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  • ‘Laß dich nicht schnell in deinem vernünftigen Denken erschüttern’
    Der Wachtturm 1986 | 15. März
    • ‘Laß dich nicht schnell in deinem vernünftigen Denken erschüttern’

      „Wir bitten euch ..., euch nicht schnell erschüttern und dadurch von eurem vernünftigen Denken abbringen noch euch aufregen zu lassen, weder durch eine inspirierte Äußerung noch durch eine mündliche Botschaft, noch durch einen Brief, angeblich von uns“ (2. THESSALONICHER 2:1, 2).

      1. Welche schönen Erinnerungen werden bei uns geweckt, wenn wir an die Zeit denken, wo wir die Wahrheit kennenlernten?

      BEI uns als Christen werden unweigerlich schöne Erinnerungen geweckt, wenn wir an die Zeit denken, wo wir die Wahrheit aus Gottes Wort kennenlernten. Sie war so schön, vernünftig und befriedigend. Wie es uns doch mit Dankbarkeit erfüllte, von Jehova und seinen erhabenen Eigenschaften einschließlich seiner großen Liebe und seiner Barmherzigkeit zu hören! Wir waren erfreut, als wir in die Gemeinschaft von Mitgläubigen kamen, die echte christliche Liebe bekundeten und nach biblischen Grundsätzen lebten.

      2. Welche Aussichten haben wir als Diener Jehovas, und in welcher geistigen Situation befinden wir uns?

      2 Wie dankbar wir waren, als wir erfuhren, daß Jehova bald Schmerz, Leid und sogar den Tod beseitigen wird (Offenbarung 21:3, 4). Welch eine Hoffnung: ewiges Leben in vollkommener Gesundheit und völligem Glück auf einer paradiesischen Erde! Das war beinahe zu schön, um wahr zu sein. Doch es stimmte. Es war biblisch begründet. Wie begeisternd! Zweifellos empfanden wir wie die Jünger, denen Jesus nach seiner Auferstehung erschien. Sie sagten zueinander: „Brannte nicht unser Herz, als er auf dem Weg zu uns redete, als er uns die Schriften völlig erschloß?“ (Lukas 24:32). Ja, nachdem wir die Wahrheit kennengelernt und uns Jehova hingegeben hatten, fanden wir uns in einem geistigen Paradies vor. Welch ein Segen!

      3. Wie versuchen der Teufel und andere Gegner, uns der Wohltaten des geistigen Paradieses Jehovas zu berauben?

      3 In Jehovas geistigem Paradies zu sein ist aber nicht etwas Selbstverständliches. Wir sind freiwillig in dieses Paradies gekommen; wir können hinausgehen (oder hinausgetan werden), wenn wir ungläubig werden oder willentlich Jehovas gerechte Gesetze übertreten. Natürlich wird das nicht passieren, solange wir an der ‘Liebe, die wir zuerst hatten’, festhalten und weiterhin all die Vorkehrungen Jehovas schätzen, die uns geistig stark erhalten (Offenbarung 2:4). Doch der Teufel und andere Gegner der wahren Anbetung sind geschickt im Täuschen. Wir sollten nie vergessen, daß sie jederzeit darauf aus sind, möglichst unsere Lauterkeit zu brechen. Ihre Propaganda ist darauf angelegt, unseren Glauben zu schwächen, unsere Liebe zu Gott abzukühlen und Zweifel in unseren Sinn zu säen — ja, den Anschein zu erwecken, das geistige Paradies sei gar kein Paradies.

      4. Was kann geschehen, wenn wir zulassen, daß unser Glaube schwach wird und in uns ernste Zweifel wachsen?

      4 In Anlehnung an eine Redensart kann man sagen, es könnte so weit kommen, daß wir den Wald, nämlich das geistige Paradies, vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, weil wir die unvollkommenen menschlichen Bäume, die jetzt darin stehen, zu sehr aus der Nähe betrachten. Die Begeisterung, die wir hatten, als wir die Wahrheit kennenlernten, die großartige Hoffnung, die wir erlangt haben, die Liebe zu Gott und zu unseren geistigen Brüdern, die wir entwickelt haben, und der Eifer, den wir für Jehovas Dienst hatten, können nachlassen. Wenn nicht drastische Schritte unternommen werden, um einem solchen geistigen Verfall entgegenzuwirken, werden Gottes liebevolle Anforderungen schnell als bedrückend empfunden. Die bekömmliche Speise vom „treuen und verständigen Sklaven“ erscheint einem dann als etwas Verächtliches und die Bruderschaft der liebevollen Diener Jehovas als eine Hausgemeinschaft von Feinden. Die einzige, widernatürliche Befriedigung findet ein solcher Mensch dann darin, daß er sich abwendet und anfängt, seine Mitsklaven durch Verleumdungen und Halbwahrheiten zu schlagen (Matthäus 24:45-51).

      5. Wie könnte jemandes Verlust mit dem verglichen werden, was Adam und Eva dadurch verloren, daß sie aus dem Edenparadies vertrieben wurden?

