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  • Sie erwiderten Gottes Liebe auf selbstlose Weise
    Der Wachtturm 1990 | 1. Dezember
    • Sie erwiderten Gottes Liebe auf selbstlose Weise

      „O möge man Jehova danken für seine liebende Güte und für seine wunderbaren Werke an den Menschensöhnen“ (PSALM 107:8).

      1. Wie betonte der Apostel Johannes in seinem ersten Brief die Eigenschaft der Liebe?

      „GOTT ist Liebe.“ Wie bedeutungsvoll diese Worte sind! Kein Wunder, daß es der Apostel Johannes für notwendig erachtete, sie in seinem ersten Brief zu wiederholen (1. Johannes 4:8, 16). Jehova Gott ist nicht nur Liebe, sondern er ist die Verkörperung der Liebe oder die Liebe in Person.

      2. Auf welche Weise bekundete Gott Liebe bei der Erschaffung von Mann und Frau sowie durch die Sorge für sie?

      2 Denken wir an die Liebe, die dadurch zum Ausdruck kommt, wie Gott uns erschaffen hat. Davids Worte der Wertschätzung sind diesbezüglich sehr passend. Als inspirierter Psalmist sagte er: „Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin“ (Psalm 139:14). Damit wir gesund leben und glücklich sein können, ermöglicht uns Gott durch unsere fünf Sinne — Gesichts-, Gehör-, Geschmacks-, Geruchs- und Tastsinn — zahllose Freuden. Welch eine Schönheit sehen wir doch in der uns umgebenden Schöpfung! Wie wunderbar sind die vielen verschiedenen Pflanzen und Tiere, von der Schönheit der menschlichen Gestalt und ihres Angesichts ganz zu schweigen! Gott hat außerdem für eine Vielfalt an köstlichen Früchten und Gemüsearten sowie für andere Nahrung gesorgt (Psalm 104:13-16). Aus gutem Grund machte der Apostel Paulus die Bewohner des alten Lystra darauf aufmerksam, daß Gott, wie er sagte, „Gutes tat, da er euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und euer Herz mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte“ (Apostelgeschichte 14:17).

      3. Mit welchen Fähigkeiten hat uns Gott ausgestattet?

      3 Denken wir auch an all die Segnungen, die mit einem glücklichen Familienleben verbunden sind. Und vergessen wir nicht die Freuden, die uns unsere geistigen und emotionalen Fähigkeiten ermöglichen: die Vorstellungskraft, das Denkvermögen, das Gedächtnis, das Gewissen und insbesondere die Fähigkeit, Gott anzubeten — all das macht uns den Tieren weit überlegen. Ebensowenig sollten wir die Freude übersehen, die uns die Musik bereiten kann. Diese und viele weitere Gaben sind Kundgebungen der Liebe, die Gott zu uns hat.

      4. Welche Kundgebungen der Liebe Gottes haben die Menschen seit der Übertretung ihrer Ureltern erlebt?

      4 Es steht außer Frage, daß Adam und Eva in ihrem vollkommenen Zustand im Garten Eden mannigfaltige Freuden genossen (1. Mose 2:7-9, 22, 23). Gab aber Gott die Menschen auf, als sie es versäumten, die vielen Beweise seiner Liebe auf selbstlose Weise zu erwidern? Keineswegs! Unverzüglich unternahm er etwas zur Berichtigung all der Fehler, die sich aus der Übertretung unserer Ureltern ergaben (1. Mose 3:15). Auch dadurch, daß Jehova Adams unvollkommene Nachkommen geduldig erträgt, bekundet er Liebe (Römer 5:12). Wie lange bereits? Mittlerweile rund 6 000 Jahre. Besonders liebevoll hat Gott seine Diener behandelt. Es treffen die Worte zu: „Jehova, Jehova, ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit, der Tausenden liebende Güte bewahrt, der Vergehung und Übertretung und Sünde verzeiht“ (2. Mose 34:6, 7).

      5. Inwiefern verfuhr Jehova mit dem Volk Israel liebevoll und geduldig?

      5 Ja, mit den Israeliten verfuhr Jehova Gott wirklich sehr geduldig — von der Zeit an, wo er sie am Fuße des Berges Sinai als eine Nation hervorbrachte, bis ihre Abtrünnigkeit ihn zwang, sie vollständig zu verwerfen. In 2. Chronika 36:15, 16 lesen wir: „Jehova, der Gott ihrer Vorväter, sandte durch seine Boten fortgesetzt Warnungen an sie, immer und immer wieder hinsendend, denn er hatte Mitleid mit seinem Volk und mit seiner Wohnung. Aber sie trieben unablässig Mutwillen mit den Boten des wahren Gottes und verachteten seine Worte und verspotteten seine Propheten, bis der Grimm Jehovas gegen sein Volk stieg, bis es keine Heilung gab.“ Doch es gab Israeliten, die Jehovas Liebe auf selbstlose Weise erwiderten. Befassen wir uns jetzt etwas näher mit dem Leben einiger dieser Personen, um zu sehen, wie sie das taten. So werden wir erkennen, welche praktischen Möglichkeiten sich uns bieten, Jehovas Liebe auf selbstlose Weise zu erwidern.

