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Gesunde Menschen jeden Alters können an Aids erkranken, einer entsetzlichen Seuche, die sich über die ganze Erde ausgebreitet hat. An manchen Orten ist sie für junge Erwachsene das Gesundheitsproblem Nummer eins. Vielleicht gibt es im eigenen Bekanntenkreis sogar jemanden, der Aids hat.
Aids (erworbenes Immundefektsyndrom) ist ein Zustand, in dem ein Virus das Immunsystem des Körpers so stark schädigt, daß er gegen Infektionen wehrlos ist.
Wie weit hat sich Aids bis jetzt verbreitet? Wie kam es dazu? Kann man Aids verhüten?
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Aids — eine weltweite SeucheErwachet! 1988 | 8. Oktober
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Aids — eine weltweite Seuche
GESUNDHEITSEXPERTEN sind der Ansicht, daß Aids kurz davorsteht, sich zu einer globalen Katastrophe auszuweiten. „Aids könnte die Gesundheitskatastrophe unserer Zeit sein“, schrieb die New York Times. Dr. William O’Connor, ein Mikrobiologe, meinte: „Wir haben es vermutlich mit der verheerendsten Seuche zu tun, von der die Welt je heimgesucht worden ist.“
Dr. Halfdan Mahler von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) erklärte: „Wir stehen hilflos vor einer sehr schlimmen Pandemie, die so tödlich ist wie keine Pandemie zuvor. ... Bei Aids wird alles schlimmer und schlimmer.“
Jedes Jahr werden es mehr Todesopfer. Bald wird sich die Zahl der Opfer vervielfachen. Und dies kann sogar der Fall sein, wenn sich kein einziger mehr mit Aids infiziert. Warum ist das so? Weil es eine Unzahl von Menschen gibt, die das Virus in sich tragen, und zwar bis an ihr Lebensende.
Wie viele Virusträger gibt es bereits? Manche schätzen die Zahl auf weltweit etwa zehn Millionen. Laut dem Bericht Aids and the Third World werden sich in naher Zukunft insgesamt „50 bis 100 Millionen Menschen infiziert haben“.
Die Schätzung beruht auf dem, was in Afrika, Europa und Nordamerika schon geschehen ist. Doch Aids grassiert auch in Lateinamerika und hat auf Asien übergegriffen. Die dänische Zeitung Politiken fragt: „Was wird geschehen, wenn die Epidemie in großem Umfang in Südamerika und in Asien ausbricht? ... Die Zahl der Infizierten wird dann nicht nur 50 bis 100 Millionen betragen.“ Selbst wenn diese Zahlen zu hoch gegriffen sind, besteht kein Zweifel darüber, daß Millionen Menschen bereits infiziert sind. Und in den allernächsten Jahren werden weitere Millionen hinzukommen.
Außerdem ahnen die meisten Aidsinfizierten gar nichts von ihrer Infektion. Sie fühlen sich kerngesund, können aber das Virus auf andere übertragen. Daher wird die Zahl der Aidsinfizierten mit Sicherheit in die Höhe schnellen.
Der Oberste Amtsarzt der Vereinigten Staaten, C. E. Koop, stellte fest: „Keine Infektionskrankheit war jemals so rätselhaft, so tödlich und so widerstandsfähig gegen die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen.“ Er erklärte: „Wir haben bisher weder ein Gegenmittel, noch haben wir einen Impfstoff — und vermutlich werden wir vor Ablauf des Jahrhunderts keinen auf breiter Ebene zur Verfügung haben. Damit kein Mißverständnis aufkommt: Aids ist tödlich, und Aids breitet sich aus.“ Dr. Koop sagte außerdem: „Ich bin seit 50 Jahren Arzt, aber so etwas Bedrohliches wie Aids ist mir noch nie begegnet.“
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Aidsvirusträger — Wie viele könnten sterben?Erwachet! 1988 | 8. Oktober
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Aidsvirusträger — Wie viele könnten sterben?
ALS Aids 1981 zum erstenmal erkannt wurde, schätzten die Gesundheitsbehörden, daß bei etwa 5 bis 10 Prozent der Virusträger die Krankheit ausbrechen und schließlich zum Tod führen werde. Doch es stellte sich heraus, daß das Virus eine lange Inkubationszeit hat. Die Symptome können erst nach fünf Jahren oder noch später auftreten.
Gestützt auf die Erfahrungen der vergangenen acht Jahre, rechnen die Behörden damit, daß bei mindestens 40 bis 50 Prozent der Aidsvirusträger die Krankheit ausbricht und tödlich verläuft. In dem Bericht Aids and the Third World hieß es: „Nach einer Hochrechnung soll bei 50 % der HIV-Träger innerhalb von fünf Jahren das Vollbild der Aidserkrankung auftreten und bei 75 % in sieben Jahren.“ (HIV steht für „Human Immunodeficiency Virus“ oder Aidsvirus.)
Ergänzend wurde in der Veröffentlichung gesagt: „Zahlreiche Mediziner und ein großer Teil der Virologen glauben heute, daß die Zahl der Todesopfer unter den HIV-Trägern sehr nahe an 100 % herankommen wird. ... Die Überzeugung, daß sie schließlich alle an Aids sterben, beruht zum einen auf der Tatsache, daß mit jedem Jahr mehr Menschen, die sich drei, vier oder fünf Jahre zuvor mit dem Virus infiziert haben, wirklich erkranken. Zum anderen beruht sie auf Ergebnissen der Erforschung des Virus an sich.“ Natürlich handelt es sich bei solchen Ansichten lediglich um Schätzungen. Nur die Zeit wird zeigen, ob sie sich bestätigen.
