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AlbanienJahrbuch der Zeugen Jehovas 2010
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1992 trafen Sonderpioniere aus Italien und Griechenland ein, die zunächst einmal einen Albanischkurs absolvierten. Gleichzeitig begann ein kleines Team mit der Übersetzung unserer Veröffentlichungen. Obwohl es manchmal keinen Strom gab — einmal 21 Tage hintereinander —, bewahrten sich die Brüder ihren Sinn für Humor und hatten immer reichlich zu tun.
Es fielen auch viele manuelle Arbeiten an. Als es kalt wurde, musste im Missionarheim geheizt werden. Doch in ganz Albanien gab es kein Holz zu kaufen. Was tun, um nicht zu frieren? Brüder aus Griechenland kamen zu Hilfe, indem sie eine Ladung großer Holzscheite und eine elektrische Säge schickten. Damit war das Problem aber nicht ganz gelöst. Der Holzofen hatte nämlich nur eine sehr kleine Tür und die Säge nützte nichts, weil es wieder einmal keinen Strom gab. Glücklicherweise hatte ein Bruder einen Freund, der eine Axt besaß. Dieser wohnte allerdings am anderen Ende von Tirana. Da keine Busse fuhren, dauerte es zwei Stunden, bis die Axt im Missionarheim war. Und sie musste vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurückgebracht werden. „Solange wir die Axt hatten, wechselten sich alle beim Holzhacken ab“, erinnert sich einer der Missionare. „Auf diese Weise brauchte keiner zu frieren.“
Genau in der Zeit, als ständig Holz gehackt werden musste und die Sprachkurse liefen, besuchten Nick und Amy Ahladis von der Abteilung Übersetzungshilfe (damals in Brooklyn, jetzt in Patterson) zum ersten Mal das albanische Übersetzungsteam. Die freundliche und ausgeglichene Art der Unterweisung gab den neuen Übersetzern großen Auftrieb. Sie lernten schnell und leisteten gute Arbeit. Der italienische Zweig druckte die Literatur und versandte sie nach Albanien.
All die Mühe lohnte sich angesichts der hervorragenden Resonanz im Dienst. Die Verkündiger waren voller Eifer, selbst die neuen. Lola zum Beispiel war jeden Monat 150, 200 und teilweise sogar noch mehr Stunden tätig. Als man ihr riet, mit ihren Kräften doch etwas zu haushalten, entgegnete sie: „Bis jetzt hab ich mein Leben nur vergeudet. Wofür könnte ich meine Zeit besser einsetzen?“
ES GEHT VORAN
Der März 1993 war für Albanien ein historischer Monat. In Berat, Durrës, Gjirokastër, Shkodër, Tirana und Vlorë begannen Sonderpioniere mit ihrem Dienst. Der Wachtturm vom 1. März war die erste Ausgabe, die von einem Übersetzungsteam in Albanien fertiggestellt wurde. Die Brüder führten erstmals die Theokratische Predigtdienstschule durch und hatten nun endlich alle 5 wöchentlichen Zusammenkünfte. Es gab die erste Ausgabe von Unserem Königreichsdienst in Albanisch. Und in Tirana fand im Nationaltheater für Oper und Ballett am Skanderbeg-Platz der erste Tagessonderkongress statt.
Aus Griechenland und Italien trafen Delegierte ein, die sich diesen historischen Tagessonderkongress nicht entgehen lassen wollten. Nasho Dori sprach das Anfangsgebet und dankte Jehova für die vielen Segnungen. 585 Personen waren anwesend und 41 ließen sich taufen. Darunter waren Kinder und Enkel albanischer Brüder und Schwestern, die Jehova jahrzehntelang treu gedient hatten.
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AlbanienJahrbuch der Zeugen Jehovas 2010
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Im selben Jahr besuchte Theodore Jaracz als erstes Mitglied der leitenden Körperschaft Albanien. Sowohl die älteren Brüder und Schwestern als auch die neuen Verkündiger freuten sich, ihn kennenzulernen. Zu seinem Vortrag in Tirana kamen mehr als 600 Personen.
Inzwischen war in Tirana eine Immobilie für ein Büro gekauft worden. In weniger als 6 Monaten baute ein Team von hart arbeitenden ausländischen Brüdern die alte Villa um, in der nun moderne Büroräume entstanden. Außerdem errichteten sie ein Wohngebäude für 24 Personen. Die Bestimmungsübergabe fand am 12. Mai 1996 statt, als Milton Henschel von der leitenden Körperschaft Albanien besuchte.
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