      5 Ja, wir könnten nicht nur der Wohltaten des gegenwärtigen geistigen Paradieses verlustig gehen, sondern, was noch schwerwiegender ist, auch die Hoffnung auf ewiges Leben im buchstäblichen Paradies verlieren. Wir könnten aus demselben Grund einen Verlust erleiden, aus dem Adam und Eva das Edenparadies verloren. Sie hatten alles, was sie brauchten, um vollkommen glücklich zu sein, und hätten ewig leben können. Doch plötzlich war Unabhängigkeit — eine andersartige Lehre — für sie wichtiger als der Gehorsam gegenüber Jehova und die Segnungen im Garten Eden. Eva wurde betrogen. Adam wurde zwar nicht betrogen, aber er ließ sich durch den Druck der äußeren Umstände einschließlich des starken Einflusses seiner Frau ebenfalls zur Sünde hinreißen. Deshalb wurden sie aus dem Paradies hinausgetan und führten für den Rest ihres Lebens ein erbärmliches Dasein. Beide verloren die Aussicht auf ewiges Leben und hinterließen ihren Nachkommen ein Erbe von Sünde und Tod (1. Mose 3:1-7, 14-19, 24; 1. Timotheus 2:14; Römer 5:12). Welch einen hohen Preis sie doch für ihre sogenannte Unabhängigkeit bezahlten!

      6. (a) Welche Besorgnis um einige in der Korinther Versammlung brachte Paulus zum Ausdruck? (b) Wie spiegelte sich dieselbe Besorgnis in dem wider, was der Versammlung in Thessalonich geschrieben wurde?

      6 Der Apostel Paulus äußerte seine Besorgnis wie folgt: „Ich fürchte ..., daß etwa so, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, euer Sinn verdorben werde, hinweg von der Aufrichtigkeit und der keuschen Reinheit, die dem Christus gebühren“ (2. Korinther 11:3). Paulus hielt es für notwendig, hinsichtlich einiger Irrlehren zu schreiben, die in seinen Tagen in Umlauf waren. In seinem zweiten Brief an die Versammlung in Thessalonich schrieb er: „Wir bitten euch ..., euch nicht schnell erschüttern und dadurch von eurem vernünftigen Denken abbringen noch euch aufregen zu lassen, weder durch eine inspirierte Äußerung noch durch eine mündliche Botschaft, noch durch einen Brief, angeblich von uns, in dem Sinne, daß der Tag Jehovas hier sei. Laßt euch in keiner Weise von irgend jemandem verführen“ (2. Thessalonicher 2:1-3).

      Laß dich nicht mit Abgefallenen ein

      7. (a) Welche Fragen erheben sich, wenn mit der Post Schriften von Abgefallenen kommen? (b) Warum gefährdet übermäßiges Selbstvertrauen den Schutz vor dem Einfluß Abgefallener?

      7 Nun, was wirst du tun, wenn du mit den Lehren Abgefallener konfrontiert wirst, mit spitzfindigen Überlegungen, durch die dein Glaube als Zeuge Jehovas zur Unwahrheit abgestempelt werden soll? Was wirst du beispielsweise tun, wenn du einen Brief oder eine Sendung von Schriften erhältst und beim Öffnen gleich erkennst, daß sie von einem Abgefallenen stammen? Wird dich deine Neugier veranlassen, sie zu lesen, nur um zu sehen, was er zu sagen hat? Möglicherweise denkst du: „Es wird mir nichts anhaben können; ich stehe zu fest in der Wahrheit. Und wenn wir die Wahrheit haben, brauchen wir nichts zu befürchten. Die Wahrheit wird der Prüfung standhalten.“ Einige, die so dachten, haben ihren Sinn mit dem Gedankengut Abgefallener genährt und sind Fragen und Zweifeln zum Opfer gefallen. (Vergleiche Jakobus 1:5-8.) Denke also an die Warnung aus 1. Korinther 10:12: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle.“

      8. Welchen Beistand brauchen einige von denen, die Zweifel haben?

      8 Manche von diesen haben sich durch die liebevolle Hilfe fürsorglicher Brüder wieder erholt, nachdem sie eine Zeit seelischer Qualen und Erschütterungen durchgemacht hatten. Doch die Qualen hätten sich vermeiden lassen. In Sprüche 11:9 wird uns gesagt: „Durch seinen Mund bringt der Abtrünnige seinen Mitmenschen ins Verderben, aber durch Erkenntnis werden die Gerechten befreit.“ Judas sagte seinen Mitbrüdern: „Fahrt ... fort, einigen, die Zweifel haben, Barmherzigkeit zu erweisen; rettet sie, indem ihr sie aus dem Feuer reißt“ (Judas 22, 23). Paulus riet dem Aufseher Timotheus, „mit Milde die ungünstig Gesinnten“ zu unterweisen, „da Gott ihnen vielleicht Reue gewährt, die zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit führt, und sie wieder zur Besinnung kommen mögen, aus der Schlinge des Teufels heraus, da sie von ihm für dessen Willen lebendig gefangen worden sind“ (2. Timotheus 2:25, 26).

      9. Was ist das tragische Ende derjenigen, die die wahre Anbetung aufgeben?

      9 Tragischerweise sind andere in die vollständige Dunkelheit zurückgekehrt, sogar zu den Irrlehren der Christenheit. Der Apostel Petrus schrieb über das tragische Ende einiger, die in der Wahrheit gewandelt waren, sich dann aber abwandten. Er sagte: „Wenn sie nämlich, nachdem sie durch eine genaue Erkenntnis des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entronnen sind, wieder in ebendiese Dinge verwickelt und davon überwunden werden, so sind die letzten Zustände für sie schlimmer geworden als die ersten.“ Petrus verglich sie mit einem Hund, der zu seinem eigenen Gespei zurückkehrt, und mit einer gebadeten Sau, die sich wieder im Schlamm wälzt (2. Petrus 2:20-22).