Dr. Anthony Fauci, Forscher an den Nationalen Gesundheitsinstituten der USA, bemerkte, daß sich bei ungefähr 90 Prozent der Personen, bei denen der HIV-Antikörpertest positiv ausgefallen ist, innerhalb von fünf Jahren irgendeine Beeinträchtigung des Immunsystems einstellt.
Selbst wenn „nur“ 50 Prozent der 50 bis 100 Millionen Virusträger sterben sollten, die für die nahe Zukunft vorausgesagt werden, würden irgendwann im nächsten Jahrzehnt jährlich Millionen von ihnen der Krankheit erliegen. Einer Quelle ist zu entnehmen, daß die Zahl der Todesopfer in Afrika allein möglicherweise zigmillionen betragen wird.
Mit einem Krieg zu vergleichen
Die Folgen der Aidsseuche können, wenn man den Verlust in Menschenleben, in sozialen Schäden und in Kosten ausdrückt, mit den Folgen größerer Kriege verglichen werden.
In den Vereinigten Staaten sind bereits etwa 40 000 Menschen an Aids gestorben. Ein bis zwei Millionen weitere sollen infiziert sein. Allein in New York leben schätzungsweise 250 000 bis 400 000 Aidsinfizierte. In manchen Teilen der Stadt ist Aids mittlerweile die häufigste Infektionskrankheit bei Neugeborenen geworden.
Die Steigerung hat sich bei einigen Hochrisikogruppen zwar verringert, und die befürchtete explosionsartige Ausbreitung von Aids unter Heterosexuellen ist ausgeblieben, aber die Zahl der Toten wird in naher Zukunft immer noch sehr hoch liegen. Laut Schätzungen des amerikanischen Seuchenkontrollzentrums in Atlanta (Georgia) werden Ende 1991 insgesamt über 200 000 Amerikaner an Aids gestorben sein. Für das Jahr 1991 werden allein über 50 000 Aidstote erwartet. Und Ende 1992 — in nur vier Jahren — werden durch Aids mehr Amerikaner ums Leben gekommen sein als im 1. Weltkrieg, im Koreakrieg und im Vietnamkrieg zusammengenommen.
Ja, die Zeitschrift The Futurist sagt voraus: „Aids könnte bis zum Ende des Jahrhunderts mehr Menschen dahingerafft haben, als in allen Kriegen [aller Staaten] ums Leben gekommen sind.“
Die absehbaren Kosten sind schwindelerregend. In den Vereinigten Staaten kostet die Behandlung eines Aidspatienten im Jahr mindestens 50 000 Dollar. In den nächsten Jahren wird die Betreuung von Aidspatienten demnach viele Milliarden Dollar verschlingen. Man befürchtet, das Gesundheitswesen werde durch die Zahl der Patienten oder die Kosten überfordert.
In Afrika noch schlimmer
Wenige Kriege haben, wenn überhaupt, in Afrika das angerichtet, was Aids anrichtet. Die britische Zeitschrift New Scientist meldete: „Aids grassiert in ganz Afrika.“ In einem Artikel in der dänischen Zeitung Politiken hieß es: „Ugandas oberste Aidsbekämpfungsbehörde traf folgende Feststellung: ‚Wenn sich nicht irgend etwas ändert, wird im Jahr 2000 jeder zweite Bürger des Landes HIV-positiv sein.‘ Beinahe die Hälfte aller Aidskranken in Afrika sind Frauen im gebärfähigen Alter. In Ruanda ist jeder fünfte Aidsfall ein Kind. In Sambia werden dieses Jahr insgesamt etwa 6 000 Babys mit Aids geboren. Von 800 Prostituierten, die in Nairobi untersucht wurden, waren 9 von 10 mit HIV infiziert. Und jene Frauen haben durchschnittlich 1 000 Kunden im Jahr.“
„Wenn wir nichts unternehmen, wird der Kontinent sterben“, warnt Pieter Piot, ein belgischer Experte. Dr. Jonathan Mann, Direktor des Globalen AIDS-Programms der WHO, sagt: „Die Alternative besteht darin, Afrika abzuschreiben und so zu tun, als lebten wir nicht alle auf ein und demselben Planeten. Doch die Epidemie kann in keinem Land gestoppt werden, wenn sie nicht in allen Ländern gestoppt wird.“
Daher meinen nicht wenige Mediziner, die globale Aidskatastrophe habe bereits eingesetzt. Der UN-Generalsekretär Javier Pérez de Cuéllar bezeichnet sie als einen „globalen Konflikt“, als einen Krieg, von „dessen Folgen alle bedroht sind“.
In gewisser Hinsicht ist die Katastrophe schlimmer als Krieg. Warum? Weil kein Ende absehbar ist, die Zahl der Opfer weiterhin zunimmt und die „Verwundeten“ sich nicht erholen.
[Herausgestellter Text auf Seite 5]
Viele glauben heute, daß die Zahl der Todesopfer unter den HIV-Trägern sehr nahe an 100 Prozent herankommen wird
[Herausgestellter Text auf Seite 5]
„Aids könnte bis zum Ende des Jahrhunderts mehr Menschen dahingerafft haben, als in allen Kriegen [aller Staaten] ums Leben gekommen sind“
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Warum Aids so tödlich wirktErwachet! 1988 | 8. Oktober
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Warum Aids so tödlich wirkt
UM BESSER zu verstehen, wie man sich vor Aids schützen kann, muß man wissen, warum die Krankheit so tödlich wirkt. Warum ist diesem Virus schwerer beizukommen als anderen?