      Moses erwiderte selbstlos Gottes Liebe

      6. In welcher Hinsicht ist Moses ein herausragendes Beispiel, und in welchen Eigenschaften verspürte er Gottes Liebe?

      6 Moses war ein herausragendes Beispiel für jemand, der Gottes Liebe auf selbstlose Weise erwiderte. Welche Möglichkeiten standen ihm doch als Adoptivsohn der Tochter Pharaos offen! Er erwählte es sich jedoch, „eher mit dem Volk Gottes schlecht behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben, weil er die Schmach des Christus für größeren Reichtum achtete als die Schätze Ägyptens“ (Hebräer 11:25, 26). Einmal wollte Moses seine Brüder, die Israeliten, aus ägyptischer Knechtschaft befreien. Sie schätzten aber seine Bemühungen nicht; auch war Gottes bestimmte Zeit, sie zu befreien, noch nicht herbeigekommen (Apostelgeschichte 7:23-29). Aufgrund des Glaubens Mose und seines selbstlosen Wunsches, seinen Brüdern zu helfen, ermächtigte ihn jedoch Jehova Jahrzehnte später, viele Wunder zu wirken und den Israeliten 40 Jahre lang als sein Prophet, Richter, Gesetzgeber und Mittler zu dienen. In diesen Eigenschaften verspürte Moses viele Male, wie sehr Jehova ihn und seine Mitisraeliten liebte.

      7. Wie erwiderte Moses die Liebe Jehovas?

      7 Wie erwiderte Moses die Liebe und die unverdiente Güte Gottes? ‘Nahm er Jehovas unverdiente Güte an und verfehlte ihren Zweck’? (2. Korinther 6:1). Ganz und gar nicht. Auf selbstlose Weise erwiderte Moses die Liebe, die Jehova ihm gegenüber bekundete, indem er sich voll und ganz auf Gott ausrichtete. Er blickte stets zu Jehova auf und hatte ein vertrautes Verhältnis zu seinem Schöpfer. Wie vorteilhaft sprach doch Gott von Moses, als er Aaron und Mirjam zurechtwies, weil sie ihren Bruder kritisiert hatten! Ja, Jehova redete „von Mund zu Mund“ mit Moses und ließ ihn die „Erscheinung Jehovas“ erblicken (4. Mose 12:6-8). Obwohl Moses viele Vorrechte wahrnehmen durfte, blieb er der sanftmütigste Mensch und führte die Befehle Jehovas aus. Wie Jehova geboten hatte, „geradeso tat er“ (2. Mose 40:16; 4. Mose 12:3).

      8. Wie zeigte Moses, daß er sich wirklich auf Gott ausrichtete?

      8 Auch dadurch, daß Moses um den Namen und den Ruf Jehovas und um die reine Anbetung besorgt war, zeigte er, daß er sich selbstlos auf Gott ausrichtete. So flehte er bei zwei Gelegenheiten zu Jehova, den Israeliten um seines Namens willen Barmherzigkeit zu erweisen (2. Mose 32:11-14; 4. Mose 14:13-19). Als sich die Israeliten in den götzendienerischen Kälberkult verstrickten, bewies Moses Eifer für die wahre Anbetung, indem er ausrief: „Wer ist auf der Seite Jehovas? Zu mir!“ Anschließend richteten er und die Männer, die mit ihm waren, 3 000 Götzendiener mit dem Schwert hin. 40 Jahre lang ertrug Moses danach ein sich beklagendes und rebellisches Volk. Es steht zweifelsfrei fest, daß Moses Gottes Äußerungen der Liebe auf selbstlose Weise erwiderte und uns so ein vorzügliches Beispiel gab (2. Mose 32:26-28; 5. Mose 34:7, 10-12).

      Davids vorzügliche Erwiderung

      9. (a) Wie erwiderte David die Liebe Jehovas? (b) Wie können wir Jehova mit wertvollen Dingen ehren, wie David es tat?

      9 Eine weitere herausragende Person, die in der Bibel erwähnt wird und die durch ihre selbstlose Erwiderung der Liebe Gottes ein gutes Beispiel gab, ist der Psalmist David, der zweite König Israels. Sein Eifer für den Namen Jehovas bewog ihn, gegen den höhnenden Philisterriesen Goliath zu kämpfen, und Gott schenkte David den Sieg (1. Samuel 17:45-51). Derselbe Eifer drängte David, die Bundeslade nach Jerusalem zu bringen (2. Samuel 6:12-19). Und war nicht auch Davids Wunsch, Jehova einen Tempel zu bauen, ein Ausdruck seines Eifers und seiner Wertschätzung für Gottes Liebe und Güte? Ganz sicher! Daß ihm dieses Vorrecht verwehrt blieb, hielt ihn nicht davon ab, das Projekt vorzubereiten und Jehova durch einen persönlichen Beitrag an Gold, Silber und kostbaren Steinen von sehr hohem Wert zu ehren (2. Samuel 7:1-13; 1. Chronika 29:2-5). Durch eine ähnliche selbstlose Erwiderung der Liebe Gottes sollten wir dazu motiviert werden, ‘Jehova mit unseren wertvollen Dingen zu ehren’, indem wir unsere materiellen Mittel zur Förderung der Königreichsinteressen gebrauchen (Sprüche 3:9, 10; Matthäus 6:33).