      10. (a) Was sagt Jehova über das Anhören der Meinung Abgefallener? (b) Was kommt dem Lesen der Schriften Abgefallener gleich?

      10 Wenn jemand zu uns sagt: „Das solltest du nicht lesen!“ oder: „Hör dir das nicht an!“, mögen wir versucht sein, seinen Rat zu übergehen. Bedenke jedoch, daß Jehova es ist, der uns durch sein Wort mitteilt, was zu tun ist. Was sagt er in bezug auf Abgefallene? „Meidet sie“ (Römer 16:17, 18), ‘habt keinen Umgang mehr mit ihnen’ (1. Korinther 5:11), und „nehmt ... [sie] niemals in euer Haus auf, noch entbietet ... [ihnen] einen Gruß“ (2. Johannes 9, 10). Das sind nachdrückliche Worte, klare Anweisungen. Wenn wir aus Neugier die Schriften eines Abgefallenen lesen würden, wäre das nicht dasselbe, als wenn wir diesen Feind der wahren Anbetung direkt in unsere Wohnung einladen, uns mit ihm zusammensetzen und ihn über seine abtrünnigen Ideen berichten lassen würden?

      11, 12. (a) Welche Veranschaulichung hilft uns erkennen, daß wir nicht unbeschadet die Schriften Abtrünniger lesen können? (b) Wie läßt sich das auf Jehovas Sorge um sein Volk übertragen?

      11 Wir können die Sache wie folgt veranschaulichen: Angenommen, deinem jugendlichen Sohn sind durch die Post pornographische Schriften zugestellt worden. Was würdest du tun? Wenn er aus Neugier dazu geneigt wäre, sie zu lesen, würdest du dann sagen: „Ja, lies sie nur. Es wird dir nicht schaden. Wir haben dich ja von klein auf darüber belehrt, daß Unmoral etwas Schlechtes ist. Außerdem solltest du wissen, was in der Welt vor sich geht, damit du erkennst, daß sie wirklich schlecht ist.“? Würdest du so argumentieren? Keinesfalls! Vielmehr würdest du mit Sicherheit auf die Gefahren hinweisen, die mit dem Lesen pornographischer Schriften verbunden sind, und verlangen, daß sie vernichtet werden. Warum? Weil ungeachtet dessen, wie fest jemand in der Wahrheit steht, sein Herz und sein Sinn in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn er seinen Sinn mit dem entarteten Gedankengut solcher Schriften nährt. Eine tief im Herzen lauernde falsche Begierde kann schließlich ein entartetes sexuelles Verlangen hervorrufen. Was wird die Folge sein? Jakobus sagt, daß eine falsche Begierde, wenn sie befruchtet wird, Sünde gebiert und die Sünde zum Tod führt (Jakobus 1:15). Weshalb sollte man also diese Kettenreaktion auslösen?

      12 Nun, wenn wir unsere Kinder so entschieden vor dem Einfluß der Pornographie schützen würden, sollten wir dann nicht erwarten, daß unser liebevoller himmlischer Vater uns in ähnlicher Weise vor geistiger Unmoral schützt, wozu ja auch die Abtrünnigkeit zählt? Er sagt: Haltet euch von ihr fern!

      13. Was können wir tun, wenn uns im Predigtdienst herausfordernde Fragen gestellt werden, die auf den Aussagen oder Schriften Abgefallener beruhen?

      13 Wie verhält es sich jedoch, wenn wir beim Predigen der guten Botschaft Fragen oder Einwänden begegnen, die denen von Gegnern gleichen? Wenn der Betreffende nicht aufrichtig ist und nur streiten möchte, ist es gewöhnlich am besten, sich zu verabschieden und zur nächsten Tür zu gehen. Was können wir aber tun, wenn uns jemand aufrichtig über gewisse Behauptungen Abgefallener befragt? Zunächst können wir den Betreffenden fragen, was der eigentliche Grund für seine Beunruhigung ist. Es kann sein, daß es sich lediglich um ein oder zwei Punkte handelt. Wir können uns dann auf diese konzentrieren und anhand der Bibel, der Publikationen der Gesellschaft und gemäß unserer gesicherten Erkenntnis über dieses Thema antworten. Wir sollten nicht meinen, wir müßten, um die falschen Behauptungen und Lehren der Gegner widerlegen zu können, deren Bücher oder Traktate lesen, die voller Verleumdungen und Halbwahrheiten sind.

      Vertrauen zu Jehova

      14. Inwiefern sorgt sich unser himmlischer Vater liebevoll um uns, und warum können wir völlig auf ihn vertrauen?

      14 Während wir unseren Glauben festigen und an Eifer für den Königreichsdienst zunehmen, können wir zuversichtlich unser Vertrauen auf Jehova setzen, da wir wissen, daß er als unser liebevoller himmlischer Vater das Beste für uns möchte. Gott belehrt uns; er warnt uns. Dies tut er durch sein Wort und mit Hilfe der deutlichen Anleitung, die uns seine sichtbare Organisation gibt. Wenn wir liebevolle Eltern um Brot und Fisch bitten, geben sie uns nicht einen Stein oder eine Schlange. Ebensowenig wird uns Gott täuschen oder betrügen (Matthäus 7:7-11). Dennoch wird uns Gott nicht völlig vor Versuchungen abschirmen, selbst nicht vor irreführenden Lügen und teuflischer Propaganda. Er sagt von sich: „Ich, Jehova, bin dein Gott, der dir zum Nutzen dich lehrt, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest“ (Jesaja 48:17). Ja, Jehova ‘lehrt uns zu unserem Nutzen’. Er sagt uns, wir sollten uns von Abtrünnigen und ihren Lehren fernhalten, und das dient zu unserem eigenen Schutz. Es bedeutet Leben für uns.