Viren sind die kleinsten aller Krankheitserreger — erheblich kleiner als Bakterien. Unterschiedliche Viren verursachen unterschiedliche Krankheiten wie Grippe, Kinderlähmung und die allgemeine Erkältung. Sobald ein Virus einen Wirt gefunden hat, tötet es die Zelle, oder es „schläft“ dort, um irgendwann später wieder tätig zu werden. Beim Aidsvirus kann es fünf oder mehr Jahre dauern, bis erste Symptome auftreten.
Warum so todbringend?
Das Aidsvirus ist deshalb so tödlich, weil es Schlüsselzellen angreift und unwirksam macht, darunter bestimmte weiße Blutzellen, die der Körper erzeugt, um Infektionen abzuwehren. Hauptsächlich durch diese weißen Blutzellen, die sogenannten T-4-Lymphozyten, wehrt sich der Körper gegen Infektionskrankheiten.
Wenn Aidsviren jene Lymphozyten unwirksam machen, können diese ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen. Das Immunsystem des Körpers ist lahmgelegt. Infektionen mit bislang harmlosen Erregern sind jetzt lebensgefährlich. Es kann sich dabei um andere Viren, um Parasiten, Bakterien oder Pilze handeln sowie um verschiedene Formen von Krebs.
Da der Körper gegen Infektionen wehrlos ist, schreiten die Krankheiten ungehindert fort und führen zum Tod. Diese Erreger bezeichnet man als opportunistisch. Sie nutzen die Gelegenheit aus, daß das Immunsystem des Körpers stark geschwächt ist. So kann ein Aidskranker an mehreren Infektionen gleichzeitig erkranken.
Anfangs kommt es bei Aids zu folgenden Symptomen: anhaltende und unerklärliche Müdigkeit; monatelange Lymphknotenschwellungen; ständiges Fieber oder Nachtschweiß; anhaltende Diarrhöe; unerklärlicher Gewichtsverlust; verfärbte, nicht heilende Wunden auf der Haut oder den Schleimhäuten; anhaltender, unerklärlicher Husten; ein dicker weißlicher Belag auf der Zunge oder im Rachenraum; es kommt leicht zu blauen Flecken und zu Blutungen. Diese anfänglichen Symptome werden auch unter dem Begriff „Aids Related Complex“ oder ARC zusammengefaßt.
Wenn Aids voll entwickelt ist, treten tödliche Krankheiten auf. Zu den bekannteren gehören Lungeninfektionen, die durch parasitäre Keime wie Pneumocystis carinii verursacht werden, und das Kaposi-Sarkom, ein Hautkrebs, der auch innere Organe angreift. Das Aidsvirus kann außerdem in das Gehirn gelangen und Lähmungen, Blindheit, Schwachsinn und schließlich den Tod herbeiführen. Dr. Richard T. Johnson, Professor der Neurologie an der John-Hopkins-Universität, sagte: „In den Vereinigten Staaten ist bei mindestens 1 Million Menschen das Gehirn vom HIV [Aidsvirus] befallen.“
Das Vollbild der Aidserkrankung wird begleitet von Schmerzen und unkontrollierbarem Gewichtsverlust. Folglich wird der Körper schwächer und schwächer, bis schließlich der Tod eintritt. In Afrika, so die Zeitschrift The Lancet, hat man Aids „als ‚Schlankheitsleiden‘ bezeichnet — ein Begriff, der auf den beträchtlichen Gewichtsverlust hindeutet, der mit der Diarrhöe einhergeht“. Vom Ausbruch der Krankheit bis zum Tod kann ein Jahr oder weniger vergehen, aber es können auch Jahre verstreichen.
Ein hartnäckiges Virus
Es gibt einen weiteren Faktor, weshalb das Aidsvirus gefährlicher ist als andere. Es weist eigene Überlebensmodelle auf, die bei anderen Viren unüblich sind.
Das Grippevirus hält sich im Menschen beispielsweise nur ein paar Tage oder Wochen und regt die Bildung von Antikörpern an, die das Opfer vor einer weiteren Infektion mit diesem speziellen Virus schützen. Wenn sich eine Epidemie ausgebreitet hat, verschwindet sie wieder. Die Grippepandemie von 1918 dauerte nur etwa ein Jahr. Das Gelbfiebervirus ist auf die Moskitos angewiesen, deren Zahl sich aber mit den Jahreszeiten verringert. Auch die Pocken verschwinden wieder, nachdem sie sich rasch über einen anfälligen Bevölkerungsbereich ausgebreitet haben.
Doch das Aidsvirus hält sich allem Anschein nach ständig. Es bleibt lebenslang im Menschen und räumt seinen Platz nicht von selbst. Das Opfer kann sich von der vollentwickelten Aidskrankheit nicht erholen und demnach keine Immunität aufbauen, wodurch ein erneutes Auftreten der Krankheit verhindert würde.
Darüber hinaus offenbart das Aidsvirus eine auffällige Wandlungsfähigkeit seines genetischen Aufbaus, was die Entwicklung eines Impfstoffs erschwert. Außerdem mutieren Viren meist, d. h., sie verändern ihren Charakter. So gibt es zum Beispiel viele verschiedene Arten von Grippe- und Erkältungsviren. In Afrika und anderswo ist bereits ein zweiter Aidsvirustyp entdeckt worden. Für jeden Typ könnte ein anderer Impfstoff erforderlich werden.
Aber warum hat sich Aids so stark verbreitet? Welches Verhalten hat dazu beigetragen, daß es sich unauffällig in die Menschheitsfamilie einschleichen konnte?
