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  • Erfolgszwang
    Der Wachtturm 1988 | 15. August
    • Erfolgszwang

      IN EINEM Fernsehwerbespot wird Nigerianern eingeredet, das Verwenden einer bestimmten Zahnpastamarke mache sie erfolgreich oder wichtig. Obwohl wir alle wissen, daß Zahnpasta kaum der Schlüssel dazu ist, eine wichtige Persönlichkeit zu werden, sind sich Werbemacher darüber im klaren, daß man sich gern mit Dingen identifiziert, die den Stempel des Erfolges tragen.

      Der Wunsch, erfolgreich zu sein und von anderen anerkannt zu werden, ist natürlich. Dessenungeachtet legen sowohl Männer als auch Frauen oft so großen Nachdruck auf menschliche Leistungen, daß sie sich selbst unter Druck setzen, um „mit Meiers Schritt zu halten“. Könnte dies gefährlich sein? Könnte es dich beeinflussen?

      Der Druck, dem die Menschen ausgesetzt sind

      Der persönliche Ehrgeiz, reich zu sein, kann jemand unter Druck setzen. Viele Menschen möchten gern in der Lage sein, ‘ihre Mittel auffällig zur Schau zu stellen’, um sich bei anderen Ansehen und Geltung zu verschaffen (1. Johannes 2:16).

      Die Angehörigen mögen Druck ausüben. In vielen Familien muß der Mann, um den sozialen Status der Familie zu fördern, ständig nach mehr Verdienst und einer besseren Stellung am Arbeitsplatz streben. Oder die Frau strebt vielleicht danach, eine erfolgreiche Karrierefrau zu sein. Möglicherweise verlangt man von den Kindern unvernünftig hohe Leistungen in der Schule. Das ist vor allem in den Entwicklungsländern ein Problem, wo viele glauben, eine höhere Bildung sei der Schlüssel zur Verbesserung ihres Loses.

      Auch die Umwelt mag Druck ausüben, nach einer höheren Bildung, nach Reichtum, nach Prestigestellungen oder Macht zu streben. Erfolg, der gewöhnlich am Geld gemessen wird, verhilft jemandem vielleicht zu Ansehen, Ehre und Respekt. In einem Leitartikel der nigerianischen Zeitung Daily Times hieß es: „Ganz gleich, wie tugendhaft jemand ist oder welche hervorragenden Qualitäten er besitzt, die meisten respektieren und achten ihn nicht, wenn er kein Geld hat.“

      Was kann die Folge sein?

      Weltlicher Erfolg kann eine gewisse Befriedigung mit sich bringen, aber beachte, welch hohen Preis man dafür zahlen muß. Der Kolumnist Achike Okafo schrieb: „Jeden Tagen brechen ... intakte Familien auseinander, hauptsächlich wegen des Geldes oder der Dinge, die man für Geld kaufen kann. ... Sogar Ehepartner, denen es noch gelingt zusammenzuhalten, sprechen kaum über ihre elterlichen Pflichten ..., weil sie einfach zu beschäftigt sind mit der Beschaffung materieller Dinge.“ Fügt man diesem noch das Problem vernachlässigter Kinder hinzu, die sich Drogen zuwenden und kriminell werden oder von zu Hause weglaufen, wird der Preis sehr hoch.

      Erfolgszwang hat manche ehrgeizige Menschen zur Unehrlichkeit und Unsittlichkeit getrieben. Junge Frauen haben sich sexuell verkauft, um gute Prüfungsnoten oder eine Anstellung zu erhalten. Selbst wenn Erfolg auf ehrbare Weise erzielt worden ist, kann es sein, daß sich wohlhabende Personen den Haß oder Neid weniger erfolgreicher Personen zuziehen und daß sich heuchlerische „Freunde“ um sie scharen, die von Reichtum und Ansehen angezogen werden (Prediger 5:11). Ist das echter Erfolg?

      Der weise Schreiber des Bibelbuches Prediger antwortet mit Nein. Nach einer Betrachtung seines großen Reichtums, seiner Macht und seines Ansehens sowie der damit verbundenen Freude kam er zu dem Schluß, daß diese Dinge „Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ sind (Prediger 2:3-11).