      15. Wovor warnte der Apostel Paulus in bezug auf einige, die Jünger fortziehen würden?

      15 Der Apostel Paulus sagte warnend zu christlichen Mitältesten: „Aus eurer Mitte selbst werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apostelgeschichte 20:30). „Verdrehte Dinge“ können echt klingen, wenn man längere Zeit den spitzfindigen Überlegungen und Scheinargumenten Abtrünniger zuhört. Je länger Eva die verbotene Frucht betrachtete und der verdrehten Argumentation des Teufels zuhörte, desto überzeugter war sie davon, daß er recht hatte. Paulus warnte: „Seht zu, daß nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“ (Kolosser 2:8). Wie der Apostel auch andeutete, verführen Abtrünnige „durch glatte Worte und schmeichelhafte Reden ... das Herz der Arglosen“ (Römer 16:17, 18; vergleiche 2. Korinther 11:13-15). Der Umstand, daß sich einige von dieser Art Propaganda fortziehen ließen, bedeutet aber nicht, daß wir ihnen folgen müßten. Dennoch sollten wir ständig auf der Hut sein.

      16. Die Beachtung welcher biblischen Warnungen hilft uns, Satans Bemühungen, Menschen zu täuschen und von der wahren Anbetung wegzuziehen, zu widerstehen?

      16 Seit Eden haben sich die Taktiken des Teufels nicht geändert. Er stellt schwer durchschaubare Fragen und appelliert an egoistische Interessen. Petrus schrieb: „Es [wird] auch unter euch falsche Lehrer geben ... Ebendiese werden unauffällig verderbliche Sekten einführen ... Auch werden sie euch aus Habsucht mit verfälschten Worten ausbeuten“ (2. Petrus 2:1-3). Etwas Verfälschtes soll möglichst echt aussehen oder sich wahr anhören. In 2. Timotheus 2:14-19 hob Paulus die Notwendigkeit hervor, mit der Hilfe des Wortes Jehovas Dinge richtigzustellen, machte aber warnend darauf aufmerksam, daß es nötig ist, Abtrünnige zu meiden, deren ‘leere Reden verletzen, was heilig ist’, denn, so sagte er, „ihr Wort wird sich ausbreiten wie Gangrän“.

      17, 18. (a) Inwiefern sind die Lehren Abtrünniger mit Gangrän zu vergleichen? (b) Wovor warnt der Apostel Petrus in bezug auf diejenigen, die versuchen, uns von der wahren Anbetung wegzuziehen? (c) Welche Fragen werden beim nächsten Studium beantwortet?

      17 Welch passender Vergleich! Wie Gangrän breitet sich das Gedankengut Abtrünniger schnell aus und führt zu geistigem Tod. Da die Glieder der Versammlung wie ein Leib sind, besteht die Gefahr, daß andere infiziert werden. Wenn ein Abtrünniger, der seine Lehren verbreitet, nicht durch liebevolle und zugleich entschiedene Anwendung des Balsams aus Gottes Wort geistig wiederhergestellt werden kann, mag die Amputation (der Ausschluß) dieses Gliedes die einzige Möglichkeit sein, die anderen Glieder des Leibes zu schützen. (Vergleiche Titus 1:10, 11.) Laß dich nicht durch tödliche Gangrän geistiger Art infizieren! Bleibe bei guter geistiger Gesundheit, indem du eine Verseuchung durch die Denkweise Abtrünniger meidest. Beachte den vernünftigen Rat aus 2. Petrus 3:17, 18: „Ihr daher, Geliebte, die ihr dies im voraus wißt, hütet euch, damit ihr nicht durch den Irrtum derer, die dem Gesetz trotzen, mit ihnen fortgerissen werdet und aus eurem eigenen festen Stand fallt. Nein, sondern wachst weiterhin in der unverdienten Güte und an Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus.“

      18 Doch wie können wir uns vor Abtrünnigkeit schützen? Wie können wir unser Herz davor bewahren, für die Überlegungen Abtrünniger empfänglich zu sein? Diese Fragen werden im nächsten Artikel betrachtet.

  • Gebt dem Teufel nicht Raum!
    Der Wachtturm 1986 | 15. März
    • Gebt dem Teufel nicht Raum!

      „Laßt die Sonne nicht über eurer gereizten Stimmung untergehen, auch gebt dem Teufel nicht Raum“ (EPHESER 4:26, 27).

      1. Wie beschrieb Petrus den Teufel, aber welche Zusicherung gab der Apostel in bezug auf unseren Schutz?

      EIN bösartiges wildes Tier liegt auf der Lauer. Es hat ein unersättliches Verlangen, Christen zu verschlingen. Petrus warnt: „Bleibt besonnen, seid wachsam. Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht jemand zu verschlingen. Doch widersteht ihm, fest im Glauben ... Aber nachdem ihr eine kleine Weile gelitten habt, wird der Gott aller unverdienten Güte ... euch befestigen, er wird euch stärken“ (1. Petrus 5:8-10).