      10. In welcher Hinsicht ist Davids Handlungsweise nachahmenswert?

      10 David beging zwar schwerwiegende Fehler, doch erwies er sich sein ganzes Leben lang als ‘ein Mann, der dem Herzen Jehovas angenehm war’ (1. Samuel 13:14; Apostelgeschichte 13:22). Seine Psalmen sind voller Äußerungen des Dankes für Gottes Liebe. In einem biblischen Nachschlagewerk heißt es, daß David „an Dankbarkeit weit überströmender war als irgendeine andere in der Heiligen Schrift erwähnte Person“ (The International Standard Bible Encyclopædia). Wie der Psalmist Asaph schrieb, erwählte Gott „David, seinen Knecht, und nahm ihn von den Kleinviehhürden hinweg. ... er [brachte] ihn herein, damit er ein Hirte über Jakob, sein Volk, und über Israel, sein Erbe, sei. Und er begann sie zu hüten gemäß der unversehrten Lauterkeit seines Herzens“ (Psalm 78:70-72). Ja, Davids Handlungsweise ist für uns sehr nachahmenswert.

      Jesus Christus — unser vollkommenes Vorbild

      11, 12. Wie bewies Jesus, daß er sich wirklich auf Gott ausrichtete?

      11 Natürlich ist Jesus Christus das beste biblische Beispiel für einen Menschen, der Gottes Liebe auf selbstlose Weise erwiderte. Wozu wurde Jesus motiviert? Vor allem dazu, Jehova gegenüber ausschließliche Ergebenheit zu bekunden. Jesus richtete sich fraglos voll und ganz auf Gott aus. Wertschätzung für die Liebe und Güte seines himmlischen Vaters bewog ihn, ein wirklicher Geistesmensch zu sein. Er hatte ein enges, vertrautes Verhältnis zu Gott. Er war ein Mensch des Gebets und sprach gern mit seinem himmlischen Vater. Immer wieder lesen wir, daß Christus betete. Einmal verbrachte er die ganze Nacht im Gebet (Lukas 3:21, 22; 6:12; 11:1; Johannes 17:1-26). Als Erwiderung auf Gottes Liebe lebte Jesus gemäß der Wahrheit, daß ‘der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jeder Äußerung, die durch den Mund Jehovas ausgeht’. Den Willen seines Vaters zu tun war wirklich Speise für ihn (Matthäus 4:4; Johannes 4:34). Sollten wir Gottes Liebe nicht ebenso erwidern und ihm gegenüber ausschließliche Ergebenheit bekunden?

      12 Da Jesus Christus Gottes Liebe auf selbstlose Weise erwiderte, lenkte er die Aufmerksamkeit immer auf seinen Gott und Vater. Als ihn jemand mit „guter Lehrer“ anredete, sagte er: „Niemand ist gut als nur einer, Gott“ (Lukas 18:18, 19). Jesus betonte wiederholt, nichts aus eigener Initiative tun zu können. Er ließ keine Gelegenheit aus, den Namen seines Vaters zu verherrlichen, und begann sein Mustergebet mit der Bitte: „Dein Name werde geheiligt.“ Er betete: „Vater, verherrliche deinen Namen.“ Und kurz bevor er starb, sagte er zu seinem Vater: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und habe das Werk vollendet, das du mir zu tun gegeben hast“ (Matthäus 6:9; Johannes 12:28; 17:4). Bestimmt sollten wir Jehova — als Erwiderung auf seine Liebe — zu verherrlichen suchen und um die Heiligung seines Namens beten.

      13. Wie zu handeln, wurde Jesus durch Gottes Liebe veranlaßt?

      13 Beachten wir jetzt noch eine zweite bei Jesus hervorgerufene selbstlose Erwiderung der Liebe Gottes. Jesus wurde dazu motiviert, Gerechtigkeit zu lieben und Gesetzlosigkeit zu hassen, wie in Psalm 45:7 vorausgesagt worden war (Hebräer 1:9). Er war „loyal, arglos, unbefleckt, getrennt von den Sündern“ (Hebräer 7:26). Jesus forderte seine gehässigen Gegner auf, ihn der Sünde zu überführen, doch dazu waren sie nicht in der Lage (Johannes 8:46). Er haßte Gesetzlosigkeit. Deshalb säuberte er bei zwei Gelegenheiten den Tempel von habgierigen Religionsanhängern (Matthäus 21:12, 13; Johannes 2:13-17). Und die heuchlerischen religiösen Führer stellte er auf vernichtende Weise bloß, indem er ihnen sogar sagte, sie stammten vom Teufel (Matthäus 6:2, 5, 16; 15:7-9; 23:13-32; Johannes 8:44).

