Normale hinausgeht“, bitten (2. Korinther 4:7). „Vor ihm [Gott] schüttet euer Herz aus“ (Psalm 62:8). Eine junge Christin erklärt: „Das Gebet gibt einem sofort Kraft. Zu beten, wenn einen das Verlangen überkommt, ist eine wirkliche Hilfe.“ Zeige Gott den ganzen Tag über — vom Aufstehen bis zum Schlafengehen — deine Entschlossenheit, und flehe um seinen stärkenden Geist (Lukas 11:13).

      Hilfe von anderen

      Falls deine persönlichen Anstrengungen erfolglos bleiben, sprich mit jemandem, der dir helfen kann, zum Beispiel mit deinem Vater oder deiner Mutter oder einem christlichen Ältesten. Junge Christinnen könnten sich einer reifen Christin anvertrauen (Titus 2:3-5). Ein junger Mann war am Verzweifeln. „Eines Abends sprach ich mit meinem Vater unter vier Augen darüber“, berichtet er. „Ich mußte meine ganze Kraft zusammennehmen, um es ihm zu erzählen. Ich weinte dabei und schämte mich sehr. Aber ich werde nie vergessen, was er mir sagte. Mit einem beruhigenden Lächeln sagte er: ‚Ich bin sehr stolz auf dich.‘ Er wußte, welche Überwindung es mich gekostet hatte. Nichts hätte mir mehr Mut geben und meinen Entschluß mehr stärken können.

      Zuerst zeigte mein Vater mir Schriftstellen, die mir vor Augen führten, daß ich nicht ‚zu weit gegangen‘ war, und dann solche, die mir die Tragweite der falschen Handlungsweise völlig bewußt machten. Er riet mir, ich solle mich bemühen, eine gewisse Zeit ‚frei‘ zu bleiben, und dann würden wir wieder darüber sprechen. Auch sagte er mir, daß ich mich durch einen Rückfall nicht entmutigen lassen, sondern einfach versuchen sollte, das nächste Mal für eine längere Zeit standhaft zu sein.“ Jetzt, nachdem dieser junge Mann das Problem völlig überwunden hat, erklärt er: „Der größte Nutzen bestand darin, zu wissen, daß jemand mein Problem kannte und mir half.“

      Mit einem Rückfall fertig werden

      Ein Jugendlicher erlitt einen Rückfall, nachdem er hart gegen seine Gewohnheit angekämpft hatte. Er gab zu: „Es war wie eine drückende Last. Ich fühlte mich sehr unwürdig und folgerte: ‚Ich bin zu weit gegangen. Warum sollte ich noch hart gegen mich sein, wenn ich doch Jehovas Gunst sowieso nicht mehr habe?‘ “ Ein Rückfall bedeutet jedoch nicht, daß der Kampf verloren ist. Ein 19jähriges Mädchen erinnert sich: „Anfangs geschah es fast jeden Abend, aber dann stützte ich mich mehr auf Jehova. Seinem Geist ist es zu verdanken, daß es nur noch ungefähr sechsmal im Jahr zu einem Rückfall kommt. Ich fühle mich danach sehr schlecht. Doch dafür bin ich um so stärker, wenn ich das nächste Mal in Versuchung komme.“ Schritt für Schritt ist sie so dabei, ihren Kampf zu gewinnen.

      Kommt es zu einem Rückfall, analysiere, was dazu geführt hat. Ein Mädchen erklärt: „Ich überlege, was ich gelesen oder woran ich gedacht habe. Fast immer kann ich den Grund für meinen Ausrutscher herausfinden. So kann ich die falsche Handlungsweise korrigieren.“

      Die Belohnung für einen harten Kampf

      Ein junger Mann, der die Masturbation besiegte, sagt: „Seit ich das Problem überwunden habe, habe ich ein reines Gewissen vor Jehova, und das ist etwas, was ich gegen nichts eintauschen würde.“

      Ja, ein gutes Gewissen, ein gestärktes Selbstbewußtsein, größere moralische Kraft und ein engeres Verhältnis zu Gott sind die Belohnung für einen harten Kampf gegen die Masturbation. Eine junge Frau, die die Masturbation schließlich überwand, betont: „Glaubt mir, der Sieg über diese Gewohnheit ist jede Anstrengung wert.“

      Fragen zur Besprechung

      ◻ Warum ist es gefährlich, bei erotischen Gedanken zu verweilen? Was kann ein Jugendlicher tun, um an etwas anderes zu denken?

      ◻ Wie kann ein Jugendlicher der Versuchung zu masturbieren vorbeugen?

      ◻ Wieso ist eine geistige Offensive hilfreich?

      ◻ Welche Rolle spielt das Gebet beim Überwinden dieser Gewohnheit?