      2. (a) Welche Umstände machen uns anfälliger für Satans Angriffe? (b) Warum kann jemand, der der Abtrünnigkeit zum Opfer fällt, niemand anders als sich selbst die Schuld geben? (c) Welche Schwäche des Judas ebnete dem Teufel den Weg, ihn zum Verrat an Jesus zu bewegen?

      2 Wir können sicher sein, daß der Teufel und seine Helfershelfer, sowohl Dämonen als auch Menschen, darauf bedacht sind, jeden nagenden Zweifel auszunutzen sowie jede ernsthafte persönliche Schwäche und jede Nachlässigkeit unsererseits, im Glauben stark zu bleiben. Aber Jehovas Wort versichert uns, daß der Teufel uns nicht verschlingen wird, wenn wir entschieden Stellung gegen ihn beziehen (Jakobus 4:7). Zum Beispiel fällt niemand der Abtrünnigkeit zum Opfer, weil es sich einfach nicht vermeiden ließe. Niemand ist dazu prädestiniert, den Glauben aufzugeben. Die Beweggründe des Herzens spielen eine Rolle. Zugegeben, Johannes sagte von einigen: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie sind nicht von unserer Art gewesen“ (1. Johannes 2:19). Doch das ist deshalb passiert, weil sie es sich entweder erwählten, abtrünnig zu werden, oder weil sie bereits mit einem schlechten Beweggrund in Jehovas Organisation gekommen sind. Judas Iskariot hatte ein gutes Herz, als er zu einem der 12 Apostel Jesu berufen wurde, aber der Teufel nutzte Judas’ Hang zur Habgier. Schon vor der Nacht, in der er Jesus verriet, hatte der „Teufel es Judas Iskariot, dem Sohn Simons, ... ins Herz gegeben ..., ihn zu verraten“ (Johannes 13:2).

      3. Welche Faktoren können jemand beeinflussen, der Abtrünnigkeit zum Opfer zu fallen?

      3 Jemand wendet sich deshalb dem Schlechten zu, weil er durch seine eigenen selbstsüchtigen Überlegungen, seine eigenen Ziele und Begierden sowie durch selbsterwählte Freunde und durch seine Umgebung seine Denkweise formen und seine Willensbildung bestimmen läßt. Paulus sprach von einigen, die ‘einmal erleuchtet waren und die die himmlische freie Gabe geschmeckt hatten, die aber abgefallen sind’ (Hebräer 6:4-6). Wenn wir nicht ständig auf der Hut sind, kann der Teufel durch seine listige Propaganda unser Herz für Gedanken der Abtrünnigkeit empfänglich machen. Aber wie stellt der Teufel in der Praxis fest, ob sich jemand wahrscheinlich als ein Opfer für Abtrünnigkeit eignet?

      4. Was kann passieren, wenn wir eine Neigung zu Verbitterung, Groll oder Nörgelei haben?

      4 Gewöhnlich achtet Satan darauf, ob jemand eine Neigung zu Verbitterung, Groll oder Nörgelei hat. Solche Empfindungen können so stark werden, daß für Gefühle wie Liebe und Dankbarkeit kaum noch Platz bleibt. Vielleicht breitet sich bei jemandem ein ungelöstes Problem wie ein Geschwür aus, so daß er erzürnt ist und sich berechtigt fühlt, christlichen Zusammenkünften fernzubleiben. Wenn er über längere Zeit erzürnt ist, gibt er ‘dem Teufel Raum’ (Epheser 4:27). Jemand, der auf diese Weise erregt ist, blickt mehr auf die menschlichen Schwächen seines Bruders, statt ihm „siebenundsiebzigmal“ zu vergeben, und sieht die prüfungsreichen Umstände nicht als Gelegenheit, seine christlichen Eigenschaften zu vervollkommnen (Matthäus 18:22). Begegnet dem verbitterten Christen in diesem Geisteszustand jemand, der ihm unterbreitet, Jehovas Organisation sei bedrückend und einengend oder vertrete sogar in bezug auf gewisse wesentliche Lehren eine falsche Ansicht, dann könnte sein Herz für diese unbegründeten Behauptungen empfänglich sein. Wie notwendig es daher ist, nicht zuzulassen, daß sich Bitterkeit und Groll anstauen! Laß nicht die Sonne über deiner gereizten Stimmung untergehen. Bringe statt dessen in deinem Leben die Liebe zur völligen Entfaltung.

      5. (a) Wie kann Stolz oder Groll über eine Zurechtweisung zur Fallgrube werden? (b) Inwiefern hilft uns Demut, fest im Glauben zu bleiben?

      5 Nach welchen anderen Herzens- und Geisteszuständen hält der Teufel Ausschau? Nun, da ist zum Beispiel Stolz, Überheblichkeit oder die Einstellung, es werde einem nicht die Führungsrolle zuerkannt, die einem zustehe. Das alles sind Fallgruben, die der Teufel ausnutzt (Römer 12:3). Solltest du einmal wegen einer bestimmten falschen Handlungsweise oder Einstellung Rat erhalten oder sogar zurechtgewiesen werden, so könnte sich dies für den Teufel als ein idealer Zeitpunkt erweisen, in dir die Frage aufsteigen zu lassen, ob du eigentlich der richtigen Organisation angehörst. Bleibe daher demütig. Begnüge dich damit, dich als ein „Geringerer“ zu benehmen. Laß nicht zu, daß Stolz oder ein Gefühl der Überheblichkeit dich zum Wanken bringt, sondern bleibe fest im Glauben (Lukas 9:48; 1. Petrus 5:9).