      14. Wie behandelte Jesus seine Jünger in Erwiderung der Liebe Jehovas?

      14 Wozu Jehovas Liebe Jesus noch motivierte, ist an seinem Verhalten gegenüber seinen Aposteln und anderen Jüngern zu erkennen. Wie liebevoll, geduldig und langmütig er doch ihnen gegenüber war! Daß sie miteinander rivalisierten und sogar noch in der Nacht, in der er verraten wurde, miteinander stritten, wer der Größte unter ihnen sei, muß für ihn eine ungeheure Prüfung gewesen sein (Lukas 22:24-27). Doch Jesus bewies, daß er mild gesinnt und von Herzen demütig war (Matthäus 11:28-30). Judas verriet Jesus, Petrus verleugnete ihn dreimal, und die anderen Apostel flohen, als der Pöbel kam und Jesus festnahm. Er ließ sich jedoch nie verbittern, noch grollte er. Wieso wissen wir das? Nun, als er nach seiner Auferstehung wieder mit seinen Aposteln zusammenkam, wies er sie dafür, daß sie sich furchtsam zurückgezogen hatten, nicht scharf zurecht, sondern tröstete und stärkte sie für weiteren Dienst für das Königreich (Johannes 20:19-23).

      15. Inwiefern diente Jesus selbstlos den körperlichen Bedürfnissen der Menschen?

      15 Betrachten wir eine weitere Art und Weise, wie Jesus Christus Gottes Liebe selbstlos erwiderte, und zwar indem er sich für andere aufopferte, ja bis zum schändlichen und qualvollen Tod am Marterpfahl (Philipper 2:5-8). Jesus diente den körperlichen Bedürfnissen der Menschen, indem er durch ein Wunder Volksmengen speiste und viele Heilungen vollbrachte (Matthäus 14:14-22; 15:32-39). Er stellte die Interessen anderer stets den seinen voran. Deshalb konnte er sagen: „Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Schlafsitze, der Menschensohn aber hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann“ (Matthäus 8:20). Jesus spürte bei Wunderheilungen, daß Gottes Geist von ihm ausging und wirksam wurde. Nie versuchte er jedoch, sich durch den Einsatz solch übernatürlicher Kraft materielle Vorteile zu verschaffen, wie zum Beispiel, als eine Frau, die 12 Jahre an einem Blutfluß gelitten hatte, im Glauben sein äußeres Kleid berührte und gesund wurde (Markus 5:25-34). Übrigens setzte er übernatürliche Kräfte nie zu seinen eigenen Gunsten ein. (Vergleiche Matthäus 4:2-4.)

      16. In welcher Hinsicht diente Christus den geistigen Bedürfnissen der Menschen?

      16 Obwohl Jesus selbstlos den körperlichen Bedürfnissen der Menschen diente, indem er ihre Krankheiten heilte und sie auf übernatürliche Weise speiste, war das Hauptanliegen in seinem irdischen Dienst das Predigen der guten Botschaft von Gottes Königreich, das Lehren und das Jüngermachen. Trotz all seiner Wunderheilungen war er nicht als großer Arzt oder Wundertäter bekannt, sondern als guter Lehrer (Matthäus 4:23, 24; Markus 10:17). Jesus bezeichnete sich selbst als Lehrer, und er wurde auch von seinen Jüngern und sogar von seinen Feinden so genannt (Matthäus 22:16; 26:18; Markus 9:38). Und was für Wahrheiten er lehrte, beispielsweise in der Bergpredigt! (Matthäus 5:1 bis 7:29). Wie treffend seine Vergleiche waren, und wie aufrüttelnd seine prophetischen Gleichnisse und anderen Prophezeiungen! Kein Wunder, daß die Soldaten, die bei einer Gelegenheit ausgesandt worden waren, um ihn festzunehmen, sich nicht dazu entschließen konnten (Johannes 7:45, 46).

      17. (a) Wieso gibt uns Jesus das vollkommene Beispiel der Liebe? (b) Was wird im folgenden Artikel besprochen?

      17 Zweifellos gibt uns Jesus Christus das vollkommene Beispiel für eine selbstlose Erwiderung der uns von Gott erwiesenen Liebe. Jesus räumte seinem himmlischen Vater, was sein Leben und seine Zuneigungen betraf, den ersten Platz ein. Er liebte wirklich Gerechtigkeit, ging mit seinen Aposteln und anderen Jüngern liebevoll um und stellte sein Leben in einen Dienst zugunsten der geistigen und körperlichen Bedürfnisse der Menschen. Schließlich krönte er seinen Dienst dadurch, daß er sein Leben als Lösegeld hingab (Matthäus 20:28). Aber wie steht es mit uns? Es stimmt, wir sind unvollkommen — wie Moses und David. Doch wie der folgende Artikel zeigt, gibt es praktische Möglichkeiten, unser Vorbild nachzuahmen und die Kundgebungen göttlicher Liebe auf selbstlose Weise zu erwidern.

  • Wodurch können wir Gottes Liebe selbstlos erwidern?
    Der Wachtturm 1990 | 1. Dezember
    • Wodurch können wir Gottes Liebe selbstlos erwidern?

      „Wenn Gott uns so geliebt hat, dann sind wir selbst verpflichtet, einander zu lieben“ (1. JOHANNES 4:11).