[Kasten auf Seite 7]
FAKTOREN, DIE AIDS VORSCHUB LEISTEN
Gemäß der britischen Ärztezeitschrift The Lancet ziehen sich jedes Jahr über 300 Millionen Menschen in der ganzen Welt sexuell übertragbare Krankheiten zu wie Gonorrhöe, Syphilis, Herpes und Chlamydieninfektionen. Diese können den Körper schwächen und ihn aidsanfälliger machen. Auch der Genuß von Entspannungsdrogen oder von Rauschgift kann die Widerstandskraft des Körpers gegen Aids mindern.
In unterentwickelten Ländern fehlen außerdem zufolge der Armut gute Nahrung und eine angemessene medizinische Betreuung, was dem Aufbau von Abwehrkräften des Körpers entgegenwirkt. In jenen Gebieten ist die gesundheitliche Verfassung Hunderter Millionen Menschen bereits unter dem normalen Niveau, so daß sie für das Virus eine leichte Beute sind.
[Bild auf Seite 7]
Weiße T-Zellen des Immunsystems bekämpfen normalerweise schädliche Eindringlinge
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Warum sich Aids so weit verbreitet hatErwachet! 1988 | 8. Oktober
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Warum sich Aids so weit verbreitet hat
WARUM hat sich Aids so weit ausgebreitet? Genau wie, wann und wo die Krankheit in Erscheinung getreten ist, weiß man zwar nicht, aber es gibt allgemeine Muster, mit denen ihre Ausbreitung erklärt werden kann. In den Vereinigten Staaten und in Europa waren homosexuelle Praktiken der Hauptverbreitungskanal von Aids. Als die Epidemie erstmals erkannt wurde, trat Aids fast nur bei homo- oder bisexuellen Männern auf. Bis vor kurzem waren über 70 Prozent der erwachsenen Opfer homosexuell.
Später trat Aids unter Fixern auf. Innerhalb weniger Jahre entfielen über 15 Prozent der Fälle auf diesen Personenkreis, und die Zahl steigt weiter. An manchen Orten sind über die Hälfte aller Fixer mit dem Aidsvirus infiziert. Daher hieß es in der Zeitschrift Science: „Bei der überwiegenden Mehrheit der Amerikaner, die heute infiziert sind, handelt es sich entweder um Homosexuelle oder um Fixer.“
In San Francisco sind mindestens 50 Prozent der Homosexuellen aidsinfiziert. In der homosexuellen Gemeinde der Stadt wirkt sich die Zahl der Aidstoten verheerend aus. Eine Langzeitstudie bei dortigen Homosexuellen ergab, daß 78 Prozent derjenigen, bei denen sieben Jahre vorher Aids festgestellt wurde, entweder deutlich sichtbar an Aids erkrankt waren, erste Symptome zeigten oder irgendeine Schädigung des Immunsystems aufwiesen. Die Zahl der neuen Fälle unter Homosexuellen ist zwar rückläufig, aber für die bereits Infizierten kann kaum etwas getan werden.
In bezug auf Haiti schrieb die Los Angeles Times: „Neue Daten lassen vermuten, daß das Aidsvirus in erster Linie durch homosexuelle Kontakte zwischen Inselbewohnern und Amerikanern in die Karibik Eingang gefunden hat.“
Warum die Anfälligkeit?
Warum sind Homosexuelle sehr anfällig für Aids? Wegen ihrer Sexpraktiken. Aids wird unter Homosexuellen hauptsächlich durch den Analverkehr übertragen, obwohl auch der orale Verkehr ein Übertragungsweg ist.
Der Anus dient der Ausscheidung von Abfallstoffen — Exkrementen — und nicht dem Geschlechtsverkehr. Er ist nur mit einem dünnen Gewebe, einer dünnen Epithelzellschicht, ausgekleidet. Beim Analverkehr zerreißt diese Schicht, und es entstehen blutende Risse. Infizierte Samenflüssigkeit, die der Partner in das Rektum einbringt, kann eine Quelle der Ansteckung mit Aids darstellen, aber auch Verletzungen des männlichen Gliedes wie Abschürfungen sind eine Ansteckungsquelle. Ferner ermöglicht das geschädigte Rektalgewebe des Empfängers, daß durch Sekrete die Infektion auf andere Partner übertragen wird.
Hinzu kommt, daß Homosexuelle in ihrem Leben meist zahlreiche Partner haben — Hunderte, ja sogar Tausende. Von einem jungen Homosexuellen, der viele andere infiziert hatte, bevor er an Aids starb, wurde berichtet, daß er in zehn Jahren etwa 2 500 Kontakte mit Männern hatte. Seine Berufstätigkeit bei einer Fluggesellschaft erlaubte ihm ausgedehnte Reisen. Ein anderer gab an, in 20 Jahren ungefähr 5 000 homosexuelle Kontakte gehabt zu haben. Die Möglichkeit einer Übertragung von Aids durch solche Personen liegt auf der Hand.
Ein weiterer Faktor ist, daß unter Homosexuellen zufolge ihrer Sexualpraktiken andere Infektionskrankheiten wie Hepatitis, Gonorrhöe und Herpes verbreitet sind. Diese Krankheiten schädigen den Körper und machen ihn vermutlich aidsanfälliger.
Ist Homosexualität unnatürlich?
Es besteht kein Zweifel: Homosexuelle Geschlechtsbeziehungen haben die Ausbreitung von Aids stark beschleunigt. Derartige Beziehungen laufen dem biologischen Aufbau des menschlichen Körpers zuwider.