      6, 7. (a) Welche Erscheinungsformen der Ungeduld versteht der Teufel schnell auszunutzen? (b) Was sollte jemand tun, wenn es ihm an Weisheit mangelt?

      6 Etwas anderes, wonach der Teufel Ausschau hält, ist die Ungeduld. Manchmal meinen wir, es müsse etwas geändert werden; wir möchten, daß es schnell und unverzüglich geschieht. „Das Problem muß jetzt gelöst werden, oder ich gehe. Ich muß jetzt eine Antwort auf diese Frage haben, oder ich mache nicht mehr mit. Harmagedon und das neue System stehen nun schon seit Jahren ‚vor der Tür‘. Ich bin das Hinausschieben leid.“ Du kannst sicher sein, daß der Teufel nur darauf wartet, auf einem solchen Boden der Ungeduld Samenkörner des Zweifels und der Auflehnung zu säen. Hier sind Ausharren und Glauben nötig (Hebräer 10:36, 39).

      7 Jakobus sagte: „Laßt das Ausharren sein Werk vollständig haben, damit ihr vollständig und in jeder Hinsicht gesund seid und es euch an nichts fehlt. Wenn es also einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden. Er bitte aber unablässig im Glauben, ohne irgendwie zu zweifeln, denn wer zweifelt, ist gleich einer Meereswoge, die vom Wind gejagt und umhergetrieben wird. In der Tat, jener Mensch wähne nicht, daß er von Jehova etwas empfangen werde; er ist ein unentschlossener Mann, unbeständig in all seinen Wegen“ (Jakobus 1:4-8). Laß dich vom Teufel nicht zu einem Kandidaten der Abtrünnigkeit machen, indem du ungeduldig wirst und die Verheißungen Gottes in Zweifel ziehst! Sei geduldig, sei dankbar. Warte auf Jehova (Psalm 42:5).

      8. Wie ebnet die Neigung, gegen Autorität zu rebellieren, dem Teufel den Weg, jemand zum Überschreiten biblischer Einschränkungen zu bewegen?

      8 Welches andere Mittel setzt der Teufel ein, um uns fortzuziehen? Hat er nicht schon immer versucht, Rebellion anzuzetteln und Jehovas Diener zu veranlassen, gegenüber denjenigen kritisch zu werden, die die Führung innehaben? „Die Ältesten verstehen das einfach nicht. Sie sind zu kritisch, zu fordernd“, mögen manche sagen. Andere gehen noch weiter und behaupten, die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas oder andere verantwortliche Brüder würden auf die Freiheit des Gewissens übergreifen oder auf das „Recht“ des einzelnen, die Bibel auszulegen. Denke aber an Josephs demütige Worte: „Sind Deutungen nicht Sache Gottes?“ (1. Mose 40:8). Prophezeite Jesus nicht, daß in den letzten Tagen eine Organisation Gesalbter, nämlich „der treue und verständige Sklave“, damit betraut wäre, für die geistige Speise zur rechten Zeit zu sorgen? (Matthäus 24:45-47). Nimm dich vor Personen in acht, die ihren eigenen, andersartigen Meinungen Geltung zu verschaffen suchen. Hüte dich ebenfalls vor Personen, die alle Einschränkungen aufheben wollen oder die Freiheit versprechen, indem sie behaupten, Jehovas Zeugen seien Sklaven! Petrus sagte über falsche Lehrer: „Während sie ihnen Freiheit verheißen, führen sie selbst ein Dasein als Sklaven des Verderbens. Denn wer immer von einem anderen überwunden wird, ist diesem versklavt“ (2. Petrus 2:1, 19).

      9. Was ist gewöhnlich die Einstellung der Personen, die diejenigen kritisieren, die die Führung innehaben?

      9 Aus welchem Grund kritisieren solche gewöhnlich die Gesellschaft oder Brüder, die die Führung innehaben? Ist es oft nicht so, daß sie sich von einer gewissen Anwendung eines Schrifttextes getroffen fühlen? Statt sich nach der gesunden Lehre und Anleitung auszurichten, möchten sie, daß sich die Organisation ändert. Einige wenige Beispiele sollen dies veranschaulichen:

      10. Inwiefern kann ein Beharren auf extremen Kleidungsgewohnheiten dazu führen, ‘dem Teufel Raum zu geben’?

      10 Ein Bruder besteht darauf, sich in gewisser Hinsicht ungewöhnlich zu kleiden oder zurechtzumachen. Die Ältesten haben den Eindruck, daß er kein gutes Vorbild ist, und räumen ihm bestimmte Vorrechte nicht ein, zum Beispiel das Lehren von der Bühne aus. Er wird ärgerlich und behauptet, andere versuchten, ihn seiner christlichen Freiheit zu berauben. Was steht aber hinter solchen Überlegungen? Ist es nicht gewöhnlich Stolz, ein nach Unabhängigkeit strebender Geist oder kindlicher Trotz? Obwohl es eine anscheinend kleine Sache ist, steht jemand, der solche Überlegungen anstellt, in der Gefahr, ‘dem Teufel Raum zu geben’. Liebe und Demut hingegen werden uns veranlassen, uns auf bescheidene, annehmbare Weise zu kleiden und zurechtzumachen. Wir sollten alles zur Förderung der guten Botschaft tun wollen und nicht uns selbst zu gefallen suchen (Römer 15:1, 2; 1. Korinther 10:23, 24).