      Bedeutet das, daß jede Betätigung im Leben sinnlos ist? Oder besteht die Möglichkeit, ausgeglichen zu sein, während man eine nutzbringende Karriere anstrebt? Was ist, wie die Erfahrung zeigt, wahrscheinlich das lohnendste Ziel?

  • Erfolg um jeden Preis?
    Der Wachtturm 1988 | 15. August
    • Erfolg um jeden Preis?

      DIE Entschlossenheit, Erfolg zu haben, weist darauf hin, daß jemand ein bestimmtes Ziel im Leben verfolgt. Worin besteht dein Ziel im Leben? Was bist du bereit zu tun, es zu erreichen? Ja was sollte dein vorrangigstes Bestreben sein, um wirklich zufrieden und glücklich zu sein?

      In vielen Ländern der dritten Welt läßt der allgemeine Lebensstandard sehr zu wünschen übrig. Wenn wir angesichts solcher Probleme passenden Rat aus Gottes Wort betrachten, werden wir besser in der Lage sein, unsere eigenen Ziele und Erfolge richtig einzuschätzen, ganz gleich, wo wir leben.

      Aufgrund der großen Armut haben viele Menschen das Streben nach Geld vor alles andere gestellt. Einige nehmen zu Unehrlichkeit Zuflucht, um zu Geld zu kommen. Wenn sie jedoch wahre Christen geworden sind, sollten sie diese Einstellung völlig aufgegeben haben, damit sie den gerechten Maßstäben der Bibel entsprechen.

      Doch selbst manche Christen werden wieder in weltliche Bestrebungen verwickelt. Sie mögen sich zu einem unchristlichen Lebenswandel verleiten lassen, um ihre Ziele zu erreichen. Eltern vernachlässigen ihre Familie. Einzelpersonen vernachlässigen ihren Dienst für Gott. Trägt dies dazu bei, zufrieden und glücklich zu sein?

      Die Bibel macht uns warnend auf die Folgen aufmerksam: „Die entschlossen sind, reich zu werden, fallen in Versuchung und in eine Schlinge und in viele unsinnige und schädliche Begierden ... Denn die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, sind sie vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt“ (1. Timotheus 6:9, 10).

      ‘Schädliche Dinge aller Arten.’ „Mit vielen Schmerzen überall durchbohrt.“ Das hört sich doch gewiß nicht nach Zufriedenheit und Glücklichsein an. Während all der Jahrhunderte bis in unsere Zeit haben die Erfahrungen von Millionen von Menschen bewiesen, wie wahr diese Feststellung der Bibel ist. Welche Empfehlung kann also in bezug auf die Ziele und den Lebenswandel eines Christen gegeben werden?

      Abgeirrt — Wie?

      Wie können Christen vom Glauben abirren? Einige sind so weit gegangen, daß sie Glaubenslehren und göttliche Moralbegriffe ganz und gar über Bord geworfen haben. In anderen Fällen sind Personen von der Gottergebenheit abgewichen oder haben sie sogar dazu benutzt, andere zu beeinflussen. Deshalb spricht die Bibel von „Menschen, die verderbten Sinnes und der Wahrheit beraubt sind und denken, Gottergebenheit sei ein Mittel zum Gewinn“ (1. Timotheus 6:5). Sie geben das Christentum zwar nicht völlig auf, verletzen aber möglicherweise biblische Grundsätze — wesentliche Bestandteile des christlichen Glaubens.

      Jesus gebot seinen Nachfolgern, nicht wie die Menschen der Welt zu sein, die über andere herrschen. Er erklärte: „Unter euch ist es nicht so, sondern wer immer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein.“ Als Jesus die religiösen Führer verurteilte, ging er noch einen Schritt weiter. Er wies darauf hin, daß einem das starke Verlangen nach weltlichem Ansehen Gottes Mißgunst einträgt (Matthäus 20:26; 23:6-9, 33). Christen sollten demnach bemüht sein, ihren Mitchristen zu dienen, statt sie auszustechen oder über sie zu herrschen. Wer das Geld liebt und nach Erfolg um jeden Preis strebt, kann leicht vom christlichen Lauf abirren.