Die Homosexualität kann deshalb nicht einfach als alternativer Lebensstil abgetan werden. Sie ist widernatürlich — die Art und Weise, wie der Mensch geschaffen wurde, wird ins Gegenteil verkehrt. In der Bibel wird die Homosexualität unter die Handlungen eingereiht, die auf einen „mißbilligten Geisteszustand“ zurückzuführen sind; es heißt: „Deshalb übergab Gott sie schändlichen sexuellen Gelüsten, denn sowohl ihre weiblichen Personen vertauschten den natürlichen Gebrauch von sich selbst mit dem widernatürlichen; und desgleichen verließen auch die männlichen Personen den natürlichen Gebrauch der weiblichen Person und entbrannten in ihrer Wollust zueinander, Männliche mit Männlichen, indem sie unzüchtige Dinge trieben und an sich selbst die volle Vergeltung empfingen, die ihnen für ihre Verirrung gebührte“ (Römer 1:26-32).
Auch in dem Gesetz, das Gott den Israeliten gegeben hatte, hieß es: „Wenn ein Mann bei einer männlichen Person liegt, ebenso wie man bei einer Frau liegt, so haben sie beide eine Abscheulichkeit begangen“ (3. Mose 20:13).
Daß die Homosexualität widernatürlich ist, geht aus folgender Grundtatsache hervor: Wäre jeder ausschließlich homosexuell, stürbe die menschliche Rasse innerhalb einer Generation aus.
Soll das bedeuten, daß Gott, wie einige vermuten, die Aidsseuche über die Homosexuellen gebracht hat? Nein, das sagt die Bibel nicht. Die Krankheit ist vielmehr auf die Tatsache zurückzuführen, daß man ‘erntet, was man sät’ (Galater 6:7). Gottes Wort enthält den Grundsatz: „Sie haben ihrerseits verderblich gehandelt; ... ihre eigene Fehlerhaftigkeit ist es“ (5. Mose 32:5).
Heterosexuelle ebenfalls infiziert
Aids ist indes keine Krankheit der Homosexuellen allein; sie hat sich auch auf heterosexuelle Männer und Frauen ausgebreitet. Einen Übertragungsweg bilden bisexuelle Männer, die sich bei Kontakten mit anderen Männern anstecken und anschließend Frauen, mit denen sie Geschlechtsverkehr haben, infizieren.
Auch Drogenabhängige, die verunreinigte Spritzen und Kanülen gemeinsam benutzen, übertragen die Krankheit auf andere. Diese können ihrerseits die Männer und Frauen infizieren, mit denen sie sexuelle Beziehungen haben. Außerdem sind an vielen Orten Prostituierte zu einem hohen Prozentsatz mit Aids infiziert und stecken ihre Kunden an.
In Afrika ist Aids unter Heterosexuellen weit verbreitet. Frauen und Männer sind gleich häufig infiziert. In Europa, den Vereinigten Staaten und anderswo ist Aids unter Heterosexuellen nicht so stark verbreitet wie in Afrika, aber die Häufigkeit in dieser Gruppe steigt. Immer mehr Frauen und Männer, die weder homosexuell noch bisexuell sind, ziehen sich Aids zu und übertragen es auf andere. In einem Bericht hieß es: „Aids ist in New York City bei Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren die Todesursache Nr. 1 geworden.“ Und traurigerweise bringen beträchtlich viele aidsinfizierte Frauen — manche sagen, ungefähr 50 Prozent — aidskranke Kinder zur Welt.
Außerdem sind Hurerei und Ehebruch etwas Alltägliches geworden, da in den letzten Jahrzehnten eine permissive Haltung gegenüber der Sexualmoral aufgekommen ist. Männer und Frauen haben nicht selten Verkehr mit zahlreichen verschiedenen Partnern. Und wer aidsinfiziert ist, kann das Virus auf andere übertragen. Auch ein solch promiskuitives Verhalten wird in der Bibel verurteilt (1. Korinther 6:9, 10; Offenbarung 22:15).
Blut — eine weitere Infektionsquelle
Andere wurden durch Bluttransfusionen infiziert. In der Medical Post von Kanada wird berichtet: „Dr. Thomas Peterman, ein Epidemiologe in der Aidsabteilung des Seuchenkontrollzentrums, ... schätzte, daß von 1978 bis 1984 etwa 12 000 Amerikaner durch Transfusionen verunreinigten Blutes mit HIV [dem Aidsvirus] infiziert wurden.“
Viele dieser Blutempfänger sind gestorben oder siechen dahin. Verschiedene Krankenhäuser haben Transfusionsempfängern aus der Zeit vor der Einführung neuer Testmethoden, also vor 1985, geraten, sich auf Aids untersuchen zu lassen.
Nach Untersuchungen des amerikanischen Seuchenkontrollzentrums in Atlanta waren Anfang 1985 die meisten der 10 000 Amerikaner, die damals an einer schweren Form der Bluterkrankheit litten, mit dem Aidsvirus infiziert worden. Außerdem hatten sich 30 bis 50 Prozent der Patienten, die an einer gemäßigten Form der Bluterkrankheit litten, Aids zugezogen. In Brasilien sind schätzungsweise über die Hälfte der Bluterkranken mit dem Aidsvirus infiziert worden.