      11. Was könnte hinter Zweifeln an Jehovas Gebot, sich des Blutes zu enthalten, stehen?

      11 Nehmen wir ein anderes Beispiel. Gelegentlich kann man hören, daß jemand daran zweifelt, ob sich das schriftgemäße Gebot, kein Blut zu essen, wirklich auf Transfusionen bezieht. Was steht aber hinter solchen Überlegungen? Ist es Furcht — die Furcht, sein gegenwärtiges Leben zu verlieren oder vielleicht einen Angehörigen? Ist die Hoffnung auf die Auferstehung im Schwinden begriffen? Treue Christen gehen in bezug auf Gottes Gesetz keinen Kompromiß ein und versuchen auch nicht, es zu verwässern. Kein Blut zur Ernährung des Körpers zu sich zu nehmen ist ebenso notwendig, wie von Hurerei und Götzendienst Abstand zu nehmen, denn all das wird in ein und demselben vom Geist gelenkten Erlaß der Apostel und der älteren Männer von Jerusalem erwähnt (Apostelgeschichte 15:19, 20, 28, 29).

      12. Warum sollten wir uns nicht durch unangebrachte Loyalität verleiten lassen, die biblische Forderung zu übergehen, geselligen Umgang mit Ausgeschlossenen zu meiden?

      12 Manche, die eine kritische Einstellung haben, behaupten, Jehovas Organisation sei zu streng, da sie den gesellschaftlichen Umgang mit Ausgeschlossenen verbietet (2. Johannes 10, 11). Aber warum empfinden diese Kritiker so? Bestehen in ihrem Fall enge Familienbande, oder ziehen sie eine unangebrachte Loyalität gegenüber einem Freund der Loyalität gegenüber Jehova und seinen Maßstäben und Anforderungen vor? Bedenken wir auch, daß das Pflegen geselligen Umgangs mit einem Ausgestoßenen, selbst im Falle eines Verwandten, dazu führen kann, daß der Missetäter denkt, seine Handlungsweise sei gar nicht so schwerwiegend, und das würde ihm noch mehr schaden. Verwehrt man ihm dagegen einen solchen Umgang, dann kann in ihm ein Verlangen nach dem entstehen, was er verloren hat, und der Wunsch, es wiederzuerlangen. Jehovas Weg ist immer der beste und dient zu unserem eigenen Schutz (Sprüche 3:5).

      13. Welche Einstellung sollten wir in bezug auf das öffentliche Predigen von Haus zu Haus haben?

      13 Wieder andere mögen unkorrekterweise behaupten, das Predigen von Haus zu Haus werde in der Bibel nicht gestützt. Liegt das aber nicht daran, daß sie bereits eine Abneigung gegen dieses wichtige Werk haben und nach einer Entschuldigung dafür suchen, sich nicht mehr daran zu beteiligen? Die Liebe zu Gott und zum Nächsten sollte uns veranlassen, die Notwendigkeit dieses lebensrettenden Werkes zu erkennen. Auch hier ist Ausdauer erforderlich. Der Apostel Paulus sprach davon, daß er darin ausharrte, ‘sowohl vor Juden als auch vor Griechen gründlich Zeugnis abzulegen’, indem er öffentlich und von Haus zu Haus lehrte (Apostelgeschichte 20:18-21). Sollten wir nicht, statt uns zu beklagen, loyal seinem vorzüglichen Beispiel folgen? Denke an die vielen Tausende, die in die „e i n e Herde“ eingesammelt worden sind, weil Jehovas Segen auf dem Haus-zu-Haus-Dienst ruht (Johannes 10:16). Vergiß auch nicht die ausgezeichnete Schulung und Glaubensstärkung, die wir erfahren, wenn wir von Tür zu Tür gehen, um die Menschen mit der guten Botschaft zu erreichen. (Vergleiche Apostelgeschichte 5:42; 1. Timotheus 4:16.)

      14. Wie sollten wir reagieren, wenn Kritiker Jehovas Zeugen beschuldigen, falsche Propheten zu sein?

      14 Abschließend möchten wir das ansprechen, was die Gesellschaft in der Vergangenheit über Chronologie veröffentlicht hat. Einige Gegner behaupten, Jehovas Zeugen seien falsche Propheten. Sie sagen, es seien Daten festgelegt worden, aber nichts sei geschehen. Wiederum fragen wir, welches Motiv die Kritiker haben. Fördern sie die Wachsamkeit auf seiten des Volkes Gottes, oder versuchen sie nicht vielmehr, ihren Rückfall in eine schläfrige Untätigkeit zu rechtfertigen? (1. Thessalonicher 5:4-9). Noch wichtiger ist die Frage: Was würdest du tun, wenn du eine solche Kritik hörst? Wenn jemand bezweifelt, daß wir in den „letzten Tagen“ des gegenwärtigen Systems leben, oder vielleicht die Vorstellung hegt, Gott sei so barmherzig, daß er sicherlich nicht den Tod so vieler Millionen Menschen während der „großen Drangsal“ herbeiführen werde, dann hat er bereits sein Herz für eine solche Kritik empfänglich gemacht (2. Timotheus 3:1; Matthäus 24:21).

      15. Was beweist, daß Jehovas Zeugen, statt falsche Propheten zu sein, Glauben an Gottes Wort und seine zuverlässigen Verheißungen haben?

