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  • Petrus
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2
    • Zuweilen redete er impulsiv, sogar unbesonnen. Er war derjenige, der dachte, er müsse etwas sagen, als er die Umgestaltung sah (Mar 9:1-6; Luk 9:33). Durch seine etwas verwirrte Bemerkung, wie schön es sei, dort zu sein, und seinen Vorschlag, drei Zelte zu errichten, wollte er allem Anschein nach andeuten, dass die Vision (in der sich Moses und Elia gerade von Jesus trennten) nicht enden, sondern weitergehen sollte. In der Nacht des letzten Passahs erhob Petrus zunächst energisch Einspruch dagegen, dass Jesus ihm die Füße waschen wollte, und nachdem Jesus ihn korrigiert hatte, wollte er, dass Jesus ihm auch noch den Kopf und die Hände wusch (Joh 13:5-10). Man kann allerdings erkennen, dass Petrus’ Äußerungen grundsätzlich einem aktiven Interesse und einer Besorgnis, verbunden mit starken Emotionen, entsprangen. Dass diese Äußerungen im Bibelbericht enthalten sind, zeugt von ihrem Wert, auch wenn sie manchmal gewisse menschliche Schwächen des Sprechers verraten.

  • Petrus
    Einsichten über die Heilige Schrift, Band 2
    • Da Petrus oft als Erster das Wort ergriff, wurde er auch am häufigsten korrigiert, getadelt oder zurechtgewiesen. Obwohl Mitgefühl sein Beweggrund war, beging er den Fehler, vermessen zu handeln, indem er Jesus beiseitenahm und ihm tatsächlich ernste Vorhaltungen machte, weil Jesus seine zukünftigen Leiden und seinen Tod als Messias vorhergesagt hatte. Jesus drehte sich um und nannte Petrus einen Widersacher (oder Satan), der menschliche Überlegungen den in den Prophezeiungen enthaltenen Gedanken Gottes entgegensetzte (Mat 16:21-23). Es sei allerdings bemerkt, dass Jesus dabei ‘die anderen Jünger anschaute’, wahrscheinlich um zu zeigen, dass er wusste, dass Petrus das aussprach, was die anderen auch dachten (Mar 8:32, 33). Als Petrus es sich erlaubte, wegen der Zahlung einer gewissen Steuer für Jesus zu sprechen, half ihm Jesus freundlich, zu erkennen, dass es wichtig ist, die Gedanken sorgfältiger abzuwägen, bevor man spricht (Mat 17:24-27). Petrus offenbarte zu großes Selbstvertrauen und ein gewisses Gefühl der Überlegenheit gegenüber den anderen 11 Aposteln, als er erklärte, dass sie zwar wegen Jesus straucheln könnten, er aber niemals straucheln würde und bereit wäre, ins Gefängnis zu gehen oder sogar mit Jesus zu sterben. Es stimmt, dass all die anderen dieser nachdrücklichen Erklärung zustimmten, doch Petrus hatte sich zuerst geäußert und das Gesagte ‘beteuert’. Daraufhin prophezeite Jesus, dass Petrus seinen Herrn dreimal verleugnen werde (Mat 26:31-35; Mar 14:30, 31; Luk 22:33, 34).

      Petrus war ein Mann, der nicht nur redete, sondern er war ein Mann der Tat, der sowohl Unternehmungsgeist und Mut als auch große Zuneigung zu seinem Herrn zeigte. Als Jesus vor Sonnenaufgang einen einsamen Ort aufsuchte, um zu beten, stand Simon früh auf und führte eine Gruppe an, um ‘Jesus nachzueilen’ (Mar 1:35-37). Als Jesus über die sturmgepeitschten Wasser ging, war es wieder Petrus, der die Initiative ergriff und Jesus bat, ihn zu sich zu rufen. Er legte eine gewisse Entfernung auf dem Wasser zurück, bevor er dem Zweifel Raum gab und zu sinken begann (Mat 14:25-32).

      In der letzten Nacht des irdischen Lebens Jesu hatte Petrus zusammen mit Jakobus und Johannes das Vorrecht, Jesus im Garten Gethsemane an den Ort zu begleiten, wo er inbrünstig betete. Genau wie die anderen Apostel schlief Petrus vor Müdigkeit und Kummer ein. Zweifellos weil Petrus seine Entschlossenheit, bei Jesus zu bleiben, so beteuert hatte, wandte sich Jesus insbesondere an ihn, als er sagte: „Konntet ihr denn nicht auch nur e i n e Stunde mit mir wachen?“ (Mat 26:36-45; Luk 22:39-46). Petrus versäumte es, ‘unablässig zu beten’, und musste die Folgen tragen.

      Als die Jünger sahen, dass die Pöbelrotte im Begriff war, Jesus zu ergreifen, fragten sie, ob sie kämpfen sollten. Doch Petrus wartete die Antwort nicht ab, sondern handelte, indem er einem Mann mit einem Schwertstreich das Ohr abhieb (obgleich der Fischer wahrscheinlich größeren Schaden anrichten wollte), worauf Petrus von Jesus getadelt wurde (Mat 26:51, 52; Luk 22:49-51; Joh 18:10, 11). Obgleich Petrus wie die anderen Jünger Jesus verließ, folgte er später – offensichtlich hin und her gerissen zwischen der Furcht um sein eigenes Leben und seiner tiefen Besorgnis über das, was mit Jesus geschehen würde – der Pöbelrotte, von der Jesus gefangen genommen worden war, „in gutem Abstand“ (Mat 26:57, 58).

      Mit der Hilfe eines anderen Jüngers, der Petrus offensichtlich bis zum Wohnsitz des Hohen Priesters folgte oder ihn bis dorthin begleitete, ging Petrus bis in den Hof hinein (Joh 18:15, 16). Er blieb nicht still und unauffällig in irgendeiner dunklen Ecke stehen, sondern trat hinzu und wärmte sich am Feuer. Durch den Feuerschein konnten ihn andere als einen Gefährten Jesu erkennen, und sein galiläischer Akzent trug zu ihren Verdächtigungen bei. Als man Petrus vorwarf, Jesus zu kennen, leugnete er es drei Mal, wobei er schließlich sogar fluchte. Irgendwo in der Stadt krähte ein Hahn ein zweites Mal, und Jesus „wandte sich um und blickte Petrus an“. Daraufhin ging Petrus hinaus, brach zusammen und weinte bitterlich (Mat 26:69-75; Mar 14:66-72; Luk 22:54-62; Joh 18:17, 18; siehe EID; HAHNENSCHREI). Jesu vorheriges Flehen für Petrus wurde indes erhört, und Petrus’ Glaube ließ nicht völlig nach (Luk 22:31, 32).

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