      1, 2. Was setzt es voraus, Äußerungen der Liebe Gottes auf selbstlose Weise zu erwidern?

      JEHOVA ist die Liebe in Person. In dem vorangehenden Artikel ist uns vor Augen geführt worden, wie zahlreich die Beweise seiner Liebe sind. Auch haben wir erkannt, wie Moses, David und Jesus Christus die Beweise der Liebe Gottes auf selbstlose Weise erwiderten. Sollte es nicht der Wunsch eines jeden Zeugen Jehovas sein, ebenso zu handeln? Gewiß!

      2 Was setzt es voraus, Äußerungen der Liebe Gottes auf selbstlose Weise zu erwidern? Wir müssen ihm den ersten Platz in unserem Leben einräumen und ihn mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele, unserem ganzen Sinn und unserer ganzen Kraft lieben (Markus 12:29, 30). Das bedeutet, sich auf Jehova Gott auszurichten, ein herzliches persönliches Verhältnis zu ihm zu haben. Sprechen wir gern mit unserem himmlischen Vater im Gebet? Beten wir unaufhörlich, und verharren wir im Gebet? Oder haben wir es bei unseren Gebeten eilig? Sind wir mitunter sogar zu beschäftigt, um zu beten? (Römer 12:12; 1. Thessalonicher 5:17). Lenken wir die Aufmerksamkeit auf Jehova, und geben wir ihm und seiner Organisation die Ehre für das, was wir erreicht haben mögen? (1. Korinther 3:7; 4:7). Ja, sind wir so eingestellt wie der Psalmist? Er sagte in bezug auf Gott: „Siebenmal am Tag habe ich dich gepriesen“ (Psalm 119:164).

      3. Wie können wir bei einem geselligen Beisammensein zeigen, ob wir Gottes Liebe selbstlos erwidern?

      3 Ob wir Gottes Liebe selbstlos erwidern, kann sich zeigen, wenn wir gesellig beisammen sind. Drehen sich unsere Gespräche dann um weltliche Themen oder um geistige? Das heißt nicht, daß wir jedesmal, wenn wir mit Mitchristen zusammen sind, ein tiefgehendes Bibelstudium betreiben müßten. Aber sicherlich kommen wir auch auf interessante Punkte in Verbindung mit unserem Glauben zu sprechen. Wir könnten zum Beispiel eine Erfahrung aus dem Predigtdienst berichten, uns über unsere Lieblingsschriftstelle unterhalten oder erzählen, wie wir die Wahrheit kennengelernt haben, und Beweise für die liebevolle Fürsorge und den Segen Jehovas nennen.

      4. Welchen Standpunkt sollten wir einnehmen, falls wir in bezug auf ein bestimmtes Dienstvorrecht übersehen werden?

      4 Auch in einer anderen Situation kann sich zeigen, wie groß unsere Wertschätzung für Gottes Liebe ist, nämlich falls wir bei der Zuteilung eines Dienstvorrechts in Jehovas Organisation übersehen worden sind. Wie reagieren wir darauf? Sind wir in erster Linie auf die Ehre Jehovas bedacht, so werden wir zugeben, daß er höchstwahrscheinlich ebenso geehrt wird, wenn irgend jemand anders das betreffende Dienstvorrecht wahrnimmt. (Vergleiche Lukas 9:48.) Wären wir aber ungebührlich auf unseren eigenen Vorteil oder Namen bedacht, dann würden wir uns vielleicht mit dem Gedanken herumquälen, daß wir unserer Auffassung nach übersehen worden sind. Wir sollten daran denken, daß uns Jehova liebt und er vielleicht sogar erkennt, daß wir gegenwärtig die Last einer bestimmten theokratischen Verantwortung nicht tragen können. Er segnet uns womöglich reichlich in anderer Hinsicht, und solche Kundgebungen seiner Liebe sollten uns helfen, unser geistiges Gleichgewicht zu bewahren (Sprüche 10:22).

      Gerechtigkeit lieben, Gesetzlosigkeit hassen

      5. Wie sollten sich die Beweise der Liebe Gottes auf unser Verhalten auswirken?

      5 Beweise der Liebe Gottes zu uns sollten uns bewegen, Christus nachzuahmen, indem wir Gerechtigkeit lieben und Gesetzlosigkeit hassen (Hebräer 1:9). Es stimmt, wir können das nicht wie Jesus auf vollkommene Weise tun. Doch können wir uns zum Ziel setzen, so heilig, ehrlich und gesetzestreu zu sein, wie es unser unvollkommener Zustand erlaubt. Dazu müssen wir nicht nur Liebe zu gerechten und guten Dingen entwickeln, sondern auch einen Haß oder eine Abneigung gegen das Böse, ja einen Abscheu davor. Der Apostel Paulus drückte es folgendermaßen aus: „Verabscheut das Böse, haltet am Guten fest“ (Römer 12:9). „Verabscheuen“ ist ein aussagekräftiges Wort und bedeutet, einen heftigen Widerwillen gegen etwas empfinden. (Siehe Duden, Deutsches Universal-Wörterbuch.)