      15 Ja, Jehovas Volk mußte von Zeit zu Zeit seine Erwartungen revidieren. Wegen unseres Eifers erhofften wir das neue System früher, als es nach Jehovas Zeitplan vorgesehen ist. Aber wir bekunden Glauben an Gottes Wort und seine zuverlässigen Verheißungen, indem wir seine Botschaft anderen verkündigen. Außerdem sind wir dadurch, daß wir unser Verständnis etwas revidieren mußten, nicht zu falschen Propheten geworden, noch ändert es etwas an der Tatsache, daß wir in den „letzten Tagen“ leben und bald die „große Drangsal“ erleben, die den Weg in ein irdisches Paradies ebnet. Wie töricht, die Ansicht zu vertreten, Erwartungen, die einer gewissen Korrektur bedurften, würden die Gesamtaussage der Wahrheit in Frage stellen! Die Beweise liegen auf der Hand, daß sich Jehova seiner einen Organisation, in der der „treue und verständige Sklave“ die Führung innehat, bedient hat und weiterhin bedienen wird. Wir empfinden wie Petrus, der sagte: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens“ (Johannes 6:68).

      16, 17. (a) Inwiefern hilft die Anwendung der Worte Jesu aus Matthäus 7:15-20, die Organisation zu erkennen, die von Jehova gesegnet wird? (b) Was gehört beispielsweise zu den guten Früchten, die im Leben der wahren Diener Jehovas hervorgebracht werden?

      16 Nur in dem geistigen Paradies — unter Jehovas Zeugen — können wir die selbstaufopfernde Liebe finden, an der, wie Jesus sagte, seine wahren Jünger zu erkennen sind (Johannes 13:34, 35). Die falschen Propheten haben sich durch ihre schlechten Früchte als das entpuppt, was sie in Wirklichkeit sind. Die guten Bäume jedoch sind, wie Jesus andeutete, an ihren vortrefflichen Früchten zu erkennen (Matthäus 7:15-20). Welch vortreffliche Früchte es doch im geistigen Paradies gibt! In fast jedem Land ist eine erstaunliche Mehrung im Gange. Über 3 000 000 glückliche Untertanen des Königreiches Gottes auf der ganzen Erde sind ein lebendiger Beweis dafür, daß Jehova ein Volk auf der Erde hat.

      17 Da Jehovas Zeugen von Gott belehrt werden, bringen sie in ihrem Leben wirklich die Früchte des Christentums hervor (Jesaja 54:13). Nur Jehovas Diener haben sich vollständig von babylonischem Aberglauben getrennt. Nur sie haben eine Organisation, die sich völlig an das hält, was Gottes Wort über geschlechtliche Unmoral, Abtreibung, Trunkenheit, Diebstahl, Götzendienst, Rassenvorurteile und andere weltliche Bestrebungen und Praktiken sagt. Sie allein gehorchen dem Gebot, die gute Botschaft von Jehovas Königreich zu predigen (Matthäus 24:14). Gottes eigenes Wort weist unmißverständlich auf Jehovas Zeugen als das eine organisierte Volk hin, das von ihm gesegnet wird.

      18. Wie sollten sich Jehovas Diener verhalten, wenn sie mit den Lehren Abtrünniger konfrontiert werden?

      18 Ja, wir alle, die wir treu und loyal an dem christlichen Weg festhalten, sind davon überzeugt, daß Jehovas Wahrheit nach wie vor schön und befriedigend ist — sogar noch mehr als zu der Zeit, da wir sie das erstemal hörten. Sei daher in deinem Herzen fest entschlossen, niemals mit dem Gift in Berührung zu kommen, das Abtrünnige dir anbieten wollen. Halte dich an das weise, aber auch nachdrückliche Gebot Jehovas, diejenigen ganz und gar zu meiden, die dich betrügen und irreführen und auf die Wege des Todes lenken wollen. Wenn wir Jehova, unseren Gott, mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele und unserem ganzen Sinn lieben und unseren Nächsten wie uns selbst, wird kein Raum frei bleiben, in den Gedanken der Abtrünnigkeit eindringen können (Matthäus 22:37-39). Wir werden ‘dem Teufel nicht Raum geben’ und nicht den Wunsch haben, uns anderswo umzusehen. Wir werden uns nicht durch eine trügerische Lehre ‘schnell in unserem vernünftigen Denken erschüttern’ lassen (2. Thessalonicher 2:1, 2).

      19. Durch welches Verhalten können wir sicherstellen, daß uns niemand um den „Siegespreis“, das ewige Leben, bringen wird?

      19 Schätzen wir stets unser Vorrecht, in Jehovas geistigem Paradies zu sein, wo wir uns so vieler geistiger Segnungen erfreuen. Wir wissen, wer sich treu an die Worte ewigen Lebens hält. Bleiben wir daher in enger Gemeinschaft mit ihnen in dem Bewußtsein, daß sie unsere echten, loyalen Brüder und Schwestern im Glauben sind. Mögen wir weiterhin dieselbe Freude und Befriedigung empfinden, die wir hatten, als wir die Wahrheit kennenlernten, und das in der Zuversicht, den großen Preis, das ewige Leben in Jehovas neuem System der Dinge, zu erlangen. Treffend sagte Paulus: „Laßt euch nicht um den Siegespreis bringen“ (Kolosser 2:18).

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