Dr. Margaret Hilgartner vom New Yorker Hospital—Cornell Medical Center bemerkte: „Ein Patient mit einer schweren Form der Bluterkrankheit ist jährlich dem Blut von 800 000 bis 1 Million verschiedenen Spendern ausgesetzt. Bevor die pharmazeutische Industrie Blutprodukte einer Wärmebehandlung unterzog, war das Infektionsrisiko unglaublich hoch.“ Sie sagte ferner: „Wir beobachten mehr und mehr Selbstmorde unter jungen Blutern. Sie sind sehr erzürnt. Sie kommen sich vor wie Sündenböcke.“
Jonathan Goldsmith vom Regionalen Hämophilie-Zentrum in Omaha (Nebraska, USA) erklärte, daß die Transfusionsmedizin „schon immer gefährlich war, da man es mit einem biologischen Produkt zu tun hat. Aber das ist das Schlimmste. Es hat unter den Ärzten eine große Betroffenheit ausgelöst. Wir wollten nicht, daß so etwas geschieht.“
Wer verheiratet ist und durch eine Bluttransfusion mit Aids infiziert worden ist, kann bei Geschlechtsbeziehungen die Krankheit auf seinen Partner übertragen. Eine Studie unter verheirateten Männern, die durch Bluttransfusionen mit Aids infiziert worden waren, ergab, daß in 14 Prozent der Fälle die Frau ebenfalls aidsinfiziert war.
Aus Afrika wird berichtet, daß sich etwa 10 Prozent aller Aidsinfizierten beiderlei Geschlechts das Aidsvirus durch Transfusionen infizierten Blutes oder durch den Gebrauch verseuchter Kanülen, wie z. B. bei Impfungen, zugezogen haben. Da es nach Schätzungen in Zentralafrika ca. fünf Millionen Aidsvirusträger gibt, könnte es sein, daß sich dort 500 000 Menschen Aids durch verseuchtes Blut zugezogen haben.
Angesichts der Tatsache, daß Aids heute so weit verbreitet ist, erhebt sich die Frage: Was kann man tun, um sich zu schützen?
[Herausgestellter Text auf Seite 10]
In Afrika ist Aids auch unter Heterosexuellen weit verbreitet
[Herausgestellter Text auf Seite 10]
In Afrika haben sich 10 Prozent der Infizierten durch infiziertes Blut angesteckt
[Bilder auf Seite 9]
Aids hat sich anfangs vor allem unter Homosexuellen und Drogensüchtigen ausgebreitet. Auch durch Bluttransfusionen hat sich Aids verbreitet.
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So schützt man sich vor AidsErwachet! 1988 | 8. Oktober
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So schützt man sich vor Aids
VIELE staatliche und private Stellen haben Aufklärungsfeldzüge gestartet, um den Menschen zu helfen, sich vor Aids zu schützen. Ihre Beratung läßt allerdings meist jede moralische Erörterung vermissen. Selten wird dazu aufgerufen, eine Gewohnheit aufzugeben, weil sie aus moralischer Sicht verkehrt ist.
Im Hinblick darauf äußerte sich der TV-Kommentator Ted Koppel vor Studenten eines Abschlußsemesters wie folgt: „Wir haben uns im Grunde genommen eingeredet, uns würden Schlagworte retten. ‚Setz dir einen Schuß, wenn es sein muß, aber nimm eine saubere Nadel.‘ ‚Mache Sex, wann und mit wem du möchtest, aber nicht ohne Kondom.‘ Nein! Die Antwort heißt Nein. Nicht, weil es nicht ‚cool‘ oder nicht ‚schick‘ ist oder weil man im Gefängnis landet oder auf einer Aidsstation stirbt, nein, sondern weil es verkehrt ist, weil wir 5 000 Jahre als vernunftbegabte menschliche Wesen ... Wahrheit und moralische Vollkommenheit gesucht haben. Die Wahrheit in ihrer reinsten Form ist kein freundlicher Klaps auf die Schulter. Sie ist ein bitterer Vorwurf. Was Moses vom Berg Sinai mitgebracht hat, waren nicht die Zehn Empfehlungen.“
Wie man sich vor Aids schützt
Aids hätte keine Seuche werden müssen. Die New York Times schrieb: „Es ist die erste Seuche in der Menschheitsgeschichte, deren Verlauf völlig von unserem bewußten Verhalten abhängt.“
Die Hauptregel zur Verhütung von Aids muß lauten: Führe ein moralisch einwandfreies Leben. Das bedeutet: keine außerehelichen Geschlechtsbeziehungen und kein Rauschgift. Ja, es ist eine Änderung der Verhaltensmuster erforderlich, denn, so die Science News, „es liegt auf der Hand, daß das Virus, das Aids verursacht, durch Verhaltensgewohnheiten übertragen wird“.
Nur sehr wenige, die ein moralisches Leben führen, bekommen Aids. Zugegeben, der eine Partner lebt vielleicht moralisch einwandfrei, während sich der andere unmoralisch verhält, sich mit Aids infiziert und folglich den unschuldigen Partner anstecken kann. Natürlich hat der unschuldige Partner, der den anderen der Unmoral oder des Drogenmißbrauchs verdächtigt, das Recht, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Von dem Unschuldigen kann nicht erwartet werden, daß er sozusagen Selbstmord begeht.
Die Tokioter Zeitung Asahi Shimbun zitiert die Aussagen von Gesundheitsbehörden wie folgt: „Wer ein normales Leben führt, wird sich nicht anstecken. Es gibt also keinen Grund, wegen der Krankheit übermäßig besorgt zu sein. Wer allerdings mit dem Feuer spielen möchte, kann es auf eigene Gefahr tun, auf die Gefahr, sich umzubringen.“ Shoko Nagaya vom Gesundheitsministerium rät: „Sie sollten Ihren Partner kennen.“
Ist es jedoch in der freizügigen Welt von heute, die mit der Unmoral liebäugelt, wirklich möglich, seinen Partner zu kennen? Wie kann man wissen, ob der Partner sich moralisch einwandfrei verhalten hat, keine Drogen genommen hat und nicht mit Aids in Berührung gekommen ist?