      ◻ Warum ist es eine Hilfe, sich jemandem anzuvertrauen, wenn man auf diesem Gebiet Probleme hat?

      [Kasten/Bild auf Seite 208, 209]

      Pornographie — suchterzeugend und gefährlich!

      „Pornographie ist überall; man geht die Straße entlang und sieht sie offen am Zeitungsstand“, sagte der 19jährige Ronald. „Einige unserer Lehrer brachten Pornohefte mit in die Schule und lasen sie am Lehrertisch, während sie auf die nächste Stunde warteten.“ Ja, viele Leute jeglicher Altersstufe, Herkunft und Bildung sind begierige Leser pornographischer Schriften. Ein Jugendlicher namens Mark sagt: „Es war für mich immer erregend, Pornohefte zu lesen und mir die Fotos anzusehen . . . Ich wartete immer gespannt auf jede neue Ausgabe, denn bei einer, die ich schon kannte, erlebte ich nicht mehr dieselbe Gefühlsaufwallung. Es wird zur Gewohnheit.“ Eine gute Gewohnheit?

      Die überwältigende Botschaft der Pornographie lautet: „Sex ist nur für die eigene Befriedigung da.“ Vergewaltigungen und Sadismus spielen oft eine herausragende Rolle. Viele Pornokonsumenten stellen bald fest, daß die „gemäßigteren“ Formen ihre erregende Wirkung verloren haben, und wollen daher noch Obszöneres sehen. Ernest van den Haag, Lehrbeauftragter an der Staatsuniversität von New York, sagt: „Pornographie lädt uns ein, andere lediglich als Fleischstück zu betrachten, als Objekt der Ausbeutung um unserer eigenen Lustgefühle willen.“

      Pornographie vermittelt eine verdrehte, den Sex vergötternde Einstellung, die oft Eheprobleme verursacht. Eine junge Frau sagt: „Durch Pornographie angeregt, wollte ich mit meinem Mann die dort dargestellten abnormen Dinge tun. Das führte zu ständigen Frustrationen und zur sexuellen Enttäuschung.“ 1981 wurden mehrere hundert Frauen befragt, wie es sich auf ihre Beziehung ausgewirkt hat, daß ihr Partner sich mit Pornographie beschäftigte. Nahezu die Hälfte berichtete, daß dadurch schwerwiegende Probleme entstanden seien. Es wurden dadurch sogar Ehen zerstört und Verlobungen aufgelöst. Eine Frau klagte: „Aufgrund des Bedürfnisses und Verlangens [meines Mannes] nach Befriedigung durch Pornographie muß ich annehmen, daß ich ihm nicht gut genug bin . . . Ich wünschte um alles in der Welt, ich wäre eine Frau, die ihn zufriedenstellen könnte, aber er bevorzugt Plastik und Papier, und sein Bedürfnis hat einen Teil von mir zerstört. . . . Pornographie ist . . . Anti-Liebe . . . Sie ist häßlich, grausam und zerstörerisch.“

      Am besorgniserregendsten für christliche Jugendliche ist jedoch, daß Pornographie ihrem Bemühen, in Gottes Augen rein zu sein, direkt entgegenwirkt (2. Korinther 6:17 bis 7:1). Wie die Bibel zeigt, hatten einige in alter Zeit „wegen der Gefühllosigkeit ihres Herzens . . . jedes sittliche Gefühl verloren“ und „sich einem zügellosen Wandel hingegeben, um mit Gier jede Art Unreinheit zu verüben“ (Epheser 4:18, 19). Möchtest du so verdorben werden? Denke daran: Schon wenn du dich gelegentlich mit Pornographie beschäftigst, kann dein Gewissen abstumpfen. Sie hat bei einigen jungen Christen zur Masturbation und sogar zur geschlechtlichen Unmoral geführt. Das beste ist daher, Pornographie unter allen Umständen zu meiden.

      „Häufig ist pornographisches Material direkt in meiner Blickrichtung“, sagt Darryl. „Daher sehe ich es notgedrungen auf den ersten Blick; aber ich muß ja nicht ein zweites Mal hinsehen.“ Ja, weigere dich, dorthin zu sehen, wo es öffentlich dargeboten wird, und weigere dich, wenn dich Mitschüler dazu verleiten wollen, so etwas anzusehen. Die 18jährige Karen schlußfolgerte: „Für mich als unvollkommenen Menschen ist es schwierig genug, an keusche und lobenswerte Dinge zu denken. Würde mir das nicht noch schwerer fallen, wenn ich mich mit Pornographie beschäftigte?“

      [Bild auf Seite 206]

      „Das Gebet gibt einem sofort Kraft. Zu beten, wenn einen das Verlangen überkommt, ist eine wirkliche Hilfe.“

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