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SamoaJahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
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GILEADMISSIONARE KOMMEN INS LAND
Am 4. Februar 1955 trafen zwei Missionarehepaare aus den Vereinigten Staaten auf Amerikanisch-Samoa ein: Paul und Frances Evans und Gordon und Patricia Scott. Ihr Missionarheim lag in einem belebten, bunten Viertel Fagatogos. Leonard (Len) Helberg, ein Kreisaufseher, der in jenem Jahr Pago Pago besuchte, beschreibt die „Idylle“ dort so:
„Das Missionarheim war eine geräumige Wohnung über einem Tante-Emma-Laden. Auf der einen Seite befand sich hinter einem kleinen Bach eine Bar, wo sich am Abend die Matrosen amüsierten. Wenn sich von dort aus die Schlägereien auf die Straße verlagerten, rief das den Dorfpolizisten auf den Plan, einen kleinen, stämmigen Mann mit einer Zigarre zwischen den Zähnen. Er bahnte sich den Weg durchs Getümmel und verteilte nach allen Seiten Schläge, um die Raufbolde wieder auseinanderzubringen. Direkt hinter dem Haus ertönten aus einer Kirche feurige Höllenpredigten. Und vor dem Haus konnte man am monatlichen Zahltag den Ansturm auf die Bank beobachten. Da sah man dann auch Kirchenleute von der ganzen Insel durch den Pulk hasten, um noch schnell den Zehnten zu kassieren, bevor die Leute ihr Geld ausgaben.“
In diesem bunten Viertel waren jedoch viele ehrlich an der Bibel interessiert. Len erzählt: „Ein Missionar fing schon um 6 Uhr morgens beim Friseur gegenüber an und studierte mit ihm noch vor der Arbeit die Bibel. Danach tat er dasselbe beim Bäcker und brachte dann auch gleich das Brot fürs Frühstück mit nach Hause. Etwas später traf er sich schließlich auf dem Dorfplatz mit einigen Häftlingen zum Bibelstudium.“ Bis Ende des Jahres hatten die Missionare um die 60 Bibelstudien mit mehr als 200 Personen.
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SamoaJahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
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Statt zu warten, bis die Zeugen zu ihnen kamen, gingen viele direkt zum Missionarheim. So kam es, dass die Missionare in verschiedenen Ecken des Missionarheims zeitgleich mehrere Studien abhielten — es war ein ständiges Kommen und Gehen. Ron Sellars sagt rückblickend: „Jahre später sprachen die Leute immer noch ganz begeistert von unserem Film.“
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SamoaJahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
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Tags darauf war ich gerade in der Schulbibliothek, als auf einmal Bruder Paul Evans hereinkam. Er spürte, dass mich etwas bedrückte, und sagte: „Komm, wir gehen ins Missionarheim. Da können wir reden.“ Die Missionare nahmen mich netterweise auf. Etwas später in jenem Jahr ließ ich mich dann taufen.
Nach meinem Schulabschluss wurde ich Pionier und ging mit den Missionaren predigen.
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SamoaJahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
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Ich bin sehr dankbar, dass mir die Missionare damals die Wahrheit vorgelebt haben. Durch sie wuchs in mir eine tiefe Liebe zu Jehova, die mir bis heute Halt gegeben hat.
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