Was fehlt, ist eine Erziehung, die die Menschen dazu bringt, das zu hassen, was moralisch verkehrt ist. Ungeachtet der heutigen freizügigen Ansichten sind Geschlechtsbeziehungen außerhalb der Ehe ebenso unmoralisch wie der Genuß von Drogen. Solche Praktiken können zu Krankheiten und zu einem frühen Tod führen.
Keine Garantie
In einem Land gaben 93 Prozent der befragten Männer und Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren an, unmoralische Geschlechtsbeziehungen gepflegt zu haben. Nur 25 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen sagten, sie hätten je dabei ein Kondom benutzt — von einigen Vertretern der Medizin als Mittel zur Verhütung von Aids empfohlen. In einem anderen Land ergab eine Studie, daß Homosexuelle, nachdem bei ihnen eine Aidsinfektion festgestellt worden war, lediglich die Zahl ihrer Partner in sechs Monaten von 12 auf 5 verringerten. Die Mehrheit wiegt sich aufgrund der häufigeren Verwendung von Kondomen in Sicherheit.
Ist aber die Benutzung von Kondomen eine Garantie? Verschiedene Gesundheitsbehörden veranschlagen für Kondome eine Fehlerquote von mindestens 2 bis 10 Prozent, wobei Kondome aus natürlichem Gewebe weniger wirksam sind als solche aus Latex. Die kanadische Zeitung Financial Post meldet: „Jack Layton, Vorsitzender des Torontoer Gesundheitsausschusses, sagt, daß die Versagerquote von Kondomen als Mittel zur Empfängnisverhütung bis zu 30 Prozent betragen kann.“
Beth Aub schreibt im Daily Gleaner von Jamaika: „Das Kondom ist nicht sicherer, als es immer war. Eigentlich ist es unsicherer, denn das Aidsvirus ist kleiner als die menschlichen Spermien und wird daher viel leichter durchgelassen. Außerdem kann eine Frau nur an einigen Tagen im Monat schwanger werden, während sie sich beim Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Mann jedesmal mit Aids anstecken kann. Das Kondom ist nicht sicher.“ Und C. E. Koop, der Oberste Amtsarzt der Vereinigten Staaten, macht darauf aufmerksam, daß Kondome eine „extrem hohe“ Versagerquote aufweisen, wenn sie von Homosexuellen benutzt werden.
Solche Verhütungsmittel garantieren also keine Sicherheit vor einer Ansteckung mit Aids. Der beste Schutz besteht darin, nach den hohen Sittenmaßstäben der Bibel zu leben.
Sind die Blutvorräte einwandfrei?
Ehe man 1985 damit begann, das Blut auf Aids zu untersuchen, steckten sich Tausende (vielleicht Hunderttausende, wenn Afrika mitgerechnet wird) durch verseuchtes Blut an. In manchen Gebieten ist die Zahl immer noch hoch. In einem diesjährigen Bericht aus Afrika heißt es: „Nahezu jedes fünfzehnte Kind in Zentralafrika, das Bluttransfusionen gegen eine durch Malaria bedingte Anämie erhält, kann sich gemäß einer neuen Studie dabei mit Aids infizieren. In jener Region sind Transfusionen die zweithäufigste Übertragungsart.“
In westlichen Ländern behauptet man, die Blutvorräte seien so gut wie sicher. Aber wie sicher? Herkömmliche Aidstests beruhen auf dem Vorhandensein von Antikörpern. Doch gemäß dem Economist „benötigen die Antikörper, auf die der Test anspricht, Zeit, um sich zu bilden“. Blutspender können zwar infiziert sein, aber noch keine Antikörper entwickelt haben. Obwohl sie als nicht aidsinfiziert gelten, sind sie Virusträger, und das Virus kann weitergegeben werden, wenn ihr Blut transfundiert wird. Das New Yorker Blutspendezentrum geht davon aus, daß ungefähr 90 Prozent derer, denen eine Einheit infiziertes Blut transfundiert wird, mit dem Virus infiziert werden.
Dr. Harvey Klein von den Nationalen Gesundheitsinstituten der USA sagt, daß sechs Wochen bis drei Monate vergehen können, bis sich Antikörper bilden. Es ist möglich, daß das Blut eines Neuinfizierten in dieser Zeit keine Antikörper enthält oder so wenig, daß sie durch einen Test nicht nachzuweisen sind.
Die kanadische Zeitschrift Medical Post schreibt: „Antikörper, auf die die gegenwärtigen Suchtests ansprechen, brauchen bis zu sechs Monaten, um sich zu bilden.“ Eine Studie des Nationalen Krebsinstituts der USA ergab, daß sich bei einigen Personen erst 14 Monate nach der Infektion mit dem Aidsvirus Antikörper in nachweisbarer Menge gebildet hatten. Forschungsergebnisse jüngeren Datums, die in der britischen Ärztezeitschrift The Lancet veröffentlicht wurden, lassen erkennen, daß sich das Aidsvirus bei manchen sogar noch über einen längeren Zeitraum vermehren kann, bevor es in Tests nachweisbar ist. Man arbeitet zwar an der Entwicklung von Untersuchungsverfahren, durch die das Virus schon nachgewiesen werden kann, ehe sich Antikörper bilden, aber man befindet sich hier erst im Frühstadium.