      6. Wodurch können wir uns gegen Versuchungen wappnen, die durch die Welt, unser sündiges Fleisch oder durch den Teufel an uns herangetragen werden?

      6 Wodurch können wir uns gegen Versuchungen wappnen, die die Welt, unser sündiges Fleisch oder der Teufel an uns heranträgt? Durch Loyalität gegenüber Jehova Gott. Er appelliert an uns mit den Worten: „Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich dem, der mich höhnt, eine Antwort geben kann“ (Sprüche 27:11). Ja, Loyalität gegenüber Jehova wird uns motivieren, weise zu handeln und das zu hassen, was er haßt. Überdies: So angenehm oder aufregend die Übertretung eines Gesetzes Gottes auch erscheinen mag, müssen wir uns doch immer wieder sagen, daß sie sich nicht lohnt (Galater 6:7, 8). Das Herz des Menschen ist hinterlistig, verräterisch und verschlagen, wie wir aus Jeremia 17:9 erfahren. Ein christliches Herz liebt Gutes, Schönes und Reines. Doch mitunter tragen sündige Neigungen dazu bei, daß es auch etwas Böses begehrt. Wie das Herz der Israeliten, die Jehova anbeteten und dennoch ihre dem Götzendienst dienenden „Höhen“ beibehielten, könnte auch unser unvollkommenes Herz selbstsüchtig und verschlagen sein (1. Könige 22:43; 5. Mose 12:2). Es mag nach Entschuldigungen suchen und uns in eine Versuchung hineinführen. Es könnte sein, daß es die Schwere eines Fehlers, den wir zu begehen versucht sind, herunterspielt. Oder es versucht vielleicht, uns davon zu überzeugen, daß eine Strafe nur etwas Vorübergehendes ist.

      7. Warum sollten wir uns vor einem Verlangen nach etwas Bösem hüten?

      7 Aus Wertschätzung für Gottes Liebe sollten wir uns vor einem Verlangen nach etwas Bösem hüten, zum Beispiel vor der Neigung zu geschlechtlicher Unmoral — seien wir nun ledig oder verheiratet. Was anfangs als ein harmloser Flirt erschien, hat schon häufig dazu geführt, daß sich zwei Christen so sehr zueinander hingezogen fühlten, daß sie sündigten und ihnen die Gemeinschaft entzogen wurde. Selbst Älteste, die untadelig und Vorbilder für die Herde sein sollten, sind solchen Versuchungen erlegen. (Vergleiche 1. Könige 15:4, 5.)

      8. In welcher Hinsicht ist das Beispiel des Apostels Paulus für uns eine Warnung, und wie läßt sich diese Schwierigkeit veranschaulichen?

      8 Betrachten wir den Apostel Paulus, der nicht nur Visionen haben durfte, sondern auch über übernatürliche Kräfte verfügte und die Gabe göttlicher Inspiration besaß. Damit er jedoch den Kampf gegen seine sündigen Neigungen gewinnen konnte, mußte er seinen Leib zerschlagen, d. h. sich einer harten Behandlung unterziehen. Dürfen wir uns mit geringeren Anstrengungen zufriedengeben? (Römer 7:15-25; 1. Korinther 9:27). Es ist, als säßen wir in einem kleinen Ruderboot auf einem Fluß mit starker Strömung und würden auf einen Wasserfall zutreiben. Damit wir ein Unheil verhindern, müssen wir mit aller Kraft gegen die starke Strömung flußaufwärts rudern. Vielleicht hat es den Anschein, als würden wir nicht allzuweit vorankommen, doch solange wir uns mit aller Kraft anstrengen, werden wir nicht den Wasserfall hinunterstürzen und umkommen. Bestimmt sollte uns die Liebe, die uns Jehova erweist, veranlassen, uns mit aller Kraft anzustrengen und ihm gegenüber loyal zu sein, indem wir Gesetzlosigkeit hassen und Gerechtigkeit lieben.

      Bekunde brüderliche Liebe

      9. Was sagt der Apostel Johannes in bezug auf die Liebe zu unseren Brüdern?

      9 Die Kundgebungen der Liebe Gottes sollten uns auch dazu motivieren, unsere Brüder zu lieben, wie Jesus Christus seine Jünger liebte (Johannes 13:1). Daher ist es äußerst passend, wenn der Apostel Johannes sagt: „Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, dann sind wir selbst verpflichtet, einander zu lieben“ (1. Johannes 4:10, 11). Ja, Jesus erklärte, seine wahren Nachfolger seien daran zu erkennen, daß sie Liebe untereinander hätten (Johannes 13:34, 35).

      10, 11. Welche Möglichkeiten haben wir, brüderliche Liebe zu bekunden?