      Wie schätzt du dich in dieser Hinsicht ein? Stellst du fest, daß du deinen Erfolg daran mißt, inwieweit du Autorität über andere ausübst? Beugst du christliche Grundsätze oder verdrehst du christliche Lehren, um dich durchzusetzen oder dir Autorität zu verschaffen? Hast du das Gefühl, du müßtest mehr erreichen als andere, koste es, was es wolle? Bereitet es dir große Freude, über deinen Wohlstand oder deine erfolgreiche Karriere zu sprechen? Wenn dem so ist, dann solltest du unbedingt analysieren, ob du im Begriff stehst, vom Glauben abzuirren.

      Die Kehrseite des „Erfolges“

      Des weiteren sagte Jesus: „Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen ... Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein ... Ihr könnt nicht Sklaven Gottes und des Reichtums sein“ (Matthäus 6:19-24). Befolgen Eltern, die ihren Kindern hauptsächlich das Streben nach materiellen Dingen und eine weltliche Karriere als Ziel vor Augen halten, diesen Rat? Lohnt es sich, Nachdruck auf weltlichen Erfolg zu legen, wenn Kinder daraufhin die Wahrheit verlassen und beginnen, einen unchristlichen Lebenswandel zu führen? Lohnt es sich, für „Schätze auf der Erde“ ihr geistiges Leben zu opfern oder zumindest zu gefährden? Eltern, die dies tun, werden häufig aus Sorge um ihre Kinder und aus Kummer über deren geistigen — und manchmal buchstäblichen — Tod „mit vielen Schmerzen überall durchbohrt“.

      Die Liebe zum Reichtum ist ein unbarmherziger Herr. Sie fordert die Zeit, die Kraft und die Fähigkeiten der Menschen und erstickt die Gottergebenheit. Gewöhnlich werden Menschen durch sie verleitet, nach noch größerem Reichtum und weltlichem Ansehen zu streben, wodurch sie sich noch weiter vom Glauben entfernen. In der Bibel heißt es richtigerweise: „Wer nur Silber liebt, wird mit Silber nicht gesättigt werden, noch jemand, der Reichtum liebt, mit Einkünften“ (Prediger 5:10).

      Selbst nachdem ein afrikanischer Geschäftsmann ein Christ geworden war, nahm seine Liebe zum Geld weiterhin den ersten Platz in seinem Leben ein. Er vernachlässigte christliche Aktivitäten und gab dem Zusammensein mit weltlichen Geschäftspartnern den Vorrang. Trotz der Bemühungen von Versammlungsältesten, ihm zu helfen, machte er keine geistigen Fortschritte. Schließlich befand er sich in einer Zwickmühle — in einem Niemandsland, wo er kaum noch Christ war und doch als einer gelten wollte. Wir alle werden verstehen, daß ihm seine Situation keine echte Zufriedenheit und kein bleibendes Glück im Leben brachte.

      Solche Personen erleiden zwangsläufig geistige Schmerzen. Durch geschäftliche und gesellschaftliche Beziehungen mit Menschen, die nicht vor Unehrlichkeit oder geschlechtlicher Unmoral zurückschrecken, setzt man sich schädlichen Einflüssen aus. Christen, die sich in einer solchen Lage befinden, müssen gegen diese Einflüsse ankämpfen und leiden in der Regel unter Gewissenskonflikten. Manche werden mit der Zeit wie diejenigen, mit denen sie Umgang pflegen, und irren völlig vom Glauben ab (1. Korinther 15:33). Von welchem Nutzen ist finanzieller Erfolg, wenn er zu geistigem und moralischem Versagen führt? Es ist so, wie Jesus sagte: „Welchen Nutzen wird ein Mensch haben, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele einbüßt?“ (Matthäus 16:26).

      Eine bessere Art von Erfolg

      Die Erfahrung hat gezeigt, daß es weise ist, folgenden Rat der Bibel zu beachten: „Formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern ... [stellt fest,] was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.“ „Liebt nicht die Welt noch die Dinge in der Welt. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm.“ Ja, wir sind weise, wenn wir nicht die Welt nachahmen oder sehnsüchtig auf das schauen, was sie zu bieten hat. Unsere Hauptsorge sollte es sein, in Gottes Gunst zu stehen, die man aber nicht dadurch erhalten kann, daß man den Dingen der Welt nachstrebt (Römer 12:2; 1. Johannes 2:15, 16).