In einem medizinischen Bericht von Fachleuten der Universität Mainz heißt es: „In der Transfusionsmedizin gilt: absolut sicher HIV-freies Blut gibt es heute nicht mehr.“
Andere durch Blut übertragene Krankheiten
Die Lage wird noch dadurch verschlimmert, daß durch Bluttransfusionen andere Krankheiten weit häufiger übertragen werden als Aids. Dr. Klein stellte folgendes fest: „Aids hat die gesamte Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Doch in den vergangenen 25 Jahren war das wichtigste Problem in Verbindung mit Bluttransfusionen die transfusionsbedingte Hepatitis. Und sogar noch heute ist die Hauptursache der Todesfälle, die auf Transfusionen zurückzuführen sind, die transfusionsbedingte Hepatitis.“
Eine Form dieser Krankheit ist die Non-A/non-B-Hepatitis. In den Vereinigten Staaten ziehen sich jährlich 190 000 Personen diese Krankheit durch Transfusionen zu. Von diesen tragen 10 000 lebenslange Gesundheitsschäden davon oder sterben sogar. Das Virus ist bislang noch nicht genau identifiziert worden, und es gibt derzeit keinen zuverlässigen Test.
Daher schrieb die französische Tageszeitung Le Quotidien du Médecin: „Vielleicht haben Jehovas Zeugen recht, wenn sie sich weigern, Blutprodukte zu verwenden, denn es stimmt, daß eine wesentliche Zahl pathogener Wirkstoffe durch Bluttransfusionen übertragen werden.“
Du hast die Wahl
Jeder einzelne muß in dieser Angelegenheit eine Entscheidung treffen. Wer sich dafür entscheidet, seine unmoralischen Beziehungen oder den Rauschgiftgenuß fortzusetzen, muß die Folgen tragen — er erntet Schaden, weil er moralisches Vergehen gesät hat.
Aber wer soll die richtigen moralischen Wertmaßstäbe aufstellen? Nun, wer kennt uns Menschen am besten und weiß, welche Folgen die Übertretung solcher moralischen Grundsätze nach sich zieht? Gewiß der Schöpfer des Menschen. In seinem inspirierten Wort, der Bibel, wird frei und offen über ihn gesagt: „Gott läßt sich nicht verspotten. Denn was immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten; denn wer im Hinblick auf sein Fleisch sät, wird von seinem Fleisch Verderben ernten“ (Galater 6:7, 8).
Es steht außer Frage, daß der Schöpfer des Menschen festgelegt hat, daß Homosexualität, Hurerei und Ehebruch moralische Vergehen sind, ebenso wie der Genuß von Rauschgift. Sein Wort enthält die Warnung: „Laßt euch nicht irreführen. Weder Hurer noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Männer, die für unnatürliche Zwecke gehalten werden, noch Männer, die bei männlichen Personen liegen“, können Gottes Anerkennung erlangen (1. Korinther 6:9; siehe auch 2. Korinther 7:1).
Die Bibel gebietet, sich „von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem und von Hurerei“ (Apostelgeschichte 15:29). Das griechische Wort, das hier mit „Hurerei“ wiedergegeben wird, beinhaltet jede Art Geschlechtsverkehr, der nicht zu den Beziehungen zwischen Ehemann und Ehefrau gehört. Und wird interessanterweise nicht auch geboten, Blut zu meiden?
Die anschließenden Worte in diesem Bibelvers gelten heute mehr denn je. Sie lauten: „Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen. Bleibt gesund!“ Man beachte, wie viele als Folge von unmoralischem Verhalten, Drogengenuß und Kontakt mit verseuchtem Blut an Aids gestorben sind oder noch sterben werden — in Afrika möglicherweise Hunderttausende. Dann denke man an die Hunderte von Millionen, deren Gesundheit durch andere sexuell übertragbare Krankheiten geschädigt worden ist, und an die zahllosen Menschen, die durch Transfusionskomplikationen und Drogenmißbrauch gesundheitliche Schäden davongetragen haben.
All das ergibt insgesamt eine Unzahl von Gesundheitsschäden und vorzeitigen Todesfällen. Angesichts der Folgen ist die Weisheit des Schöpfers, die sich hinter dem Verbot dieser Praktiken verbirgt, deutlich zu sehen.
Professor Vicente Amato Neto, ein brasilianischer Experte für Infektionskrankheiten, bemerkte: „Ich sage oft, daß man sich den besten Schutz gegen Aids dadurch erwirbt, daß man ein Zeuge Jehovas wird, denn die Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft sind weder homosexuell noch bisexuell, sie verhalten sich loyal gegenüber ihrer Ehe — sie bringen sie mit Fortpflanzung in Verbindung —, nehmen keine Drogen, und, um das Bild abzurunden, sie lehnen es ab, sich Blut übertragen zu lassen.“
In der Zeitschrift Toronto Life war zu lesen: „Die einzige klare Antwort auf Aids ist Enthaltsamkeit und Monogamie.“ Und Valentin Pokrowsky, Vorsitzender der sowjetischen Akademie der medizinischen Wissenschaften, sagte: „Die Aidsbekämpfung darf sich nicht auf medizinische Anstrengungen beschränken. Eine gesunde Lebensweise, Reinheit der Beziehungen zwischen den Geschlechtern und eheliche Treue sind die besten Mittel zur Verhütung von Aids.“
Ja, Aids ist am besten zu verhüten, wenn man die Grundsätze, die der Schöpfer für das menschliche Verhalten festgelegt hat, anerkennt.
[Herausgestellter Text auf Seite 13]
„Was Moses vom Berg Sinai mitgebracht hat, waren nicht die Zehn Empfehlungen“
[Bild auf Seite 13]
Bluttransfusionen waren und sind nach wie vor ein Übertragungsweg für Aids
[Bild auf Seite 15]
Ein keuscher vorehelicher Lebenswandel und Treue in der Ehe können viel Leid verhindern, auch Aids
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