      10 Wir wissen, daß Christen brüderliche Liebe bekunden sollten. Dennoch ist es nicht verkehrt, uns an verschiedene Möglichkeiten zu erinnern, wie wir diese christusähnliche Liebe untereinander zeigen können. Solche Liebe hilft uns, über Unterschiede in bezug auf Rasse, Nationalität, Bildung, Kultur und Einkommen hinwegzusehen. Außerdem drängt uns brüderliche Liebe, die Zusammenkünfte zu besuchen. Wenn wir unsere Brüder wirklich lieben, werden wir uns nicht durch unfreundliches Wetter oder leichtes körperliches Unwohlsein der Freude berauben lassen, mit ihnen zusammenzukommen und uns am Austausch von Ermunterung zu beteiligen (Römer 1:11, 12). Und nicht nur das. Brüderliche Liebe wird uns veranlassen, uns auf die Zusammenkünfte gut vorzubereiten und uns eifrig daran zu beteiligen, so daß wir einander zur Liebe und zu vortrefflichen Werken anreizen können (Hebräer 10:23-25).

      11 Wie steht es damit, unseren Brüdern im Predigtdienst Hilfe zu bieten? Es wurde beobachtet, daß Älteste und Dienstamtgehilfen oft gemeinsam oder allein im Haus-zu-Haus-Dienst tätig sind, obwohl es ihnen mit etwas Planung möglich wäre, Königreichsverkündiger dazu einzuladen, die Hilfe im Predigtdienst benötigen. Wenn Älteste und Dienstamtgehilfen diesbezüglich Liebe bekunden, lohnt sich ihr Predigtdienst in doppelter Hinsicht. Und warum nicht einen neuen Verkündiger zu einem Heimbibelstudium mitnehmen? (Römer 15:1, 2).

      12. Wie sollten wir 1. Johannes 3:16-18 verstehen?

      12 Liebe wird uns auch veranlassen, Brüdern unter die Arme zu greifen, die materiell wirklich Not leiden mögen. Der Apostel Johannes schreibt: „Dadurch haben wir die Liebe kennengelernt, weil jener seine Seele für uns hingegeben hat; und wir sind verpflichtet, unsere Seele für unsere Brüder hinzugeben. Wer immer aber die Mittel dieser Welt zum Lebensunterhalt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und dennoch die Tür seiner Gefühle innigen Erbarmens vor ihm verschließt, wie bleibt da die Liebe Gottes in ihm? Kindlein, laßt uns lieben, nicht mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit“ (1. Johannes 3:16-18). Wir mögen jetzt keine Gelegenheit haben, unsere Seele für unsere Brüder hinzugeben, doch mitunter bieten sich uns Gelegenheiten, auf andere Weise unsere Liebe zum Ausdruck zu bringen, nicht nur mit Worten oder mit der Zunge, sondern auch durch Taten. Es ist nicht verkehrt, unsere Liebe den Brüdern gegenüber in Worten zum Ausdruck zu bringen, aber wir möchten unsere Liebe nicht darauf beschränken, wenn sie materielle Dinge benötigen. Jesu Ausspruch „Beglückender ist Geben als Empfangen“ gilt auch bei materieller Hilfeleistung (Apostelgeschichte 20:35).

      13. (a) Welches sind einige der Grundwahrheiten, die wir durch Jehovas sichtbare Organisation kennengelernt haben? (b) Welche treffenden Worte schrieb Charles Taze Russell?

      13 Wir haben die Gelegenheit, unseren Brüdern, die in der Versammlung oder in Verbindung mit Jehovas weltweiter sichtbarer Organisation die Führung übernehmen, Liebe zu erweisen. Dazu zählt, dem „treuen und verständigen Sklaven“ gegenüber loyal zu sein (Matthäus 24:45-47). Seien wir uns dessen bewußt, daß wir von uns aus die Wahrheit nie erkannt hätten, ganz gleich, wie häufig wir in der Bibel gelesen hätten. Nie hätten wir die Wahrheit über Jehova, seine Vorsätze und Eigenschaften sowie über die Bedeutung und Wichtigkeit seines Namens, des Königreiches und des Lösegeldes Jesu herausgefunden noch den Unterschied zwischen Gottes Organisation und derjenigen Satans, noch den Grund, warum Gott das Böse zugelassen hat. Es verhält sich so, wie Charles Taze Russell, der erste Präsident der Watch Tower Society, 1914 schrieb: „Sind wir nicht ein glückseliges Volk? Ist unser Gott nicht treu? Wenn jemand etwas Besseres findet, so mag er es ruhig annehmen. Wenn irgend jemand von euch etwas besseres findet, so hoffen wir, daß wir davon Mitteilung erhalten. Wir kennen nichts Besseres. Ja, wir kennen nicht einmal etwas, was auch nur halb so gut wäre, wie das, was wir in dem Worte Gottes gefunden haben. ... Keine Zunge und keine Feder vermag den Frieden, die Freude und den Segen zu beschreiben, der unserem Herzen und Leben durch eine klare Erkenntnis des wahren Gottes zuteil geworden ist. Die Botschaft des Evangeliums, die uns die Weisheit, die Gerechtigkeit, die Macht und die Liebe Gottes offenbart, befriedigt sowohl unsern Verstand, als auch unser Gemüt. Wir suchen nicht mehr ziellos weiter. Und wir haben keinen anderen Wunsch mehr, als den, die wunderbare Botschaft des Evangeliums klarer zu erkennen“ (Der Wacht-Turm, März 1915, Seite 41, 42). Wie wahr doch diese Worte sind!