      Jesus gebrauchte als Veranschaulichung einen Landwirt, der auf seinen Reichtum vertraute, zu dem Gott aber sagte: „Du Unvernünftiger, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Wer soll dann die Dinge haben, die du aufgespeichert hast?“ Jesus faßte das Gleichnis mit den Worten zusammen: „So ergeht es dem Menschen, der Schätze für sich aufhäuft, aber nicht reich ist Gott gegenüber.“ Jesus wollte damit folgendes zeigen: „Wenn jemand auch in Fülle hat, kommt doch sein Leben nicht aus den Dingen, die er besitzt“ (Lukas 12:15-21).

      Außerdem gebrauchte er das Beispiel eines reichen jungen Vorstehers, um denselben Punkt deutlich zu machen. Dieser Mann war in weltlichem Sinne erfolgreich, und offensichtlich hatte er den Wunsch, ein moralisch einwandfreies Leben zu führen. Jesus hob ihn allerdings nicht als Musterbeispiel eines erfolgreichen Menschen hervor. Vielmehr erklärte er, es sei schwierig für diese Menschen, „in das Königreich Gottes hineinzugelangen“. Solche Personen sind nicht bereit, materielle Interessen zu opfern und als Hauptziel in ihrem Leben Gottes Königreich zu suchen (Lukas 18:18-30).

      Um die Vorrangigkeit geistiger Interessen noch nachdrücklicher zu betonen, sagte Jesus: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: ,Was sollen wir essen?‘ oder: ,Was sollen wir trinken?‘ oder: ,Was sollen wir anziehen?‘, denn all diesen Dingen streben die Nationen begierig nach. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all diese Dinge benötigt. So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen, und alle diese anderen Dinge werden euch hinzugefügt werden.“ Somit müssen wir, sogar was die notwendigen Dinge betrifft, die richtigen Prioritäten setzen. Wenn wir wirklich erfolgreich sein möchten — d. h., wenn wir glücklich sein und echte Zufriedenheit finden möchten —, müssen wir die geistigen Interessen den materiellen voranstellen (Matthäus 6:31-33).

      Weiterhin nach geistigem Erfolg streben

      Allem Anschein nach ist es also weise, nach Erfolg zu streben, indem man Gottes Königreich und seine Gerechtigkeit sucht. Dazu ist ein Studium der Bibel erforderlich, damit man ‘durch Prüfung feststellen kann, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist’. Es ist Jehovas Wille, daß man dem Dienst für ihn im Leben den ersten Platz einräumt, daß man einen vollen Anteil am christlichen Predigtdienst hat, daß man christliche Zusammenkünfte nicht versäumt und daß man in Übereinstimmung mit Gottes Gerechtigkeit ein moralisch einwandfreies Leben führt. Diese Dinge sollten nicht zugunsten materieller Interessen außer acht gelassen oder von ihnen überschattet werden. Dies ist es auch, was der Rat bedeutete, den Jesus dem reichen jungen Vorsteher gab: „Verkauf alles, was du hast, und verteil es an Arme, und du wirst einen Schatz in den Himmeln haben; und komm, folge mir nach!“ (Römer 12:2; Lukas 18:22).

      Wenn du das tust, wirst du dein eigenes Geistiggesinntsein und das deiner Familie stärken. Statt hochmütig zu werden oder deine Hoffnung auf unsicheren Reichtum zu setzen, wirst du zu denen gehören, die „reich [sind] ... an vortrefflichen Werken, ... indem sie für sich sichere Schätze sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft, damit sie das wirkliche Leben fest ergreifen“. Ja, dein Ziel kann es sein, ewiges Leben in dem wiederhergestellten irdischen Paradies zu erlangen, denn „die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“. Es gibt keinen größeren Erfolg für dich (1. Timotheus 6:17-19; 1. Johannes 2:17).

      [Bild auf Seite 5]

      Ist Geld der Schlüssel?

      [Bild auf Seite 7]

      Werden Eltern ihre Kinder fortschicken, damit diese durch eine höhere Bildung erfolgreich sein werden?

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