      Außenstehenden dienen

      14. Wie sollten wir — motiviert von der uns von Gott erwiesenen Liebe — gegenüber Außenstehenden handeln?

      14 Die uns von Gott erwiesene Liebe sollte uns dazu motivieren, Menschen außerhalb der Christenversammlung Nächstenliebe zu erweisen. Wie kann das geschehen? Die Umstände lassen womöglich erkennen, daß wir unseren Nächsten in materieller Hinsicht helfen können. Doch weit bedeutsamer ist, daß wir anderen Nächstenliebe erweisen können, indem wir ihnen die gute Botschaft von Gottes Königreich überbringen und gerechtigkeitsliebenden Menschen helfen, Jünger Jesu Christi zu werden. Beteiligen wir uns regelmäßig am Predigtdienst, oder vernachlässigen wir ihn? Ist er zur Routine oder zur Formsache geworden? Oder werden wir von Nächstenliebe dazu motiviert? Bekunden wir Mitgefühl? Sind wir geduldig, indem wir die Reaktion der Menschen abwarten? Ermuntern wir die Wohnungsinhaber, sich zu äußern? Statt nur selbst zu reden, sollten wir uns von Nächstenliebe bewegen lassen, zuzuhören und mit den Menschen, die wir im Predigtdienst antreffen, ein konstruktives biblisches Gespräch zu führen.

      15. (a) Warum ist „informelles Zeugnis“ eine bessere Bezeichnung als „Gelegenheitszeugnis“? (b) Warum sollten wir Gelegenheiten zum informellen Zeugnisgeben nutzen?

      15 Achten wir so gut wie möglich darauf, Gelegenheiten für informelles Zeugnisgeben zu nutzen? Es gilt zu beachten, daß es sich dabei nicht um ein gelegentliches Zeugnisgeben handelt, worunter eine nicht geplante oder nicht so wichtige Tätigkeit zu verstehen ist. Dem informellen Zeugnisgeben kommt große Bedeutung zu, und Liebe zu unseren Mitmenschen wird uns bewegen, Gelegenheiten dafür zu schaffen. Wie fruchtbar diese Art des Zeugnisgebens oftmals ist! Anläßlich eines Kongresses der Zeugen Jehovas in Norditalien suchte ein Bruder eine Werkstatt auf, um einen Autoscheinwerfer auswechseln zu lassen. Während er wartete, gab er denen, die sich dort aufhielten, Zeugnis und überreichte ihnen Handzettel, mit denen er sie zum öffentlichen biblischen Vortrag am Sonntag einlud. Ein Jahr später wurde er auf einem internationalen Kongreß in Rom von einem Bruder, den er nicht kannte, sehr herzlich begrüßt. Wer war dieser Bruder? Es war einer der Männer, denen er ein Jahr zuvor in der Werkstatt einen Handzettel überreicht hatte! Dieser Mann hatte sich den Vortrag angehört und seine Adresse abgegeben mit der Bitte um ein Bibelstudium. Jetzt sind er und seine Frau getaufte Zeugen Jehovas. Es besteht kein Zweifel daran, daß informelles Zeugnisgeben äußerst lohnend sein kann.

      Erwidere weiterhin Gottes Liebe

      16. Welche Fragen sollten wir uns stellen?

      16 Jehova hat wirklich auf vielfältige Weise Liebe zu seinen Geschöpfen bekundet. Wie wir gesehen haben, berichtet die Schrift von dem vorzüglichen Beispiel derer, die die Kundgebungen der Liebe Gottes auf selbstlose Weise erwiderten. Treffend rief der Psalmist aus: „O möge man Jehova danken für seine liebende Güte und für seine wunderbaren Werke an den Menschensöhnen“ (Psalm 107:8, 15, 21, 31). Wagen wir es, Gottes unverdiente Güte anzunehmen und ihren Zweck zu verfehlen? Das geschehe nie! (2. Korinther 6:1). Jeder einzelne von uns frage sich daher: „Schätze ich wirklich die mir bereits erwiesene Liebe Gottes, von der ich zuversichtlich hoffe, daß sie mir auch künftig zuteil wird? Lasse ich mich durch sie motivieren, Jehova mit meinem ganzen Herzen, meiner ganzen Seele, meinem ganzen Sinn und meiner ganzen Kraft zu lieben? Richte ich mich wirklich auf Gott aus? Liebe ich Gerechtigkeit, und hasse ich Gesetzlosigkeit? Bekunde ich brüderliche Liebe? Und wie genau bemühe ich mich in meinem Predigtdienst, in die Fußstapfen Jesu zu treten?“

      17. Was wird die Folge sein, wenn wir die Beweise der Liebe Jehovas auf selbstlose Weise erwidern?

      17 Ja, wir können auf vielerlei Weise unsere aufrichtige Dankbarkeit für all die uns erwiesene Liebe Gottes zeigen. Wenn wir alle Gelegenheiten nutzen, diese Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen, werden wir das Herz unseres himmlischen Vaters erfreuen, uns für andere als ein Segen erweisen und selbst Freude, Frieden und Zufriedenheit empfinden. Erwidern wir also weiterhin Gottes Liebe auf selbstlose Weise.

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